Kopfbetucht – #NichtOhneMeinKopftuch //1831

Kopftücher sind wunderbar praktisch. Ich trage eines
* bei feuchtem, windigem oder kühlem Wetter. Das wärmt so angenehm an den Wangen und unter dem Kinn wie keine andere Kopfbedeckung.
* wenn ich erkältet bin, um Kopf und Hals warm zu halten. Nach zwei Mandelabszessen, einer Lungenentzündung und einigen Bronchitiden weiß ich, dass ich da empfindlich reagiere. (Übrigens würde ich mir im Zweifel auch den Minirock verkneifen, wenn ich zu Blasenentzündung neigen würde.)
* bei Arbeiten, die die Haare verschmutzen könnten, oder als Schutz vor starker Sonnenstrahlung (z.B. Zimmerdecke streichen, Kartoffelernte).
* als Augenbinde beim Bondage.
* wenn meine Haare mal warum-auch-immer nicht so schön aussehen wie sonst, oder noch feucht vom Waschen sind, ich aber trotzdem kurzfristig die Wohnung verlassen muss.

Je nach Anlass gibt es unterschiedliche Binde- und Tragetechniken.
Ein klein zusammengefaltetes Kopftuch passt – im Gegensatz zu den meisten anderen Kopfbedeckungen – sogar in eine Damenjackentasche, und macht deshalb überhaupt keinen Aufwand, es mitzunehmen, wenn man sich über die aktuelle Entwicklung des Wetters nicht ganz im Klaren ist.
Wenn man das Kopftuch vorsichtig aufsetzt und bindet, ist es relativ schonend zur Frisur und zerdrückt sie weniger als die meisten anderen Kopfbedeckungen.

Auch als Kind trug ich gelegentlich ein Kopftuch. Davon existieren sogar noch ein paar alte Fotos, auf denen ich wirklich niedlich aussehe.
Ich erinnere mich vor allem an ein weißes mit Rosenmuster aus glatter Baumwolle, an eines mit farbigen Blumen aus einem wärmeren Wollstoff und mit Fransen, sowie an ein bunt-rosanes mit Märchenmotiv – also irgendwelche Elfen, Feen und Prinzessinnen – aus Viskose oder ähnlichem Stoff – das erschien mir wie ein Gewebe aus semitransparenter Seide.
Dann hatte ich noch eines, das war knallorange und bestand aus einem gleichschenkeligen, rechtwinkligen Dreieck aus festerem Stoff. Das hatte ich von einer älteren Cousine „geerbt“, die es bei ihrer Einschulung (das muss so Anfang der siebziger Jahre gewesen sein) von offizieller Stelle geschenkt bekommen hatte.
Als meine Oma (die mit den Strapsen – Strumpfhosen fand sie übrigens ziemlich unziemlich) starb, übernahm ich ihre umfangreiche Sammlung von Kopftüchern. Sie hatte Zeit ihres Lebens meistens ein Kopftuch getragen, wenn sie längere Zeit aus dem Haus, insbesondere in die Kirche ging. Da sind festliche aus besonders schönem Stoff dabei, aber auch warme aus dickerem Stoff, sogar zwei selbstgehäkelte, und es gibt eine große Auswahl an Farben, Mustern und Motiven. Inzwischen sind gelegentlich noch ein paar neue dazugekommen.
Eine entfernte Verwandte hat von Natur aus sehr feines, schütteres Haar, so dass man stellenweise deutlich die Kopfhaut sieht. Eine Perücke mag sie nicht tragen, aber sie hüllt ihren Kopf gerne und geschmackvoll in Seidenschals oder bunte Tücher aller Art, wenn sie außer Haus geht.

Ich werde auch in Zukunft gerne ein Kopftuch tragen, wenn es dafür einen Anlass gibt.
Jetzt erst recht!

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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38 Antworten zu Kopfbetucht – #NichtOhneMeinKopftuch //1831

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Ja, Aische, unterwirf dich !

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  2. Dieter schreibt:

    Warum auch nicht, schaut gut aus und ist praktisch.
    Sogar Männer tragen in manchen Situationen Kopftuch, z.B. unterm Stahlhelm, dann drückt er nicht so bei längerem tragen oder zum Schutz gegen Sonne, wenn die Haare langsam dünner werden 🙂

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  3. wollesgeraffel schreibt:

    Wenn ich mir die Bilder aus Ostpreußen im Familienalbum ansehe, tragen die Frauen und Mädchen alle Kopftücher, gebunden in der Weise Rotkäppchens. Zum Kirchgang besonders hübsche.

    Aber sie wurden nicht dazu gezwungen durch die männliche Verwandtschaft, noch wurden sie geprügelt oder als Fickvieh behandelt, wenn sie ohne Tuch vor die Tür gingen.

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    • So ähnlich war das bei uns auch bis weit in die 80-er, teilweise sogar 90-er Jahre (zumindest bei den alten Leuten) völlig normal und nicht unüblich.
      Es muss natürlich jedem selbst überlassen bleiben, inwieweit er sich an solche ländlichen Gebräuche hält.

      Ein generelles Kopftuchverbot würde (außer Einschränkung der persönlichen Rechte) nur dazu führen, dass die Personen, die ein Kopftuch nur aufgrund äußeren Zwangs oder familiären Drucks tragen, dann eben überhaupt nicht mehr aus dem Haus dürfen.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Wo wird denn derzeit ein generelles Kopftuchverbot diskutiert?

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      • wollesgeraffel schreibt:

        Da bin ich zwiegespalten. Das Kopftuch ist in dieser Klientel, die Du ansprichst, ein Zeichen des Islam, und der ist immer politisch. Es wird gezielt genutzt, um unsere Regeln auszuhebeln. Ich möchte keinesfalls Richter, Lehrer und Polizistinnen mit Kopftuch sehen. Das aber wird angestrebt, das Kopftuch als Symbol religiös-politischer Herrschaft soll uns aufgezwungen werden. Ein Novum für uns, daß ein Kleidungsstück, das in vielen Regionen zur Tracht gehört, zum Kampfzeichen verkommt. Deshalb ist ein Kopftuch in Justiz, Ämtern und Behörden sowie Schulen zu verbieten.

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        • Für mich ist ein Kopftuch kein religiöses Symbol, noch hat es politische Bedeutung. Es ist für mich praktische Kopfbedeckung und Accessoire, und erinnert mich höchstens ein wenig an daheim oder meine Oma.
          Es sollte als völlig selbstverständlich betrachtet werden, das anzuziehen, was man selbst für angemessen hält.
          Wenn mehr Leute wieder ein Kopftuch tragen würden, wäre das auch völlig normal, anstatt Aussagen hineinzuinterpretieren, die nicht beabsichtigt sind.

          Ich habe keine „Klientel“ angesprochen, sondern von mir selbst, sowie meiner (mehr oder weniger katholischer) Verwandtschaft erzählt.

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  4. blindfoldedwoman schreibt:

    Hier stößt der Liberalismus an seine Grenzen. Ein allgemeines Kopftuchverbot ist sicher nicht gewünscht, zumal das auch nicht mit dem GG in Einklang zu bringen ist. Ein Kopftuchverbot an Schulen halte ich aber für sinnvoll. Es galt immer schon, dass jegliche Form der Kopfbedeckung im Unterricht nicht erwünscht war. Weiterhin sollten Regeln strikter befolgt werden: jeglicher Unterricht ist verpflichtend, sei es nun schwimmen oder Sexualkunde oder Klassenfahrten. Ob es sich dabei nun um Muslime oder evangelikale Christen handelt, ist egal.
    Natürlich dürfte die Auslegung, was das Kopftuch betrifft, schwierig sein. Es gilt die Verhältnismäßigkeit.

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    • Plietsche Jung schreibt:

      Hauptsache, politisch korrekt.
      Majoritäten ordnen sich Minoritäten unter. Der Unsinn kennt kaum Grenzen.

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    • Pauschale Verbote haben oft den Nachteil, dass sie auch sinnvolle Fälle ausschließen.
      Was ist etwa mit der Schülerin, die nach dem Schwimmunterricht noch nasse Haare hat. Hier dürfte man IMHO eine Kopfbedeckung nicht grundsätzlich verwehren.
      Da die Grauzone, was sinnvoll ist und was nicht, groß ist und schwer abzugrenzen, bin ich gegen solche Verbote.

      Völlig unabhängig davon können bei abhängigen Beschäftigungsverhältnissen Kleiderordnungen festgelegt werden, die z.B. auch Sicherheitsaspekte berücksichtigen (ein Schutzhelm etwa sitzt nicht fest, wenn darunter eine andere Kopfbedeckung getragen wird).
      Insofern halte ich es für einen akzeptablen Kompromiss (wenn auch aus freiheitlicher Sicht nicht wirklich wünschenswert), wenn z.B. Lehrerinnen sich an bestimmte Einschränkungen halten müssen. Ausnahmen aus gesundheitlichen Gründen (sofern eine Krankschreibung nicht vernünftiger wäre) sollte es aber geben.

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  5. Pingback: Medizinisches Revival, Grimmig und Buschig //1836 | breakpoint

  6. Jonas schreibt:

    Sag bloß, du gehst mit einem unter dem Kinn gebundenen Kopftuch durch die Stadt? ^^
    Sowas tragen heutzutage doch nur noch Bauernfrauen jenseits der 70. Fehlt nur noch ein sog. Hackenporsche.

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  7. Pingback: The Last Unicode //1901 | breakpoint

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