Es häuft sich haufenweise //1830

Am letzten Wochenende war unser Standardspazierweg noch sehr schlammig und matschig gewesen. Seither hat sich dort einiges getan. Die Vegetation wächst jetzt im Frühjahr enorm, und benötigt dafür viel Wasser.
Bis auf eine Stelle von etwa 70 bis 80 Metern Länge und zwei oder drei Stellen von 10 bis 15 Metern Länge lässt sich der Weg inzwischen einigermaßen laufen (bzw. ließe sich, wenn nicht ausgerechnet dort Pferde ihre Applehaufen hinterlassen hätten). Bei den schwierigen Stellen ließ ich mich von Carsten dirigieren, und ein Stück weit durfte er mich sogar tragen.

Während vor wenigen Jahren Fußgänger mit Hunden noch relativ selten waren, hat ihre Häufigkeit inzwischen stark zugenommen. Damals sah man noch öfter Leute mit Kinderwagen oder auch älternen Kindern und nur ab und zu auch ein bis zwei Personen mit einem Hund.
Derzeit (das war mir bereits letztes Jahr zunehmend aufgefallen) sind die meisten Spaziergänger allein mit einem oder gar mit zwei Hunden unterwegs.

Manche Hunde sind tatsächlich diszipliniert. Sie laufen eng neben ihrem Besitzer nebenher, schauen starr geradeaus und ignorieren andere Personen. So ist das in Ordnung, gegen solche Hunde habe ich ja gar nichts.
Eine leider größere Gruppe reißt aggressiv an der Leine, bellt entgegenkommende Leute angriffslustig und bösartig an, und der Besitzer hat alle Hände voll zu tun, seinen Hund zurückzuhalten.
In etwas abgeschwächter Form findet man auch Hunde, deren Halter den Hund hinsetzen lässt, sich zwischen Hund und Spaziergänger stellt, und beruhigend auf den grimmig knurrenden Hund einspricht, bis die Spaziergänger vorbei sind.
Dann gibt es noch – zum Glück nur einzelne – freilaufende Hunde, die wild in der Gegend herumspringen, und bei denen es mir als reines Glückspiel erscheint, ob es dem Besitzer noch rechtzeitig gelingt, sie zurückzupfeifen, bevor sie an unbeteiligten Fußgängern mit meist verdreckten Pfoten hochspringen. Aber die tun ja nichts, die wollen ja nur spielen.

Dann überall die Hundehaufen. Teils en nature, teils in Plastiktütchen. Einmal habe ich tatsächlich eine Frau gesehen, die die Exkremente ihres Hundes im Tütchen in einen Abfallbehälter entsorgte. Aber das war die absolute Ausnahme. Normalerweise scheren sich die Halter einen Schei?dreck um den Schei?dreck.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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12 Antworten zu Es häuft sich haufenweise //1830

  1. Leser schreibt:

    Jene Hunde, die starr geradeaus blickend neben ihrem Besitzer her laufen, sind nicht artgerecht gehaltene/erzogene Hunde. Und ich bin mir auch sicher, dass die meisten der freilaufenden Hunde nicht an allen (bzw. überhaupt irgendwelchen) Spaziergängern hochspringen – es sind halt, wie so oft, immer nur die negativen Beispiele, die einem in Erinnerung bleiben. Alternativ, falls es doch so sein sollte, dass die Hunde alle an Dir hochspringen (aber z.B. nicht an Carsten oder anderen Spaziergängern), hat es irgendwas mit Deiner „Duftnote“ zu tun. Ich habe zwar von solch einer Begebenheit noch nicht gehört, aber möchte das auch nicht ausschließen – das wäre dann sozusagen einfach eine ungünstige Verkettung von Umständen, denn Du kannst Deinen Körperduft ebensowenig ändern, wie die Hunde ihr instinktgetriebenes Verhalten ändern können – eine Lösung fällt mir hierzu nicht ein. Dennoch ist es nicht normal, dass ein Hund direkt an anderen Menschen hochspringt.
    Man kann allerdings auch subtile Kommunikation erlernen, um es den Hunden zu erleichtern, einen zu ignorieren: Wenn der Hund Dich anschaut (noch bevor er auf Dich zurennt), blinzelst Du einfach (einen Bruchteil länger, als ein normales Blinzeln – also wenn ein normales Blinzeln 100ms dauert, dann hier vielleicht 150-200ms), und schaust danach weg, bzw. richtest den Kopf in eine andere Richtung weg vom Hund (muss nicht wegdrehen sein, aber z.B. wenn der Hund links ist, dann direkt geradeaus o.ä.), so dass er sieht, dass Du ihn ignorierst. Dann ist die Chance, von dem Hund auch ignoriert zu werden, deutlich größer. So wie auch Katzen sind Hunde eben Mitlebewesen auf unserem Planeten, und dementsprechend sollten wir, als die intelligentere Spezies, um ein friedliches Miteinander bemüht sein. Natürlich bedeutet das auch, dass ein Halter schlecht erzogene Hunde abzurufen hat, bevor sie andere Spaziergänger anspringen können, aber viele Halter sind dazu leider auch nicht in der Lage, da ist so eine subtile Kommunikation mit dem Tier „über den Halter hinweg“ dann oft für die Situation entschärfender, als alles andere.

    Hunde die an der Leine zerren, sind übrigens ebenfalls falsch trainiert – eigentlich heißt an der Leine gehen, dass die Leine locker durchhängen muss. Auch dazu sind leider viele Halter nicht in der Lage (man muss auch auf das Tier eingehen und z.B. stehen bleiben, wenn es schnuppern möchte). Dass man die Hinterlassenschaften vom Weg wegräumt, sollte eigentlich klar sein.

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    • An mir springen die Hunde nicht öfter hoch, als an anderen unbeteiligten Spaziergängern.
      Trotzdem ist das eine widerliche Unsitte.

      Ich versuche ja, entgegenkommende Hunde zu ignorieren, gelingt mir aber nur in begrenztem Maß. Ob eine andere „Blinzeltechnik“ daran etwas ändern könnte, wage ich zu bezweifeln.

      Für das „friedliche Miteinander“ sollte doch der Halter verantwortlich sein. Ich habe noch keinem Hund etwas angetan, muss mich aber trotzdem immer mit Rücksichtslosigkeiten auseinandersetzen.
      Katzen sind nicht so aggressiv. Die würden nie von sich aus auf harmlose Spaziergänger losgehen.

      Ich sehe auch gar nicht ein, warum ich mein Verhalten ändern sollte. Ich will doch nur ganz ruhig und friedlich in der Gegend herumlaufen, schade oder störe dabei niemanden.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Katzen sind schon mal penetrant aufdringlich und reiben sich unaufgefordert an den Beinen. Ganz zu schweigen von den vielen Haaren, die sie hinterlassen. Da ist mir ein freundlicher Hund viel lieber. Das ein aggressiver Hund nicht an der Leine gehalten wird, kommt wohl sehr selten vor.
        Hast Du Angst vor Hunden? Für mich klingt das so.

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        • Dass sich eine Katze an meinen Beinen reibt, ohne vorher von mir ermuntert worden zu sein, ist mir noch nicht vorgekommen. Und ich hatte früher viel Kontakt mit Katzen. Das Reiben an den Beinen ist ein Zeichen der Zuneigung. Die meisten Katzen gehen damit sparsam um, und gewähren ihre Gunst nur wenigen Menschen.

          Haare sind höchstens im Frühjahr ein Problem. Das dürfte aber bei Hunden nicht besser sein.

          Ein aggressiver Hund gehört auch nicht an die Leine, sondern in den Zwinger.

          Ja, ich habe Angst vor Hunden, die mit gefletschten Zähnen auf mich zustürmen.
          Ruhige, und Fremden gegenüber gleichgültige Hunde empfinde ich nicht als bedrohlich.

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          • blindfoldedwoman schreibt:

            Mir passiert das häufiger und ich mag Katzen noch nicht mal. Keine Ahnung, was die an mir finden. Meiner Meinung nach wollen sie nur Futter.
            Vor gefletschten Zähnen sollte man sich allerdings hüten und die Drohung ernst nehmen. Das ist mir glücklicherweise noch nie passiert, außer ich war selbst mit Hund unterwegs, dann galt es aber ihm.

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            • Kann es sein, dass du irgendwelche Körperpflegeprodukte, Waschmittel, o.ä. nutzt, die etwas nach Baldrian oder Nepeta riechen?
              Auf diesen „Duft“ fahren Katzen nämlich total ab, und das würde das – ansonsten sehr ungewöhnliche – Verhalten erklären.

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            • blindfoldedwoman schreibt:

              Nein, ich habe meine Haut noch nie eingecremt. sie reguliert sich ja von selbst, wenn sie gesund ist. Und Waschmittel dürfen bei mir auch nicht riechen, ich mag keine künstlichen Gerüche, da bin ich sehr empfindlich.
              Habe jetzt mal „aufdringliche Katzen“ gegoogelt. So ungewöhnlich scheint das nicht zu sein.

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            • Hätte ja sein können, oder auch in Schampoo, Schuhcreme, etwas in deiner Tasche, oder was weiß ich.

              Wenn du nach irgendeiner unüblichen Wortkombination suchst, findet Google in den Weiten des Internet schon genug Beispiele.
              Die meisten Katzen sind zurückhaltend, aber einige halt auch kontaktfreudiger. Sind eben Individualisten.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Oh, eine neue Zielgruppe, die alles besser weiß und sich politisch korrekt verhält, nämlich so, wie es zumindest ihr nützt.

    Hunde sind oft keine Hunde mehr, sondern Kindersatz. Spielzeug oder Zeitvertreib.

    Wahrhaben wird es keiner.

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    • Wer weiß. Ich habe auch den Eindruck, dass die Halter sich mit einem Hund sicherer fühlen.
      Kynophobiker wie ich haben das Nachsehen.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Hundebesitzer sind durch die Bank Spezialisten im Verstehen von Verhaltensweisen und der Seele ihres Lieblings. Sie sind fehlerfrei in ihrem Verhalten im Umgang und Pflege.

        Nicht gewusst?

        Große Hunde machen große Haufen. Mit einer gewissen Schadenfreude beobachtete ich neulich eine junge Dame, die oft und sehr tief würgte als sie die warme Masse mit einem Beutel aufnahm. Es muss ein bestehendes Gefühl sein.

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  3. Pingback: Ein Füllhorn voller Tweets //2010 | breakpoint

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