breakplaining: Differentialgleichungen //2556

Wenn ich heute in einem Prosatext versuche zu erklären, was eine Differentialgleichung ist, so ist meine Zielgruppe ziemlich klein.
Diejenigen, die bereits wissen, was eine Dgl. ist, werden nichts Neues erfahren. Wer aus der Schule (oder sonst woher) keinerlei Erinnerung hat, was es mit Differentiation und Ableitungen auf sich hat, wird nicht genug verstehen, um einen Gewinn aus meinem Text zu ziehen (auch noch normale Differentialrechnung oder gar Grenzwerte vorher zu erklären, würde wirklich zu weit führen). So wende ich mich heute nur an diejenigen dazwischen, denen Differenzierung zwar noch ein (zumindest vager) Begriff ist, die darüber hinaus aber noch nie etwas mit Differentialgleichungen zu tun hatten.
Ziel dieses Eintrags ist es, das Konzept der Differentialgleichung verständlich zu machen, und einen ersten Eindruck davon zu geben, wie man mit ihnen umgeht.
Nur ganz knapp zur Rekapitulation: die Ableitung f'(x) = df/dx einer Funktion f(x) stellt die Änderung dieser Funktion am Punkt x dar. Das ist im Prinzip die Steigung der Tangente an diesem Punkt.

Wer sich noch daran erinnert, wie man die Ableitung der Exponentialfunktion e^x berechnet, der weiß, dass diese Ableitung dann ebenfalls e^x ist. Also ist f'(x) = f(x). Und da hätten wir bereits unsere erste Dgl., in der ein Zusammenhang zwischen Funktion und ihrer Ableitung besteht. Die Lösung wäre in diesem Fall die genannte e-Funktion.
Eine Differentialgleichung bestimmt den Verlauf und das Verhalten der Funktion, indem sie eine Beziehung mit deren Ableitungen vorgibt.
Während bei üblichen, (z.B. algebraischen) Bestimmungsgleichungen (z.B. 3*x – 6 = 0) die Lösung eine [oder auch mehrere] Zahl[en] (im Beispiel x = 2) ist, ist die Lösung einer Differentialgleichung eine Funktion (bzw. eine Funktionenschar, die zusammen mit den Anfangsbedingungen eine Funktion bestimmt). Bei einer Dgl. n. Ordnung besteht der Zusammenhang zwischen der Funktion und ihrer bis zu n. Ableitung. Eine gewöhnliche Dgl. ist nur von einer Variablen abhängig.

Ein weiteres Beispiel wäre f'(x) = 0. Bedeutet, dass sich die Funktion f(x) nicht ändert, also konstant ist.
Wenn f'(x) = 1, dann ist die Änderung konstant. Also ist die Lösung eine Gerade f(x) = x (ggf. bis auf eine additive Konstante).
Einfache Differentialgleichungen wie f'(x) = x lassen sich nach Separation der Variablen durch Integration lösen. Man erhält in diesem Fall f(x) = x^2/2.
Es gibt weitere Möglichkeiten, Differentialgleichungen zu lösen. Welche das genau sind, führt hier zu weit. Es reicht zu wissen, dass analytische Wege oft nicht zum Ziel führen, sogar numerische nicht immer. Für gewöhnlich macht man halt einen Ansatz, und überprüft, ob der die Dgl. erfüllt. Wenn ja, ist sie gelöst, ansonsten probiert man etwas anderes. Ein allgemeines erfolgversprechendes Verfahren gibt es nicht.

Häufig kommen in der Physik Differentialgleichungen der Form f“(x) = -f(x) vor (f“ ist dabei die zweite Ableitung d^2 f/dx^2). Ich überlasse es euch zunächst einmal, sich die Lösung zu überlegen. Das sollte mit Abiturwissen ohne weiteres möglich sein.

Auch das war eine lineare Differentialgleichung. Bei nicht-linearen bestehen kompliziertere Zusammenhänge. Beispielsweise kann die Gleichung f'(x) = k * f(x) * (1 – f(x)) geeignet sein, die Ausbreitung einer Infektionskrankheit zu modellieren. Die Funktion f(x) geht dabei quadratisch ein, was bei ihrer Lösung zum Chaos führen kann.
Außer diesen gewöhnlichen Differentialgleichungen gibt es auch partielle, die von mehreren Variablen auf unterschiedliche Weise abhängen können. Und es gibt entsprechend ganze Differentialgleichungssysteme. Beispiele dafür werde ich bringen, wenn ich in künftigen Posts die Nutzung von Differentialgleichungen in der Theoretischen Physik betrachte.
Auf weitere Feinheiten wie den Unterschied zwischen homogenen und inhomogenen Differentialgleichungen will ich hier nicht eingehen.

In der Schulmathematik wird nur die Abhängigkeit der Funktion f von einer Variablen x betrachtet, und die Ableitung f‘ geschrieben. In der Physik ist die Ableitung nach der Zeit d/dt der häufigste Use case. Dafür hat es sich als Abkürzung eingebürgert, statt eines Strichchens danach einen Punkt über den Funktionsnamen zu schreiben. Das geht aber nicht mit ASCII-Text.

Schließlich noch die Auflösung der kleinen Aufgabe f“(x) = -f(x). Die Lösung ist eine Kombination aus A*sin(x) + B*cos(x), bzw. C*cis(x+D), wobei die Konstanten so zu wählen sind, dass die Phase zu den Anfangsbedingungen passt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Telefonat am Muttertag //2555

Gestern war Muttertag. Da ich erst am Weißen Sonntag in der alten Heimat war, und dort auch meine Eltern besucht hatte, stand ein erneuter Besuch gar nicht zur Debatte, zumal immer noch diese Corestriktionen gelten.
Stattdessen telefonierte ich lange mit meiner Mutter.

Bei meinem Besuch hatte ich es schon bemerkt, dass mein Vater nicht mehr wie früher ist. Nach seinem Schlaganfall hat er immer noch körperliche Einschränkungen. Das war zu erwarten, aber außerdem – und das hatte ich damals nicht über mich gebracht zu schreiben – hat er auch geistig abgebaut. Das sind solche erst subtilen Kleinigkeiten, die man gar nicht gleich bewusst wahrnimmt, oder nicht den Finger darauf legen kann, aber die in ihrer Gesamtheit dann doch ein eindeutiges Bild zeichnen, wenn auch vielleicht erst im Nachhinein. Es ist schwer erträglich, den körperlichen und geistigen Verfall eines nahestehenden Menschen zu beobachten.
Alles in allem schafft es meine Mutter nicht, seine Pflege alleine zu übernehmen. Sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste. [Dazu kommt noch, dass sie schon seit längerer Zeit immer wieder Schmerzen im Kniegelenk hat. Eine empfohlene Operation hatte sie jedoch wiederholt abgelehnt. Mittlerweile ist der Leidensdruck jedoch so groß geworden, dass sie es gerne machen lassen würde, aber wegen Corona bekommt sie keinen Termin.] Meine Schwester kommt öfters vorbei, aber sie hat ihre eigene Familie, und die blödsinnigen Corona-Regeln erlauben nicht, dass mehrere Personen gleichzeitig anwesend sind.

Also kommt jetzt täglich jemand vom ambulanten Pflegedienst der Diakonie, um bei der Pflege, insbesondere Körperpflege, zu helfen. Meistens sind es zwei Personen, manchmal nur eine.
Meine Mutter kommt mit den Pflegekräften gar nicht klar, weil die einiges anders machen, als sie es seit Jahrzehnten gewohnt ist. Nie habe ich mich meiner Mutter mehr verbunden gefühlt als jetzt.
Sie erzählte beispielsweise, dass die Pflegekräfte eigentlich zu einer festen Uhrzeit kommen sollen, zu der alles vorbereitet sein muss. Aber meistens kommen sie deutlich später, manchmal sogar über eine Stunde über der Zeit. In dieser Zeit können meine Eltern nichts anderes tun, als zu warten. Aber gerade wenn sie einmal selbst etwas später dran sind, dann kommen die Pflegekräfte unerwartet schon eine halbe Stunde früher und dann beginnt erst recht die Hetzerei.
Was auch völlig daneben ist, ist, dass die Pflegekräfte immer wieder Handtücher benutzen, um Spritzwasser vom Fußboden aufzuwischen, noch bevor meine Mutter es schafft, einen Putzlappen zu holen. Sie hätte davon immer wieder bergeweise Handtücher in der Dreckwäsche, die es ansonsten noch lange nicht nötig hätten, mitgewaschen zu werden.
Ich kann ihren Ärger darüber so gut nachvollziehen, und das waren nur einige Beispiele. Es gab da noch mehr negative Vorkommnisse. Insgesamt machen die Pflegekräfte mehr Belastung und Stress, als sie Erleichterung und Unterstützung bringen.
Meine Mutter ist ihnen nicht gewachsen, die seien so „hochnäsich und schnibbisch“.

Es ist eine meiner größen Befürchtungen, dass ich selber mal zum Pflegefall werde, und dann auf solche Leute angewiesen bin, die mit mir irgendwas machen, mit dem ich nicht einverstanden bin, und ich mich nicht gegen sie durchsetzen kann.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 38 Kommentare

Wieder mal Tweets //2554

Die letzten Tage waren besonders stressig für mich. Aber jetzt beginnt ein hoffentlich erholsames Wochenende. Das Wetter soll ja besser und endlich wärmer werden, wenn auch leider nur kurzzeitig.
Für euch gibt es meine Tweets vom 22. Oktober bis 3. November 2020.

Alles Gute zum heutigen #Weltmännertag!
Man sollte doch meinen, dass in Zeiten, in denen Freizeiteinrichtungen und Gastronomie zwangsgeschlossen sind, abends wenigstens ein hochwertiges, interessantes Fernsehprogramm geboten wird. Aber ganz im Gegenteil, das Angebot ist besonders mies.
+Wenn das Wahlvolk schon unzufrieden ist, sollte eine kluge Regierung doch zumindest dafür sorgen, dass es sich nicht auch noch langweilt. #PanemEtCircenses
Verleser des Tages: Penisanspruch statt Pensionsanspruch
Der Gebärung dritter Teil //2463 Zweitausendvierhundertdreiundsechzig
Chefchen fängt allmählich an, mich nicht mehr nur auf meine Brüste zu reduzieren.
Verschreiber des Tages: unbemannte statt unbekannte
Für Satire, Ironie, Sarkasmus ist Twitter offenbar kein geeignetes Medium.
Der November beginnt und endet mit Vollmond. #BlueMoon
Verleser des Tages: Zuhältern statt Zugausfällen
#Lockdown, #Kontaktbeschränkungen und #Maskenpflicht hätten vor drei Jahren tausende #Grippetote verhindern können.
+Warum hat es die Regierung damals versäumt, rechtzeitig entsprechende Maßnahmen vorzuschreiben? #Warum?
+Einer meiner Großonkel starb vor 25 Jahren an #Influenza. Wären damals #Infektionsschutzmaßnahmen eingeführt worden, könnte er heute noch leben.
Verhörer des Tages: Katzen statt Kerzen
Wer bin ich? //2462 Zweitausendvierhundertzweiundsechzig
Hab einen Riesenhaufen #Apfelpfannkuchen gebacken. #breakpointKocht
Verleser des Tages: Quantenforderungen statt Quotenforderungen
+.. aber keine Quarantäneforderungen.
#Lockdown? Ja, macht nur, mich stört das nicht. Verschiebt halt die Infektionsausbreitung auf später, und macht einige Branchen endgültig kaputt. #Wellenbrecher
Verschreiber des Tages: Untertan statt Unterton
Welchen Unterschied macht es eigentlich, ob es #Alkohol bis 21 oder bis 22 Uhr gibt? #Corona #Ampel #Sperrstunde #COVID19de
Der Gebärung zweiter Teil //2461 Zweitausendvierhunderteinundsechzig
Da ist man mal fünf Minuten weg vom Rechner, um die Waschmaschine anzulassen. Prompt macht er schon wieder ein Update. #annoyedGrunt
Wie rechnet ihr 21*29? #Umfrage #Kopfrechnen (Please RT) [20*29+29|20*21+9*21|21*30-21|625-16]
Verleser des Tages: [die Frauen und deren] Befruchtung statt Befreiung
An meinem Drehstuhl ist eine Rolle abgefallen. Die Befestigungshalterung ist zerbrochen, also wohl irreparabel kaputt.
Verhörer des Tages: Flugblatt statt Flugplatz
Chefchen hat zwar nur alle paar Tage mal die Windel voll, aber wenn, dann richtig!
Eine überraschende Auflösung //2460 Zweitausendvierhundertsechzig
Der Dreisatz nützt wenig im nicht-linearen Bereich.
Verleser des Tages: Migrationshaus statt Mehrgenerationenhaus
Mein Hormonhaushalt ist noch ziemlich transient.
In der #Bäckerei gewesen. Verkäuferin spricht nur gebrochen Deutsch. Verständigung ist sonst schon schwierig, aber mit #Maske fast unmöglich. Sie zwei Rückfragen, ich drei Rückfragen.
+Dauerte so viel länger als nötig. Mir wurde leicht schwindelig. Hab’s gerade noch rechtzeitig wieder ins Freie geschafft. Baby im #Tragetuch hat es auch nicht leichter gemacht.
Verschreiber des Tages: viril statt viel
Zeitumtwitterung //2459 Zweitausendvierhundertneunundfünfzig
Halb acht und immer noch nicht hell.
Heute Nacht liegen wir wieder nur zu zweit im Bett. Da ist ist viel zu viel Platz.
Verleser des Tages: Bauchlage statt Brauanlage
+Ich setz‘ noch einen drauf: Braunalge
Gerade als ich gestern abend im Begriff war, zu Bett zugehen, fängt der Rechner mit einem Update an. Nicht unterbrechbar. Anderthalb Stunden hat er rumge(t)rödelt.
+Schien dann erst alles glatt gelaufen zu sein. Bis auf ein paar lästige UAC-Nachfragen. Jetzt habe ich Probleme mit der Netzwerkbrücke meiner virtuellen Maschine.
++Nachdem ich Oracle #Virtualbox neu installiert habe, funktioniert’s wieder.
+Und mindestens ein wichtiger Shortcut im Startmenü fehlt. Ist, glaube ich, mit #OpenShell durcheinander gekommen.
Auf welche sonderbaren Ideen potentielle Kunden manchmal kommen! #Unpraktikabel #Sinnlos
Nicht jeder Maskenträger ist maskulin, geschweige denn ein Maskulist.
Dominosteine mit Vollmilchschokoladenüberzug – bäh! Viel zu süß.
Verhörer des Tages: Station statt Situation
Wenn mal gerade keine Nagelfeile parat ist, tut’s auch ein Stückchen Schleifpapier.
Ich bin Alleinerziehende //2458 Zweitausendvierhundertachtundfünfzig

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Cheffrust //2553

Bereits seit letzter Woche quälen sich meine Mitarbeiter (d.h. zunächst nur einer, inzwischen sind zwei weitere hinzugekommen) mit einem bestimmten Problem herum. Ohne ins Detail gehen zu wollen: es geht um Datenbankabfragen, die innerhalb eines Threads durchgeführt werden, und die dann aber unter bestimmten Bedingungen abgebrochen werden sollen.
Was sich so trivial anhört, erweist mal wieder, dass der Teufel häufig im Detail steckt. Entweder lässt sich der Thread nicht schließen, oder es entstehen Leaks oder es treten sonst seltsame Effekte auf.
Zu normalen Zeiten hätten wir uns zu einer Debug-Session zusammengesetzt – d.h. alle vor dem gleichen Computer und dann Schritt für Schritt durchsteppen, was da genau passiert. An geeigneten Stellen kleine Änderungen im Code gemacht, und geschaut, wie sich das auswirkt.
Aber aktuell .. tja, die meisten meiner Mitarbeiter machen Teleworking. Einige sind zwar im Büro (weil sie daheim keine Ruhe zum Arbeiten haben), aber wir haben es so organisiert, dass jeder der Anwesenden einen Raum für sich allein hat.

Wie kann man unter solchen Umständen noch vernünftig entwickeln? Zumal ich ständig das Damokles-Schwert über mir habe, dass unsere inkompetenten Regierungspolitiker doch noch auf die Idee kommen, mir die ganze Entwicklung zu schließen.
Und überall ist die Wirtschaft das Feindbild, das noch nicht genug im Lockdown geschröpft wurde.
Leute, ich möchte nicht wissen, wie viele zigtausend Existenzen in Gastronomie, Tourismus, Freizeit- und Unterhaltungsbranchen, usw. der Lockdown schon gekostet hat, und wie viele vormals gesunde Unternehmen inzwischen vor der (staatlich verschleppten) Insolvenz stehen, und mit ihnen Beschäftigte und Supplier vor dem Aus.
Die Staatsneuverschuldung ist auf Rekordniveau. Wer soll das jemals wieder bezahlen, wenn es keine leistungsfähige Wirtschaft mehr gibt.
Unser Wohlstand wurde einem sinnlosen Lockdown geopfert.

Ich hör‘ ja schon auf zu ranten, kann eh nichts ändern.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 46 Kommentare

Elternwonnen //2552

„Ist er nicht wonnig?“
Wir standen vor dem Bett, in dem Johannes ruhig und friedlich schlief.
Carsten hatte seinen Arm um meine Taille gelegt, und betrachtete ebenfalls sein zufrieden schlafendes Kind. „Ja, das ist er“, bestätigte er, „wir haben ihn prima hingekriegt.“

Er schlang seine Arme von hinten um mich, und küsste meinen Hals. Ich schmiegte mich enger an seinen Körper, wendete den Kopf nach hinten, und wir küssten uns.
Carsten raffte meinen Rock nach oben und schob mich gegen die Wand.
Ich versuchte, mit allen Kräften, ihn von mir weg zu drücken. Aber er hatte bereits seine Hose geöffnet und nach unten geschoben. Obwohl es in meinem Unterleib fast unerträglich pochend zog, versuchte ich, ihn abzuwehren.
In der Folge lag ich dann auf dem Boden und er über mir, wo mir ins Auge fiel, dass der Teppich wieder mal eine Reinigung nötig hätte.
Carsten hielt meine Hände auf den Boden gedrückt fest, während er hart in mich hineinstieß. Ich machte noch einige Male einen Versuch, mich zu befreien, gab aber schließlich auf, und genoss einfach, wozu man als Eltern viel zu selten ungestörte Muße hat.
Zum Glück hat Johannes einen tiefen Schlaf, aus dem ihn so schnell kein Geräusch reißt. So verschlief er auch die orgasmischen Schreie seiner Mutter.
Schließlich rollte Carsten von mir herunter und rappelte sich wieder auf. Er reichte mir die Hand, und zog mich vom Boden hoch. Wir richteten unsere Kleider wieder, und umarmten uns noch kurz, bevor wir getrennt wieder anderen Tätigkeiten nachgingen (den Teppichboden zu säubern gehörte nicht dazu).

Es ist so toll, dass wir eine so vernunftbasierte, kumpelhafte Beziehung zueinander haben, ohne romantische Erwartungen oder irgendwelche unlogischen Sentimentalitäten. Gemeinsam können wir unsere Lust ausleben, aber wir lassen einander noch genügend individuellen Raum, um eine mentale Unabhängigkeit zu behalten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 10 Kommentare

Suchanfragen mit dem Plus //2551

Nach dem Sternchen für die Antwort folgt im ASCII-Code das Pluszeichen.
Der Mai ist gekommen (wenn auch unter völliger Ignoranz der Klimaerwärmung) und entsprechend folgen am Monatsanfang wieder einmal Suchanfragen.

„cos phi in tan phi umrechnen“
tan(phi) = sqrt(1-cos^2(phi))/cos(phi) für 1. und 2. Quadranten, sonst negative Wurzel.

„gute besserung für deinen Vater“
Danke.

„breakpoint opal location“
Opale werden vor allem in Australien gefunden.

„fiona ist doof“
Hab ich nie so gesagt.

„idioten teste dich“
Der Testscore sollte nicht zu hoch sein.

„vorstellungsgespräch wegen krankheit verschieben“
Was muss, das muss – auch wenn es die Chancen der Einstellung reduziert.

„arbeitszeugnis ehrlicher mitarbeiter“
Würde ich als vermutlich positiv werten, solange nicht noch weitere Andeutungen zur Vorsicht raten.

„malen nach zahlen für kinder zum ausdrucken kostenlos“, „malen nach zahlen zum ausdrucken schwer“, „malen nach zahlen hochzeit“, „malen nach zahlen drucken“, „malen nach zahlen schwarz weiß“, „malen nach zahlen herbst“, „malen nach zahlen baum“
Da finden sich im Internet sicher genug Vorlagen, aber nicht hier.

„horny twitter“
Auf Twitter ist so ziemlich alles scheinbar möglich.

„herbstbeginn 2021“
Aquinoktium wird am 22. September 21:21 UTC+2 sein.

„klopapierrollen überzug“
Dafür könnte man was häkeln.

„grabesruh“
Ist zwischen Karfreitag und Ostern.

„in maßen“
Dürfte in der Schweiz leicht mit „in Massen“ zu verwechseln sein.

„umbaumaßnahmen corona“
Ich sag nix.

„griessklösschen süss“
Mir dünkt, das ist eine Schweizer Vorliebe. Vielleicht mit Alpenmilchschokli.

„manspreaden“
Wie misandrisch muss man drauf sein, um damit ein Problem zu haben?

„weckmehl selber machen“
Ich ertrage das Geräusch des Zerreibens nicht.

„auszüglich“
Exzerpierte anzügliche Texte mag ich ohne Abzüge.

„peter sendel ehefrau“
Kenn‘ ich nicht.

„teste dich bdsm“
Kein Interesse.

„kleine kartoffeln schälen“
Ist aufwendiger als bei großen.

„donnerbalken lied“
Wer hat gelogen?

„breakpoint and beyond“
Manchmal habe ich schon meine eigenen Grenzen gesprengt.

„aktenstecher“
Ist mir kein Begriff. Ich das vielleicht ein Bürogerät, mit dem man Papiere einlochen kann?

„vektorfeld konservativ“
Vektoranalysis ist cool!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Auf den (B)locksberg //2550

Wegen eines meiner – einige Wochen alten – Blogposts habe ich eine Nachricht über mein Kontaktformular bekommen. Ich wurde aufgefordert, am besten den ganzen Eintrag, zumindest aber gewisse Passagen und Kommentare zu löschen. Ansonsten droht man mir nicht nur rechtliche Schritte an.
Ich sehe das ganz gelassen. Ich habe nichts Verbotenes veröffentlicht, habe noch nicht einmal Namen genannt oder Links gesetzt. Im Gegenteil – ich hatte mich bemüht, den Text so zu verfassen, dass möglichst keine Rückschlüsse auf die betreffende Person möglich sind, und sogar einige Zeit abgewartet, bevor ich den Beitrag veröffentliche, um jeden Bezug zu vermeiden.
Ich lasse mich nicht einschüchtern. Meine Realdaten kennen sie nicht, und ich habe Vorkehrungen getroffen, dass sie auch nicht so einfach herausfindbar sind.
Hätte mich der Absender freundlich gebeten, und nachvollziehbar begründet, warum er die Löschung für notwendig hält, hätte ich ja sogar vielleicht mit mir reden lassen und die eine oder andere Stelle entschärft. Aber in diesem Ton nicht. Und wenn man mich weiter belästigt, so könnte ich mich veranlasst sehen, doch noch einiges zu verlinken und publik zu machen, was dann möglicherweise als Streisandeffekt auf sie zurückwirkt.

OT wünsche ich euch allen nichtsdestotrotz eine schöne Walpurgisnacht.
Los, auf den virtuellen Besen geschwungen, und die Ausgangssperren einfach wegmaskiert! Hex, hex!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

In der Theorie //2549

Ich habe vor, ein paar Einträge über (Klassische) Mechanik zu bloggen, bin mir aber (während ich dies hier schreibe) noch nicht ganz schlüssig, in welcher Form ich dies genau machen werde. Es geht mir um die Aufteilung, um die Schwerpunkte, die Einbindung in meine Blogkonzepte (z.B. ob das ganze unter „breakplaining“ laufen soll).
Dass ich hier im Wesentlichen ohne Formeln hantieren werde, ist klar, weil ich nur plain Text nutze und auf LaTeX verzichte. Manches ist auf diese Weise schwer bis gar nicht zu vermitteln. Meine Absicht ist auch nicht, hier eine umfassende, lückenlose und detaillierte Einführung zu geben, sondern einen recht knappen und hoffentlich auch für Laien nachvollziehbaren Einblick, wie Theoretische Physik so funktioniert. Soweit es halt in Textform möglich ist. Im Hinterkopf muss man immer haben, dass Theoretische Physik nun mal (angewandte) Mathematik ist.

Bevor ich mich jetzt aber ans Schreiben mache, möchte ich erst kurz noch um Rückmeldung bitten, ob ihr vielleicht Vorschläge habt, wie ich die Sache hier aufziehen soll.
Und wenn euch die Thematik überhaupt nicht interessiert, dann sagt das klipp und klar. Wenn niemand etwas davon lesen will, dann lass‘ ich’s eben von Vornherein bleiben. In diesem Fall kann ich aber voraussichtlich meine Bloghäufigkeit nicht halten. Dann bliebe mir nichts anderes übrig, als die Konsequenzen zu ziehen, und nur noch vielleicht alle drei Tage zu bloggen. Es fällt mir nämlich aktuell zunehmend schwer, noch ausreichend neue Blogthemen zu finden. Hierfür ein paar zusätzliche Posts gäben mir da wieder ein wenig Luft.

Entsprechend sollen es mehrere eher kurze Einträge werden, statt alles in einen einzigen oder wenige lange zu klatschen.
Mir schwebt im Moment so etwas vor wie Einzelposts jeweils über Newton-Mechanik, Lagrange-Formalismus und Hamilton-Formalismus, ich bin mir aber – wie gesagt – noch nicht ganz im Klaren. Eventuell könnte man das später erweitern mit Posts über Elektrodynamik, Grundlagen der Quantenphysik, Relativitätstheorie und einiges mehr. Aber dazu habe ich noch keinen konkreten Plan. Da würde ich erst mal die Mechanik abwarten, und wie die Einträge dazu aufgenommen werden.
Vielleicht wäre es auch sinnvoll, noch vorher – quasi als Vorbereitung – einen Text über Differentialgleichungen zu schreiben. Aber ohne Formeln wäre das sehr zäh. Was meint ihr?
[Wenn ich das so überdenke, ist es nicht nur sinnvoll, sondern sogar höchst zweckmäßig, erst einmal Differentialgleichungen zu breakplainen. Die Leistung der Physik ist, passende Differentialgleichungen aufzustellen, der Beitrag der Mathematik ist, diese zu lösen. Ohne zumindest den Begriff einer Differentialgleichung zu kennen, wären meine Anstrengungen vergeblich, die folgenden Sujets verständlich darzustellen.]

Ganz ehrlich – mir gehen die Themen aus. Solche speziellen Sachthemen allgemeinverständlich aufzubereiten wäre eine Herausforderung, die mich einerseits schon etwas reizt, in die ich aber andererseits auch nicht allzu viel Zeit investieren kann.
Oder anders ausgedrückt: je mehr glaubhafte Interessensbekundungen ich hier kriege, desto mehr würde ich mich bemühen, interessante, informative und anschauliche Beiträge darüber zu schreiben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 40 Kommentare

Muttitasking //2548

Meine Schwester sagte einmal sinngemäß, dass sie sich ein paar zusätzliche Arme habe wachsen lassen, seit sie Mutter ist. Das war zwar scherzhaft gemeint, aber es ist schon etwas dran.
Als Mutter lernt man es verstärkt, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.

Ziemlich schnell hatte ich den Bogen raus, mit einem Arm den gestillt werdenden Säugling zu halten, mit der anderen Hand die Eingabegeräte meines Rechners zu bedienen. Es bremste mich schon etwas aus, aber es ging, so dass ich vielen Tätigkeiten fast unverändert weiter nachgehen konnte. Die meiste Hirnprozessorzeit wird eh zum Nachdenken verbraten.
[Inzwischen ist das etwas schwieriger geworden, da genannter Säugling mittlerweile selbst gerne nach Tastatur und Mouse greift, und bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf patschen will.]

Die Betreuung eines Kindes erfordert einiges an zusätzlichem Aufwand und zumindest Bereitschaft rund um die Uhr. Die Inflation des Dreckwäscheberges ist dabei nur die Spitze des Eisberges.
Vieles ist Übung, es simultan zu tun. Manchmal singe ich beim Wickeln, manchmal überlege ich gleichzeitig andere Dinge, die damit nichts zu tun haben.
Ich kann inzwischen auf einem Arm das Baby tragen, während ich mit ihm herumtanze und beispielsweise gerade den Tisch zum Essen decke.

Man muss wirklich vieles zusätzlich im Kopf haben. Wann ist wieder eine U-ntersuchung fällig? Wann eine Impfung? Die Kleidung des Babys wird schon wieder zu klein. Wo kriegt man bei geschlossenen Geschäften Ersatz her? Die Fluorid-Tabletten gehen zur Neige. Verdammt, schon wieder ist meine Bluse reif für die Wäsche! Was ziehe ich dann morgen an, wenn ich einen Termin habe? Und zwischendurch fällt dann ein Rad vom Buggy ab. Vom ganzen normalen Alltagswahnsinn, der nichts mit dem Baby zu tun hat, gar nicht zu reden.
Der Zeitgeist hat dafür den Begriff „Mental Load“ geprägt. All die Kleinigkeiten, die man im Kopf haben muss, und ja nicht vergessen darf.
Zum Glück war ich schon früher immer gut organisiert. Nur spontane Änderungen meiner Planungen stellen für mich immer noch eine Herausforderung dar. Als Mutter gewinne ich jedoch Gelassenheit.

Eigentlich wollte ich hier noch einige Punkte mehr schreiben, hab es aber vergessen. Blame it on the Stilldemenz.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 26 Kommentare

Es zwitschert wieder //2547

Das waren meine Tweets zwischen dem 3. und 21. Oktober 2020.

Verleser des Tages: „Harald Lesch“ statt „Hannibal Lecter“
Es fehlen mir weder Reisen, Feiern, noch Veranstaltungen. Volksfeste oder Weihnachtsmärkte gleich gar nicht. Wenn diese verdammte #Maskenpflicht nicht wäre, dürfte das meinetwegen immer so bleiben.
+Aber es tut mir leid um Tourismus, Gastronomie, Messeveranstalter, Schausteller und andere betroffene Gewerbe. Der Steuerzahler wird sie nicht auf Dauer retten können.
Der Gebärung erster Teil //2457 Zweitausendvierhundertsiebenundfünfzig
Verschreiber des Tages: Muttithreading statt Multithreading
Stellt endlich die #Sommerzeit zurück!
Woher stammt eigentlich der Aberglaube, Babys würden sich in voller Windel unwohl fühlen?
Unterwegs einen Hasen und eine Katze auf einer Wiese beobachtet. Gegenseitige Skepsis, aber kein wirkliches Interesse.
Verleser des Tages: zyklisch statt zynisch
Chefchen hat Schluckauf, aber stört sich überhaupt nicht daran.
Der Radausflug //2456 Zweitausendvierhundertsechsundfünfzig
Wollen ist ungleich Können. #Ichwill nach Eignung entscheiden, wem ich eine Führungsposition anbiete – ohne Quoten, feministische Bevormundung oder staatliche Einmischung in meine unternehmerische Freiheit.
Wenn Perfektionismus und Pragmatismus einander in die Quere kommen .. #StoryOfMyLife
Verhörer des Tages: BH-Werbungsverbot statt Beherbergungsverbot
Umwege zur Lösung //2455 Zweitausendvierhundertfünfundfünfzig
Twitter ist heute wieder mal voll mit Leuten, denen es angeblich überhaupt nichts ausmacht, stundenlang eine #Maske zu tragen. Schön für euch. Aber ich empfinde nun mal Unbehagen und Beklemmung, wenn ich die Maske länger trage.
Verleser des Tages: erträgliches statt einträgliches [Geschäft]
2025. „Mama, stimmt es, dass früher die Leute ihre Nasen gezeigt haben?“ – „Ja, Kind. Das war damals ganz normal.“
Es ist absolut unerotisch, Sex mit einer Machtfrage zu verknüpfen.
Verschreiber des Tages: taub statt tabu
Erwünschte Belastung //2454 Zweitausendvierhundertvierundfünfzig
Zweck einer Sprache ist es, bestehende Sachverhalte eindeutig und unmissverständlich zu formulieren. Dazu muss es einen Konsens der Nutzer zur Bedeutung der einzelnen Sprachelemente geben. Bei natürlichen Sprachen ist dies nur begrenzt der Fall.
+Umso schlimmer, wenn ein Ministerium versucht, in gewachsene, anerkannte Sprachstrukturen einzugreifen, indem es Gesetzestexte verfasst, die nicht den üblichen Sprachgepflogenheiten entsprechen, und so Falschauslegungen provozieren.
Heute | ist | Tag | des | Zeilenumbruchs. | | #CRLF
Verleser des Tages: Rückenschmerzen statt Rückmeldungen
So dunkel wie es früh ist, wird es höchste Zeit, von Sommer- auf Normalzeit umzustellen.
Das kleine Pickelgesicht hat den Chef total vollgespuckt. Der fast neue Anzug ist ruiniert.
Verhörer des Tages: lästige statt lesbische [Probleme]
Apostatische Tücken //2453 Zweitausendvierhundertdreiundfünfzig
Hab Mann mit abgefülltem Kind zum Spazierengehen losgeschickt. Eine Stunde Muße und Zeit für mich allein.
Verleser des Tages: Fembus statt Fernbus
Das Formelnbasteln läuft aktuell schon etwas zäh.
Verschreiber des Tages: „Incel Tore“ statt „Intel Core“
Tweetreise nach Coronistan //2452 Zweitausendvierhundertzweiundfünfzig
In Anbetracht der heurigen #Nobelpreis|e in #Physik und #Chemie muss man sich wieder bewusst machen: #Frauenquoten und #Frauenbevorzugung schmälern die tatsächlichen Leistungen von Frauen und werten ihre beruflichen Erfolge ab.
Verleser des Tages: Backdoor statt Blackbox
Das war kein Bäuerchen. Das war ein ausgewachsener Bauer. #Eruktation
Verhörer des Tages: Datenbank statt Gartenbank
Work in Progress //2451 Zweitausendvierhunderteinundfünfzig
Verleser des Tages: Email statt Einmal
Ey, dieser doofe Wochenfluss nervt immer noch.
Verschreiber des Tages: Match statt Macht
Die abergläubische Rassistin //2450 Zweitausendvierhundertfünfzig
Verleser des Tages: [in] Großbritannien statt Großschreibung
Nie habe ich so viel geküsst wie in den letzten Tagen.
Verhörer des Tages: renoviertes statt renommiertes [Institut]
Was gegoogelt wurde //2449 Zweitausendvierhundertneunundvierzig
Wohlig aufgewacht zwischen einem großen warmen Körper und einem kleinen warmen Körper.
+Als ich bemerkte, dass der kleine Körper völlig durchgeweicht war, war die Nacht erst mal vorbei.
Welcher Tag wäre wohl besser geeignet, um eheliche Beziehungen wieder aufzunehmen, als der Tag der #Wiedervereinigung?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

Radiopassiv //2546

In unserer Küche hatten wir ein altes Radio, das ziemlich oft in Betrieb war.
Mein Vater wollte dort Nachrichten hören, bevorzugte dafür aber einen Radiosender eines anderen Bundeslandes, der sich recht gut bei uns empfangen ließ. Manchmal hörten wir auch Bayern 1, aber das gefiel mir gar nicht – Volksmusik und Schlager – bäh!
Gelegentlich besuchten wir eine Tante, bei der gute Musik lief – das müssen meistens so Songs aus den 60er oder 70er Jahren gewesen sein.
Mit zehn oder elf Jahren bekam ich zu Weihnachten einen eigenen Radiorecorder geschenkt. Ich hörte damit gerne Musik. Die Musikauswahl von Bayern 3 gefiel mir und das Programm ließ sich bei uns stabil empfangen.
Einige Jahre später begann ich, gelegentlich AFN zu hören. Am Sonntag Nachmittag kamen immer die American Top 40 (wo ich auch einige Stücke zu hören bekam, die in Deutschland gar nicht veröffentlicht waren).

Jahrzehntelang bin ich Bayern 3 treu geblieben. Inzwischen höre ich es aber nicht mehr über Funk, sondern streame es über Internet. Die Mischung aus Musik, Unterhaltung und aktuellen Nachrichten gefällt mir leider zunehmend weniger. Die Moderatoren sind für meinen Geschmack zu politisch korrekt und auf Linie, beginnen teilweise sogar zu gendern. Ich habe den Eindruck, dass viele Informationen selektiv und einseitig sind. Bis zu einem gewissen Punkt kann ich darüber hinwegsehen, aber die Neuigkeiten die speziell auf mein Bundesland zugeschnitten sind, sind mir halt doch wichtig, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Ich habe mal alternativ bei Antenne Bayern vorbeigehört, aber so richtig haben die mich auch nicht überzeugt, zumal es mir sehr schwer fällt, langjährige Gewohnheiten zu ändern.
Dann die Musikmischung .. ja, es gibt immer wieder einzelne Songs, die ich nicht leiden mag, aber im Grunde genommen gefällt mir die Musik schon, bloß werden praktisch gar keine älteren Stücke gespielt. Ich vermisse die Lieder meiner Kindheit und Jugend, oder sogar noch Oldies aus früheren Zeiten. Bei so vielen kenne ich den Text auswendig und kann direkt mitsingen.
Freilich könnte ich mir diese Musik auf Youtube anhören, aber ich will mich einerseits gar nicht selbst um die Musikauswahl aktiv kümmern müssen, wenn ich Musik nur als Geräuschkulisse hören will, zum anderen fehlt mir da die Informationsquelle, und schließlich nervt mich die Werbung dort schon ziemlich.
Radio ist für mich entspannende Hintergrundunterhaltung und in geringerem Maße Quelle für (insbesondere regionale) Nachrichten. Hörbücher, Hörspiele, Podcasts u. dgl. mochte ich noch nie. Auf die Nachrichten kann ich mich mal fünf Minuten lang konzentrieren, aber meine Aufmerksamkeit länger nur darauf zu richten, Information aus akustischen Signalen herauszufiltern, strengt mich schon schnell unangenehm an.

Carsten hört – wenn überhaupt – nur Bayern 5. Da gibt es überhaupt keine Musik. Als er kürzlich Empfangsprobleme hatte, verstellte er die Empfangsfrequenz und landete bei Bayern 1. Bayern 1 hatte ich negativ in Erinnerung, aber jetzt spielten sie gute Musik.
Daraufhin habe ich recherchiert. Tatsächlich kommen auf Bayern 3 praktisch nur noch Songs ab 2000. Die älteren Sachen sind mittlerweile auf Bayern 1, von wo die unsägliche Volksmusik und Schlager auf andere Sender ausgelagert wurden. Warum habe ich die Änderung des Musikangebots nur früher nicht mitgekriegt? Jetzt spielen sie auf Bayern 1 die wunderschönen Klassiker. Ich hatte gar nicht geahnt, wie sehr ich sie vermisst hatte – Songs, die ich seit Jahrzehnten nicht gehört hatte, aber die ich immer noch auswendig mitsingen kann.

Also werde ich jetzt öfter Bayern 1 hören. Das Blöde daran ist, dass man dort praktisch nie neue und aktuelle Hits hört. Ich bräuchte eine Kombination von beidem.
Bei Bayern 1 kann ich sogar einen Stream wählen, auf dem es mehr Informationen gibt, die sich speziell auf die hiesige Region beziehen, u.a. auch Wettermeldungen. Was in München ist, interessiert mich schließlich herzlich wenig.
Bis auf weiteres werde ich abwechseln. Einen Tag so, einen Tag so. Blöd, dass es kein kombiniertes Radioprogramm gibt mit einem ausgewogenen Mix aus alt und neu.
Oder ich switche immer dann, wenn ein Lied kommt, das mir nicht gefällt.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 28 Kommentare

Förderung einer Nachwuchsführungskraft //2545

In den letzten etlichen Monaten habe ich nur selten persönlich an Besprechungen teilgenommen. Intern haben wir es in einigen Fällen per Teams-Meeting durchgezogen. Besprechungen mit Geschäftspartnern hielt Carsten meistens alleine ab (ggf. verstärkt durch Herrn Kleiter). Ich war nur in wenigen Fällen dabei, habe jedoch jedesmal positives Feedback bekommen, weil ich Johannes dabei hatte. Die Geschäftspartner haben ja häufig ebenfalls (bereits ältere) Kinder, und sie fanden es toll, dass ich das Baby so unkompliziert dabei hatte. Sie bedauerten es teilweise, dass sie diese Möglichkeit nicht wahrgenommen hatten, damals als ihre Kinder kleiner waren.

Nun gab es eine Besprechung mit einem Dienstleister, der eine Art Beratung durchführen sollte, die insbesondere den technischen Bereich betraf, für den ich ja verantwortlich bin. Es gab gute Gründe, sie als Präsenzmeeting durchzuführen, und noch weiter aufschieben, als wir es eh schon getan hatten, wollten wir auch nicht mehr. Wir können solches Ausbremsen nicht noch länger zulassen.
Wir saßen mit großen Abständen verteilt in einem Seminarraum. Johannes saß, nachdem ich ihn gesäugt hatte, ruhig auf meinem Schoß und kaute auf einem Spielzeug herum. Der Dienstleister warf uns immer wieder misstrauische Blicke zu, begann aber, seine Präsentation darzulegen.

Einmal jammerte Johannes kurz auf. Er hatte nicht wirklich geweint, aber zeitweise hat er Probleme mit dem Zahnen. Das muss manchmal wirklich schlimm sein.
„Vielleicht gehen Sie besser mit dem Kind hinaus“, sprach der Dienstleister mich an.
„Wir bleiben“, erwiderte ich freundlich, aber bestimmt.
Er wandte sich an den Geschäftsführer: „Es wäre besser, wenn das Kind draußen wäre.“
Dieser antwortete ungerührt: „Sie haben Frau Dr. Nühm gehört. Er wird hier bleiben.“
„So kann ich nicht arbeiten!“, rief der Dienstleister.
„Dann gehen Sie,“ erwiderte der Geschäftsführer ruhig.
Nach kurzem Zögern machte er einen Rückzieher und redete schließlich doch weiter. Johannes blieb vorbildlich ruhig, außer dass er einmal sein Spielzeug runterfallen ließ.

Schließlich war mein Einsatz fällig. Ich musste nach vorne, um selbst bestimmte Topics vorzutragen. Ich übergab Johannes an den Chef, der ihn erst mit seinem Schlüsselbund, später mit seiner Uhr (wenn das Ding wegen Sabbel nicht mehr funktioniert, ist das sein eigenes Risiko) spielen ließ.
Ich zeichnete einige Graphiken ans Whiteboard, um bestimmte Zusammenhänge zu visualisieren.
Ach, es tut so gut, mal wieder im Minirock (wenn’s doch nur wärmer wäre!) von mehreren Männern angesehen zu werden. Das hat mir im letzten Jahr wirklich gefehlt! Meine Beine sind noch immer ein Hingucker. Ich ließ den Boardmarker fallen, um ihn wieder aufzuheben. Mein Hintern erst recht.

Nach einiger Zeit war Johannes auf Carsten’s Schoß eingeschlafen. Als dieser versuchte, jenen vorsichtig hinzulegen, war er aber sofort wieder wach. Also nahm ich ihn halt wieder auf den Schoß. An der Brust war er dann schnell wieder eingeschlafen. Der zweite Versuch, ihn hinzulegen, gelang dann erfolgreich.

Zu normalen Zeiten wären wir in ein Restaurant zum Essen gegangen. Aufgrund der covysterischen Beschränkungen ließen wir uns stattdessen Pizza liefern.

Der Rest der Besprechung verlief ohne weitere bloggeeignete Vorkommnisse, halt vertrauliche Firmenangelegenheiten mit Einzelheiten, die hier wirklich zu weit führen würden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 15 Kommentare

The Stalker //2544

Vor einiger Zeit bekam ich eine Mail von jemandem, den ich hier „Herr Lauer“ nennen werde.
Er schrieb mir, dass er eines meiner ältesten Produkte schon lange nutzen würde, stellte ein paar Fragen dazu, auch was ich als Weiterentwicklung plante.
Ich antwortete ihm entsprechend, und bekam weitere Rückfragen von ihm. Seine Mails waren ohne Signatur und er nutzte eine Freemail-Adresse, so dass ich selbst überhaupt nichts von seinen Hintergründen wusste – weder was genau er arbeitete noch wo er wohnte.
Ich beantwortete wieder seine Fragen, und so kam allmählich ein längerer Mailwechsel zugange, in dem er immer wieder irgendwelche Details wissen wollte, die ich aber nicht offenlegen wollte.
Fast von Anfang an hatte ich den Verdacht gehabt, dass es sich um einen Konkurrenten handeln könnte, der versuchte, mich auszuspähen und mir vertrauliche Informationen zu entlocken. Deshalb war ich stets vorsichtig gewesen, was ich ihm schrieb.
Irgendwann schrieb er, dass er mich bei einer Veranstaltung gesehen hätte, wo ich einen Vortrag gehalten hatte. Dies hätte ihn so sehr beeindruckt. Das kann sein, muss aber schon länger her sein. Trotz meiner Nachfragen gelang es mir aber nicht, herauszufinden, um welche Veranstaltung es sich gehandelt hatte. Aber OK – durch die vorgegeben Thematik kommen für diesen Zeitrahmen höchstens zwei oder drei Veranstaltungen in Frage.
Das Googeln seines Namens brachte mich nicht weiter. Bestimmt ist es nur ein Pseudonym.
Ich verzögerte meine Antworten auf seine Mails erst immer länger, antwortete schließlich gar nicht mehr, was ihn nicht davon abhielt, mir in immer kürzeren Abständen zu schreiben.
Ich hätte seine Mails ungelesen löschen sollen, aber in der Annahme, dass auch mal etwas wichtiges hätte dabei sein können, überflog ich sie denn doch.

Zu etwa dieser Zeit erwähnte Carsten, dass er zwei oder drei Anrufe auf seine Sprachbox von einem unbekannten Anrufer bekommen hätte, der aber gleich wieder aufgelegt hätte. In meinem Telefonprotokoll sind etliche abgewiesene Anrufe unbekannter Nummer. Normalerweise lasse ich Anrufe nämlich nur zu von bestimmten Personen, deren Telefonnummern ich extra freischalten muss.
Ob diese Anrufe tatsächlich von Herrn Lauer stammen, weiß ich nicht, aber der Verdacht liegt nahe.

Dann entdeckte ich in den Mails Hinweise, dass Herr Lauer mich erst kürzlich gesehen haben musste. Er schrieb z.B., welche Kleidung ich getragen hatte. Solche Vorkommnisse wiederholten sich, und allmählich wird es mir unheimlich.
Ich gehöre nun wirklich nicht zu den Menschen, die sich schnell ins Bockshorn jagen lassen, oder sich in einen Verfolgungswahn hineinsteigern, aber ich fange an, mich unterwegs immer wieder umzuschauen, ob ich nicht beobachtet oder verfolgt werde.
Wenn ich mir etwas davon versprechen würde, würde ich Herrn Lauer noch einmal schreiben, dass er aufhören soll, mir so nachzustellen. Aber ich glaube, es ist besser, wenn ich ihn einfach ignoriere und mir nichts anmerken lasse.

Bestimmt hat er meine Adresse von Impressum meiner Website oder der Signatur meiner geschäftliche Mails. Es ist unverantwortlich, dass der Gesetzgeber Selbständige zwingt, ihre (private) Adresse für jeden sichtbar zu veröffentlichen.
Wenigstens auf dem Blog habe ich das Recht, Anne Nühm zu bleiben, und das ist gut so.

Es ist mittlerweile eine ungenannt bleiben sollende Zeitspanne her, seit ich den obigen Text geschrieben habe. Ich wollte ihn damals nicht gleich veröffentlichen, sondern noch vorläufig abwarten, wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt.
Ich reagierte damals nicht mehr auf die Nachrichten von Herrn Lauer, und tatsächlich kamen danach nur noch wenige, bevor endgültig wieder Ruhe war.
Den Textentwurf hatte ich an anderer Stelle abgespeichert, so dass er mir aus den Augen, aus dem Sinn kam. Im Rahmen des dritten Wochenendes im Monat habe ich ihn jedoch wieder ausgegraben, und letztendlich doch noch verbloggt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 35 Kommentare

Genderazzi //2543

Der Webmaster hatte mir eine Mail weitergeleitet, in der kritisiert wurde, dass unsere Website nicht „geschlechtergerecht“ formuliert und gestaltet sei.
Ja, das weiß ich schon. Wir nutzen noch – aus Überzeugung – das generische Maskulinum, weil dies unabhängig vom Geschlecht alle meint. Noch gerechter geht nicht. Bisher hatte kein Kunde damit ein Problem. Wer sich davon nicht angesprochen fühlt, soll woanders glücklicher werden.
Ich habe nicht die geringste Absicht, da etwas zu ändern, und werde keine geschlechtertrennende und spaltende Sprache einführen. Falls der Druck (durch tatsächliche Kunden, nicht solche Aktivistixe und Weltverbessys) irgendwann zu groß würde (wovon ich nicht ausgehe, aber schließlich kann niemand in die Zukunft sehen), wird die Website halt nur noch in Englisch aufrufbar sein. Wir sind ein internationales Unternehmen. Da reicht das. [Und Deutsch ist ja eh irgendwie igitt und weiß und so.]

Irgendwelche Sternchen, Doppelpunkte, Underscores einzustreuen, habe ich keine Lust, zumal die Befürworter sich selbst nicht einigen können, welches Zeichen das richtige wäre. Wenigstens haben sie den Unicode noch nicht entdeckt. Nutzer von Screenreadernden werden ausgegrenzt, ebenso Menschen mit sprachlichen Problemen.
Doppelnennungen wie „Kundinnen und Kunden“ kann man ausnahmsweise mal machen, vielleicht am Anfang eines Textes, aber danach nervt diese unnötige und ineffiziente Schreibweise, und sie suggeriert, dass es zwei unterschiedliche Gruppen gäbe, die verschiedene Belange hätten. Dabei ist das Geschlecht in dieser Hinsicht völlig wurscht. Ich adressiere einheitlich, und nicht an zwei separate Empfängergruppen.

Am liebsten würde ich diese Mail einfach ignorieren, glaube aber, dass es diplomatischer und strategisch geschickter ist, eine freundliche Antwortmail zu schicken. Man weiß ja nie, welche Kreise so etwas zieht.
Also werde ich mich für den Hinweis bedanken. Dann irgendein Geschwurbel, dass sich selbstverständlich jede*r Besuchende auf unserer Website angesprochen fühlen soll. Schließlich eine unverbindliche Aussage, dass wir bei der nächsten Überarbeitung .. blablabla .. angemessen berücksichtigen werden. Oder so ähnlich.
Irgendwelche zweckdienlichen Vorschläge?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 54 Kommentare

Quasi modo geniti infantes (pars ii) //2542

Da ich den Text über meinen Besuch in der alten Heimat bereits unterbrochen hatte, will ich die Fortsetzung nicht noch ein weiteres Mal aufteilen, selbst wenn sie etwas länger wird.

Ich war erleichtert, als Sabine’s Anruf kam, um mir mitzuteilen, dass sie jetzt alle nach dem Kirchenbesuch wieder zurück sind.
Also verabschiedete ich mich von meinen Eltern, sagte ihnen aber zu, dass ich vor der Heimfahrt noch einmal kurz bei ihnen vorbeischauen würde. Alles völlig Corona-konform. Das Auto ließ ich dort stehen.

Es war eine der ersten Fahrten mit dem Buggy. Johannes mag nämlich nicht mehr im Kinderwagen liegen, sondern will sitzen und die Welt um sich herum beobachten. Es war etwas schwierig gewesen, das Geschenk für David zu verstauen, aber letztendlich schaffte ich es. Das Wickelzeug sowie Ersatzkleidung für Johannes hatte ich in einer Tasche, die ich leicht an einen der Griffe hängen konnte.
Man läuft etwa fünf Minuten vom Haus meiner Eltern zu dem meiner Schwester. Ich hatte noch nicht einmal die Hälfte des Weges geschafft, als mir David entgegengesprungen kam. Er hatte einen schwarzen Kommunionanzug an, und sah darin wirklich beeindruckend aus. Zwischen ihm und Johannes war es Sympathie auf den ersten Blick. Johannes ist aber auch leicht zu erheitern. David musste nur ein paar Grimassen schneiden oder lustige Handbewegungen machen, um Johannes ein glucksendes Lachen zu entlocken.
Ich ließ David den Buggy für den Rest des Weges schieben. Am Haus angekommen wurde ich von Sabine, Thorsten, Robin, Heidi und Kristina begrüßt. Wegen der Corona-Beschränkungen waren Johannes und ich gezwungenermaßen die einzigen Gäste. Noch nicht einmal die Großeltern des Kommunionkindes durften aufgrund der Panikdemie dabei sein. Aber die sieht er ja sowieso fast jeden Tag.

Heidi trug ein großes Pflaster auf einer Wange. Sie erzählte, dass sie dort eine kleine Verletzung gehabt hatte, die unter der Maske zu einer bakteriellen Infektion geworden war. Wundert mich nicht. Solche Masken-Dermatitiden kommen gar nicht so selten vor. Unter der Maske entwickelt sich ein fast so feucht-warmes Mikroklima wie unter einer Windel, was solche Infektionen begünstigt.
Robin ist inzwischen volljährig. Eigentlich hätte er längst seinen Führerschein machen wollen. Aber aufgrund der Schließung der Fahrschulen konnte er bislang nur einen Teil der Theorie machen. Auch wenn derzeit wieder praktischer Unterricht ist, stauen sich die Fahrschüler, so dass er bisher keine einzige Fahrstunde haben konnte. Sobald er den Führerschein hat, darf er dann mit dem Auto seines Großvaters fahren.

Thorsten hatte Kristina’s alten Hochstuhl vom Dachboden geholt, so dass Johannes darin thronend den Überblick bei den Mahlzeiten behalten konnte.
Nach dem Mittagessen (Grießklößchensuppe, Schweinerollbraten mit polnisch gebutterten Bandnudeln und Karöttchen, Caramelmousse mit Vanilleeis und Obstsalat) verzogen sich Robin und Heidi wieder auf ihre Zimmer. Kristina blieb zwar, aber sie sprach kaum ein Wort. Sie hat ein ganz anderes Naturell als David, ist sehr ruhig und scheu.
Immerhin hat Johannes jetzt fast alle seine Cousins und Cousinen kennengelernt. Nur Lukas fehlt noch. Und auch seine Halbschwestern samt Nachwuchs.
David wollte uns unbedingt seine neue elektrische Autorennbahn zeigen, die er geschenkt bekommen hatte. Also gingen wir mit in sein Zimmer. Den flitzenden Spielzeugautos zuzuschauen, das interessiert Johannes schon. David wollte ihm eines in die Hand geben, aber das verhinderte ich. Schließlich versabbelt er alles, was er in die Finger kriegt. Ich muss auch so schon genug aufpassen, dass er keine Kleinteile erwischt, die er verschlucken könnte.
Vor dem Kaffeetrinken waren Heidi und Robin beauftragt worden, den Großeltern ein paar Stück Kuchen vorbeizubringen, und von dort noch anderen Kuchen abzuholen (sie waren aber kontaktbeschränkungskonform nicht beide gleichzeitig im Haus). Es gab also eine große Auswahl an Kuchen. Sabine drängte mich, vom übriggebliebenen Kuchen einen Teil mit heim zu nehmen, damit auch Carsten noch etwas davon hätte.

David und Kristina wollten auf den Spielplatz gehen. Ich erklärte mich bereit, sie zu begleiten (ohne Aufsicht eines Erwachsenen dürfen sie wegen Corona-Vorschriften nicht drauf) und bei der Gelegenheit Johannes spazieren zu fahren. Die Kinder hielten sich zunächst eng in meiner Nähe, rannten aber, sobald der Spielplatz in Sichtweite war, schnell voraus.
Ein kurzes Stück später wurde ich von einer Frau angesprochen: „Ei, die Anne is ah widder ämol dähemm.“ Keine Ahnung, wer das war, aber offenbar wusste sie, wer ich bin. Um meine Irritation komplett zu machen, fügte sie hinzu: „Wem föhrsdn do sei Kind römm?“
Ob dieser Frage ziemlich perplex, erwiderte ich nicht gerade freundlich: „Das ist mein Kind.“
„Oh, da hab ich Sie wohl verwechselt“, sprach sie jetzt in halbem Hochdeutsch, „ich kenne sonst auch eine so große und schöne Dame, die sieht genauso aus wie Sie.“
Das bezweifle ich, nickte ihr aber gnädig zu, und schob den Buggy weiter, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen, und war auch schon am Spielplatz angelangt.
Die nächste halbe Stunde verbrachte ich hauptsächlich damit, Kristina auf der Schaukel anzuschubsen, während David vornehmlich auf der Rutschbahn und dem Klettergerüst herumtollte (wenigstens hatte Sabine darauf bestanden, dass er vorher seine Alltagskleidung anzog – seinem schönen Kommunionanzug hätte das sonst nicht gut getan).

Wir aßen zeitig zu Abend, weil ich angekündigt hatte, nicht allzu spät wieder für den Heimweg aufbrechen zu müssen.
David begleitete mich noch einmal auf dem Weg zum Auto, das ich vor meinem Elternhaus geparkt hatte. Er hatte seine Großeltern den ganzen Tag über noch nicht gesehen gehabt, und wollte noch ein wenig zu ihnen (außerdem konnte er dann gleich die Schachtel mit dem Kuchen tragen, der sonst beim Transport vielleicht zerdrückt worden wäre). Das gab mir einen zusätzlichen Grund, beim Abschied von meinen Eltern erst gar nicht ins Haus hinein zu gehen, da ja bereits David drinnen war. Außerdem hatte ich es inzwischen eilig, den Rückweg anzutreten, denn Johannes war wirklich müde und quengelig, weil er die ganze Zeit über nicht geschlafen hatte.

Es war ein anstrengender Tag gewesen. Ich bin es nicht gewohnt, so viel mit dem Auto zu fahren und den ganzen Tag mit anderen Menschen zu verbringen (selbst wenn es sich um enge Verwandte handelt). Johannes war erst recht unleidlich, und konnte nachts lange nicht einschlafen. Für so einen kleinen Buben war das einfach zu viel Input an nur einem Tag.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 61 Kommentare

Quasi modo geniti infantes (pars i) //2541

Hätte sich Carsten nicht am Auge verletzt, wäre es uns schwerer gefallen, dass er wegen Überschreitung der Coronamaßnahmen-bedingten maximalen Personenzahl nicht mit zur Erstkommunionfeier meines Neffen David hätte kommen dürfen. Aber so war es akzeptabler, dass er daheimbleiben, und ich alleine mit Johannes hinfahren würde.
Da ich gestern Abend nicht mehr dazugekommen bin, mit dem Schreiben dieses Eintrags zu beginnen, werde ich ihn jetzt früh bei knapper Zeit auch nicht vollständig schaffen. Aber ich fange wenigstens mal an, und unterbreche halt irgendwo.

Die Hinfahrt verlief ruhig, da Johannes bereits nach kurzer Strecke wieder eingeschlafen war. In der alten Heimat ist man vegetationsmäßig locker zwei bis drei Wochen später dran als in $NichtImSauerland. Ich hatte mit meinen Verwandten ausgemacht, dass ich zunächst zu meinen Eltern fahren würde, während David noch mit seiner Familie in der Kirche war. Sabine würde anrufen, sobald sie wieder zurück sind.
In meinem Elternhaus sind ja einige Umbaumaßnahmen nötig gewesen. Unter anderem ist auf der Treppe ein Lift eingebaut. Auch sonst .. andere Möbel, andere Einrichtung .. sieht es anders aus. Irgendwie ist es nicht mehr mein Zuhause. Ich fühle mich dort nicht mehr heimisch, wie zuvor noch bei meinen früheren Besuchen. Mein Elternhaus war in Gedanken immer meine Zuflucht gewesen, wenn alles andere schief gegangen wäre. Jetzt nicht mehr. Einer der wichtigsten Fixpunkte in meinem Leben ist weggefallen.
Meinen Eltern geht es .. nun ja .. soweit gut, wie es die Umstände eben zulassen.
Endlich konnte Johannes (der inzwischen wieder erwacht war) auch seinen Großvater kennenlernen.

Ja, ich weiß, der Text bis hierhin ist nur kurz, aber ich merke gerade, dass mich die Veränderungen doch ziemlich belasten. Ich splitte hier. Beim nächsten Teil geht es dann ausführlicher und heiterer weiter.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 34 Kommentare

Tweets im Umbruch //2540

Wie ihr wisst, wiederhole ich am zweiten Wochenende eines Monats im Blog frühere Tweets. Der betreffende Zeitraum reicht diesmal vom 13. September bis 2. Oktober 2020.
Hier sind sie:

Verleser des Tages: Corona statt Cookie [Regelung]
Erstes Landwochenende zu dritt.
Diskussionen mit unbelehrbaren Personen sind so zermürbend. Ich hab’s satt.
Verschreiber des Tages: Schaben statt Schwalben
+Oops – war ein Doppelverschreiber, sollte eigentlich „Schwaben“ sein.
Jetzt im Oktober noch die siebte (oder achte?) #Zecke2020 an der Innenseite rechtes Handgelenk. Und dazu noch ein besonders hartnäckiges Exemplar.
+Ist gerade da, wo mein Arm bei der Mouse-Bedienung auf der Schreibtischkante liegt. Das stört.
Einen eigenen Weg //2448 Zweitausendvierhundertachtundvierzig
Verdammt! Wo ist denn der bewährte Editor von @wordpressdotcom hin?
Man gewöhnt sich dran, einhändig zu schreiben, wenn der kleine Symbiont gerade an der Nahrungsquelle angedockt ist.
Verleser des Tages: Feynman statt Fehmarn
Für die Statistikfans die neueste Quartalsstatistik der Blogkommentare
Wie nennt man eigentlich Menschen, die keinerlei pflanzliche Nahrung zu sich nehmen?
Verhörer des Tages: „zwei und witzig“ statt zweiundvierzig
Das ungewollte Auto //2447 Zweitausendvierhundertsiebenundvierzig
Ich hätte noch so viele Lächeln zu verschenken gehabt, aber sie mussten unter der Maske verborgen bleiben.
Verleser des Tages: Transweibchen statt Tanzwettbewerb
Die Wirksamkeit eines Oralplugs ist schon erstaunlich.
Verschreiber des Tages: Hörern statt Hörnern
Der Baum der Erkenntnis //2446 Zweitausendvierhundertsechsundvierzig
Verleser des Tages: [Drei-Jahres-]Virus statt Visum
Tweets mit #Feminismus-Sonderbeilage //2445 Zweitausendvierhundertfünfundvierzig
Verhörer des Tages: Bonbon statt Bourbon
Verleser des Tages: [der Herbst mit seinen kalten] Nichten statt Nächten
Verschreiber des Tages: Shipping statt Shopping
In den Sho geshisen //2444 Zweitausendvierhundertvierundvierzig
Tag-und-Nacht-Gleiche jetzt 15:31 UTC+2 #Äquinoktium #Herbstbeginn
Verhörer des Tages: Masseur statt „ma soeur“
Verleser des Tages: Muskelregime statt Merkelregime
Verschreiber des Tages: lunch statt launch
Habe heute wieder mal so Heimweh nach dem Vulkan.
Verleser des Tages: Masken statt Macken
„Lasst hochgewachsene Nerds um mich sein, mit kratzig-kurzen Bärten, und die mir nachts gut beischlafen.“
Verhörer des Tages: [eine] feindselige statt feinsinnige [Frau]
breakplaining: Registry //2443 Zweitausendvierhundertdreiundvierzig
Verleser des Tages: horny statt honey
Dieses Konzept der (romantischen) Gefühle ist mir als #Aro so fremd, egal ob es sich um mono- oder polyamore Beziehungen handelt.
Verschreiber des Tages: fame statt frame
Im zweiten Anlauf //2442 Zweitausendvierhundertzweiundvierzig
Gleich der voraussichtlich vorläufig letzte firmenbezogene Termin.
Verleser des Tages: Gladiator statt Gastautor
Nur mal zur Info: Man kann auch mit dickem Bauch ansonsten schlank sein.
Sexismus im Kindergarten //2441 Zweitausendvierhunderteinundvierzig
So ein Bauch eignet sich übrigens vorzüglich als Demonstrationsobjekt zu Normalen auf einer Kugeloberfläche.
Unsere Versionsverwaltung hat’s zerschossen. Zwei MA versuchen gerade, sie wieder in Gang zu bringen. Notfalls muss das Backup vom Freitag wieder eingespielt werden.
Verhörer des Tages: Arkanen statt Arcaden
Wunderschönes Wetter. Da haben wir tatsächlich noch mal Outdoor-Sex geschafft. Das Balibett musste einiges aushalten.
Diese Schwarz-Weiß-Dichotomie ist so albern. Das ist wie #MalenNachZahlen mit nur 1 bit Farbauflösung.
Sechste oder siebte (?) #Zecke2020: am rechten Knie
Verleser des Tages: Herr statt Hier [Drücken]

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

Auge um Auge //2539

Carsten hat sich an einem Auge verletzt, als er unterwegs war. Ein Insekt, ein Steinchen oder sonst ein kleines Objekt muss ihm ins Auge geflogen sein. Er bekam es nicht gleich heraus, sondern rieb es wohl noch weiter hinein.
Jedenfalls muss er jetzt ein paar Tage lang eine Augenklappe tragen und mehrmals täglich Augentropfen hinein kriegen.
Dafür bin ich zuständig, denn ich kann das wirklich gut. Ich habe es gelernt, als meine Mutter in den Wechseljahren mehrmals eine Bindehautentzündung hatte, und ich ihr immer wieder eine Augensalbe verabreichen musste.

Das geht so:
Der Patient setzt sich ruhig und entspannt hin. Das betroffene Auge muss frei zugänglich sein. Eine eventuell vorhandene Brille, Augenklappe, Pflaster, .. ist zu entfernen.
Man stelle sicher, dass der Patient ein Taschentuch o.ä. in der Hand hat.
Das Fläschchen oder die Tube mit dem Arzneimittel wird geöffnet und wird mit einer Hand bereit gehalten. Der Patient wird angewiesen, nach oben zu schauen.
Mit Zeige- und Mittelfinger der einen Hand zieht man jetzt das untere Augenlied vorsichtig nach unten, so dass eine kleine Tasche entsteht. Mit der anderen Hand gibt man die empfohlene Menge der Tropfen oder Salbe dort hinein, und lässt danach sofort los.
Der Patient sollte jetzt mit seinem Taschentuch den eventuell herauslaufenden Überschuss wegwischen.
Falls indiziert, das Procedere am anderen Auge wiederholen.
Nach Abschlussaufgaben wie ggf. einen neuen Verband anlegen und Utensilien aufräumen, ist es ratsam, sich die Hände zu waschen.

Johannes will es irgendwie nicht einsehen, dass sein Vater die Augenklappe tragen muss, und versucht immer wieder, sie wegzuziehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 22 Kommentare

Auf der Suche nach dem Frühlingspunkt //2538

Sonne und Erde kreisen um ihren gemeinsamen Schwerpunkt. Die Bahnbewegung findet in einer Ebene, der Ekliptik statt. Die Drehachse der Erde ist gegen die Ekliptik geneigt und ist weitgehend (irgendwelche Feinheiten verkomplizieren die Betrachtung nur, und liefern zunächst keine zusätzlichen Erkenntnisse) raumfest.
Senkrecht zur Erdachse kann man sich den Himmelsäquator denken, der die Ebene des Erdäquators ins Unendliche fortsetzt.
Ekliptik und Himmelsäquator schneiden sich entlang einer Linie. Zweimal im Jahr passiert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn diese Linie – dann ist jeweils Tag-und-Nacht-Gleiche.
Der eine dieser Punkte nennt sich Frühlingspunkt. Er zeigt an, wann der astronomische Frühling beginnt.

Ostern ist ein beweglicher Feiertag. Das Datum wechselt in jedem Jahr. Und zwar fällt Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Die Reihenfolge ist also: erst Frühlingsbeginn, dann Vollmond, dann Sonntag. Im Extremfall kann das Osterdatum erst bis zu fünf Wochen nach dem Frühlingsbeginn stattfinden.
Dies ist natürlich kompliziert vorherzuberechnen, da die Dynamiken von Sonnenumlauf, Erddrehung und sogar Mondumlauf zu berücksichtigen sind, deren Dauern allesamt inkommensurabel sind (und aus anderen Gründen zudem noch schwanken).
Deshalb gab es früher den „Computus“, ein Verfahren zur näherungsweisen Berechnung des Osterdatums, das später durch die Gauß’sche Osterformel, die im Wesentlichen mit Moduli arbeitet, praktikabel dargestellt wurde (vom mathematischen Schwierigkeitsgrad her dürften die Berechnungen problemlos für Dritt- oder Viertklässler machbar sein).

Die kirchlichen Regularien sehen vor, dass die Osterberechnung mit dem 21. März als Frühlingspunkt beginnt. Jedoch hat sich in den letzten Jahren der Frühlingsbeginn auf den 20. März vorgeschoben (das wäre nicht geschehen, hätte man 2000 den Schalttag ausfallen lassen).
Dies hat zur Folge, dass es Abweichungen zwischen dem berechneten Osterdatum geben kann, und dem Datum, das man erhält, wenn man tatsächliche astronomische Gegebenheiten berücksichtigt. Zuletzt war dies 2019 der Fall, und wird wieder 2038 (also 19 Jahre später, was einem Meton-Zyklus entspricht) passieren.
2019 war nämlich Vollmond bereits am 21. März, der jedoch nicht in die Berechnung eingegangen ist, so dass Ostern erst vier Wochen später gefeiert wurde.
Es wundert mich im Nachhinein, dass man vor zwei Jahren so gar nichts von dieser Anomalie gehört oder gelesen hat. Eigentlich hätten die Medien damals voll von dieser seltenen Besonderheit sein sollen. Sogar ich habe es nicht mitgekriegt, und kann es mir nur dadurch erklären, dass Christen kein Interesse an astronomischen Konstellationen haben, während astronomisch Interessierten das Osterdatum gleichgültig ist.

Da die Erde nicht wirklich eine homogene Kugel ist, führt ihre Achse eine Präzessionsbewegung mit 25.8 Kilojahren („Platonisches Jahr“) Periodendauer aus. Es kommen außerdem noch weitere kleine Effekte durch die Kräfte von anderen Himmelsobjekten hinzu (sowie Verzerrungen des Jahreszyklus aufgrund die Exzentrizität der Erdbahn).
Durch die Präzession wandert der Frühlingspunkt langsam durch die Ekliptik. Während er früher im Sternbild Widder erschien, steht er nun in den Fischen, und wird um das Jahr 2600 in den Wassermann eintreten.

Ohne dass ihr lange danach suchen müsstet, habe ich im Bonus-Bereich noch ein nachträgliches Easteregg für euch. Viel Spaß!

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 22 Kommentare

Suchbegriffe bei Grabesruh //2537

Ihr habt es ja schon an meinem kleinen Aprilscherz gemerkt (oder hättet merken können), dass ein neuer Monat angefangen hat. Auch diesmal möchte ich wie üblich am Wochenende eine Auswahl der neuesten Suchanfragen auflisten.

„lost zeitabstand tasten“
Während der Totzeit kann das Messgerät kein neues Ereignis wahrnehmen.

„nachmittagstief“
Manche Leute halten dann ein Mittagsschläfchen. Ich konnte das noch nie.

„astrazeneca affenvirus“
Damit hab‘ ich nichts zu tun.

„wer wird millionär“
Auch wenn es anders suggeriert wird, sind das übrigens keine Live-Sendungen, sondern sie werden vorher aufgezeichnet.

„zehennagel teilt sich“
Das gibt es angeblich. Mehr kann ich nicht dazu sagen.

„penis wärmer“
Dafür habe ich eine .. Heiztasche mit 310 Kelvin.

„tunnelspiel“
Ein Spiel, bei dem man die Spielregeln auf bestimmte Weise brechen kann.

‚“sein gewicht auf mir“‚
Mag ich.

„voll gespritzt“
Immer noch besser als vollgespritzt.

„mr clocky“
Diesen Kosenamen hatte ich den nächtlichen Ziffern des Projektionsweckers verpasst.

„anne wünsche follower statistik“
Die Kommentare auf dieses Blog werte ich quartalsweise aus.

„wollknäuel wickler“
Ich beschäftige mich ja mehr mit Entwicklern.

„tagesschmetterling“
Tagfalter im Gegensatz zu Motten, die eher nachts unterwegs sind?

„latex cbt“
Für LaTeX gibt es im Internet viele (kostenlose) Quellen, die hilfreich zum Erlernen sind.

„wie öffnet man eine flasche frosch wc-reiniger“
Manche Verschlüsse sind schon übermäßig kompliziert.

„sexkaufverbot“
Dieser Branche sind als einer der ersten durch die Corona-Maßnahmen die Umsätze weggebrochen.

„mr cocky“
„Clocky“, er heißt „Clocky“.

„aspietests“
Online-Tests gibt es für sehr viele Gebiete, auch für das Asperger-Syndrom.

„missionarsstellung umgekehrt“
Umgekehrt bezüglich welcher Richtung?

„knappes oberteil mit maschen“
Das kann freilich auch mit Lockmuster sein .. äh, Lochmuster.

„2018-1970“
= 48

„sturm der liebe“
Auf Böen kann ich verzichten.

„missionarsstellungsbeauftragte“
Das war eine scherzhafte Äußerung auf Twitter.

„erste kerze“
Die brennt in etwa acht Monaten.

„präfieren“, „präferie“
Es hieß „Präferien“, und bezog sich auf die Zeit vor den Ferien. Hatte nichts mit präferieren oder Prärie oder sonst etwas zu tun.

„schaumwaffeln ostern“
Esse ich auch zu anderen Zeiten gerne.

„noghurt“
Kein (schmackhafter) Joghurt.

„what was the phrase“
Dazu kenne ich nicht den Kontext.

„ich beneide dich nicht“
Dito.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | 6 Kommentare

Paradigmenwechsel //2536

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schreibe ich diesen Beitrag.
Diese pandämlichen Zeiten sind schwer für uns alle. Für Unternehmer gibt es besondere Herausforderungen. Manche Entscheidungen sind zu treffen. Nicht immer ist abzusehen, welche Folgen sich daraus ergeben. Oftmals muss man sich zu etwas durchringen, was man zu anderen Zeiten niemals in Erwägung gezogen hätte.

Tja, ich merke, dass ich um den heißen Brei herumrede.
Also in aller Kürze und Direktheit: Wir werden Novosyx verkaufen.

So wie es seit über einem Jahr hier läuft, hat die Firma keine Zukunft mehr. Es liegt nicht an fehlenden Aufträgen, aber das ganze Drumherum ist inzwischen zur Belastung und nicht mehr tragbar geworden. Gerade im letzten Jahr war das Geschäftsleben nur noch ein Kampf – mit gebrochenen Lieferketten, ausgefallenen Mitarbeitern und immer neuen zusätzlichen gesetzlichen Pflichten und bürokratischen Hürden. Hierzulande weiß die Bevölkerung überhaupt nicht zu schätzen, dass sie ihren Wohlstand vor allem (mittelständischen) Wirtschaftsunternehmen wie dem unseren verdankt.

Schon öfters waren chinesische Investoren an uns herangetreten und hatten ihr Interesse an der Firma bekundet. Früher hatte Carsten bei solchen Angeboten immer abgewunken, aber mittlerweile ist er zermürbt und hat resigniert. Die Chinesen werden uns einen guten Preis zahlen, mehr als man in Zukunft noch erwarten könnte, wenn alles um uns herum bergab gegangen ist.
Die Abwicklung wird noch einige Zeit dauern, aber ist eingeleitet.

Carsten setzt sich halt ein paar Jahre früher zur Ruhe, als bisher geplant. Er wird seine Zeit genießen und Johannes mehr Aufmerksamkeit widmen können.
Ich programmiere ein wenig nach Lust und Laune, werde noch an einigen fachlichen Projekten arbeiten, und wesentlich mehr Zeit für meine wissenschaftlichen Forschungen übrig haben. Langweilen werde ich mich bestimmt nicht.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 50 Kommentare

Erwerb von Menschenkenntnis und deren exemplarische Bestätigung //2535

Als Nerd habe ich gewisse Defizite, was das richtige Einschätzen anderer Menschen angeht.
Aber durch Übung kann man einiges lernen und Erfahrung sammeln. Ich bin da inzwischen schon deutlich weiter, als ich es früher einmal war, und versuche aktiv, mich weiter zu verbessern.
Freilich besteht ein großer Unterschied zwischen Leuten, die man IRL trifft, und Personen, die man nur online kennt. Im persönlichen Kontakt sieht man Mimik, Gestik, Körpersprache, und per Telefon hört man immerhin die Stimme, und kann kleine Änderungen oder Verzögerungen wahrnehmen. OK – als Nerd hilft das auch nicht so sehr viel weiter.
Da ist es gut, dass die sozialen Medien umfangreiche Übungsmöglichkeiten bieten.
Gerade Twitter ist sehr geeignet, andere User (über längere Zeit) zu beobachten. Voraussetzung ist lediglich, dass sie einigermaßen häufig twittern. Da gibt es mehrere SUTs, die ich zumindest zeitweise beobachtet habe (ohne ihnen folgen zu müssen und ohne zwingende Interaktion), um so meine Menschenkenntnisse zu erweitern.

Ich habe da einige Kriterien gefunden, von denen ich versuchen werde, die wesentlichen zu beschreiben.
Personen, die übertrieben und überschwänglich auf Kleinigkeiten reagieren, waren mir schon immer suspekt. Da wird das Mittagessen oder ein paar neue Schuhe in den allerhöchsten Tönen und Elativen gelobt, gerne mit Herzchen und Unmengen anderer verspielter Emojis sowie animierter GIFs dekoriert. Aber wer sich so schnell begeistern lässt, verliert diese Begeisterung erfahrungsgemäß noch schneller.
Es ist ein ernsthafter Warnhinweis, wenn Personen immer wieder etwas ankündigen, ihre Zusagen aber dann wiederholt nicht einhalten. Klar kann jedem mal etwas dazwischen kommen. Das ist in Ordnung, solange es die Ausnahme bleibt, und mit angemessenem Bedauern kommuniziert wird. Aber wenn mehr Versprechen gebrochen als gehalten werden, dann sollte man von solchen Personen besser Abstand halten.
Auf Twitter ist sehr gut zu sehen, wie jemand mit anderen Personen umgeht. Beantwortet er Replies konstruktiv oder unsachlich? Blockt er alle Kritik und Widersprüche weg? Umgibt er sich nur mit Bewunderern und Ja-Sagern? Veröffentlicht er vertrauliche Nachrichten mit dem Ziel, den Absender vor seiner Fanbubble bloßzustellen? Nutzt er seine Reichweite (sofern vorhanden) zum Schaden anderer? Hetzt er seinen Mob auf Kritiker und wirft sie jenem zum Fraß vor?
Es sollte einem auch zu denken geben, wenn sich die Beschreibung sehr außergewöhnlicher Erlebnisse häuft. Seltene Ereignisse kommen zwar vor, aber eben nur selten. Wenn jemand fast täglich unplausibel anmutende, angeblich selbst erlebte Geschichten erzählt, ist eine gewisse Skepsis angebracht.
Twitter macht es durch die Zeichenbegrenzung schwierig, seine Position nuanciert und ausgewogen darzulegen, und ermuntert zugespitzte, plakative Darstellungen. Trotzdem ist es möglich, seine Meinung nicht holzschnittartig und als absolute Wahrheit pauschaliert kundzutun. Wenn bestimmte Personen dennoch Äußerungen anderer User sezieren, dabei jedes Wort auf die Goldwaage legen, ohne andere Deutungsmöglichkeiten im geringsten zuzugestehen, sollte man jenen gegenüber vorsichtig sein. Insbesondere wenn sie für sich selbst in Anspruch nehmen, den vollen Durchblick zu haben, und keinen Zweifel daran zulassen.
Leute, die wiederholt anders handeln, als sie es selbst immer wieder propagieren, oder sich ganz anders darstellen, als es ihrem wahren (narzistisch-neurotischen) Wesen entspricht, erkennt man nicht auf Anhieb, aber im Laufe der Zeit eben doch. Schon erstaunlich, wie manchmal das Selbstbild so überhaupt nichts mit der Außenwahrnehmung durch Dritte zu tun haben muss.

Bei einem bestimmten Beobachtungssubjekt, bei dem ich längere Zeit, wenn auch nur sporadisch las, kam dies alles zusammen.
Diese Person hatte innerhalb kürzester Zeit eine fünfstellige Anzahl von Followern erreicht. Ich fand sie anfangs noch interessant und cool, aber je mehr ich von ihr erfuhr, desto unsympathischer wurde sie mir.
Ich habe keinerlei persönlichen Bezug zu ihr. Im Grunde ist sie mir gleichgültig. Sie dient lediglich als Beobachtungssubjekt, dem ich weder positive noch negative Aufmerksamkeit verschaffen will, weshalb ich weder Namen noch bestimmte Einzelheiten nenne, noch verlinke, und diesen Text mit Zeitverzug veröffentliche (wenn die betreffende Angelegenheit bereits wieder abgeflaut ist), so dass keine Rückschlüsse auf ihre Identität möglich sein sollen.
Als Wissenschaftlerin versuche ich, empirische Erkenntnisse aus Beobachtungen zu ziehen, was mir in einigem Ausmaß durchaus gelingt. Gerade die Kommunikationsdynamiken mit anderen Twitter-Usern erwiesen sich dabei als äußerst lehrreich. Ich sehe das als Weiterbildung für meine sozialen Skills.

Diese betreffende Person gibt falsche Ratschläge, problematisiert Harmlosigkeiten, beharrt uneinsichtig auf ihrer Meinung, macht Zusagen, die sie nicht einhält. Sie projiziert und überträgt ihre persönlichen Erfahrungen völlig kontextlos auf alle anderen, so als würde jeder Mensch ganz genauso empfinden wie sie.
Sie hat so eine selbstherrliche Art, ist kompromisslos, unbelehrbar, bigott und manipulativ. Ihre Gefolgschaft bejubelte und feierte sie wegen jeder Kleinigkeit. Sie sonnte sich in der Bewunderung, wurde aber schnell pampig, wenn ihr etwas missfiel.
Sie blockte alle, die es wagten, sie zu kritisieren, weg, und behielt nur die Fans und Ja-Sager. Sie nutzte ihre Popularität, um finanziell zu profitieren, indem sie sich von ihren Followern ihren Lebensunterhalt bezahlen ließ (da muss einiges zusammengekommen sein, denn sie konnte sich einige größere Anschaffungen leisten).
Es wird mir immer unverständlich bleiben, wie es solche Personen schaffen, eine große Zahl Anhänger um sich zu scharren, obwohl sie denen keinerlei Substanz zu bieten haben, die über ihre Selbstinszenierung hinausgeht. Sonst benutze ich (im Gegensatz zu ihr) den Begriff „toxisch“ nicht, aber auf das Auftreten dieser Person passt er. Sie ist gefährlich, weil viele ihrer Anhänger völlig unhinterfragt ihre substanzlosen Behauptungen glauben, und wichtige Entscheidungen davon beeinflussen lassen oder gar abhängig machen. Es ist höchst bedenklich, dass so viele Leute auf ihre unfundierten und mehr als fragwürdigen Äußerungen hören.

Innerhalb relativ kurzer Zeit gab es kürzlich einige Vorfälle, in denen frühere Fans berichten, wie sie mit ihnen umgesprungen ist. Von mehreren Seiten kamen durchaus glaubwürdige Vorwürfe ihres teils massiven Fehlverhaltens, die auch von mehreren anderen Personen bestätigt wurden. [Und vor allem passen diese Anschuldigungen haargenau zu dem Eindruck, den ich schon lange vorher von ihr gewonnen hatte.] Das Blatt hat sich gewendet. Sie ist nicht mehr die erhabene Diva. Mehr und mehr Follower wenden sich angewidert von ihr ab. Andere halten noch unverdrossen zu ihr, und leisten ihr Zuspruch.
Ich bin nicht schadenfroh, aber zufrieden, dass sich meine Einschätzung von ihr letztendlich doch bestätigt hat. Ich will ihr nichts Schlechtes, aber es ist nur fair, wenn ihr jetzt die Gefolgschaft wegbricht. Insbesondere diejenigen, die ihr Geld zukommen ließen, werden dies hoffentlich künftig bleiben lassen. Auch wenn sie das als erwachsene Menschen bewusst und freiwillig getan haben, es verschmerzen konnten, und dafür selbst keine Entbehrungen auf sich nehmen mussten, ist bestimmt so ziemlich jede Verwendung des Geldes besser, als damit diese Person zu alimentieren. Vielen Menschen hat sie direkt oder indirekt Schaden zugefügt, wird aber selbst niemals ein eigenes Verschulden oder Fehlbarkeit eingestehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 39 Kommentare

Präferien mit Tweets //2534

Die Osterferien stehen bevor. Obwohl mich das nicht betrifft, und wir über die Feiertage auch nichts besonderes vorhaben (wenn die Hotels wieder aufhätten, hätten wir wohl geplant, in die alte Heimat zu fahren, aber so ..), möchte ich mir dennoch vorbehalten, im Blog einen Gang zurückzuschalten, bzw. unregelmäßiger zu bloggen.
Noch völlig regulär nach dem üblichen Schema folgen jetzt meine früheren Tweets aus dem Zeitraum zwischen dem 29. August und dem 13. September 2020.

Meine Verachtung gegenüber Personen, die anlasslos blocken, wächst.
+Bin gerade auch von einer bestimmten Person zusätzlich enttäuscht, der ich trotz aller Meinungsverschiedenheiten mehr Rückgrat zugetraut hätte.
Verschreiber des Tages: uneingeschreckt statt uneingeschränkt
Gezwitschertes //2440 Zweitausendvierhundertvierzig
Wenn man nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Whirlpool kommt, sollte man’s besser bleiben lassen.
Noch mal ein ruhiges Wochenende zu zweit im Landhaus. Vielleicht das letzte.
Verleser des Tages: Lehrstuhl statt Lehnstuhl
Minor Release noch rechtzeitig freigegeben.
Verhörer des Tages: Schweineminute statt Schweigeminute
Teddy am Stück //2439 Zweitausendvierhundertneununddreißig
Mein @Twitter #Analytics ist kaputt!
Verleser des Tages: Schnupfen statt Schrumpfen
Ich habe mich so an die hochdeutsche Sprache gewöhnt, dassich se nimmer gelöss gekoh.
Idee für eine Kurzgeschichte: Nach 2 Jahren #Maskenpflicht und #SocialDistancing werden sämtliche #Corona-Beschränkungen aufgehoben. Inzwischen ist aber das kollektive #Immunsystem verkümmert. Erkältungsviren verbreiten sich rasend schnell und wirken ungeahnt aggressiv ..
Verschreiber des Tages: Freud statt Freut [mich]
Besprechung offline //2438 Zweitausendvierhundertachtunddreißig
Beim abendlichen Spaziergang über Projektionsgeometrie diskutiert. #Sonne, #Wolken, #Schatten, #Mond, #Erdoberfläche, #Tangens, #Verzerrung, #Vergrößerung, ..
Irritierend langer Augenkontakt über die Maske hinweg. Hey! Meine Brüste sind hier unten!
Verleser des Tages: polarisiert statt popularisiert
Hemimyriadisches Seitenjubiläum //2437 Zweitausendvierhundertsiebenunddreißig
Vektor:Innen sind Tensor:Innen 1. Stufe. #GendernInMINT
Verhörer des Tages: Firmen statt Filmen
Suchimpressionen im Aufwind //2436 Zweitausendvierhundertsechsunddreißig
Wenn jemand von sich behauptet, „Aufklärungsarbeit“ oder „Bildungsarbeit“ zu leisten, ist doppelte Vorsicht geboten. Solche Leute versuchen, ihre eigene Ideologie zu verbreiten. Im besten Fall geht’s ihnen um’s Geld.
+Tatsächlich stellen sie die eigenen subjektiven Befindlichkeiten in den Mittelpunkt, ohne eindeutige, nachvollziehbare Kriterien zu nennen, und tragen dadurch zur gesellschaftlichen Verunsicherung und Entfremdung von Männern und Frauen bei.
+Das sind z.B. Accounts, die anderen Frauen femsplainen, dass sie andauernd diskriminiert, unterdrückt, missbraucht werden, auch wenn diese vorher völlig zufrieden waren.
+Übrigens teilweise die gleichen Personen, die sexuelle Verfügbarkeit signalisieren, aber wehe! ein Mann geht darauf ein, dann wird er in aller Öffentlichkeit bloßgestellt und niedergemacht.
Verleser des Tages: Hure statt Hare [Krishna]
„Kupfer*sie ist ein*e gute*r Leiter:In.“ #GendernInMINT
Verschreiber des Tages: Verschreier statt Verschreiber #Rekursion
Wollte mir neue Hausschuhe kaufen. Aber in meiner Größe #dieAntwort gab es nur so dunkle, langweilige Farben. Ich hätte so gerne ein richtig knalliges pink, oder wenigstens rot gehabt.
Math and the Country //2435 Zweitausendvierhundertfünfunddreißig
Verleser des Tages: Geburtstermin statt Gerichtstermin
Versehentlich eine Einmal-Maske in der Waschmaschine mitgewaschen. Ist zwar etwas zerknittert, aber sonst wieder wie neu.
Verhörer des Tages: [mit] Scham statt Charme
Sommerurlaubsblogpause.dump(2020); //2334 Zweitausendvierhundertvierunddreißig
Feministinnen, die anderen Frauen ihr Leben vorschreiben wollen, und die Männern ihre Männlichkeit zum Vorwurf machen, sind nicht cool, sondern bevormundend und menschenfeindlich.
+Wenn inzwischen die größten Probleme in #manspreading, #mansplaining und #hepeating bestehen, ist der moderne Feminismus nicht nur überflüssig, sondern dient alleine der Spaltung und Hetze.
Verleser des Tages: [natürliches] Patriarchat statt Potenzmittel
Außer Phase //2433 Zweitausendvierhundertdreiunddreißig
Hab großes Glas mit eingemachtem Obst zerdeppert. Muss ich das jetzt nach Biomüll, Altglas und Altmetall trennen? Oder darf ich alles zusammen im Restmüll entsorgen?
+Jetzt hab ich erst mal alles in einen alten Eimer. Ist gar nicht so einfach, wenn man jedesmal erst um den Bauch herumlangen muss, und Schwierigkeiten hat, sich dann wieder hochzuwuchten.
Hey! Mein angehefteter Tweet ist heute genau fünf Jahre alt!
Hab Mitarbeiter losgeschickt, um Kuchen zu besorgen. Hoffentlich kommt er nicht in den Regen.
Verschreiber des Tages: Schreierei statt Schreinerei
Aha-Erlebnis am Morgen: Skalar kommt von Skala.
Den ganzen Tag hat’s geregnet. Mir ist kalt. Ich geh jetzt mich wärmen lassen.
Die Zeit der Zweisamkeit nähert sich dem Ende. Wir sollten die letzte Zeit noch auskosten ..
Verleser des Tages: Masochismus statt Massachusetts
Tweets am 5. Sonntag //2432 Zweitausendvierhundertzweiunddreißig
Heute Abend wird jemand rumgewirbelt. #MammaMia

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Tiefschlag //2533

Habe gestern erfahren, dass wir mein Projekt Evalyze sofort zurückziehen müssen.
Voraussichtlich nicht auf Dauer, aber es müssen erst ein paar rechtliche Fragen geklärt werden (und das kann sich hinziehen!), bevor wir es wieder herausgeben können.

So sehr nach Heulen war mir schon lange nicht mehr.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | 18 Kommentare

Mehr Jour als fix //2532

Lange hatte es keinen IT-Jour-fixe als Präsenzbesprechung gegeben. Als Joachim, unser IT-Leiter, einen einberief, um u.a. Themen zu behandeln, die auch für mich besonders relevant sind, entschloss ich mich, daran teilzunehmen.
Wir nutzen derzeit vorzugsweise die Räumlichkeiten des Showrooms für solche Meetings. Dort ist gewährleistet, dass großer Abstand eingehalten werden kann, und sonst wird er für gewöhnlich aktuell leider eh fast nicht gebraucht.

Bei den Mitarbeitern herrschte eine ziemliche Verunsicherung wegen der neu bekannt gegebenen, völlig unausgegorenen Beschlüsse, die den kommenden Gründonnerstag zum Ruhe- oder Feiertag machen soll. Sie fragten mich gleich, als ich den Raum betrat, wie das nächste Woche gehandhabt würde.
Ich konnte nichts anderes tun, als zu erklären, dass ich zum aktuellen Zeitpunkt dazu leider nichts sagen kann, da ich auch nicht mehr wisse, und ich hoffe, dass die Fragen, ob Arbeit oder nicht, bezahlt oder nicht, möglichst bald unzweideutig geklärt werden würden.

Johannes hatte ich auf eine Decke neben mich gesetzt, wo er einiges Spielzeug zur Verfügung hatte. Er kann inzwischen stabil sitzen, macht aber noch keine Anstalten, aus eigener Kraft die Decke verlassen zu wollen.
Nach einiger Zeit hatte Johannes den Spaß am Spielzeug verloren. Er schaute in meine Richtung und hob die Arme, zum Zeichen, dass ich ihn hochnehmen solle.
Ich setzte ihn auf meinen Schoß und ließ ihn trinken. Das beschäftigte ihn aber nur kurz. Richtigen Hunger hatte er anscheinend nicht. Stattdessen war es viel interessanter, die ganzen Leute im Raum zu sehen und ihre Stimmen zu hören. Ich versuchte nochmals, ihn anzulegen, aber die Ablenkung war zu groß. Er wollte aufrecht sitzen und sich umsehen, und nicht halb liegend an meinen Arm gelehnt an der Brust saugen. Um seinen Unmut kundzutun, begann er an meinem Pulli zu ziehen und den Bund hochzuschieben, so dass meine Brüste kurzzeitig entblößt wurden. Da wir ganz hinten abseits saßen, kriegte das aber vermutlich sonst niemand mit. Und falls doch, ist es auch nicht schlimm.
Also setzte ich Johannes kurzerhand wieder auf den Boden auf die Decke und drückte ihm ein Spielzeug in die Hand. Aber da unten kriegte er nicht mit, was sonst so alles im Raum passierte. Er setzte an zu weinen. Ich nahm ihn wieder hoch, setzte ihn aber jetzt mit dem Rücken zu mir auf den Schoß, damit er alles im Blick haben, mir aber nicht an die Wäsche gehen konnte. Er war für’s erste zufrieden, aber viel zu munter und zappelig (nein, ich habe nicht mehr Kaffee getrunken als sonst).

Ich fürchte, ich habe nicht allzu viel von der Besprechung mitbekommen. Ich werde mir das Protokoll durchlesen, sobald es verfügbar ist, und ggf. wegen einzelner Punkte noch einmal nachfragen, falls zielführend.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

Vom Befolgen oder Brechen von Regeln //2531

Es gibt so viele Regeln, die man befolgen kann, oder auch nicht. Sinnvolle Regeln, aber auch alberne und schwachsinnige, deren Befolgung niemandem einen Vorteil bringt.

Grundsätzlich befolge ich Regeln gerne, die ich mir selbst gesetzt habe. Als Beispiel mag mein Blogschema gelten. Ich blogge an jedem geraden Tag. Am ersten Wochenende des Monats gibt es Suchanfragen, am zweiten und vierten Tweets, und am dritten Wochenende unvollendete oder zurückgestellte Entwürfe. So weit, so gut. Das hat für mich den Vorteil, dass ich gar nicht lange darüber nachdenken muss, wann ich jetzt was blogge. Diese Regeln geben mir einfach nachzuvollziehende, eindeutige Kriterien, an die ich mich leicht halten kann, ohne Zeit für Überlegungen, wie ich es sonst machen sollte, zu verschwenden. Und falls es mir zweckmäßig erscheint, kann ich jederzeit auch mal eine Ausnahme machen.
Das sind Richtlinien, die ähnliche oder sich wiederholende Entscheidungen übernehmen, aber begründete Abweichungen erlauben.

Regeln, die die Kommunikation mit anderen vereinfachen, sind ebenfalls zweckmäßig. So halte ich mich größtenteils an die aktuellen Rechtschreibregeln, weil sie sicherstellen sollen, dass jeder auch den anderen versteht. Ich befolge sie aber nicht sklavisch, sondern breche auch gelegentlich damit. Beispielsweise nutze ich gerne den Genitiv-Apostroph, obwohl er nicht der offiziell empfohlenen Schreibweise entspricht. Seine Benutzung erschwert aber die Verständlichkeit nicht, sondern bringt sogar eine zusätzliche Klarheit.

Ich bin mit der Regel aufgewachsen, dass es am Freitag kein Fleisch und keine Wurst zu essen gibt. Fisch dagegen schon. Meine Eltern halten sich immer noch daran.
Die Begründung für diese Regel lautete ungefähr: Wer jeden Tag Fleisch isst, kann einmal in der Woche auch darauf verzichten. Und wer nur selten Fleisch isst, braucht das nicht ausgerechnet am Freitag zu tun.
Also eine ziemlich sinnbefreite Logik, mit der man so ziemlich jeden Verzicht begründen könnte, und was auch nicht erklärt, warum ausgerechnet Fleisch und Wurst untersagt sind, während Fisch erlaubt ist. OK – der Freitag hat was mit Karfreitag zu tun, ist also nicht völlig willkürlich, aber insgesamt überhaupt nicht stichhaltig.
Ich hielt mich nur deshalb daran, weil ich Fisch und Käse gerne esse, so dass es für mich keine Einschränkung darstellte, Fleisch und Wurst wegzulassen.

Welchen Sinn und Zweck hat es, mehrere Minuten an der Fußgängerampel auf Grün zu warten, wenn weit und breit kein Fahrzeug zu sehen ist, und auch sonst niemand in der Nähe, auf den man als schlechtes Beispiel wirken könnte?
Solche Regelungen sind in Ordnung und richtig, wenn viel Verkehr herrscht, um die unterschiedlichen Wege der Verkehrsteilnehmer zu koordinieren, aber doch nicht, wenn man unterwegs ist, und sonst niemand da, der einem in die Quere kommen könnte.

Dann gibt es noch Tunnelspiele, bei denen zwar gewisse Regeln vorgegeben sind, man aber einen originellen und kreativen Weg finden kann, vom vorgegebenen Weg abzuweichen.

Es ist immer eine Abwägung zwischen Vorteilen und Nachteilen. Regeln, die eher als widersinnige Schikane erscheinen denn als wichtige und richtige Maßnahme, werden nur dann befolgt, wenn das Nichteinhalten sanktioniert oder bestraft wird.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 52 Kommentare

Nachholtweets am Lenzenstart //2530

Bevor ich mein Versprechen von letztem Wochenende einlöse, ist es mir eine Freude, darauf hinzuweisen, dass heute um 10:37 UTC+1 Uhr der Frühling beginnen wird. Äquinoktium! Hurra!
Es folgen (mit sechstägiger Verspätung) meine Tweets vom 7. bis 29. August 2020.

Und ganz plötzlich ist es so unangenehm kalt geworden. Ist der Sommer tatsächlich schon wieder vorüber, kaum dass ich mich daran gewöhnt hatte?
Verhörer des Tages: Sturmhöhen statt Sturmböen
Da hat sich mal wieder jemand über mich beschwert. Erfolglos.
Verleser des Tages: [emotionale] Erziehung statt Anziehung
Er: „Herr Z. lässt Grüße an meine ‚liebe Frau‘ ausrichten.“ – Ich: „Du hast eine ‚liebe Frau‘? Wer soll das denn sein?“ – Er: „Herr Z. kennt dich halt nicht, mein Wildkätzchen.“
+Übrigens hab ich einige Jahre lang im #Frauenland gewohnt. Hat mir nicht geschadet.
Sommerurlaubsblogpause.end(2020); //2431 Zweitausendvierhunderteinunddreißig
So. Bin dann erst mal offline.
Es ist traurig, wenn jemand die Qualität von Sex nur nach der Anzahl der eigenen Orgasmen beurteilt.
Verschreiber des Tages: Nemo statt Memo
Sommerurlaubsblogpause.start(2020); //2430 Zweitausendvierhundertdreißig
Die allermeisten Männer und Frauen kommen gut miteinander aus. Es sind nur einige wenige Feministinnen, die lauthals schreien, und versuchen, Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen und zu spalten.
Verleser des Tages: Forchheim statt Forschern
Das Leben ist #fraktal. Kleine Entscheidungsunterschiede können zu großen Ergebnisunterschieden führen. #Chaos #Schmetterlingseffekt
Habe mir jetzt angewöhnt, auf alle nichtssagenden DMs unbekannter Absender mit „nuqneH?“ zu antworten.
Verhörer des Tages: Entbindung statt Erblindung
Sexus arcanus //2429 Zweitausendvierhundertneunundzwanzig
Welchen Grund sollte ich haben, meine Komfortzone zu verlassen? Darin fühle ich mich wohl. Es hat lange genug gedauert, bis ich sie mir gemütlich und behaglich eingerichtet hatte.
Werden jetzt Jägerschnitzel und Hamburger ebenfalls umbenannt?
Verleser des Tages: Cosinus statt Couscous
Das zweite Wavelet ist schon wieder am Abklingen. #Corona #covid19
Dieser #aufrechteGang ist so beschwerlich. #Gravitation #Graviditaet
Verschreiber des Tages: Tittenfisch statt Tintenfisch
Der heiße Schwanz //2428 Zweitausendvierhundertachtundzwanzig
Verleser des Tages: Cunnilingus statt Cunningham
Er kann seinen Arm im Bett nicht mehr von hinten zwischen meine Brüste legen, weil der #BauchImWeg ist.
Die verschlungenen Wurzeln der Erkenntnis //2427 Zweitausendvierhundertsiebenundzwanzig
Sage mir, was du über Incels denkst, und ich sage dir, wie empathisch du bist.
Verhörer des Tages: Baumarkt statt Biomarkt
#NoMo-Befürworter sind ja so scheinheilig. „Wir wollen die Frauen nicht kriminalisieren“, sagen sie – und versuchen, ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen. #Aboli #SWERF #Sexkaufverbot #RotlichtAn #Prostitution
Verleser des Tages: #Penisneid statt #Perseids
Rückblick 1. Halbjahr 2020 //2426 Zweitausendvierhundertsechsundzwanzig
Wenn man eine Ungleichung mit einem negativen Wert multipliziert, dreht sich der Vergleichsoperator um.
Meine Hexeriche haben heute bereits wieder Bits durch den Datenraum geschubst.
Verschreiber des Tages: [du kriegst eine] Massage statt Message [von mir]
Ein Hund, der gleichzeitig knurrt und mit dem Schwanz wedelt. Jetzt bin ich verwirrt. Oder spricht der kätzisch?
Verleser des Tages: Autofahren statt Abgefahren
Abschiedsgrillen //2425 Zweitausendvierhundertfünfundzwanzig
Verhörer des Tages: Millionensalat statt Melonensalat
Hätte mir vor zehn Jahren oder so jemand gesagt, dass ich jetzt hier als Babycontainer sitze, hätte ich das für völlig abwegig und absurd gehalten.
+Und noch viel weniger geglaubt hätte ich, dass ich mich dabei so ausgesprochen wohl fühle.
Heute kommen Gäste. Der Chef grillt persönlich.
So sieht’s also aus, wenn eine Feministin einen misslungenen Verleumdungsversuch zurücknehmen muss.
Verleser des Tages: SchrödiGender statt Schrödinger
Wäre #shetoo nicht ein passender Hashtag, wenn Frauen sich unangemessene Vertraulichkeiten herausnehmen?
Tweets und Twittereien //2424 Zweitausendvierhundertvierundzwanzig
Das Wochenende steht bevor, und ich versuche gerade, mir einen Nerdwitz zu erzählen, den ich noch nicht kenne.
Versprecher des Tages: Bratwurst statt Bartwuchs
Ich sollte mir besser diese besonders heftigen Orgasmen in den nächsten Wochen abgewöhnen.
In jeder Nachbarschaft steckt ein Arsch.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Käfer in der Kiste //2529

Erst neulich hatte ich über ein Software-Problem gebloggt, und wie es mir letztendlich doch noch gelungen ist, es zu lösen.
An der auszuführenden Aufgabe waren mindestens fünf Software-Hersteller beteiligt:
Außer dem Hersteller des Betriebssystems und mir selbst, waren das noch die Hersteller des Compilers, des Internet-Frameworks und der für SSL genutzten Libraries.
[Das bezieht sich wohlgemerkt konkret nur auf die einzige Funktionalität des Herunterladens per SSL. Bei anderen Projekten können je nach Aufgaben und Umfang noch weit mehr Third-Party-Hersteller beteiligt sein. Noch komplizierter wird es, wenn bestimmte Systemkonfigurationen, bestimmte Hardwarekomponenten oder Netzzugriff Voraussetzung sind.]
Zwischen all diesen beteiligten Komponenten existieren Schnittstellen, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen. Hakt es irgendwo, selbst wenn es nur eine Kleinigkeit, vielleicht nur eine winzige Inkonsistenz oder Inkompatibilität in einer einzelnen Version ist, funktioniert die ganze Anwendung nicht.

Als Softwareanwender sollte man das bitte im Hinterkopf behalten, und dem Hersteller der Anwendung nicht sofort alle Schuld zuschieben, wenn sie mal nicht so funktioniert, wie sie soll.
Nach einem aussagekräftigen Fehlerreport wird sich der Hersteller dennoch des Problems annehmen, aber nicht unbedingt eine Lösung finden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 10 Kommentare

Die Sache mit der Pünktlichkeit //2528

Im Grunde genommen bin ich ein pünktlicher Mensch. Pünktlichkeit ist mir wichtig. Ich halte es für unerlässliche Höflichkeit, Vereinbarungen einzuhalten, und pünktlich zu Terminen zu erscheinen. So habe ich das früher auch immer selbst gehandhabt.
Allein – während ich dies, solange ich nur für mich selbst verantwortlich war, praktisch durchgehend umgesetzt habe, schaffe ich es als Mutter leider nicht immer.
Abgemessene Zeitpuffer reichen häufig nicht aus, weil vieles mit Kind einfach unplanbar ist.

Da will ich eigentlich bereits aufbrechen, bin noch gut in der Zeit, da bemerke ich, dass das Baby dringend noch einmal eine frische Windel braucht. Oder es hat sich so sehr vollgespuckt, dass ich es noch einmal umziehen muss. Oder es hat meine Kleider vollgespuckt, so dass ich selbst noch Kleider wechseln muss. Oder meine Brüste laufen aus, so dass ich auch da noch mal Zeit verliere.
Ein einzelnes solches Vorkommnis lässt sich meist noch mit dem Zeitpuffer auffangen, aber nicht mehrere, und ja – es kommt vor, dass die sich häufen.

Will ich aber auf Nummer sicher gehen, und plane von vornherein einen größeren Zeitpuffer ein, dann läuft alles glatt, so dass ich überschüssige Zeit habe, die ich nicht wirklich sinnvoll nutzen kann, und stattdessen warten muss.
Wie man’s auch macht, es kommt immer anders als gedacht.

Allmählich nervt mich das, da ich schon einige Male zu spät zu Terminen kam, oder haarscharf gerade noch, aber nur, weil ich mich abgehetzt habe.
Ich tue doch wirklich mein möglichstes, um vorgegebene Zeiten einzuhalten, aber ich schaffe es beim besten Willen nicht immer, kann meine Ansprüche an mich selbst nicht mehr erfüllen. Für mich ist es Stress, wenn ich meine Planungen nicht einhalten kann, ohne dass ich es beeinflussen könnte. Ich sollte da gelassener sein, aber dafür fehlt mir die Flexibilität.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | 23 Kommentare

Ein bisschen #SM zum #piTag //2527

Eigentlich wären jetzt am zweiten Wochenende des Monats frühere Tweets von mir dran. Aber außerdem ist heute auch pi-Tag, und der hat natürlich Vorrang (zumal ich heuer schon den e-Tag vergessen habe).
Es tut mir leid, wenn ihr euch so auf Tweets gefreut habt, und jetzt enttäuscht seid. Die Tweets hole ich am nächsten Wochenende nach, obwohl ich damit mein eigenes Blogschema durcheinander bringe, aber der pi-Tag hat nun mal Piorität.

Ursprünglich wollte ich die Pi-Mesonen als Aufhänger nehmen, um über Symmetrien, (spezielle) unitäre Gruppen und das Standardmodell zu breakplainen. Aber, ich glaube, ich kriege das nicht laienverständlich hin, insbesondere mit reinem Text, der auf Formeln und Graphiken verzichtet.
Als ich schon mal über Pionen geschrieben habe, standen sie als virtuelle Austauschteilchen der Kernkraft im Vordergrund. Diesmal wollte ich mich auf die starke Kraft fokussieren, bei der Quarks miteinander wechselwirken, indem sie Gluonen mit Farbladungen austauschen – beschrieben in der Quantenchromodynamik.
Als ich irgendwann in meiner Jugend zuerst davon gelesen habe, war ich fasziniert. Aber ich schaffe es leider nicht mehr, meine damals neuen Erkenntnisse zu reproduzieren.

Es ging wohl darum, dass bei (älteren) Beschleunigerexperimenten immer wieder neue Teilchen aufgetaucht waren, darunter Mesonen und Baryonen. Beim Versuch eine gewisse Systematik hineinzukriegen, gelang es Forschern wie Murray Gell-Mann mehrere Quantenzahlen wie die Ladung so aufzutragen, dass symmetrische, polygonische Formen mit den jeweiligen Teilchen an den Vertices entstanden – der sogenannte „Achtfache Weg“. Diese Formen konnten auf ein Dreieck mit den drei leichtesten Quarks an den Ecken zurückgeführt werden.
Baryonen bestehen aus einer Kombination von drei Quarks. Bei den uns vertrauten Nukleonen Proton und Neutron sind es nur Up- und Down-Quarks. Bei den anderen damals entdeckten Baryonen war noch das Strange-Quark beteiligt.
Mesonen bestehen aus einem Paar aus Quark und Antiquark. Pionen, die es mit drei verschiedenen elektrischen Ladungen gibt, beschränken sich auf (Anti-)Up und (Anti-)Down, also ohne Strangeness.
Es bringt nichts, hier noch weiter ins Detail zu gehen. Interessierte Leser seien auf die große Menge frei zugänglicher Internetquellen verwiesen.

Kleiner Themenwechsel zur Feier des Tages:
Ich habe gelegentlich schon mein privates Forschungsprojekt erwähnt, aber noch keine Einzelheiten dazu geschrieben (das werde ich auch nicht). Wenn ich demnächst mal wieder das Topic im Blog aufgreifen werde, möchte ich aber unter einem festen Begriff darauf referenzieren. Sonst müsste ich immer zu abstrakt außenrum formulieren, was auf die Dauer umständlich und anstrengend ist.
Zukünftig werde ich dieses Thema also Quantentransientenregression (QTR) nennen. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies nur ein erfundenes, (irreführendes) Pseudonym ist, und mit meiner wahren Forschungstätigkeit nichts zu tun hat. Meines Wissens gibt es so etwas wie QTR noch nicht, und der Begriff ergibt keinen Sinn, der sich mir unmittelbar erschließen würde.

PS: Zum Mittagessen gibt es heute Piperoni-Pizza und als Nachtisch Pinienapfel-Quark-Auflauf mit Pistazienkrokant.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare