Hips don’t lie //1478

Ich war abends dabei, einige gebrauchte Gläser und Teller vom Wohnzimmer in die Küche zu tragen (meist räumen wir im Haus zumindest das gröbste auf, und überlassen das nicht alles der Haushälterin).
Carsten war neben der Tür am Kaminofen beschäftigt. Als er sah, dass ich die Hände voll hatte, unterbrach er seine Tätigkeit, und sagte: „Warte, ich mach‘ die Tür auf und zu.“
Zwar hätte ich das auch irgendwie mit den kleinen Fingern oder so geschafft, aber so erschien es mir einfacher.
Er machte also die Tür ein Stück auf. Entweder hatte ich es zu eilig, oder er hatte die Tür zu wenig geöffnet, jedenfalls kollidierte ich voll mit der Türklinke an der Außenseite der Tür mit meiner Hüfte, als ich durchlief.
Aua! Müssen Türklinken auch immer gerade auf Hüfthöhe sein! Das gibt wieder einen dicken blauen Fleck!
Ich brauche nun mal transversal mehr Platz als meiner Breite entspricht, weil ich diesen Hüftschwung beim Gehen habe.

Als ich in meiner Jugend zusammen mit meiner Familie im größten uns bekannten Supermarkt in der Kreisstadt einkaufen ging, geschah mir einmal ein Missgeschick.
In einem der Gänge waren weitere Verkaufstische aufgestellt, so dass der Zwischenplatz zu anderen Regalen sehr schmal war. Ich wollte hindurchgehen, und blieb dabei mit der Hüfte an einer Spirituosenflasche aus Glas hängen, die dadurch den Halt verlor, auf den Boden klatschte, und in ungezählte Scherben zerbarst. Dazwischen die Pfütze.
Schnell war eine Verkäuferin da, die die Bescherung wieder in Ordnung brachte. Mein Vater bezahlte den Schaden (obwohl ich mich im Rückblick schon frage, ob dies tatsächlich so üblich war – schließlich war ursächlich, dass der Gang so eng verstellt war – etwas mehr Kulanz wäre kundenfreundlicher gewesen).

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Verblödet unsere Gesellschaft? //1477

Auf der Suche nach einer interessanten Blogparade bin ich diese Woche nicht so recht fündig geworden. Die meisten Themen sprechen mich schlicht nicht an. Wenn es um Urlaubsreisen, Kochrezepte oder Wohnungseinrichtung geht, gibt es dafür sicher eine Zielgruppe. Aber ich gehöre nicht dazu.
Die wenige Themen, die mich hätten reizen können, habe ich bereits umgesetzt, und so toll, dass ich sie neu aufgreifen möchte, sind sie nun auch nicht.

Allerdings bin ich beim Umschauen auf ein paar Seiten gestoßen, bei denen ich nur noch den Kopf schütteln kann. Da geht es um „spirituelle Tiertelepathie und Homöopathie“ oder „Quantenheilung“ und mehr solchen Dummenfang.
Ich bin ja inzwischen an einiges gewöhnt, was mentale Beschränktheit betrifft, aber trotzdem stellt sich mir hier die Frage: Wie kann man nur so doof sein, an so etwas zu glauben, und dafür auch noch Geld auszugeben?

Mundus vult decipi. Ergo decipiatur.
Beati pauperes spiritu.

Sind das die post-faktischen Zeiten, in denen populistische Politiker noch stolz darauf sind, kein Abitur geschafft zu haben, und gerade deshalb von bildungsfernen Wählern umso mehr Zuspruch erhalten?
Wie weit kann unsere Gesellschaft intellektuell noch absinken, ohne völlig zusammenzucrashen?

Ich muss auch zugeben, dass ich auf den Begriff „sozial“ zunehmend gereizt reagiere. Diejenigen, die vehement „soziale Gerechtigkeit“ fordern, sind nämlich dieselben, die nur immer die Hand aufhalten, und völlig ausblenden (oder einfach nicht kapieren), dass die Kosten dafür ja auch erst mal finanziert und erwirtschaftet werden müssen. (Das sind übrigens ziemlich die gleichen selbstgerechten, moralisierenden Leute, die lauthals nach Toleranz schreien, aber selbst sehr intolerant und rabiat werden, wenn man ihnen nicht in jedem einzelnen Punkt zustimmt.)
IMHO hat es mit „Gerechtigkeit“ nichts zu tun, wenn Schnorrer und Faulenzer die Leistungsbereiten ausnutzen, anstatt zumindest guten Willen zu zeigen, ebenfalls zur Solidargemeinschaft beizutragen. Sich (im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten) ein wenig anzustrengen, kann man, denke ich, so ziemlich von jedem verlangen.
Aber für diese scheinheiligen Realitätsverleugner kommt der Strom ja aus der Steckdose, und das Wasser aus dem Wasserhahn. Also kann man die fleißigen und produktiven Steuerzahler ja ausmelken, und ihr hart erarbeitetes Geld verschleudern und verprassen.

Ich habe vor ein paar Jahren mal einen Aprilscherz gemacht, dass wir aufgrund der leistungsfeindlichen Gesetzgebung hier ins Ausland auswandern. Wenn es hierzulande so weitergeht, könnte das irgendwann ernst werden.

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Unausweichliche Weichen //1476

Ob es sich um einen Zufall handelte, oder mit Vorbedacht so gelegt, weiß ich nicht. Jedenfalls fand Carsten’s und meine Folgebesprechung gestern an einem in zweifacher Hinsicht denkwürdigem Tag statt, worauf ich allerdings keine Rücksicht nahm.

Auf Dauer hätte ich wohl keine andere Wahl gehabt, hätte nur die Umsetzung verzögern können. Also willigte ich ein, Teilhaberin von Novosyx zu werden, und nach und nach die Geschäftsführung zunächst mit-, später dann ganz zu übernehmen.
Die ganzen juristischen Details stehen noch nicht fest. Es würde wohl auch zu weit führen, sie hier im Einzelnen auszubreiten. Wir werden in dieser Hinsicht erfahrene Anwälte hinzuziehen müssen. Aber über das Grobgerüst sind wir uns zumindest einig geworden.

Ich werde einen Großteil meiner Ersparnisse (aber nicht alles, eine Sicherheitsreserve behalte ich) als Einlage einbringen. Dazu kommt eine großzügige Schenkung von Carsten, die den Freibetrag für Schenkungen zwischen Eheleuten ausschöpft. Damit fühle ich mich zwar nicht so richtig wohl, aber Carsten argumentiert (wie sonst meine Eltern), dass ich das ja eh mal erbe. Und dass es steuerlich günstiger ist, einen Teil vorzuziehen.
Also ist das wohl OK. Es erhöht aber auf mich den Druck, so zu agieren, dass er es nicht bereut, und ich ihn nicht enttäusche, wenn ich mich schon sonst nicht angemessen revanchieren kann.

Außerdem werden wir eine – recht komplizierte – Regelung in den Vertrag mitaufnehmen, die es regelt, inwieweit die Gewinne zwischen uns aufgeteilt werden. Dabei gehen einerseits die Firmenanteile, andererseits die geleistete Arbeit ein.
Wenn nicht die ganzen Steuer- und sonstigen Gesetze wären, könnten wir auf diese spezielle vertragliche Klausel verzichten, denn im Grunde haben wir ohnehin eine gemeinsame Kasse.

Nur für den Fall, dass wir uns irgendwann einmal zerstreiten oder uns trennen, bestehe ich darauf, hartkodiert in den Vertrag aufzunehmen, wie wir das am einfachsten wieder sauber auseinanderdividieren. Nicht weil ich dies für nötig halte, sondern weil es naiv wäre, es nicht zu tun.

Carsten hat mir zugesagt, dass wir es ganz langsam angehen werden, und sich für mich erst einmal nichts wesentlich ändert. Ich soll mich halt einarbeiten, lernen, und öfters bei Verhandlungsgesprächen mit Geschäftspartnern dabei sein.
Er dagegen hat noch einige Expansions- und Verbesserungspläne, die er in den nächsten fünf Jahren noch umsetzen will. Einiges davon könnte schon bald konkret werden.
Vorläufig werde ich noch keine größeren Entscheidungen alleine treffen. Vertreten hatte ich Carsten schon einige Male, wenn er auf Geschäftsreise war. Da wir unseren Urlaub aber gemeinsam verbringen wollen, können wir uns gerade dann nicht gegenseitig vertreten, sondern müssen dies anders arrangieren.

Nachdem wir uns soweit einig waren, hatten wir uns ein opulentes gemeinsames Mittagessen redlich verdient (für das wir ja ohnehin auch noch anderen Anlass hatten). Und abends bekräftigten wir unsere Vereinbarung noch einmal auf eindringlichere Weise.

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Tweets zur Überbrückung //1475

Während ihr euch mit meinen Tweets vom 2. bis 19. Juni 2016 amüsieren dürft, sieht meine Agenda heute anders aus, und wird vermutlich morgen für aktuellen Blogstoff sorgen.

Die allermeisten Frauen kommen gut mit Männern aus. Nur Feministinnen nicht.
Verleser des Tages: platonisch statt prähistorisch
Was heißt hier „Arbeit an der Bikinifigur“? Für meinen Mann ist das Vergnügen.
Verleser des Tages: „Kleiner Penis“ statt „Kleiner Perkins“
Gelöffelt Zwölfhundertsiebenundachtzig
Verleser des Tages: Breitbart statt Betriebsrat
Uniform Resource Locator Zwölfhundertsechsundachtzig
Muss das Wetter so mies sein, während dieses Fußballzeugs stattfindet?
$IrgendeinMissgeschick -> „Böses Patriarchat!“ #ImLebenPassiert
Verleser des Tages: Merkel statt Mehrheit
Gezwitschert Zwölfhundertfünfundachtzig
#Feminism is not _for_ women. It’s only for feminists.
Verhörer des Tages: Schweinerei statt Schreinerei
Hall-O-bad Zwölfhundertvierundachtzig
Verleser des Tages: Experte statt Exporte
The Honeymoon Proxy Zwölfhundertdreiundachtzig
Immerhin ist mein Magen jetzt gefüllt.
Weil ich statt Mittagessen nur einen kleinen Imbiss hatte, blieb mir gar nichts anderes übrig, als beim IT-Jour-fixe zwei Bananen zu essen.
Wenn es schon regnen muss .. Hallelujah!
Wenn es nicht gleich zu regnen aufhört, lass ich heute meine Mittagspause ausfallen.
Verschreiber des Tages: user statt unser
Aus zwei Unterwegsgeschichten eine gemacht Zwölfhundertzweiundachtzig
Verleser des Tages: sympatisch statt systematisch
Verleser des Tages: vergewaltigen statt vergegenwärtigen
Wie kann man nur das zarte Aroma von Pistazieneis mit Karamellsauce versauen!
Abkürzungen von A bis M Zwölfhunderteinundachtzig
Verleser des Tages: Chemie statt Chrome
Kampf dem Schmutz beim Frühjahrsputz! Bääääh!
Success! Zwölfhundertachtzig
Mir ist gerade schwindlig gewesen. Ich brauche wohl mal wieder Eisen-Tabletten.
Verschreiber des Tages: Tatschlag statt Ratschlag
Currently it seems as if pingbacks don’t work
Who put the men in menstruation?
The Bikini Zone Compression Zwölfhundertneunundsiebzig
Phallokratie hört sich doch viel erotischer an als Patriarchat.
Verleser des Tages: Meditation statt Medikation
Drehstuhl im Home Office irreparabel kaputt. Brauche wohl einen neuen.
Listig Zwölfhundertachtundsiebzig
Verleser des Tages: speaker statt sneaker
Über 20000 Kommentare auf meinem Blog
Die Kehrseite der Annenühmität (Teil 2) Zwölfhundertsiebenundsiebzig
Auf Femipower kann ich verzichten.
Verleser des Tages: Bevölkerung statt Bewölkung
Was im Wald geschah Zwölfhundertsechsundsiebzig
Verleser des Tages: Lustschlampe statt Luftschlange
Verleser des Tages: penis statt penalties
Unsigned words Zwölfhundertfünfundsiebzig
Verleser des Tages: Hasstag statt Hashtag
Die Kehrseite der Annenühmität (Teil 1) Zwölfhundertvierundsiebzig
XML Encoding * #Fluchstern
Verleser des Tages: Mainplanning statt Mansplaining
Hmm .. echte Eichettis!
Gesucht und gefunden Zwölfhundertdreiundsiebzig

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Schmerz lass‘ nach //1474

Bereits seit dem Vormittag hatte ich Kopfschmerzen gehabt. Das passiert mir zwar nur selten, aber hin und wieder eben doch.
Anfangs war es noch erträglich. Ein Druck um den ganzen Kopf herum, und es schien, als ob optische und akustische Signale von meinem Gehirn nur zeitverzögert verarbeitet würden, meine ganze Wahrnehmung irgendwie durch Watte.
Am Nachmittag verschlimmerten sich die Schmerzen dann, so dass ich beschloss, früher heim zu gehen und mich etwas hinzulegen.
Wenn es mir nicht wirklich schlecht geht, kann ich tagsüber nicht schlafen, und so drehte ich mich nur eine Stunde lang ruhelos hin und eher, ohne Erleichterung zu finden.
Also stand ich wieder auf, um mir einen weiteren Kaffee und einen kleinen Imbiss in der Küche zu holen.

Ich war beschäftigt, und muss überhört haben, dass er ebenfalls früher heim gekommen war. Als ich in der Küche stand, umschlangen mich zwei Arme von hinten. Ich lehnte mich zurück, und spürte seine Wärme. Er begann, meinen Hals zu küssen. Gleichzeitig wanderten seine Hände unter meinem Hemdchen nach oben zu meinen Brüsten. Er umfasste sie, und drückte dann die Knöpfe, die mich in den Willenlos-Modus schalten.
Ich drehte mich halb zu ihm um, und wir küssten uns ausgiebig. Dann zog er mich an der Hand hinter sich her ins Schlafzimmer. Bevor wir uns hinlegten küsste er mich nochmals, während er gleichzeitig meinen Rock hochraffte, um meine hinteren Backen zu kneten. Ich tastete nach dem Bund seiner Hose, und bemühte mich, sie zu öffnen. Als mir das schließlich gelang, schob ich sie hinunter. Wir beide ließen uns auf das Bett nieder. Den Rock hatte ich nun ganz hochgeschoben. Schnell zog ich ein Bein der Strumpfhose und den Slip halb aus.

Das ist einer der unvollendeten Entwürfe gewesen. Wie es etwa weitergeht, könnt ihr euch sicher selbst grob vorstellen. An Einzelheiten erinnere ich mich nicht mehr, nur dass danach meine Kopfschmerzen verschwunden waren.

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Unverhofft soft //1473

Vor mehreren Jahren hatte ich einmal eine Softwareapplikation für ein großes Unternehmen geschrieben.
Eigentlich hatte das Projekt damals überhaupt nichts mit meiner sonstigen Arbeit zu tun, aber über den Kontakt zu einem dortigen maßgeblichen Mitarbeiter hatte ich den Auftrag bekommen.

Es handelte sich darum, eine größere Anwendung, die dort schon länger bei Kunden eingesetzt wurde, als abgespeckte Version für einen anderen Kundenkreis völlig neu zu implementieren.
Naheliegend wäre es gewesen, wenn die Entwicklung in diesem Unternehmen intern durchgeführt worden wäre. Aber da gab es wohl gewisse Animositäten zwischen der Abteilung, die für die Entwickung der Anwendung zuständig war, und der, die sie für den anderen Kundenkreis brauchte.
So profitierte ein Dritter (nämlich ich) von diesen Feindseligkeiten.

Da ich weder auf Spezifikationen noch Sourcen der ursprünglichen Anwendung zugreifen konnte, musste ich die Software ganz neu from scratch entwickeln, und teils reverse engineeren (was völlig legal war, da die Rechte ja beim Auftraggeber lagen). Das war einer meiner bisher größten Aufträge.
Es waren einige trickreiche Kniffe nötig, um die Algorithmen zu entwickeln, die das UI der ursprüngliche Anwendung nachbilden sollten. Aber letztendlich habe ich es geschafft, und erfolgreich abgeschlossen.
Ein paar Jahre lang hatte ich noch einen Vertrag für Wartung und Pflege.

Warum ich das jetzt erzähle?
Kürzlich habe ich im Fernsehen bei einer Sendung einen Computermonitor im Hintergrund gesehen, bei dem diese Softwareapplikation zu sehen war. Das hat mir die ganze Geschichte in Erinnerung gerufen.

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CAPSaicin //1472

Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine Dose Pfefferspray zuzulegen.

In den letzten ein bis zwei Jahren hat die Bedrohungslage hier enorm zugenommen, insbesondere, wenn ich alleine im Wald spazieren gehe. Da habe ich in manchen Situationen einfach Angst.

Nicht dass ich das Spray tatsächlich einsetzen will, aber ich würde mich deutlich sicherer und nicht so wehrlos fühlen, wenn ich es griffbereit in meiner Jackentasche (für den Sommer müsste ich eine andere Lösung finden) hätte.
Auch eine reine Placebo-Waffe würde mich vielleicht schon vor der Gefahr, die von diesen Kreaturen ausgeht, beschützen, sicherlich aber beruhigen.

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Die Unvollendeten //1471

Im Laufe der Zeit haben sich bei mir ein paar Entwürfe für Blogeinträge angesammelt, die ich aus unterschiedlichen Gründen nicht fertiggestellt oder veröffentlicht habe.
Ich möchte sie inzwischen weder fertig schreiben, weil mir dazu mittlerweile der aktuelle Bezug fehlt, noch ganz löschen.

Ein anderer Punkt ist, dass mir kaum noch zeitlose Themen einfallen, die mich interessieren, und die ich bisher hier noch nicht diskutiert habe.
Dazu kommt ein kleines Motivationstief, weil ich einerseits beruflich momentan schon ziemlich eingespannt bin, und andererseits – damit kommen wir zum dritten Punkt – derzeit auf meinem Blog auch gar nicht viel los ist.
Von einigen meiner häufigen Kommentatoren weiß ich, dass sie aktuell wegen anderer Verpflichtungen, Krankheit oder technischer Schwierigkeiten kaum zum Bloggen oder Kommentieren kommen. Das ist OK, und ich kann es gut nachvollziehen.
Andere haben wohl einfach das Interesse verloren (oder wollen – wer weiß – nicht mehr mit mir in Verbindung gebracht werden). Das ist auch in Ordnung, wenngleich es auf etwas Unverständnis meinerseits trifft.
Dass mir Beständigkeit und Kontinuität wichtig ist, habe ich wohl in den vergangenen fünfeinhalb Jahren gezeigt, indem ich doch sehr regelmäßig bloggte, und bei eingeschränktem oder pausiertem Blogbetrieb die Gründe möglichst transparent kommunizierte.
Da ist es schon etwas enttäuschend und vor allem befremdlich, wenn frühere Kommentatoren, mit denen ich mich sonst gut verstanden habe, einfach ohne für mich erkennbaren Anlass wegbleiben. (Ich versteh‘ es einfach nicht. Sind das auch wieder meine sozialen Defizite als Nerd? – bei Layer 8 gibt’s nun mal keine Debug-Information, und es scheint, als sei auch noch ein Obfuscator drübergelaufen)
Umso mehr freue ich mich aber über diejenigen, die dennoch ihre Gedanken hier zurücklassen.

Nun ja, wie auch immer. Ich werde aus der Not eine Tugend machen, und mir erlauben, in Zukunft gelegentlich einen dieser Entwürfe zu veröffentlichen. Das ist besser, als überhaupt nichts zu posten (oder stattdessen alte Tweets), und so werden meine Blognotizen wieder etwas aufgeräumter.

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Der Topf auf der Herdplatte //1470

„Wie ist das denn mit der Entropie?“, wurde ich kürzlich einmal gefragt.

Da ich immer wieder gerne besserwisserisch erkläre, habe ich dazu ein kleines Gedankenexperiment:
Stellt euch eine heiße Herdplatte vor. Darauf steht ein Topf mit Wasser. Nach einigen Minuten kocht das Wasser, wenn nur wenig drin ist. Ist viel Wasser im Topf, so wäre es nach der gleichen Zeit gerade einmal lauwarm.

Der Clou ist jetzt, dass man aus dem wenigen heißen Wasser viel warmes Wasser machen kann, wenn man es einfach mit kaltem mischt.
Umgekehrt funktioniert das nicht. Aus dem warmen Wasser kann man nicht ohne weiteres heißes machen. Das geht nur, wenn man weiter Energie zuführt.

Der Wirkungsgrad ist umso größer, je größer die Temperaturdifferenz. Bei gleichen Temperaturen wäre er 0.

Die Entropie ist ein Maß für die Unordnung eines Systems.
Nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik kann die Entropie ohne weitere Energiezufuhr nur zunehmen, aber niemals abnehmen.
Das merkt man auch immer wieder beispielsweise an seinem Schreibtisch. Durcheinander wird es von allein. Aber um aufzuräumen, muss man Arbeit hineinstecken.

Wir lernen aus der Thermodynamik, dass es besser ist, seine Energie zielgerichtet einzusetzen, anstatt auf einen größeren Bereich zu verteilen. (Temperatur-)Differenzen machen erst flexibel und vielseitig.

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Vierzehnhundertneunundsechzig

Nach längerer Zeit hatte ich Benjamin wieder einmal an der Uni getroffen. Wir waren gut voran gekommen, und eigentlich hätten wir danach noch gemeinsam schwimmen gehen wollen.

„Tut mir leid, aber ich muss kurzfristig umdisponieren“, erklärte mir Benjamin, „aber ich muss noch unbedingt ein Geschenk für Teresa zum Valentinstag besorgen. Vielleicht magst du mich ja begleiten, und mir helfen, etwas auszusuchen.“
„Da bist du ja wirklich früh dran.“

„Ich hatte es völlig vergessen. Was ist, kommst du mit? Du hast vielleicht eher eine Idee, und weißt was Frauen gefällt.“
„Teresa hat bestimmt einen ganz anderen Geschmack als ich. Hast du schon eine vage Vorstellung, was du ihr kaufen willst?“

Er schüttelte den Kopf: „Es müsste schon etwas besonderes sein. Unser zweites Kind ist unterwegs.“
„Gratuliere! Hat es doch noch geklappt.“
„Teresa ist glücklich“, bestätigte er.
„Und du?“
„Ja, ich auch. Und ich möchte ihr ein wirklich schönes Geschenk machen. Weißt du nichts, was ich ihr schenken könnte?“

„Hm ..“, überlegte ich, „Dessous oder ein Negligé sind nicht so geeignet. Was ihr heute noch passt, passt ihr in ein paar Monaten nicht mehr, und wenn es ihr jetzt nicht passt, dann ist’s erst recht blöd. Was wäre mit einem Buch, vielleicht ein schöner Bildband. Entstehung des Lebens, oder so?“
„Solche Bücher haben wir schon.“
„Ein Film oder Musik auf DVD“, schlug ich vor, „was sie genau mag, musst du aber selbst wissen.“

Das schien ihm auch nicht zuzusagen, denn er wollte wissen: „Was hat dir denn Carsten geschenkt?“
„Wir haben uns gegenseitig geschenkt, uns kein Geschenk zu machen.“
Benjamin seufzte: „Das hilft mir aber nicht weiter.“
„Viele Frauen mögen Schmuck. Irgendeine Kette oder ein Armband.“
„Hm .. dann gehe ich wohl als erstes zum Juwelier. Kommst du mit?“
„Nein“, lehnte ich ab, „da kann ich dir nicht helfen. Ich selbst trage keinen Schmuck, und mir würden höchstens irgendwelche geometrischen oder Escher’schen Motive gefallen. Ich glaube nicht, dass das Teresa begeistern würde. Nee, ich habe genug zu tun, mit dem ich die Zeit sinnvoll nutzen kann. Und – wer weiß – vielleicht kann sich mein Mann zur Feier des Tages ja mal früher von der Firma losreißen.“

Ich überlegte noch, eventuell alleine zum Schwimmen zu gehen, aber da ich schon länger eine leichte Erkältung mit mir rumschleppe, ließ ich es lieber doch bleiben. In Begleitung wäre es etwas anderes gewesen.

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Vierzehnhundertachtundsechzig

Den heutigen Phallendienstag ignorieren wir. Der soll vor allem die Blumenindustrie (ähnlich wie beim Muttertag) pushen.

Das fehlte noch, dass wir uns gegenseitig mit einer Hundeschlittenfahrt beschenken. Mich graust es, wenn ich nur daran denke.
Pralinen sind immer OK. Dazu braucht es keinen Anlass.

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Vierzehnhundertsiebenundsechzig

Beim Webmasterfriday scheint sich nichts mehr zu tun, so dass ich mich mehr nach anderen Blogparaden umschaue, um meine Bloghäufigkeit aufrecht erhalten zu können.
So bin ich bei AT-Bücher auf die Blogparade „Ich bin anders und das ist gut so“ gestoßen.

Ich bin ja immer sehr für individuelle Unterschiede. Jeder Mensch ist irgendwie „anders“. Es gibt keine zwei gleichen Menschen. Selbst eineigige Zwillinge unterscheiden sich.
Deshalb sollte man zunächst einmal definieren, was „anders“ in diesem Zusammenhang bedeuten soll: „Anders“ heißt: anders als die meisten Leute, also im Sinne von „ungewöhnlich“ oder „unüblich“.
Wenn es „normal“ ist, nicht mehr als ein Sigma vom Mittelwert abzuweichen, dann bedeutet eine größere Abweichung ein Anders-sein. Bei einer Abweichung von über zwei Sigma, kann man wohl durchaus von „sonderlich“ oder „wunderlich“ (aus Sicht der Mehrheit) sprechen.

Ausgehend von dieser Definition bin ich wohl in recht vielen Aspekten „anders“, in einigen durchaus „wunderlich“ so dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich anfangen soll.

Schon als kleines Mädchen saß ich oft ein wenig abseits, während die anderen Kinder miteinander spielten. Ich habe das damals gar nicht so recht wahrgenommen, und es hat mich nie gestört. Ich wollte einfach meinen eigenen Gedanken nachhängen, und meine Ruhe, ohne von anderen abgelenkt und gestört zu werden.
Später entwickelte ich mich noch mehr zur Einzelgängerin und Außenseiterin. Das war für mich immer OK. Ich habe es nie verstanden, wieso andere Geselligkeit vorzogen.

Unbegreiflich ist für mich auch, wieso andere so viel Wert auf das Aussehen und optische Design von Gebrauchsgegenständen legen, oder wie man Geld für doch absolut nutzlose Kunstobjekte oder Blumen ausgeben kann.
Ich mag keinen Schnee, Sport, Rosinen, Fasching, .. und gehöre damit wohl ebenfalls zu einer Minderheit. Aber das ist mir gleichgültig. Ich habe mich nie von der Meinung anderer abhängig gemacht.
So habe ich auch nie geraucht oder hormonell verhütet, ganz egal, was der Mainstream tat. Aber die Gesundheit und Unversehrtheit meines Körpers war mir wichtiger, als auf irgendwelchen Gruppendruck oder Werbung einzugehen.

Ich habe mein eigenes Gehirn, das ich zu benutzen weiß, und mit dem ich auch manchmal non-konformistische Schlussfolgerungen ziehe. Es bleibt mir unverständlich, wie viele Leute einfach nur unreflektiert das nachplappern, was andere ihnen vorsagen.
Als introvertierter natural Nerd habe ich noch mehr Besonderheiten, auf die ich jetzt aber im Einzelnen nicht eingehen will.
Ich mag mein Anders-sein, denn es trennt mich vom Mittelmaß der Masse.

Bei anderen Menschen kann ich so ziemlich jede Andersartigkeit akzeptieren oder zumindest respektieren, es sei denn, sie ist kombiniert mit offensichtlicher Borniertheit oder Doppelmoral. Dafür fehlt mir dann doch die Geduld.

Jeder hat wohl die eine oder andere Eigenart, die ihn von anderen abhebt. Und gerade die kleinen Imperfections machen einen Menschen doch erst besonders, außergewöhnlich und einzigartig.

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Vierzehnhundertsechsundsechzig

Mal wieder altes Getwitter, und zwar vom 17. Mai bis 1. Juni 2016.

Verleser des Tages: „Block out“ statt „Block all“
Von der Vergangenheit eingeholt Zwölfhundertzweiundsiebzig
Bin AFK bis Mittwoch. Bis dann ..
Verleser des Tages: Compiler statt Computer
Das Grauen geht weiter Zwölfhunderteinundsiebzig
Verhörer des Tages: Fickipedia statt Wikipedia
2 Shades of Grey Zwölfhundertsiebzig
Verleser des Tages: phallisch statt pluralistisch
Affi.. irgendwas mit Werbung Zwölfhundertneunundsechzig
Feminismus ist nur was für Personen, die ihr Leben nicht selbst auf die Reihe kriegen.
Verleser des Tages: geograpschend statt geographisch
5 * 11 * 101 Tweets
Die Freiheit der Freizeit Zwölfhundertachtundsechzig
Verschreiber des Tages: Spitzelleistung statt Spitzenleistung
Twittrig Zwölfhundertsiebenundsechzig
Feministinnen sehen Frauen nur als dumme Tussen, die ihre eigenen Interessen nicht selbst vertreten können.
Verleser des Tages: Spermaausgleich statt Karmaausgleich
Der Zeugnis-Code Zwölfhundertsechsundsechzig
Verleser des Tages: Fetischmaus statt Festschmaus
Chillen oder Grillen Zwölfhundertfünfundsechzig
Kennt jemand eine intelligente, attraktive, heterosexuelle Feministin?
Verleser des Tages: „genderisches“ statt „generisches“ Maskulinum *schock*
Nühmphiges kleines Zwischenspiel
Feministinnen dürfen alles. Männer müssen den Mund halten und wegsehen. #wasichlernte
Verleser des Tages: Pornovorräte statt Popcornvorräte
Ist es eigentlich Hate Speech, Feministinnen zu zitieren?
This might be a wonderful wedding present for our CIO.
Das O und O der Objektifizierung Zwölfhundertvierundsechzig
Sorry, hab jetzt völlig den Überblick über meine Mentions verloren.
Das Femiversum ist sozial konstruiert. #wasichlernte
Verschreiber des Tages: Fileshaming statt Filesharing
„Feminismus“ hört sich so maskulin an. Sollte man mal gendern.
Frauen, die Feminismus ablehnen, sind patriarchal gehirngewaschene Geschlechtsverräterinnen. #wasichlernte
Ein (konfuser) Blick in die Zukunft Zwölfhundertdreiundsechzig
In den Regen geraten und von zwei Hunden belästigt worden.
Von wem ich mich unterdrücken lasse, bestimme ich immer noch selbst.
Schon wieder Werbespam für „Übergrößen“. Ich bin groß, nicht dick!
Verleser des Tages: Penisstimulation statt Politiksimulation
Oben Zwölfhundertzweiundsechzig
Kommt jetzt doch noch die Sonne raus, oder nicht? – TRUE
Kommunikation mit uneinsichtigen Leuten ist so anstrengend.
Verschreiber des Tages: Weibmaler statt Webmailer
Im Graubereich Zwölfhunderteinundsechzig
#Pickup oder nicht Pickup. Das ist hier die Frage.
Verleser des Tages: veganen statt vergangen
Lösungsansätze Zwölfhundertsechzig (Layer-8-Debugging)

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Vierzehnhundertfünfundsechzig

Bei der Fortsetzung unseres Gesprächs habe ich einige Passagen herausgekürzt, die eher unwesentlich sind, und den Rest deutlich gestrafft und refaktorisiert.

..
„Es ist so überraschend für mich, dass du tatsächlich Kontrolle über die Firma abgeben willst.“
„Ich habe mir das gut überlegt, und bin mir des Risikos bewusst. Aber es muss wohl sein. Schau, Anne, es ist schon fast fünf Jahre her, als du begonnen hast, in der Firma mitzuarbeiten. Mir bleiben als Geschäftsführer noch etwa zehn, vielleicht fünfzehn Jahre, bis ich abtreten werde. Dann ist es Zeit für die Nachfolge. Und wir müssen bereits jetzt die Weichen stellen.“

„Was ist mit deinen Töchern?“, fragte ich ohne sonderliche Begeisterung, und um mich vielleicht doch noch aus der Schusslinie zu bringen, „vielleicht haben sie doch noch Ambitionen.“
Er schüttelte den Kopf: „Bei Verena bin ich schon froh, wenn sie ihre eigenen Verpflichtungen erfüllen kann. Und von Fiona ist erst recht nichts zu erwarten, zumal sie auch so unter dem Einfluss dieser Corinna steht. Nein, Anne, ich setze auf dich. Nur du hast mein volles Vertrauen, und dir traue ich es zu, Novosyx erfolgreich weiterzuführen. Sonst würde ich dir niemals diesen Vorschlag machen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass du eine exzellente Geschäftsführerin wirst.“

Als ich schwieg, fuhr er fort:
„Ich stelle mir unsere Roadmap etwa folgendermaßen vor: In den nächsten fünf Jahren werde ich noch verschiedene Geschäftsfelder ausbauen, und weiter expandieren. Du bist pro forma ebenfalls Geschäftsführerin, und arbeitest dich vor allem in kaufmännische und betriebswirtschaftliche Belange ein. Da hast du nämlich noch Defizite. In den darauffolgenden fünf Jahren ist bei mir Stillstand. Du übernimmst sukzessive meine Aufgaben und Verantwortlichkeiten, so dass wir beide in zehn Jahren etwa eine halbe-halbe Aufteilung haben werden. In den Jahren danach phase ich mich aus. Mit siebzig ist endgültig Schluss. Vielleicht auch schon früher. Nur das 40-jährige Firmenjubiläum möchte ich schon noch mitmachen. Nach allem, was ich im Laufe meines Berufslebens mitgekriegt habe, neigen ältere Geschäftsführer zunehmend zu Fehlentscheidungen. Soweit will ich es nicht kommen lassen, und mein Best-before-Datum nicht deutlich überschreiten.“
Ich verzichtete auf den Hinweis, dass ich ja dann auch schon über 50 wäre, und mich um einen Nachfolger kümmern müsste.

„Das ist dein Lebenstraum“, erwiderte ich stattdessen langsam, „nicht unbedingt meiner. Ich hatte nie Ehrgeiz in diese Richtung, und wollte nur so viel arbeiten, dass es für mich selbst reicht. Etliche Male habe ich Aufträge deshalb abgelehnt, weil ich sie nicht alleine hätte schaffen können, und deshalb Mitarbeiter beschäftigen wollte ich nicht. Aber jetzt willst du mir die Verantwortung für hunderte Angestellte aufdrängen. Und indirekt auch für deren Familien. Was ich bisher für deine Firma gearbeitet habe, habe ich alles nur dir zuliebe getan. Ich will mich gar nicht darüber beklagen. Es war OK für mich, und ich habe dadurch viel gelernt und konnte mich selbst weiterentwickeln. Aber irgendwo ist die Grenze dessen, was ich machen will. Alleine ein so großes Unternehmen zu leiten – auch wenn es erst in weiter Zukunft ist – ist jenseits dieser Grenze.“

„Das ist hoffentlich nicht dein letztes Wort, Anne. Gewöhn‘ dich erst mal an den Gedanken. Wir sollten in etwa zwei Wochen noch einmal ein Follow-Up-Gespräch halten. Wenn du irgendwelche Änderungen vorschlagen willst, dann können wir gerne darüber reden. Mr. Spock würde sagen, dass deine Beteiligung nur logisch ist.“
„Faszinierend schon“, widersprach ich, „aber nicht logisch.“

Wir beließen es dann vorläufig dabei, werden uns aber demnächst noch einmal wegen dieser Angelegenheit zusammensetzen. *seufz*

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Vierzehnhundertvierundsechzig

In der Einladung für das Gespräch war gestanden: „Nicht dringend, aber sehr wichtig. Wir sollten beide Zeit und Ruhe dafür haben.“
Es war nicht anzunehmen, dass es sich um ein Projekt handelte, wie ich es einst ähnlich geplant hatte. Ich war neugierig gewesen, aber er hatte mir vorab nichts angedeutet.
So saß ich ihm schließlich in seinem Büro gegenüber. Er ließ uns erst von der Sekretärin Kaffee bringen, bevor er zur Sache kam.

„Ich möchte“, begann er, „dich stärker in die Firma einbinden. Ich habe dir schon öfter einen Arbeitsvertrag angeboten, aber du hast jedesmal abgelehnt. Da du gerade die technische Standortleitung übernommen hast, wäre es aus formalen und rechtlichen Gründen sinnvoll, wenn du tatsächlich zur Firma gehören würdest. Dann gäbe es weniger entsprechende Probleme, und wir müssten uns auch um Scheinselbständigkeit keine Gedanken mehr machen. Ich würde gerne mit dir einen entsprechenden Vertrag aufsetzen, der die jeweiligen Vollmachten für dich enthält. Ob wir eine feste Stundenzahl einsetzen, oder dies offenlassen, überlasse ich dir. Natürlich kannst du dir weiterhin deine Zeit frei einteilen, und auch genauso wie bisher für andere Kunden arbeiten. Es handelt sich lediglich um einen formellen Vertrag, der ansonsten nichts ändern wird.“
Das Thema gärt ja zwischen uns schon seit langem herum, und er bringt das immer wieder auf’s Tapet. Eigentlich kein Grund für eine offizielle Besprechung.
Also antwortete ich: „Danke für das Angebot, aber eine Anstellung als Arbeitnehmerin kommt für mich nicht mehr in Frage. Ich will selbständig und unabhängig bleiben. Mit unserem Beratervertrag bin ich sehr zufrieden.“

„Ich habe erwartet, dass du so reagierst. Nun, es gäbe auch die Alternative, dass du dich als Anteilsinhaber an der Firma beteiligst, und im Rahmen dieser Teilhaberschaft als zweite Geschäftsführerin agierst.“
Ich war überrascht. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet. Bisher war die Firma sein Ein und Alles gewesen, und er hatte niemals angedeutet, die Inhaberschaft teilen zu wollen.
„Oh, dein Vertrauen ehrt mich, obwohl ich dies noch nie beabsichtigt hatte“, oder so ähnlich stammelte ich irritiert.
„Du wirst ja ohnehin irgendwann die Firma übernehmen. Da wäre dies nur der konsequent erste Schritt.“
„So, werde ich das? Ich habe dir das nie versprochen.“
„Ich wünsche es mir, Anne.“

„Nur mal – rein hypothetisch angenommen – ich wäre zu dieser Teilhaberschaft bereit: Wie soll das gehen? Meine gesamten Ersparnisse würden nur für einen Anteil von wenigen Prozent reichen.“ Und außerdem habe ich diese Ersparnisse immer als Fallback und Alterssicherung gesehen.
„Da gibt es schon Möglichkeiten. Allerdings haben die alle Nachteile, wenn man sich streng an die gesetzlichen Bestimmungen hält. Aber wir brauchen nichts zu überstürzen. Überleg‘ dir, was ich dir vorgeschlagen habe. Dann können wir uns immer noch über die Details unterhalten.“
„Hm ..“, summte ich unverbindlich.
„Wirst du dir meinen Vorschlag ergebnisoffen durch den Kopf gehen lassen?“
„Mal sehen“, erwiderte ich kurz.
„Die Sache ist nicht eilig, aber es ist mir wichtig, dass wir dabei zu einer Einigung kommen.“

Dies ist ein guter Haltepunkt (!) für einen Cliffhanger.
Fortsetzung folgt.

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Vierzehnhundertdreiundsechzig

Die Schokoladenverpackung war nur auf den ersten Blick ästhetisch gestaltet.
Dann schaute ich sie mir etwas intensiver an. Mehrere Schokoladenriegel waren auf dem Deckel nebeneinander abgebildet, jeder in einer andersfarbigen Einzelverpackung: braun, orange, gelb, hellgrün, dunkelgrün, .. irritiert hielt ich inne. Das konnte doch nicht sein! Neben Grün folgte Rot! Dann noch violett und blau.

Wie kann man nur diesen wunderschön gleichmäßigen Farbverlauf dermaßen kaputtmachen und verhunzen? Rot und Blau hätten vertauscht gehört. Dieser spektrale Bruch ging mir noch den ganzen Tag nach, und beeinträchtigte meinen Genuss des Inhalts.
Wie grausam!

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Vierzehnhundertzweiundsechzig

2014 und 2015 hatte ich hier des e-Tags gedacht, 2016 nur kurz auf Twitter erwähnt.

Heuer möchte ich den e-Tag den Elektronen (richtig geschrieben!) widmen.
Elektronen sind elementare subatomare Partikel, die die Hülle von Atomen bilden. Sie sind elektrisch negativ geladene Leptonen, haben also halbzahligen Spin, und verhalten sich somit entsprechend der Fermi-Dirac-Statistik.
Unsere Nutzung von elektrischem Strom beruht darauf, dass sich Elektronen in einem metallischen Leiter (fast) frei bewegen können, und vom positiven Pol durch die Coulomb-Kraft angezogen werden.
In Halbleitern, die die Grundlage sämtlicher Elektronik und Computertechnologie bilden, interagieren Elektronen mit Löchern.

Die elektrische Elementarladung ist eine Naturkonstante, deren Wert etwa 1.6E-19 Coulomb beträgt. Diese Konstante ermöglicht es, Energien in der Einheit Elektronvolt (eV) oder Vielfachen davon darzustellen.
Ein Elektron, das 1 Volt Potentialdifferenz durchlaufen hat, wurde dadurch beschleunigt, und hat die kinetische Energie 1eV gewonnen.
Die Masse eines Elektrons beträgt 511keV. Das bedeutet, dass man ab Hochspannungen von etwa 50 Kilovolt relativistisch rechnen sollte. Solche Hochspannungen sind z.B. in der konventionellen Röntgentechnik durchaus üblich.
Da es kein leichteres, elektrisch geladenes Lepton gibt, ist das Elektron stabil.

Das Antiteilchen eines Elektrons heißt Positron. Beide ziehen sich an, bilden kurzzeitig ein so genanntes Positronium (gilt so nicht für hochenergetische Stoßprozesse), und vernichten sich dann gegenseitig, indem sie in zwei oder drei Photonen zerstrahlen. (Es ist ein unzutreffendes Gerücht, dass diese Annihilation nach einer gewissen bloggenden Physikerin benannt ist.)
Auch wenn Elektronen die Hülle eines Atoms bilden, können sie ebenfalls durch den radioaktiven Beta-Zerfall aus einem Atomkern geschleudert werden. Dafür ist die schwache durch W-Bosonen vermittelte Wechselwirkung verantwortlich.

Es gäbe noch viel über Elektronen zu schreiben. Die ganze Chemie basiert nur darauf, wieviele Elektronen sich in den äußeren Orbitalen der Atome befinden. Oder über die elektromagnetische Wechselwirkung mit Photonen, die sich z.B. im Photo-Effekt (auch bekannt als Licht-elektrischer Effekt, wofür Einstein seinen Nobelpreis erhielt – nicht für die Relativitätstheorie, wie weit verbreitet geglaubt wird) oder Compton-Effekt ausdrückt (wobei wir wieder bei der Röntgenstrahlung wären).

Fast alle Elektronen, mit denen wir Tag für Tag umgeben sind, und die Bestandteil unserer Körper sind, sind uralt. Sie entstanden winzige Bruchteile von Nanosekunden nach dem Urknall. Einige entstanden auch durch Fusionsprozesse in der Sonne und gelangten als kosmische Strahlung zu uns. Einige andere wurden durch radioaktive Zerfallsprozesse auf der Erde freigesetzt. Ganz wenige schließlich verdanken ihre Existenz Forschungseinrichtungen wie DESY oder CERN.
Es greift zu kurz, Elektronen als winzigkleine Kügelchen zu sehen. Denn dadurch würde man nach Heisenberg zugeben, überhaupt nichts über ihre aktuellen Impulse bzw. Geschwindígkeiten zu wissen. Stattdessen stellt man sie sich vor als über den gesamten Raum verschmiert (bzw. bis zum nächsten Faraday’schen Käfig – sofern sie nicht durchtunneln können).

Wer gerade diesen Text liest – egal ob auf einem stationären Rechner, Notebook, Tablet, Smartphone, oder was sonst – sollte sich einmal bewusst machen, dass wir dies alles nur diesen allgegenwärtigen Elementarteilchen verdanken.

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Vierzehnhunderteinundsechzig

Verena und Sonja hatten miteinander ausgemacht, Sophie’s Geburtstag am Wochenende nachzufeiern. Da Sophie noch keine Kinder in der Stadt kennt, wurden halt ihre greifbaren Verwandten um ihre Anwesenheit gebeten.

Carsten und ich trafen als erste ein.
Das Geburtstagskind trug ein pinkes Kleidchen, rosa Strumpfhose, glänzende Spangenschuhe, glitzernden Haarschmuck, Schleifchen und Rüschchen überall (wie Dolores Umbridge), und nahm den Puppenwagen samt Duploteilen huldvoll in Empfang. Ich hatte noch eine Strickliesel obendrauf gepackt, was sich rächte, indem ich ihr später beibringen musste, wie man damit lange Wollschlangen strickt.
Yvonne kam ein wenig später. Norbert allerdings nicht, da er den Tag bereits anders verplant hatte.

Carsten spielte längere Zeit mit Niklas und der Holzeisenbahn, die noch von Lukas stammte.
Beim Kaffeetrinken (Kakao für die Kinder) leistete Lukas uns Gesellschaft, was ein Lichtblick war. Ich hatte schon lange nicht mehr mit ihm geredet, und nutzte jetzt die Gelegenheit, mich länger mit ihm zu unterhalten.
Es gab eine kitschig verzierte, aber immerhin leckere Torte, und Marmorkuchen.

Sophie hatte inzwischen die Duploteile aus dem Puppenwagen gekippt, und den Plüschpanda, den Yvonne ihr geschenkt hatte, hineingelegt, und fuhr ihn hin und her.
Niklas haute die Duploteile mit voller Wucht gegeneinander. Sein Opa zeigte ihm schließlich, wie man die zusammensteckt, und baute ihm eine Mauer (auf eigene Rechnung).

Irgendwann – keine Ahnung, was der konkrete Anlass war – fing Sophie an, nur noch herumzuheulen: „Will zu mein‘ Papa, ich will mein Papa!“ Sie war nicht mehr zu beruhigen, und bald stimmte Niklas mit ein.

Da der Nachmittag schon weit fortgeschritten war, verabschiedeten Carsten und ich uns. Yvonne war ebenfalls bereits gegangen.

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Vierzehnhundertsechzig

Wie nicht anders zu erwarten, gab es auch im Januar wieder etliche Suchanfragen.
Über die Suchanfragen, bei denen man noch etwas lernen kann, freue ich mich besonders. Sie sind zwar in der Minderzahl, aber immerhin gibt es immer wieder welche.

„flirt mit dem bankberater“
Viele Mathematiker arbeiten bei Banken oder Versicherungen.

„break even point“
Ein bisschen odd ist spannender.

„preisgekrönt“
Auf die Awards meiner Software bilde ich mir nichts ein.

„schwefelsäureminenfelder“
Unartige Buben müssen dort arbeiten, oder werden zu Toyboys von Fativistinnen ausgebildet.

„nachbarin 56 jahre erotikgeschichte“
Vermutlich wäre eine Exotikgeschichte bekömmlicher.

„rechtschreibungs check“
Schon mal ohne das Blank.

„orgasmus durch bruststimulation“
Ja, sicher geht das. Vor allem die Warzen sind sehr empfindlich. Der Vorteil kleiner Brüste ist, dass sie viel erogener sind (wie ich an anderer Stelle bereits mathematisch gezeigt habe).

„wie lange muss arbeitgeber arbeitsplatz freihalten bei krankheit“
IANAL, aber kommt wohl auch auf die (betrieblichen) Gegebenheiten an.

‚“gästebuch“ „ältere“ „neuere“ „beiträge“ „neuen eintrag schreiben“‚
Liest sich wie ein typisches Blogmenü.

„breakpiont“, „brwakpoint“, „breekpoint“, „schlampw“
Vermutlich Tippfehler.

„hotelaufenthalt gewinnen“
Viel Glück!

„algorithmus“
Das wurde auch Zeit, dass mein Blog einmal so gefunden wurde.

„positives elektrisches teilchen 6 buchstaben“
Proton.

„bild 1414 po“
Besser 1446, oder gleich auf mein privates Boudoir-Blog.

„lukas sauer boyfriend“
Ich weiß übrigens gar nicht, was aus Jennifer geworden ist.

„mädchen masturbieren“
Will ich nicht wissen.

„kaufdatum lieferdatum“
Der Kaufvertrag kann an einem anderen Tag abgeschlossen werden, als das Produkt geliefert wird. Und das Zahlungsdatum kann wiederum davon abweichen (wenn nicht gar in Raten).

„stricken“
Manchmal bin ich bestrickend, wenngleich mein Strickzeug nur selten weiterwächst.

„michelson experiment“
Damit wurde die Lichtäther-Hypothese widerlegt. Am Donnerstag war übrigens Lichtmess.

„spam trotz captcha“
Sehr ärgerlich.

„dosen linsen“
Nee, wenn überhaupt, dann koche ich die getrockneten Linsen selbst.

„breakpoint twitter“
Ja, dort habe ich auch einen Account: @breakpt

„verdruss kreuzworträtsel“
Wenn der Schwierigkeitsgrad nicht passt, kann es verdrießen.

„mathcad variable nicht definiert“
Dann muss man sie eben definieren, also deklarieren und initialisieren.

„glückswein“
Innerlich gewärmt zu werden, kann schon beglückend sein.

„arbeitszeugnis codes tabelle“
ANSI dürfte reichen.

„emv risikoanalyse beispiel“
Mit Details bin ich überfragt.

„frau täuscht verhütung vor urteil“
Eine ganz miese Situation.

„kaufland linsen tafelfertig“
Ich mag lieber die getrockneten, obwohl man die noch selbst kochen muss.

„diese schlampe auf dem dachboden translate“
This slut in the attic.

„flanellnachthemden“
Im Januar war es ja zeitweise extrem kalt. Da kann man froh sein, nicht auf Flanellnachthämden angewiesen zu sein, sondern anderweitig gewärmt zu werden.

„handschuhe ohne finger“
Hatte ich früher mal. Wenn man kalte Hände hat, behält man damit feinmotorisches Fingerspitzengefühl.

„eine seite zur aufnahme vorschlagen – schritt 1 von 3“
Hm .. da ist mein Blog die falsche Adresse.

„devoter engel“
Falsch hier. Aber so was von.

„götz von berlichingen“
Ja, das berühmte Zitat mit dem Licht und Schatten.

„übel schlecht hässlich“
Nicht gut, nicht schön.

„altgriechischer philosoph“
Da gab es viele.

„outlook umlaute werden als fragezeichen dargestellt“
Immer Probleme mit der Zeichenkodierung. Aber vielleicht genügt in diesem Fall, einen Unicode-Font auszuwählen.

„besser spät als nie komma“
Am besten kommt mann just-in-time.

„niklas klein“
Er wird schon noch wachsen.

„anne pro rgb“
Nuja, RGB ist schon OK, mit 24bit pro Pixel.

„bis demnächst“
W8 & C.

„drei fixe ip“
Dynamische Adressen haben auch ihre Vorteile.

„sohn erektion“
Das soll schon bei Säuglingen vorkommen – AFAIK ein Zeichen, dass eine Blasenentleerung imminent bevorsteht.

„grenzwert bestimmen“
Einen Limes zu berechnen, kann tricky sein.

„medizinisch untätig“
Ach, übrigens ist das Medizinerprojekt derzeit ausgesetzt.

„veraltet tante“
Muhme.

„gut riechen“
Wenn ich nicht gerade Schnupfen habe, tue ich das.

„tante tex“
Wenn schon, dann LaTeX.

„charset=utf-8 umlaute“
Ich bein ja eher ein ASCII/ANSI-Fan.

„kreative promotionprodukte“
Kreativ sollte eine Promotion schon sein, auch wenn sich kein Produkt daraus machen lässt.

„du wirst das kind schon schaukeln“
Nö. Auf meine Schaukel lass‘ ich keine Enkel.

„rhythmische stöße“
Machen wir einen Fourierreihenansatz.

„hp laserjet pro mfg m277dw scannt schief“
Das ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Ich scanne aber auch nur selten.

„bedienungsanleitung breakpoint“
Netter Versuch ..

„mathcad zeilenumbruch“
Da bin ich überfragt.

„dezimalstellen berechnen“
Da wäre der Kontext interessant.

„betaisierung rückgängig machen“
Das wird schwierig.

„ex freund belästigt mich“
Die Extemporalien in der Schule auch.

„breakpoint programmierung“
Yeah!

„sexix.net abmahnung“
Das ist nicht nett.

„auf der suche nach schrödingers katze“
Minzerle, wo bist du? Lebst du noch?

„urinal privathaushalt“
Hab‘ ich noch nirgends gesehen, Bidets schon.

„vasektomie erfahrungen“
Aus meiner Sicht empfehlenswert für Männer über Mitte 40.

„sexfotos“
Jeder wie er mag, und es selbst verantworten kann.

„breakpoints website“
Das Blog ist hier.

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Vierzehnhundertneunundfünfzig

Letztes Jahr haben leider zwei meiner Lieblingsblogger den Blogbetrieb offiziell eingestellt.
Beim Maskierten kann man wenigstens noch lesen, während Molly Logan ihr Blog für die Öffentlichkeit gesperrt, und sich selbst völlig aus Blog- und Twitterszene zurückgezogen hat.
Manche Blogs verschwinden ganz ohne Ankündigung, bei anderen (z.B. dem Webmasterfriday) weiß man nicht, inwieweit es noch weiter geht.

In den Jahren, in denen ich blogge, habe ich auf diesem Wege viele interessante und sympathische Menschen kennenlernen dürfen. Ich bedauere es oft, dass meine Zeit es nicht zulässt, mehr in anderen tollen – amüsant-unterhaltsamen oder informativ-lehrreichen – Blogs zu lesen, und manchmal auch meine paar Cents dazuzugeben.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal bei all den engagierten und redlichen Bloggern bedanken, die dazu beitragen, unsere Welt ein klein wenig schöner und freundlicher zu machen. Möge eure Motivation noch lange erhalten bleiben!
Mein Dank gilt ebenso den aufgeschlossenen Kommentatoren, die mit konstruktiven Anmerkungen das jeweilige Thema noch weiterbeleuchten und angeregt diskutieren, sowie nicht zuletzt den vorwiegend stillen Lesern, die ihre Aufmerksamkeit schenken und verständnisvoll Anteil nehmen.

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Vierzehnhundertachtundfünfzig

Plötzlich zeigte mein Computer einen Bluescreen: SFN_LIST_CORRUPT.
Als ich ihn wieder booten wollte, piepte es dreimal. Meine Liste mit den Beepcodes zeigte an, dass das RAM Probleme machte. Als ich auf einem anderen Rechner nach derr Bluescreen-Ursache googlete, deutete das ebenfalls auf Fehler im Arbeitsspeicher hin.
Ich entfernte die RAM-Riegel, setzte sie neu ein, und drückte auch an den anderen Steckern und Verbindungen herum. Dann startete ich den Rechner neu.
Er lief zwar hoch, aber ich hatte nicht allzu lange Freude daran. Bald gab es einen neuen Bluescreen: SYSTEM_SERVICE_EXCEPTION.
Google wusste, dass die Ursache dafür vielfältig sein kann. Speicherprobleme waren eine davon.
Ich drückte beim nächsten Neustart die F8-Taste, um in erweiterte Startoptionen zu kommen, die es mir ermöglichen würden, einen Memorytest durchzuführen.
Ein Basic-Memorytest lief anstandslos durch.

Zwei Monate lang lief der Rechner wieder problemlos.
Irgendwann begann er, nach dem Einschalten laute Geräusche von sich zu geben, die wohl vom Lüfter kamen. Aufschrauben und nachsehen, ob sich etwas verkantet hatte, oder Fremdkörper vorhanden sind, erbrachte kein Ergebnis.
Allerdings wurde der Rechner nach einigen Minuten beunruhigender Geräuschentwicklung wieder leise. Dies Verhalten wiederholte sich reproduzierbar. Ich nehme an, dass es sich um ein Temperaturproblem handelte, und der Lüfter sich erst warmlaufen musste. Weder CPU noch Festplatten überhitzten sich dabei.
Schließlich zog ich einfach den Lüfterstecker vom Mainboard ab. Jetzt war Ruhe, und der Temperaturverlauf von CPU und Platten hat sich seither nicht wesentlich geändert.

Eine Zeitlang später .. schwupps .. gab es wieder einen Bluescreen, und zwar mit der eindeutigen Meldung MEMORY_MANAGEMENT.

Tja, ich traue dem Rechner nicht mehr. Es ist wohl an der Zeit, mir einen neuen anzuschaffen. Schließlich ist er auch schon so um die fünf Jahre alt.

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Vierzehnhundertsiebenundfünfzig

Es waren einmal ein Rechteck und eine Raute. Die trafen sich in einem Euklid’schen Raum.
Das Rechteck war sehr stolz auf seine vier gleich großen, rechten Winkel. Die Raute fühlte sich grandios mit ihren vier gleich langen Seiten.
Wie nicht anders zu erwarten, gerieten sie miteinander in einen Disput, wer wohl das schönere, symmetrischere Viereck wäre, und sie stritten, was wichtiger wäre – die Winkel oder die Seitenlängen.
Letztendlich einigten sie sich auf ihre Gemeinsamkeiten, und sahen ein, dass sie ja beide Parallelogramme waren.

Sie trafen sich von da an öfter, aber keines von beiden war so richtig zufrieden. Das Rechteck fühlte sich eher zu den Trapezen gehörig, die Raute zu den Deltoiden.
Also taten sie sich zusammen, und vererbten ihre Eigenschaften an ein Quadrat.

Das Quadrat hatte vier verschiedene Spiegelachsen, und eine vierzählige Rotationssymmetrie. Mit vier gleich langen Seitenlängen und vier gleich großen, rechten Winkeln fühlte es sich einfach als das einzig perfekte geometrische Objekt mit vier Ecken.

Bis es eines Tages ein Objekt traf, das ebenfalls vier Ecken hatte, aber sechs gleich lange Seiten. All seine Winkel waren gleich groß, und es hatte noch viel mehr Symmetrieachsen als das Quadrat.
Das Quadrat wurde ganz traurig, aber dann erkannte es, dass es durch seine zweidimensionale Ausdehnung nur eine eingeschränkte Sichtweise gehabt hatte.

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Vierzehnhundertsechsundfünfzig

Inzwischen sind die Ankündigungen für den Schüler-Zukunftstag Ende April raus.
Von letztem Jahr habe ich gelernt, dass ich die Anzahl der Plätze nicht von vornherein limitieren werde, da es immer einen gewissen Schwund gibt. Deshalb gibt es jetzt keine Obergrenze dafür. Ich behalte mir aber vor, die Bremse reinzuhauen, falls es wider Erwarten zu viele Anmeldungen gibt, als wir voraussichtlich bewältigen können.
Wenn es ein paar mehr Schüler werden als letztes Jahr, ist es nicht schlimm. Zum einen habe ich jetzt noch mehr Abteilungen eingebunden, auf die ich die Schüler verteilen kann, zum anderen hätte ich auch letztes Jahr noch mehr Luft gehabt, wollte aber erst einmal abwarten, wie das Ganze überhaupt läuft.
Da mehr Abteilungen mitmachen, ist es mir gelungen, einen typischen Frauenberuf mit aufzunehmen, den ich beim Flyer für die Schulen groß herausstelle. Das reicht hoffentlich, damit die Jungen eine Schulfreistellung bekommen. Inwieweit dieser Beruf dann beim Zukunftstag tatsächlich vorgestellt wird, liegt an der Anzahl der Schüler, und ob sie daran Interesse haben.
Sofern die Gesamtzahl nicht überhand nimmt, werde ich auch interessierte Mädchen einladen. Allerdings wäre es für diese gar kein Problem, einen anderen Platz beim Girls‘ Day zu bekommen. Hier in der Gegend gibt es Unmengen davon, während Plätze für den Boys‘ Day rar sind (und eh völlig unattraktiv).

Verena hatte mir geholfen, die Mails und Briefe für den Schüler-Zukunftstag zu verschicken.
Dabei erzählte sie mir: „Früher, als ich noch in der Schule war, gab es hier schon mal so was. Das war aber damals nur für Mädchen.“
„Ja, das ist allgemein so. Der Girls‘ Day soll technische Berufe vorstellen, der Boys‘ Day soziale“, antwortete ich ausführlich, aber zurückhaltend.
„Aber hier sprichst du doch ausdrücklich Jungen an.“
„Meine Zielgruppe sind interessierte Schüler. Und das werden rein statistisch eben hauptsächlich Jungen sein.“
„War das nicht gedacht, um Berufe vorzustellen, die die Schüler sonst gar nicht in Erwägung ziehen würden, weil die sonst eher vom anderen Geschlecht ausgeübt werden?“
„Schon. Aber darin sehe ich keinen großen Sinn. Ich will interessierte Schüler nicht aussschließen, nur aufgrund ihres Geschlechts. Was würdest du denn Niklas sagen, wenn er dich später einmal fragt, warum die Mädchen in seiner Klasse am Girls‘ Day interessante Berufe kennenlernen dürfen, er aber höchstens einen Platz in einem Kindergarten oder Altersheim bekommt?“
Sie schwieg, bis ich fragte: „Wie lief das denn früher hier? Wie viele Mädchen waren da, und was haben sie erlebt?“
„Fiona und ich haben jeweils zwei oder drei Freundinnen mitgebracht, und dann sind wir halt in der Firma herumgeführt worden, und Papa hat für uns Pizza bestellt.“ (Kurz flackerte die Erinnerung an Nina auf.)
„Weißt du, ob irgendeine deiner Freundinnen daraufhin einen technischen Beruf gewählt hat?“
„Ich glaube nicht, habe aber mit den meisten keinen Kontakt mehr.“
„Hat dir – oder deinen Freundinnen – die Veranstaltung denn irgendetwas gebracht?“
„War ganz nett, und wir mussten mal nicht in die Schule. Aber ich wollte ja sowieso lieber ‚was mit Menschen machen, als so ‚was Technisches.“
Wir waren inzwischen mit dem Stapel Briefe fertig, so dass ich auf den Hinweis verzichtete, dass sie ja jetzt doch hier arbeiten müsse, wenngleich nur als Übergangslösung, und nur mit wenig Technik.

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Vierzehnhundertfünfundfünfzig

Wieder mal fanden wir Zeit, abends zusammen fernzusehen.
Ich hatte einiges zu nähen. Das mache ich zwar ungern bei künstlichem Licht, aber manchmal bleibt mir nichts anderes übrig, wenn Nähte aufgehen, oder Knöpfe sich gelöst haben.
Carsten las nebenbei eine Zeitschrift, und verfolgte die Verfilmung von Tolstoi’s „Anna Karenina“ ebenfalls nur mit geteilter Aufmerksamkeit.

Als der langatmige Film sich endlich dem Ende zuneigte, meinte Carsten: „Meine Güte, was ist diese Frau anstrengend!“

Ich teilte seine Einschätzung. Nur weil ein von ihr gewünschter Termin nicht klappt, schreit sie rum, dass er sie nicht liebt. Solch einer sprunghaften Person kann man freilich keine Zuneigung, und noch weniger Respekt entgegen bringen. Trotzdem versicherte ihr ihr blondgelockter Lover, das er das selbstverständlich täte, worauf sie auf einen Beweis bestand.
Forderungen nach einem Liebesbeweis gibt es ja in vielen Romanen oder Filmen. Dabei soll Person A (meist der Mann) seine Liebe zu Person B (meist die Frau) dadurch beweisen, dass er etwas für ihn äußerst unangenehmes oder gar schädigendes tut, das aber sonst für niemanden einen Vorteil bringt, und im Grunde absolut unnötig ist.
Dieses Verhalten hat mich schon immer abgestoßen und angewidert. Auf solche Forderungen einzugehen, ist pure Dummheit, und ich würde mich mit niemandem abgeben wollen, der entweder solche Forderungen stellt, oder so dumm ist, ihnen nachzugeben.
Da halte ich’s doch lieber wie meine vulkanischen Wahlverwandten, und halte Abstand von diesen ganzen romantischen Liebesbekundungen. So ein esoterisch-sentimentales Konstrukt haben wir für unsere stabile und glückliche Beziehung nicht nötig.

Andererseits muss doch etwas an dieser Zickerei dran sein, dass recht viele Männer der Faszination erliegen, und sich dadurch betaisieren lassen.
Ein freundliches, verträgliches Naturell wird halt schon schnell langweilig, da dort die Herausforderung und Abwechslung fehlt. Der Coolidge-Effekt ist nicht weit.
Es ist schon eine Kunst, eine ausgewogene Balance zu finden. Reine Harmonie nimmt die Spannung und Leidenschaft, steter Widerspruch nervt. Da geht man am besten mit wissenschaftlich-annelytischer Berechnung vor.

Also legte ich mein Nähzeug auf den Tisch, setzte mich auf Carsten’s Schoß, und fragte zuckersüß: „Für wen, meinst du, ist sie anstrengend? Für ihren Ehemann, oder ihren Lover?“
„Für beide“, meinte er, mit den Händen bereits unter meinem Oberteil, „ich würde es keine Stunde mit so einer Nervensäge aushalten.“
„Dann habe ich dich wohl zu sehr verwöhnt“, säuselte ich, während ich mit einer Hand seinen Bart kraulte, und die andere bereits nach dem Reißverschluss seiner Hose tastete. Ich küsste ihn, und öffnete dabei seine Hose.
„Du verführerische Hexe!“, murmelte er, als er den Mund wieder frei bekam.
„Nur -adezimal“, hauchte ich, bevor ich den Mund vollnahm.

Da wir durch die Ereignisse der nächsten Minuten abgelenkt waren, bekamen vom Ende des Films nichts mehr mit.
In der Wikipedia las ich am nächsten Tag, dass sie sich vor einen fahrenden Zug gestürzt hat.

Immer bestrebt nach Selbstoptimierung, fragte ich ihn später, nachdem wir uns entstöpselt hatten, ob er mich für anstrengend hält.
„Körperlich auf jeden Fall. Da merke ich schon hin und wieder, dass ich nicht mehr der Jüngste bin, und die paar Tage Pause, die wir im Monat einlegen, brauche ich zur Regeneration. Intellektuell bist du auch manchmal anstrengend, wenn ich mich eigentlich geistig ausruhen will, und du fängst abends noch mit Mathematik an. Aber ansonsten bist du wohltuend unkompliziert. Zumindest meistens.“
Also im Grunde alles richtig gemacht. Vielleicht ein wenig weniger Kurvendiskussionen und Potenzreihenentwicklungen. Und wenn er seine Differentialgleichungen unbedingt lieber mit Matlab lösen will, weil ihm das Spaß macht, dann soll er halt, auch wenn das für mich überhaupt keinen Reiz hat.

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Vierzehnhundertvierundfünfzig

Auf das erste Halbjahr 2016 hatte ich bereits im Oktober zurückgeblickt. Jetzt ist das zweite Halbjahr, nämlich der Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2016 dran.

Zur Tauffeier von Kristina waren wir in meiner alten Heimat, und schon wenige Tage später auf einer geschäftlichen Reise im angrenzenden Ausland, wo auch private Aktivitäten nicht zu kurz kamen.
Irgendwie verging die Zeit bis zu unserem Urlaub im August, der – mit Abstrichen – ganz OK war.
Danach Geburtstagsbesuch bei meiner Mutter und Routinebesuch bei Standort 4.
Wochenlang hatte ich Ärger mit Feministinnen, denen kein Mittel zu niveaulos war, mich zu bashen und zu trollen.
Fiona’s Besuch an einem Wochenende wurde durch die zusätzliche Ankunft von Corinna nicht unbedingt bereichert.
Ich übernahm als zusätzliche Aufgabe die technische Koordination eines wohltätigen Projekts, das von hier ansässigen Medizinern durchgeführt wird. Carsten sponsort das Projekt finanziell.
Da mein Kühlschrank irreparabel kaputt war, musste ein neuer beschafft werden. Mein Mikrowellengerät dagegen hatte ich noch durch den Austausch einer Sicherung reparieren können.
Meine Eltern, meine Schwester und deren Kinder besuchten mich einen Tag lang in der Stadt.
Wir stellten eine zusätzliche Bürokraft für das Vorzimmer ein.
Ein Treffen mit Alex bereinigte unser schwierig gewordenes Verhältnis.
Vor unserem Winterurlaub wurde es noch einmal hektisch. Insbesondere musste ich kurzfristig Carsten bei einer Veranstaltung in einer entfernten Stadt vertreten.

Das dürften die wesentlichen Punkte gewesen sein.
Wenn ich mir diesen Rückblick so betrachte, werde ich die Rückblicke in Zukunft wohl nicht mehr in dieser Form gestalten. Einmal im Jahr müsste reichen, es sei denn, es passiert wirklich viel erwähnenswertes.

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Vierzehnhundertdreiundfünfzig

In einer Blogparade von Karriere-und-Bildung geht es darum, was „besser“ ist – beruflich selbständig oder angestellt zu sein.

Ich nutze die Gelegenheit, meine Erfahrungen dazu zusammenzufassen.
Nach zwei Jahren als Angestellte habe ich mich selbständig gemacht, und arbeite seither freiberuflich. Mittlerweile kann ich das Thema auch aus Arbeitgebersicht berurteilen.

Selbständigkeit hat die nicht zu unterschätzenden Vorteile, dass man sich Zeit und Arbeitspensum frei einteilen kann. Was oft darauf hinausläuft, auch an Wochenenden und Abenden zu arbeiten. Und auch im Urlaub (falls der überhaupt möglich ist) kann man nie ganz abschalten.
Dafür ist man nicht weisungsgebunden, und niemandem Rechenschaft schuldig. Man kann sich die Arbeit selbst aussuchen, die man erledigt. Das setzt natürlich voraus, dass es genügend Kunden oder Auftraggeber gibt, die bereit sind, für die geleistete Arbeit zu bezahlen. Und das kann – zumindest zeitweise – auch daneben gehen, so dass man sich gezwungen sieht, auch unangenehme Aufträge anzunehmen, oder gar ganz auf dem Trockenen sitzt.
Wenigstens kann man als Selbständiger kaum gezwungen werden, mit Leuten, die man nicht leiden kann, zusammenzuarbeiten. Im Worst Case sucht man sich eben andere Kunden. Dem Arbeitnehmer bleibt die Kündigung als einziges Mittel.

Als Selbständiger trägt man auch das Risiko selbst. Da gibt es keinen Arbeitgeber, der einen immer regelmäßig bezahlt, selbst wenn Arbeitsflaute herrscht. Wenn man beispielsweise krank wird, muss man selbst die Folgen tragen (die durchaus gravierend sein können, wenn man dadurch Termine nicht einhält), und kann den Schwarzen Peter nicht seinem Arbeitgeber zuschieben.
So ziemlich alles hat zwei Seiten (von Möbius-Flächen mal abgesehen), und man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass man die Freiheit als Selbständiger durch ein größeres Risiko erkauft, und mit weniger sozialer Sicherheit bezahlt. Selbständigkeit kann schief gehen, oder nicht verlaufen, wie erhofft. Die Verantwortung trägt man selbst.

Wer mit dem Gedanken an eine Selbständigkeit spielt, sollte auch berücksichtigen, dass man in seiner Arbeitsmethodik recht dizipliniert sein muss, und in der Lage sein muss, sich selbst zu motivieren. Das ist nicht immer einfach, und liegt bestimmt nicht jedem.
Kundenakquise kann lästig sein, aber immerhin tut man das auf eigene Rechnung. Zu beachten ist allerdings, dass man fachlich noch so gut sein kann – wenn es einem nicht gelingt, Kunden zu gewinnen, hat das Business keine Zukunft.

Selbständige Altersvorsorge sollte selbstverständlich sein.
Nach aktueller Rechtslage müssen sich Selbständige nicht an der gesetzlichen Rentenversicherung beteiligen. Das ist ein unbestreitbarer Vorteil, da der erwartbare ROI nur minimal sein dürfte. Dies sollte allerdings für niemanden der ausschlaggebende Punkt sein, zumal die Bundesarbeitsministerin eifrig bestrebt ist, das zu ändern.

Für die meisten Erwerbstätigen ist wohl das Angestelltenverhältnis besser geeignet, mit seinem regelmäßigen Einkommen, Sozialversicherungen und Urlaubsanspruch.
Man sollte nicht leichtfertig darauf verzichten, sondern sich eine eventuelle Gründung vorher gut überlegen, und davon ausgehen, dass es keinen Weg zurück gibt. Denn Arbeitgeber stellen nur ungern gescheiterte Selbständige ein.

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Vierzehnhundertzweiundfünfzig

Manchmal werde ich auf besonders weltfremde Texte oder kuriose Diskussionen aufmerksam gemacht. Hin und wieder inspiriert mich ein besonders skuriler Eintrag, meine eigenen Gedanken dazu niederzuschreiben.
So wies mich kürzlich ein – doch eher sporadischer – Kommentator auf einen Blogpost (den ich hier aber nicht verlinken werde) hin, der inhaltlich noch eher banal war, und zu uninteressant, um näher darauf einzugehen. In den Kommentaren offenbarte er aber ein äußerst schräges Weltbild der Bloggerin.

In einem Kommentar behauptete sie etwa, dass ein Auslöser, von seinem Umfeld sozial geächtet zu werden, könne theoretisch bereits sein, wenn Nacktfotos publik würden.
Mein spontaner erster Gedanke dazu war: „Dazu muss man aber schon sehr hässlich sein.“
Es ist doch völlig normal und natürlich, dass Leute Sex haben. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, (dabei) fotografiert zu werden. Was also ist daran jetzt so schlimm, wenn Aktfotos oder auch Sexfilme in die Öffentlichkeit gelangen? Wer noch nie nackt war, werfe den ersten Stein. Nur sehr prüde Personen werden das negativ werten.
Wer die Publizierung definitiv verhindern will, der soll sich eben nicht nackt oder beim Sex fotografieren oder filmen lassen. So einfach ist das. Und zur Sicherheit vermeidet man dann am besten auch Nacktbadebereiche.
Von mir existieren einige Fotos und Filme, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. (Da immer wieder Sequenzen vorkommen, in denen mein Gesicht zu erkennen ist, werde ich die Filme nicht in mein privates Boudoir-Blog laden. Ich habe auch keine Zeit und Lust, die mit einem Videoschnittprogramm passend zu schneiden und nachzubearbeiten.) Dass sich das eine oder andere Machwerk online verbreitet hat, kann ich nicht mit Bestimmtheit ausschließen. Wenn davon etwas in meiner Umgebung bekannt werden würde, wäre das zwar unerwünscht, aber auch keine Katastrophe. Zwar gibt es einzelne Menschen, gegenüber denen mir das durchaus unangenehm oder gar peinlich wäre, die dadurch vermutlich sogar verstört wären. Aber die würden sich auch wieder beruhigen, und nach vierzehn Tagen wäre die Sache vergessen. Was andere Leute davon denken, ist mir im Grunde gleichgültig. Entweder habe ich mit denen kaum zu tun, oder sie müssen sich eben damit arrangieren.
Und ästhetisch ansprechende und geschmackvolle Bilder können ja auch positiv rezipiert werden, so dass ich keine Bedenken hätte, wenn beispielsweise Kunden oder Mitarbeiter davon Kenntnis erlangten.
Auch wenn ich mich dabei wiederhole: Wer wissentlich und freiwillig zulässt, dass Bildmaterial von ihm mit möglicherweise bloßstellendem Inhalt erstellt wird, muss eventuelle Konsequenzen selbst verantworten, und hat sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Wenn diese Personen dann danach trotzdem rumjammern, hält sich mein Mitleid mit ihnen sehr in Grenzen, denn was nicht existiert, kann auch nicht veröffentlicht werden.

In anderen Kommentaren regte diese Bloggerin sich über die angebliche Einteilung von Frauen in „Heilige“ und „Huren“ auf. Wer nicht als „Hure“ wahrgenommen werden will, dem bleibt wohl nur die Heilige. Aber was ist eine Heilige?
Das Heiligenimage der (katholischen) Kirche belegt sehr gut deren Sexfeindlichkeit, die durch Zölibat für Pfarrer, Ehelosigkeit für Mönche und Nonnen, Enthaltsamkeit außerhalb der Ehe, und geforderter Keuschheit für alle gottesfürchtigen Christen manifestiert wird.
Heilige haben grundsätzlich keinen Sex, sondern können sich bisweilen – oh Wunder der Parthenogenese! – auch ohne fortpflanzen, wenn nämlich der Heilige Geist über sie kommt, oder der Erzengel Gabriel das so verkündigt (BTW am 25. März, also exakt 9 Monate vor Weihnachten – nicht zu verwechseln mit Mariä Empfängnis am 8. Dezember, also exakt 9 Monate vor Mariä Geburt).
Es ist also für eine Frau überhaupt nicht erstrebenswert, sich wie eine Heilige zu verhalten. Und nur ein Narr wird so eine Frau wollen.
Nur wer extrem von religiösem oder sonstigem ideologischen Denken geprägt ist, kann solch eine einfältige Einstellung entwickeln, die davon ausgeht, dass alle Menschen in einander ausschließende Kategorien eingeteilt werden können, obwohl die meisten Freiheitsgrade Kontinua darstellen.
Letztendlich sind wir doch alle Überlagerungen verschiedener Zustände, mit individueller, zeitabhängiger Gewichtung. Quasi Schrödinger-Charaktere.

Mit 16 oder 17 war ich mal eine Woche lang in einem Kloster bei einer Veranstaltung für junge Mädchen. Das war wohl eine Maßnahme zur Nachwuchsgewinnung gewesen.
Ich kam ja damals sonst nie länger aus meiner Heimatstadt heraus. Da war das eine Abwechslung, und etwas anderes hätten mir meine Eltern gar nicht erlaubt.
Die Klosterzeit war noch nicht einmal so schlecht. Das Essen war gut, und es wurden ein paar interessante Ausflüge und Unternehmungen gemacht. Bloß das mehrmalige Beten am Tag nervte. Aber dabei konnte ich mich immerhin mental ausklinken, indem ich entweder Zahlenspielchen im Kopf durchführte, oder unkeuschen Tagträumen nachging.
Eigentlich bin ich ja nur dahin, weil ich die vage Hoffnung hegte, dort Theologiestudenten oder Priesterseminaristen aufreißen zu können (so wie ich sonst auch nur einigermaßen freiwillig in die Kirche ging, weil die Wahrscheinlichkeit, dort eventuell Feriengäste mit ähnlicher Intention kennenzulernen, immerhin größer 0 war). So verzweifelt und needy war ich damals, mich an diesen Strohhalm zu klammern. Durch eine Programmänderung wurde jedoch nichts aus dem geplanten Treffen mit den Studenten. Und vermutlich hatte ich deren Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr mit Frauen eh überschätzt.

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Vierzehnhunderteinundfünfzig

In jedem Büro sammelt sich im Laufe der Zeit Unnützes an: alte Ordner, die eigentlich ins Archiv gehören, alte Zeitschriften oder Prospektmaterial, was niemand mehr braucht, und noch andere Dinge, die nur Platz wegnehmen, und eigentlich woanders hingehören.

Der Chef hatte sich den halben Nachmittag (und einen Teil des Abends) Zeit genommen, sein Büro einmal auszumisten, und all die Dinge, die anderswo aufgeräumt oder weggeworfen werden sollten, auf zwei große Haufen mitten in seinem Büro verteilt.
Die Praktikantin hätte das alles am Morgen, bevor die ersten Kunden kommen, wegräumen sollen. Allein – sie kam zu spät. Da auch die Sekretärin wegen Krankheit nicht anwesend war, waren die Haufen noch im Chefbüro, als ich gegen halb neun in der Firma erschien.

Die Praktikantin muss kurz vor mir eingetroffen sein, denn ich kriegte noch teilweise ihre Diskussion mit dem Chef mit.
„Ich hatte dir aufgetragen, schon vor acht zu kommen, um das ganze Zeug wegzuräumen, bevor die Kunden aus $FernesLand kommen.“
„Aber ich musste doch erst die Kinder zu Tante Yvonne bringen. Die Busse hatten Verspätung. Das ist früh immer so umständlich. Und dann noch das ganze Umsteigen immer.“
„Dann musst du eben früher aufstehen und losgehen. Es ist mir egal, wie du deine privaten Angelegenheiten regelst. Hier hast du gefälligst rechtzeitig zu erscheinen.“
In ihren Augen blitzten Tränen auf. Schnell mischte ich mich ein: „Wenn wir das Zeug jetzt schnell ins Vorzimmer in eine Ecke stellen, dann kann es Verena nachher in aller Ruhe nach und nach wegbringen.“

Ich schnappte mir einige Ordner, und trug sie vom Chefbüro ins Vorzimmer an einen geeigneten Platz, und gab Verena ein Zeichen, es mir gleich zu tun.
Schon war ich beim nächsten Schwung. En passant meinte ich zu Carsten: „Wenn du mitmachen würdest, wären wir schneller fertig.“
Tatsächlich packte er mit an, so dass alles in kurzer Zeit im Vorzimmer gelagert war.

Ich ging danach mit Verena noch mal durch, was wohin muss, nicht dass das Altpapier im Archiv, und notwendige Dokumente im Shredder landen, und meinte, sie solle sich nichts daraus machen. Wenn wichtige Kunden kommen, will er halt nicht, dass sein Büro wie eine Müllkippe aussieht.
Während ich die Kaffeemaschine schon mal anließ, wies ich sie noch an, solange hier in Bereitschaft zu bleiben, bis in Kürze die Bürohilfe da ist, und ging danach meinen eigenen Tätigkeiten wieder nach.

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Vierzehnhundertfünfzig

Die Umstrukturierung ist im Gange, und ich sehe mich inzwischen offiziell als Standortleiterin Technik. Das ist zwar eher eine Buffertätigkeit, um den Geschäftsführer etwas zu entlasten. Trotzdem werde ich zusätzliche Zeit dafür aufbringen müssen, weil ich dann einige Entscheidungen alleine treffen muss, mit denen der Geschäftsführer nicht behelligt werden will.
Ich kann es drehen, wie ich will – die Zeit, die der GF dadurch eventuell weniger arbeitet, muss ich mehr leisten.
Es bleibt mir also kaum etwas anderes übrig, als meine eigene Selbständigkeit zu reduzieren. Allerdings nicht auf 0, sonst bekämen wir früher oder später wieder Ärger mit der Rentenversicherungsbehörde wegen Scheinselbständigkeit. Und ich will das auch gar nicht.
Ich fürchte, die Programmiererei hat aufgrund gesetzlicher Reglementierungen keine große Zukunft. Zumindest dann nicht, wenn man nur noch einige Stunden pro Woche dafür investieren kann. Vollzeitlich mag das anders sein, wenn man sich ganz darauf fokussieren kann. Deshalb werde ich keine größeren Anstrengungen unternehmen, neue Kunden für Auftragsentwicklung zu finden. Wenn es sich ergibt, arbeite ich aber noch für bestehende Kunden – und wenn’s nur ein gelegentliches Update ist.
Meine Standardsoftware habe ich sowieso. Da schadet eine neue Version hin und wieder nicht, wenn ich genügend Zeit dafür finde.
Ansonsten werde ich mein Beratergeschäft aufrecht erhalten. Vorzugsweise allerdings, wenn es ohne persönlichen Kundenkontakt abgeht. Also mal ein White Paper, mal ein Gutachten, oder andere technische Dokumentation.

Es ist schade, dass gerade das, was ich am liebsten mache, ins Hintertreffen gerät.
Aber mit meinen Softwerkern habe ich ja auch noch genug zu tun, und so bleibe ich in Kontakt mit der Entwicklung.

Die Dissertation schreitet auch voran. Ursprünglich hatte ich einen Zeithorizont von etwa 2020 oder 2021. Aber inzwischen überlege ich, ob ich nicht doch etwas beschleunigen soll, denn ich muss bei den Papers immer berücksichtigen, dass ich nicht zu viel veröffentliche, das dann mit dem Inhalt kollidiert.
Im Februar werden Benjamin und ich voraussichtlich wieder das gemeinsame Schwimmen aufnehmen (vorausgesetzt, es ist dann nicht mehr so frostig).

Aber ich schweife ab.
Da ich in der Firma neue Verantwortlichkeiten habe, muss ich in Zukunft enger mit den anderen technischen Abteilungsleitern zusammenarbeiten. Ein Jour-fixe erscheint mir sinnvoll. Allerdings wird er voraussichtlich nicht jede Woche nötig sein. Ich habe also die anderen technischen Abteilungsleiter (zukünftig abgekürzt als tAL) angewiesen, sich jede Woche einen festen Termin freizuhalten. Ich lade dann kurzfristig ein, sofern ich eine Besprechung durchführen will. Defaultmäßig findet er aber nicht regelmäßig statt.

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Vierzehnhundertneunundvierzig

Vielen Dank für all eure interessanten Geschenkideen!
Ich habe mich jetzt entschlossen, dass Sophie einen Puppenwagen bekommt, der aber noch mit Duplo-Teilen gefüllt wird.
Zwar hatte ich zunächst Bedenken, dass die Duplo-Teile dann überall in Sonja’s Haus herumfliegen, denn meine Schwester hatte mir vor längerer Zeit mal erzählt, dass bei ihren Kindern alles Spielzeug, das aus mehr als drei Teilen besteht, sich ziemlich schnell im ganzen Haus verteilt. Tja, die Entropie – ich präge mal den Begriff Pädentropie dafür. Und wer möchte da schon Maxwell’scher Dämon sein?
Aber nachdem ich erfahren hatte, dass Lukas einiges seines alten Spielzeugs vom Dachboden geholt hatte, um es den Kindern seiner Cousine zum Spielen zu überlassen – darunter auch Bauklötze und Duploteile – verlor ich meine diesbezüglichen Vorbehalte.
Und überhaupt ist es nicht mein Problem, wenn dort überall einzelne Teile herumliegen.
Vermutlich ist das nicht das letzte Geschenk, dass ich besorgen muss, und sie und ihr Bruder werden ja auch älter, so dass ich dann ja noch einmal auf eure anderen Vorschläge zurückkommen kann.

Verena hatte Carsten noch einmal gefragt, ob sie mit ihren Kindern nicht doch ins Landhaus ziehen kann. Bei Sonja ist es schon recht eng, und sie muss sich mit ihren Kindern ein Zimmer teilen. Im Ort würde sie sofort einen Kindergartenplatz für Sophie bekommen, und sie hat eine gute Bekannte, die dort als Tagesmutter arbeitet, und Niklas nehmen würde.
Carsten lehnte jedoch ab, solange sie keinen regulären Arbeitsplatz hat. So kann sie die Betreuung nicht finanzieren, und einen dreißig Kilometer langen Pendelweg nimmt man täglich nur auf sich, wenn es sich auch lohnt.
Sobald sie eine passende Stelle gefunden hat, kann sie ja noch mal fragen.

Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, dass Verena ja die Wochenende wenigstens im Haus verbringen könnte. Dem hätte ich kein stichhaltiges Argument entgegenzusetzen. Dagegen ginge der Anreiz für mich, dort zum Wochenende regelmäßig hinzufahren, schlagartig gegen 0.
Es ist zwar bei weitem nicht so, dass wir dort ununterbrochen nicht-jugendfreien Aktivitäten nachgehen, aber immer mal zwischendurch schon, und ich möchte die Möglichkeit, dies einfach mal spontan machen zu können, nicht missen (und Sophie’s Großvater ganz bestimmt auch nicht, denn ihm liegt viel an ungestörter Zweisamkeit mit seiner Geliebten).
Und überhaupt wäre die ganze Ruhe dahin, wenn da ständig zwei Kinder herumwuseln würden.

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