„Mein Lieblingsexperiment“ #Blogparade //2170

Die neueste Blogparade auf Keinstein’s Kiste stellt die Frage nach dem Lieblingsexperiment.
Ganz spontan fallen mir da diverse Stoßexperimente mit meinem persönlichen Large Hardon Collider ein. Aber das ist wohl nicht gemeint, sondern eher chemische Versuche, die man möglichst mit Substanzen und Gerätschaften ausführen kann, die man eh im Haus hat.

Nun ja – es ist Sommer – da dürfte ein Vorschlag, wie man Brausepulver herstellt willkommen sein. Für Brausepulver benötigt man eine organische Säure in Pulverform. Zitronensäure oder Weinsäure sind geeignet. Außerdem eine basische Substanz wie Backpulver oder Natron. Beides vermischt man zu etwa gleichen Teilen. Für das Aroma kann man noch Puderzucker oder Getränkepulver nach Geschmack zufügen.
Kommt das Brausepulver mit Wasser in Kontakt (entweder indem man Wasser zugibt und so ein Brausegetränk herstellt, oder direkt mit dem Speichel im Mund), so löst sich das Pulver.
Oxonium- und Carbonationen reagieren zusammen. Es entsteht Wasser, und Kohlendioxid (oh je! böse!) wird frei. Das Getränk sprudelt, das Pulver im Mund schäumt. Tatsächlich! Man kann Kohlendioxid sehen und sogar spüren!

Ein schönes physikalisches Experiment ist es zum Beispiel, eine Murmel in einer Schüssel in eine resonante Schwingung zu versetzen. Man legt eine Murmel in eine innen möglichst glatte und runde Schüssel. Dann beginnt man, die ganze Schüssel langsam in kleine Drehungen zu versetzen. Wenn man das im passenden Rhythmus macht, rollt die Kugel auf einer Art Umlaufbahn über die Wände der Schüssel. Bewegt man die Schüssel zu heftig, wird die Murmel hinausgeschleudert. Ist wirklich ein nettes, kleines Experiment, dass keinen großen Aufwand benötigt, aber ein gutes Gespür für Bewegungsabläufe bringt, sowie einen gewissen Spaßfaktor mitliefert.
Als Jugendliche hatte ich das erweitert, und in eine runde Schachtel unten ein Loch hineingeschnitten. Ich simulierte dadurch die klassische (!) Anziehung eines Elektrons vom Atomkern. Hatte das Elektron zuviel Energie, wurde das Atom ionisiert, hatte es zu wenig, fiel es in den Kern.

Für viele schöne Experiment braucht man halt auch aufwendiges Zubehör. Oder habe ihr zufällig einen Oszillographen, einen Laser, eine Röntgenröhre, eine Mikroskop, eine optische Bank samt Linsen, einen Geigerzähler, ein Teleskop, flüssiges Helium, einen Funktionsgenerator, .. daheim rumstehen?

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Le sacre du Twitter //2169

Zwischen dem 16. und 25. Oktober 2018 bereicherten die folgenden Tweets meinen Twitteraccount.

Verleser des Tages: Hyperlinks statt Hyperbeln
Aktueller Arbeitsstatus //1974 Neunzehnhundertvierundsiebzig
Verhörer des Tages: [Georg] Siemens statt Simon [Ohm]
+Übrigens ist Siemens * Ohm = 1
Verleser des Tages: muslimischer statt muskulöser [Körper]
Im Sommer war die Sommerzeit ja schön, aber jetzt wird es Zeit, wieder zur Normalität zurückzukehren.
Block The Blog //1973 Neunzehnhundertdreiundsiebzig
Verhörer des Tages: Escort statt Export
Da es bereits mehrere Anfragen gab: Für die Keynote erhalte ich eine Aufwandsentschädigung, die die Kosten für Reise und Hotel etwa abdeckt. Den Kolloquiumsvortrag halte ich unentgeltlich. #nonprofit
+Und nein, heuer findet die Veranstaltungsreihe nicht statt, bei der ich sonst einen Fachvortrag gehalten habe. Voraussichtlich nächstes Jahr wieder. Dafür habe ich auch nur ein kleines Honorar gekriegt, das die Reisekosten nur geringfügig überstieg. Reich wird man so nicht.
+Warum ich es dann mache? Nun ja, ich referiere ganz gerne vor Publikum, und meist tue ich damit auch jemandem einen Gefallen. Worauf ich allerdings achte, ist, dass ich nicht als #Speakerin bzw. Alibifrau missbraucht werde.
Verleser des Tages: Massenanziehung statt Massenzuwanderung
Der Countdown läuft. Nur noch 4 Tage, dann ist wieder Normalzeit!
Schon mal versucht, im Dunkeln einen String anzuziehen?
Der Ex-Assi //1972 Neunzehnhundertzweiundsiebzig
Er will keine „Loreley-Geschichten“ mehr erleben. Tja .. #FemmeFatale
Klar, man kann auf manche Äußerungen mit Sarkasmus oder Verächtlichmachung reagieren. Oder dem Dialogpartner einfach mal zugestehen, dass er solche Erfahrungen gemacht hat.
Verleser des Tages: Rentner statt Redner
Verhörer des Tages: Tripper statt Twitter
breakplaining: Pointer //1971 Neunzehnhunderteinundsiebzig
Verleser des Tages: Mädchensachen statt Männersachen
Er findet eine vertrocknete Sonnenblume am Wegrand. „Die nehm ich mit heim. Die können die Vögel ausfressen.“ Ich: „Du bist halt immer so gut zu Vögeln.“
Lust auf Verführung.
Warum trägt man überhaupt freiwillig so eine Protzuhr, wenn nicht, um damit anzugeben? #Rolex
Verhörer des Tages: Hemden statt Händen
Dessous-Topologie .. das ist ja auch so ein Kapitel für sich.
Lange Abendschatten. „Der Tangens geht ins Unermessliche.“
Ups .. der war aber spritzig. #Federweißer
Waldspaziergängliche Diskussion über die Genießbarkeit von Eicheln. Ich hab noch eine Packung #Eichetti.
Ich muss wohl wieder mal meine Krallen ausfahren.
Verleser des Tages: Lesbenkeit statt Lesbarkeit
+Die Verleserei geht noch weiter: Lesbenkult
Rückblick 1. Halbjahr 2018 //1970 Neunzehnhundertsiebzig
Verhörer des Tages: [er wurde] gemobbt statt gemocht
Da ich heute daheim bin, sollte ich mir wohl die Hausarbeit besonders gründlich vornehmen.
Verleser des Tages: verarscht statt verursacht
Lieber gesund als krank //1969 Neunzehnhundertneunundsechzig
Zwar lasse ich mich nicht von Feministinnen bevormunden, aber es erschüttert mich, was sie alles bei leicht beeinflussbaren Menschen anrichten.
Habe den Eindruck, es ist mal wieder eine Klarstellung fällig: Ich bin nicht emanzipiert. Ich arbeite daheim, oder unterstütze meinen Mann in der Firma.
Kurzes Statusupdate aus gegebenem Anlass: QR-Code halb fertig gestrickt
Verhörer des Tages: verspottet statt verschrottet
Verleser des Tages: Abmahnung statt Anbahnung
Plaisir-Blessiert //1968 Neunzehnhundertachtundsechzig
Verschreiber des Tages: „heiße Lust“ statt „heiße Luft“
Für den bevorstehenden Winter lasse ich mir einen virtuell-metaphorischen Katzenpelz wachsen. #dickesFell
Verleser des Tages: Vorhörner statt Verhörer
Mea Culpa! //1967 Neunzehnhundertsiebenundsechzig
Lasst Nerds um mich sein.
Verschreiber des Tages: WHOM statt WHIM
Dev Dev Spec //1966 Neunzehnhundertsechsundsechzig

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Personaliges //2168

Bevor ich zum eigentlichen Kern komme, muss ich wohl erst einmal ein paar Vorinformationen geben, die für das Verständnis der Angelegenheit notwendig sind.

In unserer Fertigung gibt es eine Gruppe von Arbeiterinnen, die bestimmte feinmechanische Arbeiten ausführen. In den Standorten 4 und 5 gibt es ähnliche Gruppen, die praktisch das gleiche machen. (In Standort 6 sind ähnliche Arbeiten fällig, aber das lassen wir vorläufig außen vor).
Insgesamt sind also mehr Mitarbeiter beschäftigt, als wir für diese Arbeiten brauchen. Eine gewisse Redundanz ist in Ordnung, aber es muss nicht an jedem Standort Redundanz geben. Zwei dieser Gruppen würden firmenweit absolut ausreichen, um die nötigen Arbeiten durchzuführen.

In Kürze stehen in unserer Fertigung Umbauarbeiten an. Zur Vorbereitung musste da erst einmal Platz geschaffen werden. Deshalb habe ich die Feinmechanik vorläufig in Standort 1a umquartiert. Sie brauchen dafür keine großen Maschinen, sondern können viele Arbeiten (zumindest vorübergehend) auch dort ausführen. Arbeiten, für die spezielleres Werkzeug benötigt wird, müssen halt in Standort 4 oder 5 erledigt werden.
Die Umbaumaßnahmen bringen es mit sich, dass auch nach dem Umbau kein Platz mehr für die Feinmechanik sein wird. Wir schaffen uns einige neue Maschinen an. Eine davon kann einen Teil der feinmechanischen Aufgaben übernehmen.

Lange Rede – kurzer Sinn: Die Arbeiterinnen werden überflüssig.
Durch die neue Maschíne wird es ausreichen, nur an einem Standort noch eine Feinmechanikgruppe zu behalten. Ich schwanke noch, ob wir die an Standort 4 oder 5 behalten werden (langfristig möchte ich diese Art Arbeit eigentlich ohnehin zu Standort 3 auslagern). Was unsere neue Maschine nicht kann, wird firmeneinheitlich dann an nur noch einem Standort erledigt. Das nennt man Synergie. Es ist einfach effizient, bei mehreren Standorten, bei denen ähnliche Arbeiten anfallen, diese Arbeiten nur noch an einem durchführen zu lassen. (Entsprechende Überlegungen gibt es übrigens zu fast jeder Abteilung. Die Umsetzung gehen wir behutsam an. Ein Großkonzern wäre da um einiges rigoroser.)

So. Was mache ich jetzt aber mit meinen Arbeiterinnen hier?
Eine wird in absehbarer Zeit in Rente gehen. Bis dahin werde ich nichts unternehmen.
Eine könnte ich mit viel gutem Willen – wenn auch nur zur Überbrückung und keinesfalls als Dauerlösung, und vorzugsweise nur Teilzeit – noch hier einsetzen, wenn unvorhergesehen derartige Aufgaben anfallen, oder als Redundanz, oder als „Mädchen für alles“. Eine, aber nicht drei.
Eine weitere würde ich vermutlich bei Standort 6 unterbringen können. Ob die Entfernung noch zumutbar ist, darüber könnte man streiten.
Bliebe immer noch eine übrig, für die ich keinerlei Einsatzmöglichkeit mehr sehe.
Diese Arbeiterinnen arbeiten schon viele Jahre zuverlässig bei uns. Ich möchte sie nicht einfach sang- und klanglos entlassen, obwohl das „aus betrieblichen Gründen“ zulässig ist.
Es sind keine ausgebildeten Fachkräfte, sondern sie wurden ursprünglich halt ein paar Wochen lang eingearbeitet. Für diese Aufgaben braucht es feinmotorische Geschicklichkeit, Geduld und eine gewisse Resilienz gegen langweilige Routinetätigkeiten, aber keine weitergehende Qualifikation.
Für unseren Betriebschor wird es ein herber Verlust. Eine singt regelmäßig mit, eine andere zumindest gelegentlich.

Also was mache ich jetzt?
Soll ich den Arbeiterinnen nahelegen, sich schon mal nach einem anderen Job umzusehen? Oder erst mal noch abwarten?
Auf Dauer werden sie gehen müssen. Das bin ich auch den anderen Mitarbeitern schuldig, um deren Arbeitsplatz zukunftsfähig zu sichern.

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What A Mess! //2167

Wir hatten einmal wieder einen Stand bei einer Branchenmesse. Über die Vorbereitung und die Organisation möchte ich nichts näheres schreiben. Jedenfalls hatten wir arrangiert, dass ich ein paar Stunden lang für Interessierte als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen würde.
Die meiste Zeit hatte ich aber Gelegenheit, herumzulaufen und mich umzuschauen.

Es war mir gelungen, es so einzurichten, dass auf meinem Namensschildchen mein Doktortitel nicht stand. So hatte ich die Hoffnung, vielleicht mal für eine Sekretärin oder eine Messehostess gehalten zu werden, und so ein wenig Spaß zu haben.
Aber derlei kam nicht vor. Ich wurde nur von einigen Männern angesprochen, die mich bereits kannten. Ich sie aufgrund meiner Gesichtsblindheit dagegen eher nicht.
Da gibt es im Wesentlichen zwei Gruppen: Zum einen Geschäftskontakte, mit denen ich beruflich zu tun hatte. Und zum anderen Männern, mit denen ich irgendwann mal intim war. Es gibt auch eine Schnittmenge. Die kenne ich aber eigentlich gut genug, um sie selbst wiederzuerkennen.
Peinlich kann es werden, wenn ich nicht weiß, zu welcher Gruppe der jeweilige Mann gehört. Als praktikables Kriterium hat sich erwiesen, darauf zu achten, wie er mich anspricht. Sind wir per Sie, ist es ein Geschäftskontakt, duzt er mich, vermutlich ein früherer ONS.
Das gilt nicht nur für diese Messe, sondern auch sonst, wenn ich irgendwo unterwegs oder auf einer Veranstaltung bin.

Dann war da jedoch plötzlich dieser Mann, der es geraume Zeit schaffte, mich nicht direkt anzusprechen, sondern allgemeine Floskeln wie „es ist viel hier los“ oder „da drüben ist der Stand von der Firma, bei der ich arbeite“ benutzte.
Fast hätte ich geglaubt, dass ich ihn vielleicht noch nie getroffen hatte. Erst als er sich verabschiedete, stellte sich doch noch heraus, woher er mich kannte. Er war an meiner alten Uni ein paar Semester unter mir gewesen, und arbeitete jetzt im Vertrieb einer Firma, zu deren Produkten wir aber keinen Bezug haben, ist also geschäftlich uninteressant für mich.

Auf vielen Ständen liegen als Werbegeschenke Gummibärchen, Traubenzucker oder Kugelschreiber herum. Manche Besucher bedienen sich dort hemmungslos. Ich kann das nicht, so dass meine Ausbeute nicht nennenswert ist.
Wir selbst bieten nur Leuten, die ein wenig Interesse zeigen, Leinentaschen an. Für besonders interessierte, ernsthafte Besucher haben wir auch noch ein paar größere Geschenke. Leinentaschen haben den Vorteil, dass die Leute dann ihre anderen Geschenke und Broschüren leicht verstauen können, und außerdem bieten sie eine recht große Werbefläche, die auch von weiteren Personen wahrgenommen werden kann.

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Auf Berges Halde //2166

Dieses Jahr hatte ich es vermeiden können, das hiesige Volksfest zu besuchen. Dort sind mir viel zu viele Leute, es ist zu eng, zu laut, und ein Bier kann ich auch anderswo trinken, wenn mir danach ist.
An die Belegschaft hatten wir trotzdem zwecks Mitarbeiterbindung Biermarken verteilt. D.h. das sind eigentlich Gutscheinhefte. Außer Marken für zwei Bier (bzw. andere Getränke) sind auch noch Essenscoupons dabei.
Carsten hatte in seinem Büro noch ein Heftchen gefunden, und so machten wir ausnahmsweise mal früher Feierabend, um die Gutscheine im betreffenden Bierkeller einzulösen. Es war zwar ziemlich kühl, aber einen anderen Zeitraum hätten wir vorläufig nicht gefunden, und bei brütender Hitze wäre so ein Ausflügchen auch nicht erholsam gewesen.

Unser Weg führte uns zunächst in einen öffentlichen Garten in der Nähe des Volksfestgeländes. Die Wege sind dort sehr steil und es gibt ziemlich skurrile Skulpturen. Meistens ist dort nicht viel los, aber diesmal liefen mehr Leute herum als üblich.
Wir hielten uns also nicht allzu lange auf, sondern gingen gleich weiter zum Bierkeller, der den ganzen Sommer über geöffnet hat. Dabei liefen wir über das Gelände des Volksfestes. Im Vorfeld hatten wir gehört gehabt, dass etliche Bäume hätten gefällt werden sollen, da sie der vorige trockene Sommers arg mitgenommen hatte, so dass ihre Stabilität nicht mehr sicher gewährleistet werden konnte. In der Tat muss einer der Bäume bei stürmischem Wetter bereits umgestürzt sein. Wir sahen also einige Bäume, denen die Krone geköpft worden war, und von denen nur noch ein jeweils drei bis vier Meter hoher Stumpf übriggeblieben war. Es ist schade um diese Bäume, hatten sie den Besuchern und Passanten doch immer angenehmen Schatten gespendet.

Wir lösten eine der Biermarken ein, und kauften uns eine Brezel sowie etwas Emmentaler, bevor wir die Treppe nach oben stiegen, um uns dort an einem der Tische niederzulassen.
Mir fiel auf, dass ein Bier jetzt nur noch 7 Euro kostete. Eine Biermarke hatte aber 9.50 Euro gekostet, da dies während des Volksfestes der Preis für ein Bier gewesen war. Als ich das kritisierte, meinte Carsten gleichgültig: „Würde dir das Bier denn besser schmecken, wenn es teurer wäre?“
Ich ging nicht auf diese Fangfrage ein, sondern erinnerte bedauernd daran, dass die wichtigste lokale Brauerei kürzlich geschlossen hatte.
Als wir fertig waren, gaben wir den Bierkrug wieder ab und erhielten das Pfandgeld zurück. Es war noch früh am Abend, so dass wir einen weiteren Spaziergang zu einer kleinen Anhöhe machten. Hier ist fast nie etwas los, und auch diesmal war alles ruhig.

Unter den Bäumen drückte ich mich eng an Carsten, bevor ich seine Hose öffnete. Bei mir selbst ist das viel einfacher, mich untenrum frei zu machen. Zumindest im Sommer muss ich nur den Rock ein wenig hochschieben. Mit einem geübten Griff schob er seinen Freudenspender tief in mich hinein.
Im Gegensatz zu ihm hatte ich an der genauen Stelle aber keinen festen Stand, so dass ich ihm bedeutete, ein Stückchen weiterzugehen, um mich am Geländer anlehnen zu können. Leider war das Geländer aber so niedrig, dass ich doch nicht ganz abschalten konnte, denn dahinter ging es steil den Berg hinunter, so dass ich etwas Aufmerksamkeit dafür vorsehen musste, mein Gleichgewicht zu halten.
Als wir uns gerade so schön aneinander erfreuten, hörten wir plötzlich Stimmen. Carsten ist da leider übervorsichtig, und zog sich sofort zurück. Ich war so enttäuscht, dass mir Tränen in die Augen stiegen, während Carsten bereits seine Hose wieder verschloss.
Als die Leute sich endlich entfernt hatten, nahmen wir unsere Vergnügung wieder auf, und konnten sie diesmal erfolgreich zum Abschluss bringen.

Erst jetzt spürte ich, dass es eigentlich recht kühl war, und ich fröstelte.
Carsten legte seinen Arm wärmend um mich, als wir uns langsam auf den Heimweg machten.

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Mündliche Aufgabe //2165

Im Vergleich zum aktuellen Dilemma mit Evalyze ist ein weiteres Entwicklungsthema fast bedeutungslos.
Mir wurde als Wunsch der Anwender herangetragen, dass sie unsere Geräte über einen Sprachassistenten steuern wollen. So wie „Hallo Alexiritana, mach mal dies und das!“

Da merkt man doch gleich, dass unsere Anwender überhaupt kein technisches Verständnis haben. Für eine sinnvolle Sprachschnittstelle sind die Funktionen unserer Geräte viel zu komplex und umfangreich. Dafür braucht man mehr Eingaben, als es ein Sprachassistent zügig aufnehmen kann. Sprachassistenten können zwar einfache Fragen beantworten, oder auch z.B. Termine planen, aber für Aufgaben, die eine größere Zahl von Parametern verlangen, sind sie ziemlich ungeeignet.
Unsere Äpp hat schon einen sehr reduzierten Funktionsumfang. Immerhin kann man dort noch aus (teils längeren) Listen auswählen. Bei Sprachsteuerung wäre das unpraktikabel.

Naja, ich werde wohl mal vorsehen, ein paar ganz einfache Tasks (z.B. Statusabfragen, oder eine Reinitialisierung) umsetzen zu lassen. Wenn die Kunden das so wünschen, bleibt mir nichts anderes übrig.
Zunächst beschränken wir uns auf Englisch und Deutsch – in der Hoffnung, dass sich bei Bedarf später weitere Sprachen unproblematisch ergänzen lassen.
Wenn die Ausführung über die Cloud läuft, habe ich auch schwere Datenschutzbedenken. Aber das muss ich erst einmal zurückstellen.

Ein neues Projekt braucht einen Codenamen (habe ich hier im Blog vor Evalyze leider versäumt zu vergeben). Ich werde zukünftig auf die Sprachsteuerung mit der Bezeichnung „OTask“ (für „Oral Task“) referenzieren.

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Spiele der Vielfalt //2164

Als Kind spielte ich am liebsten allein. Ich hatte eine ganze Reihe unkonventioneller Spiele.
Manchmal durfte ich mit der Knopfsammlung meiner Mutter spielen. Sie hatte eine große Dose mit Knöpfen aller Art. Verschiedene Farben, verschiedene Größen, verschiedene Materialien, verschiedene Formen, welche mit zwei Löchern, welche mit vier Löchern, welche mit einer Art Öse, .. wunderbar geeignet, sie nach den verschiedensten Kriterien zu sortieren, aber zu uneinheitlich, um damit weitergehend zu spielen.

Dafür waren die 63 hölzernen Spielkegel in einer alten Spielesammlung schon besser geeignet. Die meisten Kegel waren rot, grün, gelb und blau. Dazu kamen ein violetter und ein schwarzer.
Ich spielte Schule mit den Kegeln, indem ich sie ordnete und entsprechend aufstellte. Die roten und gelben waren die Mädchen, die grünen und blauen die Buben. Der violette war die Klassensprecherin, der schwarze der Klassensprecher. Einen der roten Kegel muss irgendwann mal jemand mit einem Messer bearbeitet haben, und ein Stückchen herausgeschnitzt. Das Mädchen war also behindert.
Als Lehrer oder Eltern (je nach Bedarf) nutzte ich etwas größere Spielkegel aus Plastik. Von denen hatte ich aber nicht so viele, so dass die geschlechtliche Zuordnung inkonsistent war (z.B. gab es eine hellgrüne Lehrerin).

Während die Menge der Spielkegel konstant war, änderte sich die Zusammensetzung meiner Sammlung an Buntstiften. Es machte mir Spaß, sie nach Länge zu sortieren. Die meisten hatten einen hexagonalen Querschnitt. Es gab aber auch runde und eher dreieckige. Manche ärgerlicherweise unlackiert, was die Strukturierung störte. Auch hier waren die roten, orangen, gelben und rosanen die Mädchen, während die grünen und blauen die Jungen waren. Da die anderen Farben unterschiedlich oft vorkamen, entschied ich nach Bedarf, welchem Geschlecht ich sie zuordnete.

Beim Spielen mit Legosteinen ging ich ganz anders vor. Von der Größe hing ab, wie alt ein Stein war. Die meisten Legosteine sind ja zwei Einheiten breit. Diejenige, die vier Einheiten lang waren, waren die Erwachsenen, die dreier die Jugendlichen, die zweier die Kinder und die einer die Babys. Andere Größen waren für diese Systematik irrelevant.
Die allermeisten meiner Legosteine waren rot oder weiß. Dann hatte ich noch einige gelbe, sowie wenige schwarze, blaue und durchsichtige. Damit konnte ich keine geschlechtliche Taxonomie begründen. Ich ordnete sie also Ländern oder Kontinenten zu. Die Weißen waren Europäer, die Roten Indianer in Amerika. Den Gelben war China zugeordnet, den Schwarzen Afrika. Soweit war das einigermaßen eindeutig.
Schwierig wurde es mit den Blauen und den Durchsichtigen. Eine Zeitlang waren die Blauen „die Besoffenen“, bevor ich auf die Idee kam, dass sie ja vielleicht blaugefroren wären. Von da an galten sie als Eskimos.
Noch schwieriger waren die Durchsichtigen einzugruppieren. Den Pumuckl hatte ich des öfteren von Klabautermännern erzählen hören. Die waren unsichtbar. Also kamen fortan die transparenten Legosteine aus Klabauterland.

Meine Puppen, Stofftiere und Bücher versuchte ich ebenfalls, nach diversen Kriterien zu gruppieren, aber sie widersetzten sich einer schlüssigen Feinkategorisierung.

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Gefunden! //2163

Es gibt wieder einmal einen ganzen Schwung neuer Suchanfragen, über die ihr euch zusammen mit meinen kurzen Anmerkungen amüsieren dürft. Oder auch nicht.

„breakpoint technical test“
Tja, das ist fast an der Tagesordnung.

„herzensmensch“
Mir sind Menschen mit Hirn lieber, die es auch benutzen.

„bottom sm“
Das Bottom-Quark zählt wie das Top-Quark und das Tauon samt seinem Neutrino zur dritten Fermionen-Generation des Standardmodells.

„alien-hand-syndrom“
Wieso leitet Google da auf mein Blog? Ich habe das hier nie erwähnt, mich lediglich vor längerer Zeit mal auf einem anderen Blog kurz an einer Diskussion beteiligt.

„angesäuertes futter“
Silage.

„bewässerung flasche selber machen“
Stülpt man da nicht einfach eine volle Wasserflasche kopfüber in den Blumenkasten?

„besuchsankündigung“
Da bin ich erst mal skeptisch.

„firefox stürzt dauernd ab“
Es gibt ja auch noch andere Browser.

„nette leute“
sind mir erst mal suspekt.

„auflistungen“
Systematische Listen mag ich.

„orthogonal zeichen word“
Das ist Unicode 27C2.

„java fragezeichen doppelpunkt“
Das ist eine Kurznotation für If-Abfragen.

„sitzpinkeln schild“
Das Schild in meinem Bad habe ich einmal geschenkt bekommen.

„dreist unverschämt“
Frech.

„unhold“
Wer nicht hold ist.

„gewerberegister fürth“
Schweigen ist Gold.

„pensum“
Die zu erledigende Menge.

„osi modell layer 8“
Als Erweiterung des Open Systems Interconnections Models bezeichnet Layer 8 die Schicht des Anwenders.

„erlebnis mehrzahl“
Erlebnisse.

„excel guid erzeugen“
Mit einem VBA-Makro ginge das. Ob Excel GUIDs on board erzeugen kann, weiß ich nicht.

„breakpoint kaufen“
Keine Chance.

„falsett“
Hat nichts mit dem logischen Wert false zu tun, sondern ist eine männliche Kopfstimme.

„fotographie“
Irgendwie inkonsistent – wie auch Photografie. Fotografie oder Photographie wären dagegen konsequent.

„schroff“
Barsch oder grob.

„vertretungsplan schule gingst“, „vertretungsplan gingst“
Als ich noch in die Schule ging, schaute ich früh als erstes auf den ausgehängten Plan, auf dem stand, ob Stunden ausfallen oder verschoben werden.

„sellerie“
Übrigens verbraucht der Körper bei der Verdauung von Sellerie mehr Energie, als er dadurch aufnimmt.

„breakpoint neuigkeiten“
So manche Neuigkeit stelle ich erst einmal zurück, bevor ich sie zeitverzögert blogge.

„dominantsextakkord wiki“
Da irgendwo enden meine Kenntnisse in Harmonielehre.

„stories oma bücken“
Ach, der schlimme Rücken!

„coitus per os“
Nein, das ist kein Betriebssystem mit Sprachsteuerung.

„dildo vorlage 3d drucker“
Man sollte aber auch ein Material wählen, das mechanisch robust ist, und ohne Weichmacher auskommt.

„blasen am strand“
Der Sand dort kann schon lästig werden.

„pikiert“
Leicht beleidigt oder eingeschnappt.

„konservative kraft beispiel“
Etwa die Coulomb-Kraft, die die Anziehung oder Abstoßung elektrischer Ladungen beschreibt.

„er bat mich komma“
Bin schon unterwegs!

„steak n blowjob day“
Eine Frage der Pioritäten.

„hicknhack“
Von diesen Foranten habe ich schon lange nichts mehr gehört. Ich bin denen wohl zu brav und konventionell geworden.

„geguckt synonym“
Geschaut.

„besserwisserisch“
Wenn man nicht verheimlicht, es besser zu wissen.

„mydirtyhobbygutschein“
Das schönste Hobby kostet nichts.

„trigonometrische funktionen kreuzworträtsel“
(Ko)Sinus, (Ko)Tangens, (Ko)Sekans.

„who is ficki fiona“
Häh?

„jemandem avancen machen“
Anbaggern.

„noch bevor“
Früher.

„sprachatlas spiegel“
Finde ich ja interessant.

„konziliant“
Umgänglich, verträglich.

„sie hat ihn betaisiert“
Als mein Mann eine Infektion hatte, habe ich ihn mit Betaisodona behandelt.

„mea culpa mecum porto“
Müsste das nicht „meam culpam“ heißen?

„wordpress die website weist technische schwierigkeiten auf“
Auch schon gemerkt.

„luftballon platzen“
Das ist nicht ungewöhnlich.

„oberschenkel dict“
Englisch wäre thigh.

„fleischkonsum reduzieren“
Ich esse sowieso nur wenig Fleisch, könnte fast ganz darauf verzichten – allerdings nicht auf Eier und Milchprodukte.

„gr breakpoint beta“
Kein Grund, über die Betaversion zu grollen.

„sm social media“
In den sozialen Medien findet man Allerlei zum Standardmodell.

„glibber ei“
Auch als Eiklar bekannt.

„tchibo kartoffelsack“
Dort wird es eher Säcke für Kaffeebohnen geben.

„anne fatale“
Temporär hatte ich mal diesen Twitternamen, der als eine Art Katharsis gedacht war.

„stern im stier“
Aldebaran?

„vulkanausbrüche häufen sich“
Bestimmt sind wir Vulkanier wieder daran schuld.

„sprudelwasser maschine“, „wassersprudler karlstadt“
Da wird das böse Kohlendioxid mit Druck in Wasser hineingezwungen.

„merkel lügnerin“
Solange es niemand merk[el]t.

„wordpress installieren“
Man kann WordPress auch selbst hosten. Die Installation ist nicht so schwer.

„deszendent rechner“
Dürfte der gleiche Rechner können, der auch den Aszendenten ermittelt.

„anne nühm gender pay gap“
Der GPG-Mythos wird verbreitet, um angebliche Diskrimierung zu behaupten. Tatsächlich haben Gehaltsunterschiede sachliche Gründe.

„orthopäde rechnung“
Kann bestimmt teuer werden.

„wikipedia girls day“
Dazu sage ich heute mal nichts.

„niklas metzger“
Niklas mag Wurst.

„breakpoint 1991“
Damals ging ich in die Schule.

„akk unfähig“
ACK

„klingonisch übersetzer bing“
Leider kann ich nicht beurteilen, wie gut diese Übersetzungen sind.

„fortsetzung“
Wenn es weitergeht.

„sexonthebitch“
Ich mag keine Hundestrände.

„katzenschwanz vorhang“
Normalerweise haben Katzen kein Problem mit Vorhängen.

„beglückung sechs buchstaben“
Spontan fällt mir nur etwas mit drei Buchstaben ein.

„kartoffelerntezeit“
Das kann je nach Sorte, geographischem Ort und bisherigem Wetter unterschiedlich sein. Bei uns war es so Anfang oder eher Mitte September.

„ungewöhnlicher mensch“
Jemand, der einzigartig und originell ist.

„gläserne samtpfötchen“
Glas ist aber nicht samtig.

„lagrangedichte“
In der Hochenergietheorie benutzte auf das Volumen bezogene Lagrange-Funktion.

„jetzt erst recht“
Challenge accepted!

„breakpoint paradies“
Wer mag einen Apfel?

„si präfix“
Im Alltagsleben dürften milli, centi, dezi, deka, hekto und kilo genügen. Naja, bei Computerkram noch Mega, Giga, Tera, ..

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Auf der Straße //2162

Gestern musste ich unvorhergesehen dringend zu Standort 6.
Ich lieh mir also Carsten’s Auto aus, der es im betreffenden Zeitraum nicht unbedingt brauchte, und fuhr damit hin.

Tja – ich hatte zwar durchaus das Glück, nicht in einen Stau zu geraten , aber dennoch war die Fahrt enorm anstrengend und stressig. Dichter (zeitweise zähflüssiger) Verkehr, zunehmende Aggressivität der anderen Verkehrsteilnehmer .. ich musste mich voll auf das Fahren konzentrieren.
Das nächste Mal nehme ich doch lieber wieder die Bahn (zumindest, wenn es nicht so sehr auf die Zeit ankommt). Das ist wesentlich gemütlicher. Ich kann da abschalten, entspannt meinen eigenen Gedanken nachhängen, etwas lesen oder sogar am Notebook arbeiten. Das alles geht nicht, wenn ich selbst Auto fahre.

(Übrigens hatte ich bei Standort 6 problemlos einen Parkplatz für das Auto gefunden. Eng wird es dort meines Wissens nur ein- oder zweimal im Monat, und selbst dann gibt es genügend Ausweichparkmöglichkeiten in der näheren Umgebung. Ich bin also zuversichtlich, dass sich die dortigen Mitarbeiter für die kleine Parkanlage entscheiden werden.)

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Ein fragwürdiges Ersuchen //2161

Von Leuten, mit denen ich noch nie vorher zu tun hatte, bin ich gebeten worden, bei einem Expertenforum am Diskussionspanel teilzunehmen.
Der Veranstaltungsort ist nah genug, um ohne dortige Übernachtung auszukommen.
Mit dem Thema des Forums kenne ich mich aber nur am Rande aus, hatte damit noch nie näher gearbeitet. Es ist ein branchenrelevantes, technisches Thema. Das ist auch schon alles.

Jetzt wunderte ich mich, wieso mich die Veranstalter dann einladen wollen. An meiner Fachkenntnis kann es ganz bestimmt nicht liegen. Es ist nicht so, dass ich null Ahnung hätte, aber Expertenkenntnisse, die mich dafür qualifizieren würden, habe ich bestimmt nicht, und ich habe in diesem Umfeld auch nicht den Ruf.
Natürlich habe ich die Veranstalter gefragt, wie sie gerade auf mich gekommen sind. Angeblich waren sie von meiner Keynote letztes Jahr beeindruckt. Sie hätten jemanden gesucht mit Sachverstand, der aufgeschlossen und noch nicht „betriebsblind“ ist.
Hm .. die Keynote war zwar ganz ordentlich gelaufen, aber so richtig gut gelungen war sie mir meines Erachtens nach auch nicht. Ich weiß nicht, was ich jetzt davon halten soll.

Der Gedanke liegt nah, dass die mich nur als Alibifrau wollen. Die anderen (voraussichtlichen) Teilnehmer sind nämlich alle männlich (und – soweit ich das beurteilen kann – tatsächlich Koryphäen auf diesem Gebiet).
Eigentlich wollte ich deshalb direkt absagen. Dazu will ich mich nicht missbrauchen lassen, und einen inhaltlichen Beitrag kann ich eh nicht leisten.
Aber Carsten macht Druck, dass ich hingehe – wegen PR für die Firma.

Ich könnte mich natürlich einfach dekorativ-zurückhaltend dazusetzen und fertig. Aber wenn mir dann doch mal jemand eine Frage stellt, könnte ich nicht fundiert anworten, und würde wohl keine gute Figur machen. Das wäre mir peinlich und widerstrebt mir.
Ich müsste mich also wenigstens halbwegs in die Thematik einarbeiten, um einigermaßen substanziell mitreden zu können.
Es ist doch so: stelle ich mich dort als inkompetent dar, so fällt das auf mich persönlich und die Firma zurück. Hinterlasse ich dagegen einen positiven Eindruck, so wird das nicht als meine persönliche Leistung gewürdigt, sondern dem weiblichen Kollektiv gutgeschrieben. Ich habe Bedenken, dass ich mich dort für feministische Zwecke instrumentalisieren lasse.

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Der Rest ist Schweigen //2160

Wenn ich mich an meine Kindheit oder Studienzeit erinnere, so war beim Bäcker am Nachmittag (insbesondere freitags) die Auswahl schon sehr eingeschränkt. Die Auslagen waren mehr oder weniger leer. Man musste damit rechnen, nicht alle Backwaren kaufen zu können, die man eigentlich wollte.
Das war aber kein größeres Problem. Normalerweise richtete man seine Einkäufe halt so ein, dass man noch am Vormittag zum Bäcker ging.
Wenn ich jetzt eine Bäckerei besuche, so sind selbst kurz vor Ladenschluss die Auslagen noch fast vollständig gefüllt.
Was machen die Bäckereien, mit den Waren, die übrigbleiben? Sie können doch nicht alle Sachen in der noch verbleibenden Zeit an den Kunden bringen. Am nächsten Tag sind sie nicht mehr frisch, so dass sie (obwohl – von Ausnahmen abgesehen – durchaus noch völlig in Ordnung) nicht mehr verkauft werden.
Ich kenne nur einen einzigen Konditor, der auch Backwaren vom Vortag verkauft. Die sind ausdrücklich als solche gekennzeichnet und deutlich billiger. Leider komme ich nur ziemlich selten bei diesem Konditor vorbei, aber wenn, dann bevorzuge ich den preisgünstigen Kuchen „von gestern“.

In vielen Supermärkten und Discountern werden Waren kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch stark reduziert verkauft. So habe ich beispielsweise einmal einen ganzen Karton Babybrei sehr günstig erwerben können.
Gewisse andere Geschäfte machen das nicht, denn Kunden, die reduzierte Waren kaufen, machen dann keinen Umsatz bei den entsprechenden normalbepreisten Produkten mehr.

Es ist mir durchaus klar, dass es unmöglich ist, den genauen Bedarf schon vorher zu kennen. Ich sehe es auch ein, dass es Verkäufer von kurzlebigen bzw. leicht verderblichen Produkten nicht riskieren wollen, Kunden zu enttäuschen, weil die gewünschten Waren bereits ausverkauft sind, und sich deshalb üppig bevorraten. Sonst würden die Kunden ja zum Konkurrenten gehen, bei dem die gewünschte Ware auch abends noch vorhanden ist.

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Evalyze 2.0 //2159

Zumindest inoffiziell war Evalyze für mich bereits im Feature Freeze. Evalyze hat schon mit dem Deep Learning begonnen (auch wenn die Testdaten sündhaft teuer waren).
Als ich jedoch neulich bei Standort 5 war, hatte ich eine weitere Idee zur Verbesserung.
Ich weiß nicht, wie ich das hier am besten erklären soll. Zu konkret darf ich nicht werden, aber wenn ich zu vage bleibe, ist die Sache nicht nachvollziehbar.

Hm ..
Evalyze trainiert mit Daten in unserem proprietären, firmeninternen Format (die gelieferten Testdaten zu konvertieren, war glücklicherweise gar kein Problem), um Erfahrungen zu sammeln.
Es gibt jedoch auch ein allgemeineres, teilweise standardisiertes Format. Wenn Evalyze mit diesem Format umgehen könnte, wäre es wegen Kompatibilität und Interoperabilität auch für andere Hersteller, bzw. Nutzer von Geräten anderer Hersteller interessant.
Ich will mir diese Option nicht verbauen.
Allerdings müsste ich dann jetzt die Reißleine ziehen, und die Entwicklung von Evalyze erst mal aussetzen. Dabei sind wir doch schon so weit!

Es gibt zwei taugliche Möglichkeiten:
Entweder ich lasse das Training ganz normal weiterlaufen und gebe Evalyze wie geplant heraus. In einer späteren Version kann es dann auch mit den Standardformaten trainiert werden.
Oder ich stoppe jetzt sofort die Entwicklung, und lasse Evalyze beide Formate parallel lernen. Das würde zu einer erheblichen Verzögerung führen.
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob zwei unterschiedliche Formate gleichzeitig sinnvoll sind. Im worst case interferieren die Daten auf unvorhersehbare Weise, und die Ergebnisse sind schlechter, als wenn ich mich nur auf ein Format fokussiere. In diesem Fall wäre es ganz bestimmt zweckmäßiger, das Standardformat zu nutzen (warum ist mir das nicht schon früher eingefallen?). Dann wären die ganzen bisherigen Lernfortschritte für die Katz.
Es könnte auch noch nicht absehbare Probleme mit der Rückwärtskompatibilität geben.

Die Zeit drängt. Nachdem Carstens anfangs recht skeptisch bezüglich Evalyze war, hat er inzwischen das Potential erkannt. Er hat es jetzt eilig, und will es möglichst bald herausgeben.
Ich habe auch bemerkt, dass einige Hinweise darauf hindeuten, dass gewisse Marktbegleiter anscheinend ein ähnliches Konzept verfolgen. Denen sollten wir schon zuvorkommen.

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Die Formel //2158

Als ich vor etlichen Jahren gerade angefangen hatte, zu programmieren, probierte ich – just for fun – ein Programm zu schreiben, das ein bestimmtes physikalisches Phänomen simulieren sollte. Dafür brauchte ich eine ganz spezielle mathematische Funktion, die mein Compiler nicht kannte. Also blieb mir nichts anderes übrig, als selbst diese Funktion zu schreiben.
Damals war das Internet noch nicht so umfassend wie heute. Zumindest fand ich keinen passenden Algorithmus, den ich hätte benutzen können. Folglich musste ich selber ran.

Es handelte sich um die Umkehrfunktion einer Funktion, die als Stammfunktion einer bestimmten analytischen Funktion definiert war.
Ich mochte ja schon damals Potenzreihen, und so machte ich einen klassischen Ansatz mit einer Taylorentwicklung. Für eine Taylorreihe braucht man die Ableitungen der Funktion. Da die Funktion allerdings nur als Umkehrung einer Stammfunktion definiert war, ließ sie sich nicht direkt differenzieren.
Aber nun ja – wir kennen die Umkehrung der Funktion, wir kennen deren Ableitung – da lässt sich schon etwas machen. Stichwort: implizite Differentiation.
Für eine Taylorreihe braucht man aber nicht nur eine Ableitung, sondern alle. Nachdem ich die ersten zwei oder drei händisch abgelitten hatte, erkannte ich ein Muster. Das erlaubte mir, einen weitergehenden Ansatz zu machen, welche Form die n-te Ableitung haben würde. In diesen Ansatz ging die ursprüngliche Funktion ein (also die, die später integriert wird), sowie ein Polynom – dessen Koeffizienten ich natürlich erst einmal nicht kenne.

Der Beweis, dass man die n-te Ableitung so schreiben kann, lief über vollständige Induktion. Zu zeigen, dass die erste Ableitung passt, war trivial. Dann kam der Schluss von n auf n+1. Das war eine etwas langwierige Schreiberei, aber schließlich konnte ich mein q.e.d. dahintersetzen.
Für die Polynome hatte ich nun einen Zusammenhang gefunden, der über einen Koeffizientenvergleich zu einer Rekursionsformel für die Koeffizienten der Polynome führte.
Als nächsten Schritt setzte ich die Polynome in meinen Reihenentwicklungsansatz ein. Ich konnte die Formel ein wenig vereinfachen, und letztendlich hatte ich eine Möglichkeit gefunden, die gewünschte Funktion numerisch über eine Potenzreihe zu berechnen.

Ich war gründlich genug, den Konvergenzradius zu bestimmen. Leider deckte er nicht den gesamten gewünschten Definitionsbereich ab. Nun ja – man muss Abstriche machen. Außerhalb des Konvergenzradiuses dürfte allerdings kaum einmal ein realistischer Fall auftreten, den mein Programm behandeln sollte. Da die ganze Rechnerei eh nur ein Spaßprojekt war, beließ ich es pragmatisch dabei, ohne nach einer besseren Lösung zu suchen, oder sonstige Vorkehrungen zu treffen, um diesen Spezialfall abzufangen.

Vor einiger Zeit fand ich, als ich gerade nach etwas anderem suchte, meine Aufzeichnungen darüber und erinnerte mich dadurch wieder an diese Berechnung.
Ich war neugierig, zu erfahren, ob es zwischenzeitlich einen Algorithmus für diese Funktionsberechnung im Internet geben würde.
Tatsächlich wurde ich fündig. Das Vorgehen wurde etwas anders aufgezogen, so dass ich erst gewisse Substitutionen und Umskalierungen machen musste, um die Ergebnisse zu vergleichen. Und siehe da – zumindest die ersten Koeffizienten stimmen überein. Leider, leider habe ich keine Herleitung dafür gefunden, so dass ich mich frage, ob die Herleitung im wesentlichen der meinen entspricht, oder eine ganz andere, vielleicht einfachere und elegantere gefunden wurde (oder vielleicht aber auch noch umständlicher und komplizierter als meine).
Während ich mich damals auf eine Rekursionsformel für die Koeffizienten der Polynome beschränkt habe, ist dort eine geschlossene Form angegeben. Dafür aber kein Ton über den Konvergenzradius.

Jetzt werdet ihr euch vielleicht fragen, warum ich nicht verraten habe, um welche mathematische Funktion es dabei geht. Tja, damals habe ich (als Klara Nahme) in einem entsprechenden Forum etwas dazu geschrieben. Das war zwar nur kurz und vage, aber es ist mir dennoch zu riskant, darüber eine mögliche Verknüpfung zu meinem Blog zu erstellen.

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Oktobrige Tweets //2157

Der vierte Samstag in Folge mit Tweets. Das ist vermutlich neuer Rekord. Nächsten Samstag sind wie üblich Suchanfragen dran. Doch heute erfreut euch an den durchaus unterhaltsamen Tweets, die ich zwischen dem 3. und 15. Oktober 2018 geschrieben habe.

Viel Arbeit in der Queue. Viel Verantwortung.
Verleser des Tages: Röntgenbilder statt Heiligenbilder
Verhörer des Tages: Zombie-Nation statt Kombination
Wahlergebnis hätte schlimmer kommen können. Damit kann man leben. #LtwBy18
The Hound of Bastet’s Will //1965 Neunzehnhundertfünfundsechzig
Heute ist übrigens der Tag des Zeilenumbruchs. #CRLF
Verleser des Tages: finnisch statt filmisch
Gelungener Nachmittag: erleuchtendes Gespräch, Outdoorwetter noch mal ausgenutzt, Biergarten
Tweets aus dem Fiebermonat //1964 Neunzehnhundertvierundsechzig
Verhörer des Tages: FDP statt FTP
So. Habe bei meiner Schneiderin gerade ein Kleid für einen besonderen Anlass in Auftrag gegeben. Und mehr wird nicht verraten.
Ich lasse mir bei Vorstellungsgesprächen ja jedesmal den Penis zeigen, und bei Vorhandensein sage ich: „Toll, jetzt zahle ich Ihnen 23% mehr.“ #GenderPayGap #SoLäuftDas #Penisbonus
Verleser des Tages: Rechtsbruch statt Rechtsrutsch
Zukunft auf der Kippe //1963 Neunzehnhundertdreiundsechzig
Verschreiber des Tages: erschaffen statt erschlaffen
Da gehen tatsächlich Frauen in Jeans zum Gynäkologen, und dann wundern sie sich, wenn sie die ausziehen müssen.
Verleser des Tages: Hartzer statt Hartherz
Anders als gedacht //1962 Neunzehnhundertzweiundsechzig
Verhörer des Tages: renoviert statt renommiert
Liebe Männer, wenn eine Frau euch etwas versucht weiszumachen, was angeblich „für alle Frauen“ gilt, dann glaubt ihr besser gar nichts.
Verleser des Tages: Hüfte statt Hälfte
Nicht-Binäre Nullen //1961 Neunzehnhunderteinundsechzig
Verschreiber des Tages: fettig statt fertig
Da habe ich wohl tatsächlich Poe’s Law überstrapaziert. #Satire
Verleser des Tages: Lebensmittel statt Lösungsmittel
Kommentarstatistik 3. Quartal 2018
Wenn ich entscheiden müsste, ob ich einen Schnupfen haben muss, oder ob’s meinen Mann trifft, würde ich ihn lieber selber kriegen. #kleineresÜbel
Nur Projektion //1960 Neunzehnhundertsechzig
Verschreiber des Tages: Koala statt Koalition
+Und jetzt schwanke ich zwischen Cola und Kuala Lumpur
Putenschnitzel mit Käse mikrogewellt, Röstzwiebeln und Salsa. Bin selbst beeindruckt von meinen Kochkünsten.
+Die Putenschnitzel waren noch von gestern übriggeblieben. Da hatte ich noch mediterranes Gemüse und Nudeln dazugemacht.
Verleser des Tages: parallele statt pralle
So schönes Wetter am Wochenende. Aber gerade dann musste ich das halbe Wochenende unfreiwillig im Bett verbringen. *schnief* Geht schon wieder, bleibe aber für alle Fälle heute lieber im Home-Office.
Landtagskwahl //1959 Neunzehnhundertneunundfünfzig
Ich sitze fernsehend auf der Couch. Er setzt sich dazu, wirft versehentlich Fernbedienung runter. Hebt sie auf: „So ein Drücker hat’s schon schwer, wird immer nur gedrückt.“ Ich: „Mich darfst du auch mal drücken, bin schon ganz unterdrückt.“
Versprecher des Tages: Heiterkeit statt Heiserkeit
So. Gehe jetzt wieder AFK, um den Menschen mit Erektionsvordergrund zu integrieren.
Wie kommt man nur auf die Idee, die Darstellung attraktiver Frauen [in der Werbung] sei frauenfeindlich?
Verschreiber des Tages: regiert statt reagiert
Mir fehlen die Eier, um Pfannkuchen zu backen.
Verleser des Tages: Softwareabteilung statt Strickwarenabteilung
Heute ungeküsst, da verschnupft. *schnief*, *schnief*
Fortsetzung von Blogtraditionen //1958 Neunzehnhundertachtundfünfzig
Noch ein wenig Sonne tanken ..
Karma ist eine räudige, verlauste Hündin.
Verleser des Tages: Sadismus statt Sozialismus
Gerüchtet //1957 Neunzehnhundertsiebenundfünfzig
Verleser des Tages: Blogparade statt Blockade
Rauchige Anmache //1956 Neunzehnhundertsechsundfünfzig
Verleser des Tages: Cosinus statt Cousin
Ausgeschlafen! Einen wunderschönen guten Morgen an alle!

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1000 binäre Jahre //2156

Mal ganz ehrlich: Wird euch mein Blog allmählich zu langweilig?
Themen wiederholen sich. Immer wieder Probleme mit Kunden oder Mitarbeitern, mal ein Event oder andere Verpflichtungen, hin und wieder Neues von der Verwandtschaft, gelegentlich nerdige Besserwissereien, .. (Explizite) Sexszenen gab es schon lange nicht mehr.

Als ich heute vor acht Jahren mit diesem Blog begonnen habe, habe ich eigentlich für mich selbst geschrieben. Nach und nach änderte sich jedoch die Zielgruppe. Ich musste feststellen, dass ich inzwischen doch eher für euch, die Leser, schreibe. Das impliziert, dass ich statt halbwegs konkreten Details oft vage bleibe, zeitlich verzögert blogge, oder gar Einzelheiten so abändere, dass kein Rückschluss auf meine Identität möglich ist. Anne Nühm soll nicht als Klara Nahme, die einen schrödingersatirisch-autofiktionalen Blogroman schreibt, erkannt werden können. Was ihr ihr glaubt, und was nicht, überlasse ich euch.
Die Kommentare, die ich hier bekommen habe, habe ich im Allgemeinen sehr geschätzt. Aber inzwischen ist das Feedback nur noch schwach, und auch die täglichen Zugriffszahlen nehmen tendenziell eher ab. Deshalb meine Eingangsfrage.
Nicht zum ersten Mal überlege ich, ob es nicht besser wäre, mein Blog auslaufen zu lassen. Mir schwebt ein anderes Format vor. Vielleicht ein ganz konventionelles nicht-öffentliches Tagebuch. Wenn ich ausschließlich für mich selbst schreibe, kann ich Details ergänzen, die ich nicht öffentlich verbreiten möchte.
Ich habe inzwischen einige Interessen, die ich aus dem Blog heraushalten will und euch verschweige.
Acht Jahre sind eine lange Zeit. Man sollte aufhören, solange es noch (einigermaßen) gut läuft, und nicht den Absprung verpassen. Zwar will ich bestimmt nicht blexitten – aber irgendwie ist die Luft raus.

Bald werden es auch vier Jahre sein – also die Hälfte -, die ich hier auf WordPress blogge, davor gut vier Jahre auf blog.de.
In letzter Zeit habe ich bei WordPress schon den Eindruck, dass die Werbung allmählich überhand nimmt. Was meint ihr?
Dazu kommen sporadisch Phasen, in denen es vorne und hinten hakt.

Was wäre ein Bloggeburtstagseintrag ohne ein paar aktuelle Daten zur Statistik?
Der Quartalsbericht für April bis Juni wird voraussichtlich nächste Woche auf meinem Metablog erscheinen.
Kürzlich hatte ich mein Statistiktool erweitert, so dass es die Verteilung der Kommentaranzahl pro Blogeintrag ermittelt. Gerne hätte ich auch die Anzahl der Likes mitausgewertet, fand aber leider in den WordPress-Export-Dateien darüber keine Informationen.
Am nächsten Tag fand ich jedoch bei den WordPress-Statistiken genau dieses Feature, und auf dessen Daten beruhen auch die folgenden Werte (wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass das Blog nur die letzten knapp vier Jahre auf WordPress geführt wurde).

Auf WordPress gab es inzwischen etwa 375 Kiloaufrufe – unter stärkeren Schwankungen etwa 200 pro Tag. 36.6 Kilokommentare sind bei knapp 2.2 Kiloposts zusammengekommen. WordPress zeigt aktuell – je nach dem, wo man nachschaut – 188, 841 oder 1392 Follower an.
Es gab Zeiten, da gab es hier im Schnitt 25 Kommentare pro Beitrag. Im letzten Jahr waren es durchschnittlich nur noch 10 bis 11. Dafür gab es noch nie so viele Likes pro Beitrag wie derzeit – immerhin im Mittel 5.7. Die durchschnittliche Anzahl von Wörtern pro Beitrag stieg seit Beginn (fast) kontinuierlich an. Waren es 2011 nur 159, so sind es inzwischen 425.
Nicht überraschend kamen weitaus die meisten Besucher aus Deutschland (leider löst die WordPress-Statistik nicht nach den einzelnen Bundesländern auf) nämlich ungefähr 82%, mit größerem Abstand gefolgt von Österreich (5.6%) und der Schweiz (2.9%). Auch die Vereinigten Staaten und eine generische Europäische Union sind mit deutlichem Anteil vertreten. Mit einigem Abstand, aber immer noch nennenswerten Anteil folgten im Laufe des letzten Blogjahres Indonesien, Hongkong, Niederlande, Italien, Taiwan, Spanien, Frankreich, Russland, Vereinigtes Königreich, sowie etliche weitere Länder, die ich aber nicht mehr aufzählen will.

In manchen Jahren war bei meiner virtuellen Bloggeburtstagsparty schon viel los, in anderen praktisch gar nichts. Sei es diesmal, wie es wolle. Jeder ist gerne willkommen.
Für alle Partygäste sind Buffet und Bar eröffnet! Der Replikator steht bereit, um selbst ausgefallende Wünsche zu erfüllen.

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RTFM //2155

Ich komme einfach nicht klar mit diesen Amerikanerinnen.
Da gibt es die eine Gruppe, die sich immer übertrieben und überschwänglich für jede noch so banale Kleinigkeit bedankt. Und die andere Gruppe, die in recht harschem Ton fordert: mach mal dies, mach mal das, und zwar am besten noch gestern.
Zwischen diesen Extremen scheint es kaum ein Zwischenfeld zu geben. Bei den männlichen Amerikanern dagegen durchaus.
Beide Gruppen haben gemeinsam, dass mitten im Mailwechsel plötzlich eine Abwesenheitsnotiz kommen kann, dass die betreffende Person in der nächsten Woche nicht erreichbar ist. Dabei hat sie es die ganze Zeit so eilig gehabt.

Neulich hatte ich wieder so ein Herzchen.
Als erstes fiel mir auf, dass sie bei ihrer Mail ein Hintergrundbild benutzte, das das Lesen des Inhaltes äußerst erschwerte, sogar fast unmöglich machte. Bis ich das Bild loshatte! Und bei jeder neuen Mail, die sie mir schrieb, war das Hintergrundbild wieder vorhanden.
Sie schaffte es tatsächlich, zwischen den oben genannten Extremzuständen hin und her zu oszillieren. Schrieb ich etwas, das ihr gefiel, so reagierte sie zuckersüß. Antwortete ich dagegen entgegen ihrer Wünsche, wurde sie sofort garstig.
Sie hatte mich kontaktiert, weil sie Interesse an meiner Software hatte, und mir ein paar Fragen dazu gestellt. Nachdem ich diese anscheinend zu Madame’s Zufriedenheit beantwortet hatte, erzählte sie, dass sie und ein paar ihrer Kollegen die Software erst ausprobieren wollten. Meinetwegen – wer kauft schon gerne die Schrödingerkatze im Sack. Ich stellte ihr eine zeitbegrenzte Vollversion zur Verfügung, was sie ja so überglücklich machte.

Einige Tage später schrieb sie wieder, dass sie mit der Bedienung der Software nicht zurechtkäme, und dass sie eine Online-Session wünsche.
Auf mehrere Rückfragen, welche konkreten Probleme sie denn hätte, antwortete sie nicht, sondern bestand darauf, dass sie Unterstützung nur über Telefon wolle.
Dieser Kommunikationskanal kommt für mich nicht in Frage. Die betreffende Anwendung ist derart umfangreich, dass ich selbst nicht alle Einzelheiten aus dem Stegreif erklären kann. Deshalb ist asynchrone Kommunikation über Mail wesentlich sinnvoller. Da kann ich mir ausreichend Zeit nehmen, um gründlich und fundiert zu antworten.
Ich lehnte also ab, und bat sie nochmals, mir doch einfach per Mail zu schreiben, was los sei. Ich versprach, ihr zügig zu antworten, und mich zu bemühen, ihre Probleme zu lösen.
Daraufhin wurde sie zunehmend pampig. Statt mir kurz mitzuteilen, wo denn das konkrete Problem liege, fragte sie, ob ich meine Kunden denn immer so behandle – vergaß dabei nicht, etliche ihrer Kollegen in den Mailverteiler aufzunehmen.

Ich antwortete, dass das bereitgestellte Manual sehr ausführlich und detailliert sei, und dass ich auf meiner Website zusätzliche Unterstützung anböte. Fragen, die darüber hinausgehen, können jederzeit per Mail gestellt werden, und ich mich bemühen werde, sie zeitnah zu beantworten. Irgendwie schaffte ich es, mir zu verkneifen, hinzuzufügen, dass meine anderen Kunden schließlich auch zurechtkommen und sehr zufrieden mit meiner Software sind (ehrlich – ich habe da schon öfter Danksagungen und richtige Lobeshymnen bekommen – wenn sie ein Problem hat, so liegt es nicht an der Software, sondern an ihr selbst – insbesondere, wenn sie noch nicht einmal zu formulieren imstande zu sein scheint, wo es denn überhaupt hakt).
Wenn die Lösung ihres – wie auch immer gearteten – Problems nicht im Manual steht (so wie das eigentlich alle typischen Layer-8-Fragestellungen tun), dann kann ich eine Antwort sowieso nicht schnell genug aus dem Ärmel schütteln, um ihr in Echtzeit zu antworten. Bei einem ernsthaften Problem müsste ich selbst erst nachschauen, gegenchecken, vielleicht noch weiter recherchieren. Das kostet Zeit, die ich mir selbst einteilen und in Ruhe nehmen will. Nicht, wenn ich am Telefon unter Druck stehe.

Naja, das ist inzwischen wieder einige Tage her. Ich kann nicht ausschließen, dass sie sich noch einmal meldet, aber falls nicht, so ist mir das auch recht. Auf die paar Hektoeuro, die mir das gebracht hätte, bin ich nicht angewiesen. Auf Kunden, die nur überall herumzumäkeln haben, aber nicht auf die Reihe kriegen, das konkrete Problem zu benennen, kann ich gerne verzichten. Sollen sie ruhig versuchen, qualitativ hochwertige Software mit dieser Funktionalität woanders herzukriegen, ohne einen enorm höheren Preis zu zahlen.

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Fernsehabende mit Breakpointe //2154

Wir sahen abends eine Naturdokumentation über Vögel (auch Vögelfilm genannt). Als Balzrituale zur Sprache kamen, fragte ich Carsten: „Und, wann vollführst du wieder mal ein Balzritual?“
„Wie soll ich das machen?“, fragte er zurück, hielt seine Hände hinter die Ohren und bewegte dabei die Finger hin und her, „soll ich meine Federn aufstellen?“
„Du hast keine Federn“, stellte ich klar.
„Soll ich ‚was anderes aufstellen?“
„Hm ..“, lächelte ich, „kommt drauf an was.“
__

Beim abendlichen Fernsehen hatte ich die Beine über Carsten’s Schoß gelegt, so dass er Gelegenheit hatte, sie zu streicheln.
Er aß dann ein gefülltes Schokocroissant. Als ich vom Fernseher mal wegsah und einen Blick auf meine Beine warf, sah ich, dass Carsten Schokokrem darauf gekleckert hatte. Er selbst hatte es offenbar auch noch nicht bemerkt.
„Ibäh! Was ist das auf meinen Beinen?“
„Wenn du Glück hast, Schokolade.“
„Das ist trotzdem eklig. Mach das weg!“
Keine Serviette oder Taschentuch in Reichweite. Wäre ich aufgestanden, hätte ich das Zeug wohl noch weiter verschmiert, und bestimmt auch das Sofa verschmutzt.
Carsten leckte sich gerade noch die Reste von den Fingern. „Moment, ich küss‘ es dir gleich weg.“
__

Wir saßen nebeneinander auf dem Sofa. Ein Schachtel, in der Pralinen gewesen waren, war auf den Boden gefallen, aber wir beide zu faul, sie sofort aufzuheben.
Halb unbewusst hob ich die Schachtel mit einem Fuß auf, und begann ein wenig damit zu spielen. Ich drehte die Schachtel, ließ sie fallen, hob sie wieder auf, benutzte den anderen Fuß .. Ich bin da relativ geschickt mit den Zehen. Carsten beobachtete das Ganze äußerst interessiert. Er selbst kann das gar nicht (aus Gründen, die euch nichts angehen), hatte aber schon die Erfahrung gemacht, dass ich recht gut Footsie spiele.
Er schaute also fasziniert zu, und fragte mich: „Kannst du dich auch am Kopf kratzen?“
„Aber klar“, bestätigte ich, „schau!“ Mit der Hand kratzte ich mich über dem Ohr.

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Park[en] //2153

Zu Standort 6 gehört ein angrenzendes, unbebautes Grundstück. Die anderen Gesellschafter würden dort gerne einen zusätzlichen Parkplatz anlegen. Meines Erachtens ist der bestehende Parkplatz zwar knapp, aber ausreichend. Mir würde eher vorschweben, dort eine kleine, parkähnliche Anlage aufzubauen. Ein paar Bäume, Sitzbänke, .. eine idyllische kleine Oase, wo die Mitarbeiter in ihren Pausen relaxen und sich ausruhen können.
Für beides reicht der Platz nicht.

Hier stimmt Frau Tussozic mal mit mir überein, aber bei solchen Belangen hat sie nichts zu sagen. Das muss zwischen den anderen Gesellschaftern und Novosyx geklärt werden.
Da es dabei unentschieden steht, schlug ich vor, doch die Mitarbeiter, die das ja betrifft, ganz demokratisch darüber abstimmen zu lassen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten für den Mini-Naherholungsbereich stimmen werden. Mangelnde Parkplätze sind nämlich nicht wirklich ein Problem. Falls sie jedoch wider Erwarten doch mehrheitlich den Parkplatz wollen, sollen sie ihn kriegen. Ich werde mich dann nicht mehr dagegen sperren.

Frau Tussozic soll die Abstimmung in Zusammenarbeit mit dem dortigen Betriebsrat organisieren.

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Bratwurst bei Blasmusik //2152

Verena war mit ihren Kindern am Samstag zum Sonnwendfeuer im Dorf bei uns gewesen.
Carsten hatte sie am Abend aus der Stadt abgeholt.
Normalerweise bleiben die Kinder abends ja nicht so lange auf, aber da das Feuer erst nach neun Uhr angezündet wird, war das eine Ausnahme.
Ich hatte eigentlich keine Lust gehabt, mit zur Feuerfeier zu gehen. Ich mag solche Festlichkeiten nicht. Zu viele Leute, die ich nicht kenne, zu laut, zu sinnlos. Aber als Carsten mir versprach, mir eine Bratwurst zu spendieren, willigte ich schließlich doch ein.

Schauderhaft tumbe Humbabumbamusik schallte über den ganzen Platz.
Carsten und ich setzten uns etwas abseits auf eine Bank und teilten uns ein Bier.
Verena dagegen lief auf dem ganzen Platz herum, und unterhielt sich mit allen möglichen Leuten. Jedesmal, wenn sie in mein Blickfeld geriet, sprach sie mit jemand anderem.
Sophie und Niklas sprangen ebenfalls herum. Ich sah sie auch mit anderen Kindern spielen.
Nachdem Carsten mir die versprochene Bratwurst gebracht hatte, ließ ich ihn zusehen, wie ich sie genüsslich verzehrte.

In den letzten ein oder zwei Jahren hatte ich fast die Hoffnung gehabt, dass meine Akzeptanz durch die Dorfbevölkerung gestiegen sei. Aber offenbar gibt es noch etliche Dorfleute, die mich nach wie vor als raffgierigen Golddigger sehen. (Paradoxerweise ist die Einschätzung nicht weniger meiner Verwandter gerade umgekehrt. Sie werfen Carsten insgeheim vor, mich als Trophäe oder Dekoweibchen zu missbrauchen.) Mit solchen Vorurteilen muss wohl gerechnet werden, wenn ein vermögender Mann und eine deutlich jüngere Frau sich zusammentun.

Nach einiger Zeit wurde es mir zu kühl. Ich stellte mich noch eine Weile mit Carsten in die Nähe des großen Feuers, bevor ich alleine heimging.
Carsten und die anderen kamen später nach.
Verena übernachtete mit den Kindern hier, da es schon recht spät war.
Am nächsten Morgen frühstückten wir noch gemeinsam, bevor Carsten seine Tochter und Enkel wieder heimfuhr.

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Tweets mit dem Plus //2151

Meine Auflistungen früherer Tweets haben zwei große Nachteile: Zum einen sind sie rückwärts chronologisch geordnet, werden hier aber von oben nach unten gelesen. Zum anderen werden zusammengehörende Tweets auseinandergerissen, obwohl sie eigentlich einen gemeinsamen Thread darstellen.
Beides beeinträchtigt die Verständlichkeit und kann dazu führen, dass Leser verwirrt werden.
Mich stört das auch – mal mehr, mal weniger – so dass ich auf Abhilfe sann.
Die Reihenfolge zu ändern wäre wenig praktikabel, zumal es die Konsistenz zu früheren Tweets zerstören würde. Aber ich kann zusammenhängende Tweets untereinander schreiben, und besonders kennzeichnen.
Für die Kennzeichnung nutze ich ab sofort ein Pluszeichen in der ersten Spalte. Die Wahl dieses Tokens mag nicht optimal sein, aber ich wollte ein ASCII-Zeichen, das aber selbst nur möglichst selten in meinen Tweets auftaucht. Viel Zeit für die Auswahl nahm ich mir auch nicht, und so ist es jetzt eben ein Plus.
Die Premiere erlebt ihr in meinen Tweets vom 23. September bis 2. Oktober 2018.

Sicherheitskontrolle beim Flughafen: halbvolle Tube Zahnpasta im Handgepäck durfte nicht mit.
Verschreiber des Tages: Spritzer statt Spitzer
Verleser des Tages: Sexist statt Scientist
Die Geschichte der Frau $Lehrerin.Name //1955 Neunzehnhundertfünfundfünfzig
Heute ist #InternationalCoffeeDay. Kennt noch jemand das Spiel „Café International“? Ist inzwischen wohl nicht mehr politisch korrekt.
Verleser des Tages: Oktaeder statt Oktober
Partygäste //1954 Neunzehnhundertvierundfünfzig
Verleser des Tages: Eselarsch statt Elsass
Verhörer des Tages: white statt write
Bin jetzt übrigens transspeziell: Transvulkanierin im perpetual Pon Farr.
+Es gibt auch Vulkanier ohne spitze Ohren.
+Erst mal nur diese Woche – nennt sich „speciesfluid“.
Verschreiber des Tages: Shit statt Shirt
Der Gorgonzola hat mir die ganze Käsepizza verdorben.
Verleser des Tages: Pflegelastschrift statt Folgelastschrift
TWEEEEeeeeeee..eeee..ts //1953 Neunzehnhundertdreiundfünfzig
So, Leute! Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende. Man liest sich.
Verhörer des Tages: Unfug statt Umzug
Was geht nur in einer Frau vor, die einen Mann „im Namen aller Frauen“ niedermacht, nur weil er ihr ein Kompliment gemacht hat, das ihr persönlich nicht gefällt?
Verleser des Tages: Lichtenfels statt Lichterfest
Fortuna ist auf einem Auge blind //1952 Neunzehnhundertzweiundfünfzig
Verhörer des Tages: Klerusbedarf statt Klärungsbedarf
Wenn du eine bestimmte Person erst mal ganz interessant fandest, aber je mehr du über sie erfährst, desto unsympathischer wird sie dir.
Verleser des Tages: Ratio statt Radio
Hatte mich gerade an die Spinne als Haustier gewöhnt. Jetzt habe ich ihren Kadaver gefunden. RIP
Unterkritisch //1951 Neunzehnhunderteinundfünfzig
Sollte ich meine Gefolgschaft in letzter Zeit etwa vernachlässigt haben? (winkt huldvoll in die Menge und wirft Luftküsse)
Verschreiber des Tages: 69 statt 65 //4er-bit 1000101
Verleser des Tages: Chatkater statt Charakter
Es folgt ein Rant //1950 Neunzehnhundertfünfzig
Verhörer des Tages: Haarausfall statt Flugausfall
Verleser des Tages: Pickup statt Picknick
Ich sollte mir abgewöhnen, Glasgegenstände ganz oben in den Schrank zu räumen. Vorhin ist mir eine Karaffe zu Bruch gegangen, als ich sie auträumen wollte.
+Zu faul, einen Stuhl zu holen, rutschte sie aus der Hand, bevor sie stabil stand, und zerschellte on der Spülmaschine. Gerade, als ich es eilig hatte!
+Überall Scherben. Splitter verletzten mich an Fingern, Hand und Unterarm. Bluttropfen überall. Zwei Pflaster nötig. Pflasterpackung versaut.
+Da oben bewahre ich halt Zeug auf, das ich nur selten verwende. Auf ca 2.2m Höhe komme ich gerade so ran, wenn ich mich strecke und auf die Zehenspitzen stelle, aber eben nur so gerade.
Plagiat! Oder nicht? //1949 Neunzehnhundertneunundvierzig
Nachdem sich mein Magen entleert hat, geht’s mir wieder besser. So bald trink ich keinen Sekt mehr.
Verhörer des Tages: Defined statt Defiant
Hab den kalten Sekt nicht vertragen. Jetzt hab ich Sodbrennen und mir ist schlecht. *rrrrülps*
Auf den Geschäftsabschluss hätte ich mit dem Chef lieber anders angestoßen als mit Sekt.
Ein Hoch auf alle Männer, die sich noch trauen, Frauen sexistische Komplimente zu machen.
Durchgefroren. Kalter Wind. Kopftuch-Saison hat begonnen.
Verleser des Tages: negierend statt neugierig
Meine innere Wildkatze sitzt auf dem Sprung und fährt schon mal die Krallen aus.
+Huch .. mein innerer Sheldon hat sie auf den Schoß genommen, und sie faucht nur noch ganz leise.
+Ja. So sieht eine zufriedene Katze aus.
+Die Maus solltet ihr mal sehen!
Doppelreise //1948 Neunzehnhundertachtundvierzig
Der Kaffee danach war ein Kaffee davor.
Manchmal wünschte ich mir, ich wäre Arbeitnehmerin. Höchstens geringe Verantwortung, keine beruflichen Verpflichtungen an den freien Tagen.
Der Herbst begann mit Regen. Das kommt mir ungelegen. Wollt‘ draußen mich bewegen. Bleib‘ jetzt im Haus dagegen. Dann bin ich halt verwegen, und reite den Kollegen. Das kommt ihm sehr entgegen.
Eigentlich wollte ich dieses Wochenende ja faulenzen ..
Verschreiber des Tages: Klinker statt Kliniker

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Das Ende der Zwillinge //2150

Allmählich kriege ich Routine darin, unsere Standorte zu besuchen.
Als Chefin habe ich das Privileg, kurzfristig oder sogar unangekündigt dort irgendwann aufzutauchen, wenn es mir selbst gerade am besten passt.
Ich darf in jeden Raum, den ich sehen will, darf alles fragen, was ich wissen will, und brauche mich nicht zurückzuhalten, einen Kaffee zu verlangen, wenn mir gerade danach ist.
Nicht ich muss mich auf die Beschäftigten einstellen, sondern die sich auf mich.
Das alles hat zwar einen längeren Lernprozess benötigt, aber inzwischen habe ich einen großen Teil meiner Hemmungen, anderen Leuten nur ja keine Ungelegenheiten zu bereiten, teilweise ablegen können. Im Gegensatz zu einer nicht näher bezeichneten Person sage ich für gewöhnlich aber Bitte und Danke.

Die Hinreise zu Standort 5 lief glatt. Das Hotel kannte ich bereits. Darüber gibt es nichts nennenswertes zu erzählen (vielleicht erwähne ich ein paar Kleinigkeiten irgendwann mal in einem anderen Zusammenhang).
Im Betrieb wurde ich vom zuständigen Standortleiter willkommen geheißen. Ich schaute mir einen Teil der Räumlichkeiten an, sprach zwischendurch mit ein paar Mitarbeitern, und ließ mir in der Entwicklungsabteilung den neuesten Prototypen vorführen.
Als ich mit dem dortigen Evalyze-Team sprach, hatte ich wieder einmal eine meiner Eingebungen. Ich muss mir das aber erst mal durch Kopf gehen lassen, bevor ich ggf. darüber im Blog schreibe.
Mittags lud mich der Standortleiter zu ein paar regionalen Spezialitäten ein. Anstatt Blumen habe ich jetzt eine Flasche landestypischen Obstbrand.
Danach machte ich noch einen kurzen Rundgang durch die Fertigung, bevor ich mich schon wieder auf den Weg zum nächstgelegenen Flughafen machen musste.
Wäre mein Anschlussflug nicht ebenfalls verspätet gewesen, hätte ich ihn auf der Rückreise beim Umsteigen verpasst. Solche Unwägbarkeiten sind so nervenaufreibend!
Am Abend kam ich zurück, wo Carsten mich bereits am Bahnhof erwartete.

Nicht unerwähnt möchte ich den heutigen Sommeranfang lassen. Um 17:54 UTC+2 Uhr ist Sommersonnenwende.

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Auf geht’s! //2149

Ziemlich kurzfristig habe ich mich entschlossen, meinen diesjährigen Besuch bei Standort 5 hinter mich zu bringen.
Hier ist morgen Feiertag, dort nicht. Der Zeitpunkt passt also wunderbar.
Carsten ist durch die Fahrradtour in Rückstand geraten, und nutzt den Feiertag lieber, um einiges aufzuarbeiten, zumal er vor nicht allzu langer Zeit erst bei Standort 5 war.

Heute Nachmittag geht es los, eine Hotelübernachtung, morgen dann dort im Betrieb, bevor es abends schon wieder zurückgeht.
Ihr werden meine Abwesenheit kaum bemerken, da ich morgen am Feiertag vermutlich eh nicht gebloggt hätte.

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Schäfchen zählen //2148

Wenn man nicht einschlafen kann, soll man Schäfchen zählen. Angeblich hilft das. Mir hat das noch nie etwas gebracht, und ich dachte immer der Vorschlag sei metaphorisch (und nicht wirklich ernst) gemeint, dass man halt an etwas langweiliges, routineartiges denken soll.

Bereits vor längerer Zeit habe ich mal erfahren, dass es Leute gibt, die tatsächlich Bilder von hüpfenden Schafen vor dem inneren Augen haben. Sie sehen Details, Farben, die Bewegung der Schafe, Bäume, Wiesen, den Himmel, .. Das soll angeblich sogar der Normalfall sein.
Mit Mühe und äußerster Konzentration gelingt es mir, ein einziges Schaf in vagen Umrissen und schemenhaft zu erkennen. Um es über einen Zaun hüpfen zu lassen, habe ich schon keine Kraft mehr. Das Bild in meinem Kopf ist fast statisch, kaum mehr als eine rudimentäre Bleistiftskizze, und verflüchtigt sich in kurzer Zeit, so dass ich kein weiteres Schaf visualisieren kann. Der Denkprozess ist anstrengend, und beansprucht meine Aufmerksamkeit, so dass davon keine Bettschwere zu erhoffen ist.

Mein Kopfkino kann kaum Rastergraphik. Vektorgraphik ist (zyklusabhängig) ein wenig besser. Recht gut dagegen kann ich mir Vorgehensweisen oder sequentielle Abläufe mental konstruieren.
Wie geht es euch damit? Seht ihr detailreiche, bunte Schäfchen? Nur Silhouetten? Gar nichts?
Ist eure intrinsische Wahrnehmung 2D-flach, 3D-räumlich, oder gar 4D-bewegt?

Wenn ich in Romanen langatmige Beschreibungen von z.B. Landschaften las, so langweilte mich das, so dass ich diese Passagen nur überflog, am liebsten ganz übersprungen hätte.
Erstaunlicherweise scheinen manche Leute durch solche Beschreibungen ein tatsächliches Bild in ihrem Kopf aufzubauen. Für mich unvorstellbar.

Bei dem, was ich als mein Kopfkino oder inneres Auge bezeichne, handelt es sich nicht tatsächlich um einen visuellen Eindruck. Da existiert durchaus eine gewisse Vorstellung, aber die „sehe“ ich nicht, sondern es ist eine wesentlich abstraktere Erfahrung.
Wie könnte ich das veranschaulichen? Probieren wir’s mal so:
Stellt euch vor, ihr schaut durch eine dicke Milchglasscheibe in einen schlechtbeleuchteten Raum. Drinnen schwingt ein einfaches Drahtmodell wie ein Mobile langsam hin und her. Die Vertexkoordinaten sind mir allerdings auf eine gewisse Weise bewusst, die über einen optischen Sinneseindruck hinausgeht.

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Sprudelstrom //2147

Carsten hat so einen Wassersprudler, mit dem man Leitungswasser mit Kohlensäure versetzen kann. Ich habe das Ding nie benutzt, weil ich hauptsächlich Kaffee trinke, und wenn schon Wasser, dann bevorzuge ich unbegastes Wasser.
Aber Carsten mag es ab und zu ganz gerne, Fruchtsaft oder Wein mit dem Sprudelwasser zu mischen.

Letzten Herbst war die Sodapatrone dann leer. Im Winter trinkt Carsten lieber Tee, so dass es erst mal in Vergessenheit geriet, für Nachschub zu sorgen (zumal sich die Haushälterin ja nicht mehr darum kümmert). Diese Patronen sind Mehrweg, so dass man eine alte, leere zurückgibt, um eine neue zu erhalten.
Inzwischen haben wir dann doch versucht, eine neue Patrone aufzutreiben. Aber in den Geschäften hier gibt es das Format nicht mehr. Wir haben in mindestens drei Läden nachgefragt, aber die haben nur noch nicht-kompatible Patronen.
Hätten die Hersteller der Sprudlersysteme sich beizeiten auf ein einheitliches, standardisiertes Format geeignet, gäbe es jetzt diese Kompatibilitätsprobleme nicht. Man könnte fast auf die Idee kommen, die machen das absichtlich so.
Bestimmt wären passende Patronen noch irgendwo online aufzutreiben. Aber wir haben keine Lust auf den Aufwand, Patronen hin- und herzuschicken.

Carsten überlegte also, sich einen neuen Sprudler zu kaufen, hat aber – IMHO gerechtfertigte – Bedenken, dass das Patronenformat in ein paar Jahren auch nicht mehr unterstützt wird. Das machen wir nicht mit. Dann gibt es eben kein selbstgesprudeltes Wasser mehr, sondern höchstens noch abgefülltes, begastes Mineralwasser.
„Und wieder ein bisschen weniger Kohlendioxid, das in die Atmosphäre gelangt“, meinte Carsten nonchalant. (Wenn es nicht um Getränke geht, zieht er ohnehin stille Wasser vor, die tief gründen.)
„Wenn ich das nächste Mal Rhabarber koche“, ergänzte ich, „werde ich kein Natron dazugeben.“

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Twitteralien //2146

Der diesjährige Juni ist mit fünf Samstagen dafür prädestiniert, dass ich Fortschritte mache, meine früheren Tweets im Blog zu verewigen.
Heute sind die vom 8. bis 22. September 2018 dran.

Verleser des Tages: Gemächt statt Gemacht
Faules Wochenende ohne Verpflichtungen. Hab mir ja schon lange kein freies Wochenende mehr erlaubt.
Gleich und zurück //1947 Neunzehnhundertsiebenundvierzig
Die Truppenwarnung schick ich noch hinterher.
Verleser des Tages: Tripperwarnung statt Triggerwarnung
Bis bald! //1946 Neunzehnhundertsechsundvierzig
Verschreiber des Tages: übelrassen statt überlassen
FYI: Ich kriege hier öfter Verleser des Tages mitgeteilt. Ich nehme die zwar zur Kenntnis und amüsiere mich, aber ich verbreite sie nicht weiter, und merke sie mir auch nicht.
Verleser des Tages: „sadistische Werte“ statt „sächsische Werke“
Kartoffelmathematik //1945 Neunzehnhundertfünfundvierzig
Verhörer des Tages: Axt statt Achse
Verleser des Tages: Bikinimaterial statt Bildmaterial
Let’s Twitt‘ Again //1944 Neunzehnhundertvierundvierzig
Huch! Ich hab „rechts“ gesagt!
Hab möglicherweise eine Urheberrechtsverletzung entdeckt. Wenn das stimmt, es es ein dreistes Plagiat. Bin gerade ziemlich erbost.
Verhörer des Tages „Sperr ma‘ rein“ statt Schwärmereien
Oh, schaut doch, welche Schönheit!
Verleser des Tages: Getränketomaten statt Getränkeautomaten
Ein Tag zum Vergessen //1943 Neunzehnhundertdreiundvierzig
Verschreiber des Tages: Scheidenbremse statt Scheibenbremse
Verleser des Tages: Männergrippe statt Männergruppe
Jetzt auch noch Kaffee verkleckert.
Fragt nicht.
Führungskräftemeeting um 8 Uhr. Chef schon jetzt mies gelaunt.
Internettigkeiten //1942 Neunzehnhundertzweiundvierzig
Wie sprecht ihr „FAQ“ aus? [Eff Ah Kuh|Fack|Eff Äj Kju|Fägg]
Schon wieder so einen doofen #Blumenstrauß gekriegt. #Kompost #Biomüll #Vergänglichkeit
Verschreiber des Tages: Dorisleitung statt Dosisleistung
Wo ist mein Strickzeug?
Verleser des Tages: Pfeffer statt Pfeiler
Anhaltende Kritikalität //1941 Neunzehnhunderteinundvierzig
Miau!
Verschreiber des Tages: Puppe statt Pappe
Hihihi! Wurde gerade als „kinderlose MILF“ bezeichnet. Stiefkinder zählen nicht.
In seinem Auftrag suchte ich etwas in seinem Kulturbeutel, fand stattdessen etliche Kondome. „Warum hast du so viele Kondome dabei?“ – „Weil ich die nicht gebraucht habe.“
Verleser des Tages: Shittest statt Statist
Der schräge Hund //1940 Neunzehnhundertvierzig
Morgen gibt’s ein kurviges Thema im Blog.
Verleser des Tages: Minuten statt Monaten
Ach, Leute! .. Hat mal jemand schnell einen Kaffee für mich?
Einladung zum Sushi-Essen abgelehnt. Lieber hungere ich.
Verschreiber des Tages: Planet statt Planer
Heimatbesuch //1939 Neunzehnhundertneununddreißig
Verleser des Tages: Irrtum statt „in turn“
Zusammen spazieren. Ein Reiter auf Pferd hat uns überholt. – Ich: „Ich will dich nachher wieder reiten.“ – Er: *schnaubt* – Ich: „Du mein Hengst!“ – #UnterwegsPassiert
Ich bin übrigens so tolerant, dass ich nichts dagegen habe, wenn andere Leute Rosinen essen. Obwohl diese ekligen Dinger widerlich und abscheulich sind.
Verschreiber des Tages: scherzhaft statt schmerzhaft
Hmm .. heißer Zwiebelblooz! Lecker!
Verleser des Tages: Blogpause statt Blaupause
Tagesaktuelles zum #startrekday und #mariaegeburt //1938 Neunzehnhundertachtunddreißig

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Familientag //2145

Für die geplante Betriebsbesichtigung hatten sich elf meiner Verwandten angekündigt, neun sind gekommen. Außer Heidi war auch noch eine Tante krank, so dass die beiden nicht mitgefahren waren. Die jüngeren Kinder von Sabine und Kathrin hätten ohnehin daheim bleiben sollen.
Es war ausgemacht worden, dass die Verwandtschaft so zwischen neun und halb zehn bei der Firma eintrudeln sollte. Natürlich hätte ich selbst bereits unten warten können, aber ich zog es vor, dass sie sich erst beim Pförtner anmeldeten, der mich dann über ihre Ankunft informierte. Bei anderen Besuchern ist das das übliche Procedere (wie Kathrin bestätigen könnte), und ich wollte schon ein wenig Eindruck machen, dass wir hier keine kleine Klitsche sind, sondern ein solides Unternehmen.

Der Pförtner rief also an. Ich ließ meinen Rechner in aller Ruhe einschlafen und schnappte mir mein Notebook, bevor ich hinunterging, um meine Verwandten zu begrüßen.
Ich führte sie zunächst in ein geeignetes Besprechungszimmer, in dem Kaffee und Gebäck bereits bereitstanden. Kathrin wollte kurz beim Vorzimmer vorbeigehen. Aber ich erklärte ihr, dass das Sekretariat sich jetzt in Standort 1a befindet, und das Vorzimmer hier nur noch ausnahmsweise besetzt ist.
Nach ein paar einleitenden Worten führte ich die neue Firmenpräsentation vor. (Mir kam dann später die Idee, dass es zweckmäßig wäre, wenn wir einen eigenen Imagefilm von fünf bis zehn Minuten Länge hätten. Darum soll sich mal das Marketing kümmern, und eine geeignete Agentur suchen.)
Es gab kaum Rückfragen. Alle waren auffällig ruhig. Ich versuchte, Firmenbroschüren zu verteilen, aber meine Mutter meinte: „Lassner, Annele. Mei Aache, die wölle hald nimmer so richdich“.

Also machten wir uns auf den Weg in die anderen Räumlichkeiten. Ich ließ meine Verwandtschaft einen kurzen Blick ins Nerdtopia werfen, wo meine Mannen fleißig am Coden waren. Dann führte ich sie durch das Entwicklungslabor, wo Firmenfremde sonst keinen Zutritt haben (was ich ausdrücklich betonte), und demonstrierte ihnen unsere neuesten Geräte.
Als wir uns auf den Weg zur Fertigung machten, fragte mein Vater, ob es denn keine [kaufmännischen] Angestellten gäbe. Ich erklärte, dass die in Standort 1a seien, ein paar hundert Meter entfernt. Er meinte, dass er das gerne sehen würde. Das sind ganz normale Büroräume. Da sitzen die Mitarbeiter an ihren Schreibtischen, ohne dass es irgendwas speziell interessantes zu sehen gäbe. Aber wenn mein Vater unbedingt dort hinwollte, dann ließe sich das später noch arrangieren.
Dann zeigte ich allen die Fertigung, erklärte den Produktionsprozess und Funktion einiger Maschinen. Ach, ich glaube, sie haben nicht viel verstanden, und ich hätte mir den Aufwand auch sparen können.

Eigentlich hätte ich alle noch zum Essen einladen wollen. Aber sie hatten bereits andere Pläne, die sie eilig hatten umzusetzen. Ein Teil wollte auf das Volksfest, das zur Zeit in unserer Stadt stattfindet, die anderen wollten zu einem Freizeitpark eine halbe Autostunde entfernt.
Ich wollte und konnte nicht mit. Carsten war schon wieder geschäftlich unterwegs, so dass ich später noch einen anderen Termin für ihn wahrnehmen musste.

Mein Vater wollte ja noch zu Standort 1a. Die anderen brachen bereits auf, bzw. wollten auf ihn warten.
Ich zeigte ihm die Räume von Standort 1a, aber da ist wirklich nichts besonderes zu sehen.
Auf dem Rückweg fragte er dann: „Ich mussämol ganz dumm gefroch: der Bedrieb do, des ‚Nofosüggs‘, wem ghörd der denn?“
Das hatte ich alles in der Präsentation beschrieben gehabt. Hatte er da nicht aufgepasst?
„Das gehört größtenteils Carsten“, erklärte ich leicht ungehalten, „und ein kleinerer Teil mir.“
„Wuher haddädesdenn?“
„Er hat vor bald dreißig Jahren gegründet und seither kontinuierlich ausgebaut und vergrößert.“ Nicht zu vergessen meinen innovativen, konstruktiven Beitrag in den letzten Jahren.

Den Rest des Weges war mein Vater schweigsam, aber es war ja eh nicht weit, und wir trafen gleich wieder die anderen.
Ich verabschiedete mich von ihnen, weil sie jetzt endlich zum Freizeitpark (für Ortskundige: ST bei H) fahren wollten.

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Mediakit und Blogkorruption //2144

In letzter Zeit häufen sich wieder Anfragen für „Kooperationen“. Da möchte jemand mein Blog für Reklame nutzen, um seine Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben.
Ich bin nicht käuflich. Mein Blog bleibt unabhängig und frei von kommerziellen Interessen.
[Die hier geschaltete Werbung stammt nicht von mir, sondern wurde von WordPress.com eingebunden. Das kann ich leider nicht verhindern. Ich habe nichts damit zu tun, und äußere mich weder zustimmend noch ablehnend bezüglich der beworbenen Waren oder Dienstleistungen. Insbesondere erziele ich selbst dadurch keinerlei Einnahmen oder sonstige Vorteile.]
Ich werde mich weder als Produkttester noch Influencer hergeben. Meine Integrität und Glaubwürdigkeit sind nicht feil.

Meine Blogs sind reine Hobbyprojekte. Ich möchte damit keine Gewinne machen, aber auch kein Geld hineinstecken. Deshalb bleibe ich bei der kostenlosen WordPress-Variante, die sich halt durch Werbung finanziert – nun ja, ist halt so, muss ich akzeptieren. (Mal ganz davon abgesehen, dass ich einen Zahlungsvorgang wohl nicht als Anne Nühm durchführen könnte.)
Wenn jemandem Kosten durch das Führen eines Blogs entstehen (und sei es nur für das Hosting), ist es OK, diese Kosten z.B. durch ein unaufdringliches Affiliateprogramm wieder decken zu wollen. Darüberhinaus habe ich aber kein Verständnis dafür, mit Bloggen Geld einnehmen zu wollen. Das gilt für „Berufsblogger“ (bei denen lese ich grundsätzlich nicht – immerhin kennzeichnen sie ihr Angebot hoffentlich als gewerblich), aber in noch viel höherem Maße für angeblich private Blogger, die ihre Leser anbetteln oder sonstwie zu Zahlungen animieren. Das fängt an bei einem harmlosen Kaffeegutschein oder einer bescheidenen Wishlist, und geht bis zum Crowdfunding und vermutlich sogar darüber hinaus.

Da geistern Blogs herum, in denen behauptet wird, dass Bloggen weit über 1000 Euro pro Monat kosten würde. Dieser Betrag kommt u.a. zustande, weil Kosten für Hardware und Software angesetzt werden. Dabei braucht man die ohnehin, dürfte sie also höchstens anteilig berücksichtigen. Oder kauft sich jemand einen Computer ausschließlich zum Bloggen?
Auch den Internetzugang hat man eigentlich sowieso. Es ist zumindest nicht einzusehen, gleich zwei teure Zugänge nur dem Bloggen anzulasten. Auch weitere Ausgaben wie Fahrtkosten und Steuerberater werden dem Blog berechnet. Da kommt man freilich auf hohe Beträge, die in Wirklichkeit das eigene Hobby und Freizeitaktivitäten finanzieren sollen.
Und wenn man dann auch noch den eigenen Zeitaufwand in Rechnung stellen will, ja, dann wird bloggen richtig teuer.
Ich unterstütze das nicht. Wie gesagt – eventuelle Kosten für Hosting, anteilig für Internetzugang und Computer hereinholen zu wollen, ist in Ordnung.

An dieser Stelle möchte ich meine Leser warnen, mehr oder weniger subtilen Bitten um Geld von Bloggern nicht nachzugeben. Ihr wisst nicht, ob die vorgeschobenen Gründe (da werden die herzzerreißensten Geschichten aufgetischt – wie die teure, lebensnotwendige medizinische Behandlung oder der bevorstehende Gerichtsprozess) der Geldnot wirklich zutreffen. Ihr wisst nicht, wofür euer Geld tatsächlich ausgegeben wird. Ihr wisst nicht, ob die euch versprochenen Bloginhalte authentisch und nicht nur plagiiert sind.
Da fällt mir gerade wieder das Blog ein, bei dem ich Ideenklau von mir und möglicherweise auch von anderen Bloggern vermutete. Nachdem es zeitweise nicht mehr aufrufbar war, befinden sich inzwischen die meisten Inhalte hinter einer Bezahlschranke.

Mit Geld für Blogleistungen wird viel Schindluder getrieben. Ich kann nicht ausschließen, dass es auch redliche Blogger gibt, die sich bezahlen lassen, rate aber zur Skepsis und Vorsicht. Seid nicht zu vertrauensvoll, wenn jemand etwas von euch will.
Einmal „gespendetes Geld“ kriegt man nicht zurück.

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Die Einladung //2143

Sophie geht es nach ihrer langen Krankheit inzwischen schon wieder einigermaßen gut. Sie geht auch regelmäßig wieder in den Kindergarten. Ich war äußerst erleichtert, als ich erfahren habe, dass Verena sie in der für ihren Sprengel zuständigen hiesigen Schule angemeldet hat. Da ist zu erwarten, dass Verena vorläufig doch nicht wegziehen wird.

Als Verena letzte Woche wegen einer Schulungsmaßnahme ihre Kinder nicht vom Kindergarten abholen konnte, bat sie mich, wieder einmal einzuspringen.
Niklas ist ja immer gleich eingeschlafen, während er in meiner Wohnung darauf wartete, dass seine Mutter oder seine Großtante ihn von dort abholte. Sophie selbst ist immer noch matt, und der Kindergartenbesuch strengt sie an. Also sollte man meinen, dass es dann ruhig zuginge. Tatsächlich halten beide sich allerdings gegenseitig wach.
So war ich ganz froh, als Sonja endlich kam, um die Kinder nach Hause zu bringen. Wir wechselten ein paar Worte, und ich erwähnte, dass Carsten mit ein paar Freunden noch bis Pfingsten auf Radtour ist.
Daraufhin lud sie mich zum Mittagessen am Sonntag bei sich ein, statt „alleine daheim rumzusitzen“. Ich zögerte. Ich falle nicht gerne jemanden zur Last.
„Es gibt nichts besonderes“, erklärte sie, „und wir sind sowieso schon zu fünft. Da macht eine Person mehr keinen großen Unterschied.“
„Wer denn alles?“, fragte ich zurück. Das fehlte mir noch, dass mir womöglich Patrick über den Weg läuft!
„Außer mir natürlich Verena und die Kinder. Und dann kommt noch ein besonders lieber alter Freund von mir.“
Schließlich sagte ich zu. Brauche ich mich schon mal nicht selbst um etwas Essbares zu kümmern.

Am Sonntag fuhr ich dann am späten Vormittag zu Sonja. Sie stellte mir ihren Freund Gideon vor, und erzählte mir, dass sie sich schon vor vielen Jahren flüchtig gekannt hatten, da sie gemeinsame Freunde hatten. Sie hatten sich seither schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen, und seien sich vor einiger Zeit wieder zufällig begegnet. Als sie zusammen einen Kaffee getrunken hatten, hätte es zwischen ihnen „gefunkt“. In der Tat hatte ich Sonja noch nie so gelöst und locker, fast strahlend erlebt.
Zum Essen gab es dann Putenfilet mit Reis, Buttergemüse und irgendsoeiner Sauce (die nicht wirklich mein Geschmack war, aber OK). Als Nachtisch gab es Eis. Die Unterhaltung wurde hauptsächlich von den Kindern bestritten.
Ich blieb nicht viel länger. Bevor ich Carsten einige Stunden später zurückerwartete, hatte ich noch etwas daheim zu erledigen, und wollte noch ein paar Vorbereitungen treffen.

Erst am nächsten Tag kam ich dazu, Carsten vom Besuch bei Sonja zu berichten. Ich erzählte auch von Gideon, und er freute sich, dass Sonja wieder jemanden gefunden hat.
„Gideon ..“, sinnierte er, „ein seltener Name. Weißt du, wie er mit Nachnamen heißt?“
„Nein, keine Ahnung“, antwortete ich, „das musst du schon Sonja fragen.“

Gerne hätte ich den Pfingstmontag für ungestörte Zweisamkeit genutzt, aber Carsten erklärte, dass er nach anderthalb Wochen Abwesenheit im Rückstand sei und etliches nachzuholen hätte.
Und diesmal meinte er leider nicht mich.

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Radveteranen //2142

Zum Abschluss der Fahrradtour wollten Carsten und seine Freunde noch ein letztes Mal gemeinsam zu Abend essen. Diesmal war eine Begleitperson ebenfalls willkommen. Aber außer mir (bequem gekleidet in Blusenshirt und Stretchrock) nahm das nur eine andere Frau (Mitte 50, im kittelschürzenartigen, geblümten Sommerkleid) wahr.
Carsten begrüßte mich deutlich sonnengebräunt und hocherfreut, als wir uns am verabredeten Ort trafen. Leider hatten wir keine Gelegenheit, das Wiedersehen gleich zu vertiefen.
Außer Thomas kannte ich noch einen weiteren der Mitradler, wenn auch nur flüchtig. Carsten stellte mir die anderen vor.

Die andere Frau schien sich bei den fachlichen Unterhaltungen zu langweilen, und versuchte krampfhaft, mit mir ins Gespräch zu kommen. Aber zu den von ihr angefangenen Themen habe ich nichts zu sagen. Es störte mich hingegen zunehmend, dass ich ihretwegen kaum etwas von den Fachsimpeleien mitkriegte.
Als einer der Männer meinte, sie alle sollten das Thema wechseln, um „die Damen nicht zu langweilen“, stellte ich schnell klar, dass ich ebenfalls vom Fach sei, und mich überhaupt nicht dabei langweile. Carsten bestätigte das, und fügte hinzu, dass er „eine promovierte Physikerin geheiratet“ habe. Ich widersprach ihm, denn erstens war ich damals noch nicht promoviert, und zweitens habe ich zwar einen rerum naturae, aber der ist in Mathematik.
„Aber du bist Physikerin“, unterbrach mich Carsten, „und du nimmst alles viel zu genau.“
„That’s my job“, bestätigte ich schulterzuckend.

Die Männer ließen die Radtour noch einmal Revue passieren. Sie war wohl doch anstrengender gewesen, als sich einige das vorher vorgestellt hatten. Durch Sonnenbrand, Muskelkater, Kreislaufbeschwerden, Erkältungen, ein paar kleinerer Sportverletzungen (Carsten beispielsweise hatte sich aufgrund eines Beinahe-Sturzes eine leichte Oberschenkelzerrung zugezogen) sowie einer Magenverstimmung waren sie mehr als einmal davor gewesen, die Tour abzubrechen. Die täglichen Routenlängen waren anscheinend etwas zu ambitioniert gewesen.

Nachdem wir alle fertig gegessen hatten, und eigentlich schon zum Heimweg aufbrechen wollten, hatte einer die Idee, noch gemeinsam das gerade stattfindende Volksfest zu besuchen. Die Meinungen waren gemischt.
Carsten erklärte: „Die Tour mit euch war toll, Jungs, aber jetzt reicht es auch wieder.“ Er fasste mich um die Taille, und fügte augenzwinkernd hinzu: „Außerdem habe ich einiges nachzuholen.“
Wir verabschiedeten uns, und kehrten nach Hause zurück. So weit ich mitgekriegt habe, sind gerade mal zwei zum Volksfest. Die anderen wollten ebenfalls lieber heim.

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Und es war Sommer //2141

Zwischen dem 29. August und dem 7. September 2018 habe ich die weiter unten folgenden Tweets geschrieben. Das liegt jetzt schon über ein Dreivierteljahr zurück, und über zweihundert Tweets. Der Zeitabstand wird einfach nicht geringer.
OT habe ich inzwischen neun Tage Leerstand hinter mir .. ach! .. es ist schwer.
Naja, ich werde die letzten ein oder oder zwei unausgefüllten Nächte bestimmt auch noch hinter mich bringen.

Gerade Kameruner vernascht. #oralrelish
Versprecher des Tages: Herpes statt Hermes
Es beginnt die Jahreszeit, in der mein Pragmatismus stärker wird als meine exhibitionistischen Neigungen. #verfroren
Die Schraube ließ sich nicht festziehen. Es stellte sich heraus, dass das Gewinde der Mutter kaputt war. #diemutterallerprobleme #mutterallerprobleme
Verleser des Tages: Ehrengrabschen statt Ehrengrabstein
Schwarz auf Weiß //1937 Neunzehnhundertsiebenunddreißig
Verleser des Tages: „Transgender Roboter“ statt „Trampender Roboter“
Verhörer des Tages: fetzig statt vierzig
So viele Mitteilungen .. was ist da wieder los?
„Here We Go Again“ //1936 Neunzehnhundertsechsunddreißig
Probeweise Direktnachrichten für alle Twitterer geöffnet. Falls die DMs überhandnehmen, setze ich die Option wieder zurück.
Verschreiber des Tages: „du scheisst“ statt „du scheinst“
Verleser des Tages: Gender statt Gerendert
Man kann Tensoralgebra nicht ohne „oral“ schreiben. #substring
Der Schnuller //1935 Neunzehnhundertfünfunddreißig
Oops, Eichel bereits völlig entblößt. Hoffentlich versaut sie nicht wieder alles mit ihrem Samen.
Verhörer des Tages: Implosion statt Inklusion
Gerade unterwegs RIESENgroße Eichel entdeckt, und gleich eingesteckt.
Verleser des Tages: Karl-Marx-Stadt statt „Karlstadt (Main)“
SM And Beyond //1934 Neunzehnhundertvierunddreißig
Verhörer des Tages: Frankenfeindlichkeit statt Fremdenfeindlichkeit
Gerade Besuchergruppe durch die Fertigung geführt.
#Stolz ist gerechtfertigt auf die eigenen Erfolge und Leistungen, auf das, was man selbst geschafft und erreicht hat. Aber doch nicht darauf, so ein guter und netter Mensch zu sein.
Verleser des Tages: „Für jede Frau, die zweimal kommt,“ statt „Für jede Frau, die zweifelt, kommt“
Angekündigter Rückzug //1933 Neunzehnhundertdreiunddreißig
Wenn ich schon kochen muss ..
Wird Zeit, dass ich mich auf Kastaniensuche mache. Eicheln und Nüsse habe ich bereits gesehen.
Verschreiber des Tages: verzeihen statt verziehen
An alle Befürworter der permanenten #Sommerzeit: Schon mal realisiert, dass die Sonne im ganzjährigen Mittel dann erst um 7 Uhr aufgeht?
Die Gutbürger und Besorgtmenschen übertönen die vernünftigen, gemäßigten Stimmen.
Versprecher des Tages : tanzen statt tangens
Gerade erst hatte ich mich so richtig an den Sommer gewöhnt ..
Verleser des Tages: Lebensmittel statt Lehrmittel
Versucht oder besucht //1932 Neunzehnhundertzweiunddreißig
Wie wäre es als Kompromiss denn ganzjährig mit UTC+1.5? #Zeitumstellung #Sommerzeit
Verhörer des Tages: „großer Hintern“ statt „große Himbeer’n“
Manchmal hätte ich so eine schöne Annekdote zum Bloggen oder Twittern. Aber dann muss ich sie mir verkneifen, um meine Annenühmität nicht zu gefährden.
So schnell kann man bei manchen Leuten in Ungnade fallen ..
Verleser des Tages: süßlich statt südlich
Es geht weiter //1931 Neunzehnhunderteinunddreißig
Dieses ganze Rinks und Lechts ist sehr verwirrend.
Verscheiber des Tages: scheitern statt schreiten
Verleser des Tages: unglaublich statt urlaublich
breakplaining: Integration //1930 Neunzehnhundertdreißig
Chef wieder mal mit Expansionsplänen ..
Die öffentliche Wahrnehmung sieht nur noch die Extreme und verallgemeinert sie, als wären sie der Normalfall.
Verschreiber des Tages: Diesn’t statt Dienst
Aus den Suchanfragen: „mir fehlt das alpha-weibchen“. Lustig war’s damals mit der @Frau_Logan.
Verleser des Tages: Ausscheidungen statt Ausschreitungen
Kritische Masse //1929 Neunzehnhundertneunundzwanzig

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