Sehet, die erste Kerze brennt //2477

Die dunkelste, trübste Zeit des Jahres beginnt. Ich brauche Licht. Lasst mich mit Kerzen in Ruhe, und chemischem Licht. Ich will Sonnenschein.
Das Wochenende war ja noch etwas sonnig, so dass wir das ausnutzten.
Wir waren also hier in der Gegend spazieren. Es war ziemlich kalt, weshalb wir eine Wärmflasche in den Kinderwagen gelegt hatten. In freier Natur bleibt man wenigstens von Adventskram verschont.

Einige hundert Meter vor uns lief ein Paar mit einem großen Hund. Ich beobachtete, wie der Hund sich halb niederließ, im Begriff einen Haufen zu hinterlassen. Ich war ja gespannt, ob die Leute die Hinterlassenschaften wegräumen würden.
Tatsächlich sah ich dann aus der Entfernung den Mann mit einer roten Tüte über dem Haufen herumwerkeln. Bei der Vorstellung, wie er in die warme, weiche Masse fassen würde, wurde mir halb übel.
Schließlich gingen sie weiter. In der Wegbiegung danach verlor ich sie aus den Augen, weil Bäume die Sicht versperrten.

Als wir selbst diese Wegbiegung passiert hatten (mit Kinderwagen sind wir merklich langsamer – schon erstaunlich, wie sehr das Baby Carsten ausbremst) sah ich am Wegrand eine rote Tüte liegen. So wie sie aufrecht und frisch aussah, kann sie noch nicht allzu lange dort gelegen haben. Allerdings kann ich nicht sicher wissen, ob tatsächlich dieses Paar die Tüte dort zurückgelassen hat. Immerhin hätten sie die Tüte zwanzig, dreißig Meter transportieren müssen. Da wäre es doch einfacher gewesen, sie gleich an Ort und Stelle liegen zu lassen.
Was sind das nur für Leute, die sich einen Hund halten, aber die Kehrseite davon der Allgemeinheit aufhalsen und die Natur so verschandeln?

Das Paar mit Hund war schneller als wir, so dass sich die Entfernung zwischen uns vergrößerte. Schließlich bogen sie in eine andere Richtung ab, und waren bald ganz außer Sicht.

Da es kalt war, dehnten wir den Spaziergang nicht weiter aus. Chefchen hatte es ja kuschlig warm in seinem Wagen, aber mich fror es doch trotz Kopftuch ein wenig.

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Tweets im Umbruch //2476

Seit Osten habe ich meine Bloghäufigkeit reduziert. Grundsätzlich gibt es nur noch an geraden Tagen einen Beitrag. Dies spiegelt sich auch in meinen Tweets seither wider.
Die folgenden Tweets vom 10. bis 25. April bilden den Übergang ab.

Der Fliederich, der Fliederich, der ist ein arger Blüterich.
Verschreiber des Tages: properation statt „proper operation“
Entspanntes #Wochenende. Keine Besuche, keine Treffen, keine dringenden Verpflichtungen .. So dürfte es immer sein.
+Sogar Mr. Workaholic genießt inzwischen die erzwungene Untätigkeit ganz locker.
+Ungestörte Zweisamkeit. Fast ein bisschen wie Flitterwochen.
+Wären nicht die desaströsen Auswirkungen auf die #Wirtschaft, könnten #Lockdown #SocialDistancing meinetwegen noch lange so weitergehen.
Dank #Corona #covid19 gehen wir heute schon früher ins #Wochenende.
Verleser des Tages: Kritiker statt Kitzler
WordPress Frust
Bad Sta* war’s //2372 Zweitausenddreihundertzweiundsiebzig
Verhörer des Tages: „cherry tea“ statt charity
Verleser des Tages: Hashwert statt Hascherl
Mathemystik und Wirklichkeit der Natur //2371 Zweitausenddreihunderteinundsiebzig
Habe meinen Gymnastikball mal wieder reaktiviert. #Pezziball
Verschreiber des Tages: Residumm statt Residuum
Leichte #Rückenschmerzen
Verleser des Tages: Cosinus statt Cousins
Familienplanungsroulette //2370 Zweitausenddreihundertsiebzig
Charakteristisches Polynom mit doppelter Nullstelle. Wie toll!
Es sind die gleichen Feministinnen, die „Geschlechterstereotype aufbrechen“ wollen, die mir wiederholt meine Weiblichkeit versuchen abzusprechen, weil ich nicht in ihre Geschlechterschubladen passe.
Verhörer des Tages: Tupperware statt „Papa Bär“
So viele Leute unterwegs. Aber ich habe keinen einzigen mit #Mundschutz gesehen.
Verleser des Tages: [Liberate] Vagina statt Virginia
+Übrigens nicht mein Verleser. Ich hätte fast „virgin vagina“ gelesen.
Vorurlaubsgetwitter //2369 Zweitausenddreihundertneunundsechzig
„Datenbänke“ .. hä?
#Naturwissenschaften: „Bei #Physik kracht’s, bei #Chemie stinkt’s, und bei #Biologie bewegt sich’s.“ Zitat meiner Mutter, 1980er Jahre. Ins Hochdeutsche übertragen von mir.
Nur mal zum Vergleich: Im Winter 2017/18 starben in Deutschland über 25000 Menschen an #Influenza.
Verschreiber des Tages: Wollgefühl statt Wohlgefühl
#Nasenbluten.
Verleser des Tages: Penetration statt Presentation
Numerophile Berufswahl //2368 Zweitausenddreihundertachtundsechzig
Saublöder #ExceptionHandler!
Verbuchsler des Tages: „Das Änder wettert sich.“
Kind auf Fahrrad brüllt mir zu: „GRÜSS GOHOTT!“
Ich kann dieses Geseier „Was werde ich doch immer so diskriminiert, weil ich $X bin!“ nicht mehr hören. Dass auch andere Menschen Nachteile haben, die – oder gerade weil – sie nicht $X sind, darauf kommen diese Personen in ihrer ausschließlichen Selbstbezogenheit nicht.
Verleser des Tages: Medienexperte statt Medizinexperte
Callverwandtschaften //2367 Zweitausenddreihundertsiebenundsechzig
Wenn ein unscheinbares, aber notwendiges Zahnrädchen in einer komplexen Maschinerie nach einem halben Jahr irreparabel ausfällt, geht gar nichts mehr. #Systemrelevanz. Das Gehäuse mag zwar Kratzer haben, sieht nicht schön aus, beeinträchtigt aber die Funktionalität nicht.
Verhörer des Tages: „Popo leer“ statt populär
Das Fest der #Auferstehung.
Jetzt wollte ich mich am Osterwochenende eigentlich auf Privates beschränken, aber einiges lässt sich halt nicht ausblenden.
Die #Outdoor-Saison ist eröffnet.
Leute, die ohne eigene Leistung Ansprüche stellen, und es überhaupt nicht zu schätzen wissen, dass nur die Produktivität unserer Wirtschaft ihnen ein angenehmes Leben ermöglicht.
+Sie selbst ziehen persönliche Vorteile daraus, tragen aber nichts zum Gemeinwohl bei.
+So menschenverachtend, weil sie überhaupt nicht anerkennen, dass andere Menschen Anstrengungen und Mühen auf sich genommen haben, um das zu ermöglichen.
+Da wird nur die Hand fordernd aufgehalten, aber statt etwas Dankbarkeit kommen noch Beleidigungen und Beschimpfungen.
+Diese Mentalität ist inzwischen so weit verbreitet. Nur Ansprüche und Forderungen an andere, aber nicht bereit, selbst etwas zum Allgemeinwohl beizutragen.
+Sie ignorieren, dass ja jemand die Kosten bezahlen muss, und beißen in die metaphorische Hand, die sie füttert.
+Diese sogenannte #sozialeGerechtigkeit ist Missgunst an alle, die mehr haben. Da nicht alle gleich viel haben können, sollen gefälligst alle gleich wenig haben.
+Wie wär’s denn zur Abwechslung mal mit etwas #Solidarität und #Empathie für diejenigen, die das ganze System durch ihren Einsatz permanent am Laufen halten?
Verleser des Tages: career statt carrier

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Der Gebärung Appendix und #Blogparade zum #RosesRevolutionDay //2475

Bestimmt hätte ich euch noch etwas länger auf den Emissionsbericht warten lassen, hätte ich nicht eine Blogparade zum Thema entdeckt, die demnächst abläuft, ich aber noch meine paar Cents hinzugeben möchte.

Die genannte Blogparade ruft Frauen auf, über „Gewalt unter der Geburt“ zu berichten. An meine eigene Geburt kann ich mich leider nicht mehr erinnern, sehr wohl aber an die Geburt meines Babys vor mehreren Wochen. Die erste Assoziation mit „Gewalt“ wäre wohl in diesem Kontext, dass ein Baby mit Geburtszange oder Saugglocke aus dem mütterlichen Leib herausgerissen wird. Keine schöne Vorstellung, aber in manchen Fällen halt unvermeidlich, und sicherlich das kleinere Übel als ein Kaiserschnitt.
Zumindest früher soll es üblich gewesen sein, dass ein Neugeborenes mit einem Klaps „begrüßt“ wird, wenn es nicht von sich aus mit dem Schreien beginnt. Könnte man als „Gewalt“ auffassen, die aber nichtsdestotrotz medizinisch notwendig war.

In der Blogparade wird unter „Gewalt“ alles verstanden, was das Entbindungspersonal tut, und der Gebärenden gerade nicht gefällt, bzw. von ihr als „übergriffig“ empfunden werden könnte. Einerseits verwässert man so den Gewaltbegriff bis zur Unkenntlichkeit, andererseits wird dadurch erst Unfrieden hervorgerufen.
Warum tut man so etwas? Warum hetzt man gegen das Personal, das jahrelange Erfahrung mit Entbindungen hat, und in den allermeisten Fällen genau weiß, wie man auch mit schwierigen Situationen umzugehen hat? Warum macht man schwangeren Frauen durch solche Aktionen Angst, statt ihnen durch Zuspruch und Aufmunterung Gelassenheit und Zuversicht zu vermitteln? Durch solche Behauptungen der vermeintlichen „Gewalt“ im Kreißsaal werden sie dann erst verkrampft und unsicher, statt sich vertrauensvoll zu entspannen, und dem Geburtsvorgang einfach seinen Lauf zu lassen – in der Gewissheit, dass professionell versierte Personen darüber wachen.
Für die allermeisten Frauen ist eine Entbindung ein seltenes Ereignis, das ein oder zweimal, kaum jemals viel öfter, in ihrem Leben stattfindet. Für Hebammen und Geburtshelfer ist es alltäglich. Wie kann man also auf die Idee kommen, dass gebärende Frauen besser wüssten, was gut für sie und ihr Baby ist, als eigens dafür ausgebildetes, erfahrenes Personal, das außerdem von Messinstrumenten und anderen Gerätschaften unterstützt wird. Wie sollten sie beispielsweise beurteilen können, ob eine Episiotomie nötig ist? Für die Erforderlichkeit vieler Maßnahmen fehlt ihnen einfach der Einblick, zumal man in einer Ausnahmesituation nicht mit der gebotenen Besonnenheit und Ruhe abwägen kann. [Ich gebe zu, der Gedanke kam mir, mein Riss hätte sich möglicherweise verhindern lassen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Aufmerksamkeit der Hebamme kurz nachließ, als der Kopf bereits draußen war. Aber das ist reine Spekulation. Ich kann das nicht beurteilen und gebe niemandem die Schuld.]

Ich möchte hier noch einmal betonen, dass ich die Kompetenz von Hebammen und Ärzten im Kreißsaal als ausgezeichnet empfunden habe. Sie kümmerten sich aufmerksam, aber nicht aufdringlich um mich, machten hilfreiche Vorschläge, beharrten aber nicht darauf, wenn ich einen Vorschlag ablehnte, und gingen stets mit der gebotenen Behutsamkeit mit mir und dem Baby um.
Definierte Abläufe im Kreißsaal gewährleisten ein hohes Maß an Sicherheit und sorgen für Qualitätsstandards und Nachvollziehbarkeit. Dadurch sind Mütter- und Säuglingssterblichkeiten auf einem historisch niedrigen Niveau.
Auf jede noch so abwegige Laune der Schwangeren einzugehen, würde diese Abläufe in eine Beliebigkeit abgleiten lassen, die nichts wünschenswert ist, wäre völlig unpraktikabel und ineffizient.
Der Gedanke an standardisierte Abläufe, und dass die versierten Geburtshelfer genau wissen, was auch in schwierigen Sitationen zu tun ist, hat mir als Erstgebärender Mut und Zuversicht gegeben.

Nicht nur in der Geburtshilfe, sondern überall wo Menschen zusammentreffen, gibt es unvermeidlich auch immer wieder Fälle von Missverständnissen oder überschrittenen Grenzen. In den meisten Fällen handelt es sich um unabsichtliche Versehen. Ich distanziere mich vom Versuch, Ausnahmen als Standard darzustellen, und jedes kleine Kommunikationsproblem „Gewalt“ zu nennen. Dadurch verharmlost und relativiert man tatsächliche Gewalt.
Es ist schon völlig daneben, schwangere Frauen noch zusätzlich durch so eine Aktion zu verunsichern. Als Schwangere macht man sich sowieso schon viele Gedanken und Sorgen: Wie werde ich mit den Wehen klarkommen? Wird mein Kind seine Geburt gut überstehen? Wird irgendetwas schief gehen? Werden möglicherweise bleibende Schäden zurückbleiben? Und vieles mehr. In dieser Situation muss man nicht noch mehr Ängste schüren, dass einem während der Entbindung noch „Gewalt“ vom medizinischen Personal angetan werden könnte. Manchmal kann es um die Sekunde gehen. Wenn für notwendige, vielleicht lebenserhaltende Maßnahmen dann erst noch das ausdrückliche Einverständnis eingeholt werden muss, kann es vielleicht schon zu spät sein.
Es ist wichtig, den Hebammen und Geburtshelfern einigermaßen zu vertrauen, und ihnen die Vorgehensweise zu überlassen. Nur so kann man sich richtig entspannen und den Dingen ihren Lauf lassen. Aktionen wie der gestrige „Roses Revolution Day“ untergraben dieses erforderliche Vertrauen. Dabei ist es gerade bei einem so sensiblen körperlichen Vorgang wie einer Entbindung unabdingbar, dass man sich gut aufgehoben und professionell begleitet fühlt.

Als ich wenige Tage vor meinem offiziellen „Termin“ von dieser Blogparade erfuhr, war ich entsetzt. Nicht meinetwegen. Ich bin stabil genug, nichts auf feministisches Geschwätz zu geben. Aber wegen anderer Schwangerer, die leichter beeinflussbar sind, und denen damit Angst eingejagt wird.
Die Hebammen und Geburtshelfer engagieren sich normalerweise mit gutem Willen und Sachverstand, um der Gebärenden ein möglichst angenehmes (oder besser gesagt, nicht übermäßig unangenehmes) Geburtserlebnis zu ermöglichen. Dafür haben sie Anerkennung und Dank verdient. Nicht diese Hetze.

Nein, „Gewalt unter der Geburt“ ist nichts, worüber man aufmerksam machen müsse, genauso wenig, wie Schwangere über jede nur denkbare und noch so seltene Komplikation zu informieren, weil es sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht betrifft.

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Error Handling //2474

Mal ein paar Sätze zum Error Handling, d.h. Reaktionen auf Laufzeitfehler.
Ihr habt euch bestimmt schon gewundert, oder gar geärgert, wenn ihr eine Anwendung laufen lasst, und ihr kriegt eine völlig nichts sagende Fehlermeldung.
Warum wird da nicht ausgegeben, was genau den Fehler auslöste?
Tja, Fehlerbehandlung ist so eine Sache ..

Wenn man als Entwickler ein neues Softwareprojekt beginnt, so ist das Behandeln aufgetretener Fehler anfangs nebensächlich. Hauptsache, das Programm läuft überhaupt erst mal. Zum Testen und Ausprobieren nimmt man Eingabeparameter, die funktionieren, und macht auch nur Nutzereingaben, die zielführend sind.
In der späteren Praxis ist das nicht mehr so. Ein komplexes Programm DAU-sicher zu machen, würde nach Pareto viel mehr Aufwand bedeuten, als es Nutzen bringt.
Aber auch bei ganz regulären Nutzereingaben und Aktionen können Exceptions auftreten, die abgefangen werden müssen.

Um nicht immer ganz abstrakt schreiben zu müssen, ein einfach nachvollziehbares Beispiel:
In einem Programm kommen unter anderem in einer bestimmten Funktion mehrere Divisionen und eine Quadratwurzelberechnung vor. Je nach Eingabedaten kann es dabei zum Teilen durch 0 oder zum Ziehen der Wurzel aus einer negativen Zahl kommen. Lässt sich jeweils vorher abprüfen, oder man überlässt es der FPU. Egal, kommt hier nicht drauf an.
In jedem Fall tritt eine Exception auf. Der Nutzer wird per Meldung informiert, dass etwas beim Rechnen schief ging. Die Ausführung der gesamten Nutzeraktion wird abgebrochen. Der Nutzer erfährt aber nicht, ob eine Divisionen oder die Radizierung der Grund ist.
In komplexeren Fällen muss das Programm vielleicht überprüfen, ob bestimmte Dateien vorhanden sind, diese einlesen, das Format validieren, mit den gelesenen Daten herumrechnen, diese Dateien verändern, und irgendwo anders hinschreiben, in der Registry lesen oder schreiben, blablabla ..
Da kann soviel schiefgehen. Die Crux ist, dass der weitere Programmablauf unterschiedlich sein muss, je nach dem, an welcher Stelle die Prozedur ausgestiegen ist. Wenn man die Eingabedateien schon nicht laden konnte, braucht man sie nicht mehr auszuwerten. Wenn bei der Auswertung etwas schief läuft, braucht man sie nicht mehr neu abzuspeichern. Wenn das abschließende Schreiben der Datei nicht klappt, muss man dennoch dynamischen Speicher, Handles, was weiß ich, wieder freigeben und finalisieren.
Oder die oben exemplarisch beschriebene arithmetische Funktion wird von mehreren Stellen aus aufgerufen. Selbst wenn sie korrekt ausgibt, was das Problem war, weiß man immer noch nicht, von wo aus dieser Call kam.
Das ganze kann beliebig kompliziert und ineinander verschachtelt sein. Ein sauberes, detailliertes Error Handling ist extrem aufwendig, und rentiert sich meist nicht, so dass es in der Entwicklung gerne vernachlässigt wird.
Der zusätzlich Zeitaufwand dafür ginge ins Unermessliche. Und Zeit ist Geld. Wollt ihr für eine Software-Anwendung das Mehrfache ausgeben, bloß um bei sehr selten auftretenden Fehlern genauer zu wissen, was jetzt konkret schiefging?

Auch bei Abläufen, die normalerweise klappen, können sporadisch Fehler auftreten.
Zu den möglichen Ursachen im eigenen Quellcode können noch Fehler im Betriebssystem, dem benutzen Framework, Third-Party-DLLs, oder sonstwo hinzukommen. Das lässt sich niemals vollumfänglich überblicken.
Manchmal fehlen die Rechte, manchmal ist es ein Resourcenkonflikt, .. Oft kann der Entwickler selbst nicht direkt erkennen, was nicht funktionierte. Schließlich kann man nicht jede einzelne API-Funktion auf ihren Rückgabewert hin prüfen (oder gar GetLastError() checken), und entsprechend reagieren.
Und man muss auch berücksichtigen, dass ähnliche Fehler (z.B. fehlgeschlagene Dateioperationen) an unterschiedlichen Codestellen passieren können. Auch wenn man erfährt, dass z.B. eine bestimmte Datei nicht geschrieben werden konnte, weiß immer noch nicht umbedingt, wo dies im Sourcecode steht, und warum nicht (vielleicht war sie von einer anderen Anwendung geblockt, oder der Speicherplatz reichte nicht aus, oder oder oder).

Das sind solche Dinge, mit denen man leben muss.
Wenn ich eine neue Software spezifiziere, versuche ich von vornherein, einigermaßen aussagekräftige Fehlermeldungen (d.h. Fehlercodes, die dann sprachabhängig in Meldungen umgesetzt werden können) vorzusehen (auch wenn das aus Entwicklersicht erst mal völlig lästig ist). Das ist immerhin besser, als das Error Handling erst später hineinzuflicken. Trotzdem ist es nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll.

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Nur ein paar Tropfen //2473

Selbst wenn heute ein ganz reguläres Tweetwochenende wäre, würde ich davon abweichen, weil ich über die neuesten Begebenheiten dringend bloggen will.

Wie bereits geschrieben, befindet sich mein Vater zur Zeit nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Meine eigenen gesundheitlichen Beschwerden sowie die äußerst eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten hatten verhindert, dass ich zeitnah in die alte Heimat gefahren war, um ihn zu besuchen.
Zusammen mit Carsten beratschlagte ich, wie ich doch noch einen Krankenbesuch machen könne. Das Ergebnis unserer Überlegungen war, dass wir gestern zusammen in die alte Heimat fuhren.
Wir hatten mit meiner Mutter vereinbart, dass wir zum Mittagessen bei ihr sein würden. Danach würde Carsten mit dem Baby dort bleiben, während ich alleine zum Krankenhaus fahren würde.

So machten wir es dann auch. Meine Mutter freute sich sehr, ihr Enkelchen kennenzulernen, wenngleich das Erlebnis von der Krankheit meines Vaters überschattet wurde.
Von meiner Schwester Sabine und ihrer Familie sahen wir die ganze Zeit nichts, weil das wegen Corona-Maßnahmen noch ein Haushalt zuviel gewesen wäre. David muss einen ziemlichen Aufstand gemacht haben, weil er sein Cousinchen nicht kennenlernen durfte.

Die Besuchszeit im Krankenhaus war begrenzt. Außerdem waren vorher noch einige Formalitäten zu erledigen, um meine Anwesenheit zu dokumentieren, Kontaktdaten zu protokollieren, sowie sonstige Hygiene- und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Trotz allem wirkte das Personal der Stroke Unit ausgesprochen entspannt und locker.
Mein Vater war recht schwach, freute sich aber über meinen Besuch. Ich hätte ihm so gerne eine Packung Sahnekaramellen, die er doch so gerne mag, mitgebracht, aber Mitbringsel sind derzeit nicht erlaubt. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin nahm ich kurz die Maske ab, so dass er mein Gesicht und ein etwas angestrengtes Lächeln sehen konnte. Leider war er schon bald erschöpft, so dass ich die Besuchszeit gar nicht voll ausnutzte, sondern ihn lieber schlafen ließ.
Außerdem lief ich aus. Die Stilleinlage war schon völlig durchgeweicht, und es war mir unangenehm, wie mein Pulli zunehmend nass wurde. Es war höchste Zeit, den Symbionten wieder anzudocken. So lange war ich noch nie von ihm getrennt gewesen.
Bevor ich ging, versprach ich meinem Vater noch, dass wir ihn alle besuchen würden, falls er an seinem Geburtstag wieder daheim sein sollte (was leider sehr unwahrscheinlich ist, eigentlich unmöglich, aber falls doch, dann halte ich mein Versprechen!). Schei? doch auf die ganzen verdammten Corona-Beschränkungen!
Dieser Besuch ist mir doch recht nahe gegangen. Mein Vater war sonst gesundheitlich immer so fit und vital gewesen, und hat auch viel Ausdauersport getrieben. Ihn so krank und schwach daliegen zu sehen ..

Zurück bei meiner Mutter, machte ich es mir gleich auf dem Sofa mit dem Chefchen bequem, während meine Mutter in der Küche werkelte.
Carsten rückte verärgert mit der Sprache heraus, dass er – als sie das Thema Taufe hartnäckig angesprochen hatte – meiner Mutter gesagt hatte, dass wir eine Taufe ablehnen.
Kurz darauf musste er die Toilette aufsuchen. Als er zurückkam, sah er gerade noch, wie meine Mutter dem Baby einige Tropfen Weihwasser (sie hat immer mindestens eine Flasche vorrätig) auf die Stirn goss, und hörte sie noch „.. des heiligen Geistes“ sagen.
Das heißt, dass unser Kind jetzt nach katholischem Glauben getauft ist. Dieses Sakrament wird es nie wieder los. Wenn ich an den ganzen Humbug glauben würde, würde ich mich sehr darüber ärgern. So bin ich zumindest erleichtert, dass das Chefchen keinen bleibenden körperlichen Schaden davonträgt, wie dies in anderen Religionen hätte passieren können.
Trotzdem stand ich auf, sobald das Chefchen satt war, und wir brachen sofort nach Hause aus. Es war ein Vertrauensbruch, und wäre nicht die Erkrankung meines Vaters, so würde ich den Kontakt zu meiner Mutter erst einmal abbrechen. Aber gerade jetzt ist es wichtig, dass die Familie zusammenhält. So richtig übel kann ich es meiner Mutter aber auch nicht nehmen. Ich weiß, wie sie tickt. Sie hat das nicht aus Boshaftigkeit getan, sondern in der aufrichtigen Sorge um das Seelenheil ihres Enkelchens. Dass diese Sorge unbegründet und ein Schmarren ist, wird sie niemals nachvollziehen können. Insofern werde ich wohl oder übel über die Angelegenheit hinwegsehen. Dabei fühlt es sich an, als wäre ich von ihr hintergangen und mein Kind misshandelt worden. Objektiv ist aber nichts passiert, als dass es ein paar Tropfen Wasser abgekriegt hat. Deswegen sollte ich ihr nicht so grollen. Andererseits muss meine Loyalität jetzt mehr meinem Kind als meiner Mutter gelten.

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Shisen Sho Revisited //2472

Vor einiger Zeit hatte ich nach einer (Online-)Variante von Shisen Sho gesucht, fand dann nach dem Hinweis eines Kommentators die Umsetzung eines französischen Entwicklers.
Inzwischen habe ich das schon öfter gespielt, immer wieder mal zwischendurch ein paar Minuten zur Entspannung oder Zerstreuung. Das Spiel hat seine guten Seiten, aber auch ein paar Macken.

Fangen wir mit den positiven Eigenschaften an:
Der eigentliche Spielverlauf ist sehr schön umgesetzt. Das Spiel läuft einwandfrei und flüssig. Ich habe bisher noch keinen Käfer gefunden.
Die Graphiken der Ziegel sind ästhetisch ansprechend und leicht unterscheidbar.
Es stehen mehrere Spielmodi zur Verfügung (ich bevorzuge „Gravity“, wo Ziegel Tetris-like nach unten rutschen, wenn Löcher unter ihnen entstanden sind).
Das nervige Piepen, wenn man sich verklickt hat, kann man wegkonfigurieren.

Jetzt zu den kritikwürdigen Aspekten:
Die Metabedienung, also über das eigene Spiel hinaus, wie Optionen einstellen oder Start eines neuen Spiels, läuft nur über Icons (ohne Text) am Seitenrand. Diese Icons sind uneinheitlich und dilettantisch gezeichnet. Ihre Bedeutung erschließt sich nicht intuitiv. Dieses Konzept gefällt mir nicht, aber ich kann darüber hinwegsehen.
Die Art der Ziegel ist eigentlich fest definiert, aber ich habe festgestellt, dass sie nicht ganz dem Standard entsprechen. Beispielsweise gibt es bei den Jahreszeiten nur Sommer und Winter, aber weder Frühling noch Herbst. Die Winde fehlen ganz. Nun ja, auch darauf kommt es mir nicht an. Meinetwegen dürften es auch völlig andere Motive sein, solange man sie nur gut unterscheiden kann.
Die Zeitmessung ist äußerst fehlerhaft. Da gibt es mindestens drei von einander unabhängige Timer, die sich gegenseitig in die Quere kommen. Ich spiele ja nicht auf Zeit, sondern unterbreche auch häufig und mache dann längere Zeit etwas anderes. Vielleicht fällt das Problem nur bei dieser quasi fragmentierten Spielweise auf. Jedenfalls wird während des Spiels eine andere Zeit angezeigt, als ggf. im Highscore. Da tauchen manchmal auch Zeiten auf wie 1:234:56 – also mehr Minuten, als es pro Stunde gibt. Das ganze ist nicht nachvollziehbar, und recht irritierend. Ich bräuchte überhaupt keine Zeitmessung, aber wenn, dann sollte sie wenigstens konsistent sein. Einmal gelang es mir, gleich nach dem Start zügig ein Spiel zu vollenden. Dies wurde mit 6 Sekunden in den Highscore eingetragen, was völlig unrealistisch ist. Es dürfte so um die fünf Minuten gedauert haben, vielleicht sogar etwas darunter, aber ganz bestimmt nicht so kurz. Der Entwickler hat die Zeitauswertung einfach nicht im Griff.
Ein kleines Manko besteht noch darin, dass man bei einem nicht geschafften Spiel nicht mehr sieht, welche Ziegel noch übrig sind. Da würde ich manchmal schon gerne noch sehen, wie die wenigen übrigen Ziegel sich gegenseitig blockieren. Aber die Meldung überdeckt das Spielfeld sofort völlig. Immerhin hat man die Möglichkeit, per Klick wieder zurückzuschalten, aber es ist umständlich.

Ansonsten ist es aber ein sehr schönes Spiel, das ich weiter empfehlen würde.
Leider ist keine Kontaktadresse des Entwicklers angegeben, sonst hätte ich ihm vielleicht das Problem mit der Zeitmessung berichtet. Ich gehe davon aus, dass ihm das nicht bewusst ist, und es in seinem Interesse liegt, solche Käfer zu fixen. Schließlich will man eine möglichst fehlerlose, perfekte Software unter seinem Namen herausgeben. Aber der Aufwand, weiter nach einer Kontaktmöglichkeit zu suchen, lohnt sich für mich nicht, so dass ich es bleiben lasse.

Sollte ich das Spiel mit maximal fünf Sternen bewerten, so wären das für den eigentlichen Spielverlauf fünf Punkte. Aufgrund der oben beschriebenen Schönheitsfehler würde ich aber Punkte abziehen.
Da liegt es wohl an meiner aktuellen Stimmung, ob ich insgesamt vier oder nur drei Sterne vergeben würde. Mitteln wir auf dreieinhalb von fünf Sternen.

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Sorgen .. //2471

Wieder mal kam es ganz anders, als gedacht.
Ich werde wohl bei diesem Blogeintrag, streng chronologisch vorgehen, und nichts vorweg nehmen.
Nachdem meine Eltern ihren geplanten Besuch vor zwei Wochen wegen einer Erkältung meiner Mutter hatten absagen müssen, wäre heute der Ersatztermin gewesen.

Ich hatte mich bereits seit vorgestern ziemlich mit einem Milchstau herumgequält. Eine meiner Brüste war hart, heiß, teilweise gerötet, schmerzhaft. Die andere zwar besser, aber auch nicht ganz in Ordnung. Fast nonstop versuchte ich, das Chefchen anzulegen, aber das brachte nur kurzfristig Erleichterung (außerdem konnte es auch nur begrenzt trinken, und streikte irgendwann). Zeitweise hatte ich Schüttelfrost, und verbrachte zwischendurch immer wieder längere Zeit im Bett, weil mir so schrecklich kalt war. Heißer Salbeitee wärmte mich, wirkt bakterizid und laktationshemmend.
In dieser Situation war die Aussicht, auch noch Besuch zu unterhalten und zu bewirten, sehr belastend, obwohl es ja meine engsten Verwandten sind. Ich überlegte, ob ich den Besuch nicht absagen solle, wartete nur deshalb noch ab, weil ich hoffte, dass der Milchstau sich noch rechtzeitig wieder halbwegs auflösen würde. Denn schließlich würde sich sonst der Besuch meiner Eltern auf unbestimmte Zeit verschieben, vermutlich erst nächstes Jahr. Aber ich war bereit, notfalls die Reißleine zu ziehen, und den Besuch kurzfristig abzusagen, wenn es bis Dienstag Abend nicht wieder erkennbar besser würde.

Als es mir dann gestern Abend wieder soweit besser ging, dass ich davon ausgehen konnte, dass ich den nächsten Tag einigermaßen durchstehen würde, klingelte das Telefon.
Es war meine Mutter. Sie teilte mir mit, dass mein Vater im Krankenhaus läge. Sie hatte ihn besinnungslos auf dem Boden gefunden. Er hatte vermutlich einen Schlaganfall, sei inzwischen wieder bei Bewusstsein. Es ginge ihm schlecht, aber sein Zustand einigermaßen stabil und keine akute Lebensgefahr.
So hatte ich das nun wirklich nicht gewollt, dass sich das aktuelle Besuchsproblem auf diese Weise lösen würde.

Zu anderen Zeiten hätte ich mich wohl heute auf den Weg gemacht, um ihn zu besuchen. Aber mir geht es selbst immer noch nicht wirklich gut. Ich fühle mich nicht reisefähig, zumal ich das Chefchen mitnehmen müsste.
Meine Mutter erklärte, dass die Besuchsregelungen wegen Corona sehr streng seien. Eigentlich wären gar keine Besuche zugelassen, aber es gäbe Ausnahmeregelungen für die allernächsten Angehörigen, wenn auch nur höchstens ein Besucher am Tag für maximal eine halbe Stunde, selbstverständlich mit Maske, und das nur nach Anmeldung.
So wäre meine Fahrt in die alte Heimat ziemlich sinnlos. Ich muss noch überlegen, wie ich das mache.

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Der Gebärung fünfter Teil //2470

Der vierte Teil meines Berichts endete damit, dass ich mein Baby im Kreißsaal zum ersten Mal stillte.

Zurück auf dem Stationszimmer fragte mich eine Stationsschwester, ob ich noch ein Abendessen wolle. Ich hatte wenig begeistert eingewilligt, etwas zu essen, aber merkte dann doch beim Essen, welchen Hunger ich inzwischen hatte. Ich hatte alles aufgegessen, obwohl dieses Essen eher nicht zu meinen Favoriten zählte, und hätte sogar noch mehr gegessen, wenn noch mehr dagewesen wäre.

Eigentlich hatte ich beabsichtigt gehabt, zwei oder drei Tage lang in der Klinik zu bleiben. Das hätte mir ausreichend Gelegenheit gegeben, mich an die neue Situation zu gewöhnen, und mich mit dem Baby vertraut zu machen. Denn dort steht immer jemand Professionelles mit Erfahrung zur Verfügung, den man bei Fragen rund um Babypflege und Stillen um Unterstützung bitten kann, und der bei Problemen weiterhilft.
Aufgrund des enormen Blutverlustes war es dann aber zweckmäßig, noch ein paar Tage länger zu bleiben, und das war gut so. Ich fühlte mich schon recht schwach. Mein Hämoglobinwert, der sich die ganze Schwangerschaft hindurch wacker gehalten hatte, war tief abgestürzt. Ich war körperlich nicht mehr belastbar, musste immer damit rechnen, dass mir beim Aufstehen schwindelig wurde. Man bot mir Blutkonserven an, was ich ablehnte. Aber ein hochdosiertes Eisenpräparat akzeptierte ich. Außerdem bekam ich eine Infusion mit isotonischer Kochsalzlösung, um wenigstens das Blutvolumen zu ersetzen.
Auch jetzt nach einigen Wochen hängt mir die Anämie noch nach. Bei körperlicher Anstrengung bin ich schnell erschöpft, und das Tragen einer Maske erschwert mir den Sauerstoffwechsel noch zusätzlich.

Es nervte mich schon ein wenig, wie die Stationsschwestern in den nächsten Tagen darauf achteten, wann ich wieder Wasser ließ und wann ich das erste Mal danach Stuhlgang hatte. Aber OK, da kann halt auch einiges schiefgehen, und lieber mal zu genau hingeschaut, als etwas zu übersehen.
Nachwehen spürte ich gelegentlich, insbesondere beim Stillen, aber sie waren leicht auszuhalten und störten mich nicht.
Zum Glück hatte ich mir noch kurz vorher ein paar bequeme Hausschuhe gekauft (eigentlich hätte ich sie lieber in einem Rotton gehabt, aber in meiner Größe gab es blöderweise nur so langweilige dunkle Farben). Die waren wenigstens weit genug, meine geschwollenen Füße aufzunehmen.
Außer meinen Füßen schwollen auch meine Brüste an, und liefen nach ein paar Tagen dauernd aus, so dass die Stilleinlagen jedesmal gleich durchgeweicht waren. Da hatte ich auch nachts etwas Fieber, aber das gab sich schnell wieder.

Carsten brachte mir täglich Joghurt, Obst, Nüsse, Kuchen und anderes Gebäck, da ich einen enormen Appetit entwickelt hatte, und mir die Krankenhauskost nicht reichte. Schließlich esse ich immer noch für zwei. Wasser gab es genug, oder auch Tee. Ich trank auch viel mehr als sonst, sogar in der Nacht.

Es gab tägliche Visiten, in denen Ärzte oder Hebammen untersuchten, wie weit die Rückbildung bereits fortgeschritten war. Regelmäßig hörte ich, dass mein Bauch ja bereits verschwunden sei (naja, dafür eine schlabberig-schlaffe Bauchdecke – ich kann nur hoffen, dass er bis zum Sommer wieder urlaubstauglich wird – Schwangerschaftsstreifen sind zwar vorhanden, aber bereits jetzt nur blass und kaum sichtbar), und dass der Fundusstand der Gebärmutter schon deutlich niedriger sei, als er zu diesem Zeitpunkt sein müsse. Nun ja, vermutlich erzählen sie das so ziemlich allen Frauen, um sie aufzumuntern.
Das nützte aber insbesondere am dritten oder vierten Tag nichts, als mir anlasslos so richtig nach Heulen war. Da hatte mich der Babyblues, bei dem ein Hormonabfall die Stimmung abstürzen lässt, voll erwischt. Aber auch das ging vorüber. Tja, es ist schon seltsam: Da hat man überhaupt keinen Grund, traurig zu sein, weiß genau, dass es an den Hormonen liegt, und trotzdem zieht es einen runter, ohne dass die Ratio etwas dagegen tun könnte.
Es gab auch Anleitungen zu Gymnastikübungen (wo man u.a. lernte, sich wieder aufzusetzen). Außerdem empfahl die Physiotherapeutin, sich auf den Bauch zu legen, um den Wochenfluss anzuregen (als ob der nicht auch so schon stark genug fließen würde). Der Bauch machte mir da keine Probleme, aber nach ein paar Tagen die Brüste.

Nach einigen Tagen wollte ich dann schließlich doch die Klinik verlassen. Ich hatte schon meine Entlassungspapiere, mich und das Baby in zivil gekleidet, mein Bett war bereits weggebracht worden, und ich wartete nur noch auf Carsten, der uns abholen wollte. Da kam eine Neonatologin herein, und meinte, ich müsse doch noch bleiben, weil das Baby Gelbsucht hätte, und noch einen Tag unter UV-Licht (das stimmt nicht – es handelt sich um kurzwelliges sichtbares Licht ) liegen müsse, um das Bilirubin abzubauen. Die leicht bräunliche Hautfarbe des Babys war uns bereits am Vortag aufgefallen, und wir hatten noch gewitzelt, dass es aussähe, als hätte es gerade einen Urlaub hinter sich.
Ich hatte mich auf den Heimweg eingestellt, alles war bereit, mein Bett war bereits weg, ich wollte nur noch heim. Hätten sie mir das eine halbe Stunde früher mitgeteilt, hätte ich noch umdisponiert. Aber so wollte ich nur noch nach Hause in meine vertraute Umgebung. Mit fehlt für solche spontanen Änderungen die Flexibilität, insbesondere, wenn ich nicht fit bin. Die Neonatologin meinte, wenn das Baby (also ich) viel trinken würde, damit das Bilirubin (stimmt wieder nicht, sondern dessen Abbauprodukte) ausgeschwemmt wird, und ich es gleich am nächsten Morgen zur Kontrolle zu einem niedergelassenen Kinderarzt brächte, könne ich doch heim.
So handhabte ich es dann auch. Es war zwar früh ein ziemlicher Stress, gleich einen Termin zu vereinbaren und hinzukommen, aber es ging alles glatt, und alle Werte lagen bereits wieder im Normalbereich.

Diese Erinnerungen sind nicht umfassend und vollständig. Da dürfte ich glatt noch mehr Teile schreiben, aber es reicht erst einmal (d.h. demnächst folgt irgendwarum noch ein Anhang). Und ich bleibe dabei, dass ich möglichst wenig über das Baby selbst veröffentlichen werde.
Mein Dank geht an das Pflegepersonal – Stationsschwestern, Hebammen, Kinderpflegerinnen – die mich stets kompetent und hilfsbereit unterstützten.

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Zwitschereien von vor Ostern //2469

Es ist schon merkwürdig, aber wenn ich mich an die vorösterliche Zeit erinnere, scheint die dieses Jahr viel ferner zu liegen als nur gut sieben Monate. So viel hat sich seither verändert. Meine Tweets zwischen dem 30. März und dem 10. April sind eine Remineszenz an diese Zeit.

Ich singe und tanze durch den Garten, Mann hackt Holz. #Hacker #stillerFeiertag #Karfreitag #abreagieren
+Und kaum ist es ein bisschen warm, schwirren auch schon wieder nervige Insekten rum. #Belästigung
Verschreiber des Tages: Abstammung statt Abstimmung
Es ist einer der großen Vorteile, die man als Frau hat, dass man Schwächen in einem Bereich durch Stärken in einem anderen ausgleichen kann.
+Diese Möglichkeit haben Männer weit weniger.
+Problematisch wird es allerdings, wenn die Schwächen die Stärken weit überwiegen. Aber dann hat man immer noch die Option, Feministin zu werden, und der patriarchalen Gesellschaft die Schuld an den eigenen Unzulänglichkeiten zu geben.
Verhörer des Tages: Corona statt Cortana
Karfreitag And Beyond //2366 Zweitausenddreihundertsechsundsechzig
Verleser des Tages: Umweltgott statt Unterweltgott
So ein #Spekulum ist ja auch bloß ein patriarchales Konstrukt.
Imag[in]e //2365 Zweitausenddreihundertfünfundsechzig
To whom it may concern: Unterlassen Sie es bitte, Ihr eigenes Unvermögen, von Ihren persönlichen Befindlichkeiten weg zu abstrahieren, auf mich zu projizieren.
+Und reflektieren Sie mal Ihre eigene Voreingenommenheit und Misogynie, die es Frauen nicht zutraut, einen sachlich-nüchternen und unbeeinflussten Standpunkt einzunehmen.
Verschreiber des Tages: Leerleichen statt Leerzeichen
Coding Codex //2364 Zweitausenddreihundertvierundsechzig
Geschafft. Ich gönne mir jetzt eine Stunde Gesang. #Musik #Youtube #Karaoke
+Übrigens hatte ich in den Jahren, in denen ich viel gesungen habe, immer viel weniger Halsprobleme oder Erkältungen als sonst.
+Ich will also demnächst wieder öfter singen. #SingenMachtSpaß #SingenIstGesund
+Und falls die Auswirkungen auf die Gesundheit nur Koinzidenz und keine Kausalität sind, profitiere ich trotzdem wenigstens vom #Placeboeffekt.
Wie gerne würde ich jetzt eine #Schaumwaffel vernaschen!
Verleser des Tages: trauernde statt tausende [Frauen]
RequiesCat //2363 Zweitausenddreihundertdreiundsechzig
Erst in der Antwort beleidigen, dann unmittelbar danach blocken. #WennDieArgumenteFehlen
+Was mich aber mehr ärgert, ist die völlig fehlende Wertschätzung gegenüber den Menschen, die durch ihren engagierten Einsatz unser aller Wohlergehen überhaupt erst ermöglichen.
Geht’s noch dreister? Da kämpfen Tausende KMU in der #Coronakrise um’s nackte Überleben und den Erhalt von Arbeitsplätzen, aber gewisse Politiker und Parteien haben nichts besseres zu tun, als eine #Vermögensabgabe zu fordern!
Daumennagel eingerissen. Bleibe dauernd irgendwo hängen.
Verhörer des Tages: [einer von 50] Millionen statt Bewohnern
Wir gehen friedlich spazieren, kommen im Nachbarort an einem Grundstück vorbei. Plötzlich höre ich etwas aggressiv knurrend von seitlich hinten auf mich zuspringen. Erschrocken kralle ich mich in den Ärmel meines Mannes.
+Dann wird mir bewusst, dass ein Zaun zwischen mir und dem Hund ist. Inzwischen sind wir am Grundstück vorbei. Ich lasse los, aber mein Blutdruck sackt in den Keller. Mein Mann hält mich fest.
+Nur ein kurzes Stück weiter ist ein Spielplatz. Ich will mich dort kurz auf eine Bank setzen und wieder zur Ruhe kommen. Aber „Betreten untersagt!“ und mit Kunststoffband abgesperrt. Keine Pointe.
Verleser des Tages: [Einladung zum] Geburtstag statt Gastvortrag
Suchanfragen wie gewohnt //2362 Zweitausenddreihundertzweiundsechzig
Schon wieder kein #Zugriff auf meinen #Server. Muss bis Montag warten.
Die zweite Ableitung ist bereits negativ. #Corona #covid19
Die Welt steht nicht still. #Erhaltungssätze #Noethertheorem #Symmetrie #Naturgesetze
Verschreiber des Tages: Schwein statt Schwerin
Dauernd Einladungen zu Webseminaren und virtuellen Konferenzen. Ich hab nicht den #Nerv dazu.
Keeping Things Going //2361 Zweitausenddreihunderteinundsechzig
Wenn #Pragmatismus und #Perfektionismus einander mal wieder in die Quere kommen ..
Verleser des Tages: Männerrechtler statt Medienrechtler
Berufswünsche (#Blogparade) //2360 Zweitausenddreihundertsechzig
Verhörer des Tages: bug statt pack
Neue Blogstatistik 1. Quartal 2020
Wie viele Substrings ‚aa‘ sind im #String ‚aaaa‘ enthalten? #Followerpower #Umfrage [weniger als 2|genau 2|genau 3|mehr als 3]
Pandemieinduzierter Ortswechsel //2359 Zweitausenddreihundertneunundfünfzig
+!lirpA ,lirpA
Bin jetzt schon gespannt auf die Filme, die mal über die #Coranapokalyse gedreht werden.
Verleser des Tages: Viertklässler statt Virenerklärer
General Projection Fault //2358 Zweitausenddreihundertachtundfünfzig
Tip des Tages (für Indoor und Outdoor): Ein geeignet gefaltetes #Kopftuch eignet sich wunderbar als #Augenbinde, aber auch als #Mundschutz.
+Man muss nur aufpassen, sich die Haare nicht hinten rein zu knoten.

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Lost in Translation //2468

Das Übersetzungsbüro, das seit Jahrzehnten für uns tätig ist, um Handbücher, Bedienungsanleitungen, Anwender- und sonstige Dokumentation in die jeweilige Landessprache zu übersetzen, hat aufgegeben. Dort hatten sie ja schon in den letzten Jahren mit der elektronischen Konkurrenz wie Google Translate oder Deepl zu kämpfen, aber die Corona-Maßnahmen haben wohl den Ausschlag gegeben.
Dieses Übersetzungsbüro war auf technische Texte spezialisiert, und sie hatten die häufigsten Sprachen fest im Portfolio mit einer Reihe fester und freier Mitarbeiter. Bei ausgefalleneren Sprachen, bemühten sie sich, einen fähigen Übersetzer zu finden, übernahmen entweder die gesamte Abwicklung oder zumindest die Vermittlung.

Ich kenne zwar die Hintergründe nicht wirklich, hätte aber gedacht, dass gerade Übersetzungsdienste relativ robust sind, da man sie eigentlich problemlos zumindest größtenteils im Home-Office machen kann.
Vielleicht gab es auch noch andere Gründe. Deutlich weniger Aufträge? Ich weiß es nicht. Jedenfalls haben sie dicht gemacht, so dass wir künftig das Problem haben, einen zuverlässigen Dienstleister zu finden, der unsere Dokumente zügig, sinngetreu, aber verständlich, und formatierungserhaltend in andere Sprachen übersetzt und ggf. lokalisiert.
Wir legen Wert darauf, nur einen Ansprechpartner zu haben, und nicht für jede Sprache einen anderen. Ob eine Übersetzung qualitativ gut ist, kann man leider nur beurteilen, wenn man selbst die Zielsprache gut genug beherrscht. Mit unserem alten Übersetzungsbüro waren wir soweit eigentlich immer zufrieden gewesen. Umso ärgerlicher, dass es jetzt nicht mehr zur Verfügung steht.

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Der Gebärung vierter Teil //2467

Der dritte Teil meines Berichts endete im entscheidenden Moment, als ich den ersten Schrei meines Babys gehört hatte, es aber noch im Geburtskanal steckte.

Ich war erleichtert, weil der Kopf bereits draußen war, und das Kind deutlich hörbar selbständig atmete, also lebendig und kräftig war. Dann wurde mir plötzlich schwummrig, und ich stammelte etwas wie „Mein Kreislauf!“. Das Klinikpersonal um mich herum beeilte sich, die Lehne des Bettes nach unten abzusenken, und gleich war mein Kopf auch wieder klarer. Ich sah die Hebamme, das Baby halten und in ein Handtuch wickeln. Doch überall Blut. Schock. Wie in einem Splatterfilm. Wenn ich mir vorstelle, dass das bei einer Hausgeburt in meiner Wohnung passiert wäre ..
Die Schulter des Babys muss einen Riss verursacht haben. Der Arzt brachte die Blutung zwar bald zum Stoppen, inzwischen hatte ich jedoch viel Blut verloren.

Das Trennen der Nabelschnur bekam ich gar nicht richtig mit.
Ich bekam das Baby dann kurz in den Arm gelegt, bevor die Hebamme es mitnahm zum Wiegen, Messen, Baden und Blutzuckertest.

Ohne dass noch jemand darauf geachtet hätte, lag die Nachgeburt dann von alleine unten zwischen meinen Beinen. Die Hebamme legte sie in eine Schale, um sie noch zu begutachten. Das ist ja auch seltsam, dass man praktisch nie etwas über Nachgeburt, Wochenbett und Wochenfluss in Romanen liest oder sonst in den Medien erfährt. Das ist noch ein öffentlich völlig ignoriertes Tabuthema. Solange man nicht selbst betroffen ist, oder sich aktiv informiert, bleibt das Ganze im Nebel, dabei ist es ein natürlicher Bestandteil des Geburtsvorgangs.
Der Riss wurde dann unter lokaler Betäubung genäht. Ich fragte den kompetent wirkenden Arzt scherzhaft, ob ich denn auch einen Husband’s Stitch bekommen würde. Vorher war ich ja schön eng gewesen, aber wer weiß, inwiefern eine Entbindung meine innere Schönheit beeinträchtigt. Da wäre mir ein Stich zuviel lieber als ein Stich zuwenig. Aber der Arzt lachte, das sei ein Mythos. Er nähe lieber zu locker als zu fest. Die Selbstheilungskräfte des Körpers würden schon dafür sorgen, dass später wieder alles in Ordnung käme. Also vertraue ich mal wieder auf die Natur, was sich inzwischen als gerechtfertigt erwiesen hat.

Dann war plötzlich Carsten da. Er war schon länger draußen gewesen, aber in der ganzen Hektik, war niemand dazu gekommen, ihn hereinzuholen. Er hatte aber (das hatte ich gar nicht mitbekriegt) mit der Hebamme zusammen das Baby gebadet, und trug es nun selbst.
Carsten gab das Baby der „allerschönsten Mama auf der ganzen Welt“ – ähem, strähnig-verschwitzte Haare, kreidebleich – ich sah optisch schon besser aus.
Nachdem der Kreißsaal sauber gemacht worden war, blieben wir dann alleine noch für insgesamt zwei Stunden (zur Beobachtung) im Kreißsaal zurück. Ich legte das Chefchen an meine Brust an (gar nicht so einfach, bis es gelernt hatte, den Mund ganz weit aufzumachen, um die Warze in sich aufzunehmen), und wohlig eingekuschelt saugte es vor sich hin.

Ein fünfter Teil über die ersten Tage post partum folgt demnächst.

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Anscheinend späte Gesuche //2466

Auch an diesem ersten Blogwochenende im Monat (der Sonntag am 1. November zählt nicht, weil ungerade) gibt es wieder einige neue Suchbegriffe, die von Google mit meinem Blog verknüpft sind. Solange ich mein Blogschema nicht ändere, ist der 8. eines Monats das letztmögliche Datum.

„kartesische koordinaten in kugelkoordinaten umrechnen“
r^2 = x^2 + y^2 + z^2, tan(phi) = y/x, cos(theta) = z/r.

„loriot krawehl text“
Das Gedicht Melusine kommt in Pappa ante portas vor.

„knappes oberteil“
Im Sommer gern.

„skalare küssen sich“
Diese Operation ist mir nicht geläufig.

„warum folgt mir meine katze aufs klo“
Die Wege von Katzen sind unergründlich.

„teddy stricken in einem stück“
Ja, das habe ich vor einigen Wochen ausführlich beschrieben. Inzwischen ist der Teddy fertig.

„promille ascii“
Das ist nicht im ASCII-Zeichensatz. Dafür muss man schon Unicode bemühen.

„mgtow erfahrungen“
Meine Erfahrungen mit Mgtows sind weit überwiegend positiv.

„stehpinkler schild“
Das Schild in meinem Bad habe ich selbst einmal geschenkt bekommen.

„epsilontik“
Eine scherzhafte Bezeichnung für Infinitesimalrechnung.

„sexopjekt“
Unüpliche Schreipweise.

„bdsm cis“
Beyond dhe Standard Model gibt es etliche Anwendungen der cis-Funktion.

„bra ket notation latex“
Mit \langle und \rangle sollte das gehen.

„anna permutation“
Das wäre ja schon ein Palindrom (wie gruselig!), nicht nur ein Annegramm.

„no spam today“
Na, das müsste man sich wirklich im Kalender anstreichen!

„yaeoi“
Mir ist nur aeiou geläufig.

„real fahrradhelm“
Wenn überhaupt, dann oben ohne.

„coronistan“
Dort wo die Therapie schlimmer ist als die Krankheit.

„file transfer pro“
tocol.

„shisen sho online“
Ich nutze jetzt ein Programm eines französischen Entwicklers.

„diese schlampe auf dem dachboden“
Auf dem Dachboden halte ich mich nur selten auf.

„coronaexperten.de“
Wer sich solch eine Domain gesichert hat, hält nicht unbedingt, was er verspricht. Ich wäre da skeptisch.

„gedanken an ex“
Denken lässt sich viel.

„kosakenzipfel rezept essen trinken“
Mein Blog ist kein Kochbuch.

„pyrrhussieg“
Vordergründig ein Sieg, aber im Grunde genommen überwiegen Schaden und Nachteile.

„nerds like us“
Ja, so sind wir nun mal.

„karmaausgleich“
Die Idee ist mir etwas zu esoterisch, aber grundsätzlich interessant.

„firmung nachholen taufpate“
Dafür gibt’s doch extra den Firmpaten.

„hackstock kaufen obi“
Den kann man sich doch aus einem Stück Baumstamm selber machen.

„whesley crusher“
Es ist immer noch nicht ganz klar, wer crusht und wer gecrusht wird.

„meine verwandten“
Ja, ist noch gar nicht lange her, seit deren Anzahl inkrementiert wurde.

„idiotenhügel essen“
Eine kleine Brotzeit ist nie verkehrt.

„glückwunschkarte unterschreiben“
Das sollte auch digital funktionieren.

„aufwachsex“
Wie sonst könnte man einen Tag schöner beginnen?

„würgen beim zähneputzen“
Das ist mir schon öfter passiert, in den letzten Monaten aber nicht mehr.

„der größte dildo der welt“
Meines Erachtens ist das die Colonna Mediterranea bei Luqa auf Malta.

„klassische physik fachbuch“
Spontan fällt mir der Gerthsen ein, auch wenn er etwas über die klassische Physik hinausgeht.

„handlungsreisendenproblem“
Dabei geht es darum, die kürzeste Strecke zu finden, wenn man mehrere Zielorte besuchen muss.

„versehentlich schimmel gegessen“
Es wird sich ja nicht um größere Mengen gehandelt haben. So ist das zwar widerlich, aber harmlos.

„meine maße“
Ich gehe davon aus, dass meine WHR schon bald wieder auf 0.7 runtergehen wird.

„dreisatz beim stricken“
Aus der Maschenprobe und den Zielabmessungen lässt sich ungefähr ausrechnen, wie viele Maschen und Reihen man braucht.

„#klopapier“
Auf dem Donnerbalken saßen zwei Gestalten, und sie riefen „Klopapier, Klopapier!“

„gebärung“
In dieser Form als Substantiv steht der Begriff zwar nicht im Duden, ich habe ihn aber trotzdem benutzt.

„die versaute chefin“
Kein Kommentar.

„wordpress leerzeile“
Wordpress fügt bei Zeilenumbrüchen automatisch entsprechende HTML-Tags ein.

„bin ich fett genug teste dich“, „stadt der inzucht google maps“, „aa in der hose“, „annington wohnung mieten“
Häh?

„bug buster“
Who‘ you gonna call?

„ein leben ohne katze ist möglich, aber sinnlos goethe“
Wenn dieses Zitat tatsächlich von Goethe stammt, würde mich das sehr wundern. Es passt gar nicht zu ihm, sondern eher zu Loriot, wenn auch mit Hunden.

„übertriebene weihnachtsdeko“
Alle Jahre wieder nervig. Aber wenigstens gibt’s heuer keine Advents- oder Weihnachtsmärkte.

„search suggestion ban twitter“
Ja, dieser Bann hatte mich schon getroffen.

„maske auf solidarität tut nicht weh“
Nächste Woche beginnt wieder die Faschi*zeit.

„dildo mit wärme“
Glücklicherweise ist dafür ein natürlich-organischer Heizstab optimal.

„dick und doof finger dreher“
Nur Doof kann das, und irritiert Dick damit.

„zwitscherling verena“
Verena ist ja im Sommer weggezogen. Was das mit zwitschern zu tun haben könnte, weiß ich nicht.

„bus schreiben“
Nach der Übertragung können die Daten auf ein Medium geschrieben werden.

„corona brechreiz“
Wieder mal habe ich „Corinna“ gelesen.

„cos phi in sin phi umrechnen“
Entweder über den Pythagoras oder die Phasenverschiebung von pi/2.

„n te“
Da fehlt der Bindestrich.

„was reimt sich auf raus“
Aus, Braus, Daus, Gauß, Haus, Klaus, kraus, Laus, Maus, raus, Strauß, ..

„unterschied tonpapier und buntpapier“
Beim Tonpapier sind die Farbpigmente im Papier, während Buntpapier nur farbig bedruckt ist.

„bermudadreieck feder“
Stifte habe ich schon im Büro verloren, aber bisher noch keine Feder.

„taschenrechner saturn“
Wem es Spaß macht, kann ja mal das dritte Kepler’sche Gesetz mit zwei Planeten seiner Wahl überprüfen.

„werbung darsteller“
Das sind meist Schauspieler, die kein besseres Engagement finden.

„integrationshelfer“
Annelytisch ist das für mich immer noch der Bronstein.

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Formelbastelei //2465

Bei meinem aktuellen Forschungsprojekt bin ich auf unvorhergesehene Hindernisse gestoßen. Das heißt, mit solchen Schwierigkeiten muss man immer vorher rechnen. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob tatsächlich Probleme auftauchen, ist es nun mal, es auszuprobieren. Trial and Error mag zeitaufwendig und umständlich sein, aber anders lässt sich die Kiste gar nicht öffnen.
Ganz aufgegeben habe ich nicht. Ich gehe noch davon aus, dass sich die Hindernisse irgendwie mit einem modifizierten Ansatz überwinden ließen. Aber möglicherweise habe ich mich auch irgendwie verrannt. Es wäre also auf jeden Fall sinnvoll, das Projekt erst einmal zu unterbrechen, und zurückzustellen. Vielleicht befällt mich ja irgendwann eine neue Inspiration, wie ich weiter verfahren könnte.
Bei meinen Recherchen und Berechnungen bin ich dann aber auf ein ganz anderes Gebiet gestoßen, das mir vielversprechend erscheint. Ich werde also meine Bemühungen jetzt zunächst auf das neue Gebiet übertragen. Da muss ich mich auch erst mal detaillierter einarbeiten.

[Als vor ein paar Tagen – völlig unauffällig und in aller Stille – der Berliner Flughafen eröffnet wurde, habe ich mich daran erinnert, dass dieser Termin immer die Deadline für meine Promotion gewesen war. Letztendlich bin ich ihm zwei Jahre zuvorgekommen.]

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Gelockte Besuchsplanung //2464

Eigentlich hätten meine Eltern und meine Schwester Sabine uns gestern besuchen wollen. Alles war bereits geplant.
Als dann verschärfte Corona-Beschränkungen bekanntgegeben wurden, die darauf hinausliefen, dass bei privaten Treffen nur zwei Haushalte beteiligt sein dürfen, bedeutete das lange Diskussionen, bei meinem stets überkorrekten Vater Bedenken und Einwände, sowie bei meiner Mutter Tränen. Einerseits will sie unbedingt ihr Enkelchen sehen, andererseits war sie ihr Leben lang gesetzestreu, und scheute davor zurück, diese neuen Vorschriften zu brechen. Zeitweise war sogar im Gespräch, dass Sabine daheim bleibt, und meine Eltern mit Bus und Bahn fahren, das wurde aber dann doch verworfen, weil viel zu umständlich, anstrengend und unhygienisch.
Schließlich siegte doch meiner Mutter Wunsch, das Baby kennenzulernen, über die Befolgung völlig willkürlicher, unverhältnismäßiger Verordnungen, so dass es trotzdem bei dem vereinbarten Besuchstermin blieb.
Schlimm genug, dass wir nicht zusammen irgendwohin essen gehen können, ich also eine Mahlzeit vorsetzen muss.

Aber erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. Meine Mutter hat sich erkältet, so dass sie sich schweren Herzens entschlossen hat, lieber doch noch nicht herzufahren.
Ersatztermin ist jetzt in zwei Wochen, weil an Buß-und Bettag schulfrei ist, so dass Sabine Zeit hat, um sie zu fahren.
Ja, dann gelten immer noch Kontaktbeschränkungen, aber wir setzen uns drüber hinweg. Niemand weiß sicher, ob im Dezember Besuche wieder erlaubt und legal möglich sind. Außerdem sind dann die Tage noch mal kürzer als jetzt. Also bringt es nichts, den Besuch noch weiter zu verschieben.

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Der Gebärung dritter Teil //2463

Der zweite Teil meines Berichts endete, als ich nach mehreren Stunden in der Klinik endlich in den Kreißsaal durfte.

Ich hatte nicht mehr daran gedacht, Carsten anzurufen, und mein Handy (das ich normalerweise ja gar nicht nutze) in meinem Zimmer zurückgelassen. Also bat ich die Hebamme, ihn doch anzurufen. Aber irgendwie klappte das nicht, und ich hatte auch nicht den Nerv, der Sache nachzugehen. Außerdem war ich mir ohnehin gar nicht sicher gewesen, ob ich ihn überhaupt dabei haben wollte, und auch er schien nicht übermäßig erpicht darauf gewesen zu sein.
Die Hebamme empfahl, einen Einlauf zu machen. Ich erklärte mich einverstanden, verzichte aber auf die Schilderung von Einzelheiten.

Nach mehreren Toilettenbesuchen lag ich dann wieder auf einer Liege, und beobachtete die Anzeige des CTGs. Ich stellte fest, dass ich die Wehen bis zu einer Stärke von 60 oder 65 Skaleneinheiten (ich nehme an, das waren mmHg, sah aber keine Anzeige der Einheit, vielleicht waren es auch kPa oder etwas ganz anderes – Mediziner haben es ja nicht nötig, Einheiten anzugeben) noch ganz gut aushalten konnte, mit zunehmender Intensität wurde es aber schlimmer. Bei dem Wehensturm muss der Wert weit über dem doppelten davon gewesen sein. Das hatte ich aber leider in diesem anderen Raum gar nicht beobachten können.
Es tat mir gut, die Veränderung auf dem CTG abzulesen. Der Wert stieg immer schon, bevor ich es richtig spürte. So konnte ich mich besser darauf einstellen. Die Konzentration darauf lenkte mich wohltuend ab. Es gab mir Sicherheit und Halt, das mit meinen Empfindungen abzugleichen – dass es da tatsächlich messbare Effekte gibt, und es nicht nur rein subjektiv ist, ich also nicht umsonst leide.

Unerwartet überkam mich ein Brechreiz. Da ich keine Nierenschale oder ähnliches sah, schnappte ich mir den Papierkorb, der als einziges in Reichweite war, und übergab mich hinein. Vor dem Uterus müssen wohl erst Darm und Magen entleert werden. Ich hätte auf mein Gefühl vertrauen, und das Mittagessen komplett ausfallen lassen sollen. Die paar Bissen rächten sich jetzt.

Etwas später war es dann soweit, dass der Muttermund fast vollständig geöffnet war, und ich auf ein Entbindungsbett (ich hätte stattdessen auch ein Geburtsrad nutzen können, aber beim Ausprobieren war mir das zu unbequem, weil es zu klein für meine langen Beine war) wechselte, wo ich mich halbsitzend niederließ. Ich hatte mir in weiser Voraussicht ein Flügelhemd geben lassen, weil ich meine eigenen Nachthemden nicht vollsauen wollte.
Die nächste Zeit verschwimmt irgendwie in meiner Erinnerung. Da wechselten Wehen und Pausen ab. Ich erinnere mich aber noch, dass ich immer wieder starken, quälenden Stuhldrang hatte. Dabei war mein Darm durch den Einlauf doch eigentlich völlig entleert worden. Und ich hatte beidseitig Schmerzen am Trochanter – den Vorsprüngen oben am Oberschenkel, von denen ich bisher noch niemals etwas gespürt hatte.

An die Entbindungsklinik ist eine Hebammenschule angeschlossen. Ich muss sage, dass die Hebammen(schülerinnen) einen tollen Job machen. Sie unterstützen, wo’s nötig ist, und halten sich ansonsten zurück.
Eine Hebammenschülerin atmete mit mir und munterte mich zwischendurch auf.

Ich war längst in einem Stadium, dass ich das Baby nur noch draußen haben wollte, als ich endlich aufgefordert wurde, meine Beine anzuziehen und mit den Händen festzuhalten. Da lag ich hier in Wehen und sollte auch noch selbst meine Beine halten! Das erschien mir als ziemliche Zumutung, so dass ich fragte, ob es denn keine Vorrichtungen gäbe, wie bei einem gynäkologischen Stuhl, wo man die Beine ablegen kann, damit ich sie nicht selbst halten müsse. Tatsächlich gab es so etwas, und nachdem sie ausgeklappt worden waren, legte ich meine Beine einfach dort ab.

Es war dann Schluss mit dem Hecheln, und ich wurde während der Wehen angefeuert zu pressen. Zwischendurch immer wieder Pause, in der ich mich kurz entspannen und neue Kräfte für die enorme Anstrengung sammeln konnte.
Endlich war das Köpfchen sichtbar. Meine Ausgaberegion stand unter höchster Spannung. Kurz danach hörte ich mein Baby bereits schreien.
Das war der Augenblick, in dem ich dachte, ich hätte das Schlimmste hinter mir, und es könne jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen.

Nein, das ist kein Cliffhänger (eher ein Scheidenhänger). Fortsetzung folgt.

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Wer bin ich? //2462

Wer sich aus diesem Text Daten und konkrete Informationen über mich erhofft, den muss ich gleich enttäuschen. Es geht eher um abstraktere Fragen wie „Was ist mir wichtig? Was macht mein Leben aus? Was definiert mich? Was will ich erreichen? Was ist mein Antrieb?“ – Fragen, über deren Antworten sich wohl jeder selbst einmal klarwerden sollte.

In der aktuellen Phase meines Lebens setze ich meine Prioritäten anders als sonst. Natürlich ist momentan das Baby am wichtigsten. Vor allem braucht es mich. Aber im Laufe der Zeit wird sich das abschwächen. Ein Schulkind, ein Jugendlicher, junger Erwachsener braucht die Eltern bei weitem nicht mehr so dringend wie ein hilfloser Säugling. Es wäre deshalb sinnlos, mich allein als Mutter zu definieren. Dieser Zustand geht vorrüber, wenn das Kind aufwächst, und ist nur ein temporärer Lebensabschnitt.
Auch Carsten ist mir wichtig. Er bereichert mein Leben, und ich bin gerne mit ihm zusammen. Er würde mir fehlen, wenn er nicht da wäre, aber ich bin nicht abhängig von ihm.

Und die meisten anderen Menschen sind mir ohnehin gleichgültig. Mea sponte habe ich nur dann die Gesellschaft anderer Menschen gesucht, wenn die Hoffnung bestand, Sexpartner zu finden.
Ich mag häufigen Sex. Sex ist Teil meines Lebens. Ohne Sex würde ich allmählich unzufrieden und frustriert werden. Aber auch Sex macht mein Wesen nicht vollständig aus, und davon abgesehen, will ich möglichst wenig mit anderen Menschen zu tun haben.

Meine Arbeit hat für mich große Bedeutung, ist aber kein Selbstzweck. Ich trage Verantwortung – früher nur für mich selbst, inzwischen für viele Beschäftigte. Diese Verpflichtungen erfülle ich, aber das ist nur ein kleiner Teil meiner Persönlichkeit.
Es gefällt mir, kreativ zu sein, Neues zu erfinden und Innovationen in die Realität umzusetzen. Das gibt mir Erfolgserlebnisse, ist aber dennoch nicht der innerste Kern meines Wesens.

Schon vor langer Zeit habe ich akzeptiert, dass ich eben „anders“ als die allermeisten Menschen bin. Mit hyperemotionalen, sentimentalen, esoterischen, impulsiven Personen komme ich gar nicht klar. Brauche ich auch nicht.
Manche Menschen werden vom Wunsch nach materiellen Gütern, Fernreisen oder Luxus angetrieben. Mir liegt daran nichts. Omnia mea mecum porto. Ich mag Materie zwar an sich, aber unnötige Besitztümer sind nur Ballast. Reisen empfinde ich als anstrengend, und weiter als höchstens eine fünfzehntel Lichtsekunde kann man sich auf der Erdoberfläche eh nicht entfernen. So exotisch fremde Länder anmuten mögen, das ist alles nur auf dem winzigen Planetchen Terra, und reizt mich nicht.
Allerdings schätze ich einen gewissen Komfort, und sich nicht andauernd um zwar notwendige, aber stumpfsinnige Alltagsbanalitäten (wie Essen beschaffen oder Hausarbeit) kümmern zu müssen.

Grundlegend für mein Naturell ist wissenschaftliche Neugier. Das Streben nach Erkenntnis. „Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält.“ Tja, auch wenn ich schon desillusioniert und resigniert bin, was die Natur betrifft, so gibt es immer noch die Welt der Zahlen. Eine Welt, in der Strukuren und systematische Zusammenhänge bestehen. Diese Welt will ich verstehen.
Meine Lebensumstände – wo ich wohne, wie ich meine Freizeit verbringe, und dgl. – laufen dabei nur nebenher. Im Zentrum steht dieses Erkenntnisstreben, die Begeisterung für Wissenschaft, sowie die Leidenschaft für systematische Zusammenhänge und formale Strukturen.

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Der Gebärung zweiter Teil //2461

Der erste Teil meines Berichts endete, als Carsten nach dem Mittagessen wieder zurück ins Büro gegangen war.

Ich verbrachte die nächste Zeit vor allem an meinem Notebook, das für die nächsten Tage meine Verbindung zur Außenwelt sein sollte. Manchmal lief ich auch den Flur entlang oder stieg Treppen im Treppenhaus.
Zwischendurch hatte ich immer mal wieder Wehen, tendenziell öfter und mit zunehmender Stärke, aber insgesamt noch unregelmäßig.
Als nach einiger Zeit mal wieder eine Hebamme vorbeikam, um nach mir zu schauen, meinte ich, dass das Warten schon recht frustrierend sei. Daraufhin schlug sie mir vor, zur Kontrolle ein CTG zu schreiben.
Dies geschah in einem Nebenraum mit einer Liege und passenden Gerätschaften. Sie schloss mich also an das CTG-Gerät an, und verließ dann den Raum, während ich zurückblieb und auf den Herzschlag meines Kindes lauschte.

Urplötzlich erfassten mich dann wie eine Naturgewalt extrem heftige Wehen. Ich weiß gar nicht mehr so recht, wie mir geschah, aber ich habe wohl ein außerkörperliches Erlebnis gehabt. Irgendwie schwebte ich losgelöst über mir selbst, und hörte dieses schreiende Stück Mensch unter mir, als ob es gar nicht zu mir gehörte. Schon faszinierend, welche Streiche einem das Gehirn in einer Ausnahmesituation spielen kann.
Überhaupt finde ich den Begriff „Wehen“ in gewisser Weise unzutreffend. Das tut nicht „weh“, so wie der Schmerz, wenn man sich das Knie aufschrammt, seine Finger in der Tür einklemmt oder mit dem Küchenmesser schneidet. Das ist viel eher die unkontrollierbare Wucht sich kontrahierend verkrampfender Muskeln. Wer schon mal Wadenkrämpfe hatte, stelle sich das mit vielfacher Intensität und den gesamten Rumpf betreffend vor.

Keine Ahnung wie lang es dauerte, bis die Hebamme wieder zurückkam. Etwa zeitgleich war auch die Verkrampfung abgeflaut. Die Hebamme beruhigte mich, weil ich doch recht verstört war. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet, obwohl ich mich gründlich informiert hatte. Dann betrachtete sie die Aufzeichnung des CTGs und untersuchte mich. Daraufhin meinte sie, dass dies ein sogenannter Wehensturm gewesen sei. Aber er hätte die Geburt auch ein ganzes Stück vorangebracht, denn vorher sei der Muttermund nur gut zwei Zentimeter offen gewesen, jetzt siebeneinhalb.
Es sei nun an der Zeit, dass ich in den Kreißsaal gehen sollte.

Auch wenn dieser Teil jetzt etwas kurz war, mache ich hier einen Break, weil ich sonst keine bessere Stelle finde oder der Text zu lange würde.

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Eine überraschende Auflösung //2460

Erinnert ihr euch, als Carsten im Frühjahr vermeintlich mich kompromittierende Fotos anonym zugeschickt bekommen hat – erst per Mail und später ausgedruckt in einem Brief?
Jetzt hat sich das ganze aufgeklärt – aus völlig unerwarteter Seite.

Sebastian hat mich informiert, dass es eine Frau war, die ihm hinterherspionierte. Ich war da wohl eher Mittel zum Zweck, oder ein Bauernopfer. Sie hatte ihn schon länger beobachtet, und dann die Gelegenheit genutzt, als sie uns zwei zusammen sah. Es ging ihr offenbar nur darum, ihm irgendwie zu schaden. Dafür war ihr jedes Mittel recht, das – wenn auch vielleicht nur sehr indirekt – sich negativ auf ihn auswirken könnte. Unfrieden und Zwietracht stiften .. was auch immer.

Er hatte einige Zeit zuvor ein paar Treffen mit ihr gehabt. Zwei- oder dreimal, aber kein weiteres Interesse an ihr. Das wollte sie so nicht auf sich beruhen lassen, und steigerte sich anscheinend immer weiter in ihren Wahn – was weiß ich.
Kürzlich erfuhr er dann von ihr, als sie ihm wieder einmal aufgelauert hatte, was sie alles angestellt hatte. Da waren noch andere Aktionen dabei.
Heulend brach sie dann zusammen, und flehte ihn an, es doch noch einmal mit ihr zu versuchen. Das wird er selbstverständlich nicht tun, und hat sie aufgefordert, sich von ihm fernzuhalten.

Ich bin, ehrlich gesagt, schon ziemlich erleichtert, dass diese Angelegenheit nicht auf mich oder Carsten abgezielt hatte. Es ist schon gruselig, wenn man dauernd befürchten muss, von missgünstigen, skrupellosen Personen überwacht zu werden.
Sebastian wird schon damit klarkommen. Immerhin weiß er jetzt, aus welcher Richtung eventuell Ungemach droht.

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Zeitumtwitterung //2459

In der kommenden Nacht wird endlich! wieder die Sommerzeit zurückgestellt. Es ist ja so deprimierend, wenn es am Morgen einfach nicht hell werden will (wie heute). Diese eine Stunde brauche ich dringend. Die hätte mir schon in den letzten Wochen gutgetan. Früher wurde ja bereits im September die Uhrzeit wieder normalisiert. Das war besser als dieser Zustand jetzt, und es ist mir unbegreiflich, warum man das dann auf Ende Oktober verschoben hat.
Wie es der Zufall will, war bei meinen Tweets zwischen dem 20. und 30. März die Zeitumstellung auch gerade aktuell, wenn auch in die andere Richtung.

„Das Private ist politisch“ nehmen #Feministinnen einerseits als Vorwand, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen, und andererseits als Rechtfertigung für die Forderung, dass die Gesellschaft ihre persönlichen Probleme lösen soll.
Verschreiber des Tages: Spockschutz statt Spuckschutz
Die Kastanie der Hoffnung //2357 Zweitausenddreihundertsiebenundfünfzig
Mein #Pichelsteiner duftet schon köstlich vor sich hin. #breakpointKocht
Verleser des Tages: Autogeschmacklos statt Austauschmakros
Europa ist doch viel zu groß für eine gemeinsame #Zeitzone. Wer kommt auf so eine Idee? Behalten wir doch einfach unseren #Flickenteppich.
Streng genommen dürften mein Mann und ich nicht gemeinsam spazieren gehen, weil wir offiziell getrennte Wohnsitze haben, also nicht im gleichen Haushalt leben.
Wie wär’s denn mal mit stichprobenartigen #Corona #covid19 Tests bei einer #Kontrollgruppe? Also flächendeckend zufällige Personen ohne Symptome, die wissentlich noch nicht Kontakt mit Infizierten hatten?
+Falls sich herausstellt, dass #Corona schon viel weiter verbreitet ist, als gedacht, könnte man etliche Restriktionen lockern.
Verhörer des Tages: [Test] Kids statt Kits
Habe eben eine neue Packung #Klopapier aufgemacht. Die reicht jetzt erst mal wieder für die nächsten Wochen.
Let’s Tweet Again //2356 Zweitausenddreihundertsechsundfünfzig
Heute gab’s wieder meinen #Lieblingskäse, auch ein bisschen #Joghurt, aber immer noch keine #HMilch.
Ein Arztbesuch ist immer lästig, aber in Zeiten von #Corona #covid19 besonders nervig.
+Erklärt mir umständlich und langatmig, was ich eh schon weiß, beantwortet konkrete Fragen aber nur #wischiwaschi – typisch #Mediziner.
„Das Wohl von Vielen, es wiegt schwerer als das Wohl von Wenigen oder eines Einzelnen.“ #WhatWouldSpockDo #TOS #Startrek
Verleser des Tages: [Ich werde mich] in statt nun [der Nacht übergeben]
Gerade Vögel beim Vögeln gesehen.
Fehlbesetzung //2355 Zweitausenddreihundertfünfundfünfzig
Heute wäre übrigens #GirlsDay gewesen.
Die Geliebte meines Mannes fühlt sich vernachlässigt.
Verschreiber des Tages: shitdown statt shutdown
Die Auswertung der gestern ermittelten Daten und Messwerte kann ich heute gut daheim machen. #HomeOffice
Smart Is Not Clever //2354 Zweitausenddreihundertvierundfünfzig
Hatte im Labor jetzt völlig die Zeit vergessen.
Verleser des Tages: verhängnisvolle statt verhängte [Abriegelung]
Wenn alles anders kommt //2353 Zweitausenddreihundertdreiundfünfzig
Irgendwo muss ich noch einen Schwung Feinstaubmasken rumliegen haben.
#Nudeln und #Klopapier gab’s beim Discounter gerade eben ausreichend. Aber #Milchprodukte sind knapp.
Verhörer des Tages: klösterlich statt österlich
Gerade wenn ich #HomeOffice machen will, kann ich nicht auf meinen #Server zugreifen!
+Entweder warte ich, bis ich nachher einen von unseren IT-Jungs erwische, oder ich gehe halt doch selbst zur Firma.
+Kann mir schon denken, was da los ist. Nach der Installation eines Updates kommt er manchmal nicht von selber hoch, und muss dann manuell gestartet werden.
Meine Nächte mit Mr. Clocky //2352 Zweitausenddreihundertzweiundfünfzig
Das #Wetter sieht viel schöner aus, als es tatsächlich ist. #kalterWind
Verleser des Tages: Karnevalinzucht statt „Kevin allein zu Haus“
#Geisterbüro
#ContractTheCurve – Gedanken zu #Corona #covid19 //2351 Zweitausenddreihunderteinundfünfzig
#SocialDistancing ist gut für alle, die einfach ihre Ruhe wollen.
Verschreiber des Tages: Krakenhaus statt Krankenhaus
Wie kommt man auf die Idee, „gravity“ mit „Gravität“ zu übersetzen?
In der Besonnenheit steckt Sonne.
Endlich die Frage zur #Antwort gefunden: Wie viele Rollen #Klopapier hast du auf Vorrat? #42 #MeinSchatz
Verleser des Tages: Sexual statt Social [Distancing]
Gestern Abend hab ich meinem Mann eine geschmiert.
+Ich schmier nur Brote und schlag nur Sahne.
Sommergetwitter //2350 Zweitausenddreihundertfünfzig
Ich freue mich auf ein ruhiges Wochenende, ohne mit irgendwelchen Leuten zusammentreffen zu müssen. Keine Veranstaltungen, keine Feiern, keine Treffen, keine Besuche, .. \o/
Verhörer des Tages: Weiblich statt Weitblick
Wenn keine Schule stattfindet, dann auch keine #FFF-Demos. Insofern hat die #Schulschließung wg. #Corona doch was für sich. Unsere Jugend hätte allerdings Unterricht und Bildung dringend nötig.
Primavera //2349 Zweitausenddreihundertneunundvierzig

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Ich bin Alleinerziehende //2458

Wie schon öfter erwähnt, haben Carsten und ich offiziell immer noch unterschiedliche Wohnsitze. Wir haben auch unterschiedliche Nachnamen, da ich bei unserer Eheschließung keine Veranlassung sah, meinen geschäftlich etablierten Nachnamen deshalb umzuändern.
Das hat all die Jahre hindurch größtenteils ganz gut funktioniert. Ein paar widrige Kleinigkeiten, aber naja ..
Nun ist es durch unseren gemeinsamen Nachwuchs etwas komplizierter geworden. Das Kind heißt zwar Klugsch mit Nachnamen, ist aber mit Wohnsitz bei mir gemeldet. Das bedeutet wohl, dass ich in die Statistiken als alleinerziehend eingehe, weil wir ja offiziell getrennt leben.

Dabei hatte ich mich auf dieses Gemeinschaftsprojekt überhaupt nur eingelassen, weil ich auf die uneingeschränkte Unterstützung durch Carsten vertraut hatte.
Und so beziehe ich ihn auch so gut wie möglich in die Kindesbetreuung mit ein, um eine starke Bindung (hat nichts mit Kernkraft oder Quantenchromodynamik zu tun) zwischen beiden aufzubauen. Wir hatten ja ausgemacht, dass ich mich während der Stillzeit vorwiegend um das Baby kümmern werde, danach zunehmend er, während wir parallel dazu unsere Verantwortungen in der Firma allmählich umkehren.
Abends, wenn wir alle daheim sind, und das Baby satt und zufrieden ist, sitzen wir gerne zusammen auf dem Sofa. Ich lege das Baby dann auf seine Beine (das war sonst eigentlich mein Platz als Schoßkätzchen), die er dann halt mal nicht manspreaden kann, so dass sie einander anschauen können.
Auch sonst drücke ich ihm das Kind mal auf den Arm, wenn es sich gerade ergibt. Er trägt es dann meist bäuchlings auf seinem Unterarm liegend.
Carsten sagt, dass Ingrid dies bei weitem nicht so unterstützt hat, als seine Töchter klein waren.

In diesem Jahr mussten wir schon viele Reisen wegen Corona verschieben oder ganz absagen.
Für mich wird es kleinere Geschäftreisen nicht vor den nächsten Ostern geben, größere mit Übernachtung auswärts frühestens im Herbst 2021. Das war uns von vornherein so klar gewesen und auch so eingeplant. Eigentlich hätte ich im Frühjahr und Frühsommer noch ein paar Reisen vorgehabt, konnte die aber wegen Corona-Beschränkungen nicht mehr durchführen.
Aber Carsten holt jetzt zumindest ein paar besonders dringende Geschäftsreisen nach, die sich wirklich nicht länger aufschieben lassen. Er bündelt dabei mehrere Ziele zu einer Tour, weil es insgesamt immer noch kürzer ist, als wenn er jede einzelne Reise separat vornehmen würde. (Und es ist mir auch lieber, dass er jetzt weg ist, solange unser Sexualleben eh noch eingeschränkt ist, als dann, wenn ich wieder voll einsatzfähig bin.) Wir haben keine Angst vor Corona, höchstens dass er irgendwo in Quarantäne gerät, und nicht mehr heim darf.
Das bedeutet, dass ich wirklich mal während seiner Abwesenheit alleinerziehend bin. Wir haben das ausführlich besprochen, und ich komme schon ein paar Tage alleine aus. Carsten würde das umgekehrt jedoch ohne mich nicht.

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Der Gebärung erster Teil //2457

Über manche Ereignisse blogge ich aus gewissen Gründen erst mit Zeitverzögerung, so auch über die Geburt meines Kindes. Ursprünglich wollte ich den Bericht ja erst noch weiter hinausschieben, aber aus konkretem Anlass (den ich zu gegebener Zeit auflösen werde), bringe ich ihn jetzt doch schon etwas früher, und aufgrund des Umfangs in mehrere Teile aufgesplittet.

Um sicherzugehen, hatten wir das Wochenende in der Stadt verbracht.
Am Morgen stand Carsten wie gewohnt nach dem Aufwachsex auf, um ins Büro zu gehen. Ich hatte noch Zeit. Zwar hatte ich am späten Vormittag schon wieder einen Arzttermin, aber bis dahin hatte ich nichts vor. Also gestattete ich mir, noch ein wenig einzudösen.
Als ich nicht allzu viel Zeit später wieder zu mir kam, bemerkte ich, dass ich in der Nässe lag. Mein Urinstinkt sagte mir, dass ich einen Blasensprung gehabt hatte.

Ich rief Carsten an, und wir vereinbarten, dass er sofort wieder zurück kommen würde, während ich mich anzog, mir dabei eine Damenbinde in den Slip legte, und fertig machte. Mein Klinikköfferchen stand fertig gepackt schon länger bereit.
Da mein Bauch sich bereits in der Vorwoche gesenkt hatte, stand nichts dagegen, zur Entbindungsklinik zu laufen. Carsten trug meine Tasche. Wir hatten ausgemacht, dass er mir das Notebook später nachbringen würde. Vorläufig brauchte ich es nicht, und es wäre leichtsinnig gewesen, unnötige Wertsachen mitzunehmen, wenn man sie nicht wachsam beaufsichtigen kann.

Wir meldeten uns im Kreißsaal. Carsten kümmerte sich um die Formalitäten, während ich auf einer Liege untersucht wurde. Der Muttermund war noch weitgehend geschlossen, und von den Vorwehen, die ich schon seit längerer Zeit gehabt hatte, abgesehen, gab es keine Wehentätigkeit.
Aufgrund dieses Befunds wurde ich dann bereits stationär aufgenommen, und bekam ein Bett. Ich solle aber noch herumlaufen, um die Wehentätigkeit anzuregen. Man bot mir auch ein Frühstück an, aber ich hatte so gar keinen Appetit, etwas zu mir zu nehmen.
Carsten ging wieder zurück ins Büro. Wenn sich etwas täte, solle ich ihn anrufen, ansonsten würde er gegen Mittag wieder kommen, und mein Notebook (das hätte ich jetzt eigentlich schon gebrauchen können) mitbringen.
Abwechselnd lief ich also ein wenig herum, aber nicht allzu viel, und legte mich immer wieder auch ins Bett.
Zwischenzeitlich hatte ich schon mal einzelne, etwas heftigere Wehen, aber so richtig kam die Sache nicht in Schwung.

Mittags kam Carsten wieder. Ich nahm gerade mein Notebook in Betrieb, als mich eine Stationsschwester fragte, ob ich etwas zu Mittag essen wolle. Eigentlich war mir überhaupt nicht danach, aber Carsten meinte, ich solle etwas essen, um bei Kräften zu bleiben. Also versuchte ich das Essen. Ich glaube sogar, dass es durchaus schmackhaft war, aber irgendwie fehlte mir völlig der Appetit, und ich gab nach ein paar heruntergewürgten Bissen auf.

Mit Carsten’s Rückkehr ins Büro lasse ich diesen ersten Teil enden. Fortsetzung folgt.

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Der Radausflug //2456

Das dritte Wochenende im Monat werde ich bis auf weiteres nutzen, um meine (unvollendeten) Entwürfe nach und nach zu veröffentlichen. Ihr braucht da keine besonderen Highlights zu erwarten. Das sind halt irgendwelche Texte, die ich irgendwann angefangen, aber nicht fertiggeschrieben habe.
Es sind auch ein paar Texte dabei, die zwar einigermaßen vollständig sind, die ich aber aus irgendwelchen Gründen dann doch nicht veröffentlichen wollte, zumindest nicht zeitnah.
Der heutige Text stammt vom Sommer im vorigen Jahr. Ich hatte ihn sogar größtenteils fertig, aber warum auch immer dann erst mal zurückgestellt und schließlich vergessen.

Am Wochenende machen Carsten und ich bei schönem Wetter gerne einen Ausflug. Meistens gehen wir in der Nähe spazieren, gelegentlich fahren wir aber auch erst ein Stück mit dem Auto, um von dort aus herumzuwandern.
Wir wollten eine bestimmte Gaststätte zum Abendessen besuchen. Zu Fuß wäre der Hin- und Rückweg zu weit gewesen, aber ideale Fahrradentfernung. Seit ich als Kind einen schmerzhaften Sturz mit Prellungen und Hautabschürfungen hatte, vermeide ich das Fahrrad, und nutze es nur sehr selten. Dazu kam, dass wir keinen schönen Weg zu diesem Ort kannten. Stark befahrene Autostraßen sind nicht so toll, genauso wenig wie größere Steigungen oder streckenweise Gestrüpp, so dass man länger schieben muss.
Als ich einige Zeit vorher auf Google Maps nach etwas anderem gesucht hatte, fand ich jedoch zufällig einen anderen Weg, der ohne größere Umwege nur auf Radwegen, einsamen Landstraßen und schließlich über Feldwege verlief.
Carsten und ich kamen überein, diesen Weg auszuprobieren.

Zunächst ließ sich alles gut an. Ich hatte den Weg einigermaßen im Kopf, Carsten hatte sein Navigationsgerät dabei, das wir mit dem geplanten Weg konfiguriert hatten.
Wir fanden den richtigen Feldweg, auch die Abzweigung kurz danach, von der aus es meiner Erinnerung nach nur noch geradeaus gehen sollte, bis man bereits im Ort war. Zu dieser Zeit reagierte das Navigerät allerdings aus unerfindlichen Gründen schon nicht mehr, und ließ sich auch durch einen Neustart nicht zu einer hilfreichen Anzeige bewegen. Nun ja, den bei weitem größten Teil des Weges hatten wir bereits hinter uns, und ich war mir sicher, dass wir den Rest auch noch finden würden. Nur noch ein längeres gerades Stück, und im Ort selbst kannten wir uns halbwegs genügend aus.
Plötzlich traf der Weg auf einen größeren. Wir mussten uns entscheiden, ob wir nach rechts oder links fahren wollten. Geradeaus ging nicht. Da war ein Wäldchen. Aber möglicherweise würde nach wenigen Metern doch ein Weg durch dieses Wäldchen gehen. Wir fuhren erst in die eine Richtung. Da kam aber keine Abzweigung mehr. Dann wendeten wir um, und erwarteten die Abzweigung in der anderen Richtung. Aber da war erst ein Bach und später ein Zaun, so dass wir immer weiter in die falsche Richtung kamen. Wir fuhren aber trotzdem weiter, weil wir uns später in dieser Richtung wenigstens wieder einigermaßen auskennen würden. Nach einer längeren Strecke war es dann so weit, und wir fanden schließlich die Gaststätte, wenn auch aus einer anderen Richtung, als beabsichtigt.

Wir aßen und tranken dann ausgiebig und in aller Ruhe.

Auf dem Rückweg wollten wir von der anderen Richtung her kommend den vorgesehenen Weg fahren. Was soll ich sagen? Wir probierten mehrere Wege aus, mussten aber immer wieder umkehren, weil wir einfach keine Brücke über diesen kleinen Bach fanden. Inzwischen begann es, dunkel zu werden. Es wurde zu riskant, Experimente zu machen, um dann vielleicht im Dunkeln irgendwo auf weiter Flur gestrandet zu stehen. Und deutlich kühler war es mittlerweiler auch schon geworden.
Also fuhren wir dann im wesentlichen teilweise den Weg, den wir von früher kannten, teilweise machten wir notgedrungen noch einen größeren Umweg, um die blödeste Stelle zu vermeiden.

Am nächsten Tag schaute ich mir nochmals die Karte bei Google Maps an. Dort war tatsächlich ein Überweg über diesen Bach in dem kleinen Wäldchen eingezeichnet. Wir waren also völlig richtig gefahren, bloß Google Maps trog. Vielleicht war früher ja sogar ein Steg dort gewesen, jetzt allerdings nicht mehr.
Auf Openstreetmap war kein Übergang eingetragen. Aber um das zu sehen, musste man schon sehr tief in die Karte hineinzoomen. Bei geringerer Auflösung sieht es auch dort wie ein durchgängiger Weg aus.
Und die Moral von der Geschicht: Vertraue Google’s Routen nicht.

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Umwege zur Lösung //2455

Ein guter Firmenkunde hatte ein technisches Problem. Es ging nicht spezifisch um unsere Geräte. Die funktionieren tadellos. Aber es ergab sich, dass er es gegenüber einem unserer Servicetechniker erwähnte, als dieser bei einem Wartungstermin vor Ort war.
Der Servicetechniker gab die Information an unseren Vertrieb weiter (der damit aber absolut gar nichts anzufangen wusste). Ein Vertriebsmitarbeiter kam auf die Idee, einen Entwickler zu benachrichtigen. Dem Entwickler war immerhin klar, dass es sich um kein Hardwareproblem handelte, aber es mit einem IT-Thema zu tun hatte, auf das die Chefin früher spezialisiert war. Also gab er mir Bescheid.

Ja, das war ungefähr schon mein Gebiet. Nicht ganz genau das, worauf ich den Fokus gelegt hatte, aber vermutlich hätte ich mich früher darum gekümmert, wenn ich einen entsprechenden Auftrag bekommen hätte (und nicht bereits anderweitig ausgelastet).
Ich kommunizierte einige Zeitlang mit dem Kunden. Es gelang mir auch, einige Fehlerursachen auszuschließen, sowie eine Vermutung zu bestätigen, aber um mich länger hineinzuknien fehlte mir vor allem die Zeit, und auch etwas die Expertise in diesen ganz konkreten Aspekten.

Aber es ist eigentlich genau das, was Sebastian meistens macht. Also empfahl ich ihn an den Kunden als kompetenten Berater, und informierte auch Sebastian darüber.
Da ich das Problem bereits grob eingegrenzt hatte, wurden sie sich schnell handelseinig. Sebastian gelang es dank seiner langjährige Erfahrung mit ähnlichen Problemen dann zügig, eine Lösung zu finden.

Nun sind alle Beteiligten zufrieden: Der Kunde, weil alles wieder glatt läuft, Sebastian weil er für den Auftrag ein ansehnliches Honorar erhalten hat, und ich, weil mein Einsatz und Vermittlung die Kundenbindung erhöht haben.

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Erwünschte Belastung //2454

Gelegentlich bestelle ich Waren online. Es gibt ja verschiedene Zahlungsoptionen, die ich je nach Art der Ware und Dringlichkeit nutze.
Paypal finde ich vor allem praktisch, wenn es schnell gehen soll. Ich muss nur mein Passwort eingeben, und das war’s. Dem Empfänger wird das Geld sofort gutgeschrieben, und in der Regel verschickt er dann auch die Ware unverzüglich.
Das kann bei Vorkasse über das Bankkonto schon mal länger dauern, zumal ich dann erst umständlich auf der Website der Bank die Überweisung eingeben muss. Ebenso bei Kauf auf Rechnung. Lastschrift wäre noch eine Möglichkeit, aber nach meiner Erfahrung ist auch das langsamer als Paypal.
Eigentlich wäre also Paypal die Bezahlmöglichkeit erster Wahl. Allerdings habe ich dort nicht immer genügend Guthaben (weil ich dort keine größeren Beträge zusammenkommenlassen will, und deshalb gelegentlich umbuche), und manchmal möchte ich den Bezahlvorgang aus unterschiedlichen Gründen lieber über ein anderes Konto laufen lassen.

Kürzlich wollte ich etwas bestellen. Die Website bot Paypal und Kauf auf Rechnung an. Eigentlich wollte ich die Ware lieber über mein Bankkonto bezahlen, aus irgendwelchen Gründen ging das aber nicht. Also entschloss ich mich, halt doch Paypal zu benutzen. Ich gab also an der passenden Stelle mein Passwort an, und sah dann auf der folgenden Seite die Option, statt mein Guthaben für den Bezahlvorgang zu nutzen, das Geld per Lastschrift von meinem Konto abzubuchen. In diesem Fall kam das meinen Wünschen entgegen, so dass ich diese Option wählte.
Ich finde diese neue Möglichkeit interessant. Keine Ahnung, ob es die schon länger gibt. Zumindest habe ich sie jetzt erst entdeckt. Die Vorteile sind, dass das Geld sofort beim Verkäufer ankommt, und ich mich nicht um eine Überweisung kümmern muss. Trotzdem kommt das Geld vom Bankkonto.
Je nach Fall werde ich dies wohl in Zukunft gelegentlich nutzen, wenn ich nicht ausdrücklich mit Paypal-Guthaben bezahlen will.

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Apostatische Tücken //2453

In der alten Heimat ist es üblich, dass am zweiten Sonntag im Monat die Neugeborenen des Vormonats getauft werden.
Unser Kind werden wir ganz sicherlich nicht mit irgendwelchem Religionsgetöns und Gottgläubigkeit drangsalieren, geschweige denn mit kannibalistischen Ritualen. Es gibt also definitiv keine Taufe.

Aber wie sag‘ ich das meinen Eltern? Meine Mutter hat mich inzwischen schon mehrmals danach gefragt. Ich konnte bisher jedesmal ausweichen und das Thema darauf lenken, dass meine Eltern uns Ende Oktober oder im November besuchen kommen. Das hatte ich damals vorgeschlagen, um zu verhindern, dass meine Mutter gleich nach dem Klinikaufenthalt hier für mindestens zwei Wochen herkommt. Besuche in der Entbindungsklinik konnte ich abwehren, indem ich auf die strengen, Corona-bedingten Besuchsregelungen verwies.

Aktueller Stand ist jetzt, dass meine Eltern in den Allerheiligenferien an einem Tag herkommen. Dann hat nämlich Sabine Zeit, und kann sie fahren. Zum Glück sieht sie ein, dass ihre Kinder daheimbleiben müssen. Drei Personen reichen auch so schon. Mit den Kindern wäre das viel zu viel Trubel. David soll ziemlich ungehalten deswegen sein, aber er wird sich schon wieder beruhigen.

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Tweetreise nach Coronistan //2452

Mein Zwei-Tages-Blog-Rhythmus hat sich inzwischen wieder ganz gut eingespielt. Wenn ich mehr Baby-Content bringen würde, hätte ich aber viel mehr Stoff, so dass ich mindestens täglich etwas davon erzählen könnte. Jedoch möchte ich mich damit aus Annenühmitätsgründen weitgehend zurückhalten.

Als ich die folgenden Tweets zwischen dem 9. und 19. März schrieb, ging es offenbar mit der Covid19-Beachtung gerade so richtig heftig los. Jetzt nach etwa sieben Monaten liest sich das teilweise recht skurril und seltsam, teilweise haben sich meine Vorahnungen aber auch bestätigt.

#Krisenmanagement ist gar nicht lustig.
„Soziale Kontakte“ will ich ja gar nicht. Ich will doch nur ganz allein und friedlich draußen in der Sonne spazieren gehen. #Ausgangssperre #Corona #covid19
Ich würde #Corona ja am liebsten gleich hinter mich bringen, um danach immun zu sein.
Ich prüfe gerade, welche Angestellten daheim #CBT machen könnten, um einige Zeit im #HomeOffice mit #Weiterbildung zu überbrücken.
Verleser des Tages: Quantenanne statt Quarantaene
+Als Quantenanne könnte ich ja aus dem Confinement raustunneln.
Sittsam gesittet //2348 Zweitausenddreihundertachtundvierzig
Heute #HomeOffice #ausGründen
Verschreiber des Tages: Nettronen statt Neutronen
Hab auf meinem Server einen seit Monaten brachliegenden Webdienst wieder zum Laufen gebracht.
Die Körbe von Hanoi //2347 Zweitausenddreihundertsiebenundvierzig
Ich habe ja auch schon Tweets geliket, die ich für sarkastisch gehalten hatte. Dabei waren sie ernst gemeint.
„Steuerstundungen ohne Zinszahlungen“ – wie großzügig vom Staat bei #Negativzinsen. #Corona #covid19
Verleser des Tages: Catcalling statt Catering
Fast alle Termine und Besprechungen abgesagt. Dafür außerordentliches Führungskräftemeeting. Agenda: #HowToHandleCorona
Sender Unknown //2346 Zweitausenddreihundertsechsundvierzig
Puh! Ich war heute früh noch so gut drauf! Und jetzt gibt’s schon wieder völlig unerwarteten Ärger aus unvorhersehbarer Richtung.
Etwas Gutes hat #Corona: Es gibt derzeit keine Einladung zu Geschäftstreffen o.ä., die ich besuchen müsste. Einige wurden bereits abgesagt. Ich freu mich drauf, abends öfter daheim zu bleiben.
Verhörer des Tages: profits statt prophets
Einige Mitarbeiter haben sich abgemeldet, um ihre Kinder zu betreuen. Gerade die, für die genug zu tun wäre. In der Fertigung dagegen will niemand außerplanmäßig pausieren. #Corona #covid19
+Wir versuchen, das mit größtmöglicher betrieblicher Flexibilität zu handlen.
+Dabei ist Flexibilität nun wirklich nicht meine Stärke. Ich mag Routine, weil ich da meine gewohnten Alltagsalgorithmen abspulen kann. Unplanbarkeiten, auf die ich kurzfristig reagieren muss, sind mir ein Gräuel.
+Ich will doch nur Business as usual machen und #Planbarkeit!
Der Glücksalgorithmus //2345 Zweitausenddreihundertfünfundvierzig
Zeit, mich mal wieder dem Hedonismus hinzugeben, indem ich der Reinen Mathematik, der Theoretischen Physik oder lustvollem Sex fröne.
Verleser des Tages: Nühmphomanin statt Nachholtermin
Mann kam durchgefroren vom Wählen zurück. Da hab ich ihn erstmal gründlich aufgewärmt.
Jetzt erst mal ein Tesla Kaffee!
Männerhände am Hintern fühlen sich so wahnsinnig gut an.
Verschreiber des Tages: Bananitäten statt Banalitäten
Schnipsel der unendlichen Transzendenz – #piTag #piDay //2344 Zweitausenddreihundertvierundvierzig
Hey, ihr selbsternannten #Corona-Experten: Schon mal was von halblogarithmischer Auftragung gehört?
Verleser des Tages: Lehramt statt Leiharbeit
Mitarbeiter hatte Probleme mit Anwendung, die beim Beenden abstürzte. Hatte systemweite Events gestartet, die von anderer Anwendung abgefangen wurde. Nutzt jetzt in jeder Instanz einen eindeutigen Namen.
Der Partialkongress (2. Teil) //2343 Zweitausenddreihundertdreiundvierzig
So ein tranfunzeliger Arzt! Hat mich jetzt unnötige Zeit gekostet.
Diese kognitive Dissonanz, beim generischen Maskulinum angeblich nicht mitgemeint zu sein, sich aber sofort angesprochen zu fühlen, wenn von „Hühnern“ die Rede ist.
Oops, hätte fast vergessen, dass ich meine Briefwahlunterlagen ja noch wegschicken muss.
Verhörer des Tages: Ratio statt Fellatio
Der Partialkongress (1. Teil) //2342 Zweitausenddreihundertzweiundvierzig
Chef denkt über #Kurzarbeit nach. Und das bei vollen Auftragsbüchern.
+Wir haben keinen höheren Krankenstand als sonst zu dieser Jahreszeit. Aber einzelne Zulieferer sind ausgefallen, so dass wir ohne Nachschub demnächst nicht mehr fertigen können.
+Vom Schaden, wenn wir unseren eigenen Lieferverpflichtungen nicht nachkommen können, mal gar nicht zu reden.
Hysterischer Aktionismus, panische Überreaktionen – Leute, bleibt ruhig und besonnen! #DontPanic #Corona #covid19
+Und drückt mal die Daumen, dass die Auswirkungen und Beschränkungen nicht noch weiter eskalieren.
Verleser des Tages: Faschistenbrief statt Fastenhirtenbrief
Wenn mir #Corona #covid19 nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht, bin ich morgen #offline. Auch wenn das #Stress bedeutet, tut mir ein #TagOhneTwitter bestimmt mal gut.
Zum Paarjubiläum //2341 Zweitausenddreihunderteinundvierzig
Wer überall nur seine vermeintliche Diskriminierung und Benachteiligung sieht, dem fehlt das richtige Mindset für Erfolg.
Verschreiber des Tages: Positronen statt Positionen
Mitarbeiter, der sich aktuell mit einer veränderten Schnittstelle befassen muss: „Da könntste doch in die Tastatur beißen!“
Virenalarm! //2340 Zweitausenddreihundertvierzig

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Work in Progress //2451

Es war ein Kundenwunsch gewesen, die Software unserer Geräte in einzelne Module aufzuteilen. Ich hatte in den sauren Apfel gebissen, und unsere Software mit dieser Zielsetzung und Konzeption von Grund auf neu spezifiziert. Nach dem (wegen Corona sang- und klanglos abgelaufenen) Release von Evalyze begannen meine Softwerker mit der Implementierung.

Das Basismodul ist inzwischen im Feature Freeze (naja, noch nicht viel mehr als ein Prototyp), und soll getestet werden. Ohne Zusatzmodule sind die Testmöglichkeiten allerdings beschränkt. Deshalb fängt ein Teil meiner Jungs bereits mit der Umsetzung des ersten Zusatzmoduls an.

Es ist jetzt schon abzusehen, dass alleine das Basismodul teurer wird, als die bisherige Software zusammen. Denn schließlich müssen die Kosten der Neuentwicklung in der Kalkulation ja wieder auf die verkauften Geräte umgelegt werden.
Außerdem braucht jeder Kunde noch mindestens ein Zusatzmodul, dessen Kosten aber nicht auf alle Geräte sondern nur auf jeweils einen Teil umgelegt werden können. Das treibt den Preis noch mal in die Höhe.
Von zusätzlicher Auswertungssoftware und dergleichen, die nicht zwingend notwendig ist, aber von den meisten Kunden gerne mitgenutzt wurde, gar nicht zu reden. Auch diese Softwarepakete werden den Kunden künftig zusätzlich in Rechnung gestellt. Wenn sie darauf verzichten, müssen sie stattdessen Software eines Drittherstellers lizenzieren, um die gewünschte Funktionalität zu erhalten. Ob das billiger kommt, sei mal dahingestellt. Zumindest aber wird es umständlicher, da die Daten erst transferiert und ggf. konvertiert werden müssen, möglicherweise auch inkompatibel sind.

Das alles war nicht meine Idee. Die Kunden wollten es so.

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Die abergläubische Rassistin //2450

Die folgende Begebenheit liegt schon etliche Jahre zurück, ist mir aber kürzlich wieder eingefallen.

Als mein Vater sich draußen ein paar Häuser weiter auf der Straße mit einer Bekannten unterhielt, kam unsere Katze hinzu, und lief mit hochaufgerichtetem Schwanz freudig auf ihn zu, um ihn zu begrüßen.
„Oh je!“, rief die Bekannte, „eine schwarze Katze! Da krieg‘ ich Unglück!“ Sie meinte das nicht etwa scherzhaft, sondern bitterernst.
Mein Vater antwortete ihr konsterniert: „Das ist meine Katze. Die bringt niemandem Unglück.“ Dabei beugte er sich zur Katze (die in ihrer liebenswürdigen Harmlosigkeit höchstens Mäusen Unglück brachte, und das völlig unabhängig von unveränderlichen Körpermerkmalen wie ihrer Fellfarbe) hinunter und streichelte sie.

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Was gegoogelt wurde //2449

Inzwischen bin ich zu meinem Blogrhythmus an allen geraden Tagen zurückgekehrt, und setze auch die Gewohnheit fort, am ersten Wochenende des Monats die neuesten Suchanfragen mit kurzen Anmerkungen zu bringen.
Die Liste ist diesmal vergleichsweise kurz, weil ich weniger gründlich vorgegangen bin, so dass mir bestimmt einige schöne Begriffe entgangen sind.

„albino kastanie“
So eine hatte ich mal. Die war ganz blass. Heuer habe ich noch keine frische Kastanie gefunden, nutze eine, die hinter das Sofa gerollt war.

„teilhaberschaft“
Ich bin dabei, meine Teilhaberschaft bei Novosyx auszubauen.

„ultraschall jungfrau“
Wo ist da der Zusammenhang?

„man lernt nie aus kritik“
Dass man sich selbst weiterentwickelt und verbessert, sollte mit konstruktiver Kritik ermuntert und motiviert werden.

„kalorien chinesisches buffet“
Spätestens bei einem Buffet ist das sog. „Kalorienzählen“ nicht mehr praktikabel.

„soft tampons wiederverwendbar“
Ich weiß nicht, ob man die auswaschen kann.

„leonie physik“
Leonie hat mit Physik höchstens peripher zu tun.

„dass mit doppel s“
Wenn es als Konjunktion verwendet wird, und sich nicht durch „dieses“ oder „welches“ ersetzen ließe. Die alte Rechtschreibung nutze ein scharfes S statt Doppel-S.

„vorläufig aufgenommene“
.. Maschen muss man wieder abnehmen, wenn man den Maschenerhaltungssatz erfüllen will.

„vierflächner rätsel“
Ein Tetraeder.

„physik professor meer“
Holger hat seinen Urlaub heuer Corona-bedingt gecancelt.

„kraus rechts stricken“
Wenn man auf sowohl auf der Hinreihe als auch auf der Rückreihe nur rechte Maschen strickt, ergibt sich automatisch ein krauses Strickbild. Der Gegensatz dazu ist „glatt rechts“, wo man auf der Rückreihe links strickt.

„ehering verloren nachkaufen“
Da ich erst gar keinen Ehering habe, kann mir das nicht passieren.

„anschlag von rechts“
Jetzt muss ich mal überlegen .. ich halte links den Faden und rechts die Stricknadeln. Die neu angeschlagenen Maschen wandern also von links nach rechts. Mit entsprechender Übung ginge das sicherlich auch spiegelbildlich. Die Parität bleibt erhalten.

„tunnelspiele sm“
Hat beides mit Quantenphysik zu tun. Über den Tunneleffekt hatte ich bereits mal ausführlich gebloggt, das Standardmodell mehrfach erwähnt.

„angelkalender mond“
Man weiß ja, dass die Fische am besten bei Vollmond beißen, aber nur wenn der Saturn auch noch im siebten Haus steht und der Neptun im Krebs.

„nuqneh“
Irgendwie erscheint die klingonische Begrüßungsformel immer so, als sei sie rückwärts geschrieben.

„unanzüglich“
Dann halt auszüglich.

„ganze tüte chips gegessen“
Auch wenn man davon ausgeht, dass nicht die Tüte, sondern deren Inhalt gegessen wurde, fehlt die Information, welche Masse dieser Inhalt hatte.

„unkeusche gedanken“
Die Gedanken sind frei!

„rollvenen ursache“
Ich nehme an, genetisch bedingt. Vielleicht spielen auch Ernährung und Alter eine Rolle.

„fertigungsingenieurin vorstellungsgespräch fragen“
Es lässt sich relativ leicht herausfinden, ob eine solche Kandidatin femindoktriniert ist.

„könig der löwen kindergeburtstag“
Nein, das muss wirklich nicht sein.

„hund fass“
Ja, im Fass ist er sicher aufgehoben.

„großes gemächt“
Hach ..

„specialist for layer 8 problems“
Mit den unteren Layern kenne ich mich, ehrlich gesagt, besser aus, als ausgerechnet mit Layer 8.

„menner im hüfthalter“
Nein, danke.

„zeige und mittelfinger kreuzen“
Und gleichzeitig noch den Ring- mit dem kleinen Finger.

„ein unangenehmer berater“
Solche Unternehmensberater hatten wir schon.

„unser zentralgestirn“
Die Sonne.

„durchschnittsfigur frau“
Wer niemals Probleme mit der Passform von Konfektionskleidung hat.

„was schenke ich meinen eltern zu weihnachten“
Die bekommen ein paar schöne Fotos ihres jüngsten Enkels.

„stimmbruch schluckbeschwerden“
Ich tippe auf eine eher zufällige Koinzidenz denn einen kausalen Zusammenhang.

„meinwetter gadget“
Jetzt habe ich doch tatsächlich Mainwetter gelesen.

„könig der löwen sexistisch“
Wer sucht, der findet.

„nebenkosten gartenpflege verdoppelt“
Alles wird teurer.

„känozoisches eiszeitalter“
In dieser Eiszeit befinden wir uns immer noch, aber glücklicherweise gehen die Temperaturen inzwischen aufwärts.

„aufwendungen für ein universitätsstudium“
Das geht schon ins Geld, insbesondere die Lebenshaltungskosten, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt.

„rechtschreibung etwas anders“
Rechtschreibung ist nur eine Konvention, mit der man brechen kann, und ohne rechtliche Verbindlichkeit.

„mein mann will kein sex“
KeinEN muss das heißen! Bei so einer verschliffenen Sprache bleibt die Lust freilich auf der Strecke.

„juckpulver kaufen apotheke“
Ich nehme an, dass das im Sortiment enthalten ist.

„durchsichtige pfanne“
Ich habe einen Pfannendeckel aus Glas. In der Praxis kondensiert der Dampf daran, so dass der Deckel undurchsichtig wird.

„pfannkuchenteig zu flüssig“
Mehl hinzugeben.

„soft kitty deutsch“
Weiche Mieze?

„männer widern mich an“
Und mich Leute, die so etwas meinen.

„ehering verloren nachkaufen“
Wozu? Das Original ist weg. Einen Ersatz braucht niemand.

„hüfthalterbilder“
Ich mag es, wenn ein Mann meine Hüften hält.

„die blonde“
Als Kind war ich blond.

„oliven wasser trinken“
Ich kenne nur Olivenöl.

„logarithmus integrieren“
Die Stammfunktion von ln(x) ist ln(x)*x – x. Das sollte man aber wirklich in jedem Integrationskurs lernen.

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Einen eigenen Weg //2448

„Jedem recht getan, ist ’ne Kunst, die niemand kann.“
So alt dieses Sprichwort auch ist, es hat gerade ich heutiger Zeit seine Weisheit behalten.
Man kann’s nicht allen recht machen. Das ist so. Je eher man das kapiert, um so besser.
Wichtig ist einzig und allein, dass man selbst für richtig hält, was man tut. Richtig und gut für sich selbst. Was andere von einem denken – wen interessiert’s?

Das heißt, die Meinungen von Menschen, die einem nahe stehen oder von denen man abhängig ist, sind schon wichtig. Aber die aller anderen, fremden Menschen nicht.
Nein – man darf sich nicht davon abhängig machen, was andere Leute vielleicht von einem halten könnten. Das soll die eigenen Entscheidungen nicht beeinflussen. Es lebt sich gelassener, wenn man fremden Leuten eine gesunde Gleichgültigkeit entgegen bringt.
Es müssen einen nicht alle mögen. Es reicht, wenn sie einen respektieren.
Authentisch zu bleiben und mit sich selbst im Reinen zu sein, ist besser, als sich selbst zu verrenken, nur um bei möglichst vielen Leuten beliebt zu sein.
Und was den einen gefällt, lehnen die anderen ab.

Dann gibt es noch die Leute, die gezielt versuchen, einen zu manipulieren. Sie versuchen beispielsweise den Ehrgeiz anzustacheln, verlangen eine Mutprobe oder einen „Freundschaftsbeweis“, um etwas zu tun, das man selbst gar nicht tun will. So etwas ist emotionale Erpressung. Von Personen, die so agieren, sollte man sich im eigenen Interesse unbedingt fernhalten. Von denen halte ich nichts, außer Abstand.

Nach seiner eigenen, individuellen Weise zu leben, bedeutet nicht, immer gegen den Strom zu schwimmen. Das würde viel zu viel Kraft brauchen. Mit manchen Angelegenheiten arrangiert man sich auch als Nonkonformist, und passt sich an bestehende Konventionen an. Nur die Belange, die einem wirklich wichtig sind, lohnen es, von ausgetretenen Pfaden abzuweichen und Hindernisse zu überwinden.

Viele gesellschaftliche Gepflogenheiten haben sich bewährt. Sie sind genau deshalb so entstanden, wie sie eben sind, weil sie den Bedürfnissen und Wünschen der meisten Menschen entsprechen. Freilich kann man auch davon abweichen. Das soll jeder nach seinem eigenen Gusto entscheiden.
Anmaßend und bevormundend finde ich es jedoch, seinen individuellen Sonderweg der Allgemeinheit (die größtenteils durchaus zufrieden mit den bestehenden Gebräuchen und Normen ist) aufdrücken zu wollen, unter dem Vorwand, dieser spezielle Weg sei richtiger und befreiend für alle anderen.

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