Wochenendbesuch //2083

Das Wochenende mit Thomas und Leonie war gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Die beiden kamen am Freitagabend an, als es schon fast Zeit zum Bettgehen war.
Carsten ist für Leonie noch immer ein Nennonkel, aber wir kamen gleich überein, dass wir uns duzen würden, und sie mich einfach Anne nennt.
Wir zeigten ihnen noch die vorbereiteten Gästezimmer und vereinbarten, uns am nächsten Morgen um acht Uhr zum gemeinsamen Frühstück zu treffen.

Zum Glück war niemand dann in der Stimmung, schon so früh Konversation zu machen, was ich als recht wohltuend empfand. Nachdem alle fertig waren, begann ich, den Tisch abzuräumen.
„Kann ich dir helfen, Anne?“, fragte mich Leonie. Ich war positiv überrascht, und bedeutete ihr, welches Geschirr sie in die Küche tragen sollte.
Während wir etwas später noch in der Küche beschäftigt waren, fragte ich sie, was sie nach ihrem bevorstehenden Abitur vorhätte.
„Also gleich danach will ich mit zwei Freundinnen für vierzehn Tage nach Frankreich fahren. Die eine hat dort Verwandte. Wir haben das schon genau geplant.“
„Und später? Willst du dann studieren? Oder eine Ausbildung machen?“

„Ich will unbedingt ‚was kreatives machen. Ich glaube, ich studiere Design, habe mich aber noch nicht endgültig entschlossen.“
Design ist ja ein weites Feld. Da gibt es Webdesign, Modedesign, und was weiß ich noch alles. Also fragte ich nach: „Was genau willst du denn designen?“
„Produktdesign“, erwiderte sie, „ich möchte Gebrauchsgegenstände, Möbel, Geschirr, elektronische Geräte, und all so was entwerfen. Das würde mir Spaß machen. Ich kann ganz gut zeichnen, und habe auch schon selbst kleine Modelle von größeren Gegenständen gebaut.“
Sie erzählte noch einiges mehr davon – im angenehmen Mittelfeld zwischen Maulfaulheit und Labertasche. Mir gefiel, dass sie recht klare und konkrete Vorstellungen hatte, die sie auch zielstrebig und mit Realitätssinn umsetzen wollte.
„Das ist bestimmt interessant. Dazu braucht man auch etwas technisches Wissen. Hast du denn schon über dein Basteln hinaus praktische Erfahrungen sammeln können?“

„Äh, nein, noch nicht. Ich dachte, dass ich vielleicht im August oder September noch irgendwo ein Praktikum machen kann, oder jobben. Papa meint, ich solle mal Onkel Carsten deswegen fragen, ob das in seiner Firma geht.“
„Dafür bin ich zuständig. Produktdesign läuft bei uns aber nur so am Rande mit. Lassen wir gegebenenfalls auch von externen Agenturen erledigen.“
Jetzt bin ich gerade erst die Maschinenbaustudentin los, die im Rahmen einer Forschungskooperation bei uns eingesetzt worden war. Andererseits ist Leonie tatsächlich ein sympathisches, hilfsbereites Mädchen, das bisher noch keine Allüren gezeigt hat und ganz vernünftig redet. Und es wäre ja auch nur für ein paar Wochen. Warum also nicht?
Ich sagte ihr also, dass sie mir ihre Kurzbewerbung zumailen soll. Ich werde mal mit Ulrich und Jason reden, ob es bei uns im Sommer eine Einsatzmöglichkeit gibt. Dann sehen wir weiter.

Thomas und Leonie verbrachten den Rest des Samstags gemeinsam in der Umgebung und kamen erst am Abend zurück. Gegessen hatten sie unterwegs.
So hatten Carsten und ich doch noch einige Zeit für uns, in der wir auch das schöne frühlingshafte Wetter auskosteten.

Am nächsten Morgen frühstückten wir wieder alle zusammen.
Diesmal wollten wir auch gemeinsam zu Mittag essen, bevor Thomas und Leonie sich verabschieden würden. Carsten hatte noch nicht geplant, ob wir daheim essen wollten, oder auswärts.
„.. oder Anne macht uns ihre Ofennudeln“, schlug Carsten vor“, „die sind super!“
Die schmecken zwar schon sehr lecker und ich hätte dann morgen gleich noch Reste zum Aufwärmen, machen aber auch einiges an Arbeit, und ich muss dafür vier Stunden für die Zubereitung einplanen (notfalls schaffe ich sie auch in dreieinhalb Stunden, aber dann wird es zeitweise stressig). Ich war nicht unbedingt begeistert, sondern fragte erst einmal, ob denn auch alle Fleisch essen, und keine Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben.
„Ich helfe dir gerne, Anne!“, erklärte Leonie.
Das ist nett. Bei dem ganzen Gemüseschippeln gäbe es schon einiges zu tun. Andererseits habe ich die Sache durchaus im Griff und mein Timing steht, so dass ich dankend ablehnte, und meinte, sie solle die paar Stunden lieber nutzen, um sie mit ihrem Vater zu verbringen.

Das Mittagessen lief dann auch noch harmonisch ab. Ich hatte dazu noch einen gemischten Salat aus Chicoree und Paprika gemacht. Ich selbst mache mir zwar nichts aus Salat, aber Carsten isst ihn gern, und unseren Gästen wollte ich auch die Option bieten. Als Nachtisch reichte ich Sahne-Schmoräpfel mit gerösteten Walnüssen und Vanilleeis.
Carsten war es, der die freitägliche Schulschwänzerei zur Sprache brachte. Leonie meinte, an ihrer Schule seien das nur einzelne, und in der Abiturklasse beteiligte sich höchsten ausnahmsweise mal jemand. Sie würden sich ja selbst schaden, wenn sie prüfungsrelevanten Stoff verpassen würden. Das gibt mir doch noch ein wenig Hoffnung für diese Generation. Erst mal seine eigenen Verpflichtungen erfüllen, bevor man sich an irgendwelchen Weltrettungsversuchsinszenierungen beteiligt.
Etwas später tranken wir noch zusammen einen vorgezogenen Nachmittagskaffee, bevor Thomas und Leonie aufbrachen, so dass Carsten und ich den Restsonntag noch in Zweisamkeit genießen konnten.

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Miau! Eine #Blogparade zum #Feminismus //2082

Eigentlich wollte ich nicht mehr so viel Zeit vergeuden, um mich über den Feminismus auszulassen. Ich habe darüber schon sehr viel gebloggt. Es gibt auch noch einen alten Eintrag aus der Zeit, als ich gerade erst begonnen hatte, mich mit der Thematik zu beschäftigen. Aus heutiger Sicht würde ich einiges etwas anders formulieren. Trotzdem ist der alte Text noch überraschend aktuell.
Feminismus hatte vielleicht früher mal eine Berechtigung, ist aber inzwischen nur noch eine menschenverachtende Ideologie, die darauf abzielt, das natürlich harmonisch-komplementäre Verhältnis zwischen Männern und Frauen zu zerstören. Männer werden als Feinde und Gegner angegriffen, Frauen als unselbständige Opfer bevormundet.
Von Frauen Eigenverantwortlichkeit zu erwarten, gilt bereits als frauenfeindlich. Dabei degradiert gerade diese feministische Haltung Frauen auf das Niveau eines unmündigen Kleinkindes mit Narrenfreiheit.

Wenn jetzt aber schon zu einer Blogparade über persönliche Erfahrungen mit Feminismus aufgerufen wird, kann ich nicht ganz widerstehen, mich daran zu beteiligen. Auch wenn es wohl ein bisschen rantig wird.
Es gäbe viel zu schreiben, was ich oft genug schon irgendwo gebloggt habe, z.B. über die #metoo-Kampagne. Ich will mich nicht immer wieder wiederholen müssen.

Angeblich kämpft Feminismus für Gleichberechtigung. Meine regelmäßigen Leser wissen längst, dass Frauen in diesem unseren Lande deutlich mehr Rechte haben als Männer. Wie dreist (oder desinformiert) muss man eigentlich sein, um dennoch mehr Rechte für Frauen zu verlangen? Das ist die Forderung nach Vorzugsbehandlung, die mit Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit überhaupt nichts mehr zu tun hat.
Feminismus ist eine sehr erfolgreiche Ideologie – vielleicht die erfolgreichste des 20./21. Jahrhunderts überhaupt. Ihr Erfolg beruht darauf, dass Feministinnen rotzfrech behaupten, „für alle Frauen“ zu sprechen. Wenn klar wäre, dass es sich nur um ihre persönlichen Befindlichkeiten handelt, würde kein Hahn danach krähen. Zu keinerlei Zugeständnissen oder Einschränkungen sind sie bereit, auch nicht dazu, selbst mal einen Beitrag zum Allgemeinwohl zu leisten ohne herumzuopfern, sondern fordern nur lautstark aufschreiend und kompromisslos immer mehr.
Die Empathie von Feministinnen für Männer ist kleiner oder höchstens gleich null. Ihre (latent-)misandrische Projektion überwiegt.
Feminismus mischt sich in berufliche Bereiche (z.B. durch ausschließlich auf Mädchen zugeschnittene Werbeaktionen für MINT-Berufe, die zwar nicht besonders wirksam sind, bei einigen ungeeigneten Mädchen jedoch erreichen, dass diese einen Beruf ergreifen, in dem sie sich dann später nicht wohlfühlen, durch Fördermaßnahmen gepusht, durch Quotenforderungen Männer diskriminieren, letztendlich kompetente Frauen abwerten und das Gesamtniveau von MINT-Berufen senken), insbesondere aber private Bereiche ein.

Auch darüber habe ich schon häufig gebloggt, so dass ich heute im Wesentlichen den Fokus auf das sog. „Catcalling“ setzen möchte. Miau.
Dabei habe ich vor allem (aber nicht nur) die Situation junger, unerfahrener, vielleicht schüchterner Menschen im Blick. Ich persönlich bin ja seit längerem in sehr festen Händen, und werde auch nicht jünger, so dass ich kaum noch selbst betroffen bin und das Thema nur noch von akademischem Interesse für mich ist. Deshalb kann ich es völlig uneigennützig darstellen.
Jungen Frauen wird eingetrichtert, dass sie sich vor den „bösen Männern“ in Acht nehmen sollen, weil jede noch so harmlose Äußerung ja gefährlich und übergriffig sei. Junge Männer sind erst recht verunsichert. Sie können keinerlei Rückhalt erwarten, wenn sie ihren Mut zusammennehmen, um eine Frau anzusprechen. Sie müssen mit harschen Reaktionen rechnen, die sie der Lächerlichkeit preisgeben, oder die so weit gehen können, ihre soziale Existenz zu ruinieren. Diese gesellschaftliche Schieflage verdanken wir dem Feminismus, der es jungen Menschen enorm erschwert, einfach zwanglos miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakt aufzunehmen, weil jedes ungeschickte Kompliment gleich als massive Belästigung geahndet werden kann.

Unter „Catcalling“ versteht man, das Ansprechen einer unbekannten Frau durch einen Mann in der Öffentlichkeit, üblicherweise auf der Straße.
In meiner alten Heimat gab es so etwas überhaupt nicht (vielleicht auch, weil da eh jeder jeden kannte), da wo ich jetzt wohne, kommt es selten vor. In anderen Städten oder Ländern habe ich es aber schon öfter erlebt (es liegt also nicht an mir).
Es mag sein, dass so etwas nervt, wenn es sich häuft. Aber ist es denn zu viel erwartet, solche Äußerungen einfach gelassen zu ignorieren, wenn man schon nicht interessiert ist? Andere Frauen sind es vielleicht, und denen wird die Chance genommen, aufgeschlossen und willig auf männliche Kontaktversuche einzugehen, wenn der puritanische Moral-Feminismus männliche Avancen generell stigmatisiert.

Ein weibliches Privileg besteht darin, durch äußere Aufmachung wie Kleidung und Frisur, sehr genau steuern zu können, wieviel Aufmerksamkeit man von Männern erhält.
Wenn ich also weniger von Männern angeschaut und angesprochen werden will, dann kleide ich mich halt weniger freizügig und körperbetont. Ganz einfach. Überlasst halt einfach die sexy, aufreizende Kleidung denjenigen Frauen, die männliche Bewunderung zu schätzen wissen, und sich über ein Kompliment freuen! Diese Lösung ist so einfach wie logisch.
Anfragen um sexuelle Gefälligkeiten kann man freundlich und würdevoll ablehnen, wenn man nicht darauf eingehen will. Wo ist das Problem?
Wenn ich häufig geschmackloses oder vulgäres Catcalling erfahren würde, dann würde ich mir halt überlegen, in welchen Gegenden ich mich bewege, wo so etwas üblich ist, und diese Gegenden meiden. Auch ganz einfach.
Das Konzept nennt sich Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, anstatt immer nur Männer als Sündenbock zu sehen, und ihnen kollektiv für die Verfehlungen einzelner die Schuld zuzuschieben.

Es wurde mir schon mehrfach gesagt, dass ich (zumindest früher) unnahbar, ja geradezu abweisend oder einschüchternd wirken würde. Sinngemäß etwa so: „Ich hätte mich nie getraut, dich anzusprechen, weil du so unzugänglich und distanziert erschienst“ oder wörtlich: „Du bist eher der Typ Vamp, an den sich ein Mann nicht rantraut“. In den letzten Jahren habe ich mich sehr bemüht, ansprechbarer zu wirken und es gelernt, ermutigende Signale auszusenden. Tatsächlich werde ich jetzt mit 40 signifikant öfter (nämlich ab und zu) angesprochen als mit 20 (nämlich nie) oder 30 (nämlich selten). Und wenn unser gesellschaftliches Klima nicht durch toxischen Feminismus verseucht und femindoktriniert wäre, wäre der Unterschied wohl noch deutlicher.
Was ist mit den jungen, introvertierten Frauen, die in ihrer Unerfahrenheit noch reserviert wirken, weil sie noch nicht gelernt haben, sich aufgeschlossen zu zeigen? Zurückhaltende Frauen, denen gelegentliche Anmachversuche höchstwillkommen wären?
Der Feminismus gesteht diesen Frauen nicht die eigene Entscheidung zu, solche Ansinnen selbstbestimmt annehmen oder ablehnen zu können, weil jede Art der Kontaktaufnahme von vornherein als unerwünscht geframet wird, und so gar nicht erst zustandekommt.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich selbst vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren als scheuer Teenager – unvorteilhaft gekleidet, weil ich es damals noch nicht besser wusste – unausgefüllte Incel-Jahre mit innerer Leere verbracht habe.
Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, mich für junge Frauen einzusetzen, denen es ähnlich geht, die gleich einem Server in Erwartung eines Pings eines Clients horchen. Aber auf sämtlichen Layern herrscht Funkstille.
Ebenso möchte ich die jungen, unerfahrenen Männer unterstützen, denen vom Feminismus eingetrichtert wird, dass ihr Wunsch nach Sex schlimm und toxisch sei. Feministinnen werden es nicht müde, junge Männer zu beschämen, die einfach nur ihr ganz normales und natürliches Bedürfnis nach Sexualität mit einer passenden Frau ausleben wollen. Als wäre das so sehr verwerflich!
Wenn solche verklemmten Feministinnen Männer nicht mögen oder sich nichts aus Sex machen, so ist das ihre Sache. Aber müssen sie sich deshalb in die Angelegenheiten anderer Leute einmischen und missgünstig danach trachten, anderen alles zu vermiesen? Sie sollen sich gefälligst raushalten. Das Sexualleben anderer geht sie nichts an.

Niemand verlangt, dass eine Frau auf jede Vertraulichkeit eingehen sollen. Ob sie es tut, sollte ihre eigene, freie und selbstbestimmte Entscheidung sein – nicht die des Feministischen Kollektivs. Ein Angebot kann man annehmen oder ablehnen.
Auf einen Request kann man mit 200 antworten, muss man aber nicht. Man kann auch mal den Statuscode 307 oder 406 zurückliefern. Feministinnen antworten grundsätzlich mit 403, obwohl eigentlich es bei ihnen eigentlich ein glatter 500-er wäre.
Und nur weil es anfangs vielleicht zu einer Abweisung kommt, muss das nicht für alle Ewigkeit gelten. Feministinnen (männliche Femis wie immer mitgemeint) sehen ein Nein viel zu statisch und eindimensional. „Nein“ ist keine unveränderliche Boole’sche Konstante, sondern fluid wie eine kontextsensitive Gleitkomma-Variable. Zwischen schwarz und weiß gibt es mehr als nur 50 Graustufen.

Nur weil ein paar prüde, #aufschreiende Feministinnen nichts mit Männern zu tun haben wollen, heißt das nicht, dass das für andere Frauen ebenso gilt. Lassen wir sexfeindliche Feministinnen nicht die Standards bestimmen, wie Männer und Frauen miteinander umgehen sollen!

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Metaphysisch-ontologische Spekulationen und darüber hinaus //2081

Gelegentlich hatte ich Formulierungen benutzt, wie „unveränderliche“ oder „ewige Naturgesetze“.
Die Frage ist jetzt, inwieweit Naturgesetze tatsächlich „unveränderlich“ oder „ewig“ sind. Was war „vor“ dem Urknall? Gibt es noch andere Universen, in denen möglicherweise ganz andere naturgesetzliche Zusammenhänge gelten?
Die Fragestellung geht weit über unsere Physik hinaus. Auch die Philosophie kann da keine Antworten liefern. Aber ein wenig 42-eske Spekulation kann man schon machen.

Wie in diesem Blog bereits mehrfach erwähnt, beschreiben das Standardmodell und die Relativitätstheorie das uns zugängliche Universum sehr gut. Man muss sich aber immer vor Augen führen, dass dies nur mathematische Annäherungen an die Natur sind, ohne tiefere Wahrheit.
Mit Naturgesetzen meine ich hier das tatsächliche Verhalten der Natur, und nicht nur unseren menschlich-beschränkten Versuch, die Natur mit der Sprache der Mathematik zu beschreiben.

In unserem Universum scheint es feste Konstanten für die Lichtgeschwindigkeit, das Planck’sche Wirkungsquantum und die Gravitationskonstante zu geben. Sind deren Werte wirklich über alle Zeiten und an jedem Ort konstant? Es ist nicht völlig auszuschließen, dass diese Werte sich im Laufe der Lebensdauer des Universums leicht verändert haben.
Sind Universen denkbar, in denen diese Konstanten völlig andere Werte haben, oder in denen sie sogar ganz bedeutungslos, bzw. überhaupt nicht anwendbar sind?
Was ist mit anderen Konstanten wie der Elementarladung? Oder gar den Massen der Elementarteilchen? Können wir uns einen Kosmos mit völlig anderen Wechselwirkungsarten und einem anderen Teilchenzoo vorstellen? Eine völlig andere, nicht mit der unserigen vergleichbare Materie? Ist das dann überhaupt „Materie“?

Welche grundlegenden Konzepte sind wirklich so universell, dass sie in jedem Kosmos gelten müssen?
Wie gesagt – alles nur Spekulation – aber ich gehe davon aus, dass es auch in jedem anderen Universum Zahlen geben muss, so dass 1 + 1 = 10 gilt. Ein rechter Winkel ist ein rechter Winkel (im Sinne von Skalarprodukt orthogonaler Vektoren gleich null). Die Mathematik hat ja nichts mit der Natur zu tun, sondern existiert m.E. unabhängig davon. Ihre Notationen und Konventionen sind ein menschengemachtes Konstrukt, optimiert dafür, unsere Naturwahrnehmung beschreiben zu können. Diese äußere Form mag in anderen Zivilisationen oder gar anderen Universen völlig anders und für uns nicht nachvollziehbar sein, mathematische Logik jedoch gilt (nach meiner Überzeugung) generell.
Topologische und statistische Gegebenheiten erzwingen gewisses Verhalten. Einen Maxwell’schen Dämon wird es also auch in anderen Universen nicht geben können.
Sind Symmetrien ein allgemeines Konzept? Ich glaube schon. Dadurch würde es aufgrund des Noether-Theorems auch in anderen Universen Erhaltungsgrößen geben, die jedoch nicht mit den uns bekannten Erhaltungsgrößen vergleichbar sein müssen.
Schon beim Hamilton’schen Prinzip (das besagt, dass physikalische Wirkungen dazu tendieren extremal zu werden) bin ich mir nicht mehr sicher.

Gibt es in einem anderen Kosmos so etwas wie Zeit und Raum? Oder ist uns das Raum-Zeit-Kontinuum nur deshalb vertraut, weil es eben in unserem Kosmos so ist, wie es ist. Eine Art erweitertes Anthropisches Prinzip. Andererseits – ohne Zeit könnte es doch gar keine Veränderung geben. Außer einem statischen, leeren Irgendwas (eine Art Vakuum ohne Quantenfluktuationen) ist da nichts mehr denkbar.
Die Hypothese, dass unser Universum nur eine Vakuumfluktuation ist, würde bedeuten, dass es noch etwas Übergeordnetes gibt – vielleicht wie bei den Schildkröten, die bis nach „ganz unten“ gehen.
Eine Kosmos voller Multiversen wäre in dieser Hinsicht vorstellbar (was keineswegs heißt, dass das so zutrifft).

Warum ist unser Universum genau so, wie es ist? Warum haben unsere Naturkonstanten genau die Werte, die sie haben?
Wenn es noch andere Universen gibt, wäre es grundsätzlich möglich, Information mit ihnen auszutauschen? Ich glaube nicht. Denn dann wäre es per definitionem kein wirklich „anderes Universum“, sondern doch noch auf irgendeine Weise mit dem unseren verknüpft. Können sich vielleicht (einzelne Dimensionen) unterschiedlicher Universen durchdringen?

Ich muss aufhören. Mir schwirrt der Kopf.
Man kommt sehr schnell an einen Punkt, wo man nur noch glauben kann, statt (mit einiger Sicherheit) zu wissen. Und diese ganzen Spekulationen lassen sich genauso wenig widerlegen wie das Fliegende Spaghettimonster.

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Beschleunigte Migration //2080

Ursprünglich wollte ich bei der Übernahme von Standort 6 ja nichts überstürzen, sondern mit Ruhe und Bedacht vorgehen. Aber jüngste Ereignisse zwingen mich jetzt doch, die Sache schneller anzugehen.
Ich war in den letzten zwei Tagen nicht untätig. Ziel ist es, die technische Belegschaft bei Standort 6 möglichst schnell auf meine Seite zu kriegen, und ihre Loyalität zu gewinnen.

Die IT-Abteilung habe ich bereits Joachim unterstellt. So kann in dieser Hinsicht schon mal nichts mehr entgegen meiner Interessen ablaufen. Die IT ist zentral für alle Computer- und Firmennetz-Angelegenheiten. Wer die IT kontrolliert, kontrolliert den Betrieb.
Auch die anderen technischen Abteilungen dort werde ich kommisarisch an die Abteilungsleiter hier übergeben. Das ist für Jason und die anderen zwar erst mal ein zusätzlicher Aufwand und Verantwortung, soll aber nur vorläufig sein, bis ich Standort 6 fest genug im Griff habe.
Um die Softwareentwicklung dort kümmere ich mich selbst.

Auf diese Weise ziehe ich eine weitere Hierarchieebene hinein, da ich nicht alles alleine handlen kann. Bei den aktuellen Abteilungsleitern bei Standort 6 mag das jetzt erst mal negativ rüberkommen und wie eine Degradierung wirken, ich werde aber klarstellen, dass dies nur temporär so gilt. Ich möchte eigentlich dort möglichst wenig ändern, und werde das auch so kommunizieren, aber muss erst einmal einen Überblick bekommen.
Die dortige Belegschaft dürfte eh verunsichert sein, wie es jetzt unter neuem Management weitergeht. Der frühere Technische Leiter hatte bereits vor einiger Zeit das Handtuch geschmissen (noch bevor die Übernahme abzusehen war). Da war in den letzten paar Monaten schon ein ziemliches Tohuwaboho. Es wird Zeit, dass dort wieder produktiv und effektiv gearbeitet wird. Unverzichtbar ist es dazu, die Zuständigkeiten eindeutig zu regeln.
Und wenn ich schon die Technische Geschäftsführerin bin und die Verantwortung tragen muss, dann werde ich dafür sorgen, dass jedem unmissverständlich klar ist, wer das Sagen hat.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die prinzipiell alles umkrempeln müssen. Was sich in der Vergangenheit bewährt hat, darf bleiben. Never change a running system. Ganz ohne Veränderungen wird es aber auch nicht abgehen. Es gibt durchaus einige Optimierungsmöglichkeiten in manchen Abläufen.

Außerdem werde ich zu jedem 3T-Meeting ein oder zwei Führungskräfte von Standort 6 hinzubitten, um deutlich zu machen, dass auch ihr Input zählt. Wer weiß, vielleicht führt diese Art der Diversität dann sogar zu neuen, innovativen Ideen, die sämtlichen Standorten zugute kommen.

Mir schwebt dann außerdem noch vor, dass die (technischen) Mitarbeiter von Standort 6 in den nächsten Wochen gruppenweise für jeweils einen Tag hierher kommen. Hier sollen sie Gelegenheit haben, den Standort zu besichtigen, mit den hiesigen Kollegen zu sprechen, und so einen Einblick zu gewinnen sowie Kontakte zu knüpfen. Ich würde ja gerne mit jedem einzelnen ein persönliches Gespräch führen, zögere jedoch noch, weil das insgesamt schon einen enormen Zeitaufwand ergeben würde, den ich nicht unbedingt in meinen Tagesablauf integrieren kann.
Ich werde die Standort-6-ler jedenfalls willkommen in unserer Novosyx-Familie heißen, dabei klarstellen, dass wir engagierte Mitarbeiter zu schätzen wissen, und hoffe, dass Standort 6 (unter meiner Leitung!) möglichst bald zu alter Blüte zurückfindet.

So ganz vage überlege ich, ob es eine gute Idee wäre, ein gemeinsamer Sommerfest durchzuführen. Für diese Entscheidung habe ich noch Zeit und muss noch abwägen.

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Es wird wärmer! //2079

Heute um 22:58 UTC+1 Uhr ist Äquinoktium, also Frühlingsbeginn.
Ich freue mich ja jedes Jahr, wenn die Tage wieder länger als die Nächte werden. Und noch mehr freue ich mich, wenn es endlich wieder wärmer wird.

Wenn man sich mal den Verlauf der durchschnittlichen Temperatur auf der Erdoberfläche in den letzten paar hundert Millionen Jahre ansieht, so stellt man fest, dass es derzeit ein relativ niedriges Temperaturniveau gibt. Wir befinden uns noch im Känozoischen Eiszeitalter. Seit etwa 12 Kilojahren steigt die mittlere Jahrestemperatur wieder an. Das ist ganz normal am Ende einer Eiszeit. Statistische Schwankungen samt Ausreißern sind völlig natürlich. Für einen abnormen, menschengemachten Temperaturanstieg gibt es keine zwingenden, zweifelsfreien Daten. Alles befindet sich innerhalb der üblichen Schwankungsbreite. In der Vergangenheit war es fast immer deutlich wärmer als in der Gegenwart.

Aktuell wird so ziemlich jedes Wetter als Beweis für einen Klimawandel betrachtet:
Es ist warm: Klimawandel
Es ist kalt: Klimawandel
Es regnet: Klimawandel
Es ist trocken: Klimawandel
Es ist windig: Klimawandel
Es schneit im Frühjahr: Klimawandel
Es schneit nicht im Winter: Klimawandel
Wie sollte denn das Wetter sein, das nicht einen angeblichen Klimawandel belegt? Mit ergebnisoffener Wissenschaft hat das nichts mehr zu tun. Die Hypothese des menschengemachten Klimawandels lässt sich offenbar nicht widerlegen, sondern ist eine reine Glaubensfrage geworden. Nicht jedes jahreszeituntypisches Wetter bestätigt die globale Klimaerwärmung. Unwetter, Dürreperioden, Überschwemmungen und all das gab es auch schon früher immer wieder.

Meiner Ansicht nach dürfte es ruhig ein wenig wärmer werden. Unsere Erde hält das aus. Etwas mehr Gelassenheit täte uns allen gut. Kritisches Denken statt hysterisch und leichtgläubig in blinden Aktionismus zu verfallen.
Wenn es stimmt, dass es ab 2030 aufgrund geringerer Sonnenaktivität wieder zu einer „Kleinen Eiszeit“ kommt, sollten wir sogar alles menschenmögliche dafür tun, diese Effekte abzumildern.

Ehrlich gesagt, mache ich mir weit mehr Sorgen, dass sich das Erdmagnetfeld umpolen könnte, und rufe hiermit auf, alle magnetischen Südpole in die Arktis zu bringen, und alle magnetischen Nordpole in die Antarktis, um das Erdmagnetfeld zu stabilisieren.

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Tit for Tat //2078

Ich hatte dem Marketing bei Standort 6 ausdrücklich untersagt, mit „weibliche Doppelspitze“ zu werben. Aber ich bin ja für die technische Geschäftsleitung zuständig. Das Marketing fällt in den nicht-technischen Bereich. Den leitet Frau Tussozic. Die hielt das für eine „vorzüüügliche Idee“.
Tja – die Pressemitteilung ist raus. Da ich mich geweigert habe, für entsprechende Fotoaufnahmen gemeinsam mit Frau Tussozic zu posieren (Hah! Ich hätte eine Hose anziehen sollen, um den Slogan „Bei uns haben Frauen die Hosen an“ benutzen zu können. Das kommt natürlich erst recht nicht in Frage, dafür bin ich viel zu rockig), haben sie einfach ein anderes Foto von mir genommen. Das hatte ich nicht autorisiert.
Was soll ich jetzt machen? Ich kann ja schlecht gegen mein eigenes Unternehmen klagen, und draußen ist draußen. Das lässt sich nicht mehr ändern. Je mehr Aufhebens ich darum mache, desto mehr Streisand-Effekt.

Aber sie haben bei Standort 6 bisher noch ihre eigene Website. Die werde ich sofort in unsere integrieren. Die Website ist ein technisches Topic, und unterliegt folglich alleine meiner Verantwortlichkeit. Dann laufen alle Online-Veröffentlichungen über mich, ohne dass Frau Tussozic da irgendetwas daran ändern könnte.
Die dortige IT-Abteilung unterstelle ich mit sofortiger Wirkung Joachim, um die gemeinsame Infrastruktur auszubauen. Dann werden wir doch mal sehen!

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Der Penis des Bürgermeisters //2077

In der alten Heimat gibt es derzeit irgendwelchen Trouble um die Schrebergärten. Als meine Mutter mir telefonisch ihr Leid klagte, erwähnte sie so nebenbei den Namen des aktuellen Bürgermeisters. Den Wechsel des Bürgermeisters, der bereits vor ein paar Jahren stattgefunden hatte, hatte ich überhaupt nicht mitgekriegt.

Aber den neuen Bürgermeister kenne ich.
Meine Mutter war früher mit seiner Mutter befreundet gewesen (bis sie sich irgendwann zerstritten hatten). Deshalb kam es vor, dass sie sich gegenseitig besuchten. Ich erinnere mich, dass ich als kleines Mädchen mit meiner Mutter in deren Haus gewesen war. Der jetzige Bürgermeister war damals noch ein Baby. Als er gewickelt werden musste, ergab es sich, dass ich nicht vermeiden konnte zuzusehen.

Sein Penis muss der erste Penis gewesen sein, den ich in natura (bzw. vermutlich überhaupt) sah. Noch heute habe ich das Bild vor Augen, wie der Säugling in seinen eigenen Exkrementen liegt, und dabei munter in seine Leibesmitte fasst. Wann immer ich einen Mann mit Intimglatze sehe, steigt mir wieder diese Erinnerung aus dem Magen empor.
Schambehaarung ist ein wichtiger Indikator für sexuelle Reife. Wie kann man sich nur freiwillig davon trennen? Kahlsäckigkeit ist völlig unerotisch. Da doch lieber einen kahlen Kopf.

Bei meiner Schwester hätte ich beim Windelwechsel bestimmt auch Gelegenheit gehabt zuzusehen. Ich kann mich aber gar nicht daran erinnern. Interessierte mich wohl nicht oder hinterließ keinen bleibenden Eindruck.

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Schon wieder Tweets //2076

Wenn ich heute meine Tweets vom 12. bis 24. Juni 2018 wiedergebe, so liegen die etwa 200 Blogeinträge bzw. neun Monate zurück. Das ist schon ein relativ großer Abstand, der u.a. dadurch zustande kam, dass ich letzten Dezember und Januar nur jeweils einen Tweet-Eintrag statt zweien pro Monat bloggte.
Aus diesem Grunde halte ich es für zweckmäßig, die Häufigkeit von Tweet-Einträgen vorläufig zu erhöhen, bis sich der Abstand wieder auf höchstens acht Monate verringert hat.

Montag früh ist immer so wenig Zeit für Morgensex ..
Eine halbe Stunde nicht nach Twitter geschaut, jetzt alles voller Erwähnungen ..
Was bin ich im Rückblick froh, dass meine Eltern noch nie etwas von der #Rosahellblaufalle gehört hatten, und ich deshalb wie ein Mädchen aufwachsen durfte.
Verleser des Tages: Flüchtlinge statt Fünflinge
Verschreiber des Tages: gelinkt statt gelingt
Ist natürlich nur dann witzig, wenn man optisch auch einigermaßen als Deko durchgeht. #InMatheBinIchDeko #Nerdhumor
Verleser des Tages: Backpulver statt Backpacker
breakpoint’s Wayback Archive #2A //1885 Achtzehnhundertfünfundachtzig
Schon wieder eine Packung Kaffee leer!
Verhörer des Tages: professorisch statt provisorisch
Bäh, kalt und Regen. Und daheim wartet die Hausarbeit.
Verleser des Tages: Directory statt Dekolleté
In The Dessert //1884 Achtzehnhundertvierundachtzig
„Brauchst du Ketchup?“ – „Nee, ..“ [ich stell die Ketchupflasche zurück in den Kühlschrank] “ .. aber Curry und Ketchup.“
Verschreiber des Tages: Litter statt Liter
Es gibt übrigens viel zu wenig attraktive Männer in der Werbung für Monatshygieneprodukte. #SexismusInDerWerbung
Verleser des Tages: erotisch statt elektrisch
Euch allen einen schönen Tag – den längsten des Jahres. #Sommersonnenwende #Sommeranfang
Melodie der Ekliptik //1883 Achtzehnhundertdreiundachtzig
War ja klar, dass nichts daraus wird.
Wäre mal wieder schönes Wetter, um schwimmen zu gehen, und sich danach nackt ins Gras zu legen.
Verhörer des Tages: „Hass sehen“ statt „Hass säen“
Verleser des Tages: Anwesenheit statt Ausgewogenheit
Registriert am falschen Ort //1882 Achtzehnhundertzweiundachtzig
Verleser des Tages: Hardware statt Harvard
Ernährungsfragen //1881 Achtzehnhunderteinundachtzig
Gerade erfreuliche Mail bekommen. Zumindest ein dunkler Fleck auf meinem Konto der schlimmen Taten scheint getilgt. #erleichtert
Verschreiber des Tages: Hohlkopf statt Kohlkopf
Was soll ich zur mündlichen Prüfung anziehen? [Büro-Look (brav)|Freizeit-Look (bequem)|Cocktailkleid (festlich)|InMatheBinIchDeko Shirt]
Zwei Feuerwanzen bei der Kopulation versehentlich getrennt. #CoitusInterruptus Was krabbeln die auch mein Bein hoch?
Verleser des Tages: Montagstechnologie statt Montagetechnologie /cc @bernd_montag
Es brennt vor der Wende //1880 Achtzehnhundertachtzig
Verschreiber des Tages: BSM statt FSM
Frühstück in Gesellschaft. So gar nicht mein Ding.
Zehnte #Zecke2018: rechte Wade, mittig
Schon 24 Stunden ohne feministische Anfeindungen oder Getrolle. Muss ich dick im Kalender anstreichen.
Verleser des Tages: Detektor statt Direktor
Twi-, Twitt-, Twitter! //1879 Achtzehnhundertneunundsiebzig
Gleich kommen die Fäden raus! Wünscht mir eine ruhige Hand. #Knienaht
Verleser des Tages: Patentamt statt Parteien
Verhörer des Tages: „Die Freude des Mannes ist unten tastbar.“ statt „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Digiti Digitalandi //1878 Achtzehnhundertachtundsiebzig
Verleser des Tages: slavery statt salary
Verhörer des Tages: Schafskälte statt Schafskäse
Schlüsselnot //1877 Achtzehnhundertsiebenundsiebzig
Hätte ja längst mal wieder Lust auf Sex im Büro gehabt. Ist mir momentan vergangen.
Verschreiber des Tages: Verwichslung statt Verwechslung
Verleser des Tages: Unternehmen statt Unterthemen
breakplaining: Fourier //1876 Achtzehnhundertsechsundsiebzig
Verhörer des Tages: Hornscheide statt Holzscheite
Verleser des Tages: Ejakulation statt Eskalation
Can The Canoe //1875 Achtzehnhundertfünfundsiebzig

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Kuchen-und-pi-Tag #KuPiTag //2075

Statt mit meinen Jungs anlässlich des pi-Tags in ein Café zu gehen, hatte ich mich umentschlossen, eine kleine Feier in den Räumlichkeiten der Firma auszurichten.

Dazu hatte ich einen selbst zubereiteten Ananaskuchen, kugelige Sahnewindbeutelchen und kreisrunde Plätzchen mit karamellisierten Pistazien und Pinienkernen mitgebracht. Severin steuerte noch ein paar toroidale Donuts zum Einstand bei. Zylindrische Waffelröllchen wären eine pietätlose Blasphemie gewesen.
Ich baute das alles in einem geeignet großen Besprechungsraum auf, organisierte ein paar Kannen Kaffee und machte bei meinen Mitarbeitern die Devise BYOD (Bring your own dishes) publik.

Wir saßen dann über eine Stunde während der offiziellen Arbeitszeit gemütlich zusammen und unterhielten uns über bereits erreichte und die bevorstehenden Milesstones unserer Roadmap.
Wenn welche meiner Mitarbeiter lieber ein Schnitzel gegessen hätten statt Kuchen, so sagten sie das zumindest nicht.

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Zum #PiTag: Ein Weg zu pi //2074

Heute geht es wieder rund.
Anlässlich des diesjährigen e-Tages hatte ich auf die Schnelle über eine numersche Berechnung von e mit einem Monte-Carlo-Verfahren breakgeplaint.
Zur Feier des heutigen pi-Tages möchte ich ein bisschen ausführlicher darüber bloggen, wie man auf ähnliche Weise pi mit dem Computer berechnen kann. Das ist übrigens eine ganz einfache Übung, die man mit so ziemlich jeder Programmiersprache machen kann, und die ich Anfängern einfach mal empfehlen möchte.

Für den Einheitskreis gilt in einem kartesischen Koordinatensystem: x^2 + y^2 = 1. Seine Fläche ist gleich pi.
Betrachten wir nur den 1. Quadranten, so liegen die Werte von x und y jeweils zwischen 0 und 1. Die Fläche ist ein Viertelkreis, also pi/4.
Wenn wir Paare von Zufallszahlen (x,y) mit x,y in [0,1[ erzeugen, so liegen diese Punkte alle innerhalb eines Quadrates mit der Fläche 1.
Ein Teil davon liegt innerhalb der Kreiskurve, ein anderer Teil außerhalb. Wenn wir davon ausgehen, dass all diese Punkte völlig zufällig und gleichverteilt sind, so wird die Anzahl der Punkte innerhalb des Kreises N_i proportional zu dessen Fläche sein, während die Gesamtanzahl N_ges proportional zur Fläche des Quadrates ist. Für große Zahlen wird also N_i/N_ges gegen pi/4 gehen.
Um zu prüfen, ob sich ein Punkt innerhalb des Kreises befindet, berechnen wir einfach die Summe der Komponentenquadrate x^2 + y^2. Ist dies kleiner (bzw. kleiner oder gleich – das ist Geschmackssache, und dürfte eigentlich auf lange Sicht nichts ändern, d.h. der Gleichheitsfall dürfte praktisch nicht vorkommen, hängt auch davon ab, ob man mit Single- oder Double-Gleitkommazahlen rechnet) als 1, so inkrementieren wir den Zähler N_i. Der Zähler N_ges wird sowieso bei jedem Durchlauf erhöht.

Weiter unten beim Bonusmaterial seht ihr ein paar Beispiel-Durchläufe.
Die erste Spalte der Tabelle gibt den Index, bzw. die bisherige Gesamtanzahl an. Dann folgen die Zufallszahlen x und y. Wenn x*x + y*y kleiner als 1 ist, so wird der Zähler N_i in der vierten Spalte inkrementiert. Der vierfache Quotient aus N_i und N_ges gibt dann in der letzten Spalte eine Näherung für pi an.
Für mehrere Durchläufe habe ich das für die ersten paar Hundert Samples dann aufgeplottet. Man sieht, dass der Näherungswert nur sehr langsam gegen pi geht. Die numerische Integration am e-Tag konvergierte dagegen wesentlich besser.
Wenn man es sich recht überlegt, ist das nicht überraschend. Bei der Integration kam auf jede Zufallszahl ein Funktionswert. Diese Funktionswerte wurden im Prinzip gemittelt und trugen so wesentlich zum Ergebnis bei. Das geht natürlich am besten, wenn die Funktion einigermaßen konstant und monoton ist, also nicht volatil und auch nicht stärker gekrümmt. Eventuelle Singularitäten im Integrationsbereich könnten auch durch das Monte-Carlo-Verfahren nicht abgefangen werden.
Beim hier benutzen Algorithmus dagegen braucht man einen Punkt aus zwei Zufallszahlen, bei dem man erst abprüfen muss, in welchem Bereich er liegt. Dies ist aber nur das Kriterium um einen zugeordneten Zähler zu inkrementieren oder nicht. Da verwundert es nicht, dass man nur recht langsam an einen guten Wert für pi herankommt (auch wenn man zufällig nach 14 Würfen durchaus 11 Treffer haben kann). Das ist ähnlich ineffizient, als wolle man den Wert für ein Halb durch häufige Münzwürfe ermitteln, indem man die Anzahl von „Zahl“ zur Gesamtanzahl der Würfe ins Verhältnis setzt.

Und wer sich wundert, dass die Ergebnisse manchmal längere Zeit weit über oder weit unter dem exakten Zahlenwert für pi liegen: tja, so ist das halt mit Statistiken. Erst für sehr große Zahlen haben sie eine Aussagekraft. Bei kleineren Ensembles überwiegt der Einfluss des individuellen Falls.

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Tote Hose //2073

Da sich die Haushälterin, Frau Scheuring, bis zum Sommer in ihren Ruhestand zurückziehen will, fallen bereits jetzt zusätzliche Arbeiten an.
Eine Bekannte von Frau Scheuring konnte zwischenzeitlich gefunden werden, die das Landhaus zumindest regelmäßig saubermacht. Aber viel mehr als Putzarbeiten wird sie nicht ausführen. Da werden Carsten und ich selbst sehen müssen, wie wir klarkommen. Naja, ich hab‘ das schon früher hinbekommen, als ich noch alleine gelebt habe. Aber Carsten’s Angelegenheiten stellen mich vor zusätzliche Herausforderungen.

Tja, da war dann diese Hose, die leicht verschmutzt war, so dass Carsten sie nicht mehr ins Büro anziehen wollte.
Die von Carsten bevorzugte Reinigung liegt so weit entfernt von meinen üblichen Wegen, dass ich den Aufwand scheue, extra dorthin zu gehen und dabei noch Kleidung zu transportieren. Dazu kommt noch dasselbe in Grün beim Abholen.
Carsten hatte es eilig, die Hose wieder benutzen zu können. Also hab‘ ich sie halt mit in die Waschmaschine geschmissen. Jetzt ist sie eingelaufen und verfilzt. Nicht mehr benutzbar und reif für die Altkleidersammlung. Kann Carsten sich keinen Stoff für seine Hosen leisten, der eine Maschinenwäsche aushält? Darauf achte ich bei meinen Sachen immer, und dass sie nicht gebügelt werden müssen.
Nachdem ich Carsten die Angelegenheit gebeichtet hatte, war er erst mal sauer. Inzwischen hat er sich wieder beruhigt. Wenn er nicht will, dass seine Kleider beim Waschen schaden nehmen, soll er sich gefälligst selbst drum kümmern.

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Ein ((zum Glück) nicht ganz typischer) Tag im Leben einer Geschäftsführerin //2072

Die vorgesehene Präsentation von Frau Altsang war nicht dringend, so dass ich für einen Termin einen passenden Zeitpunkt abwarten konnte.
Ihr Vortrag lief dann auch wie geplant. Sie stellte einige Firmendaten auf spezielle Weise dar, erläuterte die Einzelheiten und beantwortete ein paar Zwischenfragen. Sie schien anfangs zwar recht nervös, wurde dann aber zunehmend ruhiger und sicherer. Herr Kleiter dankte ihr abschließend mit ein paar lobenden Worten. Ich nickte ihr ebenfalls anerkennend zu. Auf diesen Erfolg darf sie jetzt stolz sein und wird hoffentlich eine Zeitlang davon zehren.

Für sie war also alles gut. Für mich weniger. Ich saß die ganze Zeit auf dem Sprung, hatte eigentlich vorgehabt, mir von ihr noch ein paar Details erklären zu lassen, aber dafür hatte ich nicht den Nerv.
Unmittelbar vorher hatte ich erfahren, dass bei einem unserer anderen Standorte ein Hackerangriff versucht worden war.
Ich war in Versuchung, die Präsentation verschieben zu lassen, oder zumindest selbst fernzubleiben, entschied mich aber dagegen. Momentan konnte ich selbst nichts tun, außer abwarten, bis ich weitere Informationen bekommen würde. Deshalb hatte ich es nach der Präsentation auch eilig, und verließ den Raum, ohne selbst noch mit Frau Altsang oder sonst jemandem zu sprechen.

Wie ich danach erfuhr, hatte wohl ein dortiger Mitarbeiter einen Mail-Anhang geöffnet, der versuchte, Malware aus dem Internet nachzuladen, und unser Firmennetz zu infiltrieren. Zum Glück haben wir Sicherheitsmaßnahmen, so dass der Schädling nicht weit kam, bevor der zuständige Admin alarmiert wurde. Ein einziger Rechner ist betroffen, und den werden wir halt neu aufsetzen. Dank regelmäßiger Backups haben wir keinen Datenverlust, und sind (wie es momentan aussieht) noch mal glimpflich davon gekommen.
Es zahlt sich jetzt aus, dass wir unser Firmennetz alle paar Jahre von einem Sicherheitsexperten überprüfen lassen. Sicherheitsbelehrungen für die Belegschafen sämtlicher Standorte sind allerdings wieder mal dringend fällig, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Die werde ich aber nicht mehr selbst durchführen, sondern veranlassen, dass die jeweiligen IT-Leiter sich darum kümmern.

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Warum ist da Sahne auf der Backe? //2071

Nachdem wir schon den Valentinstag, seinen Geburtstag und unseren Wiedervereinigungstag ignoriert hatten, war es eine angenehme Abwechslung, uns zu unserem siebten Jahrestag eine Amarettotrüffel-Sahnetorte vom Konditor zu gönnen.
Carsten ist ja eigentlich kein so großer Fan davon wie ich. Diese hier schmeckte ihm aber. So ging er abends, als wir gemütlich vor dem Fernseher saßen, in die Küche, um sich ein Stück zu holen.

Er setzte sich neben mich, und begann, die Torte zu essen.
„Willst du auch ein Stück?“
„Zu faul, mir was zu holen.“ Für ein ganzes Stück hätte ich jetzt auch gar keinen Hunger gehabt.
„Ich gebe dir was ab, hab‘ aber nur einen Löffel.“
Eigentlich nutze ich dafür ja lieber Kuchengabeln, aber Löffel geht auch. „Na, gut“, erklärte ich mich gnädig einverstanden.

Er nahm einen Teil des Tortenstückes auf den Löffel und versuchte, mich damit zu füttern. Ich hatte das bei ihm schon gelegentlich gemacht, er bei mir bisher noch nie.
Entsprechend klatschte mein weiser, (gar nicht mal so) alter Mann mir einen Teil der Sahne an die Backe.
„Das ist viel zu viel auf einmal!“, beschwerte ich mich mit vollem Mund, „das krieg‘ ich nicht alles in einem unter“.
„Das war doch nur ein Bissen“, wunderte er sich.
„Für dich vielleicht. Ich hab‘ nicht so einen großen Mund.“
„OK, OK!“

Er selbst hatte zwischenzeitlich einen Löffel voll (und ich meine hier wirklich „voll“) gegessen, und kratzte erneut eine Portion für mich von der Torte. Diesmal deutlich weniger.
„Passt das?“
„Ich denke schon.“
Der Löffel kam von so weit unten, dass ich meinen Kiefer halb verrenken musste, um die Torte vom Löffel zu lutschen.
„Du musst den Löffel von weiter oben hineinschieben. Sonst ist der Winkel zu steil.“
Der nächste Versuch war dann schon besser, die Richtung nur noch etwas zu weit oben seitlich.
„Ja, fast. Du musst nur noch einem Freiheitsgrad optimieren. Schieb‘ das Ding einfach direkt von vorne rein. Aber nicht zu schnell.“

Das tat er, und so passte das. Allerdings war das Stück Torte inzwischen aufgegessen, und wir stimmten überein, momentan kein weiteres essen zu wollen.

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Tweetellibum //2070

Tweets gefällig? Hier sind meine vom 1. bis 11. Juni 2018.

Verschreiber des Tages: „color:block;“ statt „color:black;“
Verleser des Tages: Periode statt Panade
Der Hacker //1874 Achtzehnhundertvierundsiebzig
Verwechsler des Tages: Parthenon mit Pantheon
Und noch was #Anzügliches: Ein Gewitter
Da ist jetzt endlich mal Wetter, um Haut zu zeigen, aber ich hab ein Pflaster am Knie und einen Bluterguss am Oberarm.
[X] Blut, [X] Schweiß, [ ] Tränen
Verleser des Tages: Fähigkeit statt Flüssigkeit
breakpoint’s Wayback Archive #29 //1873 Achtzehnhundertdreiundsiebzig
Es gibt so Tage, da würde man am liebsten den Skip-Button drücken.
In jedem Gender steckt ein Ende.
Verhörer des Tages: Killerin statt Kielerin
Verleser des Tages: Fandango oder Fantomas statt Tango_Fanboi
Was Männer wollen //1872 Achtzehnhundertzweiundsiebzig
Allzu vielen Personen ist inzwischen ein gesundes Empfinden für Verhältnismäßigkeiten völlig abhanden gekommen.
Verhörer des Tages: fuck statt fun
Chef heute wieder mal unausstehlich. Pünktlich alle vier Wochen.
Verleser des Tages: onaniert statt organisiert
Neunte #Zecke2018: rechter Fußknöchel, Innenseite. Keine Ahnung, wo ich die herhabe. In den letzten Tagen war ich kaum in der freien Natur.
Beyond aller Enttäuschung //1871 Achtzehnhunderteinundsiebzig
Immerhin verzichtete der Chef auf Krawatte und Anzugjacke. Das kommt in der Firma auch nicht oft vor.
Führungskräftemeeting ist nie ein Vergnügen. Aber bei dieser Hitze ist es erst recht grausam.
Verschreiber des Tages: demontiert statt demonstriert
Man kann „Geschlecht“ nicht ohne „echt“ schreiben.
Verleser des Tages: Schwelgen statt Schweigen
Qué será, será //1870 Achtzehnhundertsiebzig
Wenn ich einen Computer repariere, sage ich ja auch nicht bewundernd zu ihm: „Wow, was hast du aber für eine schicke Graphikkarte!“
Verhörer des Tages: Dreck statt Track
Danke für die Besserungswünsche. Ich werde mich bemühen.
Verleser des Tages: Zeitalter statt Zweiteiler
Deep Cut //1869 Achtzehnhundertneunundsechzig
Normalerweise hing neben der Bürotür ein Schild mit den Namen der Mitarbeiter in alphabetischer Reihenfolge. Eine Ausnahme wurde gemacht bei dem Raum, den sich Herr Popp und Herr Zimmer teilten.
Verleser des Tages: masturbiert statt miniaturisiert
Vorteile einer Beziehung //1868 Achtzehnhundertachtundsechzig
Verleser des Tages: Lattensteuer statt Latrinensteuer
#Wiedervereinigung „Du hast abgenommen.“ – „Ach .. meinst du?“ – (greift mir an die Brust) „Definitiv ja.“
Verhörer des Tages: Schweinehen statt Scheinehen
Ich hoffe mal, dass es bei 80 Stunden #unbemannt bleibt.
Also kauf ich mir immer die Stangen mit Salz und kratz den Überschuss runter. #SolaDosisFacitVenenum
Mit dem Sexismus ist es wie mit dem Salz auf der Laugenstange: Ganz ohne schmeckt’s fade, aber zu viel ist auch nicht bekömmlich.
Übrigens jetzt schon 76 Stunden #unbemannt. Aber ein Ende ist abzusehen.
Verleser des Tages: Nachteule statt Nachteile
Googliges //1867 Achtzehnhundertsiebenundsechzig
Inzwischen bereits 2^3 * 3^2 Stunden #unbemannt.
So sauber war meine Küche schon lange nicht mehr. Seit 2^3^2 Stunden #unbemannt
Sein Flug gecancelt. Another lonely night. Seit 59 Stunden #unbemannt.
Habe heute mehr Zeit, als ich erwartet hatte. Mache jetzt im Büro Feierabend. Hausarbeit wartet. Und seit 57 Stunden #unbemannt.
Verschreiber des Tages: „er gibt“ statt ergibt
Verleser des Tages: Spam statt Spain
Brückentag. Nicht viel los. Ich halte im Büro die Stellung.
Das Körbchen //1866 Achtzehnhundertsechsundsechzig

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#Frauenkranktag //2069

Heute ist dieser Frauen[kampf]tag (übrigens neuerdings offizieller Feiertag in Berlin).
Vor etwa zwei Wochen hatte ich bereits auf Twitter gefragt, ob jemand mir eine Anregung geben kann, was ich speziell am Frauentag machen könnte. Ich selbst hatte vorher die vage Idee, ganz in rosa gekleidet ins Büro zu gehen.
Aufgrund der Vorschläge bei Twitter kam mir dann der Einfall, meine Mannen zu Kaffee und Kuchen in ein Café einzuladen. Das haben sie längst wieder mal verdient. Sie waren in den letzten Monaten sehr fleißig und produktiv. Allerdings hatte ich vorher erwogen, den kleinen Ausflug zur Feier die Pi-Tags nächste Woche zu durchzuführen.

Tja, erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Nachdem ich schon die ganze Woche mit einer Erkältung herumlaboriert hatte (die aber mittlerweile auf dem Rückzug ist), und gestern einen besonders anstrengenden Arbeitstag hatte, bin ich heute morgen mit ziemlichen Kreislaufproblemen aufgewacht – irritierende Superposition von Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen. Inzwischen ist es wieder etwas besser. Dennoch habe ich mich entschlossen, heute daheim zu bleiben. Hätte ich wichtige Termine, wäre ich wohl trotzdem ins Büro. Aber was ich für heute vorgesehen hatte, kann ich auch ein andermal erledigen. Freitags bin ich für gewöhnlich ja eh nur am Vormittag im Büro. Da mache ich jetzt eben Homeoffice. Genug zu tun gibt es allemal.

Glücklicherweise hatte ich meinen Mitarbeitern den vorgesehenen Cafébesuch nicht angekündigt, so dass es jetzt wohl doch der Pi-Tag wird.

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Spannend auf dem Bett //2068

Abends machte ich das Bett. Das Spannbetttuch war über die eine Ecke gerutscht. Es ist immer schwierig, es dann wieder zurechtzuziehen und über die Ecke zu zerren. Weil mir die Arme dafür zu kurz waren, kniete ich auf dem Bett und machte mir an dieser Ecke zu schaffen.
„Machst du mein Bett?“, fragte mich Carsten, der gerade ins Zimmer gekommen war.
„Ich mache unser Bett“, korrigierte ich, „ich gehe davon aus, dass dir daran liegt, dass ich auch hier schlafe.“

Bevor ich den Satz noch beenden konnte, spürte ich, dass ich an den Hüften gepackt wurde und nach hinten gezogen.
Ich ließ mich auf die Seite kippen. Er war sofort über mir. Er hielt mich an den Händen fest und drückte mich durch sein Gewicht nach unten. Als ostentative Gegenwehr versuchte ich, mich seitlich aufzusetzen, aber das schlug fehl.
Er musste eine Hand loslassen, um meinen Rock nach oben und meine Strumpfhose nach unten zu schieben, sowie seine eigene Hose zu öffnen.
Mein Becken drängte sich ihm entgegen, als er eindrang. Mit jedem einzelnen Stoß durchströmte mich ein neues Glücksgefühl.

Für euch wird das jetzt ein Interruptus. Für mich war es das nicht.

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Joint Venture //2067

Tja .. Expansion ..
Keine vollständige Übernahme aber eine weitreichende Beteiligung haben wir jetzt mit einem bisherigen Kooperationspartner geschlossen. Das ist zwar die gleiche Branche, aber doch etwas andere Produkte. Naja – es gibt Synergien.
Standort 6 ist hier im regionalen Großraum. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man mindestens eine Stunde (da umsteigen nötig), mit dem Auto kann man es in einer halben Stunde schaffen. Eine dreiviertel Stunde dürfte tagsüber bei den üblichen Verkehrsverhältnissen aber realistischer sein.
Carsten hat mit den bisherigen Eigentümern vereinbart, dass wir den technischen Geschäftsführer stellen, sie den kaufmännischen. Mir wird also nichts anderes übrigbleiben, als öfter mal dorthin zu fahren. Vielleicht komme ich deswegen sogar nicht drum rum, mir doch noch ein Auto zuzulegen. Ich hoffe allerdings, dass es reicht, mir gelegentlich das von Carsten zu borgen, oder notfalls eben doch Bahn und Bus zu nehmen.
Von den Geräten dort habe ich keine Ahnung, werde mich erst einarbeiten müssen. Es geht zwar noch um die gleiche Branche, aber das Produktspektrum ist doch ein anderes. Unsere Zielgruppen von Kunden sind nicht identisch, aber überlappen sich in einem großen Bereich.

Aber was das schlimmste ist – die dortigen Verantwortlichen haben die Umorganisation genutzt, als kaufmännischen Leiter eine Frau einzusetzen. Das ist eine BWL-Zicke, wie man sie sich nur vorstellen kann: zierlich, hochtoupierte Frisur, trägt nur Hosenanzug. Und mit der muss ich jetzt zusammenarbeiten und mir die Führung teilen.

Ich konnte das dortige Marketing gerade noch abhalten, mit „weiblicher Doppelspitze“ zu werben. Meines Erachtens ist das – außerhalb feministischer Kreise – nicht gerade eine Empfehlung.

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Die Moral eines Fehlschlages //2066

Aus verlässlicher Quelle habe ich die folgende Angelegenheit erfahren, die ich aus gewissen, nicht näher erläuterbaren Gründen im Blog festhalten möchte.

Ein größeres Unternehmen (bei dem mein Informant angestellt ist) muss regelmäßig gesetzlichen Prüf- und Dokumentationsaufgaben nachkommen. Ein (geübter) Mensch würde dafür mindestens einen Tag brauchen. Also liegt die Idee an eine Software nah, die die Routineanteile dieser Pflichten übernimmt. Dann könnte der Aufwand auf ein bis zwei Stunden reduziert werden.
In der Tat existiert dazu bereits seit zwanzig Jahren oder so eine derartige Software. Die wurde allerdings nie richtig angenommen, weil sie nicht wirklich funktioniert. Keine intuitive Eingabe, fehlerträchtig, häufige Abstürze, und dann sind alle bisher erhobenen Daten weg, etc.. Das GUI ist auch längst nicht mehr zeitgemäß. Die gesetzlichen Auflagen wurden seither erweitert, aber das Programm ist mittlerweile nicht mehr wartbar, da der wichtigste Entwickler inzwischen in Rente ist und seine Sourcen weder dokumentiert noch versioniert hat.

Also entschlossen sich die Verantwortlichen nach einigem Hin und Her vor ein paar Jahren, einer kleinen Softwarefirma als Subunternehmen den Auftrag zu geben, ein Programm dafür neu aufzusetzen. (Ich war damals auch im Gespräch, aber lehnte ab – zu verworrene Anforderungen und auch eine Nummer zu groß für einen Einzelkämpfer, zumal es mit meinem sonstigen Fachgebiet überhaupt keine Berührungspunkte gab.)
Das Projekt verzögerte sich noch, aber inzwischen hätte es eigentlich abgeschlossen sein sollen.
Nun wurde ein Prototyp vorgelegt, bei dem jetzt schon absehbar ist, dass er nicht funktionieren wird. Wichtige Konfigurationsmöglichkeiten fehlen.
Das Budget ist längst erschöpft. Momentan ist es offen, wie es weitergeht.

Mein Informant (der ein wichtiger Anwender ist, und auch andere Anwender einlernt und instruiert), ist verärgert, weil er überhaupt nicht in den Entwicklungsprozess eingebunden worden ist. Er hatte nie Einladungen zu Projekttreffen erhalten, und befürchtet jetzt, für das Scheitern mitverantwortlich gemacht zu werden.

Die alte Software funktioniert nicht richtig und ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand.
Die neue Software funktioniert erst recht nicht.
Geld für eine Neuentwicklung ist nicht mehr vorgesehen.
So kann man ein wichtiges Projekt in den Sand setzen. Immerhin ein Beispiel, aus dem man lernen kann, wie man es nicht machen soll.

Wer beabsichtigt, ein Projekt outzusourcen, sollte wenigstens einen Festpreis vereinbaren, um zumindest einige Risiken zu vermeiden. Wer als Auftragnehmer zuversichtlich ist, das Projekt innerhalb eines vernünftigen Zeitrahmens erledigen zu können, sollte doch eigentlich kein Problem haben, dafür einen Festpreis zu veranschlagen.

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Besuchsankündigung //2065

Habe ich schon erwähnt, dass Thomas weggezogen ist? Nach jener Angelegenheit vor einigen Jahren war er beruflich abgesägt. Er fand dann letztes Jahr eine andere Position in einer anderen Stadt. Dort wohnt er nun nicht allzu weit von seiner Mutter entfernt, die gelegentlich auf Hilfe angewiesen ist, und die er so unterstützen kann.
Nach jener Angelegenheit damals hatten sich seine beiden erwachsenen Kinder schnell von ihm abgewandt und losgesagt. Nur die jüngste Tochter, Leonie, inzwischen 17, hielt noch länger zu ihm. Er durfte sie nur selten sehen, so dass auch dieser Kontakt abgeflaut war.

Nun hat Leonie wieder den Wunsch geäußert, ein Wochenende mit ihrem Vater zu verbringen.
Als Thomas mit Carsten telefonierte, erzählte jener diesem davon, und erwähnte, dass er noch nicht ganz wüsste, wie er das organisieren soll, denn er habe ja keine Wohnung mehr hier, und wolle andererseits Leonie die längere Bahnreise auch nicht zumuten.
Carsten hat dann Thomas von sich aus angeboten, zusammen mit Leonie das Wochenende bei uns im Landhaus zu verbringen.

Ich mag ja Thomas, aber diese Aussicht gefällt mir trotzdem nicht. Am liebsten sind mir Wochenende in reiner Zweisamkeit. Gäste stören mich. Ich will mich nicht immer zurückhalten müssen und anders verhalten als sonst, nur weil da noch andere Leute sind.
Carsten hat mich vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne dass ich die Chance hatte, Einwände zu erheben. Thomas würde mich nicht ganz so stören. Er war schon öfter bei uns zu Besuch, wenn auch nicht über Nacht. Aber Leonie kenne ich nicht. Wer weiß, was das für eine Göre ist.

Ich tat meinen Unwillen kund und wir hatten einen längeren Wortwechsel deswegen.
Schließlich meinte Carsten: „Versprich mir wenigstens, nicht wieder nackt in den Whirlpool zu springen, wenn sie da sind.“
„Das werde ich nicht“, antwortete ich.
Er beließ es dann dabei – trotz meiner Ablehnung, ihm das Versprechen zu geben.

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Von wegen „Performance“! //2064

Seit Google nur noch den Performance Report für die Suchbegriffe anbietet, ist es für mich wesentlich mühsamer und langwieriger geworden, die neuen Suchanfragen herauszufiltern. Vielleicht habe ich auch welche übersehen, die ich sonst gerne mitaufgelistet hätte.
However, read and enjoy.

„neunundvierzig geht – fünfzig kommt“
(7 + i)*(7 – i) – 7^2 = 1

„kater lockruf“
Hört man heutzutage nur noch selten, da die wenigen freilaufenden Kater fast alle kastriert sind.

„breakpoint buch awards?“
Ist das eine mir zugedachte Ehre? Ich glaube doch eher nicht.

„in der hochzeitsnacht besamt geschichten“
Die Hochzeitsnacht kann man schon besser verbringen als mit botanischen Tätigkeiten.

„bbreakpt“
Da hat die TTastatur gepprellt.

„shittest“
Ist behutsam und wohlwollend einzusetzen.

„schniblo tag datum“
Ich kann’s nicht ändern – ich muss dabei immer an „schnippeln“ denken, weil es sich sehr ähnlich anhört. Ernsthaft – es gibt kein unpassenderes Datum als ausgerechnet den Pi-Tag.

„überhand nehmen“
Zuviel werden.

‚“schlage“‚
.. es dir aus dem Kopf, dass die Suchanfragen langweilig sind.

„probiere mit allgemeineren“
Mir dünkt, dass da ein Teil des Ausdrucks fehlt.

„nach orgasmus müde“
Das ist ganz normal. Schon der heilige Augustinus wusste: „Omne animal post coitum triste.“

„sextoys basteln“
Mit einem kleinen Elektromotor und einem Exzenter lässt sich schon was zusammenlöten.

„breakpoint tattoo“
Igitt! Nein! Ich verschandele mir doch nicht meine schöne Haut mit irgendwelchen schädlichen Farben und hässlichen Bildern!

„différence müssen sollen“
Vivat! Sie möge (hoch-)leben!

„spielend für toleranz“
Ich toleriere ja so ziemlich alles, was niemandem schadet. Außer diesen bigotten Leute, die nur Toleranz fordern, selbst aber nicht dazu bereit sind.

„größter schwanz“
Ich nehme an, dass eine Dinosaurierart den längsten hatte.

„fertigungsingenieur gehalt“
Erst mal nach Tarif. Später sehen wir weiter.

„ohmni vibrator“
In einem idealen Schwingkreis darf man den Ohm’schen Widerstand der Spule vernachlässigen.

„autorenrecht fürth“
Da bin ich ratlos.

„forum strickstrumpfhose“
Im Winter wäre eine gestrickte Strumpfhose schon angenehm. Aber da meine Beine so lang sind, macht mir das zuviel Arbeit.

„buroeinrichtung gießen“
Im Büro gieße ich mir schon oft einen Kaffee ein.

„es ist besser zweien zu als hundert zu gefallen“
Jedem kann man’s eh nicht recht machen.

„ymmd“
You Mad My Day. Als Datumsformatstring würde ich es nicht empfehlen, auch wenn man sich dran gewöhnt.

„isotopenkarte“
Dafür habe ich eigentlich keine Verwendung. Ggf. schaue ich im Internet nach konkreten Daten. Als Poster ist so eine Karte aber schon cool.

„wordpress besucherzähler unsichtbar“
Wenn man Zugriff auf die Stylesheets hat, lässt sich das einstellen.

„martin“
Ist am 11. November.

„zahlungsinformationen“
Das sind solche Daten wie Bankverbindung oder auch Fälligkeitsdatum.

„redundanz führungskräfte“
Eine gewisse Redundanz ist zweckmäßig, um Ausfälle abfangen zu können. Zuviel Redundanz ist jedoch unnötig und wird schnell zu teuer. Man muss einen gangbaren Mittelweg finden.

„versteckt verborgen“
Latent.

„mein timeloop“
Endlosschleifen sind problematisch und können zu Systemhängern führen.

‚“betten anne“‚
Object Linking and Embedding – aha.

„kleidersaum“
Ist der umgenähte Stoff unten am Kleid.

„sexgeschichte skihütte“
In eine Skihütte gehe ich nie wieder!

„plötzlich unvermittelt“
Abrupt.

„schössling“
Ein junger Trieb einer Pflanze.

„valendonnerstag“
Wenn der Valendienstag auf einen Donnerstag fällt.

„wie lang hält ein tampon“
Das kommt drauf an. Mein persönlicher Rekord lag bei anderthalb Stunden, bis das Ding nicht mehr dicht war und leakte.

„facebook schwarze schleife profilbild“
Ich nutze Facebook nicht.

„heisse latex opfer“
Ich weiß nicht, wie ausführlich der Heise-Verlag über LaTeX berichtet.

„krank melden rechtschreibung“
Wer Zweifel hat, darf das gerne telefonisch machen.

„unterdrückte nummer im nachhinein herausfinden“
Tss, jetzt werden schon Nummern unterdrückt.

„gangbang nymphe“
In der Fantasie geht alles.

„gab es den urknall wirklich“
Unsere astronomischen Beobachtungen lassen uns das vermuten.

„omas bumsen“
Thomas hat einen Bunsenbrenner.

„zeitreisen“
Faszinierend.

„schollis breakpoint“
Häh?

„windows update aussetzen“
Ich klicke da einfach auf Snooze, und restarte, wenn es mir besser passt.

„schokoladendildo“
Der sollte schon massiv sein.

„leibesmitte mit 6 buchstaben“
Taille.

„holger reise“
Das war im Januar. Jetzt ist da nichts mehr geplant.

„schneckenspitze stricken“
Du meine Güte, ist das ein Zungenbrecher!

„dm halterlose strümpfe“
Auch die zahle ich in Euro.

„hochzeichen word“
Der Zirkumflex ist ASCII 0x5E.

„vms droppen“
Hier wird nix gedroppt.

„einige einstellungen werden von ihrer organisation verwaltet“
Tja, wird wohl seinen Sinn haben.

„fotografieren eheschlampen“
Die Nachttischlampen könnte man auch fotographieren.

„halterlose im fernsehen“
Waren bestimmt schon zu sehen.

„schnuller der nicht rausfällt“
Dafür gibt es solche Haltevorrichtungen, die den Schnuller festbinden. Aber was, wenn das Kind gar keinen Schnuller will?

„topfkratzer häkeln“
Das müsste aber schon ein sehr raues Material sein.

„ungebundene fliege“
Eine Fliegenklatsche könnte das Problem lösen.

„röckchen hoch“
Das ist praktisch!

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Quote rat de monstra’n’dumm //2063

Zu den Dingen, die ich bisher im Blog nicht erwähnt habe, gehören die Forschungskooperationen mit zwei deutschen Hochschulen. Das läuft im wesentlichen so, dass die jeweiligen Institute von uns Geld kriegen. Dafür machen sie Messungen und Versuche in unserem Auftrag. Ulrich ist für die Organisation verantwortlich. Hin und wieder reisen er oder Mitarbeiter der Geräteentwicklung dorthin, um vor Ort Einblick zu nehmen. Umgekehrt kommen Studenten oder Doktoranden von dort drei- oder viermal im Jahr für einige Wochen oder Monate hierher, um bei uns mitzuarbeiten. Im Grunde haben wir auf diese Weise in der Geräteentwicklung meistens einen solchen Nachwuchsingenieur da. Wie gesagt – Ulrich kümmert sich um die Zeitplanung und sonstige Belange.
Im Rahmen einer solchen Kooperation wurde uns nun eine Studentin hergeschickt. Mir war das gleich nicht so recht (mit wohldosierter weiblicher Präsenz lassen sich Männer zu Höchstleistungen motivieren, aber Überdosierung wirkt toxisch), aber die Auswahl treffen die dortigen Professoren. Bisher haben sie uns eigentlich nur Studenten geschickt, die wirklich etwas auf dem Kasten hatten. Immerhin ist sie künftige Maschinenbäuerin. Und außerdem muss sich Ulrich mit ihr auseinandersetzen. Ich habe normalerweise gar nichts mit ihr zu tun. Dachte ich.

Nun ja, gleich am ersten Tag bestand sie auf einem dringenden Termin bei der Geschäftsleitung. Ich hatte erst am nächsten Tag Zeit für sie. Unauffälliges Aussehen, kinnlange Haare, Kapuzenpulli und Jogginghose. Sie beschwerte sich über die Unterkunft, in der sie die nächsten zwei Monate wohnen sollte. Die sei eine „Zu-mu-tung“! Sie habe keine eigene Dusche, das Zimmer sei winzig, zu wenig Platz für ihre Sachen, blablabla.
Wir haben da eine Vereinbarung mit einer Pension. Die Zimmer sind einfach, Etagendusche, kein Zimmerservice, und zugegeben schon recht in die Jahre gekommen. Aber es ist sauber, beinhaltet alles notwendige, und ist in fußläufiger Entfernung zur Firma. Ausreichend, aber natürlich auch keine Luxus-Suite. Da wir sehr häufig ein Zimmer belegen, ist der Preis günstig. Da gab es bisher noch nie Beschwerden.

Ich ließ sie ausreden, bis sie fertig mit ihren Forderungen war.
„Es steht ihnen frei, sich anderswo einzuquartieren. Ganz nach Ihrem Belieben.“
Ich machte eine kurze Pause, um die Aussage sacken zu lassen. Als sich selbstgefällige Genugtuung in ihrem Gesicht zeigte, fügte ich hinzu: „Selbstverständlich auf Ihre eigenen Kosten.“
Ihre Kinnlade klappte herunter. Hätte sie ihr Anliegen in anständiger Form dargelegt, hätte man über einen Wohnzuschuss reden können. Aber so hat sie Ansprüche und Forderungen gestellt, und zwar in einem Ton, der mir absolut missfällt. Eigentlich hätte sie sich erst mal an den ihr als Betreuer zugewiesenen Gruppenleiter wenden sollen, oder meinetwegen direkt an Ulrich. Zu glauben, dass sich die Geschäftsleitung für ihre Angelegenheiten interessiert, deutet schon fast auf Größenwahn hin, zumindest aber auf eine völlige Überschätzung ihrer eigenen Wichtigkeit.
Sie hat nun die Optionen, in der Pension wohnen zu bleiben, selbst für eine andere Unterkunft zu zahlen, oder wieder zurück zu ihrem Studienort zu fahren. Das wäre mir auch recht.

Ich fragte Ulrich später, wie sie sich fachlich so anstelle. Er meinte, sie sei bestenfalls Mittelmaß, und schon eine Enttäuschung im Vergleich zu den bisherigen Studenten, für die es immer eine besondere Anerkennung war, wenn sie für würdig befunden wurden, bei uns mitzuarbeiten.
Vielleicht beruht ihre Entsendung ja auf einer Art Bean-Katastrophenfilm-Phänomen.

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Kritik des Kategorischen Imperativs //2062

Es gibt verschiedene Versionen des Kant’schen Kategorischen Imperativs. Aber alle laufen im Prinzip darauf hinaus, die Handlungsweisen einer einzelnen Person für alle anderen zu verallgemeinern. Mal davon abgesehen, welcher Verantwortungsdruck dieser Person dadurch aufgebürdet wird, ist es auch eine maßlose Vermessenheit, anzunehmen, dass das, was für diese eine Person gut und richtig ist, auch für alle anderen ebenso passend ist.

Beispielsweise trinke ich viel Kaffee. Soll dies nun auch für alle anderen so gelten? So gesund ist Kaffee nicht. Für diese hohe Nachfrage reicht das Weltmarktangebot an Kaffee nicht aus, so dass die Preise durch die Decke gingen. Und überhaupt – manche Leute mögen gar keinen Kaffee. Warum sollten sie dies im Rahmen eines allgemeinen Gesetzes tun sollen? Vielleicht auch noch alle zur selben Uhrzeit und am gleichen Ort?
Oder anders herum: Darf ich jetzt keinen Kaffee mehr trinken, weil mein Kaffeekonsum unpraktikabel für andere Leute ist? Ich schade doch damit niemandem (im Gegenteil – irgendein Kaffeebauer in Südamerika ist darauf angewiesen, und auch bei der Weiterverarbeitung der Kaffeebohnen sowie ihrem Transport und Handel sichert mein Konsum Arbeitsplätze).

Kant verkennt völlig, dass jeder Mensch andere Bedürfnisse hat. Was dem einen wichtig ist, ist für einen anderen bedeutungslos, und einem Dritten wäre es gerade andersherum am liebsten.
Individuelle Gegebenheiten lassen sich nicht einfach über einen Kamm scheren. Da könnten wir uns gleich ins Prokrustesbett legen.
Nicht jeder kann in derselben Stadt wohnen, nicht alle können den gleichen Beruf ergreifen. Gestehen wir jedem Menschen doch seine eigenen, individuellen Entscheidungen zu, ohne sie am Wortlaut des Kategorischen Imperativs zu messen.

Wer mal Kant’s moralinsaure „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ gelesen hat, sieht sich von Begriffen wie Moral und Sittlichkeit umgeben. Wenn man seine Pflicht erledigt, weil sie notwendig ist, so ist dies moralisch gut. Spaß daran darf man allerdings nicht haben. Völlig freudlos und puritanisch stellt sich diese Grundlegung dar.
Es ist Kant auch nicht wichtig, was am Ende für Konsequenzen herauskommen, Hauptsache, jeder hat die richtige, moralische Denkungsart. Das ist doch sehr kurzgegriffen, wenn einem mögliche Folgen egal sind. Gut gemeint ist ja häufig nicht gut getan. Und dann gibt es sogar noch die Leute, die über ihre an sich hehren Ziele mit ihrem Aktivismus meilenweit hinausschießen. Die sind sogar überzeugt davon, nach dem Kategorischen Imperativ (oder einem Äquivalent davon) zu handeln, sehen ihre eigene Hybris, Bigotterie und Borniertheit nicht, wenn sie anderen die eigene Moral aufzwingen wollen. (Ihr wisst, welchen Typus ich meine.)
Allerdings würde ich nicht so weit wie Machiavelli gehen, zu sagen, dass der Zweck das Mittel heiligt, halte es da eher mit „quidquid agis prudenter agas et respice finem“.

Die „Goldene Regel“, die da lautet „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ bzw. „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“ ist schon einiges besser, auch wenn der Gültigkeitsbereich eng gesteckt ist. Ihr dürft euch hier gerne mal selbst ein Beispiel ausdenken (genau das würde ich mir hier ja jetzt wünschen, wenn ich diesen Text erstmalig so lesen würde), in dem ihr die Goldene Regel nicht angewendet haben wolltet.
Na gut – ihr kriegt doch ein paar Beispiele: Carsten mag es gern, wenn ich ihm seinen Rücken kratze. So richtig ausgiebig, ein paar Minuten lang, oben, unten, kreuz, quer, links, rechts. Ich würde das bei mir überhaupt nicht wollen. Nach der Goldenen Regel dürfte ich seinem Wunsch also nicht nachkommen. Mein Stiefenkel Niklas mag es, so richtig durchgekitzelt zu werden. Ich lehne das für mich ab. Und auch wenn jemand noch so voll gerne Rosinen isst, möchte ich es mir dennoch verbitten, mir welche von den ekligen Dingern anzubieten.
Wir sind alle Individuen.
Die Anwendbarkeit pauschaler Regeln ist deshalb grundsätzlich beschränkt.

Meine ethischen Grundsätze lassen sich etwa so komprimieren, dass ich niemandem absichtlich schaden möchte. Manchmal ist es aber halt leider so, dass das, was dem einem nützt, für einen anderen schlecht ist. Seiteneffekte lassen sich nicht völlig vermeiden. That’s life.

Nach diesem ganzen Vorgeplänkel komme ich schließlich zum eigentlichen Kern meiner Ausführungen, und warum ich das alles schreibe.
Bevor ich Severin zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen hatte, hatten wir einen kurzen Mailwechsel. Ich hatte ihn in konkreten Zusammenhang gefragt, was seine Entscheidungen beeinflussen würde. Er antwortete, dass er nach dem Leitspruch „What would Spock do?“ vorgeht.
Dem schließe ich mich an.
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Herrenbesuch //2061

Seit Sophie im Krankenhaus ist, besucht Verena sie normalerweise nach Ende ihrer Arbeitszeit. Dadurch hat sie dann keine Zeit, Niklas aus dem Kindergarten abzuholen. Das übernimmt dann meistens Sonja. Es kommt aber vor, dass auch Sonja dann andere Termine hat, und Verena nicht umdisponieren kann.
In solchen Fällen bin ich dann schon ein paarmal eingesprungen, um Niklas abzuholen. Regelmäßig werde ich das nicht tun, aber wenn Not am Mann ist, und ich selbst es zeitlich einrichten kann, dann mache ich das halt gelegentlich.
Es ist umständlich, dass ich vom Büro aus erst mit dem Bus hinfahren muss, und dabei sogar einmal umsteigen. Vielleicht würde ich laufen, wenn das Wetter schön wäre und ich mehr Zeit hätte.
Im Kindergarten achte ich darauf, dass Niklas erst noch einmal auf die Toilette geht, dann helfe ich ihm, Schuhe, Jacke, usw. anzuziehen. Der Bus fährt um diese Zeit zum Glück alle paar Minuten, und Niklas braucht noch keine Fahrkarte.
Statt in der Stadtmitte auf den nächsten Bus, der ungefähr in Richtung meiner Wohnung fährt, zu warten, und dann doch noch ein längeres Stück zu laufen, laufen wir halt dann gleich. Das heißt, ich laufe. Niklas ist ja so enervierend langsam, dass ich ihn zumindest stückweise trage (laut Verena ist er mindestens 17 Kilogramm schwer).
Bei mir in der Wohnung parke ich Niklas dann erst mal auf dem Sofa vor dem Fernseher. Jaja, ich weiß schon, dass das pädogogisch nicht so gut für ihn ist, aber nach einem Arbeitstag bin ich auch müde und abgeschlafft, und habe nicht noch den Nerv für ein Unterhaltungsprogramm. Er kriegt noch ein Glas Wasser oder Milch (andere kindergeeignete Getränke habe ich nicht parat), wenn er mag. Bisher ist er dann immer schnell eingeschlafen, bis Verena oder Sonja ihn abgeholt hat.

Als ich die Auffahrt zum Kindergarten entlangging, kam mir ein Junge mit seiner mutmaßlichen Mutter entgegen. „Heute braucht man keine Jacke!“, rief er mir vorwurfsvoll zu. Bis ich mir von so einem vorlauten Rotzbuben sagen lasse, was ich an- bzw. ausziehe, muss er erst noch mindestens erwachsen werden.

Tja, es war sicher nur eine Frage der Zeit, bis mir im Kindergarten Teresa über den Weg lief. Ich habe ja gewusst, dass ihre Kinder den gleichen Kindergarten besuchen.
Ich half gerade Niklas in seine Jacke, als ich ihren hasserfüllten Blick auf mir spürte. Als ich aufsah, stand sie neben einer der Kindergärtnerinnen. Ich hörte sie „Das ist sie!“ sagen, und dann noch etwas, das ich nicht ganz verstand, sich aber wie etwas mit „Uhura“ anhörte.
Als Niklas gleich darauf abmarschbereit war, verließen wir den Kindergarten unverzüglich.

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Sheldon Lite //2060

Nachdem ich mit meiner Mathematiker-Suche nicht weitergekommen war, erwähnte ich das beiläufig, als ich mit Holger telefonierte.
Ihm fiel einer seiner Master-Absolventen ein, der zwar promovieren will, aus bestimmten Gründen aber erst nächstes Jahr. Zur Überbrückung wäre so eine befristete Stelle ideal. Ich musste nicht lange überlegen. Was ein Mathematiker kann, kann ein Theoretischer Physiker erst recht. Also bat ich Holger, den Kontakt zu vermitteln. Holger warnte mich, dass Severin ein wenig sonderlich und verschroben sei, aber sind wir das nicht irgendwie alle?

Also lud ich Severin kurzfristig zu einem Vorstellungsgespräch ein. Er hat schon ein paar Marotten, aber ist für die vorgesehene Aufgabe ausgezeichnet qualifiziert. Holger hatte bereits angedeutet, dass er etwas creepy wirkt, aber damit kommen wir hier schon klar.
Die Aufgabe schien Severin zu begeistern, dann wird er sie auch schaffen. Da habe ich in Anbetracht seines fachlichen Hintergrundes keine Bedenken, auch wenn er bisher noch nicht konkret mit dieser Thematik befasst war. Er hat inzwischen bereits begonnen, sich einzuarbeiten.

Da er Verwandte hier im Großraum hat, kann er bei ihnen wohnen (zumindest vorläufig, eine andere Wohnung zu finden, wäre schwierig, und lohnt für den Zeitraum eigentlich nicht).

Ich vereinbarte mit ihm eine Befristung von einem halben Jahr. Danach werden wir sehen, ob wir vielleicht noch zwei oder drei Monate anhängen. Möglicherweise ist die Aufgabe aber auch schon in vier oder fünf Monaten abgeschlossen. Dann gilt der Arbeitsvertrag trotzdem so lange. Ich würde dann schon eine Beschäftigung für ihn finden. Aus aktueller Sicht lässt sich die tatsächliche Dauer nicht genauer planen.
28 Stunden pro Woche dürften ausreichend sein, so dass er grundsätzlich an vier Tagen in der Woche hier ist. Eigentlich würde sich die Art der Arbeit auch für (gelegentliches) Homeoffice eignen, aber bei seinen Verwandten sind die Räumlichkeiten dafür ungeeignet, so dass wir diese Option erst mal nicht in Betracht ziehen.

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Geschichtchen von unterwegs //2059

Vor einiger Zeit sind die Container für Altglas und Altmetall im Dort versetzt worden. Früher waren sie ziemlich in der Ortsmitte aufgestellt, jetzt sind sie ganz am Rand der Bebauung.
Je nach dem welche Richtung wir beim Spazierengehen einschlagen, kommen wir manchmal an den Containern vorbei. Da ist es mir schon öfter aufgefallen, dass Leute mit dem Auto hinfahren, um drei leere Dosen oder vier alte Gläser einzuwerfen.
Das halte ich für eine völlig unnötige Umweltbelastung und Energieverschwendung. Wenn es sich wenigstens lohnen würde, und die Leute Altglas oder Altmetall in ein paar größeren Kisten ankarren würden, die sie zu Fuß (oder mit dem Fahrrad) nicht transportieren können. Aber nein, wegen einer halben Tüte fahren sie extra mit dem Auto an. Dabei ist selbst das andere Dorfende kaum mehr als einen Kilometer entfernt.

Als wir in einen (einigermaßen trockenen) Feldweg abbogen, sprang – in größerer Entfernung – ein Dackel mit seinem Herrchen auf einer Wiese herum. Carsten und ich unterhielten uns über ein bestimmtes Vorhaben. Der Hund war mindestens 50 Meter von uns entfernt, als er uns wahrnahm. Sofort rannte er aggressiv kläffend in unsere Richtung. Zwischen dem Weg und der Wiese war ein größerer Graben, in dem Wasser stand. Ich ging davon aus, dass er nicht hindurchlaufen würde. Sein Herrchen rief ihn, aber ohne sonderlichen Nachdruck. Der Dackel scherte sich nicht darum, nahm etwas Anlauf und sprang über den Graben. Als er noch näher kam, schrie ich ihn mit dem Mute der Verzweiflung an: „Gehst du weg!“
Immerhin traute sich der Hund nicht näher, kläffte aber immer noch so aufgeregt-gellend, dass ich hoffte, dass ihn der Schlag treffen würde. Carsten war inzwischen zwischen mich und den Köter gegangen, und machte Drohgebärden. Der Hund wich etwas zurück. Sein Herrchen war mittlerweile irgendwie über den Graben geklettert, und rief den Hund zu sich. Carsten schnauzte ihn an, dass er seinen Hund gefälligst besser im Zaum halten solle. Dann gingen wir weiter, während der Mann seine Töle beruhigte.

In meiner Jackentasche tastete ich nach meiner Kastanie. Ich spürte, dass die äußere Schale aufgesprungen war, und teilweise abgepellt war. Bis zum Frühjahr würde sie wohl nicht mehr durchhalten. Da sonniges, recht mildes Wetter war, beschloss ich, die Kastanie bereits jetzt der Natur zurückzugeben.
„Was hast du da in der Hand?“
„Eine Kastanie. Die schält sich.“
„Kann man die essen?“
„Nein. Keine Marone. Ich schmeiß die jetzt weg.“
„Heb‘ sie doch für die Pferde auf, wenn wir dort vorbei kommen.“
„Ja, OK.“ Ich steckte sie wieder in die Tasche.
Da wir dann allerdings doch einen längeren Weg wählten, kamen wir nicht am Pferdegatter vorbei. Stattdessen lag ein Garten auf unserem Weg, in dem (wie bei Witwe Bolte) ein Hahn und zwei oder drei Hennen herumliefen. Carsten schlug vor, ihnen die Kastanie zu geben. Obwohl ich Zweifel hatte, dass die Hühner etwas damit anfangen konnten, warf ich ihnen die Kastanie hinein. Sie pickten dann tatsächlich an ihr herum. Ob sie sie letztendlich verzehrt haben, weiß ich nicht, weil wir dann weiter nach Hause gingen.

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Twitteropia //2058

Wenn ich mir meine Tweets vom 23. bis 31. Mai 2018 so ansehe, so sind einige dabei, bei denen ich mir über den Kontext nicht mehr klar bin.
Sei es, wie es war – habt dennoch Spaß beim Lesen!

Eine Packung Mini-Windbeutel vernascht. Man gönnt sich ja sonst nichts Sahniges.
Hab mich dagegen entschieden, und mir stattdessen einen nassen Waschlappen in den Busen.
Verhörer des Tages: Schlägerin statt Schwägerin
Spiele mit dem Gedanken, ins Büro zu gehen, um mich in den Serverraum zu setzen.
Verleser des Tages: obscenity statt obesity
Und dadurch habe ich auch noch jemanden enttäuscht und vielleicht verletzt.
„Pass auf, an wen du dein Herz verlierst!“ #Weltnichtrauchertag
Es heißt ja, dass man später gerade die Gelegenheiten bedauert, die man nicht wahrgenommen hat.
Frühstück beim Bäcker. Erst nachdem ich den trockenen Mohnkuchen runtergewürgt hatte, habe ich entdeckt, dass sie auch Sahnetorte gehabt hätten.
Wenn man nicht weiß, ob man eine Entscheidung bereuen soll, obwohl sie vermutlich richtig war ..
Verschreiber des Tages: shrew statt screw
Eigentlich lässt sich das neue Lebensjahrzehnt bisher ganz gut an. #Wall #Tunneleffekt
Verleser des Tages: Prokrastinationen statt Protestaktionen
breakplaining: Algorithmen //1865 Achtzehnhundertfünfundsechzig
Ach, ich mag ja meine „überwiegend männliche fanbase“. So viele tolle Männer ..
Achte #Zecke2018: über linker Brust
Verhörer des Tages: Beischlaf statt Beistand
„Das Umfahren des Hindernisses“ bedeutet: „Ich umfahre es.“ | „Ich fahre es um.“
Nur noch 1 Prozent fehlt mir zu den 2^2^2 * 5^2 Followern.
Verleser des Tages: Barbie statt Barbarei
Der Gärtner war’s //1864 Achtzehnhundertvierundsechzig
Siebte #Zecke2018: linke Wade innen
Vögelviecher, die einen schon früh um 4 mit ihrer penetranten Munterkeit belästigen. #Gezwitscher
Verleser des Tages: kastriert statt konstruiert
Nunc est bibendum! Nicht vergessen: Bei diesen Temperaturen ist es wichtig, viel zu trinken.
Immer wieder lustig, wie sehr Femis von Pragmatismus schockiert sind.
Verschreiber des Tages: Nabla statt Naila
Wenn einer keine Reise tut //1863 Achtzehnhundertdreiundsechzig
Verschreiber des Tages: stattlich statt staatlich
Heute habe ich eine leckere Auswahl virtueller Kuchen für euch. Greift zu. #Kaffeezeit
Ist eigentlich nicht so schlimm, aber wenn ich schon mal #PoC bin, will ich das auskosten.
Temporäre Rothaut. Soll mir jetzt ja niemand was von weißen Privilegien erzählen! #Sonnenbrand #Strahlenschaden
Verleser des Tages: „General Protection Fault“ statt „General Data Protection Regulation“
Oh, nein! Nicht schon wieder Tweets! //1862 Achtzehnhundertzweiundsechzig
Göttin des schlechten Geschmacks: DANNGEHDOCHZUNETTA #UnbekannteGöttInnen
Verhörer des Tages: prüder statt Brüder
Ich wurde darauf hingewiesen, dass ein Cuba libre kein Cocktail, sondern ein Longdrink sei. Im Internet finden sich darüber hitzige Diskussionen – scheint eine Glaubensfrage zu sein. Da genieße ich lieber einen Long Cock.
Die Autokorrektur nervt! Wenn ich „im“ schreibe, will ich kein „I’m“ haben.
Hilfe! Mein #Handtuch ist kein Möbiusband.
Verleser des Tages: „private party“ statt „privacy policy“
Dass die #DSGVO ausgerechnet am #Handtuchtag in Kraft treten muss .. #DontPanic
Flicken am #Handtuchtag //1861 Achtzehnhunderteinundsechzig
Wieder mal Strohwitwe. Ich mag nicht allein ins Bett!
Eine Runde virtueller Cocktails für alle! Bedient euch.
Verhörer des Tages: Paris statt Paradies
Schon mal jemandem aufgefallen, dass besonders die Personen, die selbst nichts auf die Reihe kriegen, besonders das Leistungsprinzip verteufeln? #HoniSoit #Sozialromantik
Verleser des Tages: Opferzentrum statt Ortszentrum
Bääh .. blödes Wetter!
Ra(u)dige Rüpel //1860 Achtzehnhundertsechzig
Verhörer des Tages: „zum Berch“ statt „zum Beck“
Wer sich als Frau nicht dauernd als Opfer von Diskriminierung und Belästigung aufspielt, passt nicht in feministische Geschlechterschubladen.
Verleser des Tages: Bürgerrestaurant statt Burgerrestaurant
Maßn?hmen //1859 Achtzehnhundertneunundfünfzig

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Ex machina //2057

Es scheint fast so, als sei Carsten gerade dann verreist oder abends immer noch unterwegs, wenn ich etwas unvorhergesehenes mit ihm besprechen möchte. So kam ich auch diesmal erst einen Abend später dazu, ihm von meinem Zusammentreffen mit Lydia zu erzählen. Und auch das war kein günstiger Zeitpunkt. Er war müde, leicht reizbar und schlecht gelaunt. Aber aus gewissen Gründen erschien es mir nötig, das Gespräch hinter mich zu bringen (um es nicht den folgenden Tag verderben zu lassen).

„Was meinst du, wen ich gestern in der Kinderklinik getroffen habe, als ich Sophie besucht habe?“
„Keine Ahnung“, antwortete er gestresst, „schon wieder Patrick?“
„Nein. Der hätte mich nicht mehr überrascht.“
„Etwa Norbert?“
„Nein. Rate noch mal!“
„Vielleicht Yvonne? Sie wollte ja mal deswegen herfahren.“
„Nein, auch nicht.“
„Sag schon.“
Ich schwieg.
„Jetzt mach’s nicht so spannend“, er wurde ungeduldig.
„Lydia.“
Er zuckte die Schultern: „Ja, und?“
„Wie kommt Lydia dazu, Sophie zu besuchen?“
„Lydia hat ja nur eine Handvoll Angestellte. Da wird sie deren Familien kennen. Und wenn sie Zeit hat, macht sie halt mal einen Krankenbesuch. Ich habe auch schon Mitarbeiter im Krankenhaus besucht.“
„Mitarbeiter ja, aber doch nicht deren Angehörige!“
„Hast du damit ein ernsthaftes Problem?“, er wurde allmählich ärgerlich, „meine Beziehung zu Lydia ist bald dreißig Jahre her.“
„Nein, kein Problem. Ich finde es nur reichlich sonderbar.“

Dabei beließ ich es. Trotzdem traue ich dieser Lydia nicht so recht. Sie wirkt nicht wie ein Mensch, der ein fremdes, krankes Kind einfach so aus Freundlichkeit und Nächstenliebe besucht. Und wenn doch, so traue ich ihr erst recht nicht.
Irgendetwas führt die im Schilde.

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Ex tempore //2056

Als ich gestern Sophie in der Kinderklinik besucht habe, saß bereits eine mir unbekannte Frau an ihrem Bett.
Ich ging auf Sophie zu. Die Frau stand auf, reichte mir die Hand zur Begrüßung, und sprach: „Hallo, ich bin Lydia, die Chefin von Verena.“

Da hatte ich neulich erst hier ja eine unerfreuliche Begegnung gehabt. Und jetzt das!
Lydia war recht groß, schlank, modisch-gediegen gekleidet. Sie trug ihre leicht angegrauten Haare mit einer sicheren Selbstverständlichkeit. Sie muss in ihrer Jugend sehr attraktiv gewesen sein, und hatte sich ganz gut gehalten.

Ich nickte ihr zu: „Ich weiß Bescheid. Ich bin Anne, Carsten’s Frau.“
„Das dachte ich mir“, lächelte sie, „genauso hatte ich Sie mir vorgestellt.“
Viel mehr sprachen wir nicht miteinander, sondern widmeten uns Sophie. Ich wartete, dass sie endlich gehen würde, aber sie ließ sich Zeit.

Ich hatte Sophie als kleine Beschäftigungsaufgabe gegeben, das „Haus vom Nikolaus“, .. „der Mickymaus“ (oder wie man es auch immer nennt) zu zeichnen. Der Trick ist: man muss unten anfangen. Nur unten treffen sich drei Linien. An den anderen Ecken ist es jeweils eine gerade Zahl von Linien – das heißt man kommt hin und wieder weg. Für den Anfang- oder Endpunkt muss es aber eine ungerade Zahl sein.

Endlich stand Lydia auf, verabschiedete sich von Sophie, und nickte mir zu.
Sophie war inzwischen so erschöpft, dass ich das Betrachten ihrer Zeichnungen auf den nächsten Besuch verschob, und ihr stattdessen noch etwas aus einem Geschichtenbuch vorlas, bis sie eingeschlafen war.

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Realität und Sprache //2055

Den kürzlichen Eintrag über die Sprache hatte ich schon vor einiger Zeit begonnen. Dann waren mir immer wieder ein paar andere Aspekte eingefallen, die zwar irgendwie dazu passten, aber das Thema auch allmählich auf die Wahrnehmung von Sprache verlagerte.
Das war noch, bevor die Sache mit dem Framing-Manual aufkam. Deshalb will ich hier an dieser Stelle darauf auch gar nicht weiter eingehen, habe mich schon auf Twitter genügend darüber ausgelassen, und es bleibt off topic.
Auch der Rest ist unzusammenhängender als sonst sowie vergleichsweise kurz..

Der „Anglizismus des Jahres“ ist Gendersternchen. Gender bedeutet Geschlecht(errolle), stern heißt streng, starr oder ernst. Mit dem Gendersternchen soll versucht werden, die zeitgemäße Sprache so zu manipulieren, dass alle und jede[r]* inbegriffen sind. Kann man als Jokerzeichen (Wildcard) sehen. Muss man aber nicht. Ich persönlich lehne es ab, als „Frau*“ mit einem unverlangten Anhängsel versehen zu werden. Auch die Dudenredaktion hat zumindest vorläufig davon Abstand genommen, die Gendersternchen in die Sprachregelungen aufzunehmen. Wenn ich überhaupt Gendersternchen oder auch jenes phallische BInnen-I schreibe, dann höchstens um die Benutzung lächerlich zu machen.
Wie weit sind wir noch von einem Wahrheitsministerium à la 1984 entfernt? Zensur bedeutet Meinungsfreiheit.

Es gibt ja auch die Konstruktivisten, für die die Sprache die Realität erzeugt. Für die macht es kein Geräusch, wenn ein Baum im Wald umstürzt, wenn niemand zuhört. Die Schallwellen durch die Erschütterung existieren dann wohl nicht. Und natürlich hat auch der Urknall nicht wirklich geknallt (der war wirklich lautlos, da es keine Druckschwankungen in der noch nicht existenten Luft geben konnte).
Wenn ich am Morgen sage „die Sonne geht auf“, dann ist das für die Sonne völlig egal. Diese Realität lässt sich durch die Sprache nicht beeinflussen. Der Satz ist sowieso unzutreffend, da streng genommen die Erde sich so dreht, dass für einen lokalen Beobachter mit passendem Winkel die Ansicht der Sonne über dem Horizont erscheint. Das kann ich so formulieren, wie ich will, daran wird sich nichts ändern.
Mit „die Sonne scheint“ will man ausdrücken, dass draußen schönes Wetter ist, bei der die Sonnenstrahlen ungehindert durch eine Wolkendecke die Erdoberfläche erreichen. Die Sonne ist etwa acht Lichtminuten von uns entfernt. Sie strahlt und scheint Tag und Nacht – unabhängig von unserer Uhrzeit und Wetter. Das lässt sich nicht durch die Sprache beeinflussen. Sprache beschreibt nur (und das häufig genug unzutreffend, was notorischen Besserwissern wie mir oft genug gegen den Strich geht).
Sprache versucht, die Beobachtungen zu beschreiben, bildet die Realität dabei nur in einem sehr eingeschränkten Zusammenhang ab.
Natürliche Sprache ist viel zu fuzzy, um exakte Aussagen zu machen.

Es gibt immer wieder Bestrebungen, durch Sprachbestimmungen das Empfinden für bestimmte Sachverhalte zu beeinflussen. So werden Euphemismen für negativ wahrgenommene Angelegenheiten eingeführt, um sie aufzuwerten, oder abwertende Konnotationen zur Beschreibung von Tatsachen hinzugefügt, um es dem dummen Wahlvolk zu erleichtern, die Sache einzuordnen.
Mit Sprache lässt sich zwar nicht die Realität verändern, aber (in gewissem Ausmaß) die Wahrnehmung dieser und das Bewusstsein dafür. Rhetorik ist die Lehre davon, wie man das geschickt anstellt.
Damit lässt sich ähnlich manipulieren wie mit Statistiken, indem man Fakten verdreht, wichtige Aspekte weglässt, und unwesentliche aufbläht.

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Auf Spurensuche //2054

Nachdem ich von Benjamin erfahren hatte, dass Philipp verschwunden war, versuchte ich mehrmals, ihn anzurufen. Ohne Erfolg. Also schrieb ich ihm eine Mail (an zwei verschiedene Adressen). Als ich nach drei Tagen immer noch keine Antwort erhalten hatte, probierte ich es noch einmal mit einer anderen Adresse, aber auch keine Rückmeldung.
Allmählich machte ich mir richtige Sorgen um Philipp. Ich ging zu seiner Wohnung und klingelte. Als niemand öffnete, steckte ich einen Zettel in den Briefkasten, dass er sich doch bitte melden möge.

Er hatte mir einmal erzählt, wie er aufgewachsen war. Ähnlich wie ich war er in einer ländlichen Kleinstadt groß geworden. Vielleicht hatten wir uns ja auch deshalb so gut verstanden, weil wir in dieser Hinsicht ähnliche Erfahrungen und vergleichbaren Hintergrund haben.
Seine Eltern sind einfache Leute und verhältnismäßig alt. Philipp war auf die Welt gekommen, als seine Eltern ihren Kinderwunsch bereits aufgegeben hatten. Entsprechend war er ihr ein und alles, und wurde als Einzelkind so verwöhnt, wie es die finanziellen Verhältnisse seiner Eltern zuließen. Seine Eltern sind sehr stolz auf ihn, da er der erste Akademiker in der ganzen Verwandtschaft ist.

Mit Hilfe eines Online-Verzeichnisses suchte ich die Telefonnummer von Philipp’s Eltern. Dann musste ich mich nur noch aufraffen, meine Telefonaversion zu überwinden, um sie anzurufen.
Na klar – bei den ersten beiden Versuchen ging niemand ran.
Dann endlich:
Eine Frauenstimme: „$Nachname.“
„Hier Anne Nühm. Ich bin eine .. Freundin .. äh .. Kollegin .. von Philipp. Er hat sich schon länger nicht mehr gemeldet, auch nicht bei seinem Doktorvater. Wir wüssten gerne, was mit ihm los ist.“
„Ach je .. Philipp .. oh .. ich muss mich erst mal setzen.“
Ich hörte Geräusche, vermutlich das Verschieben eines Stuhles. Dann hörte ich wieder die Stimme: „Ach, Philipp, .. ja, ich weiß auch nicht genau .. er war zuletzt vor Weihnachten da, völlig aufgewühlt. So kenne ich ihn gar nicht. Er hat nichts weiter erzählt, war schon immer so verschlossen. Er hat dann gesagt, dass er eine Pause braucht, und mit der Uni erst mal aufhört. Wo er doch so kurz vor dem Ziel war! Aber er hat nicht gesagt warum.“
Sie erzählte dann noch weiter, gelegentlich unterbrochen von meinen Zwischenfragen.
Wie auch immer – Philipp ist auf Reisen, irgendwo im Ausland. Er hat zwar kaum Geld, aber angeblich jobbt er, wo immer sich etwas bietet. Etwa alle zwei Wochen bekommen seine Eltern eine Karte von ihm. Sonst hören sie ebenfalls nichts von ihm, wissen nicht wo er sich gerade aufhält. Aber er scheint soweit gesund und wohlauf zu sein.

Ich beendete das Gespräch mit der Bitte, Philipp auszurichten, er solle sich bei mir oder seinem Doktorvater melden, sobald er wieder Kontakt mit seinen Eltern aufnimmt.
Dann gab ich Benjamin noch kurz deswegen Bescheid.
Mehr kann ich jetzt in dieser Angelegenheit nicht tun.

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