Rerum plagiatorum //2260

Nachdem Benjamin inzwischen eingesehen hat, dass er wohl nicht mehr mit Teresa zusammenkommen wird, spricht nichts mehr dagegen, dass wir wieder mehr Kontakt miteinander haben. Vielleicht gehen wir sogar mal wieder zusammen schwimmen. Das war immer praktisch, und es ist einfacher, sich aufzuraffen, bzw. sich die Zeit freizuhalten, wenn man versprochen hat, jemanden zu begleiten.
Wir haben in letzter Zeit wieder öfter gemailt, sogar hin und wieder telefoniert. Benjamin hat mir auch erzählt, dass Philipp wieder zurück ist. Ich habe noch nichts von diesem gehört, aber wenn er mich kontaktieren will, weiß er ja, wie er mich findet. Ich werde in dieser Hinsicht nicht aktiv werden.

Bei einem unserer Telefongespräche kamen Benjamin und ich auch auf den Plagiatsfall der derzeitigen Nicht-Männer-Ministerin zu sprechen. Statt dass ihr ihr Doktorgrad aberkannt wurde, kam sie mit einer Rüge davon. Dies schwächt den Wert eines Doktortitels und wertet ihn ab. Da schreibt jemand große Teile seiner Dissertation ab, und nichts passiert (von der völlig folgen- und bedeutungslosen Rüge mal abgesehen). Das ist ein Affront gegenüber allen Personen, die aus eigener Kraft und rechtmäßig promoviert haben. Mir war kurz der Gedanke gekommen, meinen akademischen Grad zurückzugeben (sofern das überhaupt möglich ist), aber das bringt ja nichts. Da müsste schon ein großer Teil aller Doktoren dies aus Protest und möglichst in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion tun.
Benjamin meinte, dass Juristen, Politologen und dergleichen halt nichts anderes könnten, als abzuschreiben. Eigenständige Gedanken sind da nicht zu erwarten. Das würde man schon an den zig Seiten Literaturverzeichnis merken [Benjamin hat im Laufe der Zeit eine negative Korrelation zwischen der Länge des Literaturverzeichnisses und der inhaltlichen Substanz einer Dissertation beobachtet]. Und dennoch schaffen sie es nicht, ihre Quellenangaben anständig und gemäß wissenschaftlicher Standards aufzuführen.
Da ist auch diese Unverbindlichkeit menschengemachter Gesetze, über die man sich grundsätzlich hinwegsetzen kann. Bei Naturgesetzen oder mathematischen Gesetzen ist das nicht der Fall. Rerum naturae hat deshalb einen ganz anderen Stellenwert als etwa rerum politicarum.
Was ist ein akademischer Doktorgrad überhaupt noch wert, wenn Politiker und Konsorten nur rumschludern und plagiieren? Die bekannt gewordenen Fälle, sind sicher nur die Spitze des Eisbergs. Aber die reichen bereits, um die Reputation eines Doktorgrads zu ruinieren. All diejenigen, die tatsächlich ehrenhaft und mit wissenschaftlichem Anspruch promoviert haben, die viel Zeit, Aufwand, Mühen sowie Fachwissen in ihre Doktorarbeit hineingesteckt, und ihre originär eigenen Erkenntnisse methodisch einwandfrei dargelegt und ausgebaut haben, sind die Leidtragenden. Denn diesen Schwindel-Doktoren passiert gar nichts. Keinerlei negative Konsequenzen. Hätte man sich die Rüge auch ganz sparen können. Die hat ja keinerlei Auswirkungen, und scheint nur eine symbolische Formalie als Alibi zu sein.
Solche Plagioten haben es nicht verdient, den Doktor als Namenszusatz zu tragen.

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Offene Grenze //2259

Dreißig Jahre war es vorgestern her, seit die deutsch-deutsche Grenze geöffnet wurde.
Für die Bevölkerung im „Zonenrandgebiet“ waren die Geschehnisse eher traumatisierend als erfreulich, als sie von „DDR-lern“ überschwemmt wurde. Eine Unzahl stinkender, knatternder Trabbis verstopfte sämtliche Straßen. Selbst unbedeutende Straßen waren immer wieder zugestaut. In den Supermärkten standen diese fremden Menschen nur in den Gängen, glotzten und staunten, aber kauften nicht. Es war kein Durchkommen mehr. Wochenlang war es fast unmöglich einzukaufen.
Zwar waren wir durchaus an zeitweilige Touristenströme gewöhnt, aber diese neuen Besucher schauten nur, und konsumierten nichts.

Für mich als Kind waren diese Geschehnisse recht verstörend. Laut den Medien überall sonst Jubel und Euphorie, aber bei uns schienen Invasoren das ganze Land zu erobern, die die üblichen Abläufe verhinderten oder zumindest erschwerten. Ich war es gewohnt, dass die Welt ein Stück weiter nördlich zu Ende war. Das war schon immer so gewesen. Aber jetzt überrollte uns von daher eine Blech- äh .. Papplawine.

Vorher hatte die Gegend wenigstens Zonenrandförderung erhalten. Jetzt war kein Geld mehr dafür übrig. Das wurde für den Aufbau im „Osten“ gebraucht. Obwohl noch ein Kind, war mir schon damals (im Gegensatz zu fast allen Politikern) klar, dass das teuer werden würde.
Und siehe da – auch nach dreißig Jahren zahlen wir immer noch Solidaritätszuschlag.
Die alte Heimat ist immer noch (oder sollte ich sagen „erst recht“?) strukturschwach. Aber wenn man ein Stück gen Norden fährt, ist dort alles neu und gediegen. Die Straßen sind besser ausgebaut, der öffentliche Nahverkehr hat ein dichteres Netz, in den Orten überall moderne Straßenlampen und Infrastruktur. Es gibt noble Theater, prächtige Museen und aufwendige Sportanlagen.
Und das ist nur das, was man an der Oberfläche sieht, und was man sich in der alten Heimat noch nie hatte leisten können.

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Verspätete Suchanfragen //2258

Diesmal bin ich mit dem monatlichen Beitrag mit den neuesten Suchbegriffen eine Woche später dran, weil wir am letzten Wochenende zusammen verreist waren.

„breakpoint störung“
Unterbrechungen im geplanten Ablauf sind immer lästig.

„pflegemonie“
Die Maintenance eines männerverschnupften Patienten.

„breakpoint incubus“, „incubus breakpoint“
Wohl eher Succubus.

„tweetdeck“
Nutze ich in letzter Zeit hin und wieder.

„aktuelle spam welle 2019“
Ja, ist zeitweise nervig. All die Russinnen mit schmutzigen Gedanken und gelangweilte Hausfrauen, die mich unbedingt kennenlernen wollen. Oder die Versuche, mich zu erpressen, weil mich jemand mit meiner nicht-existenten Computercam gefilmt hat.

„enttarnt“
Aufgedeckt.

„breakpoint offline“
Zeitweise bin ich schon mehr oder weniger lang AFK.

„blaukraut bleibt blaukraut und brautkleid bleibt brautkleid herkunft“
Das ist ein alter Zungenbrecher. Über die Herkunft weiß ich aber auch nichts.

„käfer programmieren“
Die Käfer will man eigentlich gerade loswerden.

„huch“
Kurzer Aufruf des leichten Erschreckens oder Erstaunens.

„halterlose fernsehen“
Solange es nicht zu kalt ist, sind die abends beim Fernsehen eine Option.

„breakpoint klasse wechseln“
Ja, ja, schon recht. Ich bin klasse.

„mushroom popcorn mais kaufen“
Ich kaufe höchstens das Butterfly-Popcorn.

„verschreiber“
Einige meiner Verschreiber sind bereits legendär.

„breakpoint füllhorn“
Hatte ich bisher nur im Zusammenhang mit gebrauchten Tweets verwendet.

„deepl wordpress“, „deepl funktioniert nicht“
So viel kenne ich mich mit Deepl nicht aus, um mich da zu äußern.

„a tergo“
Latein für „von hinten“.

„breakpoint kritische masse“
Momentan bin ich deutlich drunter.

„zweiteiler im dualsystem“
Ich nehme an, dass es sich um Teilbarkeitskriterein handelt. Im Dualsystem erkennt man Teilbarkeit durch 2 am Least Significant Bit. Das muss gleich 0 sein.

„gynophob“
Sich vor Frauen ängstigend.

„gigasekunde“
Das sind etwa 31.7 Jahre.

„breakpoint stromausfall“
Kaum jemand hat eine USV. Manchmal kann ein Akku den Spannungseinbruch abpuffern.

„tampon“
Ein zylindrischer Ballen aus Watte oder Zellstoff.

„durchsichtige legosteine“
Die tranparenten kann man als Glasbausteine verwenden.

„breakpoint lösung“
Ich suche lieber Lösungen als Probleme.

„dreist unverschämt 5 buchstaben“
Frech.

„anleitung finger verdrehen und wackeln“
Für Fingerspiele gibt es viele Möglichkeiten.

„wechselmodell“
Wenn bei getrennt lebenden Eltern die Kinder abwechselnd bei Vater und Mutter leben.

„breakpoint opal“
Ich mache mir nichts aus Schmucksteinen.

„bürokraft synonym“
Bürohilfe? Schreibhilfe?

„leberklößchensuppe“
Die habe ich schon als kleines Kind gerne gegessen.

„jungfragen“
Den Begriff nutzte ich kürzlich für den Eintrag mit den jüngsten Suchanfragen.

„breakpoint angeln gegangen“
Nö. Das wäre mir zu langweilig.

„mitleidskarte“
Wer hat die gezogen? Oder den Schwarzen Peter?

„sapiophobie“
Diese Angst ist leider bereits viel zu gebräuchlich, und sie weitet sich noch weiter aus.

„breakpoint bruder gegen bruder“
Häh? Davon weiß ich nichts.

„kind mit zahnspange“
Sehr viele Kinder tragen zumindest zeitweise eine Zahnspange.

„breakpoint wasser trinken“
Meist in Form von Kaffee, im Sommer auch mal pur.

„chorleiter gesucht“
Am dringensten fehlten uns Altistinnen.

„dienstag etymologie“
Kommt vom germanischen Gott Tiu, der dem römischen Gott Mars entspricht.

„liken“
Faven, bzw. kennzeichnen, dass ein Post, Kommentar oder Tweet einem gefällt.

„rechtschreibflame“
Die Flamme brennt, und der Flame flennt, wenn er geflamet wird.

„häkelmaschine rätsel“
Es ist mir ein Rätsel, warum Häkelmaschinen so oft in meinen Suchbegriffen vorkommen.

„ethikunterricht“
Sollte den konfessionsgebundenen Religionsunterricht ersetzen.

„merkel multikulti“
Ich enthalte mich einer Bemerkelung.

„unangenehm peinlich“
Unbehaglich, unerfreulich, misslich.

„boudoir“
Rückzugsraum, Ankleidezimmer.

„droppen“
Wenn man bei SQL eine Tabelle droppt, dann wird die gelöscht und ist weg!

„kater nippel“
Seltsamer Name für einen Kater.

„breakpoint grafik“
Grafik ist nicht so meine Stärke.

„monoandrija“
Auch eine interessante Schreibweise.

„breakpoint der feind meines feindes“
Ich bin niemandes Feind. Es gibt zwar Leute, die ich nicht leiden kann, aber selbst denen wünsche ich nichts schlimmes. Allerdings würde einigen ein Schuss vor den Bug (!), um ihrer Hybris und Selbstgefälligkeit mal einen Dämpfer zu verpassen, nicht schaden.

„nichtlustig wandkalender 2012“
Schon seit ein paar Jahren gestalte ich selbst einen Wandkalender. Ob man das lustig findet, oder nicht, ist Geschmacksache.

„weichkäse“
Camembert, Brie, Limburger, Gorgonzola, ..

„psst“
Aufforderung, still zu sein.

„kloßteig zu flüssig“
Mehr Mehl zugeben. Oder Pfannkuchen daraus machen.

„servil“
Unterwürfig, devot, kriecherisch, sklavisch.

„zahnspange bekommen“
Haben viele Leute mal irgendwann, ich jedoch nicht.

„private visitenkarte was muss drauf“
Solange die Karte tatsächlich nur privat genutzt wird, „muss“ gar nichts, aber alles kann.

„maskulös“
Pun intended.

„breakpoint weit gereist“
Naja, allzu viel bin ich noch nicht herumgekommen. Ich will das auch gar nicht.

„kabuff“
Eine kleine Kammer.

„emanze synonym“
Ich halte mich lieber zurück, und sage gar nichts.

„oh nein schon wieder samstag“
Gegen Saturnalien habe ich eigentlich nichts.

„mathematiker gesucht“
Zur Zeit haben wir keinen Bedarf.

„wenn ich bleibe fortsetzung“
Bisher habe ich noch alle Ankündigungen aufgelöst.

„duden apostroph s“
Ja, der vierte Buchstabe ist ein s.

„arschitektur“
Ich sage nischts.

„vorbeischauen“
Dürft ihr hier immer wieder mal gerne.

„professorisch“
Wenn es professionell ist ..

„konfektionskleidung“
Bei vom Standard abweichender Statur ist es schwierig, passende Kleidung zu finden.

„fehlschlag“
Misserfolg, Misslingen.

„decubus“
Bin mir nicht sicher, ob Incubus, Decubitus oder Kubus gemeint ist.

„krautklöße“
Sind Hefeklöße (ähnlich Dampfnudel) auf Sauerkraut, und lecker.

„parallels virtuelle maschine reparieren“
Dafür biete ich keinen Support.

„soundsovielsten“
n-ten

„word scrollleiste verschwunden“
Da würde ich die ganze Anwendung neu starten.

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Ankündigung einer Veränderung //2257

Herr Liefert ist ein Vertriebsmitarbeiter eines unserer Suppliers. Wir beziehen von dort bestimmte Verbrauchsmaterialien, die für den Betrieb unserer Geräte erforderlich sind. In Zusammenarbeit mit Herrn Liefert (und seinen zuständigen Kollegen) wurden deshalb diese Materialien auf unsere Geräte abgestimmt (passender für Geräte anderer Hersteller gibt es abweichende Materialien, die besser auf diese zugeschnitten sind). Da die Anwender unserer Geräte diese Materialien ebenfalls benötigen, empfehlen wir als Bezugsquelle dafür diesen Supplier. Deshalb gehören wir zu den wichtigsten Kunden des Suppliers. Unser Geschäftsverhältnis ist fast eine Art Symbiose.

Um unseren aktuellen Bedarf zu ermitteln, und eventuell weitere Produktoptimierungen zu veranlassen, besucht uns Herr Liefert alle paar Monate. Eigentlich ist Ulrich dafür zuständig, aber als ich diesen einmal gerade vertreten habe, kam Herr Liefert deswegen zu mir. Seither schaut er jedesmal zumindest kurz auch bei mir vorbei, wenn er gerade bei uns im Betrieb ist. [Er schenkt mir dann immer teure L*-Pralinen. Die sind zwar qualitativ hochwertig, aber maßlos überteuert, und für meinen Geschmack teilweise fast etwas zu süß. Die M*-R*-Pralinen, die es bei einem bekannten Discounter gibt, schmecken mir mindestens ebenso gut, sind aber wesentlich preiswerter.]
Wir verstehen uns recht gut, und unterhalten uns auch über Themen, die nichts mit dem Geschäft zu tun haben. Seine lässig-galante Art erinnert mich ein wenig an Elmar, von dem ich BTW schon seit Jahren nichts mehr gehört habe.

Als Herr Liefert jüngst wieder mein Büro aufsuchte, verabschiedete er sich. Er erklärte, dass dies sein letzter Besuch bei uns sei. Eine Kollegin wäre zukünftig unsere Kontaktperson. Er selbst sei zum Innendienst verdonnert worden.
Ich bedauerte dies, hakte dann ein wenig nach. Ich glaube, Herr Liefert wollte mir die Geschichte von vornherein erzählen, aber halt nicht mit der Tür ins Haus fallen. So berichtete er mir bereitwillig, dass sich ein anderer Kunde bei seinem Arbeitgeber über ihn beschwert hätte. Herr Liefert hatte wohl gegenüber einer dortigen Mitarbeiterin eine Bemerkung gemacht, die diese offenbar unangemessen fand [während sie mich amüsiert hätte], so dass sie ihren Chef zu dieser Beschwerde getrieben hatte.

Tja, jetzt wird wohl Anfang nächsten Jahres die angekündigte Kollegin hier erscheinen. Wenn sie mir den geringsten Anlass zur Unzufriedenheit gibt, werde ich meinerseits den Supplier kontaktieren, um Herrn Liefert wieder als Kundenbetreuer zu erhalten. Wir haben eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit hinter uns. Ich sehe nicht ein, warum wir dafür eine andere Person, insbesondere wenn sie noch ziemlich unerfahren ist, akzeptieren sollten. Da wir ein langjähriger Schlüsselkunde sind, hat dieses Ansinnen einiges Gewicht.
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Light Harassment //2256

Manchmal kann ich es nicht vermeiden, noch abends unterwegs zu sein. Inzwischen ist es schon bald dunkel, so dass fahrende Verkehrsteilnehmer ihre Beleuchtung einschalten.
So kam mir kürzlich ein Fahrradfahrer entgegen, dessen Lampe so gleißend grell war, dass sie alles andere überstrahlte und mich blendete. Dies war äußerst unangenehm. Ich konnte ein paar Minuten lang nicht richtig sehen. Andere Räder oder Autos haben längst nicht so helle Lampen. Das wäre früher, als die Fahrradbeleuchtung noch über ein Dynamo und Muskelpower betrieben wurde, niemals passiert. Aber heutzutage liefert eine LED an einem Akku eine übermäßig große Leuchtstärke, ohne dass sich der Radfahrer anstrengen muss.

Auch die Straßenlaternen sind extrem hell. Die wurden vor nicht allzu langer Zeit umgerüstet von der Gasentladungslampe zur LED. Und statt dass man die Gelegenheit genutzt hätte, hier Strom einzusparen, beleuchtet man die Straßen lieber taghell.
Wenn ich schon nachts draußen herumlaufe, so möchte ich eigentlich den Sternenhimmel beobachten. Aber aufgrund dieser Lichtverschmutzung ist das selbst beim klarsten Himmel nicht möglich. Ich will doch Sterne, Planeten, vielleicht mal die Milchstraße oder gar einen Meteor sehen – aber keine Chance.
In der alten Heimat wurde früher die Straßenbeleuchtung um 23 Uhr ausgeschaltet. Das hat gereicht. Später war kaum jemals jemand unterwegs, und wenn doch, so kam er schon irgendwie klar.
Was mich ebenfalls stört, sind die Bewegungssensoren, die in manchen Vorgärten selbsttätig das Licht einschalten, wenn man am Gehsteig an ihnen vorbeiläuft. Das ist absolut nervig, wenn man einfach nur ungestört und unbeobachtet zu seinem Ziel gelangen möchte.

Jeder meint, alle anderen überstrahlen zu müssen, und im Endeffekt sieht man weniger wesentliches als vorher.

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Schnittstelleninkompatibilitätsproblematik //2255

Vor mehreren Jahren hatte ich für einen Kunden eine Anwendung erstellt, die mit einer Third-Party-Software über eine bestimmte Schnittstelle verknüpft ist. Die Funktionalität dieser Third-Party-Software ist wesentlich für die Anwendung.
Inzwischen hat jedoch der Dritthersteller die Schnittstelle geändert, so dass sie nicht rückwärtskompatibel ist. Die von mir geschriebene Anwendung funktioniert also nicht mehr.

Der Kunde nahm daraufhin mit mir Kontakt auf. Die ältere Version der Third-Party-Software bekommt er auf einem modernen Rechner nicht mehr zum Laufen. Es ist also keine Option, einfach die frühere Version weiterzunutzen. Virtuelle Maschinen scheiden aus gewichtigen Gründen ebenfalls aus.
Es scheint, als sei die einzige Möglichkeit, meine Software so anzupassen, dass sie mit der neuen Schnittstelle zusammenspielt.
Ich glaube, dass dies durchaus machbar wäre, allerdings sehr langwierig und fehlerträchtig, hauptsächlich halt Fleißarbeit. Wenn ich schreibe, dass ich das „glaube“, so ist das lediglich meine Einschätzung. Sicher wissen kann ich es nicht. Es ist durchaus möglich, dass noch weitere Schwierigkeiten auftauchen, die nicht unbedingt behoben werden können.
Wie auch immer – ein Update wäre zeitaufwendig (für mich) und teuer (für den Kunden).
Zeit ist aber etwas, das ich nicht habe.

Bevor jetzt jemand von euch den Vorschlag macht, ich solle es von meinen Mitarbeitern erledigen lassen:
1. Sind das meine eigenen Sourcen. Ich trenne mein freiberufliches Business (auch wenn ich es derzeit nicht aktiv weiterverfolge) von der Firma.
2. Selbst wenn ich diese Idee trotzdem umsetzen wollte, so ist das ein ganz spezielles Thema, mit dem meine Mitarbeiter sich nicht auskennen, und sich erst länger einarbeiten müssten. Bringt also nichts.

So sehe ich nur die Alternativen
A. Ich sage dem Kunden ab. Er wird enttäuscht sein und frustriert, aber da kann ich auch nichts machen.
B. Ich nehme den Auftrag zwar an, aber nur unter Vorbehalt, mit niedrigster Priorisierung, ohne Zeitplanung und ohne Erfolgsgarantie. Ich könnte die Arbeit hin und wieder mal dazwischen schieben, wenn ich ein wenig Zeit habe. Das Projekt wird sich dann zwar länger hinziehen, aber irgendwann wird es doch abgeschlossen sein (ob allerdings erfolgreich, ist nicht sicher).
Dagegen spricht, dass ich schon genug anderes zu tun habe, auch so schon überlastet bin. In dem bisschen Zeit, das mir zwischen meinen Verpflichtungen bleibt, sollte ich mich – meiner Gesundheit zuliebe – ausruhen und entspannen, und nicht mir noch mehr Stress machen.
Ob der Kunde so lange warten kann, ist ebenfalls fraglich (vorläufig – aber keinesfalls auf Dauer! – nutzt der Kunde parallel noch einen alten Computer, auf dem die Software läuft). Soweit ich sehe, hat er eigentlich keine andere Option, ohne das ganze von einem anderen SW-Unternehmen ganz neu from Scratch aufsetzen und entwickeln zu lassen. Ob das schneller ginge, und billiger käme, ist zweifelhaft.

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Abendserien //2254

Oft habe ich ja abends noch zu arbeiten oder andere Verpflichtungen. Aber es bleiben auch noch Abende übrig, an denen ich mich ganz entspannt (manchmal mit, manchmal ohne Carsten) ein wenig vom Fernseher berieseln lassen kann. Meist ist mir nach einem anstrengenen Tag nicht mehr nach etwas anspruchsvollem, bei dem man viel denken müsste, zumute. So schaue ich ganz gerne hin und wieder (auch seichte) Serien.
Dabei beschränke ich mich auf Free TV über Satellit. Streamingdienste nutze ich grundsätzlich nicht. Wenn ich alles schauen könnte, wann ich will, dann würde ich viel zu viel schauen, statt meine Zeit sinnvoller zu verbringen. Insbesondere, wenn es Geld kostet, würde ich es auch ausnutzen wollen.
Üblicherweise sehe ich nur im Zeitfenster zwischen 18 und ca. 22 Uhr (ggf. noch den Film fertig) fern. Ausnahmen mag es insbesondere am Wochenende geben.

Viele Jahre lang habe ich die Simpsons gesehen. Aber – ehrlich gesagt – die neuen Folgen sind so geist- und witzlos, dass ich sie nur schaue, wenn ich absolut nichts besseres finde. Da hat man zig Programme, aber auf den meisten laufen nur irgendwelche Krimis, Sportsendungen oder Dokusoaps.
Ähnlich ist es mit Galileo nach den Simpsons. Inzwischen bringe ich es nicht mehr über mich, mir das noch anzutun. War ursprünglich mal eine Art „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene, durchaus informativ, aber das Niveau ist noch viel tiefer gesunken.

Was ich noch (!) gerne sehe, ist The Big Bang Theory, obwohl diese Serie mittlerweile sehr stark nachgelassen und ihren Biss verloren hat. Ich hoffe, dass das nahende Staffelfinale noch einigermaßen an den früheren Esprit anknüpft. Young Sheldon kommt nur einmal die Woche, und triggert in manchen Episoden meine Mutterinstinkte.
Bis vor wenigen Wochen liefen verschiedene Startrek-Serien im Vorabendprogram. Die habe ich nach Möglichkeit gerne gesehen. Jetzt gibt’s auf diesem Programmplatz nur noch Stargate, was mich überhaupt nicht reizt.
Zu ähnlicher Zeit läuft noch eine Folge Futurama, was ich hin und wieder einschalte. Leider läuft unmittelbar vorher eine abscheuliche, hässlich gezeichnete Zeichentrickserie, die mir das verleidet.

Alternativ findet man um diese Zeit häufig Naturdokumentationen – meist Astronomie oder Zoologie. Allerdings stellt sich auch häufig heraus, dass es Wiederholungen sind, und zum n-ten Mal ist das dann auch langweilig.
2.5 Men war recht witzig (wenn auch manchmal recht derb), solange Charlie Sheen noch mitspielte. Die paar Folgen danach, die ich noch gesehen habe, haben mir nicht mehr gefallen. Die Luft war mehr als raus.

Dann bin ich irgendwann beim Zappen noch bei ein paar anderen Serien hängengeblieben, um deren Genre ich normalerweise einen großen Bogen mache, die jedoch für einen einsamen Abend durchaus unterhaltsam waren.
Da ist zum einen Die Nanny. Diese Serie war einfach leichte, beschwingte Unterhaltung, und überraschend amüsant. Man brauchte nicht nach einem hintergründigen Sinn zu suchen, sondern konnte schlicht über die Witze lachen. Ideal nach einem stressigen Tag. Und oft stellte ich mir dabei vor, wie ich in der Garderobe von Miss Fine aussehen würde. Einige der Kleider entsprachen nämlich durchaus meinem Geschmack.
Arztserien sehe ich sonst nie, aber Doc Martin war anders. Schöne Landschaftsaufnamen, herrlich skurrile Charaktere, und Doctor Ellingham tatsächlich mal so, wie ein Arzt sein sollte: hochkompetent, professionell, redet Klartext, statt einen mit Wischiwaschi vollzulabern, kommt auf den Punkt (pun not intended). So dass man sogar über seine Hämophobie hinwegsehen kann. Dr. McCoy sollte sich ein Beispiel an ihm nehmen.

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Querbezüge //2253

Das Wellnesswochenende in einem Hotel hat mir gut getan. Ich bin jetzt wieder entspannter und ausgeruht. Hoffentlich hält der Effekt etwas an.

Wir waren ja am Donnerstag Nachmittag in Richtung Standort 4 aufgebrochen. Das dortige Hotel ist leider überhaupt nicht ansprechend, aber für eine Übernachtung reichte es. Wir frühstückten noch da, bevor wir direkt zum Betrieb gingen. Der Standortleiter begrüßte uns, bevor wir einen kurzen Rundgang machten.
Carsten und ich trennten uns dann.
Ich besuchte die Softwareentwicklung, um den Status der aktuellen Projekte festzustellen, und mich nach der Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erkundigen.
Mit Herrn Grau hat sich mein Verhältnis etwas verbessert, seit ich ihm die Verantwortung für einen großen Teil von Evalyze aufgetragen habe. Er kümmert sich wirklich engagiert darum, und das würdige und lobe ich auch ausdrücklich. Ich glaube auch, dass er inzwischen weniger raucht, denn sein Büro stank nicht ganz so extrem.

Der Besuchstermin war eigentlich recht ungünstig gelegen, weil dort am Donnerstag Feiertag gewesen war (was ich irgendwie vorher gar nicht registriert hatte), so dass etliche Mitarbeiter den Freitag für einen Brückentag genutzt hatten, und deshalb die Belegschaft nur teilweise anwesend war. Naja, war es wenigstens ruhiger.
Hätte ich – wie ursprünglich vorgesehen – den Schülertag in die Allerheiligenferien gelegt, hätten wir Standort 4 nicht in der gleichen Woche besuchen können. Das wäre mir dann zeitlich zu eng geworden.
Dass am Samstag wieder Genderkongress in der Trichterstadt war, hatte ich erst erfahren, als wir die Hotelübernachtungen bereits gebucht hatten. Vielleicht ganz gut so. So wurde ich wenigstens nicht in Versuchung geführt, meine Annenühmität zu schwächen.

Wir nahmen ein einfaches Mittagessen ein, und führten danach noch ein paar Einzelgespräche. Freitag Nachmittag – man merkte schon, dass die Leute eigentlich lieber ins Wochenende wollten.
Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, den wir auf etwa halber Strecke unterbrachen, um das Wochenende ohne geschäftliche oder sonstige Verpflichtungen in einem komfortablen Hotel mit Spa-Einrichtungen zu verbringen.

Dazu gibt es gar nicht viel zu sagen. Wenn wir uns nicht gerade diskret auf unser Zimmer zurückgezogen hatten, lagen wir halt die meiste Zeit an oder in den Wasserbecken, und machten gar nichts außer faulenzen. Ein wenig unterhalten (aber nicht zu tiefschürfend), zwischendurch etwas trinken, und – ja, offenbar ziehe ich immer noch lüsterne Männerblicke auf mich. Es war Carsten’s Idee, sie zu zählen. Da wir uns aber auf die Schnelle nicht auf die genauen Modalitäten (insbesondere die Totzeit) einigen konnten, ließen wir es bleiben.

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Vor dem Aufbruch //2252

Heuer bin ich spät dran mit dem Besuch bei Standort 4. Carsten war dieses Jahr auch noch nicht dort. Deshalb liegt es nahe, dass wir – zum ersten Mal – gemeinsam zu Standort 4 fahren. Wir nutzen dabei die Tatsache, dass morgen hier zwar Feiertag ist, unsere Anwesenheit also nicht erforderlich, bei Standort 4 dagegen nicht.
Wenn wir schon verreist sind, werden wir uns dann für das Wochenende bei einem Wellnesshotel irgendwo auf etwa halbem Weg einquartieren, um uns wieder mal zu entspannen und zu erholen.

Ein paar Stunden bin ich zwar noch hier, verabschiede mich aber jetzt bereits für die nächsten paar Tage. Bis dann!

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Männerschutz //2251

Das Abendessen mit Otto hatte sich länger verzögert, als vorgesehen. Und seither schiebe ich es vor mir her, darüber zu bloggen.
Meine üblichen flapsigen Annekdoten und Breakpointen sind dem Thema nicht angemessen. Ich weiß kaum, wie ich die ganze Angelegenheit angehen soll, ohne zuviel preiszugeben. Andererseits ist es mir schon ein persönliches Anliegen, zumindest den Kern zu verbloggen.
Ich hatte Otto gegenüber bereits einmal erwähnt, dass Männer von häuslicher Gewalt ungefähr ebenso stark betroffen sind wie Frauen.
Dann muss man noch wissen, dass Carsten bei Otto wegen einer Armverletzung in Behandlung war.

Das gemeinsame Essen begann ganz entspannt und angenehm. Wir unterhielten uns über verschiedenste Themen. Dann kam Carsten’s Armverletzung zur Sprache. Carsten machte noch einen Witz darüber. Otto berichtete daraufhin, dass ihm in den letzten paar Monaten in seiner Praxis verstärkt Verletzungen an Männern aufgefallen seien, die er bei Frauen für potentielle Anzeichen von häuslicher Gewaltanwendung gehalten hätte, das aber – bis zu dem sensiblisierenden Gespräch mit mir – als Möglichkeit bei Männern überhaupt nicht im Visier gehabt hatte.
Wir sprachen weiter über das Thema. Diesmal ernsthaft. Es gibt ja praktisch keine Hilfsangebote für Männer, keine Schutzeinrichtungen oder sonstwie geartete Unterstützung.
Irgendwann erzählte Otto dann zögernd, dass seine Ex-Frau ihm gegenüber auch gewalttätig gewesen sei, er es aber nach einiger Zeit doch geschafft hätte, sich von ihr zu trennen. Er habe das Phänomen damals als völlig ungewöhnlich betrachtet, und die Angelegenheit danach wohl verdrängt.
Mehr Einzelheiten dazu werdet ihr von mir nicht lesen. Ebensowenig wie über einige andere Fälle, über die ich im Laufe der letzten Jahre Kenntnis erhalten habe. Ich darf dazu nicht mehr schreiben.
Es muss eine schmerzliche Erfahrung für ihn gewesen sein. Es fiel ihm schwer, darüber zu sprechen. Meistens schweigen Männer aus Scham, oder weil sie erfahren mussten, dass kaum jemand Verständnis für sie hat, so dass sie nicht ernst genommen oder gar ausgelacht werden. Die Hemmschwelle ist hoch.

Abschließend waren wir uns einig, dass dieses – in Politik, Medien und Gesellschaft unter den Teppich gekehrte – Problem mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung verdient. Es muss dringend etwas für betroffene Männer getan werden.
So, sorry, aber mehr darüber zu schreiben, schaffe ich jetzt nicht. Vielleicht versuche ich ein andermal einen zweiten Anlauf. Der Grat ist so schmal, dass der kanonische Impuls viel zu unscharf ist.

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Morning Is Breaking //2250

Entspannend gleichmäßig spüre ich seine Kolbenbewegungen tief in mir.
Es ist noch dunkel. Ich spüre seine Wärme behaglich an meinem Rücken. Sein Arm liegt über mir, mit der Hand auf meinen Brüsten.
Wohlig kuschle ich mich enger an ihn, recke meinen Steiß ihm entgegen, und genieße die erfüllenden Stöße. Mein Unterleib reagiert automatisch mit rhythmischen Kontraktionen. Ich bin dabei, noch ein wenig einzudösen. ..

Plötzlich zeigt die Uhr, dass bereits sechs Uhr durch ist.
Er dreht sich auf die andere Seite und steht zügig auf. Ich bleibe noch wenige Minuten liegen, bevor ich ebenfalls das Bett verlasse.

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Die drei Bürokrazien //2249

Eigentlich gibt es nicht viel über den Besuch der Behördenmitarbeiter zu sagen (zumindest nichts, was für die Öffentlichkeit geeignet wäre).
Ich schreibe halt doch ein paar Sätze dazu, weil mir sonst der Blogstoff allmählich ausginge.

Die drei Mitarbeiter trafen zunächst bei Standort 1a ein, wo Herr Kleiter sie in Empfang nahm und begrüßte. Nach ein paar Formalitäten ließ er sie von Werner zum technischen Standort begleiten. Das ist nur wenige Minuten Fußweg.
Ich stand bereits unten am Eingang bereit, als sie hier ankamen.
Wir gingen dann gleich zum Entwicklungslabor, später zur Fertigung. Unsere Mitarbeiter zeigten ein paar Vorführungen, die Projektleiter beantworteten Fragen.
Als ich zwischendurch den Behördenmitarbeitern einen Kaffee anbieten wollten, lehnten sie ab. Sie nehmen wegen Compliance überhaupt nichts von den Betrieben, die sie besuchen, an.

Einer der drei wäre ja recht attraktiv gewesen, hätte er nicht so einen Geruch nach Parfum oder Deo verströmt. Dabei ist der einzig akzeptable künstliche Duft für Männer WD-40. Naja, vielleicht noch Kolophonium.
Ein anderer hatte einen Pferdeschwanz und wässrig-blaue Augen. Er war mir auf Anhieb unsympathisch, noch bevor seine unklare Art der Kommunikation meinen Eindruck bestätigte.
Der dritte schließlich war äußerlich so unauffällig, dass er keinerlei bleibenden Eindruck hinterließ, schien fachlich von den dreien aber der Kompetenteste zu sein.

Ich ließ mich dann mal für eine halbe Stunde von Werner vertreten, um selbst Kaffee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Mittagessen fiel aus.
Endlich – nach zwei Uhr nachmittags – waren die Behördenmitarbeiter fertig und hatten alles gesehen, was sie wollten. Ich glaube, dass wir ihre Fragen einigermaßen zu ihrer Zufriedenheit beantworten konnten. Einen schriftlichen Bericht kriegen wir noch.
Geschafft machte ich dann Feierabend, hatte daheim aber keinen Nerv mehr für Hausarbeit.

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Falsifitwittikation //2248

Auf Twitter gibt es nicht nur Umfragen. Man kann auch selbst SM-Experimente durchführen, die allerdings nicht besonders aussagekräfig sind, da die Reichweite begrenzt und die Beteiligung nicht repräsentativ ist.
In der Zeit vom 14. bis 22. Februar, aus der meine folgenden Tweets stammen, habe ich u.a. auch einmal solch ein kleines Experiment gestartet, und damit verschiedene Pauschalbehauptungen widerlegen können.

So, das war’s für diese Woche. Hoffen wir auf ein ruhiges, entspanntes Wochenende. #HappyWeekend
Obwohl die Aussage durchaus zutreffend war, war dieser Tweet vor allem ein #Experiment. Normalerweise twittere ich nicht in diesem Stil (naja, nicht ganz).
+Ich habe auf Twitter schon so oft Behauptungen (von Männern) gelesen, dass Frauen durch sexuellen Content oder das Zeigen von ein bisschen Haut Unmengen von Favs und Aufmerksamkeit bekommen.
+Mindestens genauso oft, wie die Behauptungen von Femis, Frauen würden grundsätzlich hier belästigt werden.
+Mein Ergebnis des Experiments nach 24 Stunden Laufzeit: Auf den ganzen Thread habe ich nur wenige Favs bekommen, eher unterdurchschnittlich im Vergleich zu sonstigen Tweets. Gar keine RTs. Immerhin ein paar DMs. ..
+.. Ein paar Replies, aber nur von Männern, mit denen ich auch sonst gelegentlich kommuniziere. Überhaupt nichts unangemessenes oder geschmackloses.
+Apropos unangemessen: Auf Twitter habe ich noch nie unerwünschte Dickpics bekommen (die paar, die ich gekriegt habe, waren nach Absprache). Dabei bin ich schon seit mehreren Jahren hier aktiv.
+Somit wären die Behauptungen, dass das immer und für alle Frauen gilt, widerlegt.
+Mag sein, dass das Ergebnis (auch) daran liegt, dass meine Followerschaft verhältnismäßig klein ist, und natürlich sind meine Gefolgsmänner alle hochanständig und kultiviert.
+Enttäuschend anständig.
+Weil wir schon beim Thema sind: Ich lese immer wieder, dass Frauen auf Komplimente oder freundliche Scherze gehässig oder hämisch reagieren. Oder gar vertrauliche Mitteilungen öffentlich machen. Nur zur Dokumentation: Das finde ich völlig daneben und davon distanziere ich mich.
++Übrigens gab es doch noch ein paar Favs als Nachzügler.
++Und ein paar Schlaumeier (die ich vorher noch nicht kannte) haben durchschaut, wie schlampig ich doch bin (als ob das etwas Neues gewesen wäre).
++Auf meine Frage vom Vortag, was ich am #Frauentag machen soll, hatte ich insgesamt mehr Feedback bekommen.
Verschreiber des Tages: [leicht] reitbar statt reizbar
Das schönste #Geburtstagsgeschenk für ihn ist es wohl, seinen Geburtstag zu vergessen.
Verleser des Tages: Nagus statt Nogos
Ex machina //2057 Zweitausendsiebenundfünfzig
In a special mood ..
+Bin heute schon den ganzen Tag so besonders rollig.
+Und hab gerade heute mehrere Besprechungstermine.
+Wenn man sich am liebsten auf den Schreibtisch legen würde, Beine auseinander, und sich dann hart durchrammeln lassen ..
+.. aber die kühle, distanzierte Chefin bleiben muss.
Termine, Verpflichtungen, Stress, Verantwortung .. immer mehr Führungsaufgaben statt fachlicher Arbeit .. wie einfach war es dagegen damals doch als Programmierschlampe.
Verleser des Tages: schwulwütige statt schutzwürdige
Ex tempore //2056 Zweitausendsechsundfünfzig
Verschreiber des Tages: rouge statt rough
Hat jemand eine Idee oder einen Vorschlag, wie ich den #Frauentag am 8. März gebührend begehen kann?
Verleser des Tages: [stehende] Ovulationen statt Ovationen
10 Minuten in der ganzen Wohnung nach einem einzelnen seiner Socken gesucht. Dann hatte er ihn in seiner Hosentasche.
Realität und Sprache //2055 Zweitausendfünfundfünfzig
Lieber ein weicher Hintern als ein weiches Herz.
Verleser des Tages: Klingonischer statt Kategorischer [Imperativ]
Auf Spurensuche //2054 Zweitausendvierundfünfzig
Stichhaltige Argumentation beruht auf Tatsachen. Nicht auf Moral. #FramingManual
Verschreiber des Tages: manufracturer statt manufacturer
Das ist doch nicht ernst gemeint? Das ist doch Satire? Kein ernstzunehmender Mensch kann doch so unsachlich argumentieren? Oder doch? #FramingManual #ARD
+Ich will doch nur neutrale, unvoreingenommene Informationen über Fakten. Dass die @ARDde so tief gesunken ist, erschüttert mich. Eine Unterstützung, diese Fakten moralisch einordnen zu können, brauche und will ich nicht.
+Ich habe die @ARDde früher wirklich für eine seriöse Informationsquelle gehalten. In den letzten Jahren habe ich allerdings zunehmend tendenziöse Berichterstattung bemerkt. Mit dem #FramingManual haben sie sich jetzt endgültig disqualifiziert und für mich unglaubwürdig gemacht.
So ein Locher ist schon ein sehr toxisch-patriarchales Bürowerkzeug!
Einfach mal das Messen und Wiegen den Profis überlassen! #Toleranz
Verleser des Tages: Prinzessin statt Professorin
Deutsches Sprach //2053 Zweitausenddreiundfünfzig
Verschreiber des Tages: Doof statt Dorf
Verleser des Tages: Bräutigam statt Bräunung
„Im Kreis“ #Blogparade //2052 Zweitausendzweiundfünfzig
Verschreiber des Tages: verführt statt verfrüht
Verleser des Tages: letzter statt leichter [Regen]
Frau vor mir in der Queue beim Bäcker bestellt „Latte Matschiato“. Mir gruselt’s.
Kein Valendonnerstag //2051 Zweitausendeinundfünfzig
Vielen Dank an alle, die versucht haben, mich aufzumuntern.
Verhörer des Tages: Higgs-Boson statt Flixbus
Könnte mal wieder eine gute Nachricht vertragen.
+Derzeit läuft alles irgendwie schief.
+Stiefenkelin schwer krank, wichtigstes Projekt hängt, ein Freund- verschwunden, Tante Irma nervt, noch ein paar ärgerliche Kleinigkeiten (zwar nicht wirklich schlimm, aber lästig und zermürbend), ..
Verleser: pazifisch statt pazifistisch
Allein zwischen Medizinern //2050 Zweitausendfünfzig

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Ungeladene Gäste //2247

Für heute haben sich kurzfristig Behördenmitarbeiter für ihren Besuch angekündigt. Es geht um die Prüfung und Zulassung eines unserer Produkte.
Da Ulrich krankgeschrieben, Jason unabkömmlich in Standort 6, und Carsten geschäftlich außer Haus, bleibt es aus dem (technischen) Management allein an mir hängen, mich mit diesen Behördenmitarbeitern abzugeben.
Theoretisch könnte ich Joachim oder Herrn Kleiter dazubitten, aber das wäre höchstens zur moralischen Unterstützung. Thematisch können sie nichts beitragen.

Ob ich heute Nachmittag zu meinem freitäglichen Wohnungsputz komme, ist fraglich. Wenigstens etwas Gutes.

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2^2 * 3^3 #anykey //2246

108 Tasten hat die Tastatur (an meinem Hauptcomputer).

Da ist vor allem der Schreibmaschinenblock, den ich hauptsätzlich nutze. Die Caps-Lock-Taste nervt (weshalb ich sie in eine Shift-Taste umkonfiguriert habe), und die Windows- sowie Menütasten brauche ich eigentlich nicht unbedingt, aber ansonsten ist der Schreibmaschinenblock mit seinen 62 Tasten der wichtigste Bereich auf meinem Computer.
Die Escape-Taste oben links brauche ich genauso wie die (meisten der) 12 Funktionstasten mehr oder weniger für spezielle Anwendungen.
Den Numerik-Block mit seinen 17 Tasten ganz rechts nutze ich normalerweise gar nicht (höchstens wenn gerade ein QWERTY-Layout eingestellt ist, und ich mathematische Operatoren brauche). Auf meinem Notebook geht’s auch ohne.
Manchmal brauche ich die vier Cursortasten zum Navigieren. Pos1, End, PageUp und PageDown dagegen nutze ich fast nie. Die Del-Taste dagegen verwende ich manchmal. Einerseits beim Löschen als Alternative zu Backspace, andererseits ist Ctrl-Alt-Del immer noch eine wichtige Tastenkombination, wenn der Rechner mal nicht so reagiert, wie er soll. Die Ins-Taste dagegen ist mir öfter Ärgernis als Nutzen.
Dann gibt es noch die Druck-Taste, mit der ich hin und wieder Screenshots erstelle. Die Rollen- und die Pausetaste habe ich dagegen noch niemals benutzt, ich wüsste auch gar nicht wofür.
Ebenso wenig die Waketaste. Bleiben noch die zwei letzten Tasten, die man (zusammen mit der Wake-Taste) kaum noch auf Tastaturen findet: Die Power- und die Sleep-Tasten.

Ich habe meinen Computer so konfiguriert, dass er auf einen Tastendruck auf Power hibernatet, und auf Sleep in den Stand-by geht. Auf diese beiden Tasten, bzw. dass es zwei separate Tasten dafür gibt, lege ich großen Wert.
Jetzt gibt es aber kaum noch Tastaturen, die sowohl Power- als auch Sleep-Taste haben. Meine Tastatur zickt hin- und wieder. Ich bin mir nicht sicher, ob es an der Tastatur selbst liegt, oder am USB-Controller bzw. Tastaturtreiber liegt. Nach dem Aufwachen reagiert die Tastatur manchmal minutenlang überhaupt nicht (egal an welchem USB-Anschluss ich sie eingesteckt habe). Wenn sie dann endlich da ist, arbeitet sie wieder einwandfrei.
Jedenfalls habe ich mich ein wenig nach einer neuen Tastatur umgesehen. Die wenigen mit Power- und Sleeptaste, die ich gefunden habe, gefallen mir aus anderen Gründen nicht.

Ja, ich weiß, dass das das Sleepen oder Hibernaten auch mit der Mouse über das Startmenü geht. Setze ich auch bei anderen Rechnern mit einfacherer Tastatur ein. Es stört mich aber. Ich möchte das mit einem einzigen Tastendruck erreichen.

Wenn ich mir also (irgendwann) eine neue Tastatur zulege, wird es vermutlich eine mit nur 105 Tasten sein. Der Wake-Taste weine ich keine Träne nach, aber Power und Sleep werde ich vermissen.
Andererseits habe ich dann solch überflüssige Tasten wie Rollen oder Pause. Das bringt mich auf die Idee, diese Tasten zu Power und Sleep umzukonfigurieren.
Ähnlich wie bei der unsäglichen Caps-Lock-Taste lässt sich in der Registry die Scancode Map modifizieren. Bisher habe ich mich noch nicht getraut, das mal auszuprobieren, aber wenn ich mal mehr Zeit habe, werde ich es testen.

Nachtrag: Es ist schon wieder zwei oder drei Wochen her, als ich diesen obigen Text geschrieben hatte. Bald danach funktionierte meine Tastatur wieder einwandfrei. Keine Ahnung, was da los war. Aktuell geht es wieder und so sehe ich momentan keine Veranlassung, etwas am Scancode Mapping zu verändern.
Kann jedoch jederzeit auch wieder akut werden.

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Rückblick 1. Halbjahr 2019 //2245

Der Oktober ist ein guter Zeitraum, um das erste Halbjahr, also Januar bis Juni 2019, im Rückblick konzentriert zusammenzufassen.

Carsten’s Enkelin Sophie war schwer erkrankt und lag in der Kinderklinik, als wir aus unserem Winterurlaub zurückkamen.
Den länger geplanten Kolloquiumsvortrag an Holger’s Uni erweiterten wir um noch einen Miniurlaub.
Um Evalyze zügig voranzubringen, stellte ich Severin ein, der sich um die mathematischen Grundlagen kümmern sollte.
Im Rahmen unserer Expansion gingen wir ein Joint Verture ein, infolge dessen ich für die Technik in Standort 6 verantwortlich wurde.
Leonie, Thomas‘ Tochter, wollte nach ihrem Abitur bei uns in den Ferien als Werkstudentin jobben.
Nach Sophie’s Entlassung aus dem Krankenhaus, machten wir mit ihrem Bruder Niklas einen Ausflug in den Zoo.
Wir kombinierten die Reisen zu Standort 3, meinen Eltern und Standort 2.
Als Carsten mit einigen Freunden auf eine Fahrradtour ging, blieb ich mit der alleinigen Verantwortung als Strohwitwe zurück.
Die Betriebsbesichtigung, die ich für meine Verwandten durchführte, verlief zwar glatt, aber enttäuschend.
Ziemlich kurzfristig besuchte ich Standort 5.

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Entkräftet //2244

Warum bin ich nur so erschöpft?
Früher arbeitete ich normalerweise vorrangig an einem einzigen großen Projekt, auf das ich mich voll fokussieren konnte. Manchmal gab es auch gerade keines. Trotzdem hatte ich genug zu tun, mich auf dem Laufenden zu halten, und meine eigene Software zu pflegen und weiterzuentwickeln.
Aber jetzt existiert nicht mehr das „eine“ Projekt, sondern mehrere parallel, für die ich aber alle verantwortlich bin. Zwar mache ich selbst kaum etwas konkret daran, muss aber den Überblick über jedes einzelne und seine Fortschritte behalten.
Ich fürchte, mich zu verzetteln. Ich darf nichts wichtiges vergessen. Dabei habe ich zusätzlich zu den Projekten auch noch eine Unmenge Kleinkram, an den ich denken muss. Von verschiedenen repräsentativen Aufgaben gar nicht zu reden.
Und wenn ich meinen Planungen ganz zweckmäßig eingerichtet habe, kommt bestimmt irgendetwas dazwischen und ich muss kurzfristig zu einer Besprechung, mit deren Agenda ich noch nicht einmal unbedingt direkt etwas zu tun habe.
Als Programmierschlampe damals war ich von niemandem abhängig und nur für mich allein verantwortlich. Ich war frei, meine Zeit nach Belieben einzuteilen.
Jetzt ist das anders. Ich muss auf die Zuarbeit anderer warten, muss mich darum kümmern, über alles relevante informiert zu werden, und kann die Erledigung der delegierten Aufgaben nur begrenzt beeinflussen.
Es fällt mit immer noch schwer, nach dem Delegieren die Kontrolle zeitweilig abzugeben, und mich darauf zu verlassen, dass die Aufgaben in meinem Sinne erledigt werden.
Gefühlt hatte ich sogar, als ich meine Dissertation schrieb, mehr zeitlichen Freiraum, da ich mich dabei voll darauf konzentrieren konnte, und nicht noch so viele andere Projekte parallel im Auge behalten musste. Da konnte ich mir guten Gewissens auch mal eine völlig unproduktive Pause gönnen.
Mir fehlt es auch, selbst fachlich zu arbeiten. Meine Aufgaben sind es im Wesentlichen, die Vorgaben zu machen, und schließlich Fortschritte und Ergebnisse zu überprüfen. Um selbst in meiner Freizeit zu programmieren, fehlen mir Zeit und Ruhe. Ich bin schon froh, wenn ich meine eigene Standardsoftware halbwegs aktuell halten kann. Zur Entspannung mal zwischendurch ein Progrämmchen zu schreiben, ist kaum drin. Und mir fehlt auch der Schwung.

Wenigstens mein breakpoint Blog ist eine fixe Konstante in meinem Leben. Es erlaubt mir, regelmäßig meine Gedanken mal in einem erweiterten Kontext niederzuschreiben. Durch eure Kommentare erhalte ich manchmal auch neue Aspekte und Sichtweisen.
Dagegen liegt mein Auschfrei-Blog schon seit Monaten brach. Einerseits wenig Zeit. Andererseits auch kein Thema, das mich motivieren würde, mir die Zeit irgendwie freizuschaufeln. Ich habe keine Lust, den soundsovielten Blogpost einer Feministin zu sezieren, oder wieder mal eine frustrierte Informatikstudentin zu Wort kommen zu lassen. Früher habe ich versucht, mich auch in der Femiblase einigermaßen auf dem Laufenden zu halten, aber inzwischen habe ich nicht mehr den Nerv, mir das dümmliche Gefasel anzutun. Keine Lust, mich zu wiederholen, um zum n-ten Mal den Gender Pay Gap oder andere Mythen zu widerlegen. Wenn mir hin und wieder doch mal eine Idee für ein interessantes Thema kommt, so wäre die Ausarbeitung zu zeitintensiv. Schaffe ich nicht.

Privat ist es mal so, mal so. Carsten steht ja genauso unter Stress, und ist gerade in letzter Zeit wieder viel unterwegs. Da gelingt es nur selten, dass wir mal gemeinsame, unbeschwerte Zeit finden.
Im Gegensatz zu mir lebt er richtig auf, wenn er möglichst viele unterschiedliche Verantwortlichkeiten hat.

Ich ermüde schnell (da ich weiß, dass ich zur Anämie neige, nehme ich ja schon häufig Eisentabletten). Immer öfter habe ich Kreislaufprobleme, Schlafstörungen, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen. Bisher noch nicht alles auf einmal, aber insgesamt in Häufigkeit und Intensität steigend. Mein eigenes Pflichtbewusstsein und mein Hang zum Perfektionismus machen mir den Druck. Wo sind nur meine Gelassenheit und Nonchalance geblieben? Ich sehe nur noch (potentielle) Probleme. Für Angelegenheiten, die glatt und erfolgreich laufen, finde ich kaum noch Aufmerksamkeit.

Ach je! Ist das ein Jammereintrag geworden! Aber wo sonst, wenn nicht im Blog? Keine Sorge, ich komme schon klar. Manchmal hilft es schon, den ganzen Verdruss einfach nur mal in Worte zu fassen.

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Vitae discimus //2243

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich neulich gelesen habe, dass es viele Vorschläge für neue Schulfächer gibt. Es gibt da zig Ideen, von denen einige durchaus zweckmäßig wären (z.B. Medienkunde, Digitale Kompetenz oder wie man es nennen möchte), andere aber auch nicht.
Es ist ja zweifellos sinnvoll, zu überlegen wie man den Fächerkanon der Schule zeitgemäß anpassen kann, um die Schüler fit für ihr späteres eigenverantwortliches Leben zu machen.
Das Problem jedoch ist, dass für jedes neu zu etablierende Fach mindestens ein anderes Federn lassen muss.
Auf die Frage, auf welches Fach man denn am ehesten verzichten könnte, kam leider nur der Vorschlag, Latein zu streichen.
Im folgenden möchte ich darlegen, warum ich das für eine miserable Idee halte, und einige Alternativen aufzeigen.

Ganz zurecht wird darauf hingewiesen, dass Latein eine tote Sprache ist. Aber viele gebräuchliche Sprachen – wie Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch, Rätoromanisch, Sardisch, .. – sind davon abgeleitet. Diese decken immerhin u.a. halb Europa, sowie Mittel- und Südamerika ab. Mit fundierten Lateinkenntnissen erlernen sich (nicht nur, aber insbesondere) die genannten Sprachen wesentlich leichter. Nicht zuletzt unterstützt das im Lateinunterricht erworbenen Metawissen (was ist überhaupt ein Gerundium? wozu benutzt man ein Demonstrativpronomen? was ist die 2. Person Plural Indikativ Plusquamperfekt Passiv von rufen – ihr wart gerufen worden) über Grammatik, den korrekten Gebrauch sämtlicher andere Sprachen, sogar der eigenen Muttersprache.
Wer den lateinischen Wortschatz erlernt hat, dem fällt es bei vielen Fremdworten leicht, ihren Sinn deduktiv zu erfassen. Latein ist unabdingbar für eine höhere Bildung. Ohne Latein würden noch mehr Leute grausame Wortkonstruktionen wie „Praktikas“ oder „Antibiotikas“ nutzen, als es ohnehin schon fälschlicherweise tun. Spätestens nach einer Generation ohne Lateinunterricht ginge dieses Allgemeinwissen verloren.

Latein übt strukturiertes Denken. Lateinische Sätze sind i.A. stark ineinander verschachtelt. Sich mit ihnen auseinanderzusetzen, fördert, den Überblick auch über komplizierte Strukturen zu behalten. Dies ist nicht nur eine unverzichtbare Kompetenz bei der Bearbeitung von Quellcode. Bei vielen Berufen profitiert man von solchen Fähigkeiten.
Latein fördert systematisches Denken. Ich erinnere mich gerne an die Tabellen mit Deklinationen und vor allem Konjugationen – hach! Die mentale Leistung, Semantik mit Syntax zu verschmelzen, ist bei Latein besonders methodisch. Diese eindeutigen Zuordnungen schulen Gehirnprozesse, die wichtig für logische und analytische Problemlösungen sind.

Ob der Lateinunterricht fünf oder gar sieben Schuljahre lang gehalten werden soll, darüber könnte man vortrefflich streiten. Ich würde hier durchaus Zugeständnisse machen, und drei Jahre (bei jeweils fünf Wochenstunden) als ausreichend betrachten. Nach dieser Zeit hat man die wesentlichen Kompetenzen entweder einigermaßen verinnerlicht, oder wird es auch nicht mehr.

Wenn also die Einführung neuer Schulfächer es erfordert, bei den bisherigen Fächern Abstriche zu machen, welches Vorgehen würde ich dann empfehlen?
Beginnen wir mit Religion. Religion ist m.E. reines Privatvergnügen und hat in staatlichen Schulen nichts verloren. Eine Art konfessionsunabhängigen Ethikunterricht würde ich allerdings sogar befürworten. Der muss allerdings nicht die gesamte Schulzeit hindurchlaufen, schon gar nicht zwei Stunden die Woche. Insgesamt ließen sich einige Jahreswochenstunden dort einsparen.
Ähnlich sehe ich es mit Sport. Und auch Kunst und Musik sind streng genommen überflüssig. Ich schlage vor, diese drei Fächer nur noch als Wahlpflichtfächer zu behalten, aus denen man in jedem Schuljahr eines (oder meinetwegen auch zwei) wählt.
Auch bei Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde könnte man etliches kürzen. Das ist eh bloß jedes Jahr wieder der gleiche uralte, langweilige Kram. Entweder macht man – analog Sport-Musik-Kunst – Wahlpflichtfächer daraus, oder man fasst sie zu einem Schulfach zusammen, bei dem sich vieles abspecken ließe.

Welche Fächer gibt es noch?
Mathematik wird IMHO bereits zu wenig gelehrt statt zu viel. Den Unterricht sollte man besser ausbauen. Es geht nicht an, dass Abiturienten mit einem simplen Dreisatz Probleme haben, und vom Lösen einer quadratischen Gleichung überfordert sind.
Als Naturwissenschaftlerin sehe ich kaum Kürzungsmöglichkeiten bei Physik, Chemie oder Biologie, sehe aber ein, dass manche Schüler andere Neigungen haben. So würde ich eine Einschränkung akzeptieren, solange interessierte Schüler die Option haben, diese Fächer in (mindestens) bisherigen Umfang freiwillig zu belegen.
Wirtschaft und Recht gibt es, glaube ich, nur in Bayern. Meiner Ansicht nach ist es durchaus sinnvoll, zu lernen, wie eine Bilanz aufgebaut ist, oder wie etwa ein Kaufvertrag zustande kommt. Das Fach wird ohnehin nur in geringem Umfang gelehrt, so dass dabei nicht viel Stoff gestrichen werden kann. Eventuell wäre eine Zusammenführung mit Erdkunde-Geschichte-Sozialkunde denkbar.
Spätestens nach der 7. oder 8. Klasse sollte man (als Muttersprachler) die deutschen Rechtschreib- und Grammatikregeln eigentlich beherrschen. Es ist also durchaus eine Option, den Deutschunterricht danach zu reduzieren. Insbesondere die nervigen Textanalysen und Gedichtinterpretationen sind im bisherigen Umfang unnötig wie ein Kropf. Wichtiger wäre dagegen das Schreiben von Berichten, Protokollen und anderen Sachtexten zu üben – eine Fähigkeit, die für die meisten Schüler im späteren Berufsleben von Relevanz sein dürfte, und aktuell vom Deutschunterricht sträflich vernachlässigt wird.
Jetzt kämen wir noch zu den anderen Fremdsprachen. Latein habe ich ja schon ausführlich behandelt. Englisch ist ebenfalls unerlässlich. Den Fokus sollte man jedoch mehr zum mündlichen Englisch verschieben. Ab dem dritten Lernjahr ein Referat pro Schuljahr und Schüler dürfte hilfreich und realistisch sein. Weitere Fremdsprachen nach Interesse der Schüler und Kapazitäten der Schule, aber nicht als Pflichtunterricht.

Insgesamt schwebt mir eine Dezimierung der Pflichtfächer vor (nur noch D, M, 1. und 2. FS), zugunsten einiger Wahlpflichtfächer und einer üppigen Auswahl von Wahlfächern (ggf. auch mit Schülern mehrerer Jahrgangsstufen gemeinsam) – eigentlich so eine Art Kurssystem wie dereinst in der Kollegstufe. Allerdings ginge das in letzter Konsequenz nur für die höheren Jahrgänge. Die Schüler der unteren Klassen benötigen wohl noch einen festen Klassenverband, den man jedoch nach und nach durch Wahlpflichtfächer auflockern könnte.

Zu guter Letzt kann ich mir einen Hinweis nicht verkneifen:
Wenn in den letzten Jahrzehnten die Abiturientenquote eines Jahrganges deutlich gestiegen ist, so sind die Absolventen wohl kaum schlauer geworden. Wesentlich plausibler ist dagegen, dass das allgemeine Niveau gesunken ist.

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Rumgetwittert //2242

Nach und nach verkürzt sich der Zeitabstand zwischen Erstveröffentlichung meiner Tweets, und ihrer Wiederholung in einem Blogeintrag. Die folgenden wurden zwischen dem 30. Januar und 13. Februar geschrieben, was jetzt wieder bald acht Monaten entspricht.

Feierabend. Es reicht.
Verhörer des Tages: Redner statt Rentner
Verleser des Tages: [von den] Redaktionen statt Reaktionen [überrascht]
Verschwunden, aber nicht im Hilbertraum //2049 Zweitausendneunundvierzig
Verhörer des Tages: Makel statt Merkel
Verleser des Tages: Multikuh statt Multikulti
Die Sache mit der Wissenschaft //2048 Zweitausendachtundvierzig
Verschreiber des Tages: heißer statt heiser
Verleser des Tages: Pyramide statt Pyromane
Getrennte Wege //2047 Zweitausendsiebenundvierzig
+Das war übrigens der 2^11-te Eintrag. (111 1111 1111)
Verleser des: [Bildmaterial des] Pornodarstellers statt Produktherstellers
Getwitter im Mai //2046 Zweitausendsechsundvierzig
Verschreiber*In des Tages: Gestern statt Gestein
Verleser des Tages: Maibock statt Macbook
breakplaining: Monte-Carlo Zweitausendfünfundvierzig
+Sollte mit //2045 indiziert sein. Bin ein wenig neben der Spur.
Abwarten und hoffen //2044 Zweitausendvierundvierzig
Ist das Satire?
Verschreiber des Tages: Involute statt Involuntary
Wenn die Aussage, dass für beruflichen Erfolg Können und Leistung erforderlich sind, beleidigend, verletzend und frauenfeindlich ist, dann bin ich eben beleidigend, verletzend und frauenfeindlich.
Verleser des Tages: Weinerlichkeit statt Weiblichkeit (im Zusammenhang mit #Feminismus)
Der Aussetzer //2043 Zweitausenddreiundvierzig
Verschreiber des Tages: Maria statt Mafia
Übrigens stammen 100 Prozent aller Bundeskanzlerinnen aus dem Osten.
Topologie, Halbleiterphysik, Astrophysik, Speichermedium, Strickmuster, Philosophie, Grabungen, Bohrungen, Nadelöhr, Apfelausstecher, Emmentaler, Aktenordner, .. #LochIstLoch
Verleser des Tages: [Mr.] Bums statt Burns
Topologische Tautologie ist topologische Tautologie. #LochIstLoch
+(genüsslich an einer Laugenstange knabbernd)
Bei den Kaufleuten //2042 Zweitausendzweiundvierzig
VerschreiberIn* des Tages: Duschgel statt Dschungel
Soll ich zukünftig meine [Verleser|Verschreiber|Versprecher|Verhörer|..] gendern? [Immer|Abwechseln|Mit Sternchen|Mit Binnen-I]
Verleser des Tages: Einbrecherin statt Ehebrecherin
Morgengrauen //2041 Zweitausendeinundvierzig
Verschreiber des Tages: skalar statt säkular
Verleser des Tages: Mammographie statt Mammonmagazin
Suchbegriffe – die soundsovielsten //2040 Zweitausendvierzig
Verschreiber des Tages: Schuldbürger statt Schildbürger
Übrigens dürfen Frauen unter 21 in Deutschland erst seit 1974 wählen. #Frauenwahlrecht #100JahreFrauenwahlrecht
Verleser des Tages: Radiology statt Radlobby
Nicht ganz so rigoros //2039 Zweitausendneununddreißig
Verschreiber des Tages: Sepsis statt Skepsis
Seit Jahren versuche ich zu verbreiten, dass es „Kilometer pro Stunde“ (km/h) heißt, nicht „Stundenkilometer“. Und dann lese ich irgendwo „kW/h“! Grrrr!
+“Kilowatt pro Stunde“! Das muss man sich mal vorstellen! Grausam!
Verleser des Tages: Individualismus statt Idealismus
Eine Frage der Perspektive //2038 Zweitausendachtunddreißig
Verhörer des Tages: Nickel statt Nikkei
Verleser des Tages: Korea statt Koran
An zwei Tagen hintereinander verschlafen.
Ein Ring sie zu knechten //2037 Zweitausendsiebenunddreißig

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Die Mutter des Gedankens – #Blogparade „Creativity“ //2241

Vor einigen Jahren hatte ich bereits an einer Blogparade zum Thema Kreativität teilgenommen. Jetzt habe ich wieder von einer Blogparade zum gleichen Thema erfahren. Zwar ist mein früherer Beitrag dazu immer noch aktuell, dennoch gibt es wieder ein paar neue Aspekte dazu.
Damals hatte ich Kreativität definiert als „das eigenständige Erschaffen einer neuen, originellen Idee“ (Details auf dem oben verlinkten Blogbeitrag). Im Wesentlichen bleibe ich bei dieser Definition. Kreativität bedeutet das Ausdenken und Erfinden einer neuartigen, innovativen Geistesschöpfung, und deren dinglicher oder begrifflicher Umsetzung bzw. Gestaltung – ein selbstentworfenes Strickmuster, eine nützliche Erfindung, ein optimierter Algorithmus, ein genialer mathematischer Formalismus ..

Wieder mal bin ich im Dilemma, dass ich über meine geistigen Kinder nicht konkret genug bloggen darf, um sie verständlich zu machen. Deshalb gibt es jetzt keine Aufzählung meiner kreativen Leistungen. Als Beispiel sei lediglich Evalyze genannt (von dem ich BTW hoffe, dass es Anfang nächsten Jahres produktreif sein wird).
Und ja, ein Teil meiner Kreativität fließt auch in das Blog.

Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Es gibt zwar eine Reihe Kreativitätstechniken, aber meist ereilt mich ein kreativer Einfall aus heiterem Himmel. Gerade denke ich noch an etwas komplett anderes, dann fällt mir ein weiteres Thema ein, mein Gehirn stellt Assoziationen und Querverknüpfungen her, und – bling! – eine neue Idee ist geboren.
Zugegebenermaßen sind die meisten dieser Geistesblitze nicht besonders interessant oder gar unsinnig. Die Kunst ist es, diejenigen Ideen herauszufiltern, die es wert sind, weiterverfolgt zu werden. Und selbst bei diesen Ideen schaffe ich nur einen Bruchteil, sie tatsächlich umzusetzen. Die Zeit ist knapp und kostbar.
Wenn mir mal gar nichts besonderes einfällt, dann zehre ich von früheren Ideen. Da gibt es noch genug, die ich erst mal zurückstellen musste.
Die kreativsten Einfälle kommen, wenn man nicht damit rechnet.

Oftmals ist auch Faulheit der Auslöser von Kreativität. Um sich stumpfsinnige Routinetätigkeiten zu ersparen, sinnt man auf Abhilfe durch eine kreative Neuerung als Lösung.

Kreativität ist die Fähigkeit, auf bekannten Gegebenheiten basierend etwas neuartiges zu erdenken. Diese Fähigkeit gibt der Menschheit gegenüber Tieren einen entscheidenden Vorteil, denn sie ist Voraussetzung für den Aufbau von Zivilisation und Kultur.

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Das verklingende Echo der Loreley //2240

Als ich letzte Woche gegenüber Carsten erwähnt hatte, dass Frank und dessen Frau sich getrennt haben, meinte jener nur, dass er jetzt keine „Loreley-Geschichten“ hören möchte.
Ein paar Tage später kamen wir jedoch wieder auf das Thema zurück, und diesmal lief unsere Unterhaltung ganz anders. Carsten hatte Frank’s Frau ja einmal kennengelernt und sich ganz gut mit ihr verstanden.

„Du hast also seine Ehe auf dem Gewissen“, meinte Carsten stirnrunzelnd.
„Nein, wie kommst du darauf?“, verteidigte ich mich, „von Frank’s Seitensprung wusste sie bis vor kurzem gar nichts.“
„Das hat dann bestimmt das Fass zum Überlaufen gebracht. Und es ändert nichts daran, dass ihr damals, als das Kind klein war, miteinander eine Affäre hattet.“
„Das war nur ein ONS. [Oder vielleicht auch ein paar.] Frank fühlte sich von ihr vernachlässigt, weil sie sich nur noch um das Kind kümmerte. Er hatte sexuellen Notstand. Ich damals auch. Da hat es sich halt so ergeben.“

Ich habe früher ja meist von verheirateten Männern Abstand genommen. Zumindest habe ich es nicht drauf angelegt. Da musste von ihnen schon ein Großteil der Initiative ausgehen. Und wenn das so war, dann war wohl auch die Ehe bereits nicht mehr so ganz im Lot, sonst wären diese Männer sicher nicht fremdgegangen. Außerdem meine ich, dass eine stabile Ehe so etwas aushalten muss. Aber Carsten sage ich das besser nicht.
Jedenfalls lasse ich mir die Schuld dafür nicht in die Schuhe schieben. Ich bin nicht fremdgegangen, da damals noch ohne Exklusivitätsverpflichtung. Das waren diese Männer. Es war deren Verantwortung. Ich wollte mich nie in eine bestehende Beziehung hineindrängen, und habe mich deshalb immer sehr zurückgehalten. Sex ja, aber keine darüberhinausgehenden Ansprüche.

„Ich hatte dir sogar nahegelegt, dass Frank’s Frau keinesfalls von eurem Fehltritt erfahren darf.“
„Ich hab’s ihr ja nicht verraten. Es ist Frank wohl rausgerutscht, als sie Streit hatten“, erklärte ich in die Defensive gedrängt.
„Du machst es dir schon recht leicht. Es ist ja nicht das erste Mal, dass du so eine ungute“, er zögerte, „.. katalytische Rolle beim Ende einer Beziehung spielst.“
„Ich muss mich nicht bei dir dafür rechtfertigen, was ich gemacht habe, bevor wir miteinander eine Beziehung eingegangen sind. Jedenfalls habe ich niemals meinen Partner hintergangen“, rief ich zunehmend verärgert, „spiel du dich nur nicht so als Moralapostel und Heiliger auf! Schließlich hast du selbst Ingrid mehrfach betrogen, als du mit ihr verheiratet warst!“

Er runzelte die Stirn bedrohlich, packte mich an den Oberarmen und schob mich gegen die Wand. Ich versuchte, ihn von mir wegzudrücken, aber es gelang mir nicht. Mit einer Hand zog er erst meinen Rock nach oben und öffnete dann seine Hose.
Als er ruckartig in mich eindrang, musste ich erst nach Luft schnappen. Dann schloss ich die Augen, und spürte die tiefen Stöße in mir. Schon bald reagiert mein Körper heftig. Kurz danach war er ebenphalls fertig, zog sich zurück und verstaute alles wieder.
Er atmete tief durch, und murmelte dann etwas, das ich verstand wie „Nun ja, ist ja schließlich schon acht Jahre her, und wir waren damals noch nicht zusammen.“

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File Transfer Pro~blem //2239

Es gibt zwei FTP-Sites, die ich häufig nutze.
Zum einen ist da der FTP-Zugang meiner Website, über den ich immer wieder Dateien hochlade, wenn ich etwas an ihnen geändert habe. Zum anderen ist es der FTP-Server eines beruflichen Fachverbandes, von wo ich hin und wieder aktuelle Dokumente herunterlade.
Um mir die Sache zu vereinfachen, hatte ich diese beiden Sites als Network Locations meinem Computer hinzugefügt. So reicht ein Klick, um die jeweilige Site im Explorer zu öffnen. So kann ich ganz einfach Dateien per Drag’n’Drop kopieren. Jahrelang lief das ganz wunderbar.
Seit dem letzten Windows Update jedoch nicht mehr.

Ich wollte auf den FTP-Server des Fachverbandes zugreifen. Eine Meldung poppte auf, dass diese Seite readonly sei, ob ich sie trotzdem öffnen wolle. Ich wunderte mich zwar ein wenig, dachte zunächst der Fachverband hätte etwas an der Konfiguration geändert. Da mir readonly reichte – ich habe dort eh keine Schreibrechte und wollte ja nur Dokumente runterladen – klickte ich auf OK – nicht ohne vorher die Checkbox, dass ich diese (nervige) Meldung nicht mehr sehen wolle, zu aktivieren.
Statt im Explorer öffnete sich die Seite im Webbrowser. Das heißt, eine Liste mit verlinkten Directories und Dateien wurde angezeigt. Da hätte ich zwar jede Datei einzeln downloaden können, aber mehrere Dateien selektieren und in einem Schwung in den Ordner meiner Wahl zu ziehen, wäre nicht gegangen. Bei vielleicht zwanzig Dateien ist das mehr als lästig.

Es hätte ja sein können, dass dieses veränderte Verhalten an der Konfiguration des FTP-Servers hängt, aber bei meiner Website war es das gleiche. Upload auf diese Weise unmöglich.
Ich schaute nach, ob in den Properties der Network Locations etwas auffällig war, aber dort schien alles zu passen.
Auf Google fand ich zwar ein paar (ältere) Hinweise auf Registry-Einstellungen, aber die passten bei mir eigentlich. Auf den Vorschlag, die Seite über das Browser-Menü „View FTP Site in Explorer Window“ zu öffnen, wäre ich auch selbst gekommen. Bloß dass das bei mir nicht funktioniert. Da passiert schlicht gar nichts, oder dieser Menüeintrag ist noch nicht einmal sichtbar.

Wenigstens auf meinem Server funktioniert das Öffnen einer FTP-Seite im Explorer noch.
Wie kommt man nur auf die Idee, FTP mit einem Webbrowser zu öffnen? FT heißt File Transfer! Da sollen Dateien übertragen werden! Von einem Rechner zum anderen. Dazu braucht es keinen Webbrowser sondern einen File-Explorer. Was nützt mir dafür eine Anwendung, die für Hypertext konzipiert ist?
Meine Versuche, über die Systemsteuerung dem Protokoll eine andere Default-Anwendung als dem Internet Explorer zuzuordnen, scheiterten. Ich hätte nur den Edge auswählen können, oder eine Äpp aus dem Äpp Store herunterladen. Da kann ich mir gleich selbst einen FTP-Client schreiben und den manuell starten!

Vorläufig mache ich das FTP-Zeug jetzt über meinen Server. Da funktioniert es zwar, aber insgesamt ist das Procedere umständlich. Da könnte ich ja das alles ja gleich über die Kommandozeile laufen lassen. Ich hoffe, dass nach dem nächsten Update wieder alles funktioniert, wie früher.
Ansonsten wäre es wohl am einfachsten, wenn ich mir doch selbst einen FTP-Client programmiere.

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Eine schwere Entscheidung //2238

Zwei Jahre lang war unser Betriebschor ein Teil des Unternehmens und unterstützte die Firmenphilosophie.
Bei einigen internen Events haben wir gesungen, und es machte, glaube ich, auch allen Sängern Spaß, stärkte den Zusammenhalt und wirkte positiv auf das Betriebsklima.
Von einigen Urlaubspausen abgesehen, probten wir regelmäßig einmal pro Woche. Ich versuchte, jedesmal dabei zu sein, musste aber meine Teilnahme ein paarmal doch ausfallen lassen.

Von Anfang an hatten wir das Problem, dass die Frauenstimmen zu knapp besetzt waren. Trotz nicht erreichter Frauenquote ging es aber irgendwie mit gutem Willen. Aber inzwischen haben wir im Alt keine Sängerin mehr, die regelmäßig zu allen Proben erscheint, so dass er einige Male überhaupt nicht besetzt war. Im Sopran ist es nicht viel besser.
Wir haben versucht, Stücke ohne klassischen, gemischten SATB-Chorsatz auszuwählen, so dass es nicht diese feste Trennung zwischen den Einzelstimmen gibt, und jeder halt bei irgendeiner Stimme mitsingt, aber das ist auch nicht das Wahre.
Es kommt hinzu, dass unser Chorleiter in Zukunft öfter auf Dienstreise sein wird, so dass ein regelmäßiger Probentermin nicht mehr machbar ist. Unser Klavierspieler wird in Kürze das Unternehmen verlassen, so dass auch die Klavierbegleitung noch wegfällt.

Alles in allem eine schlechte Zukunftsprognose für den Betriebschor.
Ich überlege jetzt noch, ob ich noch einmal in einem letzten Versuch einen allgemeinen Aufruf starten soll, so dass sich vielleicht doch noch ein paar neue Sängerinnen finden (auch Sänger wären willkommen, aber die brauchen wir nicht so dringend), und eventuell ein anderer Klavierspieler.
Oder ob ich den Chor sang- (!) und klanglos auflösen soll. Es wäre sehr schade und betrüblich, aber vermutlich hat unser Betriebschor keine Zukunft mehr.

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Kartoffeln und Würstchen //2237

Da Carsten seine Enkel eingeladen hatte, zu uns zum Pommes-Frites-Essen zu kommen, war es dieses Wochenende soweit.
Allerdings hatten wir heuer die Kartoffeln von einer anderen Quelle bezogen, so dass ich mir nicht sicher war, wie gut diese tatsächlich zum Frittieren geeignet waren. Nicht jede Kartoffelsorte ist dafür gleich gut. Die vom letzten Jahr etwa war zwar einwandfrei für Pommes Frites, das Kartoffelpüree daraus wurde jedoch jedesmal viel zu weich und zäh-schmierig.
In Absprache mit Verena, die den Geschmack ihrer Kinder am besten kennen dürfte, einigten wir uns darauf, dass es dazu nur ein paar fingergroße Minibratwürste (auch als Trichterstädtlerle bekannt) und vielleicht etwas Salat geben solle. Naja, das schaffe ich noch irgendwie nebenbei. Den Nachtisch – Himbeer-Sahne-Quark – hatte ich bereits am Vorabend vorbereitet.

Ich begann schon vor zehn Uhr damit, die Kartoffeln zu schälen. Ich hatte mir dafür vorzugsweise große aus der Vorratskiste herausgesucht.
Dabei wiederholte ich folgende Schritte bei jeder einzelnen Kartoffel (die ich näherungsweise als Ellipsoide betrachte, auch wenn die Form im Einzelfall stark davon abweicht. Man kann sich ein kartoffelzentrisches Koordinatensystem vorstellen, bei der die x-Achse entlang der längsten Hauptachse verläuft, die y-Achse parallel der mittleren, und die z-Achse in Richtung der kürzesten):
{Ich schnitt senkrecht zur kürzesten Hauptachse z (also in x-y-Ebenen mit z=const) Scheiben mit etwa sieben bis acht Millimeter Dicke. Dann teilte ich den Stapel möglichst in der Mitte in zwei Hälften. Jede dieser Hälften legte ich mit der Schnittfläche nach unten auf das Brett. Parallel zur längsten Achse (also in x-z-Ebene, y=const) führte ich dann weitere Schnitte mit Abstand ca. sieben Millimeter durch alle Lagen aus, so dass die typische Stäbchenform mit Querschnittsfläche ungefähr einem halben Quadratzentimeter entstand.}
Diese Stäbchen sammelte ich locker aufgeschichtet in einem bereitstehenden Fritierkorb. So weiß ich am besten, wieviel hineinpasst. Als der Korb voll war, lagerte ich die Stäbchen in einer Schüssel zwischen, und füllte einen weiteren Korb. (Das heißt, einen Teil füllte ich mit Selleriestäbchen auf, weil mir frittierter Sellerie sehr gut schmeckt. Weil noch der größte Teil der Sellerieknolle übrig war, „würfelte“ ich den grob, und kochte die Brocken in etwas Rinderbrühe.)

So. Jetzt dürfen die Kartoffeln erst mal eine halbe bis ganze Stunde stehen, um ein wenig anzutrocknen, und um eine enzymatische Oberflächenreaktion in Gang zu bekommen.
Ich nutzte die Zwischenzeit für andere Vorbereitungen, insbesondere den Salat, und um Ketchup, Barbecuesauce, Mayonnaise, Salsa und Senf bereitzustellen.
Zum Frittieren nutze ich ein einfaches, geschmacksneutrales, aber gutes Pflanzenfett.
Ich bereitete die Friteuse vor und ließ sie auf 190°C aufheizen. Als die Kontrolllampe ausging, war das Fett geschmolzen und heiß genug. Vorsichtig ließ ich einen Korb mit Kartoffelstäbchen hineingleiten, und schaltete die Friteuse auf 170°C zurück. Jetzt dauert es längere Zeit, bis die Pommes Frites gar und fertig sind.
Zeit für mich, mich um die Bratwürste zu kümmern. Nach angemessener Zeit schaute ich hin und wieder nach der Friteuse. Die Pommes Frites müssen sonnenblumengelb sein. Dann sind sie noch nicht zu hart, nicht mehr innen roh, und haben idealerweise diesen richtig intensiven Kartoffelgeschmack, den man bei gekauften Pommes Frites meistens nicht mehr vorfindet. Die sind Einheitspommes, einförmig, gleichgemacht, langweilig. Meine selbstgemachten schmecken dagegen immer ein wenig anders, und da sie handgeschnitten sind, sind sie bei weitem nicht so gleichmäßig. Da gibt es etwas hellere, etwas dunklere, dünnere und dickere, lange und kurze, aber gerade diese Unterschiedlichkeit und Variationsbreite macht doch auch den Reiz aus.

Die in der Pfanne gebratenen Würstchen waren etwas früher fertig als die erste Fuhre Pommes Frites, und hatten bereits den perfekten Bräunungsgrad erreicht, so dass ich sie schon mal auf den Esstisch stellte. Wenn die Pommes Frites nämlich erst mal fertig sind, muss es schnell gehen. Ich ließ das Fett möglichst gut abtropfen, schüttete sie in eine bereitgestelle Schüssel und beeilte mich, die zweite Fuhre in die Friteuse zu tun. Während diese vor sich hindampfte, konnten wir bereits essen.
Ich persönlich bevorzuge die Pommes Frites ohne Salz, aber wer Salz oder Gewürze darauf haben will, kann das ja selbst hinzufügen.

Die Kinder waren begeistert, und konnten es kaum abwarten, bis die zweite Fuhre fertig war. Von denen sind allerdings noch welche übriggeblieben.
Naja, habe ich heute schon mal ein Mittagessen. In der Mikrowelle aufgewärmt, schmecken sie zwar nicht ganz so gut, aber notfalls kann man sie sogar kalt als Snack zwischendurch essen. Bei gekauften wäre das kein Genuss.

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Januartweets //2236

Letzten Winter – genauer gesagt zwischen dem 17. und 29. Januar – sonderte ich die folgenden Tweets ab:

Verhörer des Tages: Mädchenraum statt Medienraum
Manchmal hab ich Lust, was ganz irrationales zu tun. Dann fange ich an, den Goldenen Schnitt zu berechnen.
Verleser des Tages: Europäischen statt Entropischen
Die Zukunft des Zukunftstags //2036 Zweitausendsechsunddreißig
Verhörer des Tages: Quickie statt Küken
Verleser des Tages: Radler statt Radfem
Kommt viel zu oft vor, dass Laien sich einbilden, sie hätten mehr Ahnung vom Thema als jemand, der das studiert hat und sich beruflich damit auskennt.
All You Need Is Glove //2035 Zweitausendfünfunddreißig
Verleser des Tages: [wollte sich nicht] kastrieren statt kritisieren [lassen]
Hätte beinahe das dreckige Geschirr in den Backofen getan statt in die Spülmaschine. #schusselig
Verhörer des Tages: Breakdance statt Brexit
Der Schneephallus war schon umgefallen, bevor ich ihn fotographieren konnte.
Verleser des Tages: Unterwelt statt Umwelt
Verhindertes Hatschi //2034 Zweitausendvierunddreißig
Verschreiber des Tages: fisting statt fishing
Verleser des Tages: Germanistin statt Genderistin
Er liegt bereits im Bett, ich ziehe mich noch aus. Er: „Wann kommst du endlich?“ Ich: „Bestimmt noch vor dir.“
Mathematiker gesucht //2033 Zweitausenddreiunddreißig
Verschreiber des Tages: entspammt statt entspannt
Hätte irgendwie Lust, auf einem #Frauenparkplatz zu parken, und meinen Mann das Auto dann abholen zu lassen.
Entscheidungen sind meist keine Ja-oder-Nein-Fragen, sondern Priorisierungen und Gewichtungen.
Verleser des Tages: persistenter statt pensionierter
Krankenbesuch mit dissonantem Schlussakkord //2032 Zweitausendzweiunddreißig
Verschreiber des Tages: if (engl.) statt si (lat.) #wenn
Selten hatte ich einen Kaffee nötiger!
Das Bohr’sche Atommodell ist schon irgendwie niedlich.
Verleser des Tages: rechtschaffenen statt rechthaberischen
Wie man Käfer berichtet //2031 Zweitausendeinunddreißig
Verschreiber des Tages: phallosophisch statt philosophisch
Hallo, ich bin Mathematikerin. Sie kennen mich vielleicht von meinen größten Hits: „Teile nie durch 0“, „Fallunterscheidung“, „für alle x, y aus R mit der Eigenschaft o.B.d.A x > y“ und „quod erat demonstrandum“.
Hallo, ich bin Physikerin. Sie kennen mich vielleicht von meinen größten Hits: „Die Naturgesetze lassen sich nicht brechen“, „in Grad gibt man Winkel an, keine Temperatur“, „die Masse ändert sich nicht bei hohen Geschwindikeiten“, „wer misst, misst Mist“ und „kilo heißt 1000“.
Hallo, ich bin Softwareingenieurin. Sie kennen mich vielleicht von meinen größten Hits: „RTFM“, „it’s not a bug, it’s a feature“, „haben Sie Ihren Rechner schon aus- und angeschaltet?“, „die Software läuft spezifikationsgemäß“ und „Kommentare blähen nur den Code auf“.
Verleser des Tages: Soft-Vanilleeis statt „Software Vulnerabilities“
Ausgebremst //2030 Zweitausenddreißig
Wieder mal Statistik .. hach
Chef bei der Besprechung: „Wir müssen eine Weiche bauen.“ – Ich: „Ich mag lieber einen Harten“ – Böser Blick. MA grinsen. „.. Ansatz verfolgen.“ Kussmund an Chef.
Verhörer des Tages: lesbisch statt lästig
Verleser des Tages: Mohammed statt Muttermund
Xmessy //2029 Zweitausendneunundzwanzig
Stellt ihr euch das Fliegende Spagettimonster auch so ähnlich wie Jabba the Hutt vor, nur mit langen Haaren? #FSM
Verleser des Tages: Maximierungsproblem statt Marxismusproblem
35000 Kommentare auf meinem Blog
Verleser des Tages: Vorspiele statt Videospiele
Twitterarium //2028 Zweitausendachtundzwanzig
Versprecher des Tages: zufällig statt zuverlässig
Gestern was über Napoleon gelesen, jetzt hab ich ständig „Gypsies, Tramps and Thieves“ als #Ohrwurm im Ohr.
666 + 69 #ausGründen
Verleser des Tages: Maskulin statt Maklerin
Vortragsreise, Teil 2 //2027 Zweitausendsiebenundzwanzig
Verhörer des Tages: gequält statt gewählt [werden]
Ich mag Männer, die gerne Männer sind.
+Männer die mit ihrer Männlichkeit entspannt im Einklang sind, haben doch eine ganz andere erotische Austrahlung, als solche schleimigen Femimimemmen, die dauernd anbiedernd über ihre eigene Toxizität reflektieren.
Übrigens wirken Männer ohne sichtbaren Bartwuchs nicht gerade sexuell anziehend. #Gillette

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Frank und frei //2235

Obwohl Frank nicht mehr selbständig tätig ist, haben wir noch sporadisch Kontakt.
Hin und wieder mailen wir, seltener telefonieren wir auch. Meist geht es um softwaretechnische Fragen, die wir miteinander abklären.
Bei einem kürzlichen Telefonat erwähnte er, dass seine Frau sich von ihm getrennt hätte. Er erschien sehr niedergeschlagen, und ich hätte mich gerne länger mit ihm unterhalten. Da mir aber aktuell die Zeit dazu fehlte, verabredeten wir, uns ein paar Tage später auf einen Kaffee zu treffen.
Er erzählte, dass die Probleme angefangen hatten, nachdem er nicht mehr als Freelancer daheim arbeitete. Plötzlich war das Geld knapp. Es kam immer häufiger zu Spannungen. Es gab immer mehr Streit und immer weniger Sex.

Ich weiß die genaue zeitliche Abfolge nicht. Die ergab sich nicht konkret aus dem Gespräch mit Frank. Behaltet das bitte im Hinterkopf. Der Ablauf kann ganz anders gewesen sein. Ich blogge in der Reihenfolge, wie es mir einfällt.
Jedenfalls rutschte es Frank bei einem Streit heraus, dass es zu einem Seitensprung mit mir [damals noch ungebunden] gekommen war.
Irgendwann fing seine Frau an, von ihm BDSM-Praktiken zu verlangen (während sie den guten, alten, stinknormalen Sex fast immer verweigerte). Frank war verständlicherweise abgestoßen. Ich bestätigte ihm, dass ich damit auch nichts anfangen kann. BDSM ist genau wie Feminismus: da ist die ungesunde, geradezu zwanghafte Besessenheit, dass Sex mit Macht verknüpft sei. Dabei hat beides gar nichts miteinander zu tun. Es sei denn, man übersetzt Macht mit power, und das dann wieder zurück zu Potenz. Dann macht es nichts.
Nach einiger Zeit erklärte seine Frau, dass sie sich von ihm trennen würde. Das bedeutete – da die Wohnung auf beide eingetragen war – dass er ausziehen musste, und auch das gemeinsame Kind bei seiner Frau zurücklassen musste.
Er leidet sehr darunter, sein Kind nicht mehr regelmäßig zu sehen.

Im Internet habe ich ja schon einiges an solchen Problemen mitgekriegt. Ich lese immer wieder, was Väterrechtler über ihre Entsorgung schreiben. IRL hatte ich das bisher immer nur am Rande verfolgen können. Bei Thomas waren die Kinder (bis auf Nesthäkchen Leonie) bereits volljährig [nur fur’s Protokoll: in diesen Fall war ich absolut nicht involviert], und bei Benjamin waren wir uns damals einig, unseren Kontakt nur auf das nötigste zu beschränken, insbesondere private Themen auszusparen.
Da ich immer wieder vom „Wechselmodell“ gelesen hatte, fragte ich Frank, ob das keine Option wäre.
„Wie denn?“, rief er bitter, „ich kann mir nur noch eine winzige Einzimmerwohnung leisten. Da habe ich keinen Platz mehr für mein Kind.“
„Arbeitet deine Frau eigentlich wieder?“
„Sie nimmt mir immer noch übel, dass sie ihren [gerade erst angetretenen] Vollzeitjob kündigen musste, als ich nicht mehr daheim arbeiten konnte. Seither hat sie nichts passendes gefunden. Also muss ich jetzt zwei Haushalte finanzieren. Vom Abbezahlen der Wohnungskredite ganz zu schweigen.“
Frank seufzte. Ich habe leider auch keine Lösung für ihn parat.

Wir saßen jetzt schon länger im Café, als ich dafür vorgesehen hatte, zumal ich für den Abend noch zu einem Geschäftsessen zugesagt hatte. Die Zeit lief mir davon. Also sagte ich Frank, dass ich nun aufbrechen müsse.
„Schon in Ordnung. Es hat gut getan, mal wieder mit einem vernünftigen Menschen zu reden. Warum sind nicht mehr Frauen wie du?“
„Dann wäre ich ja nicht mehr einzigartig!“, antwortete ich schulterzuckend, bevor wir uns verabschiedeten, und getrennt das Café verließen.

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breakplaining: Masse //2234

Vor einiger Zeit habe ich irgendwo gelesen, dass sich Masse ja so einfach definieren ließe.
Ich finde das nicht einfach, und ich habe immerhin das Thema studiert. Daraus habe ich jedoch nur die sokratische Einsicht gezogen, dass ich es eben nicht weiß.
Immerhin liefert es eine Idee für einen Blogeintrag. Nicht dass ich die breakplaining-Reihe vergessen hätte, es ergab sich schlicht in letzter Zeit nicht (d.h. zwei oder drei Entwurfsanfänge habe ich sogar noch irgendwo rumliegen).

Man unterscheidet zwischen träger und schwerer Masse, deren Wert sich (im Rahmen der Messgenauigkeit) nicht unterscheidet.
Träge Masse ist das, was sich durch eine Kraft beschleunigen lässt (man verzeihe mir die Newton-eske Formulierung, die ich der Einfachheit halber zunächst benutze).
Schwere Masse ist das, was sich durch andere Massen beeinflussen lässt (auch das sehr schwammig formuliert). In der Klassischen Mechanik wird dies durch das Gravitationsgesetz beschrieben, in dem (stets anziehende) Kräfte zwischen den Massen wirken. In der Allgemeinen Relativitätstheorie krümmen Massen das Raum-Zeit-Kontinuum und wirken so auf die Bahnen anderer Körper ein.

Während für kleine Geschwindigkeiten der Zusammenhang zwischen (träger) Masse m, Geschwindigkeit v, Impuls p und (kinetischer) Energie E einfach ist, verändert sich der Zusammenhang bei relativistischen Geschwindigkeiten zu m^2 = E^2 – p^2 (natürliche Einheiten, sprich c=1). Die Masse ist Lorentz-invariant, und verändert sich – auch wenn ein gegensätziger Irrglaube noch weit verbreitet ist – nicht bei hohen Geschwindigkeiten. Sonst würde sie ja wie ein Tensor transformieren, nicht wie ein Skalar.

Nach all dieser Vorrede wissen wir allerdings immer noch nicht, was Masse ist.
Das Konzept der (trägen) Masse ist essentiell für die Bewegungen von Körpern, und (schwere) Masse beeinflusst den Raum. Wie genau funktioniert das? Wieso sind träge und schwere Masse (nach all unseren bisherigen Erkenntnissen) gleich? Warum haben Teilchen eine Masse?
Hier kommt – im Standardmodell – der Higgs-Mechanismus ins Spiel, bei dem durch Symmetriebrechung mit Hilfe der Higgs-Bosonen Teilchen eine Masse zugeordnet wird. Aus dem Stegreif kriege ich das aber auch nicht mehr zustande. Und – um ehrlich zu sein – so viel schlauer macht uns das schon gleich gar nicht.

Ein leider weit verbreiteter Fehler ist es, Gewicht mit Masse zu verwechseln. Das Gewicht ist aber lediglich die auf einen Körper im Schwerefeld einwirkende Kraft. Die Einheit ist Newton (N).
Die SI-Einheit der Masse (seit kurzem übrigens nicht mehr über den Prototypen in Paris definiert, sondern über das Planck’sche Wirkungsquantum, unter Benutzung des Meters und der Sekunde) ist Kilogramm (nicht kilo, was einfach nur 1000 bedeutet).
Andere Masseeinheiten können sinnvoll sein. So benutzt man in der Hochenergiephysik bevorzugt Elektronvolt. Ein Elektron ist 511 keV schwer, ein Nukleon knapp 1 GeV, was pi mal Daumen einer atomaren Masseneinheit u entsprecht.

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In Deckung //2233

Es war ziemlich kühl im Raum. Mich fröstelte.

Als ich mich mit einem Becher Joghurt auf das Sofa setzte, lag neben mir die Kuscheldecke. Jetzt hätte ich natürlich den Joghurt samt Löffel auf den Couchtisch schräg neben mir stellen können, um mich in die Decke zu wickeln. Dann hätte ich allerdings nach erfolgtem Zudecken mich wieder rüber zu dem Tisch bücken müssen, um meinen Joghurt zu holen, was die Decke wieder verrutscht hätte.
Also versuchte ich, mit nur einer Hand die Decke wenigstens auf meine Beine zu ziehen, was gar nicht so einfach war, da die Decke teilweise mit sich selbst verwurschtelt war.

Carsten trat hinzu und registrierte mein Dilemma. „Soll ich dich zudecken?“
„Ja, bitte“, gestattete ich es ihm.
Er begann, die Decke über mich auszubreiten, und zog sie auch ziemlich eng und straff über meinen Rücken hoch, was mir leicht unangenehm war. Meine Bewegungsfreiheit wurde eingeschränkt, und ich kam mir fast vor wie eine eingewickelte, bondagierte Mumie.
„Nicht von hinten!“, rief ich.
„Doch!“, erwiderte er, „auch von hinten.“
Ich musste lachen und bestätigte: „Ja, auch von hinten.“ Das bezog sich aber nicht auf die Decke.

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Kurzer Ausblick seitwärts //2232

Ohne besondere Begeisterung hatte ich schließlich die Einladung zur Teilnahme an einem fachspezifischen Arbeitskreis angenommen.
Vor allem hatte mich abgeschreckt, dass die Mitglieder sich vielleicht ein- oder zweimal im Jahr in den USA treffen. Diese langwierigen Reisen wollte ich mir nicht antun. Nun, nachdem ich einigen Einblick gewonnen habe, hat sich dieser Punkt relativiert. Diese Treffen sind nämlich in erster Linie gesellige Anlässe, in denen die Teilnehmer sich kennenlernen können, persönliche Erfahrungen austauschen und miteinander netzwerken. Es wird nur wenig fachliche Arbeit dabei geleistet. Die Teilnahme ist optional. Die meisten Mitglieder reisen nicht hin, oder vielleicht nur alle zwei oder drei Jahre einmal. Diejenigen, die dort mitmachen, tun dies vor allem, um mit den anderen zu feiern und das Unterhaltungsprogramm zu erleben. Das verlockt mich nicht.
Stattdessen hat es sich aber in Europa eingebürgert, dass die dortigen Mitglieder sich – auch wieder optional – auf einem jährlich stattfindenden Kongress treffen können. Dort gibt es dann ein paar Veranstaltungen speziell für diesen und verwandte Arbeitskreise. Jetzt habe ich mich dafür angemeldet. Interessant wird es sicherlich, und der Flug dauert nicht lange. Naja, die Stadt selbst reizt mich nicht, aber dafür ist eh keine Zeit eingeplant.

Meine Tätigkeit im Arbeitskreis bestand bisher nur darin, eine Art Qualitätssicherung für bestehende Dokumente zu machen. Das muss auch jemand tun, und – ehrlich gesagt – es ist verdammt nötig! Ich konnte bereits einige problematische Stellen (Euphemismus für Fehler oder Schwachsinn) finden und die Korrektur veranlassen. Aber besonders gerne mache ich das nicht.
Wenn ich schon mitarbeite, so möchte ich den Ergebnissen doch mein eigenes Siegel aufdrücken. Und ich habe dafür auch schon eine konkrete Idee.
Selbstverständlich werde ich hier nichts genaues darüber schreiben. Den Rest des Jahres werde ich (im Rahmen meiner dafür vorgesehenen Zeit) mit Vorklärungen verbringen, vielleicht ein grobes Konzept erstellen. Aber nächstes Jahr gedenke ich, dieses Thema voll in den Arbeitskreis einzubringen.

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Nachruf auf eine Lehrerin //2231

Als ich am Wochenende mit meiner Mutter telefonierte, erzählte sie mir, dass Frau U. kürzlich verstorben sei.
Frau U. war meine Lehrerin in der dritten und vierten Klasse gewesen. Sie war damals schon alt (zumindest erschien es mir so). Das ist inzwischen weit über dreißig Jahre her. Inzwischen musste sie ein quasi biblisches Alter erreicht haben.
Ich fragte meine Mutter, an was Frau U. denn gestorben sei. Das wusste sie nicht, meinte nur, dass sie sie noch vor ein paar Wochen erst in der Kirche gesehen habe, und dass sie ja schon sehr alt gewesen sei. Das ist eben der Lauf der Dinge.

Ich habe viel bei Frau U. gelernt. Meistens gelang es ihr, einen interessanten Unterricht zu halten. Aus irgendwelchen Gründen erinnere ich mich besonders an den Heimatkundeunterricht, wo wir erfuhren, dass die Schweden einst unser Städtchen besetzt hatten, und welche Flüsse, Berge und Burgen sich in der Nähe befinden.

Da ich (BTW mit Abstand) die Klassenbeste war, wollte ich natürlich auf das Gymnasium, und meine Eltern befürworteten das.
Als meine Eltern dies bei einem Elternsprechabend mit Frau U. abklären wollten, meinte diese über mich: „Da wird sie noch viel weinen. Da braucht man Ellbogen!“

Ja, der Lauf der Dinge. Jedes Leben beginnt, und endet auch wieder irgendwann. So ist es halt.
Wenn man bedenkt, dass ich damals kaum älter war, als David oder Sophie jetzt .. Das ist einerseits schon soooo lange her. Andererseits war ich damals auch schon Ich .. Versteht ihr, was ich meine?
Rein statistisch gesehen, habe ich bereits mindestens die Hälfte meiner Lebensdauer erreicht. Mehr Menschen auf der Erde sind inzwischen jünger als ich statt älter, und dieses Gleichgewicht verschiebt sich sekündlich. Ein deprimierender Gedanke.
Das Leben ist vergänglich.

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