Geträumt //1833

Früher hatte ich gelegentlich Träume mit sich wiederholenden Motiven (ich meine jetzt nicht erotische Träume – an deren Häufigkeit hat sich nichts geändert), in den letzten Jahren eigentlich kaum noch, aber inzwischen scheinen sie wieder öfter aufzutreten.

Wie das mit Träumen (bei mir) so üblich ist, sind sie eher wirr und schemenhaft, und es ist schwierig bis unmöglich, sie konsistent nachzuerzählen. Ich versuch’s mal.

Ich bin wieder in der alten Heimat, habe aber einen dringenden Termin, so dass ich unbedingt den nächsten Bus erwischen muss. Ich bin unterwegs, komme aber kaum voran. Je mehr ich mich beeile, und mich anstrenge, desto langsamer werde ich. Ich renne, renne, renne, aber irgendwie laufe ich nur auf der Stelle, oder gar moonwalkartig rückwärts. Andere überholen mich mühelos.
Dann bin ich plötzlich in meiner alten Schule. Ich muss zu dem Termin, finde aber die richtige Tür nicht, und irre herum. Manche Treppen, die ich sonst nutze, sind gesperrt, und so suche ich, ohne zu wissen, wohin ich genau muss.

Nach einem anderen obskuren, in Nebel gehüllten Szenenwechsel stehe ich im Freien auf einem großen, mir vermutlich unbekannten Platz. Von hinten werde ich mit Scheinwerfern angestrahlt, ich selbst schaue aber in die Finsternis.

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Auf der Suche nach dem verhexten Käfer //1832

Ein Kunde hatte mir ein Problem mit meiner wichtigsten Standardsoftware gemeldet, das ich erst auf die Konfiguration seines Betriebssystems bezogen hatte. Als ich jedoch versuchte, es zu reproduzieren, stellte sich heraus, dass es eine grundlegende Ursache gab (die wohl bei meinem letzten Update hineingerutscht war, und die ich übersehen hatte, da ich nicht alle Details getestet hatte). Wenigstens konnte ich den Käfer dann gleich vernichten, indem ich an der entsprechenden Stelle ein Größer-Zeichen durch ein Größergleich ersetzte.
Dazu kamen dann noch einige Aktualisierungen, Änderungen in der Dokumentation, Versionsverwaltung, neues Bauen, et cetera, bis ich schließlich eine neue Version hochladen konnte und dem Kunden mitteilte, dass das Problem gelöst sei.

Ja, das hat mich mehrere uneingeplante Stunden gekostet. Aber so ist das halt, wenn man nicht als Arbeitnehmer feste Arbeitszeiten hat. Dann werden notfalls die Nächte, Wochenenden, freie Tage geopfert, um notwendige oder dringende Arbeiten zu erledigen.
Ich hatte hier ja noch Glück, dass ich den Käfer recht schnell erwischt habe. Die Jagd hätte sich auch tagelang hinziehen können.

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Kopfbetucht – #NichtOhneMeinKopftuch //1831

Kopftücher sind wunderbar praktisch. Ich trage eines
* bei feuchtem, windigem oder kühlem Wetter. Das wärmt so angenehm an den Wangen und unter dem Kinn wie keine andere Kopfbedeckung.
* wenn ich erkältet bin, um Kopf und Hals warm zu halten. Nach zwei Mandelabszessen, einer Lungenentzündung und einigen Bronchitiden weiß ich, dass ich da empfindlich reagiere. (Übrigens würde ich mir im Zweifel auch den Minirock verkneifen, wenn ich zu Blasenentzündung neigen würde.)
* bei Arbeiten, die die Haare verschmutzen könnten, oder als Schutz vor starker Sonnenstrahlung (z.B. Zimmerdecke streichen, Kartoffelernte).
* als Augenbinde beim Bondage.
* wenn meine Haare mal warum-auch-immer nicht so schön aussehen wie sonst, oder noch feucht vom Waschen sind, ich aber trotzdem kurzfristig die Wohnung verlassen muss.

Je nach Anlass gibt es unterschiedliche Binde- und Tragetechniken.
Ein klein zusammengefaltetes Kopftuch passt – im Gegensatz zu den meisten anderen Kopfbedeckungen – sogar in eine Damenjackentasche, und macht deshalb überhaupt keinen Aufwand, es mitzunehmen, wenn man sich über die aktuelle Entwicklung des Wetters nicht ganz im Klaren ist.
Wenn man das Kopftuch vorsichtig aufsetzt und bindet, ist es relativ schonend zur Frisur und zerdrückt sie weniger als die meisten anderen Kopfbedeckungen.

Auch als Kind trug ich gelegentlich ein Kopftuch. Davon existieren sogar noch ein paar alte Fotos, auf denen ich wirklich niedlich aussehe.
Ich erinnere mich vor allem an ein weißes mit Rosenmuster aus glatter Baumwolle, an eines mit farbigen Blumen aus einem wärmeren Wollstoff und mit Fransen, sowie an ein bunt-rosanes mit Märchenmotiv – also irgendwelche Elfen, Feen und Prinzessinnen – aus Viskose oder ähnlichem Stoff – das erschien mir wie ein Gewebe aus semitransparenter Seide.
Dann hatte ich noch eines, das war knallorange und bestand aus einem gleichschenkeligen, rechtwinkligen Dreieck aus festerem Stoff. Das hatte ich von einer älteren Cousine „geerbt“, die es bei ihrer Einschulung (das muss so Anfang der siebziger Jahre gewesen sein) von offizieller Stelle geschenkt bekommen hatte.
Als meine Oma (die mit den Strapsen – Strumpfhosen fand sie übrigens ziemlich unziemlich) starb, übernahm ich ihre umfangreiche Sammlung von Kopftüchern. Sie hatte Zeit ihres Lebens meistens ein Kopftuch getragen, wenn sie längere Zeit aus dem Haus, insbesondere in die Kirche ging. Da sind festliche aus besonders schönem Stoff dabei, aber auch warme aus dickerem Stoff, sogar zwei selbstgehäkelte, und es gibt eine große Auswahl an Farben, Mustern und Motiven. Inzwischen sind gelegentlich noch ein paar neue dazugekommen.
Eine entfernte Verwandte hat von Natur aus sehr feines, schütteres Haar, so dass man stellenweise deutlich die Kopfhaut sieht. Eine Perücke mag sie nicht tragen, aber sie hüllt ihren Kopf gerne und geschmackvoll in Seidenschals oder bunte Tücher aller Art, wenn sie außer Haus geht.

Ich werde auch in Zukunft gerne ein Kopftuch tragen, wenn es dafür einen Anlass gibt.
Jetzt erst recht!

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Es häuft sich haufenweise //1830

Am letzten Wochenende war unser Standardspazierweg noch sehr schlammig und matschig gewesen. Seither hat sich dort einiges getan. Die Vegetation wächst jetzt im Frühjahr enorm, und benötigt dafür viel Wasser.
Bis auf eine Stelle von etwa 70 bis 80 Metern Länge und zwei oder drei Stellen von 10 bis 15 Metern Länge lässt sich der Weg inzwischen einigermaßen laufen (bzw. ließe sich, wenn nicht ausgerechnet dort Pferde ihre Applehaufen hinterlassen hätten). Bei den schwierigen Stellen ließ ich mich von Carsten dirigieren, und ein Stück weit durfte er mich sogar tragen.

Während vor wenigen Jahren Fußgänger mit Hunden noch relativ selten waren, hat ihre Häufigkeit inzwischen stark zugenommen. Damals sah man noch öfter Leute mit Kinderwagen oder auch älternen Kindern und nur ab und zu auch ein bis zwei Personen mit einem Hund.
Derzeit (das war mir bereits letztes Jahr zunehmend aufgefallen) sind die meisten Spaziergänger allein mit einem oder gar mit zwei Hunden unterwegs.

Manche Hunde sind tatsächlich diszipliniert. Sie laufen eng neben ihrem Besitzer nebenher, schauen starr geradeaus und ignorieren andere Personen. So ist das in Ordnung, gegen solche Hunde habe ich ja gar nichts.
Eine leider größere Gruppe reißt aggressiv an der Leine, bellt entgegenkommende Leute angriffslustig und bösartig an, und der Besitzer hat alle Hände voll zu tun, seinen Hund zurückzuhalten.
In etwas abgeschwächter Form findet man auch Hunde, deren Halter den Hund hinsetzen lässt, sich zwischen Hund und Spaziergänger stellt, und beruhigend auf den grimmig knurrenden Hund einspricht, bis die Spaziergänger vorbei sind.
Dann gibt es noch – zum Glück nur einzelne – freilaufende Hunde, die wild in der Gegend herumspringen, und bei denen es mir als reines Glückspiel erscheint, ob es dem Besitzer noch rechtzeitig gelingt, sie zurückzupfeifen, bevor sie an unbeteiligten Fußgängern mit meist verdreckten Pfoten hochspringen. Aber die tun ja nichts, die wollen ja nur spielen.

Dann überall die Hundehaufen. Teils en nature, teils in Plastiktütchen. Einmal habe ich tatsächlich eine Frau gesehen, die die Exkremente ihres Hundes im Tütchen in einen Abfallbehälter entsorgte. Aber das war die absolute Ausnahme. Normalerweise scheren sich die Halter einen Schei?dreck um den Schei?dreck.

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breakpoint’s Wayback Archive #26 //1829

Wayback zum 26. August bis 9. September 2013.

Bei einem unangenehmen Gespräch bestand Carsten darauf, mich zum Frauenarzt zu begleiten.
Ich bloggte über meinen Umgang mit Geld.
Der Besuch beim Frauenarzt bestätigte meinen Verdacht.
Es folgten weitere Erinnerungen an unsere Hochzeitsfeier.
Der Geschäftsführer verweigerte sein Einverständnis, durch eine Neueinstellung einen ausgefallenen Mitarbeiter zu ersetzen.
Meine Entscheidungsfreiheit war stark eingeschränkt, und mir schien keine Lösung in Sicht.
Im Rahmen des Webmasterfriday beschrieb ich die (damals zwei) Sidebars des Blogs.
Manchmal kriege ich Einladungen zu diversen Veranstaltungen.
Bei einem Geschäftsessen wurde mir plötzlich schlecht.
Ein Bewerber für die offene CIO-Stelle kam trotz Bedenken in die engere Wahl.
Ich schrieb über Blog-Statistiken.
Da Sven eine Anstellung gefunden hatte, zog er um, und wohnte seither getrennt von Fiona.
Ich haderte mit meinem Schicksal.

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Kalenderspiele #Freitag13 //1828

Vorbemerkung: Die nachfolgenden Erläuterungen sind gültig für den Zeitraum zwischen dem 1. März 1900 und dem 28. Februar 2100. Was außerhalb meiner Lebzeiten passiert, ist mir egal, und lohnt den Aufwand einer Fallunterscheidung nicht.

Heute ist ein Freitag, der 13. – ein Datum, das viele abergläubische Personen mit Angst und Schrecken erfüllt. Dabei ist es gar nicht so selten, und wenn es an diesem Tag mehr unangenehme Begebenheiten gibt als sonst, so liegt das wohl am Nocebo-Effekt bzw. ist eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Aber darauf möchte ich gar nicht hinaus, sondern ich möchte ein paar erbauliche Überlegungen zu Kalenderdaten mit euch teilen.
Die Idee dazu kam mir Ende letzten Jahres, als die Medien sich überschlugen mit Nachrichten über Ladengeschäfte, die an Heiligabend öffen oder nicht öffnen wollten. Ich dachte mir dabei, dass dies doch nicht der erste Heiligabend sei, der auf einen Sonntag fällt – im Mittel geschieht dies alle sieben Jahre. Genauer werde ich später noch einmal darauf zurückkommen.

Aber bleiben wir erst einmal (exemplarisch und stellvertretend für jedes andere Datum) beim Freitag, den Dreizehnten. Wie oft fällt ein bestimmtes Datum auf einen bestimmten Wochentag?
Bei Gemeinjahren verhalten sich die Wochentage jeweils gleich in den Monaten (Januar, Oktober) – Mai – August – (Februar, März, November) – Juni – (September, Dezember) – (April, Juli). Das heißt, wenn der 13. April auf einen Freitag fällt, so wiederholt sich das im Juli.
In Schaltjahren ist die Zuordnung (Januar, April, Juli) – Oktober – Mai – (Februar, August) – (März, November) – Juni – (September, Dezember).
Es fällt auf, dass April immer wie Juli ist, März wie November, und September wie Dezember. Mai und Juni sind innerhalb eines Kalenderjahres immer einzigartig.

Das erinnert mich an die Immerwährenden Kalender, die noch in meiner Kindheit in manchen Zeitschriften abgedruckt waren. Die habe ich inzwischen schon seit Jahrzehnten nicht mehr bemerkt.

Es existieren also gewisse Muster, die sich alle 7 * 4 = 28 Jahre (7 Tage pro Woche, 4 Jahre pro Schaltperiode) wiederholen.
Gehen wir nun von einem bestimmten Datum aus: Der 13. April fällt heuer auf einen Freitag. Da nächstes Jahr kein Schaltjahr ist, wird er dann einen Wochentag (365 mod 7) weiter, also an einem Samstag sein. 2020 ist das nächste Schaltjahr. Das heißt, dass sich die Wochentage (ab März bis einschließlich Februar des Folgejahres) um zwei Tage (366 mod 7) verschieben – in diesem Beispiel also Montag. Entsprechend geht es weiter: 2021 Dienstag, 2022 Mittwoch, 2023 Donnerstag, 2024 Samstag (aufgrund des Schaltjahres wird der Freitag übersprungen), 2025 Sonntag, 2026 wieder Montag, .. Der nächste 13. April, der auf einen Freitag fällt wird 2029 sein.

Schaut man sich die Sache etwas allgemeiner an, findet man, dass sich ein bestimmter Wochentag am gleichen Datum innerhalb einer 28-jährigen Periode wiederholt nach dem Schema 6 Jahre – 11 Jahre – 6 Jahre – 5 Jahre (bzw. zyklisch – je nach Startphase ). Das ist wohl so eine Art Oversampling-Effekt.
Außerdem fällt der 29. Februar alle 4 Jahre zyklisch auf Samstag, Donnerstag, Dienstag, Sonntag, Freitag, Mittwoch, Montag, .. – bewegt sich also quasi rückwärts durch die Wochentage und lässt jeweils einen Tag aus – was fünf Wochentage vorwärts entspricht.

Um nochmal auf den Heiligabend zurückzukommen: Die Ergebnisse meiner Recherchen besagen, dass der zuletzt 2006 an einem Sonntag gewesen war. Das ist tatsächlich schon recht lange her. 2023 müsste das nächste Vorkommen sein.

So, jetzt hoffe ich, dass ich mir nicht wieder mal einen Lapsus geleistet habe, denn inzwischen schwirrt mir der Kopf vor lauter Wochentagen und Daten. Zwischenzeitlich glaubte ich gar einmal, dass ich mein gesamtes Kalenderverständnis revidieren müsste, aber ich hatte mich schlicht nur mal verzählt.

Als Blog-Mehrwert hat meine innere Hedonistin extra für euch eine #AppOnPaper zum Runterladen und Ausdrucken erstellt, die es – offline! – ermöglicht, den Wochentag für ein beliebiges Datum herauszufinden.
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Doctor Häh? (2. Teil) //1827

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Carsten schwieg einen Moment, dann versuchte er einen anderen Ansatz: „Sieh mal, Samtpfötchen, es ist wichtig für die Firma, dass man alle Möglichkeiten nutzt, die ihr einen Vorteil bringen könnten. Vielleicht kannst du dich besser mit der Idee anfreunden, wenn wir eine kleine Feier – Grillen, wenn du magst – deswegen machen, wenn alles abgeschlossen ist.“

Mit einer Feier will er mich ködern? „Wie genau stellst du dir das vor?“, fragte ich vorsichtig.
„Naja, du lädst die Leute ein, mit denen du den Anlass teilen willst. Du selbst musst sonst gar nichts machen. Ich kümmere mich darum.“ [bzw. die Haushälterin]
„Grillen ist nur ‚was für den Sommer. Die ganzen Formalitäten werden sich aber in den Herbst, wenn nicht Winter hinziehen.“
„Wenn du abgegeben hast und die Prüfung hinter dir hast.“

„Hm ..“, überlegte ich, während ich zart nach seinem Schritt griff „.. und ich darf einladen, wen ich will?“
„Klar. Das heißt, wie viele Gäste willst du denn einladen?“
„Höchstens 10 bis 12. Eher weniger. .. Du wirst grillen?“
„Sicher, wenn du es so haben willst.“
„Auch Bratwürste?“
„Meinetwegen.“
„Und der Whirlpool und die Sauna können auch genutzt werden?“
„OK. Warum nicht.“

Ich strahlte ihn an: „Das könnte mir schon gefallen.“
„Dann machen wir das so. Und du wirst dich nicht mehr sträuben, deinen Doktortitel geschäftlich einzusetzen, sobald du ihn offiziell führen darfst.“
Ich nickte das Quid-pro-quo bestätigend, ergänzte jedoch: „Aber bis dahin hältst du dich zurück, es bekanntzumachen.“

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Doctor Häh? (1. Teil) //1826

Zwar hatte mich Carsten gefragt gehabt, ob ich ihn zu einem Abendessen mit Geschäftsfreunden begleite, aber als ich abgelehnt hatte, hatte er nicht weiter dazu gedrängt.
„Wie war’s?“, fragte ich ihn, als er spät abends heimkam.
„Ganz OK. Man hat dich vermisst.“
„Oh .. aber du hattest es doch akzeptiert, dass ich nicht mitkomme.“
„Sicher. Aber die anderen Gäste fragten mich, warum du nicht dabei bist.“
Sauer stieg mir die Erinnerung hoch an andere Begebenheiten, bei denen die Tatsache, dass wir nicht ununterbrochen zusammenkleben, zu unzutreffenden Spekulationen geführt hatte.
„Das nächste Mal komm‘ ich wieder mit“, stieß ich ärgerlich hervor, aber Carsten blieb ruhig.

„Wir werden sehen. Nachdem ich ihnen erklärt habe, dass du gerade mit dem Endspurt deiner Doktorarbeit voll beschäftigt bist, sahen sie ein, dass deine Abwesenheit gerechtfertigt war, und ich soll dir noch viel Erfolg zum Abschluss wünschen.“
„Ich will nicht, dass du anderen Leuten das auf die Nase bindest!“, stieß ich hervor. Ich hatte noch nicht einmal meinen Eltern davon erzählt, als ich an Ostern in der alten Heimat war, und er posaunt es überall herum!
„Aber, Samtpfötchen“, meinte er besänftigend, „du kannst doch stolz darauf sein.“
„Ich will trotzdem kein solches Aufhebens darum machen. Außerdem kann sich die Sache auch noch länger hinziehen, und es geht – verdammt noch mal! – sonst niemanden etwas an.“
„Hast du Bedenken, dass du durchfällst?“
„Nein, das nicht. Ich sehe es aber als meine ganz persönliche Privatangelegenheit, und ich will nicht, dass du damit angibst, und es geschäftlich ausschlachtest.“

Carstens Ton wurde plötzlich eisig: „Ich habe dich bisher dabei immer unterstützt, und deinen Kontakt mit Benjamin zugelassen. Warum, glaubst du, habe ich das getan, und dir die Zeit dafür gegeben? Damit dein Doktorgrad in irgendeiner Schublade verstaubt und vergammelt? Du bist jetzt Geschäftsführerin, und bist dem Unternehmen verpflichtet, dich nach besten Kräften für seinen Erfolg einzusetzen. Dazu gehört auch, solch einen prestigeträchtigen Titel offen zu benutzen. Wie du das privat halten willst, überlasse ich dir.“
Ein vielleicht PMS-induzierter Impuls kam in mir auf, die ganze Promotion hinzuschmeißen, aber damit würde ich mich nur ins eigene Fleisch schneiden. Also atmete ich tief durch, und beschloss, den Konflikt erst einmal zu deeskalieren.

„Noch habe ich den Titel ja nicht einmal.“
in etwas milderen Ton fuhr er fort: „Mit diesem Titel kannst du viele Geschäftspartner beeindrucken, insbesondere die Endkunden fahren darauf ab.“
„Das sind doch alles Mathe-Doofies!“, warf ich ein. Naja, nicht wirklich alle. Es gibt schon Ausnahmen, aber die sind rar.
„Das brauchst du ihnen ja nicht gleich so genau zu erklären. Der Zusatz rerum naturae ist völlig OK.“
„Bloß dass Mathematik gar keine Naturwissenschaft ist.“
Carsten runzelte die Stirn. Ich war wohl wieder mal im Begriff, den Bogen zu überspannen, also fügte ich schnell hinzu: „Aber Naturwissenschaftlerin bin ja sowieso.“

Da die Unterhaltung eine überraschende Wendung nahm, splitte ich den Blogeintrag, setze hier einen Breakpoint (!) und ergänze den Rest voraussichtlich morgen.

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breakplaining: Konservative Kräfte //1825

Unter einer konservativen Kraft versteht man eine Kraft, deren (skalares) Potential nur vom Ort und nicht von anderen Variablen abhängig ist.
Aus dem Potential erhält man dann durch Anwendung des Nabla-Operators (grad) das Vektorfeld des zugehörigen Kraftfeldes. Beispielsweise liefert das elektrische Potential U das elektrische Feld E, durch das man durch Multiplikation mit der elektrischen Ladung auf die Kraft F kommt (lassen wir hier mal Vorzeichen oder auch andere Konstanten außer Acht).
Innerhalb der Klassischen Physik sind Beispiele für konservative Kräfte die Coulombkraft, die anziehend oder abstoßend zwischen elektrischen Ladungen wirkt, oder die Gravitationskraft, die die Anziehung von Massen beschreibt.
Magnetische Kräfte sind dagegen nicht konservativ. Die Lorentz-Kraft ist nämlich auch von der Geschwindigkeit des elektrischen Teilchens abhängig.
Reibungskräfte sind ebenfalls nicht konservativ.

Die Beschreibung nicht-konservativer Kräfte ist aufwendiger. Die magnetische Flussdichte B etwa lässt sich durch ein Vektorpotential A darstellen, dessen Rotation (also Kreuzprodukt mit dem Nabla-Opertator) B ergibt. Das elektrische, skalare Potential und das magnetische Vektorpotential lassen sich dann zu einem Vierer-Potential zusammenfassen, das relativistische Berechnungen vereinfacht (ja, das ist im Grunde pure Heuristik: man bastelt solange an den Formalismen herum, bis sie passen, d.h. korrekt die Natur beschreiben, und dabei – im Sinne von Ockham’s Razor – möglichst einfach sind).
Richtig interessant und faszinierend wird es, wenn diese Schreibweisen zur Formulierung der Maxwell-Gleichungen genutzt werden – hach!

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Ein Frühlingsspaziergang //1824

Während des Winters waren unsere Möglichkeiten für Spaziergänge ziemlich eingeschränkt. Wenn überhaupt, dann sind wir immer den gleichen Weg gelaufen, der wenigstens so befestigt war, dass man Pfützen und Morast umgehen konnte.
Immerhin ist es endlich wieder warm genug, um einen Minirock zu tragen. Vor wenigen Tagen war es mir noch wesentlich angenehmer, ein Kopftuch zu tragen als entblößte Haare.

Gerne wären wir wieder einmal einen etwas längeren Weg gelaufen, aber der ist teilweise so sumpfig (der Boden ist so lehmig, dass das Wasser kaum versickern kann, und insbesondere an schattigen Stellen im Wald verdunstet die Feuchtigkeit auch nur sehr langsam), dass ich mich weigerte, dort langzugehen. Carsten wollte es jedoch endlich wieder einmal probieren. Ich wies darauf hin, dass die Wiesen noch teilweise unter Wasser stehen, und überall noch Pfützen sind. Aber das war ihm egal. Schließlich hatte er uralte Schuhe an, und es war ihm gleichgültig, wie die aussehen würden (denn er braucht sich noch nicht einmal selbst darum zu kümmern, sie wieder sauber zu kriegen – das macht ja die Haushälterin). Er überredete mich, es zumindest zu versuchen, und sofort umzukehren, wenn der Weg zu matschig würde.
Ich hatte nicht die geringste Absicht da entlang zu gehen. Schließlich trug ich fast neue Schuhe (nichts besonderes, aber für Spaziergänge geeignet), die ich mir ganz bestimmt nicht gleich einsauen wollte. Aber ich gestand ihm zu, einen Versuch zu wagen.

Wie ich erwartet hatte, stand noch überall das Wasser. Wenigstens sah er das ein. Wir beratschlagten dann, wo wir alternativ herumlaufen wollten, als von einem Seitenweg wenige hundert Meter vor uns ein Mann mit zwei Hunden vom Dorf her auf den Hauptweg bog, und vor uns lief.
Weder Carsten noch ich hatten Lust, hinter ihm herzugehen. Zufällig war auf der anderen Seite in Richtung Wald ein neuer Weg entstanden, wo letztes Jahr die Waldarbeiter Holz gemacht hatten. Der Weg sah auch passabel trocken aus, so dass ich zustimmte, zu schauen, wo er hinführte (immerhin hätten wir dabei auch eine neue Outdoor-geeignete Stelle finden können).

Trocken genug war der Weg tatsächlich, wenn man einigermaßen aufpasste und um die feuchteren Stellen außenherumging, jedoch verliefen etliche Dornenranken quer über ihn. Nach kurzer Zeit hatte Carsten einen deutlichen Vorsprung. Er trug lange Hosen, so dass er die Dornen gar nicht bemerkte. Mir jedoch schlugen sie an die befeinstrumpften Beine, kratzen und drohten, Laufmaschen zu erzeugen.
Also blieb ich stehen, und wartete, bis Carsten bemerken würde, dass ich zurückgeblieben war.

Mittlerweile war mir beim Griff in meine Jackentasche aufgefallen, dass sich darin noch meine letzte Kastanie befand. Ich definierte den Winter als endgültig abgeschlossen, und gab die Kastanie der Natur zurück, indem ich sie weit auf einer näherungsweise parabolischen Bahn in den Wald warf.

Inzwischen hatte Carsten gemerkt, dass ich ihm nicht mehr folgte, und winkte mir, ich solle ihm hinterhergehen, aber ich schüttelte den Kopf, so dass ihm kaum etwas anderes übrigblieb (er weiß, dass ich in solchen Situationen konsequent bleibe, hätte aber stattdessen auch weitergehen können, dann wäre ich halt alleine heimgegangen), als wieder zu mir zurückzukehren. Ich wies ihn auf die Dornenranken hin.
Wir kamen dann überein, wieder heimzugehen, zumal wir beide auch noch einiges anderes vorhatten.

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Ergugeltes //1823

Auch bei den neuesten Suchbegriffen habe ich mich wieder bemüht, informative und lehrreiche Anmerkungen (hört sich doch gleich viel freundlicher an als Besserwisserei) hinzuzufügen.

„arbeitszeugnis code ruhige art“
Das kann positiv oder negativ gemeint sein, muss man im Gesamtkontext betrachten.

„bis später italienisch“
A più tardi.

„deklarieren kreuzworträtsel“
Angeben.

„freundschaft+“
Eine Freundschaft mit Sex.

„gleichungen aufstellen“
Das macht Spaß!

„leichtsinniger auf stadtparksee ignoriert polizisten“
Davon weiß ich nichts.

„kabel deutschland störung“
Das wird auch mal vorkommen.

„heiko mell anschreiben“
Die Kontaktadresse steht in den VDI-Nachrichten. Es empfiehlt sich, den Text gründlich korrekturzulesen.

„strumpfhose anziehen“
Das ist gar nicht so trivial, wenn man nicht gleich Laufmaschen hineinreißen möchte.

„keine gnade translate“
No mercy.

„erster besuch frauenarzt“
Lang ist es her.

„überweisung komma extra kästchen“
Ich habe schon seit etlichen Jahren keinen Überweisungsträger mehr benutzt, mache das online.

„nackt schlafen abnehmen“
Ich sehe da keinen signifikanten Zusammenhang.

„kleidermotten“
Oh je! Ich nutze dagegen kleine Säckchen mit Lavendel, oder einfach Seifenstücke, die ich in die Schränke lege.

„meine erste feinstrumpfhose“
Dazu gäbe es sogar eine kleine Geschichte (im Pausenhof beim Spielen gestürzt, kaputt), die sich aber nicht lohnt, sie ausführlicher zu erzählen.

„meine tante schluckt devot vulva“
Jeder nach seiner Fasson.

„zu früh abgepritzt“
Mein alter Tintenstrahldrucker hat dauernd Stress gemacht.

„zenit duden“
Höchster Punkt am Firmament, steht senkrecht über aktueller Position.

„standardteil“
Ein gebräuchliches, übliches Teil.

„was sind schnellstricknadeln“
Besonders kurze Nadeln, auf denen sich die Maschen eng zusammenschieben, und deshalb weniger Kraft nötig ist, um das jeweilige Drehmoment aufzubringen.

„weltgrauentag“
Der war am 8. März.

„wordpress störung“
Kommt eigentlich nur selten vor.

„geilomat wahl“
Das ist mir selbst neu.

„festplatte voll obwohl leer“
Da können irgendwelche versteckte Dateien oder Partitionen vorhanden sein.

„büro ist kein ponyhof“
Nee, hier kommen keine Tiere rein.

„substitution berlin“
Früher war mal Bonn die Hauptstadt.

„twitter sperma“
Twitter ist ein Online-Medium für kurze Ergüsse.

„meinesexbilder“
Bleiben in der Kiste.

„beim stillen gefickt“
Das fördert bestimmt die Oxytocin-Ausschüttung.

„erd online“
Das TerraWeb.

„doktorfeier geschenk“
Danke, nicht nötig.

„googlehupf“
Das ist onomatopoetisch.

„internationale einheit“
Sofern sinnvoll benutze ich vorzugsweise natürliche Einheiten.

„ziffer einer elektrischen anzeige kreuzworträtsel“
Digit.

„wc sitz kaufland“
Ich bezweifle, dass es die dort dauerhaft im Sortiment gibt.

„vaginaler orgasmus stellung“
Bei Doggy komme ich meist am schnellsten, aber auch Reiten oder Missionarstellung sind sehr efficktiv.

„pointbreak“
Auch eine Art Annegramm.

„notations kleidung“
Ich mag ja keine Kleidung, auf die irgendwelche Motive oder Logos draufgedruckt sind.

„termine verschwinden google kalender“
Ich trage meine Termine in Outlook an, und das funktioniert.

„nichten vögeln“
Mitnichten.

„deutsche sexvideos“
Inwiefern ist die Sprache relevant?

„ungerechtfertigte kritik“
Das ist ärgerlich.

„heftig aber angemessen“
Bassd scho.

„belegschaft 8 buchstaben“
Personal.

„blowjob stephen hawking“
Am Pi-Tag ist er verstorben.

„theorem kreuzworträtsel“
Lehrsatz.

„schnitzel blow day“
Schnitzel esse ich gerne, aber doch nicht am Pi-Tag!

„berliner flughafen kreuzworträtsel“
Tegel.

„kopftuch sex“
Eignet sich wunderbar als Augenbinde oder auch sonst für Bondage.

„mint bin“
Ja, ja, sogar sehr.

„hypokrit wikipedia“
Ein scheinheiliger Heuchler.

„ich kenne nichts das so schön ist wie du text“
Wenn man davon ausgeht, dass jede Art von Schönheit einmalig ist, ist die Aussage doch tautologisch, bzw. selbstidentisch oder gar rekursiv.

„windows boot beschleunigen“
Geht mir schnell genug.

„nicht übereinstimmend kreuzworträtsel“
Ungleich.

„stadt der schildbürger 7 buchstaben“
Schilda.

„erdmagnetfeld stärke“
Das hängt vom Ort ab, und es sind so einige 10^-5 Tesla.

„zahnarzt fetisch“
Irgendwie muss ich an den Kleinen Horrorladen denken.

„6 zehen“
Das soll, wenn auch sehr selten, vorkommen.

„wordpress entwickler stundensatz“
Keine Ahnung, wie die bezahlt werden.

„eichel frei ohne beschneidung“
Ich sammle keine Eicheln mehr, nur noch Kastanien. Wenn die Äste eines Kastanienbaumes stören, kann man sie zurückstutzen, um mehr Platz freizumachen.

„josefstag feiertag deutschland“
Nö. Kann aber sein, dass er lokal gefeiert wird, z.B. durch die Abhaltung eines Marktes.

„minrock nichts drunter“
Ach, wann wird es endlich sommerlich warm!

„projekt zuckerfrei blog“
Igitt!

„boudoir blog“
Das ist mein Hinterzimmer, in dem es ein paar private Fotos zu sehen gibt.

„südspanische steppe“
Ich kenne nur die Spanische Treppe.

„schrumpfnudel“
Das FSM wird sich dessen schon annehmen.

„warme englische pastete“
Schmeckt gar nicht so schlecht, obwohl ich in England Fish’n’Chips vorziehe.

„facebook promotionsprodukte“
Also bitte! Dafür brauch‘ ich nun wirklich ein Fakebuch.

„sänger mit tiefer stimme kreuzworträtsel“
Bassist.

„instant wordpress“
Eigentlich sind die ersten Schritte bei einem WordPress-Blog nicht schwierig.

„vorstellungsgespräch kurzfristig verschieben“
Das kann schon mal notwendig werden.

„halterlose in der öffentlichkeit“
Man sollte darauf achten, dass sie nicht rutschen.

„mein leben in deutschland begann mit einem stück bienenstich“
Den esse ich auch gerne. Eine entzündete Stichverletzung ist dagegen weniger angenehm.

„haartracht 6 buchstaben“
Frisur.

„blasen im mund“
Aua! Als Kind hatte ich mal eine Stomatitis. Die Mandelabszesse waren allerdings noch schmerzhafter.

„strapsgürtel selber nähen“
Dafür sehe ich keine Notwendigkeit.

„schöne busen“
Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

„elementarteilchen film“
Es gibt Blasen- oder Nebelkammeraufnahmen.

„nacktfoto gehackt“
Beim Holzhacken sollte man sicherheitshalber eine Art Schutzkleidung tragen.

„wie geht blasen“
Erst mal gut durchkauen, dann den Kaugummi mit der Zungenspitze vor die wie zum Pfeifen geöffneten Lippen platzieren, und vorsichtig Luft auspusten.

„omnia mea mecum porto“
„Ich trage alle meine [Besitztümer] mit mir.“ – Was man im Kopf hat, kann einem niemand nehmen.

„schwarz erbrochen“
Deutet auf Blut hin. Falls die Ursache nicht klar ist (z.B. runtergeschlucktes Nasenbluten) sollte man die Ursache ärztlich abklären lassen.

„doppelt aufgespießt“
Kopfkino .. hach ..

„hepeating definition deutsch“
Wenn ein Mann noch einmal verständlich ausdrückt, was eine Frau bereits vorher glaubte gesagt haben zu wollen.

„länglicher hohlkörper“
Beispielsweise ein Schokoweihnachtsmann.

„muskel mädchen geschichten“
Kenne ich keine.

„mount everest besteiger“
Da doch lieber Mark Twain als Rigi-Besteiger.

„windows 10 sommerzeit falsch“
Wenn man Berlin als Zeitzone einstellt, sollte es eigentlich mit der Umstellung klappen.

„make ma day deutsch“
Mache meinen Tag.

„breakpoint programmierung“
Ganz wichtig!

„das leben wie ein tortenboden“
Meistens geht’s rund, aber manchmal zerbröselt’s.

„innendurchmesser klopapierrolle“
Circa vier Zentimeter.

„kleiner penis“
Wächst hoffentlich noch.

„afrika bricht auseinander“
Solche geologischen Vorgänge dauern lange.

„rechtsschreibungs check“
Zunächst mal zusammenschreiben.

„gefixxt“
Hat so mancher Käfer nötig.

„umdisposition“
Umplanung, Änderung der vorgesehenen Vorgehensweise.

„mount everest blog“
Verschont mich vor Schnee und Kälte!

„nicht gepopptes popcorn nochmal“
Ich fürchte, das verkohlt dann erst recht.

„verlogenheit synonym“
Falschheit.

„notations kleidung“
Im Etikett von Konfektionskleidung sind meistens die Größe und Waschhinweise notiert.

„alle mal malen“
Fun Fact: Binär lässt sich eine Zahl einfach mit einer Zweierpotenz multiplizieren, indem man ihre Bits um die Anzahl des Exponenten nach links verschiebt.

„orthogonal zeichen word“
Das Senkrecht-Zeichen sieht aähnlich aus wie ein umgekehrtes T. Dafür gibt’s bestimmt auch einen Unicode.

„private lust schweine“
Früher hatten Verwandte von mir noch einen Schweinestall, aber mittlerweile haben sie keine Lust mehr auf Tierhaltung.

„friseur fetisch“
Vielleicht sollte ich doch mal wieder zum Friseur gehen.

„penis wasserhahn rekursion“
Das ist eine Wortkombination, die mich ratlos zurücklässt.

„ubuntu abspecken“
Bei Linux kann ich nicht weiterhelfen.

„domus werbung“
Romanes eunt domus.

„wir konnten die installation des updates nicht abschließen“
Das kommt vor. Manchmal klappt’s bei einem weiteren Versuch, manchmal auch nicht.

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Die Osterreise (3. Teil) //1822

Manche Trilogien haben tatsächlich drei Teile, und so schließe ich das Bloggen über unsere Osterreise mit diesem Teil ab, indem ich über unseren Besuch bei meiner Schwester berichte.

Sabine hatte eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte gemacht und als alkoholfreie Alternative noch eine Mohrenkopftorte.
Ihre Kinder sind schon wieder gewachsen, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe. Kristina scheint sehr scheu zu sein. Sie ist bestimmt das einzige weibliche Wesen außer mir, das jemals mit nackigem Hintern in meiner Wohnung gelegen ist.

David kommt diesen September in die Schule. Er scheint einen Narren an mir gefressen zu haben (vielleicht aufgrund der Osternaschereien, die wir mitgebracht hatten), denn er wich kaum von meiner Seite.
Als Thorsten Carsten gerade etwas im Keller zeigen wollte, blieb ich mit Sabine und den Kindern im Wohnzimmer.
„Tante Anne“, fragte mich David, „was reimt sich auf Rotze?“
Ich überging den Begriff, der mir als erstes einfiel, und improvisierte: „Ja, willst du, dass ich protze, oder mit dir motze? Schau nicht so oft die Glotze.“
„Ich hab einen viel schöneren Reim!“, krähte David.
„Lass‘ hören“, forderte ich ihn auf, während Sabine die Augen verdrehte.
„Ich hab in der Nase Rotze, da riech ich nicht die Strotze.“
„Herzallerliebst!“, meinte ich, „du wirst bestimmt mal ein Poet.“
„Was ist ein Poet? Hat das was mit Po zu tun? Ich hab einen Po.“
Seine älteren Geschwister feixten, hielten sich aber raus.
„Ein Poet ist jemand, der Gedichte schreibt. Das nennt man auch Poesie oder Lyrik.“

Den Rest des Besuches beglückte uns der verhinterte Dichter mit weiteren Versen. In den nächsten Wochen dürfte er seine Familie mit seinem neuen Berufswunsch nerven.

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Computerfrustiges //1821

Ich muss eben mal ein paar Lästereien loswerden, die sich im Laufe der Zeit aufgestaut haben.

Wenn ich unter Windows Server 2012 oder Windows 10 Dateien per Drag’n’Drop kopieren will, und im Zielverzeichnis bereits eine Datei mit demselben Namen vorhanden ist, bekomme ich auf dem Meldungsfenster kein Compare-File-Info mehr, wie das bei Windows 7 noch üblich war. (Seltsamerweise bei ftp-Verzeichnissen jedoch schon, obwohl sie im Explorer gleich angezeigt werden.) Mit diesem Problem werde ich häufig konfrontiert, da ich immer wieder bestehende Dateien überschreibe, um die neuere Datei zu sichern. Gibt es eine Möglichkeit (z.B. Registry Hack) das Compare-File-Info als Default einzustellen, denn diese Information ist wesentlich, um nicht aus Versehen die neue mit der alten Datei zu überschreiben. Wieso werden dem Nutzer Informationen wie Dateigröße oder das letzte Änderungsdatum vorenthalten, bzw. so schwer zugänglich gemacht?
Genauso kostet es mich zu viele Klicks, im Explorer einfach alle Laufwerke (mit Details) zu sehen. Das sollte doch die Standardansicht sein – nicht irgendwelche „Libraries“ oder Verzeichnisse, die ich nie nutze.

Oftmals beim Öffnen eines Webformulars: Während noch Teile der Seite geladen werden, beginne ich bereits, in Editierfeldern eine Eingabe zu machen. Dann jedoch schlägt ein Javascript zu, und setzt mir die Inhalte dieses Felder wieder zurück auf leer, oder auf den Hinweis, dort etwas einzugeben. Das nervt.

Kürzlich passierte mir folgendes: Ich öffnete eine bestimmte Seite im Internet, aber die Schrift war dermaßen riesengroß, dass pro Zeile nur wenige Wörter dargestellt wurden, und ich trotz Scrollen nur einen kleinen Teil des Textes überblicken konnte. Um Abhilfe zu schaffen, verringerte ich den Zoomfaktor, was die Schrift schon in der nächsten Stufe winzig klein, so dass man sie nicht mehr entziffern konnte, werden ließ. Auch durch Änderung der Fontgröße ließ sich der Text nicht auf eine akzeptable Größe bringen. Wer hat denn da die Stylesheets dermaßen verhunzt? So geht das vielleicht für mobile Geräte, aber nicht mehr für einen Desktop-PC.

Und das GUI des Calculators hatte unter W7 schon eine miese Usability, unter W10 ist es einfach nur noch total hässlich.

Außerdem vermisse ich die Sidebar. Ich hatte mir da selbst ein paar so schöne Gadgets geschrieben. Die sind jetzt alle im Orkus.

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Die Osterreise (2. Teil) //1820

Weil es an Karfreitag bei meinen Eltern bestimmt nur Heringsalat und Pellkartoffeln geben würde (worauf ich keinen Appetit hatte) und ich erst recht keine Lust auf die alberne Karfreitagsgymnastik in der Kirche („beuget die Knie, erhebet euch“) hatte, zogen wir es vor, diesen Tag für unsere Zweisamkeit zu reservieren. Das Wetter war allerdings nicht gerade angenehm (zwar etwas Sonne, aber auch ein kalter Wind), so dass wir unseren Spaziergang nur mäßig ausdehnten. Wenn ich schon am Karfreitag keine Gelegenheit habe, „Das Leben des Brian“ zu schauen, so muss das umso mehr durch horizontale Tänze und Ritte kompensiert werden. Am Samstag Vormittag konnte ich es aber nicht länger aufschieben, meine Eltern zu besuchen.
Was soll ich viel erzählen? Dort ist immer noch alles unverändert wie immer.

Wir waren praktisch den ganzen Samstag dort, zwischendurch zum Kaffee bei meiner Schwester (werd‘ ich wohl noch einmal in einen kleinen Blogpost auslagern). Auf meinen besonderen Wunsch hin gab es zum Mittagessen Krautklöße (kriegt man ja sonst nirgends, und ich hab‘ mich selbst noch nicht an die Zubereitung rangetraut).
Am Sonntag verbrachten wir den Vormittag im Hotelhallenbad, und aßen dort zu mittag. Außer erfolgreicher Eiersuche zelebrierten wir auch die Auferstehung des Herrn durch traditionell-österliche Rammeleien.
Erst nachmittags fuhren wir dann zu meinen Eltern. Am Abend gab es Zwiebelblooz – lecker! – dafür nahm ich sogar Carsten’s nächtliche Flatulenzen in Kauf.
Am Montag waren wir noch mal zum Mittagessen (Schweinerollbraten, gebackene Kartoffeln und Bohnen, Ambrosiuscreme sowie eingemachte Kirschen als Nachtisch) dort.

Meine Mutter erinnerte sich mit enervierender Häufigkeit daran, dass sie vor genau vierzig Jahren hochschwanger gewesen war.

Ich erinnerte mich daran, dass ich meine Eltern nach Kartoffelsäcken fragen wollte, aber mein Vater erklärte, dass die Säcke damals nur zur Lieferung genutzt wurden, und nach dem Ausleeren wieder dem Bauern zurückgegeben worden waren. Also nichts mit Kartoffelsackkleid.

Als Carsten einmal auf eigene Faust unterwegs war, und ich zurückblieb, meinte meine Mutter, dass sie nicht verstehen könne, wie ich das aushalte, dass er immer so ruppig und unfreundlich zu mir sei. Ich kann ihre Wahrnehmung nicht nachvollziehen. Klar, Carsten ist oft kurz angebunden, aber wir kennen uns eben so gut, dass für unsere Kommunikation oft schon ein Blick genügt oder ein sehr knappes Statement ohne irgendwelchen verbalen Zuckerguss. Das spricht für unsere Vertrautheit, dass wir aufeinander eingespielt sind ohne überflüssigen Schnickschnack, und dass wir uns aufeinander verlassen. Unsere nerdigen Anspielungen und Scherze verstehen meine Eltern sowieso nicht.
Meine Mutter fuhr fort, dass man sich heutzutage als Frau nicht mehr alles vom Ehemann gefallen lassen müsse und ich mich nicht herumschubsen lassen solle. Als ob ich nicht selbst wüsste, wie ich meine Interessen vertrete. Und bloß weil ich Carsten (der teilweise recht autoritär auftritt und einschüchternd wirken kann) viele Entscheidungen überlasse, bedeutet das nicht, dass ich alles widerspruchslos akzeptiere. Aber wenn unsere Ansichten übereinstimmen, so dass ich keine Einwände habe, streite ich eben auch nicht herum, bloß um zu opponieren (von gelegentlichen niedlichen Shittests mal abgesehen – aber weder die noch sonstige Meinungsverschiedenheiten trage ich vor dritten Personen aus).
Das fehlte gerade noch, dass meine Mutter auf ihre alten Tage zur Femininistin wird. Ich lasse mich jedenfalls nicht aufhetzen, und andere sich in meine Ehe einmischen.

Ein Lichtblick des Besuches war, das Schafkopfen. Schon früher hatten wir daheim gelegentlich Karten gespielt – je nach Anzahl der Beteiligten vorzugsweise Sechsundsechzig (2), Herzskat (3) oder Schafkopf (4).

Da am Montag Nachmittag das Wetter endlich etwas erfreulicher wurde, machten wir zu viert noch einen Ausflug in die nähere Umgebung mit abschließenden Café-Besuch. Hier war ich schon als Kind ab und zu mit meiner Familie gewesen. Nur hier gibt es eine bestimmte Tortenspezialität (mit viel Sahne und besonders fluffigem Blätterteig), die ich mir zu meinem Kännchen Kaffee bestellte.
Als es ans Bezahlen ging, wollten sowohl mein Vater als auch Carsten die Rechnung für alle übernehmen. Hauptargument meiner Mutter: „Es Annele erbt’s doch eh.“ Hauptargument meines Vaters: „Ihr junge Leud könnt euer Geld doch anerschdä besser gebrauch.“ Hauptargument von Carsten: „Basta!“, womit er sich letztendlich durchsetzte.
Schließlich verabschiedeten wir uns von meinen Eltern und fuhren am Spätnachmittag wieder nach Hause in die Stadt.

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Die Osterreise (1. Teil) //1819

Da bin ich wieder – nach einer Stippvisite bei Standort 3, und anschließendem Kurzurlaub in der alten Heimat einschließlich Besuch bei meinen Eltern.
Es war wohl wieder einmal fällig gewesen, dass die Geschäftsleitung bei Standort 3 vorbeischaut. Also organisierten wir es so, dass Carsten und ich dort den Donnerstag verbrachten. Dieser Standort ist ja nicht so weit von meinem Elternhaus entfernt, so dass es nahe lag, beide Besuche zu verbinden.
Wir übernachteten in einem Touristenhotel in einem Ferienort in der Nähe. Meine Eltern waren zwar etwas verwundert, dass wir nicht bei ihnen schliefen, akzeptierten das aber.

Bei Standort 3 läuft alles so weit glatt. Da werden ja nur bestimmte Bauteile hergestellt, ohne dass eine Softwareentwicklung dafür nötig wäre. Inzwischen gibt es auch ein paar andere Abnehmer für diese Bauteile, so dass wir ein weiteres Geschäftsfeld dadurch haben.

Die Geschäftsleitung besichtigte den Betrieb, insbesondere die Fertigung.
In einem der Büroräume sprach mich plötzlich ein scheinbar mittelalter Mann an. Es stellte sich dann heraus, dass er mit mir Abitur gemacht hatte. Er war ursprünglich in einer Parallelklasse gewesen, so dass ich nie viel mit ihm zu tun gehabt hatte. Jetzt arbeitete er hier als Angestellter in der Beschaffung.
Nun ja, ich wechselte ein paar Worte mit ihm. Schließlich hatten wir gemeinsame Erinnerungen an unsere Schulzeit, Mitschüler, Lehrer
Er hatte zwar mitbekommen, dass mein Name als Geschäftsführerin aufgetaucht war, war sich aber nicht sicher gewesen, ob es sich dabei um mich handelte (naja, mein RL Name ist eigentlich sehr selten, es wäre äußerst unwahrscheinlich gewesen wenn nicht – aber egal).
Carsten wurde allmählich ungeduldig, so dass ich mich verabschiedete, und weiterging. Wir hatten dann noch ein Meeting mit dem Standortleiter und den Führungskräften (sofern nicht gerade im Osterurlaub), wo wir verschiedene geschäftliche Topics besprachen.

Über den Besuch bei meinen Eltern blogge ich morgen.

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Blog.suspend(); //1818

Da ich in den nächsten Tagen verreist bin (ist schon länger geplant gewesen, so dass ich trotz geänderter Arbeitspriorisierung nicht verschieben konnte) gibt es eine kleine Blogpause, so dass wir uns voraussichtlich erst wieder nach Ostern lesen. Ich gehe davon aus, dass meine Abwesenheit wieder neuen Blogstoff liefert.

Heute bin ich noch damit beschäftigt, verschiedene Teildokumente in eine definierte Form zu bringen.
Außerdem will ich nachher doch wieder einmal ins Nerdtopia, um zu schauen, wie meine Mitarbeiter (sofern nicht bereits im Osterurlaub) vorankommen. Ich bin ja immer noch für sie zuständig und verantwortlich, auch wenn ich meine Aufmerksamkeit ihnen gegenüber derzeit reduziert habe.
Dann ist mir noch eine unvorhergesehene Arbeit dazwischen gekommen, die ich wirklich gerne noch heute fertig bekommen möchte.
Am Spätnachmittag haben Carsten und ich vor, uns auf den Weg zu machen.

Euch allen wünsche ich bereits jetzt viel Freude mit Eierfunden!
Und schickt euch selbst in den April!
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Digital Addict //1817

Neulich gab es am Wochenende einen Stromausfall, der über eine Stunde anhielt. Ich hatte mich am Spätnachmittag gerade vor den Fernseher gesetzt, um mich ein wenig berieseln zu lassen, aber trotzdem meinen eigenen Gedanken nachzugehen, als der Bildschirm schwarz wurde. In den anderen Räumen gab es ebenfalls keinen Strom, und auch in den anderen Häusern, die man von den Fenstern aus sehen konnte, blieb alles dunkel.
Also weder Fernsehen noch Computer – theoretisch hätte ich während der Restlaufzeit der Akkus an mein Notebook gehen können, aber da Internet eh nicht ging, zog ich es vor, ein paar Berechnungen mit Bleistift auf Papier zu machen.

Ich saß also auf dem Sofa, auf meinem Schoß eine Unterlage für mein Schreibzeug, und musste immer wieder auf die Uhr neben dem Fernseher schauen. Da die aber sonst am Stromnetz hing, zeigte sie nichts an. Normalerweise mache ich mit den digitalen Ziffern (da macht es nichts, wenn die Uhr aufgrund der verstellten Netzfrequenz wenige Minuten nachgeht) immer wieder kleine Kopfrechnungen, aber das ging jetzt nicht, und ich vermisste es. Die analoge Uhr an der anderen Wand konnte mit ihren drehenden Zeigern dieses Bedürfnis nicht erfüllen.

Ich ertappte mich dabei, dass der Wunsch, mit den vorgegebenen Zahlen zu jonglieren übermächtig wurde, und mich kaum noch an etwas anderes denken ließ. Immer wenn ich mich gerade anderweitig konzentrieren wollte, schaute ich wieder auf zur Digitaluhr.
Vermutlich ist im Belohnungszentrum meines Gehirns eine Jahrzehnte alte Verschaltung, die bei arithmetischen Berechnungen aktiviert wird, weil ich mit solchen Rechnereien als Kind die ersten Erfolgserlebnisse hatte.

Hätte der Stromausfall länger angehalten, hätte ich sicher Gegenmaßnahmen ergriffen. So jedoch war der Strom bald wieder da und mein Problem gelöst. Geblieben ist jedoch das Bewusstsein, dass digitale Ziffern für mich eine Abhängigkeit und Sucht bedeuten, denen ich wohl entgegenwirken sollte.

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Die Statue //1816

Carsten ist nicht sehr konsequent, was das Feiern von Geburtstagen und Geschenken betrifft. Sein eigener darf nicht erwähnt werden, meiner dagegen offenbar schon, obwohl es bis dahin noch etliche Wochen hin ist.

„Was wünscht du dir zum Geburtstag, Anny?“, fragte er mich, als wir am Wochenende einen kleinen Spaziergang machten, da das Wetter sich endlich von etwas angenehmerer Seite zeigte.
„Danke, ich habe alles, was ich brauche.“
„Ich habe nicht gefragt, was du brauchst, sondern was du dir wünscht. Es gibt doch bestimmt etwas, was du gerne hättest.“
Er nervte dann noch ein wenig herum. Früher hatte er einige Male gedroht, mir ein Kochbuch zu schenken, aber seit ich selbst gelegentlich koche, macht er das nicht mehr. Und auch ein Vorschlag zum gemeinsamen Shoppen wird, glaube ich, so bald nicht mehr kommen.

Da er weiter insistierte, dass er mir doch eine Freude machen wolle, und ich es auch als Anerkennung für meinen Einsatz in der Firma sehen sollte, gab ich schließlich nach. „Es gäbe schon etwas, das mir gefallen würde ..“
„Und das wäre?“
„Eine Skulptur.“
„Eine Skulptur?“
„Ja, die im Garten steht, am besten aus Stein, und etwa zweieinhalb Meter hoch ist.“
„Im Garten hättest du aber nur am Wochenende etwas davon.“
„Meinetwegen auch auf den Vorplatz der Firma, aber mir schwebt ein etwas privateres Motiv vor, das von Kleingeistern vielleicht als obszön empfunden werden könnte.“

Er wurde hellhörig: „Was für ein Motiv?“
„Keine Bange. Du musst dafür nicht Modell stehen. Eine eher schematische Darstellung genügt – jedenfalls eine standfeste Säule. Und nicht so grellbunt wie die Colonna Mediterranea.“
„Was willst du überhaupt damit machen?“, fragte er skeptisch.
„Anschauen, umarmen, außenrum tanzen, huldigen .. hach! .. der Möglichkeiten sind viele. Verbuch‘ das unter Religionsausübung.“

Er schwieg. Ich wusste nicht, ob ihn mein Ansinnen hinreichend schockiert hatte, um in Zukunft von solchen Geschenkanfragen Abstand zu nehmen, oder ob er über die Realisierung nachdachte.
Ich ließ ihn nicht zu Ende denken, sondern fuhr fort. „Dann fällt mir ein, dass ich mir schon lange Formen wünsche, mit denen man Schokoladenlutscher herstellen kann. Nein, nicht in Originalgröße, sondern nur etwa so groß wie ein Schokoladenriegel, also ungefähr 60 Gramm, und als Lutscher natürlich massiv“ [im Gegensatz zu Hohlkörpern wie Schokoosterhasen] „. Das reicht, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen, und gerade wenn ich unterwegs bin, möchte ich auch nicht mehr herumschleppen als nötig.“ Das Gute an einer phallotheistischen Weltanschauung ist, dass Pragmatismus und Zweckmäßigkeit immer Vorrang haben.

„Wie wär’s mit einem 3D-Drucker, der Schokolade drucken kann?“ War das Sarkasmus? Oder war er bereits in den Nerdmodus gefallen? Ich ging ernsthaft darauf ein: „Der braucht zu viel Platz, und bestimmt sind Pflege, Wartung und Reinigung auch aufwendig. Silikonformen, die man selbst mit geschmolzener Schokolade füllen kann, und nach Aushärten und Entnehmen des Objekts einfach in die Spülmaschine schmeißt, würden die Anforderungen weit effizienter erfüllen.“
„Probier‘ das erst mal mit Kondomen. Irgendwo habe ich noch einen Vorrat.“
Einen Versuch ist es wert. Allerdings sind die nicht formstabil, nämlich viel zu elastisch. Da bräuchte ich noch eine Außenhülle – vielleicht eine leere Klopapierrolle oder ähnliches mit eher geringerem Innendurchmesser.
Carsten sprach weiter, dass er mal Gips in einen Gummihandschuh gefüllt hätte, und das Ergebnis recht gut einer Hand glich, wenn man auf Einzelheiten wie Fingernägel verzichtet.

Ich erzählte dann, wie ich – weil mir beim Einkaufen oft die Münze für Einkaufswagen fehlt – Wachsmünzen gegossen habe. Die Form hatte ich mithilfe einer Heißklebepistole erzeugt, indem ich den Heißkleber an eine Euromünze gespritzt hatte. Für die Schokoladenlutscher besteht diese Option nicht. Die Vorlage ist es zwar gewohnt, eine 310K heiße Umhüllung zu bekommen, aber Heißkleber hat eine nochmal deutlich höhere Temperatur. Vom Handling mal abgesehen, müsste ich die Gussform dann noch irgendwie verkleinern, um ein mundgerechteres Format zu erhalten.

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Verweißt auf Twitter #ffffff //1815

Bevor meine Tweets vom 10. bis 28. Juli 2017 hier erscheinen, gebe ich zu Protokoll, dass ich etwa seit dieser Zeit (also seit inzwischen über acht Monaten) kein angezeigtes Profilbild mehr bei Twitter habe – trotz etlicher Versuche, ein neues einzustellen oder deswegen mit dem Twitter-Support Kontakt aufzunehmen. Siehe auch Eintrag 1610 (Link below).

Verschreiber des Tages: Panty statt Party
Das überlaufende Fass //1617 Sechzehnhundertsiebzehn
Verleser des Tages: Hinterkopf statt Hinterhof
Welt im Chaos //1616 Sechzehnhundertsechzehn
Und immer noch ohne gültiges Profilbild
Verleser des Tages: Kopftuch statt Kochbuch
Ha zwei Oh! //1615 Sechzehnhundertfünfzehn
Ach, ich riskier’s jetzt, sonst bin ich in einer Stunde noch da. Mindestens.
Jetzt heim zu gehen wäre ein reines Glücksspiel. Ich könnte natürlich auch auf den Chef warten…
Spec fertig. Regenpause für den Heimweg abpassen.
Mieses Wetter. Kalt. Keine Lust, zum Essen zu gehen.
Verleser des Tages: kannibalisieren statt kanalisieren
Time Loop //1614 Sechzehnhundertvierzehn
Verleser des Tages: Identifizierung statt Indizierung
Unterwegs mal wieder angehupt worden. Hach .. es gibt doch noch mutige Männer!
Verwaldet //1613 Sechzehnhundertdreizehn
breakpoint’s Wayback Archive #0B //1612 Sechzehnhundertzwölf
Verleser des Tages: Notensätze statt Noteinsätze
Firm, fest, fester, Sommerfest //1611 Sechzehnhundertelf
Verleser des Tages: Vorstoß statt Verstoß – Hach ..
Ein Imageproblem //1610 Sechzehnhundertzehn
Verleser des Tages: Kurtisane statt Koransure
Wer soll das bezahlen? //1609 Sechzehnhundertneun
Lieber Anti-Gender als Anti-Sex. #HallOfFeme
Der Mail-Default //1608 Sechzehnhundertacht
Wenn man eine Behauptung liest, sie gerne widerlegen würde, aber nicht kann, weil sie stimmt .. *grmbl*
Verleser des Tages: Schwulungszentrum statt Schulungszentrum
Schneck Schnack Schnuck //1607 Sechzehnhundertsieben
Nix mit Sex im Büro heute. Dafür Ausblick auf abendliche Outdoor-Vergnügungen.
Schon lange keinen Sex mehr im Büro gehabt. Mal schauen, ob der Chef nachher etwas Zeit hat. #NeinHeisstTrotzdem
Nie mehr #DrWho! Hab das immer nur aufgrund seines Sapiosexappeals geschaut.
Verleser des Tages: üppige statt übrige
Blogparaden zur Selbständigkeit //1606 Sechzehnhundertsechs
Trolle haben keinen Penis.
Verleser des Tages: Urlaubsbegleiter statt Umgangsbegleiter
breakpoint’s Wayback Archive #0A //1605 Sechzehnhundertfünf
Advent, Advent – was Twitter kennt //1604 Sechzehnhundertvier
Die drei K haben schon was für sich – Kaffee, Katzen, Knitting
Verleser des Tages: schmierig statt schwierig
Wenigstens ein gelöstes Problem //1603 Sechzehnhundertdrei
Verleser des Tages: Minuten statt Monaten
Ein Ende //1602 Sechzehnhundertzwei
Computer – was tut er? //1601 Sechzehnhunderteins
Verleser des Tages: Heirat statt Heimat
Und hier die versprochenen Fotos auf meinem Boudoir-Blog
Die in-Spe-zialisten //1600 Sechzehnhundert
Und immer noch #FFFFFF-Fläche als Profilbild.
Verschreiber des Tages: anstrengendern statt anstrengendem
Zur Abwechslung mal wieder ein neues Profilfoto
La dona è βettissima //1599 Fünfzehnhundertneunundneunzig

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Sahniger Genuss //1814

Seit ich öfter selber koche, habe ich schon die eine oder andere kulinarische Köstlichkeit neu kreiert. Häufig entwickelt sich so etwas als Resteverwertung, und schmeckt dann um Klassen besser als in einem Sternerestaurant.
Das Rezept für ein besonders leckeres Dessert (sowie seine Entstehungsgeschichte) möchte ich euch nicht vorenthalten. Es hat ein wenig Ähnlichkeit mit Granatsplitterfüllung, Tiramisu oder Trüffel, kommt aber in der allereinfachsten Variante mit nur drei Zutaten aus, und ist mit recht geringem Aufwand zuzubereiten.

Ich hatte noch einen alten Tortenboden übrig, der leider teils zerbrochen war, so dass ich immer aufgeschoben hatte, ihn zu verwenden. Inzwischen war er auch schon trocken und ziemlich hart. Ich zerbröselte ihn grob in eine Schüssel, und schüttete einen Schuss Baileys (kann man auch ganz weglassen, oder stattdessen nach Belieben z.B. Eierlikör, Nusslikör, abgekühlten Kaffee nehmen) darüber, ließ es etwas einwirken und rührte ab und zu um.
Dann hatte ich noch irgendwoher eine Tafel Zartbitterschokolade (igitt!). Ich schüttete zwei Becher süße Sahne in einen kleinen Topf, und gab die in Brocken zerkleinerte Schokolade hinzu. Den Topf erhitzte ich solange unter gelegentlichem Umrühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen war. Nachdem die Schokoladensahne halbwegs abgekühlt war, schüttete ich sie auf die Tortenbrösel und vermischte beide Zutaten.

Hm, .. zugegeben, dass das Ergebnis ziemlich wie Durchfall aussieht, aber es schmeckt superlecker.
Wer will, kann auch noch zusätzlich Schlagsahne unterheben .. *lechtz* .. oder Kokosraspeln darüberstreuen .. oder einen Teil der Bitterschokolade (nicht alle, wird sonst zu süß) durch Noisette oder Weiße Schokolade ersetzen (sieht dann nicht mehr wie Durchfall aus, sondern wie Erbrochenes) .. oder statt Tortenboden andere Kuchenreste nehmen .. oder ..

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Abendessen zu dritt //1813

Lukas ist jetzt in den Semesterferien ein paar Tage zuhause. Da Verena mit ihren Kindern noch bei Sonja wohnt, und sich dort ziemlich ausgebreitet hat, muss er auf dem Sofa schlafen. Aber für die paar Tage geht das schon.
Carsten und ich hatten ihn abends zum Essen eingeladen, um zusammen einen angenehmen Abend zu verbringen. Lukas wartete vor dem Restaurant, als ich eintraf. Carsten war noch im Büro beschäftigt, und würde etwas später nachkommen.
Lukas ist wesentlich selbstsicherer geworden als früher. Wir unterhielten uns über sein Studium, und er war damit einverstanden, dass ich seine Mail-Adresse am Schüler-Techniktag eventuell weitergeben darf, wenn sich jemand ernsthaft für ein Informatik-Studium interessiert.

Als wir am späteren Abend aufbrachen, wollte Carsten noch etwas zu Verena vorbeibringen, und nahm deshalb Lukas im Auto mit.
Ich wollte lieber gleich heim, weil ich noch einigen Kleinkram aufzuschreiben hatte. Eigentlich macht es mir nichts aus, von der Stadtmitte aus heim zu laufen, aber aufgrund der unfrühlingshaften Kälte war ich dann doch durchgefroren, als ich schließlich daheim war.
Dann saß ich noch fast eine Stunde am Rechner und war mit irgendwelchen LaTeX-Formatierungen beschäftigt, als Carsten endlich heimkam, was mich veranlasste, meine Aufmerksamkeit nicht mehr mathematischen Potenzen zu widmen.

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Verschobenes Update //1812

Der Kunde für den Entwicklungsauftrag hat zähneknirschend akzeptiert, dass sich die Bearbeitung des Updates um zwei bis drei Monate verzögern wird.

Er hat wohl schlichtweg keine praktikable Alternative. Die bestehende Software ist an sich völlig ausreichend, so dass seine Mitarbeiter vorläufig damit auskommen werden. Alle Must-haves sind vorhanden, nur einige Nice-to-haves fehlen.
Die Option, ein anderes Entwicklungsbüro mit dem Auftrag zu betrauen, wäre viel zu teuer. Da sie meine Sourcen nicht haben, müssten sie alles noch mal neu von vorn entwickeln. Das dauert natürlich auch, so dass es zeitlich ebenfalls keinen Vorteil bringen würde. Und meine Qualität hat sich bewährt.

Um den Kunden die Verzögerung etwas zu versüßen, habe ich ihm angeboten, zusätzlich ein weiteres Feature zu implementieren, das das Arbeiten für seine Mitarbeiter etwas erleichtert und angenehmer macht. Dieses Feature werde ich nicht in Rechnung stellen. Da ich dafür lediglich bestimmte bestehende Sourcen einbinden muss, hält sich mein Zeitaufwand dafür in geringen Grenzen.

Ich kann ja zwischendurch ab und zu ein wenig an dem Update arbeiten, aber nur, um den Kopf anderweitig frei zu kriegen.

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breakplaining: Orthogonale Koordinatensysteme //1811

Ursprünglich wollte ich zur Feier des Frühlingsbeginns (wenngleich es noch winterlich kalt ist) heute um 17:15 UTC+1 Uhr etwas über Eulerwinkel breakplainen. Aber das ist recht kompliziert, so dass ich es erst einmal zurückstelle, und stattdessen einfach mal ein bisschen über orthogonale Koordinatensysteme (aus Physikersicht, d.h. ich konzentriere mich auf die Beschreibung unseres gewöhnlichen Raumes, in dem die Realität stattfindet) erzähle.

Orthogonale Koordinatensysteme haben die Besonderheit, dass die Einheitvektoren in Koordinatenrichtung senkrecht aufeinander stehen.
Wohl jedem ist das Kartesische Koordinatensystem mit festen Achsen bekannt. In der zweidimensionalen Ebene geht o.B.d.A. die x-Koordinate von links nach rechts, während y-Achse von unten nach oben verläuft. So wie beschrieben, handelt es sich um ein Rechtssystem (ein Beispiel für ein Linkssystem wären die Koordinaten von Graphik auf Computermonitoren bzw. Gerätekontexten beschrieben durch Spalte und Reihe).
Nehmen wir auch noch die dritte Dimension, so kommt die z-Achse hinzu, die auf beiden senkrecht steht. Auch die Raum-Zeit lässt sich durch ein orthogonales Koordinatensystem beschreiben, da die Zeit (0-Komponente von Vierervektoren) mathematisch gesehen orthogonal (d.h. das Skalarprodukt der Richtungsvektoren ist null) zu sämtlichen Raumrichtungen steht.

Ein weiteres wichtiges Koordinatensystem sind Polarkoordinaten. In der Ebene bestehen diese aus dem Betrag oder Radius r, d.h. dem Abstand zum Ursprung, und dem Argument oder Azimut, also dem Winkel, den der Ortsvektor mit der x-Achse einschließt.
Die jeweiligen Umrechnungen sind einfach:
x = r * cos (phi), y= r * sin(phi)
r = sqrt(x^2 + y^2), phi = arctan(y/x) (+ pi, falls y negativ ist)

Um die Polarkoordinaten auf drei Dimensionen zu erweitern, bieten sich am einfachsten Zylinderkoordinaten an. Hier fungiert z als dritte Koordinate. Es ist zu beachten, dass r hier der Abstand zur z-Achse ist. Um Verwechslungen zu vermeiden, schreibt man dann auch oft rho statt r.
Die andere gebräuchliche Möglichkeit sind sphärische oder Kugelkoordinaten.
Zum Abstand r vom Ursprung und Azimutwinkel phi kommt noch der Polarwinkel theta zwischen dem Ortsvektor und der Richtung der z-Achse. Die Umrechnungen sind etwas länglicher, so dass ich darauf verzichte, sie niederzuschreiben.

Ach, damit kann man so viele schöne Berechnungen machen. Beispielsweise ist ein Volumenelement im dreidimensionalen Kartesischen Koordinatensystem dx*dy*dz, während es in spärischen Koordinaten r^2*sin(theta)*dr*dtheta*dphi ist.

Zur Lösung vieler physikalischer Probleme, ist es essentiell, ein geeignetes Koordinatensystem zu wählen. Man tut sich oft viel leichter, wenn man bestehende Symmetrien ausnutzt, um einen Ansatz zu formulieren.

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Nicht-statische Statistik //1810

In einer Entspannungspause (OK – ich geb’s zu, es war wohl eher Prokrastination von Hausarbeit) habe ich mir mal wieder meine Blogstatistiken angesehen. Im Laufe der Zeit tut sich da ja immer wieder einiges und verändert sich.
Seit ich bei WordPress blogge (Juli 2015), gab es hier rund 2.8E5 Aufrufe. Pro Tag sind 200 bis 300 üblich, das schwankt aber stark. Inzwischen gibt es weit über 31 Kilokommentare. Anfang (vielleicht auch erst Mitte) April wird es dazu wieder eine detaillierte Statistik für das erste Quartal 2018 auf meinem Meta-Blog geben.

Als nächstes habe ich mir angesehen, aus welchen Ländern die Besucher kommen. Ein halbes Jahr in der Vergangenheit wäre mir als sinnvoller Zeitraum erschienen. Da WordPress das nicht unterstützt, wählte ich ein ganzes Jahr.
Erwartungsgemäß führt Deutschland die nach Aufrufen sortierte Liste mit überwältigender Mehrheit (über 82 Tausend Aufrufe) an. Leider lässt sich nicht zwischen den einzelnen Bundesländern unterscheiden.
Ein vierstellige Anzahl von Aufrufen haben aber auch noch Österreich, die Schweiz, die Vereinigten Staaten, eine generische „Europäische Union“, sowie überraschenderweise Taiwan.
Danach gehen die Aufrufszahlen rapide bergab mit den Niederlanden, Russland, Indien, Italien, usw. Dort dürfte es also keine regelmäßigen, höchstens sporadische Besucher geben.

Dann interessierten mich noch die Referrer, also die Seiten, die auf mein Blog verlinken und Besucher hierher leiten. Auch hier betrachtete ich ein ganzes zurückliegendes Jahr.
Unangefochten auf dem ersten Platz befindet sich der WordPress-Reader – also die Seite, auf der meine Follower meine neuen Einträge zuerst sehen.
Danach folgen „Suchmaschinen“, vor allem ist das Google, aber auch Bing und Duckduckgo haben einen nennenswerten Anteil.
Nach einigem Abstand folgen relativ eng hintereinander AllesEvolution von Christian, mein eigenes Auschfrei-Blog, Seitenspringerin von Remi und Twitter.
Der Rest rangiert unter ferner liefen. Das sind vor allem andere WordPress-Blogs oder Veranstalter von Blogparaden, an denen ich irgendwann mal teilgenommen habe.

Zu den Klicks, die von hieraus zu anderen Seiten gehen, gibt es nichts auffälliges zu sagen. Die Ziele sind vor allem meine eigenen Blogs, sowie Blogs von häufigen Kommentatoren.

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breakpoint’s Wayback Archive #25 //1809

Wayback zum 31. Juli bis 25. August 2013.

Wenige Tage vor der geplanten Hochzeit kam Carsten mit einem Ehevertrag an, aber ich weigerte mich, ihn zu unterschreiben.
Außer den Suchanfragen feierten wir noch eine virtuelle Blogparty – quasi als Online-Polterabend.
Unmittelbar vor der Hochzeit verabschiedete ich mich in die Flitterwochen.
Zur zeitlichen Überbrückung meiner Abwesenheit veröffentlichte ich eine Geschichte beim Volksfest und eine unvollendete Unterhaltung mit Carsten.
Ich bloggte Urlaubsgrüße als Lebenszeichen, und einen Überbrückungseintrag über einen Besuch am Badesee.
Nach der Hochzeitsreise meldete ich mich zurück.
Ich bloggte den ersten Teil meiner Erinnerungen an die Hochzeitsfeier.
Ein vager Verdacht stellt sich ein.
Einer meiner IT-Mitarbeiter wollte zur Entwicklung wechseln.
Carsten und ich besuchten die nachträgliche Geburtstagsfeier meiner Mutter.

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At School //1808

Über meine Schulzeit habe ich zwar schon einige Male am Rande berichtet, ihr aber noch nie einen ganzen Blogeintrag gewidmet. Das lässt sich jetzt nachholen.

Im Laufe von dreizehn Schuljahren (zu meiner Zeit gab es nur das G9) hatte ich zig Lehrer. Dabei waren etliche gute, verständnisvolle und kompetente, aber auch einzelne, über die nichts positives schreiben könnte – also lass‘ ich es.
Im Rückblick waren eigentlich die strengsten Lehrer auch die besten, bei denen man am meisten gelernt hat. Es gab auch einige, die sich von uns Schülern auf der Nase herumtanzen ließen. Bei denen lernte man nichts. Wir waren da nur beschäftigt, uns Streiche und Schabernack auszudenken, wie wir den Unterricht unterhaltsam gestalteten.
Ein paar Lehrer waren richtige Labertaschen, erzählten die ganze Stunde nur irgendwelche substanzlosen Geschichten, aber nichts, was einen irgendwie weiterbrachte.

Während meiner gesamten Schulzeit gehörte ich immer zu den besten der Klasse. Mathematik und Fremdsprachen lagen mir am besten. In Sport war ich eine Niete, aber auch in Lernfächern wie Geschichte oder Erdkunde war ich (unter Schwankungen) eher Mittelmaß.

In meiner Grundschulzeit musste ich früh zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß zur Schule laufen. Meine Lehrerin in der ersten Klasse hatte teilweise einen ähnlichen Weg, so dass ich (wie auch ein paar andere Mitschüler) unterwegs wartete, um sie abzupassen. ich glaube, so ziemlich jeder hat eine besondere Erinnerung an seine Erstklasslehrerin. Ich weiß auch noch, dass meine Mutter und ich sie besuchten, nachdem wir geschlachtet hatten, um ihr frische Wurst und Gretelsuppe zu bringen. Dafür bekam ich ein Büchlein geschenkt.
Als ich dann das Gymmi besuchte, war ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Früh um sechs Uhr aufstehen. Um 6:35 Uhr verließ ich das Haus und lief zur Haltestelle wo etwa 10 Minuten später (der Fahrplan variierte im Laufe der Jahre) der Bus führ. Eine halbe Stunde später war ich dann in der Kreisstadt, und hatte noch mindestens zehn Minuten (bei flottem Tempo) zur Schule zu laufen. Dort war ich also schon meistens sehr viel früher als Schulbeginn, so dass ich die Zeit noch zum Lernen oder Lesen nutzen konnte, und einige meiner Klassenkameraden dazu, schnell die Hausaufgaben von mir abzuschreiben. Insbesondere Mathe und Latein waren sehr beliebt.
Der Nachmittagsunterricht in den höheren Klassen war für uns Fahrschüler äußerst lästig, da der Fahrplan nicht auf die Unterrichtszeiten abgestimmt war. Am schlimmsten war für mich die Mittagspause von 75 Minuten – zu lange, um sich vom Vormittag zu erholen und eine Brotzeit zu essen, aber zu kurz, um irgendwo in der Umgebung etwas warmes zum Essen zu bekommen. Bei einer Verkürzung hätte ich wenigstens noch einen früheren Bus erwischt, statt etwa eine Stunde auf den nächsten warten zu müssen.

Wenn man auf dem Lande wohnt, hat man nicht die Wahl zwischen unterschiedlichen Ausrichtungen bei Gymnasien, sondern muss (aus organisatorischen Gründen) das nehmen, das dem Wohnort am nächsten liegt. In meinem Fall war das ein neusprachliches Gymnasium. Immerhin hatte man die Wahl, ob man in der 5. Klasse mit Englisch oder Latein anfängt. Ab der 7. Klasse kam dann die jeweils andere Sprache als zweite Fremdsprache hinzu, und ab der 9. Klasse obligatorisch für alle Französisch.
Da meine Eltern keine Ahnung von Latein hatten (von Englisch auch nur sehr wenig) begann ich (wie praktisch alle anderen Nicht-Akademiker-Kinder) mit Englisch, während mit Latein AFAIK nur Kinder von Akademikern anfingen.

In der Kollegstufe hatte ich dann Latein und Französisch los. Dass ich Mathematik und Physik als Leistungskurse gewählt hatte, dürfte jedem Stammleser hier klar sein. Allerdings war nicht sicher gewesen, ob an unserer Schule überhaupt ein Physik-LK zustandekommen würde. Den gab es nicht in jedem Jahrgang. Ansonsten hätte ich vielleicht Englisch gewählt. Das war ohnehin mein drittes Abiturfach, und Wirtschaft&Recht mein viertes.
Dafür gab es zwei Mathematik-Leistungskurse. Es ist sicher nur teilweise Zufall, dass in einem dieser Kurse vor allem die Leute saßen, die wirklich etwas auf dem Kasten hatten, während im anderen hauptsächlich die Personen waren, für die Mathematik nur eine Verlegenheitslösung war, weil sie sonst keine wirkliche Alternative hatten. Entsprechend war das Niveau in beiden Kursen unterschiedlich.

Chemie hatte ich nur ein einziges Jahr, nämlich in der 11. Klasse. In der Kollegstufe hatte ich stattdessen Biologie gewählt, u.a. weil ich fälschlicherweise glaubte, dass diese Chemienote dann in meinem Abizeugnis auftauchen würde. Als einzige in der Klasse hatte ich mir in Chemie eine 1 erarbeitet, und die war wirklich schwer verdient.

Bis zum Schluss besuchte ich den Religionsunterricht. Zwar gab es einen Ethik-Kurs, aber bei der Anmeldung war ich noch nicht volljährig gewesen. Meine Eltern hätten mir das nie unterschrieben. Und später zwischendurch zu wechseln, hätte Nachteile gehabt.

IIRC waren wir in der 8. Klasse auf Skikurs. Das dürfte so ziemlich die schlimmste Woche meines Lebens gewesen sein. Kälte, Schnee, Sport, mieses Essen ..
In wesentlich besserer Erinnerung habe ich dagegen unseren Aufenthalt in München in der 10. oder 11. (?) Klasse, mit dem Deutschen Museum als absolutem Höhepunkt. Bei einem abendlichen Biergartenbesuch stellte ich zum Erstaunen einiger Mitschüler meine Trinkfestigkeit unter Beweis. Unser begleitender Lehrer vertrug da deutlich weniger.
Über meine Abifahrt nach Rom habe ich schon mal gebloggt.
Zweimal im Jahr gab es einen Wandertag. Besonders in Erinnerung ist mir unsere Fahrt in der 5. oder 6. Klasse nach Frankfurt, wo wir innerhalb eines Tages Zoo, Flughafen und Senckenberg-Museum besuchten.

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Kuschelraub //1807

Zwar ist es relativ selten, dass Carsten schon deutlich früher ins Bett geht als ich, aber es kommt vor. Ich hatte in der Küche noch die Spülmaschine angelassen und sonst noch ein paar Kleinigkeiten erledigt, so dass Carsten bereits zu schlafen schien, als ich ins Bett krabbelte.
Mir war es ziemlich kühl, und so wollte ich mich an Carsten kuscheln, möglichst ohne ihn aufzuwecken. Da dieser aber in seiner Decke eingewickelt war, war es nötig, dass ich an seiner Decke herumzog, um mich nahe an seinen warmen Körper schmiegen zu können.
Plötzlich drehte er sich halb um, rief etwas unverständliches und machte eine abwehrende Bewegung. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich in meine eigene Decke einzuhüllen. Ich bekam dann bewusst nichts mehr von ihm mit, bis ich am nächsten Morgen aufgespießt aufwachte.

Am Abend ergab es sich, dass wir eigentlich gleichzeitig ins Bett gehen wollten. Bei mir verzögerte es sich allerdings geringfügig, so dass Carsten bereits im Bett lag, wenn auch noch wach, als ich mich auszog.
„Wo bleibst du denn?“
„Gleich, gleich. Ich zieh‘ mich nur noch aus.“
„Welchen Slip trägst du?“ Das ist so ein kleiner Fetisch von ihm, der mich schon ein wenig nervt, aber meinetwegen.
„Den schwarzen String mit dem Spitzeneinsatz.“
„Gib ihn mir!“, verlangte er.
„Von mir aus“, erwiderte ich, und tat wie gewünscht. Dann wechselte ich das Thema, während ich im Begriff war, mich hinzulegen: „Darf ich mich dann heute wenigstens wieder an dich kuscheln?“
„Aber selbstverständlich. Wie immer. Wieso fragst du?“
„Weil ich das gestern nämlich nicht durfte.“
„Da hab‘ ich bestimmt schon geschlafen.“
„Du hast mich weggestoßen.“
„Da habe ich mich wohl im Traum irgendwie bedroht gefühlt.“
„Ich hab‘ nur an deiner Decke gezogen, um an dich ranzukommen.“
„Ach ja, jetzt erinnere ich mich. Ich habe geträumt, dass mich Straßenräuber angegriffen hätten. So eine Bande wie der Räuber Hotzenplotz.“
„Nein, das war nur ich.“
„Dann sollten wir die entgangenen Kuschelfreuden am besten schleunigst nachholen.“
Das taten wir dann auch unverzüglich und tiefgehend.

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„So transzendent“ – Ode an pi zum #PiTag //1806

Zur Feier des pi-Tages gibt es heute den Songtext „So transzendent“ (angelehnt an „So Far Away“, aber nicht ganz übereinstimmend):

„Alles dreht sich schnell,
virtuell,
um dich, um dich im Kreis.
Funktionen strecken sich,
verschieben sich,
transformier’n, wie jeder weiß.

Und du bist so
ganz unerlässlich,
tauchst du auf, und du bist da.
Multipliziert – immer verlässlich –
machst aus dem Radiusquadrat die Kreisarea.

Oh, pi,
du machst uns’re Welt so glatt und rund,
und das aus gutem Grund.
Oh, pi,
du machst komplett den Sinus,
den Tangens und den Kosinus.

Du bringst in die Welt erst den Kreis,
und die Kugel, wie zum Beweis.
Oh, pi, du bist viel mehr als irrational, (sondern)
so transzendent.

So transzendent.
So transzendent.“

Da ich mit dem Texten aus Zeitgründen aufhören musste, als ich gerade so richtig drüber war, und ich später die richtige Inspiration nicht mehr gefunden habe, bleibt es leider bei dieser Strophe.

Seid nicht traurig! Zum Trost gebe ich pi hexadezimal als IEEE-754-Gleitkommazahl (Little-endian-Notation, also Intel Byte-Reihenfolge) wieder:
single (32bit): DB0F4940
double (64bit): 182D4454FB210940
extended (80bit): 35C26821A2DA0FC90040

Und nicht vergessen: Haltet euch heute pietätvoll an die pi-Diät.

OT: RIP Stephen Hawking – eigentlich bezeichnend, dass er ausgerechnet am pi-Tag verstorben ist.

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Umdispositionen //1805

Falls sich jemand gefragt hat, ob es einen Einfluss auf das Blog hat, wenn ich mich während der nächsten Wochen verstärkt auf mein wissenschaftliches Vorankommen konzentriere:
Sagen wir mal so: Mein Blog ist für mich vor allem Entspannung für die kleinen Denkpausen zwischendurch. Das will ich so beibehalten. Ich habe also durchaus die Absicht, auch weiter wie bisher zu bloggen.
Mit kleinen Einschränkungen: Es kam immer mal wieder vor, dass ich kein aktuelles Thema hatte. Dann habe ich meist einen vorbereiteten, zeitlosen Text als Füllartikel eingestellt. In den nächsten Wochen werde ich vielleicht weniger zögern, auch mal einen Tag ausfallen zu lassen.
Insbesondere die Wayback-Einträge haben mich immer viel Zeit gekostet. Entweder pausiere ich die ganz, bis ich wieder mehr Luft habe, oder (wozu ich momentan eher tendiere) ich veröffentliche sie nur noch im Zweiwochenrhythmus – möglicherweise auch anstatt eines regulären Posts unter der Woche.
Auch werde ich keine Entwürfe auf Vorrat schreiben.
Insgesamt also weitgehend normaler Blogbetrieb, aber häufigere Ausnahmen als bisher.

Meinen Mitarbeitern habe ich in einer kurzfristig anberaumten Besprechung erklärt, dass ich in den nächsten paar Monaten an einem halbprivaten Projekt arbeiten werde, das Vorrang hat, so dass ich während dieser Zeit meine Tätigkeiten in der Firma stark reduziere. Alle Angelegenheiten, die meiner Beteiligung bedürfen und nicht dringend sind, sollen verschoben werde. Mein temporärer Rückzug beruht nicht auf mangelndem Interesse oder irgendwelchen betrieblichen Faktoren, und ich werde mich spätestens im Sommer wieder voll meinen Aufgaben hier widmen. Bis dahin sind sie gehalten, vertrauensvoll mit ihrem jeweiligen Teamleiter zusammenzuarbeiten, sollen sich allerdings auch nicht scheuen, bei wichtigen und dringenden Dingen sich an mich zu wenden. Ich werde mich nach wie vor zu den üblichen Bürozeiten normalerweise dort aufhalten, so dass sie mich leicht kontaktieren können, wenn es notwendig ist.
Ich hoffe, meine Message ist richtig angekommen. Für alle Fälle habe ich eine kleine Feier in Aussicht gestellt, wenn der nächste Meilenstein der Roadmap erreicht ist.

Mit Joachim habe ich abgeklärt, dass ich vorläufig den IT-Jour-fixe nicht mehr besuchen werde. Er soll mich aber über alle relevanten Angelegenheiten in Kenntnis setzen und mich auf dem Laufenden halten. Derzeit sind die IT-ler u.a. mit der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung beschäftigt, was sich nicht nur auf die Website auswirkt. Naja, das werden sie auch ohne mich schaffen.

Dann wäre da noch der Betriebschor. Tja, gerade erst hat er sich einigermaßen stabilisiert. Wenn ich da öfter wegbleibe, dann bricht er wieder auseinander. Die anderen Sopranistinnen sind kein sicheren Sängerinnen. Alleine durch meine Anwesenheit bin ich Vorbild, und meine Stimme ist schon essentiell. Ich kann nichts dazu, dass die Frauenquote dort so gering ist, und der Chor deshalb auf die beteiligten Frauenstimmen nicht verzichten kann.
Wenn’s mal gar nicht anders geht, kann ich den Chor vielleicht einmal ausfallen lassen, aber grundsätzlich muss ich ihn weiterhin besuchen, wenn ich nicht will, dass er wieder einschläft.

Sonst habe ich eigentlich keine regelmäßigen Verpflichtungen. Zu sonstigen Besprechungen und Terminen werde ich nur gehen, wenn Carsten mir das ausdrücklich nahelegt. Den üblichen Papierkram können großteils auch meine Vertreter oder Beauftragten erledigen.
Dann hätte ich demnächst bei einer Messe teilnehmen sollen, aber auch diesen Part kann jemand anderes für mich übernehmen. Sehr wird mich unser Messeteam nicht vermissen, denn ich sollte ohnehin hauptsächlich als Beobachter agieren. Und unser Team wird mit Sicherheit dort nicht das einzige All-Male-Team sein.
Den Schüler-Technik-Tag habe ich bereits weitgehend geplant. Da werde ich noch sehen, wer mir die eine oder andere Aufgabe abnehmen kann.
Eine Reise bleibt wie vorgesehen. Die paar Tage muss ich mir einfach dafür nehmen.

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Hardware-Versagen und erfolgloses Fummeln //1804

Manchmal verläuft ein Wochenende leider ganz anders als vorgesehen. Eigentlich hatten wir geplant, unseren sechsjährigen Jahrestag angemessen zu zelebrieren. Aber daraus wurde kaum etwas.

Carsten hatte ja immer noch einen alten Privatrechner in seinem Haus stehen, den er am Wochenende benutzt. Als er ihn hochfahren wollte, piepte er dreimal. Ich versuchte zunächst, alle äußeren Stecker nachzudrücken, um ein eventuelles Kontaktproblem zu beheben, aber das nützte nichts. Aufgrund des Peepcodes vermutete ich ein RAM-Problem. Ich schraubte den Rechner also auf, und war die nächste Zeit damit beschäftigt, die einzelnen RAM-Riegel auf verschiedenen Sockeln auszutauschen, und zu probieren, ob der Rechner lief. Wie gut, dass ich so schlanke Finger habe, um zwischen die ganzen Kabel greifen zu können. Zwischendurch ging er dann wieder, wenn auch nur mit einem Riegel.
Carsten wollte wenigstens mit eingeschränkten Arbeitsspeicher daran arbeiten, und so blieb er dann erst einmal dabei.

Nachdem er den Rechner irgendwann zum Schlafen gelegt hatte, ließ dieser sich nicht mehr aufwecken. Der Bildschirm blieb schwarz.
Ich vermutete, dass die Graphikkarte nicht richtig saß, und drückte und schraubte ein wenig an ihr herum. Dann fiel mir auf, dass auch die Bootplatte beim Einschalten nicht mehr hochlief. Naja, RAM, Graphikkarte, Bootplatte, .. ich kann gar nicht im Detail beschreiben, was ich noch alles ausprobierte. Im Endeffekt gehe ich jetzt davon aus, dass das Mainboard selbst irgendeinen Schlag hat.
Möglicherweise hätte ich den Rechner noch mal zum Laufen gebracht, wenn ich mehr Zeit investiert hätte. Aber er ist sicher nicht mehr zuverlässig.

Nach Absprache mit Carsten baute ich die Platten aus. Er hat zwar keine wichtigen, aktuellen Daten darauf, die nicht noch woanders gesichert sind, aber gelegentlich sollte er die Platten mal durchschauen, ob nicht doch noch Daten vorhanden sind, die er behalten will. Im Laufe der Zeit sammelt sich ja so einiges an.
Außerdem baute ich zur Weiterverwendung den Cardreader aus, den ich vor einiger Zeit eingebaut hatte, und kontrollierte, ob sich im DVD-Laufwerk nicht vielleicht noch aus Versehen eine DVD mit Sexvideos oder sensiblen Daten befand.

Ein neues Mainboard lohnt sich nicht, weil die anderen Komponenten bereits so alt sind, dass sie nicht mehr kompatibel wären (z.B. noch ein IDE-Anschluss, DDR3-RAMs).
Unsere IT-Jungs sollen ihm also im Laufe der Woche einen neuen Rechner zusammenstellen, konfigurieren und die nötigen Anwendungen installieren. Den alten können sie ausschlachten.
Da die Tastatur und die Mouse noch an einem PS/2-Anschluss hingen, braucht Carsten entweder neue, oder passende USB-Adapter. Wenigstens der Monitor muss nicht getauscht werden.

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