Perihelische Tweets //2592

Anfang dieses Jahres – also zwischen dem 1. und dem 7. Januar, einer Zeit, in dem sich Sonne und Erde besonders nahestehen – standen verschärfte Corona-Maßnahmen im Fokus vieler meiner (teilweise recht rantig geratenen) Tweets, die ich im Folgenden (wie es meinem gewohnten Blogschema für das vierte Wochenende im Monat entspricht) hier wiederhole.

Statt „100 pro 100000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage“ schreibe ich jetzt immer 1/7kd. Das bedeutet das gleiche und ist viel kürzer.
Mein Vater ist früher gerne Ski gefahren. Skier geschultert und zu Fuß zum nächsten Berghang. Jetzt ist so viel Schnee wie seit Jahren nicht. „Touristischer Tagesausflug“ innerhalb #Bewegungsradius, aber er kann gesundheitlich nicht.
Und dann diese #EinPersonenRegel .. dass ich mich mit Baby bei meinem Mann in seinem Landhaus aufhalte, ist danach verboten. Mindestens ebenso widersinnig ist es bei meinen Eltern.
+Die wohnen beide aktuell bei meiner Schwester, weil mein Vater gesundheitliche Probleme hat und sein Haus eine Baustelle.
+Jetzt muss meine Mutter wieder zurück in das Haus und sich vom Rest der Familie fern halten. Mein Vater kann das derzeit nicht. Der geht sowieso demnächst auf Reha. Alles so verkorkst ..
+Wenn ich es richtig verstanden habe, darf aber z.B. meine Schwester sie noch besuchen.
+Eine Studentin, die ich kenne, hält sich momentan bei ihren Eltern auf, und besucht Lehrveranstaltungen online. Sie hat ihren Wohnsitz in der Unistadt (BTW mit > 300/700000d). Muss sie jetzt dorthin zurück?
Mit dem 15km #Bewegungsradius ist der Bogen jetzt wirklich überspannt. In der gleichen Stadt oder Landkreis, wo man sich gerade aufhält, bleiben zu müssen, hätte ich ja noch nachvollziehen können. Aber willkürlich #15km – das ist unsinnige Gängelei.
+Ganz schlimm ist, wie man die Schüler hängen lässt. Die Jugend hat Bildung dringend nötig. Mir tun insbesondere die #Abschlussklassen leid, die völlig in der Luft hängen und Zeit verlieren. Distanzunterricht, soweit möglich, kann aber Präsenzunterricht nicht voll ersetzen.
+Die statistischen Zahlen stehen noch nicht endgültig fest, aber aller Voraussicht nach hatten wir 2020 keine Übersterblichkeit. Eine echte #Pandemie sieht anders aus. Ist es das wert?
Chefchen hat in den Whirlpool gemacht. Hoffentlich verkraftet das die Filterpumpe.
Ich fange mal einen neuen Thread an, obwohl dieser thematisch noch halb zu diesem gehört.
+Ich mag gar nicht an die desaströsen Folgen für die Wirtschaft denken. Wir Unternehmer reißen uns täglich den Arsc? auf, um Arbeitsplätze zu sichern. Und die Politiker haben nichts besseres zu tun, als zu überlegen, wie sie uns das noch schwerer machen.
+Eigentlich wollen wir nächste Woche nach drei Wochen Betriebsschließung über die Feiertage wieder öffnen. Wir müssen endlich wieder Umsatz machen, um die Firma zu erhalten. Die Auftragslage an sich ist gut, bei manchen Produktlinien haben wir sogar mehr Bestellungen.
+Leider ist nicht sicher, ob genügend Mitarbeiter überhaupt zur Verfügung stehen. Ein paar sind krank oder unter Quarantäne. Etliche wohnen weiter als diese 15 Kilometer. Manche müssen vielleicht Kinder betreuen. Ob wir ausreichend beliefert werden, ist unklar.
+Wir haben versucht, eine betriebliche Kindernotbetreuung einzurichten. Aber was da für Auflagen und bürokratische Hürden in den Weg gestellt werden! Keine Chance. Wir haben aufgegeben.
+Ja, ja .. wo #HomeOffice geht, machen wir das ja bereits weitgehend, obwohl die Produktivität der meisten Mitarbeiter darunter leidet.
+Aber gerade in der Fertigung ist Anwesenheit unumgänglich. Auch automatisierte Abläufe müssen gesteuert und überwacht werden, und manches ist tatsächlich noch Handarbeit.
Verhörer des Tages: gerächt statt gerecht
Unstrip in The Dark //2494 Zweitausendvierhundertvierundneunzig
Bin aktuell schon mehr als 15km von meinem Wohnort entfernt. Je mehr von diesen sinnlosen, unwirksamen Gängelungen kommen, desto wurschtiger wird es mir, ob ich mich daran halte. #Bewegungsradius #Corona #Covid19
+Solange ich nicht mit neuen Personen zusammentreffe, ist es doch völlig unerheblich, wo ich mich befinde.
+Und wenn ich nachts alleine oder nur mit meiner Familie (mit der ich sowieso dauernd zusammen bin) spazieren gehen will, kann das auch egal sein. #Ausgangssperre
+Wir sind ja hier z.Z. unter 200, in #NichtImSauerland sogar unter 100. Kann ja trotzdem schon mal schauen, ob es noch einen Ort dazwischen gibt, an dem ich mich dann noch legal mit meinem Mann treffen darf. #Bewegungsradius
+(Klar hätte ich Einheiten dazuschreiben müssen: Neuinfektionen pro 100000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage. Aber das ist so lang, dass ich für Twitter schon mal eine Ausnahme mache.)
+Einkaufen zählt übrigens nicht als „triftiger Grund“. Ist ja egal, wie die Leute auf dem Lande zu ihren Lebensmitteln kommen.
+Ich hab ja die #Maske nie gemocht, gestehe ihr aber eine zielführende Wirkung zu, und habe sie immer wenn vorgeschrieben getragen (wenn auch ungern).
+Aber in diesem 15km #Bewegungsradius sehe ich überhaupt keinen Sinn. Ob ich hier bin, oder woanders, ist doch egal, solange ich mit niemanden in Kontakt komme.
+Warum eigentlich ausgerechnet 15 Kilometer? Warum nicht 20? Oder gar nur fünf? Solche willkürlichen Festlegungen empfinden noch mehr Leute als ungerechtfertigte Schikane.
+Nur noch eine Person in einem anderen Haushalt erlaubt. Und das unabhängig von regionalen Inzidenzen. Dann muss ich also mit dem Baby doch wieder zurück nach $NichtImSauerland. So reißt man Familien auseinander.
+Wir haben schon seit November keine Verwandschaft mehr gesehen, haben seit fast drei Wochen den Betrieb geschlossen, treffen sonst niemanden mehr (außer beim Einkaufen und Lieferboten).
+Und jetzt kommen solche unverhältnismäßigen Verschärfungen, die lediglich im Nebel stochern, die Bevölkerung drangsalieren, aber keinen Effekt bringen werden.
+Die Landkarte in der Region ist ein Flickenteppich. Von unter 100 bis über 300 alles dabei. Ändert sich täglich und wabert halt so ein wenig hin und her.
+Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit ist beispielsweise auch nicht nachvollziehbar. Eigentlich hat Alkohol ja sogar eine desinfizierende Wirkung. SCNR
+Meine Bereitschaft, Beschränkungsregelungen einzuhalten, schwindet, weil ich die Sinnhaftigkeit dahinter nicht mehr einsehen kann.
Rechtschreibung ist kein Naturgesetz.
Verleser des Tages: Atomkraft statt Autokrat
#FavoritenMit K #Umfrage [Kaffee|Katzen|Kurvendiskussionen|Kartenspielen]
#Feminismus behandelt Frauen wie kleine Kinder und Männer wie teuflische Dämonen.
35 kWh/1000h .. warum schreiben die nicht einfach „35 W“? #Watt #Leistung
Verschreiber des Tages: Lookdown statt Lockdown
Ausgeehrt //2493 Zweitausendvierhundertdreiundneunzig
Nur das #Patriarchat ist schuld daran, dass man auf Tastaturen leichter mit langem Ringfinger schreiben kann als mit langem Zeigefinger. #DigitRatio #Sexismus
Verleser des Tages: [mindestens 10] Jahre statt „. Januar“
#FavoritenMit J #Umfrage [Jakobi-Determinante|Jugend|Jules Verne|Joghurt]
Verhörer des Tages: e-tel statt edel
Bin nie so oft an den Brüsten begrabscht worden, wie in letzter Zeit.
Der Sonne so nah //2492 Zweitausendvierhundertzweiundneunzig
epsilon^{2021} = 0 #LeviCivita
Verleser des Tages: kostenlose statt kompromisslose
Ihr wisst frei schon, dass wir heute die #HeiligeVorhaut feiern? #BeschneidungDesHerrn #Circumcisionsstil
Gleich mal die Kommentarstatistik für das 4. Quartal 2020

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Unumzüglich //2591

Der Umzug der Mitarbeiter von Standort 7 zu unserem Hauptsitz steht bevor. Hier sind intern bereits einige Mitarbeiter in andere Räume umgezogen, damit die Siebener benachbarte Räumlichkeiten beziehen können. Die Mitarbeiter von Standort 1a werden später dazustoßen (bis auf die, die zum Standort 7 ziehen).
Es ist nicht einfach, das alles so zu planen, dass die einzelnen Abteilungen nicht auseinandergerissen werden. Die Möglichkeiten sind begrenzt und es gibt einschränkende Nebenbedingungen. Aber ich habe da, glaube ich, ein ganz gutes Konzept für die Raumaufteilung erstellt. Dass es hier erheblich weniger Platz geben wird, lässt sich aber nun mal leider nicht vermeiden.
Vorbei sind dann auch die Zeiten, in denen ich meistens die einzige Frau im Gebäude war.
Der Hauptgeschäftsführer bleibt noch bis zum Herbst im Standort 1a. Wäre er bereits umgezogen, hätte er mich vermutlich nicht angerufen, sondern persönlich aufgesucht.

Das Telefon klingelte also. Ich sah seine Nummer auf dem Display, und konnte mir schon fast denken, um was es ging.
„Was gibt’s?“
„Astrid hat mich angerufen, und sich beklagt, dass deine Raumplanung vorsieht, dass sie in den kleinen Raum neben dem Treppenhaus kommt.“
Da Frau Hilflo-Seerbin noch Anteile an Standort 7 hält, und es sich in den Kopf gesetzt hat, ihre Teilhaberschaft aktiv auszuüben, habe ich sie wohl oder übel auch irgendwo einquartieren müssen.
„Ja“, bestätigte ich also, „da hat sie ein eigenes Büro für sich.“
„Das ist eine bessere Besenkammer“, behauptete er, „der Raum hat nicht einmal ein Fenster.“
Ich erklärte: „Sie bekommt einen Schreibtisch mit Computer. Unsere Platzsituation erlaubt es leider nicht, dass jeder ein Riesenbüro mit Vorzimmer und Wartebereich erhält.“ Das habe noch nicht einmal ich. [Und mit dem Laufstall für den Juniorchef ist es da aktuell recht eng geworden.] Er dagegen wird weiterhin das größte Büro haben.
„Das weiß ich auch“, erwiderte er, „aber dieser Raum ist unzumutbar. Da würde ich noch nicht einmal einen einfachen Sachbearbeiter reinsetzen. Der taugt höchstens als Archiv oder Lagerraum für Büromaterialien.“
„Na, gut“, gab ich nach, „ich werde mir eine andere Lösung überlegen. Aber sie wird dann wohl nicht so nah bei den anderen Siebenern sein.“
„In Ordnung. Wir sehen uns später.“ Er legte auf.

Ich brauche gar nicht lange nachzudenken. Dann bleibt sie eben in ihrem alten Büro in Standort 7. Das ist bisher noch nicht anderweitig verplant. Und wenn sie sich wieder beschwert, so weise ich auf die Onlinekommunikationsmöglichkeiten hin. Fachlich kann sie den Mitarbeitern eh nicht weiterhelfen. Es gibt also keinen triftigen Grund, warum sie Standort 7 überhaupt verlassen sollte.

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Das Ganze und seine Teile //2590

Aristoteles wird der Spruch „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ zugeschrieben.
In dieser Pauschalität ist die Aussage falsch. Man muss nur mal Wasser und Alkohol zusammenschütten, um zu erkennen, dass das Gesamtvolumen geringer als die Summe der Teilvolumina ist. Oder man fusioniert leichte Atomkerne, um festzustellen, das die Masse der resultierenden Kerns geringer ist, als die Summe der Massen der Ursprungskerne.
Ein Chemiker könnte sicherlich noch einen ganzen Schwung Beispiele bringen, bei der die Stoffmenge bei der Reaktion der Reaktanten abnimmt.

Stellt euch einen Eimer vor, der bis zum Rand mit großen Steinen gefüllt ist. Also der Eimer ist voll. Richtig voll. Oder?
Jetzt kann man noch Kieselsteine zusätzlich in den Eimer füllen. Durch geeignetes Schütteln und Rütteln füllt man auch die Lücken ganz unten aus. Ist der Eimer jetzt voll?
Man kann die Sache mit Sand wiederholen. Zwischen die Kieselsteine passen auch noch Sandkörner. Der Eimer wird immer schwerer. Jetzt ist er aber wirklich voll. Voller geht’s doch nicht. Vielleicht doch?
Wasser passt auch noch einiges rein, bevor der Eimer überläuft.

In den letzten Jahren habe ich zunehmend oft gekocht.
Gerne koche ich Gemüse. Da ist der Topf anfangs randvoll, und später dann – je nach Zusammensetzung – vielleicht noch halb. Zutaten wie Zwiebel, Tomate, Paprika, Gurke, Zucchini, Aubergine verlieren Flüssigkeit, die dann später teilweise sogar verdampft. Besonders stark an Volumen verlieren Lauch oder Wirsching. Dagegen sind Karotten oder Sellerie relativ formstabil.
Auch bei Fleisch nimmt das Volumen ab. Das merkt man besonders beim Braten in der Pfanne, bei der ursprünglich der ganze Boden bedeckt war, und später zunehmend Platz dazwischen ist.
Die meisten Kochzutaten werden weich, wenn man sie kocht. Umgekehrt ist es bei stark eiweißhaltigen Nahrungsmitteln wie Eiern oder auch Fleisch und Fisch. Diese werden in ihrer Konsistenz fester, weil das Eiweiß denaturiert.
Stärkehaltige Zutaten, wie Reis, Grieß oder Nudeln quellen im Laufe des Kochens auf. Ihr Volumen nimmt um ein Vielfaches zu. Diese Volumenszunahme kommt aber nicht aus dem Nichts. Sie nehmen zugegebene Flüssigkeit auf, so dass insgesamt auch nicht mehr da ist als das, was man zugefügt hat.
Sahne oder Eiklar lassen sich aufschlagen. Dabei entsteht ein Schaum, bei der Gase (Luft oder z.B. beim Sahnesyphon Lachgas) eingeschlossen werden. Auch hier sind die Erhaltungssätze nicht verletzt.
Popcorn oder Puffreis entstehen, wenn Mais bzw. Reis stark erhitzt werden. Dabei explodiert die Feuchtigkeit im Inneren schlagartig und die Stärke quillt auf.
Beim Kuchenbacken wird meist ein Triebmittel (u.a. Hefe, Backpulver, Hirschhornsalz) eingesetzt, wodurch beim Backen ein Gas (meist Kohlendioxid) freigesetzt wird, das kleine Bläschen bildet, die eingebacken werden.
Kohlendioxid ist auch für das Schäumen von z.B. Bier oder Sekt verantwortlich. Die meisten Schäume zerfallen exponentiell, und setzen damit Kohlendioxid in die Atmosphäre frei.

Gegeben sei die Menge M1 mit allen natürlichen ungeraden Zahlen bis 10. M1 = {1, 3, 5, 7, 9} hat fünf Elemente. Außerdem sei die Menge M2 gegeben mit allen Zahlen zwischen 0 und 10, die sich ganzzahlig ohne Rest durch 3 teilen lassen. M2 = {3, 6, 9} hat drei Elemente.
Wieviele Elemente hat nun M1 + M2?
Zur Berechnung der Mächtigkeit darf man die separaten Mächtigkeiten nicht einfach addieren, sondern muss die Anzahl der Dubletten in der Schnittmenge wieder abziehen.
Die Summe von M1 und M2 hat also nur die sechs Elemente 1, 3, 5, 6, 7, 9.

Dann gibt es noch die Dreiecksungleichung, die besagt, dass die Länge einer Seite des Dreiecks kleiner ist als die Summe der Längen der beiden anderen Seiten.
Daraus folgt auch, dass der Betrag eines Vektors keinesfalls größer als die Summe der Beträge seiner Komponenten sein kann.

Beim besten Willen fällt mir also kein Beispiel ein, bei dem „das Ganze“ tatsächlich quantitativ „mehr als die Summe seiner Teile“ wäre, etliche Gegenbeispiele dagegen schon. Somit ist die genannte Aussage widerlegt.
Woher sollte auch dieses „Mehr“ kommen.
Ist wohl eine dieser typischen Redensarten, die die Leute einfach nachplappern, ohne jemals ihren Sinn zu hinterfragen.

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Zehn Jahre in die Vergangenheit //2589

Das dritte Wochenende im Monat war in letzter Zeit vorgesehen für Entwürfe, die ich nicht fertiggestellt hatte, oder auch Blogtexte, die zwar fertig waren, ich aber aus verschiedenen Gründen nicht gleich veröffentlichen wollte.
Inzwischen habe ich die in Frage kommenden Texte fast (aber noch nicht ganz) aufgebraucht. Ich musste mir also etwas anderes für das dritte Wochenende überlegen.
Mein Blog existiert seit nunmehr zehn Jahren. So kam mir der Gedanke, Rückblicke dazu zu schreiben. Es gab früher ja schon die Wayback-Einträge bis zum November 2013. Da verfolgte ich den Ansatz, jeden einzelnen Blogeintrag durch ein oder zwei Sätze zusammenzufassen. Jetzt möchte ich stattdessen ausprobieren, mich in Gedanken jeweils zehn Jahre zurückzuversetzen, und zu schreiben, was mir damals wichtig war und was in mir vorging.
Ich glaube allerdings nicht, dass das jeden Monat genügend Stoff liefert. Ich habe es ja schon bei den (Halb-)Jahresrückblicken (die es seit 2013 gibt) gemerkt, wie schwer es mir oft fiel, die Essenz der zurückliegenden Monate darzustellen.
So habe ich jetzt also vor, künftig alle paar Monate an dieser Stelle zehn Jahre zurückzublicken, und fange gleich damit an.

Vor zehn Jahren war mein Blog erst wenige Wochen alt. Ich arbeitete freiberuflich als Softwareingenieuse und IT-Beraterin. Bei einem Kundenbesuch lernte ich Alex kennen. Auch wenn aus dem vorgesehenen Auftrag erst einmal nichts wurde, besuchte ich mit ihm zusammen eine Veranstaltung und freundete+ mich mit ihm an.

Oh, ich sehe schon, das Konzept wird ziemlich unergiebig. Aber es waren ja auch keine drei Wochen und nur eine Handvoll Einträge.

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Zeitraubende Geschäftskommunikation //2588

Mit einem Kunden gab es wieder mal ziemlich umständliche Formalitäten zu klären.
Vor einigen Jahren hatte ich an dieses Unternehmen bereits mehrere Softwarelizenzen verkauft. Es war schon damals ein ziemlich langwieriges Unterfangen, bis sie dort ihre internen bürokratischen Vorgaben gelöst hatten.
Inzwischen waren die Vorgaben entweder verschärft worden, oder andere Mitarbeiter waren dafür zuständig, die die Angelegenheit noch restriktiver handhabten.

Jedenfalls wollten sie von mir das W9-Formular, und dass ich eine Excel-Datei mit meinen Daten als Supplier ausfülle.
Ich antwortete, dass das W9-Formular für mich als deutschen Freiberufler nicht anwendbar ist. Die Excel-Datei weigerte sich, viele meiner Eingaben anzunehmen, weil das Format nicht mit den amerikanischen Gepflogenheiten übereinstimmte. Im zweiten Anlauf schrieb ich meine Eingaben einfach in eine zusätzliche Spalte.
Offenbar genügte das dem Kunden nicht, so dass er die Abwicklung an einen Reseller weiterreichte.

Dieser kontaktierte mich im Laufe der Kommunikation immer wieder über andere Mitarbeiter. Die Betreffzeile war dabei meist so nichtssagend formuliert, dass ich einige Mails auf den ersten Blick für Spam gehalten und fast aus Versehen gelöscht hätte. Ziemlich unprofessionelles Vorgehen für einen der wirklich großen Reseller mit mehreren Tausend Angestellten. Sehr seltsam kam mir auch vor, dass sie auf Replys auf meine Mails immer wieder die Dokumente anhängten, die ich ihnen in meiner jeweils letzten Mail geschickt hatten.
Der Reseller wollte dann zunächst ein schriftliches Angebot von mir, obwohl ich dem Kunden bereits eines geschickt hatte (mit Nachlass gegenüber der regulären Lizenzgebühr, da Bestandskunde). Dann musste ich wieder eine Excel-Datei ausfüllen und ihnen mein W8-Formular schicken, dass ich eben kein US-Resident bin und in den USA nicht steuerpflichtig.
Das ging auch ein paarmal hin und her. Eigentlich bevorzuge ich Banküberweisung oder meinetwegen Paypal in Vorkasse. Sie zahlen normalerweise nur per Kreditkarte und erst nach dreißig Tagen. Die dreißig Tage Zahlungsziel akzeptierte ich. Grundsätzlich ist das ein vertrauenswürdiges Unternehmen, und ob ich das Geld jetzt etwas früher oder später kriege, ist mir nicht so wichtig. Allerdings kann ich Kreditkartenzahlung nicht annehmen (außer über Paypal). Wir einigten uns, dass sie das Geld überweisen würden.

Nachdem ich die Purchase Order erhalten hatte, erstellte ich eine Rechnung – obwohl ich trotz Nachfrage – keine richtige Rechnungsadresse erhalten hatte (hoffentlich akzeptiert das hiesige Finanzamt das so).
Ich schickte die Rechnung – wieder an einen anderen Empfänger eines Finanzdienstleisters – per Mail ab und bat um eine Eingangsbestätigung (die ich immerhin als automatisierte Mail erhielt). Wie jetzt die vorgesehenen Nutzer meiner Software an die notwendigen Daten kommen, ist wieder ein anderes Thema.
Die Formularitäten waren damit noch nicht beendet. Wieder ein anderer Mitarbeiter des Resellers kontaktierte mich, um mich noch nach weiteren Daten zu fragen.

Was ich insgesamt schon an Zeit und Aufwand nur für die bürokratische Abwicklung stecken musste, übersteigt die Bezahlung für die paar Lizenzen. So lohnt sich das für mich nicht.
Das sind so die Situationen, in denen ich mir ernsthaft überlege, wie lange ich mein Software-Business noch weiterführen will. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen, und es springt nicht viel raus, was den Pflegeaufwand noch wettmachen würde.
Andererseits profitieren Nutzer weltweit von der Arbeitserleichterung durch meine Software, die selbst dazu befähigt, wichtige und systemkritische Aufgaben besser, schneller, fehlerärmer und komfortabler durchzuführen.

Während ich immer noch auf die Überweisung wartete, und hoffte, dass die Bank nicht auch noch reichlich an den Gebühren für eine Fremdwährungsüberweisung zulangt, kam eine weitere Anforderung einer Quote für eine Einzellizenz,bei der ich jetzt den regulären Preis ohne Nachlass für Bestandskunden ansetzte, und außerdem auf Euro ausstellte, um wenigstens das Währungsrisiko für mich auszuschalten.

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Störer an der Wohnungstür //2587

Während ich praktisch täglich in der Firma arbeitete, wurde ich kaum von Hausierern belästigt, weil ich eben in den Bürozeiten nicht daheim war.
Seit ich meistens Home-Office machte, schienen sich unerwünschte Klingler in letzter Zeit schon zu häufen.

Bei den Zeugen Jehovas, Staubsaugervertretern oder dergleichen erkläre ich kurz, dass ich kein Interesse habe, und schließe die Tür, ohne eine Reaktion abzuwarten. Die sind nämlich sonst so aufdringlich, dass man sie kaum noch los wird, sobald man sich auf ein Gespräch einlässt.
Dann gibt es aber auch Bettler für alle möglichen Belange, beispielsweise irgendwelche Zirkustiere, oder behinderte Kinder. Mir widerstrebt schon die Art der Kontaktaufnahme, und die Weise wie man diese mitleidsheischende Masche abzieht. Vielleicht wäre ich ja sogar bereit für einige mildtätige Zwecke zu spenden, aber solche Haustürbesucher erscheinen mir wenig seriös noch vertrauenswürdig. Ich will nicht abgezockt werden. Auf die Frage, ob man sich erst im Internet informieren kann, und ggf. dann online spenden, kommt sinngemäß die Antwort, das ginge nicht. Na, dann eben nicht. An der Haustür gebe ich jedenfalls kein Geld dafür.
Es kam auch vor, dass jemand für eine Hilfsorganisation wie freiwillige Feuerwehr oder Rotes Kreuz Geld sammeln wollte. Das halte ich grundsätzlich für wichtig, und würde regionale Organisationen auch gelegentlich mit einer einmaligen Spende unterstützen. Allein – die wollen regelmäßige Spendenvereinbarungen, und das kommt für mich nicht in Frage. Ich werde mich doch nicht verpflichten, jedes Vierteljahr oder gar monatlich, Geld von meinem Konto abbuchen zu lassen. Bargeld dürfen sie angeblich nicht annehmen, und einmalige Spenden über die Website kämen der Zentrale zu Gute, aber nicht der regionalen Gruppe. Das tut mir ja leid, aber zu diesen Bedingungen bin ich nicht bereit. Wir spenden auch so schon genug an ausgewählte gemeinnützige Empfänger.

Dass das Ordnungsamt überhaupt zulässt, dass man immer wieder von solchen Vertretern und Drückern belästigt wird.

[Es kommt vor, dass ich (als Privatperson, wenn das Bewusstsein, dass ich es mir mittlerweile leisten kann, meine fast an Geiz heranreichende Sparsamkeit überschreibt) bestimmte Organsisationen oder Projekte gerne mit einer Spende (keine großen Beträge, vielleicht 50 oder 100 Euro) unterstützen möchte, aber dabei unerkannt bleiben will. Leider lassen die Zahlungsoptionen dies meistens nicht zu, was bedauerlich ist.]

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breakplaining: Komplex //2586

Ich habe gelegentlich imaginäre oder komplexe Zahlen hier erwähnt, in der Annahme (ohne ausdrücklich darüber nachgedacht zu haben), dies seien allgemein verständliche Begriffe. Jetzt ergab es sich IRL (eine völlig belanglose Geschichte, die nicht weiter bemerkenswert ist), dass ich feststellen musste, dass dem nicht so ist. Nun ja – so weit mir bekannt ist, werden komplexe Zahlen normalerweise nicht im Schulunterricht gelehrt (m.W. höchstens in mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasien). Noch nicht einmal im Mathematik-Leistungskurs gehörten sie zum Lehrplan (auch wenn sie gelegentlich außer der Reihe erwähnt wurden – z.B. dass laut kultusministeriellem Beschluss die dritte Wurzel aus minus Eins nicht existiert).
Deshalb spendiere ich heute einen Blogeintrag zu diesem Thema. Wer sich bereits mit komplexen Zahlen auskennt, kann den Text getrost überspringen.

Es gibt keine reelle Zahl x, die die Gleichung x*x = -1 löst.
Um trotzdem damit rechnen zu können, wurde die Zahl i = sqrt(-1) eingeführt. Man nennt sie imaginäre Einheit. Aufgrund interkultureller Unterschiede nutzen die Elektrotechniker stattdessen j (ich verzichte hier darauf, mich weiter darüber auszulassen).
Eine komplexe Zahl z lässt sich schreiben als z = x + i*y (mit x, y reell). Dabei ist x ihr Realteil, und y ihr Imaginärteil. Die Zahl z hat einen Absolutwert oder Betrag abs(z) = |z| = sqrt(x^2 + y^2), und ein Argument arg(z) = phi mit tan(phi) = y/x, das man sich als Winkel in der komplexen Ebene (Realteil als Abszisse, Imaginärteil als Ordinate) zwischen der x-Achse und dem Punkt P(x, y) vorstellen kann. Umgekehrt ist Re(z) = x = |z| * cos(phi) und Im(z) = y = |z| * sin(phi). z lässt sich alternativ in Polardarstellung schreiben als z = |z| * cis(phi) = |z| * e^(i*phi).
z hat ein konjugiert komplexes Pendant x – i*y. Konjugiert komplexe Zahlen werden üblicherweise durch einen Überstrich oder ein hochgestelltes Sternchen geschrieben. Das geht über ASCII hinaus, so dass ich _z schreiben werde, denn ein nachgestelltes Sternchen könnte leicht mit einer Multiplikation verwechselt werden.
Es gilt z*_z = (x + i*y)*(x – i*y) = x^2 + y^2 = |z|^2.

Komplexe Zahlen lassen sich addieren und subtrahieren, indem man Realteile und Imaginärteile separat addiert bzw. subtrahiert. z1 + z2 = x1 + x2 + i*(y1 + y2).
Komplexe Zahlen lassen sich multiplizieren: z1*z2 = (x1 + i*y1)*(x2 + i*y2) = x1*x2 – y1*y2 + i*(x1*y2 + y1*x2). Ihre Beträge multiplizieren sich dabei, während sich ihre Argumente addieren.
Sie lassen sich auch dividieren, aber das ergibt einen etwas längeren Ausdruck, den ich euch gerne selbst zur Übung überlasse.

Nur Grundrechnungsarten wären ja langweilig. Komplexe Zahlen lassen sich auch potenzieren, radizieren, logarithmieren, sowie in andere Funktionen, insbesondere trigonometrische einsetzen. Da gibt es viele schöne Formeln.

Besonders spannend ist das Ziehen der n-ten Wurzel.
Der Betrag der Wurzel ist die Wurzel des Betrags. Für die Argumente der n Lösungen gilt phi_k = (phi + 2*pi*k)/n, mit k = 0..n-1.

Ich möchte diesen Eintrag nicht zu weit treiben, sondern schließe die Erklärungen der komplexen Zahlen mit einer erweiterten Euler’schen Formel ab: e^z = e^x *(cos(y) + i*sin(y)) = e^x * cis(y)
Für komplexe Zahlen gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Physik und Technik.

[Die komplexen Zahlen lassen sich zu Quaternionen erweitern.
Für die Quadratwurzel aus -1 gibt es die drei Werte i, j und k, die zusammen mit der reellen Zahl 1 einen vierdimensionalen Raum aufspannen.
Die Quaternionen bilden einen schiefen Körper, d.h. bei der Multiplikation kommt es auf die Reihenfolge der Faktoren an.
Es gilt i^2 = j^2 = k^2 = -1 = i*j*k, i*j = k, j*k = i, k*i = j, i*k = -j, j*i = -k, k*j = -i.
Oder in Kommutator-Schreibweise: [i, j] = i*j – j*i = 2*k, sowie analog zyklisch.
Ich selbst hatte fachlich nie etwas mit Quaternionen zu tun. Als Kind fand ich ein Kapitel darüber in einem Buch meines Opas, und war gleich fasziniert. Meines Wissens wurden die Quaternionen früher z.B. in der Speziellen Relativitätstheorie eingesetzt, aber da nimmt man heute lieber Vierervektoren, die nicht mit dem Imaginärteil der Quantenmechanik in Konflikt geraten. Bei der Berechnung dreidimensionaler Geometrien in Computerspielen sollen Quaternionen noch gebräuchlich sein, weil man mit ihnen recht einfach Drehungen beschreiben kann.]

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Jahrestweechsel //2585

Seit den letzten Tweets sind inzwischen fast drei Wochen vergangen. Jetzt sind wieder mal welche fällig. Der betreffende Zeitraum läuft vom 18. Dezember 2020 bis zu Neujahr dieses Jahres.

Weniger #Feuerwerk als früher, aber immer noch zu viel.
Wieso übersetzen die „Calculus“ mit „Algebra“? #MrBean
Das Jahr fängt ja gut an. Windows Zwangsupdate kostet mich unverplante Freizeit.
+Probleme mit dem Explorer. Kann keine Zips mehr öffnen, hängt beim Zugriff auf meine VM-Shares und crasht. Danke @MicrosoftHilft. #Win10 #Version2004, OS Build 19041.685
+Gebootet hab ich schon. Solange das so anhält, kann ich keine Daten mehr sichern.
+Jetzt könnte ich meinen Server gebrauchen, hab ihn aber über die Feiertage abgeschaltet.
+Was da wieder los war? Hab ein chkdsk über die Systemplatte laufen lassen. Jetzt gehen die Zips wieder. Zugriff auf VM-Share nach wie vor nicht.
Vor Ladenschluss noch eine Großpackung Windeln kaufen. Merke: Windelvorräte bringen nichts, weil sie dann schon wieder zu klein sind, wenn man sie braucht.
Unmaskierte Paketbotin wünscht mir einen guten Beschluss.
Übrigens habe ich das ganze Jahr 2020 keinen Alkohol getrunken.
Verschreiber des Tages: Duzend statt Dutzend
#FavoritenMit I #Umfrage [Integrieren|Individualität|Input|Interaktionen]
Nanu! Da trudelt heute noch eine große Bestellung aus Großbritannien ein.
Verleser des Tages: Zigeunerinnen statt Zeuginnen
Kein Nachtrag //2491 Zweitausendvierhunderteinundneunzig
Nicht alle „Menschen mit Gebärmutter“ sind Frauen. Als Kinder sind sie noch Mädchen, und werden erst in der Pubertät durch Hormone zur Frau gemacht.
Verhörer des Tages: Grippe statt Krippe
#FavoritenMit H #Umfrage [Himbeersahnetorte|Hexadezimalsystem|Hamilton-Formalismus|Heidelbeerblooz]
Verleser des Tages: Labien statt Labilen
Ungestillte Nacht //2490 Zweitausendvierhundertneunzig
#FavoritenMit G #Umfrage [Gleichungssysteme|Gulaschsuppe|Glück|Geschlechterthemen]
Verschreiber des Tages: Satan statt Santa
Vor einem Jahr haben wir das Chefchen gezeugt.
Grieselglobuli liegen in der Hofeinfahrt.
Verleser des Tages: Mozzarella statt Mozilla
Ich hatte ja vor den Feiertagen ein Paket mit Plätzchen von meiner Mutter zugeschickt bekommen. Ich hab aber keinen Appetit drauf. So überhaupt nicht.
Einst im Mai gezwitschert //2489 Zweitausendvierhundertneunundachtzig
Verhörer des Tages: Konsistenzen statt Konsequenzen
Wer weiße Weihnachten will, ist rassistisch.
„Architekt“ Persönlichkeit #INTJ #16Personalities
#FavoritenMit F #Umfrage [Formeln|Feynman-Diagramme|Fourier-Transformation|Freizeit]
Verleser des Tages: Nackedei statt Nachteil
Das erste Mal mit dem Chefchen im Whirlpool. Zukünftig zieh ich mir ein Bikini-Oberteil über.
Trotz Regenwetters überraschend viele Leute spazierengehend unterwegs. Bei milden 12°C. Und alle ohne #Maske.
Im ganzen Haus riecht es nach Spargelsuppe.
Verschreiber des Tages: Homöapathie statt Homöopathie
Annelemma //2488 Zweitausendvierhundertachtundachtzig
Wie rechnet ihr 21*21? #Umfrage #Kopfrechnen (Please RT) [20*20+2*20+1|(7*7)*3*3|2*21*10+21|(7*7)*10-49]
Verleser des Tages: Virus statt Virtue [Signalling]
#FavoritenMit E #Umfrage [Elementarteilchen|Erektionen|Eierlikör|Enterprise]
Verhörer des Tages: Eregierungen statt Regierungen
Eine zu treffende Aussage ist nicht unbedingt auch eine zutreffende Aussage.
Verleser des Tages: [ohne] Gewissen statt Grenzen
Gehet, die vierte Kerze pennt //2487 Zweitausendvierhundertsiebenundachtzig
#FavoritenMit D #Umfrage [Differentialgleichungen|Digitalität|Debugging|Datenbanken]
Verschreiber des Tages: gelöst statt gelöscht
#Vermögensabgabe? Tja, versetzt nur den privatwirtschaftlichen KMU den Todesstoß!
Niemand hat diese sexfeindlichen #Feministinnen dazu legitimiert, Männern vorzuschreiben, wie sie sich gegenüber allen Frauen verhalten sollen.
Verleser des Tages: schmächtig statt allmächtig
Spare //2486 Zweitausendvierhundertsechsundachtzig

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Das andere Krankenhaus //2584

Mein Vater ist wieder im Krankenhaus [BTW und nur für’s Protokoll: es waren kein 48 Stunden nach seiner zweiten Impfung]. Diesmal nicht in der Kreisstadt, sondern in einer größeren Klinik in einem benachbarten Landkreis. [Wir sind früher einmal im Jahr in diese Stadt gefahren, und waren dort in mehreren Kaufhäusern, um einige Käufe zu machen, was man bei uns in der Gegend nicht so leicht auftreiben konnte – etwa bestimmte Kleidung. Mir hatten es vor allem die Buchabteilungen angetan.]
Von meiner Mutter ist kaum herauszukriegen, was ihm jetzt eigentlich fehlt. Wenn ich sie etwas frage, schweift sie zu allem möglichen ab, beantwortet aber nicht meine Frage. Immerhin habe ich herausgefunden, dass es irgendetwas mit den Nieren ist.

Während es noch einigermaßen für sie machbar war, ihn im Kreiskrankenhaus zu besuchen, wird es jetzt noch schwieriger. Diese Klinik ist doppelt so weit entfernt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss man erst mit dem Bus in einen anderen Ort fahren, und von dort aus mit der Bahn weiter. Einfach ist man da wenigstens anderthalb Stunden unterwegs. Mit den erlaubten Besuchszeiten harmoniert der Fahrplan nicht gerade. Und vorher muss sie noch was-weiß-ich-wo einen „tagesaktuellen Schnelltest“ herkriegen. Wenigstens macht meiner Mutter momentan ihr schlimmes Knie nicht übermäßig zu schaffen – bzw. sie muss wohl angefangen haben, viele Schmerztabletten zu nehmen.
Sabine würde ja am Wochenende mit dem Auto hinfahren (wenn Thorsten daheim ist und auf die Kinder aufpassen kann). Aber dazu muss sie auch erst noch das Problem mit dem Testnachweis lösen. Und auch dann ist es nicht sicher, dass sie gleichzeitig mit meiner Mutter zu meinem Vater darf, noch nicht einmal, ob überhaupt.
Angesichts der Besucherregelungen brauche ich gar nicht erst zu überlegen, ob ich hinfahren (mit dem Auto mindestens zweieinhalb Stunden Fahrt einfach – falls ich einen Schlenker über die Alte Heimat machen würde, was sich anböte, dann noch länger) sollte. Mit Baby dürfte ich eh nicht rein, und ohne Baby kann ich nicht so lange weg.

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Es klirrt //2583

Carsten ließ ein Spielzeug an einem Faden vor Johannes‘ Gesicht hin und her pendeln. Johannes versuchte danach zu greifen, aber es war außerhalb seiner Reichweite.
„Was macht ihr da?“, fragte ich, „versuchst du ihn zu hynotisieren? Das funktioniert so nicht.“
Carsten lachte: „Nein, ich bringe ihm Sinusschwingungen bei.“
„Für einen reinen Sinus ist die Auslenkung zu groß“, stellte ich klar, „nur bei kleinem Winkel wäre die Schwingung harmonisch.“
„Ich glaube nicht, dass unser Jonior die anharmonischen Anteile bemerkt“, meinte Carsten.
„Weil du ihn gleich auf Oberschwingungen konditionierst, ohne ihm die Chance zu geben, einen reinen Sinus zu beobachten.“
„Du nährst ihn doch an deinem Sinus. Welcher könnte reiner sein?“
„Danke, aber die galaktischen Divergenzen sind neben dem Sinus“, korrigierte ich, und fügte hinzu: „Und so hat sich Regiomontanus das sicher nicht gedacht.“
„Ich bin sicher, dass er Fourier gefallen würde.“
Inzwischen hatte Johannes seine Aufmerksamkeit auf die beiden Maxima neben meinem genannten Sinus gerichtet. Ich stillte sein Bedürfnis.

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Süchtig //2582

Wie immer am Monatsanfang gibt es auch diesmal die originellsten Suchbegriffe der letzten Wochen.
Auf meinem Auschfrei-Blog drehen sich etliche Suchanfragen übrigens – keine Ahnung warum – um eine österreichische Kabarettistin, deren scharfzüngige Eloquenz ich zwar (obwohl ich nicht mit allen ihren Ansichten übereinstimme) schätze, die mir als Person jedoch nichtsdestotrotz wegen ihrer Sprachfärbung und übertrieben theatralischer Gestik unsympathisch ist.

„was steht auf dem grabstein eines mathelehrers“
Ein Pluszeichen statt eines Kreuzes?

‚“parabel“‚
Ein Kegelschnitt, bei dem die Schnittebene parallel zu einer Mantellinie liegt.

„simpsons math joke i ate some pie“
sqrt(-1) 8 sum pi .. And it was delicious.

„lustloch“
Ein Motivationstief geht auch wieder vorüber.

„kontraintuitiv“
Was ganz anders funktioniert, als man erwarten würde.

„free bleeding nachts“
Die Bettwäsche möchte ich nicht sehen.

„maisflips paprika“
Es müssen nicht immer Peanuts sein.

„bin ich polyamor teste dich“
Nur wenn man 0 als poly ansieht. Ich bin Aro.

„anni the duck freizügig“
Ich kenne keine Ente.

„stellungen doggy“
Doggy ist eine A-Tergo-Stellung im Knien.

„vollmondschwert“
Sagt mir nichts.

„evalize“
Ich hab’s immer mit Y geschrieben.

„coronabedingt schreibweise“
Zumindest an unserer Orthographie hat Corona noch keine Änderungen verursacht.

„wandkalender 2016 natur“, „wandkalender 2017 tiere“, ..
Es gibt viele schöne Motive für Kalender. Man kann sie sich auch selbst machen.

„wie sieht ein 90 grad winkel aus“
Der ist genauso groß wie sein Nebenwinkel.

„milf bedeutung“, „bedeutung von milf“
Mother I’d like to fu*.

„stochastik bücher“
Um eine statistisch signifikante Aussage zu machen, kenne ich zu wenige.

„kegeln erlangen“
Wenn man Doppelkegel (x^2 + y^2 = z^2) mit Ebenen schneidet, erlangt man als (nicht-entartete) Schnittkurven Kreise, Ellipsen, Parabeln oder Hyperbeln.

„brennessel cbt“
Über Botanik informiere man sich online z.B. in der Wikipedia oder auf Youtube.

„was ist der hundertzwölf januar“
In Gemeinjahren wie heuer wären das der 81. Februar, 53. März oder 22. April.

„geburtshaus erlangen“
Ich kenne das von Emmy Noether und Georg Simon Ohm.

„kristalle im ohr was hilft“
Keine Ahnung. Zum HNO-Arzt gehen.

„wann ist vollmond“
Wenn Sonne und Mond von der Erde aus gesehen in Opposition stehen.

„rechter winkel in der natur“
Kubisches oder orthorhombisches Kristallgitter. Die Lorentzkraft steht senkrecht auf der Bewegungsrichtung.

„salt and vinegar chips schwangerschaft“
Bäh!

„katzenschwanz fragezeichen“
Vorsicht ist angebracht. Langsamer Rückzug empfehlenswert.

„diagonal berechnen“
Die Spur einer quadratischen Matrix ist die Summe der Hauptdiagonalelemente.

„stopfei alternative“
Wir hatten daheim dafür so ein pilzförmiges Ding aus Holz.

„arzt scherzhaft“
Kurpfuscher, Weißkittel, Medizinmann, Quacksalber, ..?

„gottverdammte“
Ja, immer wieder dieses Higgs-Boson.

„er hatte noch etwas anderes einstecken“
Wollen wir wissen was?

„torte zum masterabschluss“
Sahnetorte ist auch ohne Anlass lecker.

„die drei siebe des sokrates interpretation“
Für die Veröffentlichung auf einem (anonymen) Blog gelten weniger strenge Kriterien als für die Offline-Kommunikation mit realen Menschen.

„muserich“
Der macht sich mit seinen Küssen bisweilen rar.

„rechenschieber anderes wort“
Dafür ist mir kein anderes Wort bekannt.

„afk mikrowelle“
Wenn ich away from keyboard bin, manche ich mir öfters was im Mikrowellengerät warm.

„anrede wenn man den namen nicht kennt“
Bei schriftlicher Kommunikation ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ üblich.

„anne wünsche“
Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meinem Leben.

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Fußgegängelte //2581

Es ist ja nichts Neues, dass Fußgänger ganz unten in der Verkehrshierarchie stehen.

Wenn man mit Kinderwagen unterwegs ist, merkt man das noch deutlicher.
Jede Bordkante ist ein Hindernis. Mülltonnen stehen alle paar Meter auf dem Gehsteig, so dass man gezwungen ist, den Gehsteig zu verlassen. Das ist manchmal schon für Fußgänger ohne Wagen oder Gepäck zu eng. Oder der Gehsteig ist durch Fahrzeuge, Baustellen oder sonstige Gegenstände blockiert.
Ich kenne einen Fußweg, der an einer Stelle auf eine normale Straße mündet. Direkt vor dieser Stelle parkt jedesmal ein Auto. Sogar alleine als Fußgänger muss man dann langsamer werden, um auf den recht schmalen Gehsteig abzubiegen. Mit dem Buggy muss ich dort immer rangieren, weil der Krümmungsradius größer ist als der zur Verfügung stehende Platz. [Carsten hat diesen Autofahrer sogar einmal angesprochen, als wir ihn zufällig einsteigen gesehen haben. Aber da war keinerlei Einsicht zu erkennen. Er wird weiterhin die Stelle so rücksichtslos zuparken.] Was machen da beispielsweise Rollstuhlfahrer? Die kriegen die Kurve dort überhaupt nicht.

Auf kombinierten Fuß- und Radwegen greift eine neue Unsitte immer weiter um sich.
Während man früher nur von hinten angeklingelt wurde, wenn man so lief, dass es beim Vorbeifahren hätte zu eng werden können, wird es immer mehr üblich, dass Radfahrer grundsätzlich klingeln, bevor sie zum Überholen ansetzen.
Das ist absolut lästig. Jedesmal wird man aus seinen Gedanken gerissen, oder erschrickt sogar. Schließlich ist dieses Klingeln mit Gefahr assoziiert. Wenn genügend Platz vorhanden ist (ist es praktisch immer, denn normalerweise laufe ich ganz rechts, auch wenn ich den Kinderwagen dabei habe – selbst wenn Carsten und ich zusammen nebeneinander laufen, ist da immer noch reichlich Platz für einen Fahrradfahrer), gibt es überhaupt keinen Grund zu klingeln. Das belästigt die Fußgänger nur, und allmählich stumpfen sie ab, bis sie schließlich auch bei tatsächlicher Gefahr nicht mehr reagieren. Klingeln sollte wirklich nur kritischen Situationen vorbehalten bleiben.
Aber wenn eine ganze Gruppe im Pulk fährt – zu zweit oder gar zu dritt nebeneinander, dann hat’s natürlich keiner nötig, mal kurz zu klingeln. Viel lieber fahren sie ohne Vorwarnung nur wenige Zentimeter neben einem vorbei.

Es ist schon eine Weile her, da war ich mit dem Stadtbus unterwegs. Beim Aussteigen geriet ich mit dem Kinderwagen direkt auf die Fahrradspur. Bevor ich noch auf den Fußgängerbereich wechseln konnte, war schon ein Radfahrer angebraust, der bremsen und ausweichen musste. Ich verstehe ja, dass das für ihn ärgerlich war. Aber es gibt ihm nicht das Recht, mich deswegen so anzuschreien. Ich kann nichts dafür, dass die Bushaltestelle so blöd platziert ist, so dass Fahrgäste beim Aussteigen die Fahrradspur überqueren müssen. Und mit Kinderwagen bin ich nun mal langsamer und weniger wendig als normale Fußgänger.

Immer öfter fahren auch Leute mit E-Scootern, Rollschuhen, Skateboards, Tretrollern und dergleichen auf den Fußwegen, die alle gemeinsam haben, dass sie einen mehrfachen Impuls und kinetische Energie haben – im Falle einer Kollision hat der Fußgänger das Nachsehen.
[Da war BTW neulich auch dieser Inline-Skater, der mich (bei schönstem Wetter alleine unterwegs) überholte, dann an der nächsten Straßenlaterne wartete, bis ich an ihm vorbeigegangen war, um mich erneut zu überholen und zu warten .. Da ich an der nächsten Abzweigung abbiegen wusste, kann ich nicht sagen, wie weit er das noch weiter getrieben hätte. Er muss wohl geradeaus weitergefahren sein.]

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Formelforschungsfortschritte //2580

Seit mehreren Monaten arbeite ich in meiner Freizeit immer mal wieder an meinem Forschungsprojekt (das ich hier im Blog mal pseudonym als Quantentransientenregression QTR eingeführt habe, was also absolut nichts mit der realen Thematik zu tun hat). Viel Vorarbeit hatte ich ja bereits – unabhängig von einem konkreten Anwendungsfall – in meiner Dissertation und einigen Papers geleistet, so dass die eigentliche Aufgabe, wenn nicht Herausforderung darin bestand, das theoretische Konzept mit den beobachtbaren Werten in Einklang zu bringen.
Inzwischen habe ich schon einige Fortschritte gemacht. Ich habe meine Formeln so an die verfügbaren Messdaten angepasst, und damit best-fit Parameter berechnet, dass ich mit ihnen alle bekannten Messdaten (innerhalb der Messgenauigkeit) gut modellieren kann.
Für solche Berechnungen ist es gut, wenn man nicht nur das mathematische und physikalische Handwerkszeug beherrscht, sondern auch in der Lage ist, einem Computer passende Anweisungen zu geben, um ihm die Unmengen eintöniger Rechenoperationen zu überlassen.
Die Modellierung ist schon mal ein schöner Erfolg, der publikationsreif ist.

Zur Bestätigung meiner Formeln wären aber weitere Experimente erforderlich, die über den bisherigen Beobachtungsbereich hinausgehen. Mit Hilfe der Gleichungen könnte man Vorhersagen machen, die dann mit Experimenten überprüft werden müssten. Liefern meine Formeln zutreffende Ergebnisse, wären sie verifiziert (innerhalb eines erweiterten Gültigkeitsbereichs). Stimmen sie nicht überein, wäre meine Theorie (in diesem neuen Scope) falsifiziert, wäre aber immer noch im bisherigen Bereich nutzbar.
Dieser Abgleich mit der Natur ist notwendig, auch wenn ich meine bisherigen Forschungsergebnisse bereits publizier[t hab]en sollte. Allerdings sind solche Experimente auch teuer. Bisher konnte ich auf bestehende Messdaten zurückgreifen, die ich über einschlägige Quellen erhalten habe.
Aber ohne neue, davon unabhängige Messdaten wären meine Formeln ziemlich wertlos und nicht mehr als eine nutzlose Spielerei.

Für ein anderes Projekt nutze ich Firmenresourcen, und habe dafür u.a. einen Studenten eingestellt. Aber das ist reguläre Entwicklungsarbeit, die irgendwann der Firma zugute kommen soll.
Diese Sache jedoch ist ein rein privates Forschungsprojekt, voraussichtlich ohne jeglichen Impact auf die Firma.
Selbst wenn ich keine Hemmungen hätte, dafür die Firma anzuzapfen, wären die Kosten für entsprechende Versuchsaufbauten zu hoch, um (insbesondere in diesen pandämlichen Zeiten) von der Firma getragen zu werden.
Es wird mir wohl nichts anderes übrigbleiben, als mit einer Hochschule, die in ähnlichem Bereich forscht, Kontakt aufzunehmen und eine Zusammenarbeit anzustreben. Momentan habe ich keine andere Idee, wie ich sonst weiterkommen soll. Es ist aber auch ganz sinnvoll, wenn jemand anders unabhängig von mir die Messungen durchführt.

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Xanniversary //2579

Vor zehn Jahren habe ich den ersten Blogeintrag hier veröffentlicht. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich so lange durchhalten würde, mein Blog zu pflegen. Ich dachte in dieser Hinsicht eigentlich überhaupt nicht weiter in die Zukunft, wollte lediglich ab und zu aufzeichnen, was ich so mache, und wie es mir gerade geht.
Im Laufe der Zeit sind dann über zweieinhalb Kiloeinträge zusammengekommen mit aktuell bald 44 Kilokommentaren.
Es gab Zeiten, in denen ich täglich gebloggt habe. Zur Zeit blogge ich ja nur noch an den geraden Tagen, und vielleicht wird es sich nicht aufhalten lassen, die Häufigkeit noch weiter zu reduzieren.

Bei den Zugriffszahlen muss man im Hinterkopf behalten, dass ich die ersten etwa vier Jahre auf blog.de gebloggt habe, erst seit Mitte 2015 auf WordPress.com. Das verzerrt die Angaben entsprechend.
Bei den weit über eine halbe Million Aufrufen kamen die mit großem Abstand meisten Besucher aus Deutschland. Es folgen (über den gesamten Zeitraum bei WordPress) Österreich, die Schweiz und die Vereinigten Staaten. Nennenswerte Zugriffszahlen werden noch aus den Niederlanden, Italien, Indonesien, Taiwan, Frankreich, Russland, Hongkong und dem Vereinigtem Königreich angezeigt. Die weiteren Länder zähle ich jetzt nicht mehr auf.
Wordpress Insights nennt 224 Follower, 651 Mail-Abonnenten sowie 783 Follower über Soziale Medien (was immer das bedeutet).

Zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der viel geschehen ist. Mein Leben hat sich grundlegend verändert. Ich bin jetzt in einer völlig anderen Situation als damals. Es ist gut, dass ich den Verlauf dieser Entwicklung auf dem Blog dokumentieren konnte.
Meine Blogmotivation ist aktuell eher so mittelmäßig. Das Blog ist längst Gewohnheit und Alltag geworden. Es gehört zu meinem Leben dazu.
Etliche Leser besuchen mein Blog seit mehreren Jahren. Andere waren nur zeitweilige Bloggäste.
Ich habe vor, zur Feier des Tages eine Kommentarstatistik für diese zehn Jahre zu erstellen, sofern ich im Laufe des Tages dazukomme. Die planmäßig Auswertung für das zweite Quartal 2021 folgt dann voraussichtlich am Donnerstag.

Bedient euch gerne am virtuellen Buffet! Der Replikator erfüllt auch ausgefallene Wünsche.

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Kein Titel //2578

Es ist jetzt ein wenig peinlich, aber ich habe mich im Datum vertan. Normalerweise sind ja am vierten Wochenende eines Monat Tweets fällig. Irgendwie habe ich aber was verwechselt, und habe deswegen die Tweets bereits voriges Wochenende – in der irrigen Annahme, dass am jetzigen Wochenende ein anderes Datum sei – verbloggt. Blame it mal wieder auf die Stilldemenz.
Nun ja, noch mal Tweets will ich nicht schon wieder bringen. Sonst habe ich heute auch nichts zu sagen, zumindest nichts, was die drei Siebe des Sokrates besteht.
Am letzten Wochenende haben wir uns viel Freizeit genommen. Diesmal ist wieder mehr Arbeit fällig. Wenn es schon keinen Urlaub gibt, versuchen wir zumindest, uns alle paar Wochen ein Wochenende freizuhalten.
Da ich im Laufe der Woche bereits zwei ziemlich lange Blogeinträge veröffentlicht habe, könnte ich es heute bei diesen paar Sätzen belassen. Mir ist aber heute Nacht eine SciFi-Kurzgeschichte eingefallen, die ich in meiner Jugend gelesen habe. Ich erinnere mich weder an den Autor noch an den Titel, so dass googlen nichts nützt.

Es ging um ein wissenschaftliches Team, das an einem Impfstoff gegen Schnupfen forschte. Schließlich fanden sie ein Mittel, das vielversprechend schien. Das ganze Team (IIRC auch ein Teil ihrer Familienmitglieder) machte den Selbstversuch und wurde schnell immun gegen Schnupfenviren.
Weil der Institutsleiter sich profilieren wollte, gab er den Impfstoff ohne weitere Tests und ohne Rücksprache mit dem Team frei.
Die Bevölkerung war begeistert. Die Impfaktion lief schnell an.
Nach einigen Wochen bemerkten die Teammitglieder – erst nur geringfügig, später aber umso stärker – einen enorm gesteigerten Geruchssinn: alles um sie herum stank bestialisch. Das wurde auch ausführlich erklärt – im Wesentlichen wurden die Geruchsrezeptoren nicht mehr blockiert.
Bevor die bereits geimpfte Bevölkerung auch diese Nebenwirkung erfahren würde, begannen sie mit Hochdruck an einem Gegenmittel zu arbeiten, was sie nach einigem Hin und Her schließlich fanden – mit der Konsequenz, dass alle, die es nutzten, voraussichtlich bis zu ihrem Lebensende einen chronischen Schnupfen behalten würden.

Warum nur ist mir diese Geschichte jetzt wieder nach so vielen Jahren eingefallen?

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Außerhalb der Norm //2577

Im Laufe der Zeit ist meine Garderobe umfangreicher geworden, so dass schon länger keine Neuanschaffung mehr nötig war. Während der Schwangerschaft habe ich (wenn man Umgangskleidung mal ausklammert), nichts Neues gebraucht. Wegen Corona gab es keine Veranstaltungen oder geschäftliche Treffen, für die ich eine besonders repräsentative Kleidung benötigt hätte.
Da ich kürzlich jedoch ein Kostüm und einen Businessrock ausmustern musste, bzw. zur Alltagskleidung degradiert habe, wäre mal wieder wenigstens ein neuer Rock fällig.
Also rief ich bei meiner Schneiderin an.
Und musste erfahren, dass sie aufgegeben hat. Ihr Geschäft war früher schon nicht übermäßig gut gelaufen, halt gerade so ausreichend. Dann kam Corona mit unzähligen Auflagen. Die Kunden blieben weg (ich ja auch, aber hauptsächlich wegen Schwangerschaft und deshalb fehlendem Bedarf, nicht weil ich Angst gehabt hätte, mich dort anzustecken).
Sie hätte voraussichtlich ohnehin innerhalb der nächsten fünf Jahre aufgehört. Corona hat den Schlussstrich jetzt vorgezogen.
Ich bedauerte ihre Geschäftsaufgabe und wünschte ihr alles Gute für ihren wohlverdienten Ruhestand.
Tja, ein neuer Rock ist jetzt nicht so dringend, dass es ein akutes Problem für mich wäre. Ich muss halt mal sehen, ob ich eine andere geeignete Schneiderin in der Gegend finde. Und falls nicht .. hm ..

Konfektionskleidung passt mir nun mal nicht besonders gut. Dass mir die Röcke sehr kurz sind, stört mich ja gar nicht. Und wenn ich weite Kleidung bevorzugen würde, wäre es auch ziemlich egal. Aber ich möchte sowohl professionell als auch sexy wirken, weshalb ich figurbetonende Kleidung gerne trage. Aber wenn ich meinen Hintern unterbringe, dann steht der Bund an der Taille ab. Wenn der Rock dagegen an der Taille perfekt passen würde, wäre er um die Hüften zu eng. Übliche Konfektionskleidung wäre im vierten Schwangerschaftsmonat optimal gewesen, zumindest was den Bauch betrifft.
Auch wenn es mir (zumindest im Sommer) ganz recht ist, wenn ein Rock ziemlich kurz ist, passt trotzdem die longitudinale Skalierung bei Abnähern nicht wirklich gut, wenn man sich vertikal außerhalb des 2-Sigma-Intervals befindet.

Während ich so überlegte, wie ich in Zukunft passende Kleidung herkriegen soll, erinnerte ich mich daran, dass es schon für mich als Kind schwierig bis unmöglich war, passende Hosen aufzutreiben.
Eine Diskussion auf Alles Evolution hat mich dann weiter getriggert.

Ich wuchs in meiner Jugend vor allem rasant nach oben. Egal wieviel ich gegessen habe, meine Körperlänge nahm weiter zu, während die transversalen Ausdehnungen gleich blieben. Hätte ich irgendeinen Mangel gelitten, wäre ich nicht so hochgewachsen. Mit etwa 14 Jahren muss ich zugegebenermaßen ziemlich unproportioniert ausgesehen haben – ein Brett mit Storchenbeinen dran. In diesem Alter ist man noch leicht beeinflussbar und lässt sich verunsichern.
So war es nicht hilfreich, wenn mir Mitschülerinnen, entfernte Verwandte, Nachbarinnen oder andere Bekannte (selbstverständlich nur wohlmeinend und selbst mehr als wohlgenährt) immer wieder sagten, ich sei nur Haut und Knochen, solle doch einfach mehr essen, und dass Männer keine Gerippe mögen. Es trifft mich immer noch, wenn jemand diesen wunden Punkt berührt.
Meine nahen Verwandten dagegen haben nie so etwas in der Art zu mir gesagt. Zum einen hatten sie selbst mehr oder weniger eine ähnliche konstitutionelle Veranlagung. Zum anderen kannten sie meinen gesunden Appetit.
Wenige Jahre später hatte ich – erkennbar auf alten Fotos – eine schöne Sanduhrfigur mit schmaler Taille und ausgeprägtem Hüftschwung. Mir war das damals nicht bewusst. Niemand hat es mir gesagt. Ich fühlte mich weiterhin als die unattraktive, dürre Bohnenstange mit entsprechend geringem Selbstbewusstsein (was man mir aber nicht anmerkte).
Immerhin habe ich diese Figur ziemlich gehalten (auch wenn es mir in den letzten paar Jahren erkennbar schwerer fiel), wenn nicht gar vervollkommnet. Die paar Kleider, die ich noch aus dieser Zeit habe, passen mir immer noch (waren allerdings auch längst nicht so körpernah geschnitten, wie die Kleidung, die ich jetzt bevorzuge).

Warum ist es offenbar völlig legitim, schlanken Frauen Magersucht und schlimmeres zu unterstellen? Warum werden Männer, die schlanke Frauen attraktiv finden, unter der Gürtellinie so unfair angegriffen? Während jeder schlanke Menschen unbehelligt auffordern darf, doch mehr zu essen, ohne dass diese Übergriffigkeit – unter dem scheinheiligen Deckmantel gütiger Besorgnis – irgendjemanden zu stören scheint, ist es gesellschaftlich verpönt, dicken Menschen zu sagen, sie sollen weniger essen, oder auch nur, dass Fettleibigkeit ungesund ist. Wehe dem, der es trotzdem wagt!
Dabei könnten Dicke ihre Masse durchaus steuern, indem sie ihre Nahrungszufuhr stark drosseln. Hätten sie in der Vergangenheit nicht gewohnheitsmäßig über ihrem Nahrungsbedarf gegessen, wären sie nie so dick geworden. Von nichts kommt nämlich nichts.
Dünne Menschen dagegen haben die Option, ihre Masse durch die Nahrungsmenge zu beeinflussen, nicht, wenn ihr Stoffwechsel überschüssige Nahrung schlicht nicht verwertet oder ansetzt. Aber freilich meinen es ja alle Leute nur so gut mit ihnen, während die armen, gemütlichen Dicken ja immer benachteiligt sind, und die Schlanken doch so gemein zu ihnen.

Wenn ich eine dünne Person sehe (die ich nicht oder höchstens flüchtig kenne) so weiß ich nicht, ob sie dünn ist, weil sie genetisch so veranlagt, weil sie ein genügsamer Esser, weil sie vielleicht krank (gewesen), oder möglicherweise doch – das lässt sich nicht ausschließen, dürfte aber vergleichsweise selten sein – anorektisch ist. Aus ihrer Statur lässt sich jedenfalls nicht auf die regelmäßig aufgenommene Nahrungsmenge schließen.
Sehe ich jedoch eine dicke Person, so weiß ich, dass sie über lange Zeit hinweg immer wieder über ihrem Bedarf hinaus gegessen oder getrunken haben muss. Das ist eine notwendige Bedingung.
Angeblich soll es Krankheiten geben, die Fettsucht nicht nur begünstigen, sondern verursachen. Solange ich dafür keine überzeugenden Belege bekomme, halte ich diese Aussage in der weit überwiegenden Zahl der Fälle für eine reine Schutzbehauptung und faule Ausrede, um von der eigenen Maßlosigkeit abzulenken.

Kommt mir jetzt nicht mit Bodypositivity. Das unterstütze ich für Menschen, die entweder angeboren, oder durch Krankheit bzw. Unfall entstellt sind, oder die andere körperliche Mängel haben, die sie nicht beeinflussen konnten. Nicht für solche, die notorisch völlern und sich disziplinlos vollfressen, aber trotzdem bewundert werden wollen.

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Familienausflug [mit Rückblenden] //2576

Gestern um 5:52 UTC+2 hat der Sommer begonnen. Sonst sind um diese Zeit der kurzen Nächte überall in der Gegend am Wochenende Sonnwendfeuer. Wegen Corona fallen sie schon im zweiten Jahr in Folge aus. Ich vermisse sie nicht. Da sind immer viel zu viele Leute. Ich bleibe lieber alleine für mich, bzw. nur mit meiner Familie zusammen.

Carsten und ich beschlossen, statt nur in der Nähe spazieren zu gehen, wieder einmal einen etwas längeren Ausflug zu machen. Wir hatten uns einen freien Tag ohne geschäftliche Belange wieder mal redlich verdient. Aufgrund der im Tagesverlauf zu erwartenden Hitze wollten wir schon am zeitigen Vormittag los, um zunächst ein Stück mit dem Auto zu fahren.
Als wir geparkt hatten, entschieden wir, den Buggy doch besser im Auto zu lassen. Die Wege waren zu steinig, teilweise Steigungen und Stufen. Carsten würde Johannes tragen. Für ihn kein Problem, auch ohne Tragetuch, zwischendurch könne ich ihn ja auch mal nehmen zur Abwechslung.
Als es bergauf ging, konnte ich bald Carsten’s Tempo nicht halten. Unser Abstand erhöhte sich.

[So ähnliche Geschichten hat mir meine Mutter von früher auch erzählt. Wir sind in meiner Kindheit am Sonntag bei schönem Wetter ja meist in die Gegend gefahren (üblicherweise eine Viertel- bis halbe Autostunde entfernt – bei längeren Fahrten wurde die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass es meiner Mutter reiseübel wurde – aber auch innerhalb dieses Radius gab es viele schöne Ziele), haben dann einen Spaziergang gemacht, und sind zum Abschluss in ein Café eingekehrt. Das ist ja alles Touristengebiet, so dass wir etliche nette Cafés kannten, die wir immer wieder gerne besuchten.
Nun ja, viele der Wege sind zwangsläufig steil, felsig und unwegsam. Bei manchen Zielen hat – laut meiner Mutter – mein Vater mich als Kleinkind einfach geschnappt, und ist mich tragend hoch gerannt. Sie musste dann sehen, wie sie hinterherkommt. Déjà vu – wenn auch jetzt aus anderer Perspektive.
So richtig heiß war es da übrigens nie. Sogar im Hochsommer empfahl es sich, eine leichte Jacke mitzunehmen, da es zumindest oben auf den vulkanischen Bergen kühler und immer windig war.]

Es waren nicht viele Leute unterwegs, aber einige halt doch.
Carsten lief vielleicht zehn bis zwanzig Meter vor mir, als uns ein älteres Paar mit zwei Kindern entgegen kam. Sie hatten Carsten bereits passiert, als ich die Frau zu dem kleinen Mädchen sagten hörte: „Schau, das Baby ist auch mit seinem Opa unterwegs.“
Ich glaube nicht, dass Carsten das auch gehört hat. Zumindest erwähnte er später nichts davon. Schon irgendwie paradox, dass er für den Großvater seines Sohnes gehalten wird, aber für den Vater seiner Enkel, wenn er mit denen unterwegs ist. Naja, da sind schon noch ein paar Jahre dazwischen.

Während ich Carsten so hinterher ging, schweiften meine Gedanken weiter ab, und ich erinnerte mich an weitere Begebenheiten in meiner Kindheit.
[Eine Verwandte im Kloster verbrachte jedes Jahr zumindest einen Teil ihres Urlaubs bei uns. Ich nenne sie hier Tante Liese, obwohl das ihrem Deadname entspricht, denn beim Ordenseintritt hat sie ihren Vornamen, nach dem mein zweiter Vorname benannt wurde, gewechselt. Ihr wisst ja, dass ich nichts mit Religion am Hut habe. Trotzdem verstand ich mich gut mit ihr. Wir hatten schließlich noch genügend andere Themen, so dass man nicht über Dinge reden muss, bei denen man unvereinbare Meinungen hat.
In meiner Jugend machten wir fast jedes Jahr zusammen eine Wanderung auf einen nahen Berg. Das dürfte so eine Höhendifferenz von rund einem halben Kilometer gewesen sein. Mir sind drei Wege bekannt. Es gibt einen sehr steilen Pfad (ca. 5 km), einen mittleren Wanderweg (ca. 6 km) und die Straße entlang (ca. 7 km – allerdings mit Autoverkehr). Das sind schon ziemliche Herausforderungen bei mittleren Steigungswinkeln von 4° bis fast 6°, und stellenweise noch erheblich steiler. In manchen Jahren wählten wir die steilste Route, in anderen die mittlere für den Aufstieg. Oben machten wir dann eine Brotzeit, und schauten uns ein wenig im Gipfelbereich um.
[Ich muss zugeben, dass ich als kleines Kind glaubte, da oben sei das Ende der Welt. Wir fuhren (ich war da auch öfters mit meinen Eltern) oder stiegen (das war auch ein beliebtes Ziel für Wandertage in der Schule) immer nur aus einer Richtung den Berg hinauf. Die andere Seite war mir unbekannt, so dass ich annahm, dass es da oben nicht weiterginge. Naja, es ging ja auch nicht weiter nach oben.]
Beim Rückweg gingen wir meist den mittelschweren Weg hinunter, ein- oder zweimal auch die Straße. Der steile Weg belastet die Knie beim Abstieg zu sehr. Das war keine Option. Ein- oder zweimal nahmen wir auch den Bus, der am Nachmittag wieder nach unten fuhr.]

Als Carsten und ich am Gipfel angelangt waren, genossen wir die Aussicht ins weite Land, das BTW deutlich flacher ist als in der alten Heimat. Das Wetter hatte sich etwas eingetrübt, aber das ist immer noch besser, als wenn die Sonne so grell runterknallt. Carsten hielt mit dem einen Arm Johannes, der vergnügt vor sich hin zappelte, den anderen hatte er um mich gelegt.
Und mir wurde deutlich bewusst, wie zufrieden ich mit meinem Leben bin, und wie glücklich ich mich doch schätzen kann – ein großartiger, sexuell kompatibler, zuverlässiger Mann, der mit meinen nerdigen Marotten und sonderbaren Anwandlungen souverän klarkommt, und von mir keine romantischen Gefühle erwartet, weil er ganz genau so prosaisch drauf ist wie ich, sowie ein quietschfideles, fröhliches, kerngesundes Kind, dessen Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit zu beobachten so spannend ist. Hätte mir das jemand vor zehn Jahren prophezeit, hätte ich ihn für verrückt gehalten. Dabei hat mir mein schlampiges Leben damals auch gefallen.
Spontan rutschte es mir heraus: „Es ist, als säßen wir zwei (samt unserem Jonior) schön stabil und sicher in unserem Potentialtopf, den wir nie erreicht hätten, wären wir nicht einfach durch den bergigen Wall durchgetunnelt.“
Carsten lachte: „Dir ist schon klar, dass es nur ein lokales Minimum ist, kein globales.“
„Sicher. Aber es ist weit und breit von allen Minima der höchste Wert, und die Potentialwälle außenrum sind hoch genug für ein stabiles Confinement, innerhalb dessen wir uns frei bewegen können.“
„Dann mach‘ besser keine Tunnelspielchen mehr, Samtpfötchen. Sonst kullerst du runter ins nächste Minimum“, meinte er trocken.

Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir an einer Wallfahrtskapelle vorbei.
[Wieder ein Flashback. Mit meinen Eltern war ich sonntags auch gelegentlich an einer Wallfahrtskirche. Ich erinnere mich an einen großen Stein als Außenaltar, auf dem meine Schwester Sabine und ich gerne herumkletterten. Es gibt davon sogar ein paar niedliche Fotos – ich mit offenen Zöpfen, vielleicht 5 Jahre alt, Sabine kleinkindhaft mit Annalenafrisur ..]

Carsten warf Johannes hoch in die Luft, und fing ihn wieder auf. Johannes quiekte vor Spaß laut auf. Die beiden haben ja einen so tollen, vertrauensvoll-unkomplizierten Umgang miteinander.
„Du machst ja ganz schön wilde Bubenspiele mit unserem Filius“, meinte ich amüsiert, „hast du das mit Verena oder Fiona auch so gemacht?“
„Ingrid hätte mich bestimmt nicht gelassen“, erklärte Carsten, „davon abgesehen waren die Mädchen viel zierlicher, wirkten empfindlicher und fast zerbrechlich. Nicht so robust wie dieser unser Zehn-Kilo-Brocken.“
„Kilo was?“, konnte ich mir nicht verkneifen, streng nachzuhaken, „zehntausend Brocken?“. Schließlich sollte er solche Termini präzise und korrekt formulieren.
„Kilogramm, Anny“, antwortete er gelassen, „als ob du das nicht genau wüsstest.“
Gnädig nickend nahm ich seine Korrektur zur Kenntnis, und verzichtete auf weitere Besserwissereien.

Wir fuhren dann wieder ein Stück mit dem Auto, um einen geeigneten Picknick-Platz zu finden. Eine Decke für gewisse Outdoor-Aktivitäten haben wir sowieso im Gepäckraum. Außerdem hatten wir Verpflegung dafür eingepackt.
Das Picknick verlief in angenehm entspannter Atmosphäre, wenn man davon absieht, dass es Johannes gelang, Carsten’s Glas zu erwischen und auf die Decke auszukippen. Zum Glück nur Wasser. Das trocknet rückstandslos.
Später machten wir ein paar Fotos, hauptsächlich von Johannes auf einem zylindrischen Heuballen sitzend. Die Heuernte ist heuer wirklich rekordverdächtig. So viele Ballen habe ich noch nie gleichzeitig gesehen.
Wir überlegten dann, ob wir auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp beim Badesee einlegen wollten. Es könnte dort halt immer nur höchstens einer gleichzeitig schwimmen. Der andere müsste bei Johannes bleiben und auf ihn aufpassen. Ich kann aber nicht oben ohne in Johannes‘ Nähe sitzen, da dieser das sofort als Aufforderung deutet, und dann äußerst hartnäckig sein kann. Und da wir kein Badezeug dabei hatten, war der Textilbereich auch keine Option, so dass wir uns dagegen entschieden.

Als Johannes etwas später schlief, nutzten wir die Ruhe zu einem Stelldichrein.
Auf der Heimfahrt kamen wir in ein Gewitter. Das störte uns aber nicht weiter, da wir sicher in unserem Faradaykäfig saßen.

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Vorgezogenes Gezwitscher //2575

Allen Vätern wünsche ich einen schönen Internationalen Vatertag und viel Zeit mit ihren Kindern.
Gestern haben wir einen Ausflug gemacht. Ich will mir aber Zeit lassen, ausführlich darüber zu schreiben. Ich schätze mal, bis zum Dienstag werde ich es schaffen. Ansonsten teile ich es halt in zwei Folgen auf. Ihr dürft euch aber jetzt schon darauf freuen.
Aus gewissen Gründen ziehe ich – abweichend von meinem üblichen Blogschema – den für das kommende Wochenende vorgesehenen Tweeteintrag (mit den Tweets vom 30. November bis 17. Dezember 2020) auf heute vor.

So wie’s aussieht, wird’s heuer nichts mehr mit Sex im Büro.
Verhörer des Tages: [neue Art der] Epilepsie statt Epilation
#FavoritenMit C #Umfrage [Computer|Chor|Compiler|Chips]
Juchhu! Keine #Sternsinger 2021! #CoronaMachtsBesser #CMB21 #3Könige #CasparMelchiorBalthasar
Oh, #Corona, es non bona. Statu variabilis. Rursus crescis aut decrescis. Vita nunc destabilis ..
Verleser des Tages: phallusartig statt pluralistisch [wirken]
Fast User Switch auf meinen virtuellen Maschinen zerschießt mir immer das Handle auf das Clipboard.
Die Cousins //2485 Zweitausendvierhundertfünfundachtzig
Bin jetzt in der paradoxen Situation, dass ich manche Maßnahmen der Regierung für mich persönlich gut finde, obwohl ich sie prinzipiell für überzogen, unverhältnismäßig und wenig zielführend halte.
Verschreiber des Tages: verlieben statt verblieben
#FavoritenMit B #Umfrage [Bronstein|Binärsystem|Bohnen|Blog]
Verleser des Tages: kopuliert statt kolportiert
Verlorene Stimme //2484 Zweitausendvierhundertvierundachtzig
Es fühlt sich so befreiend und erleichternd an, wenn der Druck, soziale Kontakte pflegen zu müssen, wegfällt.
+Erinnerungen kommen auf. Früher als Single überlegte ich immer, wie ich Weihnachten rumkriegen soll. Keine Lust zu meinen Eltern zu fahren, zu geizig für eine Urlaubsreise. Der Weihnachtsrummel stand unentrinnbar bevor. Das wird heuer wesentlich angenehmer.
Verhörer des Tages: selfish statt Sandwich
#FavoritenMit A #Umfrage [Astronomie|Apfelpfannkuchen|Analysis|Algorithmen]
Abraketnabla!
Verleser des Tages: [eines behaglichen] Rockzipfels statt Rückzugsortes
Sehet, die twitte Kerze flennt //2483 Zweitausendvierhundertdreiundachtzig
Verschreiber des Tages: Lasterheft statt Lastenheft
Zehn Wasabi-Erdnüsse a day keep the #Corona away.
Verleser des Tages: Ehefrauen statt Elitefrauen
Loswerding My Religion //2482 Zweitausendvierhundertzweiundachtzig
Verhörer des Tages: infizierte statt inspizierte
Hab auf meinem Server noch einen kleinen, neuen Dienst zum Laufen gebracht. Was bin ich heute wieder innovativ!
Verleser des Tages: virtuell statt virulent
Sofern es irgendjemanden interessiert: Heute ist #MariäUnbefleckteEmpfängnis, also ist #MariäGeburt in 9 Monaten.
Tropfende Brüste //2481 Zweitausendvierhunderteinundachtzig
Gerade Quote für potentiellen Kunden in USA erstellt. Meine Software ist immer noch den einen oder anderen Großauftrag wert.
Versprecher des Tages: Teilnahmebeschädigung statt Teilnahmebestätigung
Gerade wenn man #Kontaktbeschränkungen und #Ausgangssperren für notwendig und zielführend hält, ist es umso widersinniger und kontraproduktiv, über #Weihnachten zu lockern. #Katastrophenfall #Corona #Covid19 #Lockdown
+Dabei wären gerade die WFT die Gelegenheit, Kontakte ohne Nachteile maximal zu reduzieren, weil dann ohnehin nur die Arbeiten stattfinden, die unverzichtbar sind.
+#GottSeiDank ist das Virus so rücksichtsvoll, während christlicher Feiertage nicht infektiös zu sein.
Verleser des Tages: Spekulum statt Spekulation
+Darauf einen Spekulatius!
Sehet, die zweite Suche rennt //2480 Zweitausendvierhundertachtzig
Verhörer des Tages: Impfstadt statt Innenstadt
So ein Mist! Fluorid-Vitamin-K-Tabletten in der Stadt vergessen.
Wie rechnet ihr 37*27? #Umfrage #Kopfrechnen (Please RT) [30*27+7*27, 37*20+37*7|32*32-5*5|40*27-3*27, 37*30-37*3|(37*3)*(27/3)]
Verleser des Tages: herunterzuladen statt „herzlich einzuladen“
Männerrechte //2479 Zweitausendvierhundertneunundsiebzig
Verscheiber des Tages: bitter statt bitte
Overflow beim Runden double nach int. Vor Jahren hatte ich ein ähnliches Problem schon mal.
Verleser des Tages: Scheidendemokratie statt Scheindemokratie
No-Events, @home //2478 Zweitausendvierhundertachtundsiebzig
Feministin: „Wir teilen die Finanzen halbe-halbe auf: er die Einnahmen, ich die Ausgaben.“
Verhörer des Tages: „pinke Pause“ statt Pinkelpause
Igitt! Alles weiß! #FrauHolle ist eine Rassistin.
Verleser des Tages: Tangenten statt Tagungen
#Meinungsfreiheit bedeutet, dass andere auch die „falsche“ Meinung äußern und vertreten dürfen.
+Sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber zunehmend führen selbst sachliche Rückfragen und begründete Kritik zwar nicht zu staatlichen Repressalien, aber zu sozialer Ausgrenzung und Ächtung. Das #OvertonFenster schließt sich.
Sehet, die erste Kerze brennt //2477 Zweitausendvierhundertsiebenundsiebzig

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Anzusagende Absage //2574

Vor drei Jahren hatte ich in den Sommerferien die Tochter eines Mitarbeiters als Werkstudentin eingestellt. Sie hatte damals gerade ihr Abitur hinter sich, und sollte ein bestimmtes Dokument schreiben. Das war damals ein Fehlschlag. Mehr noch als die verlorene Arbeitszeit stieß mir jedoch ihre völlig fehlende Einsicht auf, die sie mit ihren ja ach so guten Deutschnoten begründete. Ich habe damals darüber einen Rant geschrieben.

Inzwischen studiert sie noch. Ihr Vater hat mich jetzt darauf angesprochen, ob sie in den Semesterferien wieder ein paar Wochen bei uns jobben könnte, um sich etwas dazu zu verdienen.
Ganz bestimmt möchte ich sie nicht mehr beschäftigen. Für die Aufgaben, die ich eventuell zu vergeben hätte, ist sie völlig unfähig.

Ich will ihren Vater, der ein langjähriger geschätzter Mitarbeiter ist, aber auch nicht vor den Kopf stoßen, indem ich ihm das so deutlich sage. Also antwortete ich ihm, dass ich mir noch überlegen müsse, ob ich geeignete Aufgaben für sie hätte. Ich warte jetzt ein paar Tage ab, dann teile ich ihm mit, dass wir leider keine passenden Arbeiten im betreffenden Zeitraum für sie hätten. Und das ist die reine Wahrheit. Wir haben tatsächlich keine Aufgaben, für die sie geeignet wäre. Wenn ich sie unbedingt beschäftigen wollte, würde ich ja bestimmt etwas finden. Zur Entlastung bei unserer Testdokumentation wäre eine Möglichkeit, aber sie kann ja nichts. Sie bringt es höchstens fertig, unsere Protokolle zu vergendern.

Naja, es kann wohl nichts schaden, mal bei den nicht-technischen Abteilungen und bei Standort 6 nachzufragen, ob da jemand für niedere Hilfsdienste gebraucht wird, bei denen sie nichts durcheinander bringen kann, auch wenn sie niemand engmaschig überprüfen kann.

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„Die Natur hat keine Kanten“ oder „Auf der Suche nach dem rechten Winkel“ //2573

Lasst uns zusammen mal ein Gedankenexperiment machen. Stellt euch unsere Erde vor, wie sie vor zehn oder zwanzig Millionen Jahren war. Versetzt euch meinetwegen in einen Außerirdischen oder Zeitreisenden.
Damals gab es noch keine Menschen, aber bereits Primaten. Die Welt, die ihr beobachtet, ist frei von jeglicher menschlicher Kultur oder Artefakten.

Jetzt schaut euch um nach einfachen Formen. Was seht ihr?
Bäume bestehen aus einem mehr oder weniger zylindrischen Stamm. Manche Berge erinnern an Kegel. Viele Objekte kann man sich denken als zusammengesetzt aus Kugelsegmenten, Kegelstümpfen und Zylindern.
Ihr seht Beeren oder andere Früchte, die kugelförmig oder ellipsoidal sind. Der Vollmond erscheint kreisrund.
Sogar hexagonale Strukturen finden sich in Bienenwaben oder Basaltsäulen.

Aber wo sind (gleichseitige) Dreiecke? Wo sind Quadrate oder oblonge Rechtecke?
Ich habe lange überlegt, ohne dass mir etwas eingefallen wäre. Klar sind das zweidimensionale Objekte. Die Natur (wie sie uns vertraut ist) ist dreidimensional, also dürften dreidimensionale Objekte vorherrschen (von eher flächigen Strukturen wie etwa Blättern abgesehen). Aber wo sind Tetraeder, Oktaeder, Würfel? Klammern wir mal Kristalle mit ihrer Gitterstruktur aus, so wird es schwierig, in der Natur einen der direkten Beobachtung zugänglichen 90-Grad-Winkel [der nicht auf der Normalen auf die Erdoberfläche beruht] zu finden. (Ja, mit entsprechendem Hintergrundwissen gibt es das schon, aber die ersten Menschen konnten davon noch nichts wissen.)
Wie also ist die Menschheit vor zigtausenden Jahren darauf gekommen, dass es Rechtecke gibt?

Wenn ich so um mich herumschaue, so sind überall Rechtecke: mein Computerbildschirm, die Schreibtischoberfläche, Bücher, das Fenster, der Wandkalender, .. All das ist menschengemacht und erscheint uns so selbstverständlich, aber die Natur liefert eigentlich kein Vorbild dafür. Wie also ist es zu dieser enormen geistigen Leistung und Errungenschaft gekommen? Die Erfindung des Rades war ein Meilenstein. Aber ein kreisförmiges Rad hat immerhin als Vorbild die Vollmondscheibe.
Wann ist die Menschheit zuerst darauf gekommen, dass ein rechter Winkel etwas ganz besonderes ist?
[Die plakative Überschrift ist zugegebenermaßen nicht ganz zutreffend. Es gibt schon Kanten (z.B. scharfkantige Gräser oder Bruchkanten an Steinen), aber in den allermeisten Fällen sind die Übergänge in der Natur runder, glatter, fließender, kontinuierlich.]

Als die Urmenschen so allmählich anfingen, sich des sapientes würdig zu erweisen (was heutzutage längst nicht mehr allen gelingt), war das Konzept der Zahlen naheliegend, um einzelne Entitäten zu zählen. Es gab eine (natürliche) Zahl von Personen in der Sippe, von erlegten Tieren, von Bäumen, von Steinen, .. jeder Mensch hatte zwei Augen, zwei Ohren, zwei Hände, zehn Finger, .. Die Null oder negative Zahlen erhielten wohl erst viel später eine Bedeutung, vermutlich, als jemand Schulden machte. Rationale Zahlen waren sinnvoll, wenn man die Nahrung aufteilte – ein halber oder ein viertel Apfel. Algebraisch-irrationale Zahlen wurden erst dann interessant, als es nötig wurde, z.B. Diagonalen von Rechtecken (!) zu berechnen. Transzendente Zahlen brauchte man schließlich, um z.B. den Umfang oder die Fläche eines Kreises zu berechnen.
Damit war die reelle Zahlenachse vollständig. Ich sehe nicht, wie in einem anderen Universum dieser mathematische Körper anders sein sollte.

Die Beobachtung des Verlaufs von Tag und Nacht, von Jahreszeiten, des Nachthimmels, Wetterveränderungen und weiteren Naturphänomenen führte dazu, dass die Menschheit schon früh dafür Erklärungen suchte (die allerdings nicht unbedingt richtig waren).
Offensichtlich leben wir in einem dreidimensionalen Raum, in dem sich Gegenstände bewegen können.
An diesem Punkt setzt die Newton-Mechanik ein. Die träge Masse lässt sich durch eine Kraft beschleunigen. Hier werden „Masse“ und „Kraft“ so definiert, dass es eben passt. Kraft ist genau das, was die Bewegung eines Körpers verändert.

Zu unserem Glück ist unsere Natur derart strukturiert, dass hier einfache lineare Zusammenhänge gelten, die sich mit verhältnismäßig simplen mathematischen Mitteln tatsächlich so gut beschreiben lassen.
Warum die Natur so ist, wie sie ist, ist dagegen eine andere Frage. Es existieren einige grundlegende Konzepte wie Topologie, Symmetrien [vgl. Noether-Theorem – ich komme ja gelegentlich in der Stadt an ihrem Geburtshaus vorbei oder beim Spaziergang an ihrer Schule], Stochastik, Extremalprinzipien, die den Spielraum der Natur rein mathematisch begrenzen.

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Die unsichtbare MILF //2572

Endlich ist es doch wärmer geworden, so dass man unterwegs etwas mehr Haut zeigen kann, ohne gleich zu frieren.

Ich weiß nicht, ob es nur am Stillen liegt, dass ich schon bald nach Johannes‘ Geburt wieder eine ranke und schlanke Figur hatte. Sicherlich liegt es aber am Stillen, dass meine Brüste deutlich voller sind als früher.
Der Bauch ist auch wieder flach – naja, keine Bikini Bridge mehr, aber immerhin keine sichtbar konvexe Wölbung. Und die leichten Schwangerschaftsstreifen sieht man nicht unter der Kleidung.

Ich bin zwar nicht allzu oft unterwegs, weil ich meistens im Home-Office arbeite, aber manchmal gehe ich doch ins Büro, zum Einkaufen, mache Erledigungen in die Stadt oder gehe spazieren.
Meistens fahre ich dann ja Johannes im Buggy, aber nicht immer.

In unserer kleinen, wohl doch recht beschaulich wirkenden Großstadt ist Catcalling kaum verbreitet. Man wird höchstens mal angehupt.
Wenn ich alleine unterwegs bin, treffen mich immer noch bewundernde männliche Blicke (erst in den letzten Jahren habe ich meine Beobachtungsgabe dafür geschärft, früher sind die mir gar nicht aufgefallen).
Wenn ich jedoch mit Johannes herumfahre, scheine ich unsichtbar für die Männerwelt zu sein.
Klar, meine Beine sind hinter dem Buggy versteckt, wenn mir ein Mann von vorne entgegenkommt. Aber ich glaube, das ist nur zweitrangig. Viel wesentlicher scheint es zu sein, dass man als offensichtliche Mutter uninteressant für Männer wird.
Dass ich älter geworden bin, stimmt zwar, aber das kann nicht ausschlaggebend sein, denn wenn ich alleine bin, spüre ich nach wie vor männliche Aufmerksamkeit. Und ich sehe immer noch jugendlich-knackig aus, um zumindest für Männer über 30 oder 40 (die anderen interessieren mich eh nicht) attraktiv zu sein.
Es muss das Muttersein sein, das Männern signalisiert: „Hände weg, bereits vergeben, mit dem Kind eines anderen beschäftigt. Such dir ein lohnenderes Objekt.“

Obwohl ich das ja rational nachvollziehen kann, vermisse ich diese sexualisierenden Blicke. Ich bin mir nicht sicher, ob die Zeit für mich arbeitet. Johannes wird zwar älter, wird also weniger von mir abhängig, aber ich halt leider auch.

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Zurück zu den Novembertweets //2571

Die Tweeteinträge sind für mich immer eine kleine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Auch wenn ein paar Monate nicht viel sind, erinnern mich die Tweets dennoch daran, was es damals bemerkenswertes gab. Also begleitet mich diesmal zurück zum Zeitraum zwischen dem 13. und dem 29. November 2020.

Verschreiber des Tages: Granaten statt Garanten
Werbung im Fernsehen. „Da hat sich einer den Bauch rasiert.“ – „So doof.“ – „Es gibt schon Affen.“
#Frauenquote gefährdet den #Technologie-Standort Deutschland.
Verleser des Tages: Tantrum statt Tagtraum
#Hochsensibilität – die neue Masche, sich seine Überempfindlichkeit und Mimosenhaftigkeit schönzureden, dabei gleichzeitig rücksichtslos von anderen Rücksicht einfordern. Die sollten besser an ihrer Resilienz arbeiten.
+Von erwachsenen Menschen, die ernst genommen werden wollen, darf man schon erwarten, dass sie sich bei kleinen Widrigkeiten zusammenreißen, und ihre Frustrationsintoleranz nicht an anderen auslassen.
+Andere Menschen haben vielleicht schwerer wiegende Probleme, stellen sich aber nicht so an wie ein heulendes Kleinkind, das seinen Willen nicht kriegt.
Tweets im Umbruch //2476 Zweitausendvierhundertsechsundsiebzig
Im heutigen Internetzeitalter mit all seinen Informationsquellen ist es schon ignorant und engstirning, seinen geistigen Horizont nicht aktiv selbst zu erweitern.
Verhörer des Tages: Cocktown statt Lockdown
Es gurgelt im Bäuchlein vom Chefchen. Dann ein angestrengtes Stöhnen, und ich weiß: jetzt ist wieder die Windel voll.
„Penetranz schafft Akzeptanz“ = solange nerven und nörgeln, bis alle nachgeben. #Giffey
Verleser des Tages: „Software egal“ statt Süßwarenregal
Ob ich die erste bin, die mit Säugling an der Brust ein Mitarbeitergespräch führt?
Der Gebärung Appendix und #Blogparade zum #RosesRevolutionDay //2475 Zweitausendvierhundertfünfundsiebzig
Gerade Feministinnen haben ein ganz mieses Frauenbild, das Frauen pauschal unterstellt, diese würden das, was jenen persönlich nicht gefällt, nur aufgrund patriarchalen Drucks tun.
Verschreiber des Tages: comment statt commitment
Man muss schon ein sehr angestaubtes Geschlechterrollenbild haben, um anzunehmen, dass Vorbilder für Mädchen und Frauen weiblich sein müssen.
Verleser des Tages: Vorständer statt Vorständen
#Quotenfrau zu sein, IST ein Manko. Wer seine Erfolge nicht aufgrund eigener Leistung und Fähigkeiten erzielt hat, sondern nur durch Quote, sollte sich was schämen!
+Die #Frauenquote ist eine Beleidigung für alle ambitionierten und kompetenten Frauen. Ihnen wird damit die Fähigkeit abgesprochen, aus eigener Kraft etwas zu erreichen.
Error Handling //2474 Zweitausendvierhundertvierundsiebzig
Mit Datenschutz nimmt’s die Sternenflotte der Föderation ja nicht so genau.
Verhörer des Tages: Speckgemeinschaften statt Zweckgemeinschaften
Fritz upgedated. Jetzt akzeptiert er meinen Browser nicht mehr. Was macht ihr da im UI für wichtige Sachen, @AVM_DE, die es rechtfertigen, eure User zu anderen Browsern zu nötigen? #sorry.lua
+Hatte außerdem Probleme mit den Netzwerkeinstellungen und dem Zugriff auf das NAS. Konnte ich aber selbst wieder fixen, indem ich eine Option ausdrücklich aktivierte, die ausgeschaltet war. Problematisch für User, die nicht so versiert sind.
Verleser des Tages: [Schlaue] Eltern statt Elstern
Nur ein paar Tropfen //2473 Zweitausenddreihundertdreiundsiebzig
Verleser des Tages: [in] Armut statt Amt [und Würden]
Shisen Sho Revisited //2472 Zweitausendvierhundertzweiundsiebzig
Letztendlich lässt sich jede Information auf Einsen und Nullen reduzieren, und ist irgendwo in den unendlichen Nachkommastellen von pi verborgen.
Verschreiber des Tages: Konstruktor statt Konstrukt
Heute ist #InternationalerMännertag. Mein Vater liegt schwer krank in der #StrokeUnit. #GesundheitFürAlle
Sorgen .. //2471 Zweitausendvierhunderteinundsiebzig
Ganz ehrlich – der #Lockdown ist klasse! So dürfte es immer bleiben, jedoch ohne #Maskenpflicht (und mit #AllYouCanEatBuffet).
+Naja, gelegentlich würde ich schon gerne wieder mal auf eine Fachveranstaltung, zum Schwimmen gehen oder in ein Café. Aber das sind nur Nice-to-haves, keine Must-haves.
+Und noch ein Gutes hat der #Lockdown: Ich komme weniger in Versuchung, die SExklusivitätsvereinbarung zu brechen.
Verleser des Tages: amputierte statt amtierende [Politiker]
Bin gerade so prolaktingesteuert.
Wie rechnet ihr 25*16? #Umfrage #Kopfrechnen (Please RT) [50*2*2*2|250+6*25|1600/4|320+5*16]
Verhörer des Tages: Hex statt Hacks
Der Gebärung fünfter Teil //2470 Zweitausendvierhundertsiebzig
Wenn ich schon Rouladen koche, dann in Mengen, die mindestens für zwei Tage reichen. #breakpointKocht Dazu gibt’s Kartoffelklöße und Blaukraut.
+So, voll satt. 4 von 6 Rouladen aufgegessen. Ich bin ja kein so Rindfleischfan. Das war ein Wunsch meines Mannes gewesen. Am besten hat mir die Füllung aus Gurke, Paprika, Zwiebel, Zucchini, Karotte, Bauchfleisch und Apfel geschmeckt.
Verleser des Tages: Echokammer statt Entklammerer
Um ein symbolisches Zeichen für die Wertschätzung wissenschaftlichen Arbeitens zu setzen, erkläre ich, meinen Doktor-Titel so lange auf Twitter zu führen, wie #Giffey im Amt einer Bundesministerin bleibt. #Rücktritt #GiffeyRücktritt
+Vielleicht tun’s mir ein paar promovierte Twitter-Nutzer gleich. Nur hier auf Twitter, und zeitlich (hoffentlich!) begrenzt. #Giffey #Rücktritt #GiffeyRücktritt #Plagiat (Bitte RT)
+Diplom, Magister, Master, Bachelor, .. oder auch nicht-akademische Berufsbezeichnungen gehen ebenfalls.
+Los, Leute, macht mit! Stellt euren akademischen Grad oder Berufsbezeichnung als Vorsatz vor euren Twitternamen bis #GiffeyRücktritt.
Verschreiber des Tages: Spitting statt Splitting
Zwitschereien von vor Ostern //2469 Zweitausendvierhundertneunundsechzig 

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Der gottverdammte Hicks-Mechanismus //2570

Nachts im Bett. Johannes schlief bereits. Sonst ist er meist noch länger wach.

Ich kuschelte mich an Carsten und schmiegte mich eng Bauch an Bauch und auf gleicher Augenhöhe an ihn.
Er war noch nicht lange eingedrungen, unsere Leiber schwangen gegeneinander, als ..

.. „Higgs“, kontrahierte mein Zwerchfell.
„Was ist das?“, fragte Carsten.
„Ich hab Schluckauf“, antwortete ich kläglich. „Higgs.“
Er streichelte über mein Gesäß. Als ich erneut aufschluckte, griff er fest zu.
„Wenn du wieder hickst, dann zwick‘ ich dich“, kündigte er an.
„Ach, nein!“, rief ich, „mach das nicht! – Higgs.“
Fast gleichzeitig kniff er mich in die Hinterbacke. Ich musste so lachen, dass der Schluckauf kurz danach verschwunden war.

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Out of Home Office //2569

Es hatte sich ergeben, dass ich dringend zu Standort 6 musste, und zwar so kurzfristig, dass es am einfachsten war, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Carsten war mit dem Auto unterwegs bei einem Geschäftspartner. Eigentlich hatte ich mir gerade diesen Tag freihalten wollen, um ein Online-Event zu besuchen, aber Firmenbelange haben Vorrang.
Die Hinfahrt verlief glatt, so dass es darüber nichts zu erzählen gibt.
Jason ist aktuell in Urlaub, sonst hätte er sich um die Angelegenheit gekümmert. Frau Tussozic sah ich nur kurz. Sie wandte sich aber sofort Johannes zu, versuchte ihn mit irgendwelchen Babywörtern auf sich aufmerksam zu machen. Da er inzwischen fremdelt, kamen ihre Anbiederungsversuche bei ihm gar nicht gut an, und er begann zu weinen. Ungeachtet seiner xenophoben Phase meinte sie daraufhin zu mir, dass er ja so ein niedliches Baby sei.

Ich konnte zügig die offene Angelegenheit klären. Jason hat eine neue Chefsekretärin, die kompetent und sympathisch wirkt.
Wäre das Wetter besser gewesen, hätte ich mich noch ein wenig mit Johannes stillenderweise in die kleine Parkanlage gesetzt. Aber so machte ich mich lieber gleich zusammen mit ihm wieder auf den Rückweg.
Diesmal hatte ich weniger Glück mit der Bahn. Sie war ziemlich voll, so dass es schwierig war, den Buggy durch die Gänge zu schieben, um einen freien Sitzplatz zu finden.

Ich hatte wirklich nichts gesehen. Der Buggy nimmt mir teilweise die Sicht auf das, was vor ihm auf dem Boden liegt. So war ich selbst überrascht, als ich mit dem Buggy über ein kleines Hindernis fuhr, woraufhin ein lautes Jaulen ertönte.
Ein Hund war unter einem Sitz gelegen, hatte seinen Schwanz aber auf den Gang gestreckt.
Ich war selbst bestürzt, der Hund tat mir leid, und normalerweise hätte ich mein Bedauern ausgedrückt und um Entschuldigung gebeten.
Wäre diese Frau (geschätzt um die 30, Schlabbershirt, Jogginghose, aber trotzdem auffällig geschminkt) nicht wie eine Furie aufgesprungen und hätte herumgezetert und gekeift. Der Hund hatte sich mittlerweile schon wieder beruhigt. Es kann also nicht gar so schlimm gewesen sein.
Warum achtet sie nicht darauf, dass ihr Hund nicht den Gang versperrt? Als ob es nicht so schon schwierig genug wäre, mit Buggy und Gepäck durchzugehen.

Ich beschloss, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, und ignorierte sie. Ein Stück weiter setzte ich mich auf einen freien Platz, und musste erst einmal Johannes beruhigen, den die Geschehnisse erschreckt hatten. Er ist soviel Action in seinem normalen Umfeld nicht gewohnt. Wenn der Buggy dabei den Weg teilweise blockierte – ja, sorry, ich kann nichts dafür, wenn die Bahn innen nicht für Kinderwägen ausgelegt ist.
[BTW ist es schon irgendwie absurd, dass die Menschen mit Masken rumlaufen müssen, Hunde aber ohne Maulkorb.]

Ein paar Stationen weiter wollte diese Frau mit Hund aussteigen, und kam auf dem Weg zur Tür an meinem Sitzplatz vorbei. Sie zischte ein unflätiges Schimpfwort, mit dem sie nur ihre eigene Vulgarität demonstrierte, in meine Richtung, zog dann vehement an der Leine, und war endlich verschwunden. Ich stehe da ja drüber, bin allerdings froh, dass Johannes das noch nicht versteht.

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Neueste Suchbegriffe //2568

Die meisten Suchanfragen sind ja immer wieder dieselben, oder zumindest sehr ähnlich. Ich versuche, die wirklich neuartigen herauszufiltern und in meiner monatlichen Auflistung zu nennen. Mit manchen Begriffe möchte ich aber die Suchmaschinen gar nicht neu befeuern. Die lasse ich auch weg.
Was von den letzten Wochen übriggeblieben ist, findet sich im Folgenden.

„duden reachtschreibung du hast recht“
Seit der Duden mit dem Gegendere angefangen hat, betrachte ich ihn nicht mehr als Autorität.

„schlampensprüche“
Spezielle Sprüche habe ich eigentlich nicht genutzt.

„maßen massen“
In der Schweiz schreibt man das gleich.

„katzen gesuche“
Manchmal hätte ich schon gerne wieder eine Katze.

„wollgefühl“
Je nach Material und Verarbeitung kann sich Wolle ganz unterschiedlich anfühlen.

„danke, papa text“
Der Internationale Vatertag ist heuer am 20. Juni, also in zwei Wochen.

„anne with an e author“
Ein Hurra! auf die Exponentialfunktion!

„eineiige zwillinge“
Sind deutlich seltener als zweieiige.

„bdsm teste dich“
Da brauch‘ ich mich nicht zu testen. Damit will ich nichts zu tun haben.

„apothekenrundschau“
Habe ich schon gelegentlich gelesen.

„hüfthalter rätsel“
Die Lösung besteht darin, den Slip (if any) drüber zu ziehen, und nicht drunter.

„balthasar porn“
Ist mir unbekannt, ich musste nur an den Pom-Bär denken.

„drei dimensionen koordinatensystem“
Üblich sind kartesische, zylindrische oder sphärische Koordinaten.

„augenklappe anlegen“
Das geht leichter als bei einer Maske.

„gespielin“
Das bin ich immer noch, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

„was ist ein breakpoint“
Ein Haltepunkt beim Debuggen.

„dilatation cbt“
Sicher finden sich online lehrreiche Tutorials über die Relativitätstheorie.

„que es reply deboosting en twitter“
Es un intento de censura moderada.

„kleine kartoffeln mit schale“
Die kocht man erst, und pellt sie dann.

„gf treffen“
Im kleinen Kreis gehört das zum Alltag.

„vasektomie steuerlich absetzbar“
Nein, das ist Privatvergnügen.

„des maies“
Das ist Genitiv, auch wenn heutzutage „dem Mai sein“ immer gebräuchlicher wird.

„sub gegenteil“
Super.

„biometrisches passbild haare zopf“
Es dürfen halt keine Haare ins Gesicht hängen und es verdecken.

„wie dreht man eine matratze“
Dafür gibt es drei Möglichkeiten, die man abwechseln sollte.

„umstandskleid“
Die umständlichen Zeiten sind vorüber.

„eisenbrausetabletten“
Die mit Johannisbeergeschmack sind lecker.

‚“elections2020″‚
Erections waren mir schon immer lieber.

„caspar matraze“
Freilich kann man auf einer Matratze herumkaspern.

„falkennovelle ganzer text“
Ist bestimmt irgendwo im Internet zu finden, aber nicht hier.

„spannbetttuch alleine zusammenlegen“
Wozu zusammenlegen? Das wird, wie es ist, in den Schrank gestopft.

„neusten neuesten“
M.W. sind beide Schreibweisen zulässig. Die bevorzuge die zweite.

„kaffee oder tee sendung verpasst“
Ich nehme den Kaffee. Der tröstet mich über ggf. verpasste Sendungen hinweg.

„latex geschweifte klammer“
Da geschweifte Klammern Tokens von LaTeX sind, muss man sie passend escapen als \{ bzw. \}, wenn man sie darstellen will.

„pappa ante portas übersetzung“
Papa vor den Toren.

„flasche mit kindersicherung geht nicht auf“
Gerade wenn die Flasche noch neu ist, kann der Verschluss schon sehr stramm sitzen. Wenn man dann nicht weiß, in welche Richtung man drehen oder drücken muss, kann das Öffnen schon sehr schwierig sein.

„hotel stundenweise mieten“
Stundenhotels gibt es AFAIK nur in den größten Städten. Ich nehme an, dass sie Corona-bedingt immer noch geschlossen haben.

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breakplaining: #TheoPhys #Mechanik – Newton //2567

Newton’s „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“ waren ein bahnbrechendes Werk, in dem erstmals exakt quantitative Berechnungen der Natur auf eine umfassende, theoretische Basis gestellt wurden.
Auch wenn wir mittlerweile wissen, dass der Gültigkeitsbereich der Newton-Mechanik beschränkt ist, also nicht für große Geschwindigkeiten, kleine Abstände oder große Massen anwendbar ist, liefert sie nach wie vor in unserem Alltagsleben die maßgebliche Methodik, Bewegungen von Körpern zu beschreiben. Dies wird sich auch nicht ändern, obwohl die darauf beruhenden Berechnungen nur Annäherungen an die Natur sind. Die Näherungen sind immerhin so gut, dass man sie beibehalten wird, zumal der Ansatz mit Kräften (Kraft ist das, was eine Bewegung verändert) so leicht verständlich und anschaulich ist, dass er in der Schule sogar in der Mittelstufe gelehrt wird.
Das erste Newton’sche Gesetz ist nur ein Spezialfall des zweiten, das eine Kraft als Produkt aus Masse m und Beschleunigung a definiert. Beim ersten ist die Kraft halt gleich null, weshalb sich die Geschwindigkeit des Körpers nicht verändert.
In feministischen Kreisen sind die Principia auch als „Rape Manual“ bekannt, was wohl auf das 3. Newton’sche Gesetz („reactio = actio“) zurückgeht, oder weil die Körper machtlos den Kräften ausgeliefert sind.
Zusammen mit der Superposition („Parallelogramm der Kräfte“) lassen sich in der Newton-Mechanik viele Aufgabenstellungen lösen.

Gehen wir nun von einem homogenen Schwerefeld aus, und wählen das Koordinatensystem so, dass die z-Achse nach „oben“ zeigt. Dann wirkt auf eine Masse m die Kraft m*g gegen die z-Richtung. In x- und y-Richtung wirkt keine Kraft.
Wir erhalten also m*a = -m*g. Da wir davon ausgehen, dass träge Masse gleich schwere Masse ist (Äquivalenzprinzip), vereinfacht sich die Gleichung zu a = -g.
Und damit haben wir bereits eine Differentialgleichung, die wir lösen können. Die Beschleunigung a ist nämlich die zweite Ableitung der z-Koordinate nach der Zeit. a = d^2 z/dt^2. Durch Integration erhalten wir die Geschwindigkeit vz = v0z – g*t. (Für x und y entsprechend ist die Geschwindigkeit v0x bzw. v0y konstant gemäß des 1. Newton’schen Gesetzes.)
Eine zweite Integration liefert für z = z0 + v0z*t -g*t^2/2, x = x0 +v0x*t, y analog.
In einer Ebene dargestellt, ist die Bahnkurve eine Parabel, da die Zeit quadratisch eingeht. Zu bedenken ist allerdings, dass keine Luftreibung berücksichtigt wurde. Weitere Fehlerquellen ergeben sich u.a. dadurch, dass das Schwerefeld (der Erde) nicht homogen ist, sondern nur in der Nähe der Erdoberfläche als homogen und konstant angenommen werden kann, und durch Scheinkräfte wie die Corioliskraft.
Als Physiker hat man ständig im Hinterkopf, dass solche Ergebnisse nur innerhalb bestimmter Annahmen und Näherungen gültig sind. Jetzt versteht ihr vielleicht, was der Hintergrund des TBBT-Witzes mit den kugelförmigen Hühnern im Vakuum ist. Physik ist die Kunst, geschickt zu nähern, so dass nur die wesentlichen Einflussgrößen berücksichtigt werden, während unbedeutende Effekte vernachlässigt werden.
Aber dennoch ist es faszinierend, dass man durch einfache Rechnung, in die verhältnismäßig wenige Voraussetzungen eingehen, eine perfekte Parabel herleiten kann, und dass diese Form der Bahnkurve auch noch so wunderbar mit dem Verhalten der Natur übereinstimmt.

Einer (konservativen) Kraft F lässt sich ein skalares Potential V zuordnen, so dass F = -grad(V). grad ist dabei der Gradient, auch als Nabla bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Differentialoperator der Vektoranalysis, bei dem die jeweilige Komponente die partielle Ableitung nach der entsprechenden Ortskoordinate ist.
Man beachte, dass das Potential eine rein mathematische Hilfsgröße ist, die keine physikalische Anschauung hat und nicht direkt gemessen werden kann.
Im Falle des o.g. Beispieles mit dem homogenen Schwerefeld wäre V=m*g*z die potentielle Energie des Körpers mit der Masse m.
[Das Newton’sche Gravitationsgesetz besagt, dass die gravitative Anziehungskraft zweier Massen(punkte) mit dem Quadrat ihres Abstandes abnimmt.
Allgemeiner lässt sich das innerhalb der klassischen Physik formulieren: Die Divergenz der Gravitationsbeschleunigung ist gleich dem negativen Produkt aus dem Faktor 4*pi mal Gravitationskonstante und der Massendichte (in Abhängigkeit vom Ort).]

Nur zur Veranschaulichung, und weil ich irgendwann mal drauf zurückkommen will, betrachten wir jetzt einen Körper der Masse m, der an einer Feder mit Härte k aufgehängt ist.
Auf diesen Körper wirkt nach dem Hooke’schen Gesetz die Rückstellkraft der Feder -k*z.
Wir finden also die Differentialgleichung für z: d^2 z/dt^2 = -k*z/m. Als Lösung ergibt sich eine sinusförmige Schwingung mit der Kreisfrequenz omega = sqrt(k/m).
Das entsprechende Potential wäre V = k*z^2/2, auch bekannt als Harmonisches Potential, das eine quadratische Abhängigkeit vom Ort (hier Auslenkung der Feder bezüglich ihres Ruhepunktes) aufweist. Harmonische Potentiale sind weitverbreitet in der Physik, da man mit ihnen so gut wie jedes Minimum eines Potentialverlaufs mehr oder weniger gut annähern kann. Entsprechend kommt ein harmonischer Oszillator als Lösung häufig vor.

So, ich glaube das reicht erst mal als allererster Einstieg in die Klassische Mechanik. Ich habe vieles ausgelassen und war an einigen Stellen so ungenau, dass ich es eigentlich nicht verantworten kann. Aber schließlich möchte ich euch nicht mit unbedeutenden Nebensächlichkeiten verwirren, sondern dass ihr neue Erkenntnisse aus meinen Erläuterungen ziehen könnt.

Wer bis hierhin alles gut nachvollziehen konnte, dem würde ich zur Vertiefung einige Übungsaufgaben empfehlen, beispielsweise die Herleitung der Keppler’schen Gesetze, oder die Bahnkurve eines Elektronenstrahls in einem homogenen Magnetfeld. Oder versucht zu berechnen, welche maximale Wurfweite man auf einer schiefen Ebene bei gegebener Anfangsgeschwindigkeit erzielen kann. Oder überlegt euch die Dynamik, wenn man einen Körper in ein gedachtes Loch durch den Erdmittelpunkt fallen lassen könnte.
Bei Interesse gebe ich gerne Hinweise in den Kommentaren, möchte das aber nicht in aller Ausführlichkeit durchkauen.

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Gemeinnützige Mildtätigkeit //2566

Als ich am Sonntag mit meiner Mutter telefonierte, erwähnte sie auch, dass die Pflegekräfte in letzter Zeit einigermaßen pünktlich, und viel freundlicher und dienstbereiter gewesen seien.
Ich drückte abends meiner Verwunderung darüber Carsten gegenüber aus, woraufhin er mir folgendes berichtete:

Er hatte veranlasst, dem Diakonieverein eine großzügige Spendenzahlung zu überweisen. Zwei Tage später rief er dort an, unter dem Vorwand, eine Spendenbescheinigung für die Steuererklärung zu benötigen.
Es ergab sich dabei ein Gespräch, das ich nur teilweise und ungefähr sinngemäß wiedergeben kann.
Nachdem seine Gesprächspartnerin sich überschwänglich bedankt hatte, erzählte Carsten, dass er den Pflegedienst gerne weiter unterstützen würde, zumal sein Schwiegervater ihn derzeit in Anspruch nähme. Da hätte es zwar einige kleine Unstimmigkeiten gegeben..
Carsten wechselte abrupt das Thema. Pflegekräfte seien ja so schlecht bezahlt [stimmt gar nicht] und überlastet [blablabla]. Da sei es ihm ein Anliegen, mit einer kleinen Spende zumindest die schlimmsten Probleme etwas zu lindern. Sicher gäbe es Verwendungszwecke für das Geld, um den Pflegekräften ihren anstrengenden Dienst zu erleichtern und sie für die alltäglichen Herausforderungen zu motivieren. Indirekt würde das ja dann auch, ergänzte er lachend, seinem Schwiegervater zugute kommen.
Carsten stellte dann regelmäßige Spenden in Aussicht, solange sein Schwiegervater den Pflegedienst der Diakonie nutzen würde, und damit zufrieden sei.
Carsten ließ sich noch Diskretion und Vertraulichkeit des Arrangements zusichern, bevor er das Gespräch beendete.

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Nur fürs Protokoll //2565

Der Mai hat heuer fünf Wochenenden. Am fünften Wochenende eines Monats ist es optional, ob ich Tweets blogge. Da ich aktuell nur ein gutes halbes Jahr hinter dem Zeitraum des Twitterns bin, habe ich mich dagegen entschieden. Ich habe sogar schon überlegt, die Twittereien mal an einem zweiten oder vierten Wochenende ausfallen zu lassen, um den Zeitabstand wieder zu vergrößern.
Damit dieser Blogpost nicht nur dazu dient, klarzustellen, dass es diesmal eben keine Tweets gibt, nutze ich die Gelegenheit, eine Änderung in unseren Gewohnheiten zu dokumentieren, die zu erwähnen ich bisher noch keine bessere Gelegenheit gefunden habe.

Wir hatten es früher praktisch immer so gehandhabt, das Wochenende im Landhaus zu verbringen. Dazu sind wir am Freitag am späten Nachmittag oder frühen Abend (wie es sich halt gerade ergeben hat) aus der Stadt dorthin gefahren. Das machen wir immer noch so.
Am Montag früh sind wir dann schon sehr bald aufgestanden, um zurück in die Stadt zu fahren.
Mit dem Baby wird uns das früh aber meist zeitlich zu eng. Manchmal schläft das Baby länger und wir wollen es nicht wecken. Insbesondere, wenn einer von uns am Vormittag einen Termin hat, ziehen wir es inzwischen meistens vor, bereits am Sonntagabend die Rückfahrt anzutreten, und am Montagmorgen dann wesentlich entspannter in die Arbeitswoche zu starten.
So gesehen hat das Chefchen unsere Wochenenden um eine Nacht verkürzt.

Am nächsten Donnerstag ist schon wieder Feiertag, den wir für ein verlängertes Wochenende nutzen wollen, und voraussichtlich bereits am Mittwochabend aufs Land fahren werden. Ohne den zwangsweisen Corona-Slowdown hätten wir erwogen, mal wieder – diesmal mit Baby – in ein Wellness-Hotel zu fahren. Eventuell hätten wir auch einen der weiter entfernten Standorte besucht. Da waren wir schon lange nicht mehr persönlich.

Erwähnenswert ist außerdem, dass der Spambefall hier wieder deutlich nachgelassen hat. Zeitweise waren über sechzigtausend Spamkommentare gleichzeitig dagewesen, bevor WordPress sie (nach vermutlich etwa zwei Wochen) wieder löschte. Inzwischen schwankt die Anzahl nur noch so zwischen ein- und zweihundert.

Da der Mai 31 Tage dauert, wird mein nächster Blogeintrag planmäßig erst am Mittwoch erfolgen.

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Ziel 80% //2564

Oft schreibe ich Blogeinträge (hier meine ich insbesondere die nicht-tagesaktuellen, sondern welche, die ich erst später irgendwann veröffentlichen möchte), einfach so herunter.
Das Ergebnis ist üblicherweise nicht gleich optimal, aber es reicht für’s erste, und ich kann ja später noch Verbesserungen und Ergänzungen vornehmen.
Soweit die Theorie. In der Praxis läuft es dann so, dass ich noch einen gewissen Gedanken unterbringen will, oder ein Stichwort, aber es passt nicht ganz in die bisherige Struktur. Also muss ich umformulieren, oder den Kontext ändern. Im Endeffekt wird der Text nicht unbedingt besser.

Wie bei so vielen Dingen greift Pareto: mit 20% des Aufwandes schafft man 80% des Ergebnisses. Die restlichen 20% des Ergebnisses erfordern 80% des Aufwandes (sofern das optimale Resultat nicht sowieso nur asymptotisch zu erreichen ist).
So geht es mir bei der Softwareentwicklung, beim Erstellen von Dokumenten aller Art und bei vielen anderen Angelegenheiten.
In den etlichen Fällen sind 80% durchaus ausreichend. Man muss nicht die allerletzten 20% auch noch mitherauskitzeln. Die sind eigentlich Luxus, wenn man so viel Zeit hat, dass man das Ergebnis noch weiter verbessern will.
Auch für Vorentscheidungen, bei denen man nur begrenzt die beeinflussenden Parameter kennt, reicht mir als Trefferquote 80%. Alles was darüber hinausgeht, rechtfertigt den Zusatzaufwand nicht.
Auch wenn mir 80% grundsätzlich genügen würde, kollidiert dieses Ziel jedoch häufiger mit meinem Anspruch an mich selbst als Perfektionistin.

In diesem Sinne beende ich diesen Text ganz bewusst an dieser Stelle, eingestehend, dass der noch deutlich besser, treffender, ausführlicher formuliert hätte sein können.

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Standortwechsel //2563

Da viele unserer Mitarbeiter aktuell daheim arbeiten, stehen etliche unserer Büroräumlichkeiten leer. Wir gehen davon aus, dass dieser Zustand auch nach Corona noch anhalten wird, wenn auch in mehr oder weniger geringerem Ausmaß.

Vor drei Jahren hatten wir die nicht-technischen Abteilungen in Standort 1a ausgelagert, weil es bei Standort 1 zu eng für alle Beschäftigen wurde. Die Räumlichkeiten dort sind nur angemietet, und inzwischen könnten wir auf sie verzichten.
Dann haben wir hier in der Stadt noch Standort 7. Dort bestehen einige Raumkapazitäten. Selbst zu den besten Zeiten muss dort reichlich Platz gewesen sein. Im Gegensatz zu Standort 1a ist Standort 7 allerdings weiter von unserem Hauptsitz entfernt. Man kann nicht einfach schnell mal rüberspringen, sondern muss mit Auto oder Stadtbus hinfahren, was zwangsläufig Zeit kostet.

Wir werden den Mietvertrag für Standort 1a also zum Jahresende kündigen.
Als nächster Schritt ziehen die Mitarbeiter von Standort 7 hierher in den Hauptsitz. Dafür habe ich schon einige Zimmer vorgesehen.
Danach wird Standort 1a aufgelöst. Etwa zwei Abteilungen sollen nach Standort 7 ziehen. Es ist noch nicht völlig klar, welche das sein werden. Es müssen Abteilungen sein, die nicht so eng an den Hauptsitz angebunden sind, sondern größtenteils unabhängig davon arbeiten können. Leider trifft das für kaum eine Abteilung gut zu. Ein wesentlicher Kandidat ist aber das Marketing. Völlig ausgeschlossen ist die Personalabteilung. Die muss schon in der Nähe bleiben.
Die anderen Abteilungen kommen zurück zu uns.

Es ist absehbar, dass es dann wieder ziemlich eng wird, aber wir müssen auch sparen. Die angemieteten Büroräume sind nicht gerade billig. Zwar sind wir noch halbwegs glimpflich und ohne größere Blessuren durch diese Krise gekommen, aber ganz ohne Spuren ist sie auch nicht an uns vorüber gegangen. Aktuell bestehen immer noch Lieferengpässe für benötigtes Material, so dass wir zeitweise nicht voll fertigen können, und folglich weniger Umsatz machen. Da muss man Einsparungen dort machen, wo es am wenigsten schadet. Schließlich geht es auch um viele Arbeitsplätze. Dafür ist es ein geringer Preis, halt wieder enger zusammenzurücken.

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