Multiverselle Superposition //2750

Auf dem Rückweg unseres Spaziergangs war Johannes müde im Buggy eingeschlafen. Wir hatten Schmetterlinge, Heuballen und sogar einen Hasen gesehen.

„Wusstest du, dass fast dreiviertel aller Ehen bis zum Tode halten?“ [Disclaimer: die Datengrundlagen für diesen Wert sind recht inkohärent und die Methodik fragwürdig, aber belassen wir’s mal dabei – für einen Gesprächseinstieg reicht’s], fragte ich Carsten.
„Du wirst es die paar Jahre, die ich noch habe, schon noch mit mir aushalten, Samtpfötchen.“
„Daran habe ich gar keinen Zweifel. Aber du hast ja schon eine Ehe ‚bis zum Tode‘ hinter dir. Wenn Ingrid damals nicht – verhältnismäßig jung – gestorben wäre, wärest du dann noch – vermutlich mehrere Jahrzehnte – bei ihr geblieben? Eure Ehe war ja nicht gerade beglückend.“
„Unsere Ehe war eingefahren. Wir hatten die Firma, die Kinder, das Haus. Auch wenn die Situation damals nicht ideal war, hatte ich keinen Grund, sie zu ändern. Es lief ja alles glatt.“

„Eigentlich mag ich solche spekulativen Gedankenspielchen ja nicht, und ich weiß, du auch nicht. Aber stellen wir uns doch mal das Szenario vor, Ingrid hätte noch gelebt – bei guter Gesundheit – wie wäre es weitergegangen, als wir uns getroffen haben?“
„Also gut“, Carsten seufzte, „spinnen wir das mal weiter unter der Voraussetzung, dass das Timing genauso gewesen wäre, wie es damals war. Ingrid noch am Leben, die Mädchen gerade mit Abi fertig. Vielleicht wären sie zum Studium sogar hier in $NichtImSauerland oder in der Trichterstadt geblieben. Aber nach dem Tod ihrer Mutter wollten sie eigentlich nur noch weg. Da kamst du an, um als Beraterin engagiert zu werden. Kann sein, dass ich dich gleich wieder weggeschickt hätte. Aber vermutlich hättest du den Vertrag bekommen, deine Tätigkeit aber mit den Entwicklern durchgeführt, ohne dass ich mich persönlich weiter darum gekümmert hätte.“
„Möglicherweise wärest du aufgeschlossener gewesen“, wandte ich ein, „weil du Frau Offenbluß nicht kennengelernt hättest.“
„Ja, kann sein“, gab er zu, „dann hätte ich dich halt zeitweilig zu meiner Geliebten gemacht, aber wir hätten mit Sicherheit nicht genug Zeit miteinander verbracht, um uns darüberhinaus kennenzulernen.“

„Wer würde dann die Firmennachfolge übernehmen?“, fragte ich nach.
„Keine Ahnung, damals war das noch kein Thema“, er zuckte die Schultern, „vielleicht hätte eine der Mädchen ja einen fähigen Schwiegersohn angebracht.“

Johannes räkelte sich im Buggy, weil Carsten ihn über den Bordstein an der Staße zum Haus geschoben hatte.
„Ihn gäbe es dann auch nicht“, sagte ich leise, und deutete dabei auf unser aufwachendes Kind.
„Ja, das stimmt“, bestätigte Carsten, und fügte hinzu, „dieses Paralleluniversum ist mir schon das liebste.“

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Suchbegriffe Numero n+1 //2749

Dass es in der letzten Zeit erheblich weniger Suchimpressions gibt als früher, muss man einfach positiv sehen. Zeitweise war die Liste der Anfragen nicht mehr überschaubar, seitenweise Aufzählung, wobei viele auch recht banal waren.
Jetzt können wir uns auf ein paar Handvoll Begriffe konzentrieren, und die viel bewusster betrachten.

„vielflächner rätsel“
Polyeder.

„was reimt sich auf mixer“
Fixer, Hickser, nix .. äh, Schickse, Trickser, ..

„laufmaschen stoppen“
Wenn man gleich am Anfang (farblosen) Nagellack drauf streicht, laufen sie zumindest nicht weiter.

„spalt feucht“
Dazwischen sind etwa 40 Kilometer.

„tropfende titten“
Das müssen diese Stalaktiten sein, die herunterhängen.

„schibboleth aussprache“
Wie man’s schreibt.

„was reimt sich auf schrank“
Bank, blank, Dank, Frank, krank, Planck, rank, sank, schlank, Tank, Trank, Zank, ..

„tortenboden“
Der wird gewöhnlich mit Obst belegt.

„tante will bumsen“
Ihre Angelegenheit.

„meine private schlampe“
Mir egal.

„batist stoff nachhemd“
Im Sommer ist ein leichter Batiststoff vermutlich ganz angenehm.

„geschweifte klammer latex“
\lbrace für die öffnende { und \rbrace für die schließende } Klammer.

„nugneh“
Mein bisschen Klingonisch ist schon wieder sehr eingerostet.

„schibboleth“
Ein Wort oder kurze Phrase, an deren Aussprache man die Herkunft des Sprechers erkennt.

„evaluation maßnahmen analyse“
Tja, genau das, was ich in den letzten zwei Jahren immer wieder gesagt habe. Dilettantische Datenerhebung, deshalb äußerst dürfige Datengrundlage, die die ganzen Einschränkungen nicht gerechtfertigt haben. Aber wehe!, man hat Bedenken geäußert. Ich hoffe, die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen.

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Unmaskiertes Betriebsfest //2748

Kurzfristig hatten wir unser Betriebsfest anberaumt. Die letzten beiden Jahre war es wegen der Corona-Maßnahmen ausgefallen, und auch dieses Jahr hatten wir länger davor zurückgeschreckt, Wochen und Monate lang im Voraus zu planen, um dann eventuell feststellen zu müssen, dass sich die Regelungen wieder verschärft hätten, so dass das Fest kurzfristig gecancelt werden müsste. Insbesondere als wir hier vierstellige Inzidenzen bekommen haben, war die Frage „wenn nicht jetzt, wann dann?“, bevor wir wieder beschränkt werden, so dass solch eine Feier nicht mehr möglich wäre.

So wirkte es wohl recht improvisiert, aber auch das hat seinen eigenen Charme.
Aufgrund der geringen Vorbereitungszeit gab es keine besonderen Highlights. Wir hielten uns an das bewährte Schema: auf der einen Seite des Innenhofs Kaffee und Kuchen, auf der anderen Seite der Grill und ein Salatbuffet.
Aus gewissen Gründen gab es heuer keine alkoholischen Getränke.

Der Chef sprach ein paar einleitende Worte, aber hielt es diesmal sehr kurz. Wie früher bediente er zeitweise den Grill. Die Chefin hatte sonst temporär bei der Kaffee- und Kuchenausgabe mitgemacht, aber diesmal nicht, da sie sich um den Juniorchef kümmern musste.
Es gab Gelegenheit zu interessanten Gesprächen und angeregten Diskussionen.
Bei unserem kleinen Gewinnspiel durfte sich der Juniorchef als Glücksfee betätigen, und die Lose ziehen.

Es war so schön, die Belegschaft endlich wieder einmal nach langer Zeit in entspannter, unbeschwerter Runde zusammen zu sehen.

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Elfiges Blog-Anniversium //2747

Im Dezimalsystem ist 11 die erste zweistellige Primzahl. Ihre alternierende Quersumme ist 0. In Hex wird sie als B notiert, binär als 1011, und römisch als XI.
11 Jahre Blog ist jetzt kein Jubiläum, das man unbedingt feiern müsste. Ich nutze das Datum, um mal wieder ein paar aktuelle statistische Daten zu liefern (die nächste detaillierte Quartalsstatistik erscheint voraussichtlich am Freitag, wenn mir nichts dazwischen kommt).

Mit diesem hier sind inzwischen 2748 Einträge zusammengekommen. In den letzten gut zwei Jahren habe ich nur etwa alle zwei Tage gebloggt, davor zeitweise sogar (fast) täglich. Es wäre also wenig aussagekräftig, die mittlere Anzahl der Einträge pro Jahr auszurechnen.
Die Anzahl der Kommentare geht auf 47k zu.
Wordpress gibt an die 5.8e5 Aufrufe an, was auch mit Vorsicht zu betrachten ist, weil ich bis Mitte 2015 bei blog.de gebloggt habe. Zur Zeit sind es – unter erheblichen Schwankungen – im Mittel so ungefähr 150 pro Tag (waren schon mal mehr).
Nicht überraschend kommen die allermeisten Besucher aus Deutschland, gefolgt mit weitem Abstand aus Österreich und der Schweiz.
Viel weiter ins Detail zu gehen, bringt eigentlich nichts. Da ändert sich nicht so viel grundlegendes, was ich nicht bereits früher an geeigneter Stelle beschrieben hätte.

Vor einem Jahr war ich auf Twitter noch unter 800 Followern. Nur zäh kam die Anzahl knapp über diese Marke. Aufgrund einiger kritischen Äußerungen zu einem gewissen aktuellen Thema verlor ich dann einen ganzen Schwung Follower, so dass ich wieder deutlich drunter war (IIRC 785). Nur langsam holte der Stand wieder auf, bis er gerade wieder die 800-er-Marke erreicht hatte. Dann müssen bestimmte meiner Tweets wieder einigen Followern nicht gefallen haben, so dass ich erneut um einiges drunter war. Seither hat sich der Stand wieder erholt. Nach diesem Auf und Ab scheint mein Twitter-Account jetzt stabil über den 800 zu liegen (aktuell 823), aber man weiß ja nie, wie wankelmütig die Leute sind. Eine einzige unerwünschte Bemerkung kann schon genügen.

Auch wenn es diesmal keine offizielle Feier gibt, steht es euch dennoch frei, euch am virtuellen Buffet zu bedienen.

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Tweets Numero m+1 //2746

Das waren meine Tweets zwischen dem 16. und 30. November 2021.

Sie besuchen volle Fußballstadien, glauben an Homöopathie, hetzen gegen Ungeimpfte, fordern aber von anderen Solidarität. Nein, mit solchen Leuten will ich gar nicht solidarisch sein.
#AktuellerStatus: Hab kalte Füße. Draußen schneit’s.
Verleser des Tages: [in die] Annalena statt Annalen [eingegangen]
Man kann derzeit gar keine festen Pläne machen, sondern muss dauernd damit rechnen, dass sie wieder umgestoßen werden und man umdisponieren muss. Das stresst mich. Nicht die Einschränkungen. Auf Weihnachtsmärkte oder Faschingsfeiern will ich nun wirklich nicht.
Vorhaben unter Vorbehalt //2653 Zweitausendsechshundertdreiundfünfzig
In dieser zunehmend kalten Jahreszeit kostet es mich manchmal schon Überwindung, nach draußen zu gehen. Aber etwas Bewegung, frische Luft und Tageslicht sind ein Schub für das Immunsystem und die Abwehrkräfte. #Spaziergang #Gesundheit
Ich habe persönliche Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert, mich aus dem öffentlichen Leben komplett zurückgezogen, trage beruflich zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur bei, bezahle mit meinen Steuern u.a. Impfungen und Tests. #DasHabeIchGetan
+Wenn sich Kontakte nicht vermeiden lassen, trage ich FFP2-Maske, halte Abstand, Hygiene, habe Luftfilter gekauft, teste mich. Habe mich sogar an diese unsinnigen Ausgangssperren gehalten. #DasHabeIchGetan
+Habe mich von Anfang an umfassend informiert und fundiert recherchiert, Daten wissenschaftlich ausgewertet, teilweise online geteilt (wofür ich angegriffen und beschimpft wurde). #DasHabeIchGetan
+Wenn sich mehr Menschen so zurückziehen und isolieren würden wie ich, hätten über Luft übertragene Infektionskrankheiten keine Chance, sich nennenswert zu verbreiten. #PrivatLockdown #SocialDistancing
+Was ich nicht habe, ist Verständnis für die Leute, die für ihren Wunsch, uneingeschränkt Party zu machen oder ins Fußballstadion zu gehen, die körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit anderer Menschen opfern wollen.
+Soll sich impfen lassen, wer mag. Aber das muss die freiwillige, persönliche Entscheidung jedes einzelnen bleiben – ohne Druck, ohne Pflicht, ohne direkten oder indirekten Zwang, ohne moralische Beschämungen, ohne Drohungen wie „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Verleser des Tages: [ein ignoranter] Karl statt Kerl
Wenn ich sehe, wie gut meinem Kind mein selbstgekochtes Essen schmeckt, ist das jedesmal wieder ein ungeahnt überwältigendes Ereignis.
Verhörer des Tages: Gebärbock statt Baerbock
Noch mehr Tweets vom April //2652 Zweitausendsechshundertzweiundfünfzig
„Mir ist kalt.“ – „Komm in meine Arme. Da ist’s warm.“
Verleser des Tages: Herrschenden statt Herrschaften
„Wie war dein Test?“ – „Positiv.“ – „Was!?“ – „Äh, negativ. Aber eigentlich ist es doch positiv, wenn er negativ ist.“
Verleser des Tages: Nichtzulassungsbehörde statt Nichtzulassungsbeschwerde
Auf den Flausch gekommen //2651 Zweitausendsechshunderteinundfünfzig
Verschreiber des Tages: Getaway statt Gateway
Verleser des Tages: Ameise statt Anreise
Riskante Entschrottung //2650 Zweitausendsechshundertfünfzig
Hab es satt, als Überbringer der Botschaft, die niemand hören will, metaphorisch geköpft zu werden. Werde mich da wieder mehr zurückhalten und vorläufig schweigen. #MundusVultDecipi
Verleser des Tages: Schulzeugnissen statt Schuldzuweisungen
„.. Dafür hätte ich drei Leiter gebraucht. Das Kabel war aber nur zweiadrig. Also habe ich den Schutzleiter..“ – „.. zweckentfremdet?“ – „.. vergewaltigt.“
Verhörer des Tages: Würgermeister statt Bürgermeister
Spiel und Spaß am Nachmittag //2649 Zweitausendsechshundertneunundvierzig
Verleser des Tages: Fermionen statt Ferien
„Wo ist denn der Kuchen?“ – „Welcher Kuchen?“ – „Den wir gestern zum Kaffee hatten.“ – „Der ist längst aufgegessen.“
Verleser des Tages: Corona-irgendwas statt Koronararterien-Bypass
„Komm noch mal ins Bett!“ – „Ich muss jetzt erst was anderes machen.“ – „Aber ich will mit dir verkehren.“ – „Dazu hast du die ganze Nacht Zeit gehabt.“ – „Da hast du geschlafen.“ – „Na und?“
Der Preis des Preises //2648 Zweitausendsechshundertachtundvierzig
100 Euro, damit ich mich impfen lasse? Mein Körper ist nicht käuflich, meine Gesundheit nicht verhandelbar. Auch nicht für eine Million Euro.
+Und schon gar nicht, bloß damit geimpfte Virenschleudern ohne Einschränkungen ungetestet und unmaskiert Party machen dürfen, während die weggesperrten Ungeimpften als Sündenbock herhalten.
Die besten Wünsche zum Internationalen #Männertag!
Verschreiber des Tages: Algorithmuss statt Algorithmus
Verschlucke mich an einem Hustenbonbon. Muss husten, krieg keine Luft. Niemand in der Nähe, der mir helfen könnte. Gerate halb in Panik, bin kurz vorm Ersticken. Schließlich löst sich das Bonbon doch aus meinem Rachen, und ich kann wieder atmen.
Verleser des Tages: Ejakulat statt Eiklar
Schwebung //2647 Zweitausendsechshundertsiebenundvierzig
Bekannter: „.. dort gilt nun 2G Plus. Spätestens jetzt käm ich mir verarsc?t vor, wenn ich mich damals* hätt impfen lassen.“ *: War mal im Impfzentrum, hatte aber seinen Ausweis nicht dabei.
3G im ÖPNV setzt _flächendeckende_ Teststationen voraus.
+Sonst ist das Erpressung der Menschen, die für ihre Grundversorgung (Lebensmitteleinkäufe, Arztbesuche) auf ÖPNV angewiesen sind, aber keine geöffnete Teststation in fußläufiger Entfernung haben.
+Ich kann mir nicht vorstellen, dass das verhältnismäßig und grundrechtskonform wäre. Aber was weiß ich schon. Viele aktuelle Bestimmungen hätte ich früher nie glauben können.
Verleser des Tages: Menopause statt Medienpause
Bei sozialen Kontakten halte ich es mit 3A: Aufenthaltsdauer minimieren, Abstand halten, Abschirmung verwenden
Verhörer des Tages: Butter statt Buddha
Vom Dualismus Vamp – Muse //2646 Zweitausendsechshundertsechsundvierzig
Nachdem ich es erst aufgeschoben hatte, habe ich doch noch meine Ansprache für ein Branchenevent aufgezeichnet. Mein Kontaktmann meinte, ich sei jetzt #Influencerin, wenigstens in dieser Branche.

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Laminare Faltung //2745

Seit Danuta nicht mehr für uns arbeitet, ist es schwierig geworden, Johannes bei Bedarf von jemandem betreuen zu lassen, wenn ich etwas zu tun habe, bei dem ich mich nicht gleichzeitig um ihn kümmern kann, bzw. die Ablenkung durch ihn stören würde.
Deshalb konnte ich nicht beim nächsten Meeting teilnehmen, bei dem der Wirtschaftsprüfer, den ich kurz getroffen hatte, dabei sein sollte. Erst beim folgenden Treffen klappte es dann.
Letztes Jahr hatte ich auch bei größter Hitze höher geschlossene Oberteile getragen, um ungelegene Bedrängungen durch den Juniorchef zu vermeiden. Aber da er inzwischen abgestillt ist, brauche ich dies nicht mehr zu berücksichtigen. Also trug ich diesmal ein luftiges Sommerkleid, das ich schon seit Jahren nicht mehr getragen hatte. Es ist vorne durchgeknöpft, aber ich brauche schließlich nicht alle Knöpfe zuzumachen.

Das Meeting fand im kleinen Kreis statt, nur insgesamt sechs Personen anwesend. Deshalb saßen wir in einem kleineren Besprechungsraum an einem gemeinsamen Tisch. Endlich braucht man nicht mehr so viel Abstand zu halten.

Herr Kleiter wollte mir den Wirtschaftprüfer vorstellen: „Das ist Herr Rothering ..“. Aber dieser unterbrach ihn. „Wir sind uns bereits begegnet“, er streckte mir die Hand entgegen, „ich bin Eduard.“
Ich grüßte dezent lächelnd zurück und nannte meinen Vornamen: „Anne.“ Das nervige „Frau Doktor Nühm“ muss wirklich nicht sein.
Aus den Augenwinkeln bekam ich mit, wie der Chef die Stirn runzelte.

Das meiste, was besprochen wurde, interessiert euch nicht, und geht euch auch nichts an.
Meine Funktion bei dieser Besprechnung bestand im aufmerksamen Zuhören. Eduard erklärte seine Erkenntnisse und darauf beruhende Vorschläge, bezeichnete sich selbst zwischendurch mehrfach als Zahlenmensch.
Wir anderen Anwesenden stellten hin und wieder Zwischenfragen.
Das war mal ein ganz anderes Rumjonglieren mit Zahlen, als ich es sonst gewohnt bin.
Immer wieder suchte Eduard Blickkontakt mit mir.
Wir alle hatten auch schriftliche Unterlagen (ja, aus Gründen in Papierform) vor uns liegen. Einmal zeigte mir Eduard darauf eine bestimmte Stelle, und streifte dabei meine Hand.

Nach der Besprechung war er gerade im Begriff, eine Unterhaltung mit mir zu beginnen, als er vom Geschäftsführer unterbrochen, und in ein längeres Gespräch verwickelt wurde.
Ich hatte leider nicht genügend Zeit, noch zu warten, so dass ich zurück in mein Büro ging.

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Beyond Binarity //2744

Klassische Bits unterscheiden zwischen genau zwei einander ausschließenden Zuständen.

Vor einigen Jahren war die sog. Fuzzylogik populär. Sie berücksichtigt, dass die Antwort auf manche Fragen sich nicht auf ein kompromissloses Ja oder Nein festlegen lässt. Es gibt Zwischenstufen wie Vielleicht oder Teilweise. Bei dem Computerspiel 20Q ist dies realisiert.
Bei Fuzzylogik wird der Zahlenbereich zwischen 0 und 1 in ein Kontinuum aufgeteilt, so dass beliebige Zwischenwerte benutzt werden können. Auf eine entsprechende Frage wären beispielsweise Antworten wie Immer (1), Meistens (0.8), Oft (0.6), Manchmal (0.4), Selten (0.2) oder Nie (0) möglich.
Mathematisch interpoliert man also zwischen den Randwerten. So sind auch logische Operationen wie Und oder Oder möglich, indem man die Werte geeignet gewichtet.

Die aktuell hochgejubelte Technologie befasst sich mit Quantencomputern.
Quantencomputern nutzen keine klassischen Bits, sondern Quantenbits bzw. kurz Qbits.
Ein Qbit lässt sich vorstellen als die Überlagerung zweier orthogonaler Zustände |0> und |1>, also [unter Verwendung der üblichen Dirac’schen (Bra-)Ket-Notation]: |q> = q0|0> + q1|1>, mit komplexen Koeffizienten („Amplituden“) q0 und q1, deren Summe der Betragsquadrate 1 ergibt. Die beiden Zustände existieren gleichzeitig, statt einander – wie im klassischen Fall – auszuschließen. Erst durch eine Messung entscheidet sich, welcher der beiden Basiszustände |0> oder |1> angenommen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass der reine Zustand |n> bei einer Messung angenommen wird, beträgt dabei |qn|^2.
Um etwas mit Qbits anfangen zu können, verwendet man diverse Quantengatter, die z.B. die Amplituden der Basiszustände vertauschen, oder ihr Vorzeichen umkehren.
Mit einem Qbit alleine kommt man nicht weit. Interessant wird es, wenn mehrere davon nicht unabhängig voneinander existieren, sondern miteinander „verschränkt“ sind. Mit geeigneten Quantengattern, die gleichzeitig auf mehrere Qbits wirken, lässt sich eine solche Verschränkung erreichen.
Ein Quantenschaltkreis hat genauso viele Eingänge wie Ausgänge. Im Gegensatz zu klassischen Schaltkreisen wird die Anzahl der Qbits nicht größer oder kleiner. Der Zustand von Qbits kann nicht kopiert werden.
Ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen. Deshalb nur ganz kurz: wenn bei zwei miteinander verschränkten Qbits eines gemessen wird, wirkt sich das „spukhaft“ aus der Ferne auf seinen Partner aus. Die Geschwindigkeitsbegrenzung durch die Lichtgeschwindigkeit scheint nicht mehr zu gelten. Automatisch wird dadurch der Zustand des zweiten Qbits mitbestimmt.
Die dafür eingesetzten Algorithmen beruhen auf einer ganz anderen Philosophie als bei der klassischen Programmierung, auch wenn die Schnittstellen mit herkömmlichen Programmiersprachen bedient werden können. Es ist eine Kunst für sich, Quantenbits und Quantengatter so anzuordnen, so dass damit tatsächlich das gestellte Problem gelöst wird.
Man braucht sich nicht die Mühe zu machen, sich all das bildlich vorzustellen. Dafür gibt es ja die Mathematik, die es ermöglicht, durch Matrizen das Verhalten der Qbits und ihrer Gatter abzubilden und zu berechnen.
Das ist schon eine faszinierende Sache. Trotzdem sind die Anwendungsbereiche für Quantencomputer begrenzt (selbst wenn ausreichende Hardware vorhanden wäre). Typische Anwendungen sind umfangreiche Optimierungsprobleme oder Kryptographie, weil dort eine große Anzahl von Kombinationen simultan ausprobiert werden kann, die klassische Computer nur hintereinander ausführen können.
Sicherlich werden Quantencomputer unsere klassischen Computer nicht ersetzen, höchstens ergänzen. Ein simples „Hello World!“ fällt genauso wenig in den Anwendungsbereich wie sequentielle, aufeinander aufbauende Berechnungen, Datenbanken, Textverarbeitung, ein interaktives GUI oder Internet-Chats.

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Kommuni.. irgendwas //2743

„Mama, was ist Kommunismus?“
Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als ich meiner Mutter diese Frage stellte. Ich weiß auch nicht mehr, was sie genau antwortete, aber sinngemäß und verkürzt war es etwa: „Da gibt es kein Eigentum. Da gehört alles jedem gleichermaßen.“
Ich war entsetzt! Meine Bücher! Meine Kleider! Mein Bett! Meine sonstigen Habseligkeiten – sollte mir das alles nicht mehr selbst gehören, sondern von anderen beliebig genutzt werden dürfen, während ich selbst davon abhängig war, was vielleicht dann für mich übrigblieb? Ich wollte doch auch gar nicht das Geraffel der anderen, aber was mir gehörte, wollte ich nicht mit anderen teilen müssen.

Vermutlich nicht im gleichen zeitlichen Zusammenhang erklärte mein Vater irgendwann, warum Kommunismus nicht funktionieren könne. Ich kriege den Wortlaut nicht mehr zusammen, aber die Begründung lief darauf hinaus, dass wenn man zwei Personen jeweils zehn Mark gibt, kauft sich der eine einen Kasten Bier davon, und hat nach dem Trinken nichts mehr. Der andere (mein Vater hat das definitiv anders formuliert) investiert das Geld, macht Gewinn und verdient dabei. Im Endeffekt haben beide dann trotz gleicher Eingangsbedingungen ein unterschiedliches Ergebnis.

Ergebnisgleichheit ist zutiefst ungerecht, weil es überhaupt nicht die unterschiedlichen Voraussetzungen berücksichtigt. Wer mehr leistet, soll auch etwas davon haben.
Das Streben nach Gleichheit demotiviert Leistungwillige. Es bietet überhaupt keinen Anreiz, etwas besonders gut zu machen, wenn damit keine Vorteile verbunden sind. Warum soll man sich anstrengen, wenn sowieso alle nur gleich wenig haben.
Außerdem würde ich nicht darauf vertrauen, dass mir andere helfen, wenn es mir einmal schlecht geht, so dass ich Unterstützung nötig hätte. Nur auf mich selbst kann ich mich verlassen.

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End Of IE //2742

Ja, ja, ich weiß, dass jetzt das dritte Wochenende im Monat ist, bei dem ich normalerweise keinen aktuellen Content bringe. Aber ich kann selbst mit meinen eigenen Traditionen brechen, wenn ich will.
Ich habe bereits vor wenigen Wochen angefangen, den Text zu schreiben. Das heißt, dass manches nicht mehr ganz up-to-date ist. Und vielleicht geht es jetzt auch ein bisschen durcheinander, weil ich später noch Passagen eingefügt habe.

Bereits seit einiger Zeit, wird gelegentlich unten im Internet Explorer eingeblendet, dass er am 15. Juni ablaufen soll. Ich will jetzt wirklich keine Diskussion darüber auslösen, welcher Browser der beste ist, und warum man den IE nicht nutzen soll, blablabla. Auf solche Browserkriege habe ich keine Lust. Ich nutze den IE schon sehr lange. Er hat seine Stärken, und ich mag sein UI lieber als das der anderen aktuellen Browser (die ich alle – zumindest vor längerer Zeit – bereits ausprobiert habe). Ich gebe sogar zu, dass der Edge einige Verbesserungen hat, seit ich schon mal über ihn hergezogen bin. Aber er hat immer noch kein Menü. Stattdessen ein paar Bildchen in irgendeiner Ecke, wo man vorher nicht weiß, was passieren wird, wenn man drauf klickt.
Auf Twitter habe ich gesehen, da haben sich einige Leute regelrecht gefreut, dass der IE abgeschafft wird. Die Freude sei ihnen gegönnt. Bloß warum freuen sie sich? Es hatte sie doch niemand gezwungen, ihn als Browser zu nutzen. Und was andere User verwenden, kann ihnen egal sein.

Wie auch immer – ich ging zunächst davon aus, dass der IE schlicht nicht mehr weiter gepflegt wird, ich ihn aber noch benutzen kann.
Dann las ich irgendwo, dass er deinstalliert, bzw. deaktiviert werden soll. Meine Recherchen lieferten das Ergebnis, dass jeder Aufruf des IE dazu führen soll, dass der Edge stattdessen aufgerufen wird. Das ließ mich zwar nicht in Panik geraten, aber es beunruhigte mich.
Bereits seit längerem werde ich ja ohnehin gezwungen, viele Webseiten vom Edge öffnen zu lassen, weil der IE angeblich nicht mehr unterstützt wird. Aber einige gehen halt doch noch im IE. Ich mag es, auf dem gleichen Rechner gleichzeitig zwei unterschiedlich Browser offen zu haben, weil ich dann jeweils mit unterschiedlichen Accounts eingeloggt sein kann. Aber das ist nur ein Nice-To-Have, und ließe sich wohl auch mit anderen Browsern realisieren.

Was mich stärker beunruhigte, und wofür ich keine Lösung sehe, ist, dass ich in meiner Software den Internetexplorer (bzw. das zugrundeliegende Backend IWebBrowser in SHDOCVW.DLL) als ActiveX eingebunden habe, um HTML-Code darzustellen. Das bedeutet, wenn das nicht mehr geht, sind mehrere meiner Anwendungen zumindest teilweise nicht mehr benutzbar.
Dann habe ich gefunden, dass nur die Desktop-Application des Internet Explorers deaktiviert werden soll, was mich zumindest ein wenig erleichterte. Wenn das stimmt, dann dürften meine Anwendungen unverändert weiter funktionieren. Hoffe ich.

Das nächste Problem ist, dass der IE der einzige Browser ist, der RSS-Feeds vernünftig darstellen kann. Er kann sogar nach einzelnen Tags filtern, was ich aber nur selten genutzt habe. Angeblich soll man beim Edge demnächst RSS-Feeds folgen können (was bei mir noch nicht geht). Aber ich will den Feeds gar nicht folgen, sondern sie lediglich so darstellen, wie es der IE macht. Um Feeds zu folgen, habe ich meinen eigenen RSS-Reader (der BTW auch das IE-ActiveX-Objekt zur Anzeige nutzt).
Aber gerade bei sich schnell ändernden Kommentarfeeds ist es oft angenehmer, den gesamten Feed gleichzeitig in einem Fenster sehen zu können, ohne auf jeden einzelnen Kommentar extra klicken zu müssen.
Ich habe es ausprobiert: IWebBrowser stellt Feeds genauso dar wie eine beliebige XML-Datei (der Edge sogar nur als Text). Die Anzeige des RSS-Feeds war eine eigenständige Leistung der IE-Anwendung. Es ist also keine Alternative, den ganzen Feed gleichzeitig in das Anzeigefeld meines Reader zu laden.
Ich habe mir nun überlegt, statt nur jeweils ein Item darzustellen, könnte ich meinen Reader so erweitern, dass er ggf. den gesamten Feed anzeigt. Dafür müsste ich – nach Vorbild des IE – einige Felder wie Titel und Datum als HTML formatiert passend einfügen, und an das ActiveX-Objekt schicken. Ich denke, das dürfte ich hinkriegen. Voraussetzung ist natürlich, dass das ActiveX-Objekt erhalten bleibt. Ich habe keine Ahnung, wie ich sonst das HTML-Markup ordentlich rendern soll. [D.h. theoretisch wüsste ich das schon, aber der Aufwand wäre so enorm, dass er sich bei weitem nicht lohnt. Wenn man weiß, wie’s geht, wäre das eine reine, im Grunde genommen ziemlich stumpfsinnige Fleißarbeit, ohne jeglichen Reiz.]
Falls das nicht funktioniert, wäre es eventuell möglich, dem Browser ein geeignetes Stylesheet unterzuschieben. Aber diese Option verfolge ich erst mal nicht, höchstens wenn alles andere fehlschlägt.

Dass der Edge keine brauchbaren Debugging-Tools hat, mit denen man Javascript singlesteppen, oder Eigenschaften in Stylesheets verändern könnte, kann ich hoffentlich verschmerzen. Das habe ich in den letzten Jahren nur selten gebraucht.

Dann gibt es noch ein kleines, aber lästiges Problem.
Ich habe immer wieder den Task, Text aus dem Browser zu kopieren, und woanders wieder einzufügen. Der Text aus dem Browser hat im Clipboard HTML-Format, ich brauche aber nur den reinen ASCII-Text ohne Formatierung oder Mark-up. Deshalb hatte ich mir vor Jahren extra ein Progrämmchen geschrieben, das dieses HTML im Clipboard in text/plain konvertiert. Das funktionierte wunderbar im Zusammenspiel mit dem Internet Explorer.
Der Edge behandelt aber Whitespace und insbesondere Zeilenumbrüche (bzw. neue Absätze) anders als der IE. Und zwar geht dabei Information verloren, so dass ich es auch nicht durch Änderung meines Progrämmchens abfangen kann.
Das ist sehr ärgerlich, und ich weiß momentan noch nicht, wie ich damit umgehen werde.

So wie es aussieht, tritt die Stilllegung des Internet Explorers wohl erst mit dem nächsten Update, bzw. Neustart in Kraft. Denn momentan funktioniert er bei mir noch.
Das fällige Update zögere ich lieber noch etwas hinaus.

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Kollateralbekanntschaften //2741

Von klein auf lernen wir Menschen kennen: Verwandte, Nachbarn, später Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen, .. Das lässt sich nicht vermeiden, und es ist auch ganz OK so. Man hat automatisch mit so vielen Leuten zu tun, egal ob man das will oder nicht, muss sich halt damit arrangieren.
Von den bekannten Menschen im privaten und beruflichen Kontext mal abgesehen, habe ich keinerlei Bedürfnis, weitere Menschen kennenlernen zu wollen.
Es heißt immer – völlig ohne weitere Begründung und fundierte Belege – der Mensch sei ein „soziales Wesen“. Damit soll ausgedrückt werden, dass Menschen angeblich Kontakt mit anderen Menschen brauchen. Das Zitat wird m.W. Aristoteles zugeschrieben. Aber der wusste auch längst nicht alles, und hat wohl – wie so viele andere auch – einfach von sich selbst auf alle anderen projiziert.
Von den unumgänglichen Begegnungen – sei es mit der eigenen Familie, bei der Arbeit, oder z.B. beim Einkaufen – sehe ich für Geselligkeit aber keine Notwendigkeit. Warum sollte man weitere Menschen – per se, also ohne anderen Zweck – kennenlernen wollen?

Im Kindergarten mussten wir oft draußen spielen. Ich saß dann – wenn ich schon raus musste – gerne alleine am Rand des Sandkastens (andere Sitzgelegenheiten gab es nicht), und hing meinen Gedanken nach. Es kam vor, dass meine Mutter auf dem Weg zum Garten beim Kindergarten vorbeikam, und mich dort sitzen sah. Sie erzählte später, ich hätte ihr ja so leid getan, weil ich so allein und einsam dagesessen wäre. Warum? Ich war doch vollkommen zufrieden (soweit das in dieser tumben Umgebung überhaupt möglich war), in meine Gedanken vertieft zu sein. Ich brauchte keine Interaktion mit den andere Kindern. Aber irgendwie hat sie es dadurch geschafft, mir den Eindruck zu vermitteln, ich dürfte nicht alleine sein, und müsse ein schlechtes Gewissen deswegen haben. Nur deswegen fühlte ich mich später oft unbehaglich, wenn ich allein eine Gaststätte oder auch mal das Kino betrat – nicht weil ich Gesellschaft vermisste.
Gerade erst war hier in der Stadt – nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause – wieder ein großes Volksfest. Obwohl mir mehrmals vorgeschlagen wurde, dorthin zu gehen, hatte ich keine Lust dazu. Da sind so wahnsinnig viele Leute. Das ist so eng. Man findet kaum einen Platz, und falls ich tatsächlich mal ein Bier trinken will, kann ich das auch daheim, und zwar viel billiger (11 Euro für ein Bier ist dreister Wucher, den ich nicht unterstütze). Gebrannte Mandeln gibt es inzwischen auch anderweitig zu kaufen, und gesalzenes Popcorn kann ich notfalls selber machen. Das Riesenrad ist ganz nett, aber auch viel zu überteuert. Außerdem überlege ich dann doch nur die Bewegungsgleichungen, statt die Fahrt in Ruhe zu genießen (was eh nicht möglich wäre, viel zu viel Trubel).
Also warum sollte ich dahin gehen? Warum gehen andere Leute?
Wenn ich ein Café besuche, dann um (mehr oder weniger in Ruhe), einen Kaffee zu trinken und (möglichst Torte, ersatzweise) Kuchen zu essen. Ich will dabei nicht gestört werden, oder mit anderen kommunizieren. Trotzdem ist es mir immer wieder passiert, dass sich – trotz ausreichend freien Plätzen – ältere Damen zu mir gesetzt haben, um mich – als Opfer ihres übersteigerten Kommunikationsbedürfnisses – vollzulabern.
Wenn ich früher mal gelegentlich ganz gerne Veranstaltungen [vielleicht gehe ich sogar demnächst wieder mal zur einen oder anderen Veranstaltung, um meinen beruflichen Horizont zu erweitern, aber nur wenn’s keine Maskenpflicht oder ähnlichen Schei? gibt] besucht habe, ging es mir nicht darum, (mir bisher unbekannte) Menschen zu treffen, sondern ich hatte fachliches Interesse. Manchmal war auch das zu erwartende Buffet oder Diner ein Anreiz. Last not least bot es früher eine Chance, Männer aufzureißen. Aber da stand nicht das Kennenlernen, Smalltalk und soziale Interaktion im Fokus, sondern die potenzielle Gelegenheit für einen ONS.

Das ist vielleicht auch wieder mal so eine Katzensache. Während Hunde Rudeltiere sind, sind Katzen Einzelgänger, die – außer zur Fortpflanzung – keinen Kontakt zu Artgenossen suchen.
Erst Social Distancing im Zuge der Anti-Corona-Maßnahmen hat mir bewusst gemacht, welcher gesellschaftliche Druck sonst auf introvertierte Menschen ausgeübt wird, dass sie sich mit anderen abgeben, obwohl dies überhaubt nicht ihrem Naturell entspricht.
Der Umgang mit den meisten terranischen Menschen ist furchtbar anstrengend. Wenn man nicht non-stop freundlich ist und Interesse heuchelt, sind sie schnell beleidigt. Sie nehmen sich selbst übermäßig wichtig [um nicht falsch verstanden zu werden: meinetwegen dürfen sie sich so wichtig nehmen, wie sie wollen, solange sie damit nicht meine Aufmerksamkeit okkupieren], und sind lästig in ihrer aufdringlichen Neugier und Einmischungsversuchen.
Da amüsiere ich mich lieber mit meinen Zahlen.

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Verschränkung //2740

Schon seit einigen Jahren hat meine Mutter Beschwerden mit dem Kniegelenk. Anfangs begann es wohl schleichend, so dass sie vor einer Operation zurückschreckte, die ihr damals schon empfohlen worden war. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich der Zustand. Zwar gab es durchaus Zeiten, in denen die Schmerzen nur gering waren, aber tendenziell wurden diese Zeiten immer kürzer, und die Schmerzen immer quälender.
Als der Leidensdruck unerträglich wurde, entschloss sich meine Mutter, sich doch endlich operieren zu lassen. Inzwischen waren jedoch aufgrund der Corona-Maßnahmen planbare Operationen ausgesetzt, dann starb mein Vater.
Seit Operationen wieder möglich wurden, bemühte sich meine Mutter immer wieder um einen Operationstermin, aber sie wurde nur vertröstet, weil sie ja „nur Schmerzpatientin“ sei. Es gäbe eine lange Warteliste für nicht so dringende Operationen. Die müsse erst nach und nach abgearbeitet werden. Dazu käme, dass immer wieder dringende, akute Fälle vorkämen, die Vorrang hätten, und zur Verschiebung der nicht so dringenden Fälle führten.

Oft hörte ich meine Mutter deshalb am Telefon weinen. Sie hätte solche Schmerzen, sei aber nur noch eine alte, unnütze Frau, deren Leid den Ärzten egal sei.
Ich fragte sie mehrmals, ob sie sich nicht hier in $NichtImSauerland operieren lassen wolle. Hier gibt es große, namhafte Kliniken mit weit größeren Kapazitäten, so dass sie vermutlich früher einen Termin bekommen würde. Außerdem haben wir hier auch ein klein wenig Einfluss. Wenn ich beispielsweise Otto darum bitten würde, könnte er die Sache bestimmt beschleunigen. Sie hätte halt mal herkommen müssen, um sich von ihm untersuchen zu lassen. Aber das wollte sie nicht. Weder sich hier untersuchen lassen, noch hier operiert werden. OK, ihre Entscheidung. Mehr als es ihr vorzuschlagen, kann ich nicht machen.
Nachdem sie zwischenzeitlich Hoffnung auf einen früheren Termin hatte, zerschlug die sich wieder. Meine Mutter war verzweifelt.
Ich überlegte, was ich sonst noch für sie tun könne, und kam auf eine mögliche Lösung, die einen Versuch wert war.

Unter anderem bin ich immer noch in das Medizinerprojekt (insbesondere als Geldgeber) involviert. Ich veranlasste, dass im Namen dieses Projektes mit dem Krankenhaus in der alten Heimat Kontakt aufgenommen wurde (sprich ich machte es zwar selbst, aber in meiner dort zuständigen Funktion als Stiftungskuratorin und auf dem entsprechenden Briefpapier). Wieder mal kann ich mich nur sehr vage ausdrücken, sorry. Die passenden Stichworte in Google eingegeben, und meine Annenühmität flöge sonst auf. Ich (bzw. das Medizinerprojekt) machte dem Krankenhaus einen Vorschlag (bei dem kein Geld direkt fließen würde!), durch den das Krankenhaus gewisse beträchtliche Vorteile hat. Vorläufig sollte das Arrangement nur probeweise laufen, aber ich machte bei einem späteren Telefongespräch Hoffnung – unter bestimmten Voraussetzungen – auf dauerhafte Fortsetzung.

Jetzt war es an der Zeit, einmal meine eigenen Sorgen zur Sprache zu bringen. Smalltalk ist nicht so meins, aber ich habe schon dazugelernt.
„Vielleicht kommt meine Mutter ja dann auch in den Genuss von $X, wenn ihre Operation demnächst bei Ihnen durchgeführt wird.“
„Ihre Mutter wird hier operiert? Um was für eine OP handelt es sich?“
„Ach, leider hat sie noch keinen Termin. Ihr Knie. Es soll eine $Op durchgeführt werden.“
„Dafür haben wir leider noch lange Wartelisten. Es fehlt uns noch an der Ausstattung, und wegen der Lieferengpässe für $Zubehör können wir die nicht schneller abarbeiten.“
„Ja, ich weiß. Sie hat halt tagtäglich solche Schmerzen und quält sich herum. Und das schon seit Jahren. Inzwischen kann sie nur noch mit Rollator aus dem Haus. Und das auch nur an den besten Tagen.“
Stille an der anderen Seite des Telefons. Ich wartete einen Moment, bevor ich das Gespräch wieder aufnahm. „Ach, was behellige ich Sie mit meinen persönlichen Problemen. Es hat halt doch jeder sein eigenes Päckchen zu tragen.“
Ich bestätigte noch kurz die Absprachen, bevor ich das Gespräch beendete.

Wenige Tage später rief mich meine Mutter an, und erzählte, dass sie bereits in wenigen Wochen überraschend einen Operationstermin bekommen hätte. Der könnte zwar noch verschoben werden, falls Notfälle dazwischen kämen, aber wir sind zuversichtlich, dass es zumindest noch in absehbarer Zeit klappt.
Angeblich hätte das Krankenhaus die Warteliste überprüft, und dabei festgestellt, dass sie mit zu niedriger Priorität – quasi on idle – eingeordnet worden war (meine Mutter hat das inkohärenter formuliert, aber so habe ich mir das zusammengereimt).
Dass man Ärzten u. dgl. immer erst einen Anreiz setzen muss, damit die ihren Job anständig erledigen! Dabei ist die Priorisierung von Operationen nun wirklich keine Kunst.

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Tweets Numero m //2739

Diesmal sind meine Zwitschereien vom 29. Oktober bis 15. November 2021 dran.

Aus Schwarmintelligenz wird leider zu oft Schwarmdummheit. Soziale Medien wirken wohl als Katalysator.
Verleser des Tages: Kristall statt Kontroll[operator]
Langjährige Chefsekretärin der Firma, seit etlichen Jahren in Rente, nach kurzer Krankheit verstorben. RIP.
Verleser des Tages: Dynamik statt Dramatik
Im April gezwitschert //2645 Zweitausendsechshundertfünfundvierzig
Ich setze weiterhin darauf, Kontakte zu minimieren. #SocialDistancing #Privatlockdown Bleibt mir vom Leib mit eurem #Impfwahn.
Verschreiber des Tages: asymptotisch statt asymptomatisch
Krisensitzung bis spät in die Nacht. Müssen uns Kurzarbeit als Option offenhalten. Chef hat maximal miese Laune und flucht vor sich hin.
Verleser des Tages: Moderna statt Moderne [Produktentwicklung]
Einfach nur absurd: Wir müssen 3G am Arbeitsplatz durchsetzen, dürfen aber den Impfstatus der Arbeitnehmer nicht abfragen.
Tunnelspielchen der anderen Art //2644 Zweitausendsechshundertvierundvierzig
Was ich in der aktuellen Situation mit ausgerufenem #Katastrophenfall wirklich nicht verstehe, ist, dass man ungerührt Faschings- oder Sportveranstaltungen stattfinden lässt.
Hund läuft an mir vorbei, kehrt um und schnüffelt von hinten an meinen Füßen. Widerlicher Köter! #Belästigung
Fernsehen. „Warum redet #MrBean denn plötzlich so viel?“ – „Das ist nicht Mr Bean, sondern Professor #Drosten.“ #Prosopagnosie
+Verleser des Tages: [Professor] Dumbledore statt Drosten (jenen verwechsle ich sonst mit Gandalf)
Respekt vor körperlichen Selbstbestimmung und Akzeptanz persönlicher Entscheidungen – das waren früher mal gesellschaftlich anerkannte Werte. In den letzten Monaten sind erschütternd viel Anstand und Verständnis dafür verloren gegangen.
Wenn Geimpfte ungetestet und unmaskiert in großem Rahmen aufeinandertreffen dürfen, wundert es mich nicht, wenn dann die Inzidenzen hochschießen.
Verhörer des Tages: Windel statt Winkel
A Spoonful Of Sugar //2643 Zweitausendsechshundertdreiundvierzig
Verleser des Tages: Sadismus statt Sozialismus
Statistik zu 2^3*3^2*5^2^2 Kommentaren
In den Trends: „#TyranneiDerUngeimpften“ – Das ist eindeutig Genitivus obiectivus.
Verleser des Tages: Betrug statt Beitrag
„Verbrauchte Lebensmittel wiederverwenden“ .. hä? hab ich da was falsch verstanden?
Flickware //2642 Zweitausendsechshundertzweiundvierzig
Verwechsler des Tages: Wolpertinger statt Wolverhampton
Deprimierend trüb-diesiges Novemberwetter. Chef zum Juniorchef: „Deine Mama ist ein Photonenemitter und leuchtet uns auch durch finstere Tage.“
Johannes kann es. (Jetzt ohne Hilfe Anne’s oder ihres Mannes.) #AufrechterGang
Ich geh in meinen Privatlockdown. Glaubt nicht, dass ihr mir irgendetwas bieten könntet, das mich verleitet, mich deswegen impfen zu lassen.
Verleser des Tages: entehrt statt entert
Vergoogelte Mysterien //2641 Zweitausendsechshunderteinundvierzig
Hatte mir ein Stück Schokolade in die Rocktasche gesteckt. Und vergessen.
cis(1.5°) = 1 + 0.026i
Verleser des Tages: Rassismus statt Rausschmiss
Juniorchef zerkaut der Barbiepuppe die Brüste.
Verhörer des Tages: „die Regnitz“ statt „hier regnet’s“
Zuständlichkeiten //2640 Zweitausendsechshundertvierzig
Verleser des Tages: Schlampe statt Stirnlampe
Heute ist #Weltmännertag. Ich wünsche euch die 3G: alles #Gute, #Glück, und insbesondere #Gesundheit.
Verleser des Tages: Herbstferien statt Herbeireden
Über eine Million Wörter verbloggt.
Kurztrip in die Alte Heimat //2639 Zweitausendsechshundertneununddreißig
„Wenn ich dein #Wangengrübchen sehe, weiß ich, dass du es nicht ernst meinst.“ Verdammt, ich bin durchschaubar. #TellTaleSmile
Verschreiber des Tages: Damen statt Daumen [drücken]
Bin dafür, dass #Feiertag in #Faulheitstag umbenannt wird. #Allerheiligen
Verleser des Tages: Transgender statt Trainingcenter
Die Tweet-Option am 5. Wochenende //2638 Zweitausendsechshundertachtunddreißig
Zu bestimmten Themen kann man sich noch so durchdacht, begründet, belegt, fundiert äußern, man wird dennoch argumentlos, dafür umso aggressiver niedergemacht und beleidigt.
+Deshalb diskutiere ich solche Themen nicht mehr mit Personen, die ich höchstens flüchtig kenne.
+Wer meine persönlichen Entscheidungen nicht respektiert, braucht nicht mit meiner Unterstützung zu rechnen.

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Der Kopfgeldjäger //2738

Es ist mir ja bewusst, dass ich nach und nach die Verantwortung für die Software-Entwicklung in der Firma in andere Hände geben muss, weil ich selbst andere Aufgaben übernehmen muss, und dafür nicht mehr genug Zeit hätte.
Ich habe hin und her überlegt, wer standortübergreifend für die SW-Entwicklung in Frage käme, und leider ist die einzige Person, der ich das grundsätzlich zutrauen würde, Herr Grau. Deshalb hat er in den letzten paar Jahren auch bereits einzelne Projekte übernommen, und die durchaus erfolgreich durchgeführt.
Ja, es könnte so einfach sein, wenn ich es nur über mich bringen würde, Herrn Grau als meinen Nachfolger aufzubauen. Allein – dieser Mensch ist mir zu unsympathisch. Mir fehlt das nötige Vertrauen in seine grundlegende Loyalität.

Also habe ich mir eine Frist gesetzt bis Ende des Jahres (mit der Option auf eine einmalige Verlängerung um maximal ein halbes Jahr). Wenn ich bis dahin keine alternative Lösung in Aussicht habe, wird es halt doch Herr Grau werden müssen.
Da ich nicht will, dass die Suche in der Belegschaft bekannt wird, und dadurch womöglich einige Pferde scheu macht, und weil ich selbst nicht übermäßig viel Zeit in die Suche investieren will, habe ich einen Headhunter engagiert. Ja, ich weiß, das wird teuer, aber im Erfolgsfall ist es mir das wert.

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Kaffee und Kuchen //2737

Als Kind war ich mit meiner Familie häufig an schönen Sommersonntagen nach einem längerem Spaziergang in einem Café.

Die Bedienung nahm zunächst i.A. die Bestellung für Getränke und ggf. Eis entgegen.
Was den Kuchen betrifft, lief das anschließend meistens so ab: Meine Mutter fragte (in ihrem besten Hochdeutsch): „Was für Kuchen ham Sie, bitte?“ Die Bedienung rasselte eine Liste herunter, etwa: „Käsesahne, Schwarzwälder Kirsch, Nusssahne, Moccacreme, Erdbeerboden, ..“. In den meisten Cafés, die wir damals besuchten, lief das so ab. Getränke und Eis standen ja üblicherweise auf der Karte, aber das Kuchenangebot war tagesaktuell und konnte sich ändern.
Bei einem oder zwei der Cafés war das Procedere aber anders. Da musste man zur Theke gehen, um den vorhandenen Kuchen in einer Vitrine anzuschauen, und dem dahinter stehenden Personal seine Auswahl mitteilen. Teils bekam man dann kleine Zettel zurück, die man wiederum der Bedienung gab, wenn sie das nächste Mal an den Tisch kam. Sie nahm dann die Zettel wieder mit, und brachte später den bestellten Kuchen. Eine ziemlich umständliche und ineffiziente Vorgehensweise, die so viel Zeit kosten konnte, dass der Kaffee inzwischen kalt war, bis man seinen Kuchen bekam.
Hier in der Gegend war ich (in den präcoronaischen Zeiten) meistens in Cafés gegangen, die zu einer Bäckerei oder Konditorei gehörten, und bei denen Selbstbedienung üblich ist. Man steht kurz an, sagt dann der Bäckereiverkäuferin, was man will, kriegt sein Tablett, bezahlt, und das war’s auch schon. Schnell und unkompliziert.

Dann war ich neulich, als ich geschäftlich unterwegs war, in einem anderen Café, bei dem ich das Vorgehen ähnlich erwartet habe. Ich bestellte meinen Kaffee und Gebäck direkt an der Theke und bezahlte. Aber statt dass ich meinen Kuchen direkt auf das Tablett gestellt bekommen hätte, bedeutete mir die Verkäuferin (übrigens mit Maske und starkem Dialekt sprechend, so dass ich sie akustisch kaum verstehen konnte), dass mir der Kuchen an den Tisch gebracht werden würde.
Was soll das? Warum muss ich auf meinen Kuchen warten, für den ich doch sogar schon bezahlt habe? Ich war ja in Zeitdruck, da ich einen Zug erwischen musste. Meine Zeit würde gerade reichen, um zügig einen Kaffee zu trinken, aber nicht, um auch noch auf den Kuchen warten zu müssen. Das Stehen in der Warteschlange hatte sowieso schon mehr von meinem Zeitpuffer gekosten, als vorgesehen.
Am liebsten hätte ich die Kuchenbestellung rückgängig gemacht, entschied aber dann, dass der Aufwand nicht lohnte. Ich suchte mir einen Tisch, trank den Kaffee, bekam irgendwann den Kuchen, den ich teils herunterschlang, teilweise in die Serviette einwickelte, und eben später verzehrte, als ich auf einen Anschlusszug warten musste.

Ganz eindeutig ziehe ich Selbstbedienung vor. Das minimiert Kommunikation mit dem Personal und Wartezeiten. Aber wenn ich mich schon bedienen lassen muss, dann will ich nicht noch extra aufstehen müssen, um mir etwas auszusuchen.
Je weniger Leute an meinem Essen rumtatschen, desto besser.
Ziemlich widersinnig finde ich hybride Modelle. Bediencafé sind nur etwas, wenn ich Zeit habe.

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Jäckiges :Innenleben //2736

Ich hatte (das ist schon einige Zeit her) Carsten’s Winterjacke bei mir in der Waschmaschine mitgewaschen. Das ist so ein riesiges, voluminöses Stück, dass es mindestens die Hälfte des Raumes in der Waschmaschinentrommel eingenommen hatte.
Bevor ich etwas zur Dreckwäsche gebe, kontrolliere ich, ob alle vorhandenen Taschen leer sind, schließe eventuelle Reißverschlüsse, entferne ggf. Gürtel oder sonstige Teile, die nicht mitgewaschen werden sollen.
Selbstverständlich ging ich bei dieser Winterjacke genauso vor. Möglicherweise habe ich etwas übersehen, denn das Ding hat außen Taschen, innen Taschen, unten Taschen, oben Taschen, sogar an den Ärmeln Taschen. [Ich dagegen muss froh sein, wenn ich in einer Jacke genügend Platz habe, wenigstens Kopftuch und Maske in jeweils einer der beiden winzigen Taschen unterzubringen. Wenn dann noch Handschuhe dazukommen ..]

Als ich die gewaschene Jacke aufhängen wollte, und dabei das unförmige Dinge zurechtdrehte, fiel mir auf, dass sich irgendwo zwischen :Außen und :Innen mindestens zwei Stoffklumpen befanden, die nicht dort sein sollten. Ich vermutete Handschuhe, die irgendwie durch eine Öffnung (möglicherweise kaputtes Innenfutter von Taschen) in den Zwischenraum gekommen waren. So gut es ging, schaute ich noch einmal alle Taschen durch. Aber die Jacke war nass und schwer, so dass ich schnell aufgab. Darum würde ich mich kümmern, wenn die Jacke einigermaßen trocken war. Außerdem wollte ich Carsten fragen, ob ihm etwas aufgefallen war, vielleicht ein Loch im Innenfutter, oder ob es noch mehr Taschen gäbe, die mir entgangen waren.

Auch im getrockneten Zustand habe ich keine Öffnung nach :innen gefunden. Carsten wusste auch nicht mehr. Die Stoffkumpen sind weiterhin tastbar, wenn man darauf achtet, aber darüber hinaus nicht störend.
Vielleicht wird das auf ewig ein topologisches Mysterium bleiben, für dessen Lösung man höhere Dimensionen bräuchte.

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Suchbegriffe Numero n //2735

Es ist nicht so, dass keine Suchimpressionen mehr kämen, aber alles schon mal dagewesen, zumindest sehr ähnlich. Neue, originelle Begriffe sind selten, so dass ich schon überlegt habe, auch bereits gepostete Suchbegriffe erneut zu bringen, sofern sie schon mehrere Jahre zurückliegen und mir etwas interessantes dazu einfällt. Nun ja, bislang habe ich das noch nicht gemacht (zumindest nicht absichtlich – irrtümlich gab es schon Dubletten), und möchte es auch nicht. Aber wenn weiterhin solche Flaute herrscht, werde ich vielleicht doch hin und wieder einzelne Wiederholungen hineinmischen.

„blood records“
Genealogie ist schon spannend.

„delta equulei“
Das ist ein Doppelstern im Sternbild Füllen, der 60 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist.

„gedeihkinder bedeutung“
Säuglinge, die gesund sind und gut wachsen.

„suchmaschinenoptimierung“
Von SEO halte ich nicht viel. Ich schreibe für menschliche Leser.

„jawoll fahnenmast“
Häh?

„nerd kram“
Mit was man sich halt gerne so als Nerd beschäftigt: schöne Formeln, elegante Algorithmen, .. hach ..

„cbt sw“
Gute Software zu Schulungszwecken ist nicht leicht zu finden.

„sperrmaschlampe“
Eine Lampe, um gesperrte Maschen zu finden? Kann man so Laufmaschen stoppen?

„betragsquadrat komplexe zahl“
Erhält man, indem man die Zahl mit ihrem konjuguiert komplexen Wert multipliziert.

„breakpo“
Ja, das Hinterteil ist eine Suche wert.

„top spin“
Quarks sind Fermionen mit Spin 1/2.

„latex plancksches wirkungsquantum“
Einfach h.

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Geschmackssache //2734

Ob etwas schmeckt, lässt sich nicht in ein Bit pressen.

Ich schlage hier eine Art Schulnotenskala vor:
1: köstlicher Genuss, gehört zu meinen Lieblingsspeisen
2: esse ich gerne
3: ist in Ordnung, aber begeistert mich nicht
4: esse ich nur, wenn es nichts besseres gibt
5: würge ich mir notfalls rein, bevor ich hungere
6: igitt, kommt nicht in Frage.

Die meisten Speisen rangieren zwischen 2 und 4. Selbstverständlich ist das keine diskrete Zuordnung, sondern es gibt Zwischenstufen und kontinuierliche Übergänge. Und es kann auch davon abhängen, wie momentan der Appetit ist, ob einem der Gusto eher nach etwas Süßem oder Deftigem steht.

Exemplarisch gebe ich jeweils ein willkürliches, aber einigermaßen typisches Beispiel für meinen Geschmack:
1: Nusssahnetorte, 2: Pommes Frites, 3: Broccoli, 4: Spargel, 5: Pilze, 6: Rosinen.

De gustibus non est disputandum.

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Gründlich (oder doch nicht) //2733

Der heutige Eintrag betrifft (zunächst) nur Bayern, bzw. Personen, die in Bayern Grundbesitz haben. Da ist ja diese Grundsteuerreform, nach der in Zukunft die Grundsteuer nicht mehr nach dem Wert des Grundstücks, sondern nur noch nach der Fläche festgelegt wird. Bedeutet, dass für eine karge Wiese oder Brachland genauso viel Grundsteuer pro Quadratmeter fällig wird, wie auf einen Acker mit bestem Boden, auf ein altes, abgelegenes Gemäuer so viel wie auf eine Luxusvilla in bester Lage.
Es läuft darauf hinaus, dass zukünftig für wertvolle Grundstücke weniger Steuer bezahlt werden muss, dafür für geringwertige umso mehr. Gleichmacherei, also die Gleichbehandlung von Ungleichem, war schon immer unfair.
Wir werden derzeit mit Schreiben vom Finanzamt überschwemmt. Unter anderem bilden meine Mutter und meine Schwester mit mir zusammen eine Erbengemeinschaft, die ein paar Äcker, Waldstücke, Gartenland etc. geerbt hat – jedesmal nur kleine Fitzelchen, aber für jedes Grundstück gibt es ein eigenes Schreiben. Allerdings – aus „Umweltschutzgründen“ geht dieses Schreiben (wie gesagt, ein Brief pro Grundstück) immer nur an eine Person (ich habe noch nicht herausgefunden, nach welchem Schema), die sich selbst darum kümmern muss, alle anderen Miteigentümer (die in manchen Fällen, insbesondere bei Koppelgemeinschaften, vielleicht gar nicht bekannt sind, bzw. deren Kontaktadressen) zu benachrichtigen.
Von Juli bis Oktober hat man Zeit, die Grundsteuererklärung einzureichen – möglichst über Elster. Weder meine Mutter noch meine Schwester haben einen Account. Das heißt, es bleibt wohl wieder mal an mir hängen (sofern ich keinen Steuerberater damit beauftrage – so wie Carsten das wohl mit seinem Grundbesitz machen wird).
Es geht anscheinend im Wesentlichen um die Grundstücksflächen (die innerhalb eines Wusts weiterer Daten wie Adressen und Geburtsdaten sämtlicher Miteigentümer) erhoben werden sollen. Die herauszufinden ist gar nicht so einfach. Das bedeutet, etliche Ordner zu durchstöbern, um die jeweiligen Flächenmaße zu finden.
Die Schreiben kündigen an, dass ab Juli das Liegenschaftskataster öffentlich und kostenlos zugänglich gemacht wird, so dass man dort online die Flächengröße herausfinden kann. Wieso vernetzt sich das Finanzamt nicht selbst mit dem Liegenschaftskataster? Die haben doch die Daten. Warum müssen das die Eigentümer selbst in mühsamer Kleinarbeit erledigen? Mal ganz davon abgesehen, dass der Schutz der Daten im Kataster plötzlich wurscht ist. Da kann dann jeder beliebige Daten abrufen. Das halte ich für ein äußerst fragwürdiges Vorgehen.
Selbst wenn sich alle Grundstückseigentümer redlich bemühen würden, korrekte Werte anzugeben, ist keine konsistente Datenbasis zu erwarten. Von Verwechslungen, Vertippern, etc. ganz abgesehen, wird es genug Leute geben, die absichtlich zu wenig Ar schreiben. Wie kann das nachgeprüft werden? Bzw. warum verwendet man nicht schlicht und einfach die im Kataster vorliegenden Daten? Warum der Medienbruch über unbedarfte Anwender?

Praktisch gleichzeitig findet auch der Zensus 2022 statt, bei dem vor allem Daten über Wohngebäude erhoben werden. Die Überlappung ist offensichtlich.
Bei beiden Aktionen kommt es offenbar häufig vor, dass Grundstücke längst verkauft wurden, Häuser inzwischen nicht mehr bewohnt werden, oder Immobilien referenziert werden, mit denen die Empfänger der Schreiben niemals etwas zu tun gehabt haben.
Obwohl der Zensus für ganz Deuschland gilt, kam das Schreiben vom Statistischen Landesamt Bayern. Wenigstens hat das Ausfüllen online nicht allzu lange gedauert. Allerdings sind einige Fragen dabei recht übergriffig. Wozu müssen die Namen der Bewohner angegeben werden, wenn es doch nur um eine statistische Datenauswertung geht? Und woher soll man als Eigentümer einer einzelnen Wohnung in einem größeren Wohngebäude wissen, wie viele Wohnungen das Gebäude hat? Baujahr, Wohnfläche, Anzahl der Zimmer, Art der Heizung, ggf. Betrag der Kaltmiete hat man auch nicht unbedingt im Kopf, und muss solche Daten erst umständlich heraussuchen. Wie wollen die Behörden überhaupt nachprüfen, wie zuverlässig die Formularmasken ausgefüllt wurden?
Nun ja, wenigstens das ist erledigt.
Bei der Grundsteuererklärung schwant mir schlimmeres.

Und wenn ich jetzt noch etwas zur geplanten Beteiligung der Vermieter an der Kohlendioxid-Abgabe auf die Heizung schriebe, würde das in einen Rant ausarten. Ich lass‘ es lieber.

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Tweets vom Oktober //2732

Das waren meine Tweets zwischen dem 7. und 29. Oktober 2021.

Verleser des Tages: Weihnachtsferien statt Weihnachtsfeiern
Verhörer des Tages: Radiologie statt Radionutzung
Kleinkindliche Freude //2637 Zweitausendsechshundertsiebenunddreißig
Hab vor ein paar Tagen meinen 2^5*5^2^2-ten Tweet verpasst.
Verleser des Tages: Amöbenruhr statt Amöneburg
breakplaining: #TheoPhys #Elektrodynamik – Maxwell //2636 Zweitausendsechshundertsechsunddreißig
Ich hab immer weniger Lust, persönliche Angelegenheiten öffentlich zu teilen.
Verleser des Tages: unendlich statt unterschiedlich [große Kartoffeln]
Im Vorfrühling getwittert //2635 Zweitausendsechshundertfünfunddreißig
Juniorchef turnt auf Sofa herum, knallt gegen Tischplatte. Platzwunde an der Schläfe. Wir fahren zur Kinderchirurgie. 3G für Begleitpersonen. Chef darf mit rein, ich nicht, warte in der Wohnung. Stunden später kommt Juniorchef mit Klammerpflaster zurück.
Verschreiber des Tages: Bumsenstr. statt Bunsenstr.
Mit vollem Mund singt’s sich so schlecht.
Verleser des Tages: mordenden statt modernen
_callback //2634 Zweitausendsechshundertvierunddreißig
Verleser des Tages: Falschinformationen statt Fachinformationen
Hab echt genug von der Sommerzeit. So dunkel früh. Warum wird nicht schon im September wieder auf Normalzeit umgestellt? Ich will endlich diese fehlende Stunde zurück.
Verhörer des Tages: Schiebekleidung statt Skibekleidung
Singing in the Home Office //2633 Zweitausendsechshundertdreiunddreißig
Die Preise für einige benötigte Bauteile sind in den letzten Monaten durch die Decke gegangen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als ebenfalls die Preise zu erhöhen.
Verleser des Tages: Berechnung statt Berechtigung
Verdammt! Da habe ich eine Abkürzung benutzt, und weiß jetzt selbst nicht mehr, was ich damit gemeint habe.
Verleser des Tages: phallische statt perihelische
Scientia volet undique //2632 Zweitausendsechshundertzweiunddreißig
Verwechsler des Tages: Rothenburger statt Röthenbacher [Straße]
Verleser des Tages: [sie] reisen statt reissen [ab]
Beim #Spaziergang eine #Kastanie gefunden. Da habe ich also wieder meine Begleiterin in der #Jackentasche durch die #Wintermonate. #Kastanienbewegung
Vor 10 Jahren (1) //2631 Zweitausendsechshunderteinunddreißig
Verleser des Tages: down statt clown
Wie rechnet ihr 19*22? #Umfrage #Kopfrechnen (Please RT) [380+38|440-22|19*11*2|220+9*22]
Verhörer des Tages: Schmolltalk statt Smalltalk
Kinderkrankheiten //2630 Zweitausendsechshundertdreißig
Verleser des Tages: Toilette statt Tablette
Heute ist Tag des Zeilenumbruchs. #CRLF #Newline #Linebreak
Manchmal ist er so ein *#$..! Reißt nachts die Fenster und Türen auf, und lässt sie offen. Jetzt ist die Wohnung völlig ausgekühlt. Ich friere im Homeoffice, während er im warmen Büro sitzt.
Verleser des Tages: schamloses statt schamanisches [Ritual]
Setting The Sitter //2629 Zweitausendsechshundertneunundzwanzig
Oh je! Bei meiner Bürotasse ist ein Stückchen vom Rand ausgebrochen.
Verschreiber des Tages: staatliche statt stattliche [Zahlung]
Jetzt im Oktober noch die zweite #Zecke2021. Rechter Oberschenkel:innen.
Er war im Wald, um herumzulaufen und vielleicht Pilze (igitt) zu finden. Deshalb verließ er den Weg und schaute sich weiter hinten zwischen den Bäumen um.
+Als er zurück auf den Weg ging, war da eine Frau, die hysterisch herumschrie, weil sie Angst vor ihm hatte. Die Wegstelle ist da schwer einsehbar. Er hatte sie vorher nicht bemerkt, und sie ihn wohl auch nicht.
+Sie war nicht ansprechbar, also ging er weiter. Wenigstens hatte er keine Pilze gefunden.
Verleser des Tages: Erlangen statt Ettlingen
Rückständige Tweets //2628 Zweitausendsechshundertachtundzwanzig
Der Chef wird den #Milchbildungstee aufbrauchen, den ich letztes Jahr gekauft, zwar mal probiert, aber danach nie mehr getrunken habe. #Brennnessel #Fenchel #Kümmel #Anis
Verleser des Tages: Lesbenzeichen statt Lebenszeichen
Verhörer des Tages: Biergemüse statt Biogemüse
Beobachtungen von unterwegs //2627 Zweitausendsechshundertsiebenundzwanzig
Verleser des Tages: Kabinett statt Kabarett
In etwa anderthalb Stunden sollte er wieder da sein. Ich habe Wurstsalat mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Paprika, Feta und Emmentaler vorbereitet. Danach Birnen-Sahne-Kompott, und als Dessert schließlich mich.

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Dies parentium //2731

An Christi Himmelfahrt wird hierzulande traditionellerweise der Vatertag begangen, bei dem Väter gerne etwas zusammen mit ihren Kindern unternehmen. Der Internationale Vatertag ist dagegen am dritten Sonntag im Juni.
Bereits im Mai findet der Muttertag statt, der in einigen Ländern als „Elterntag“ gefeiert wird. Dieses Konzept gefällt mir persönlich besser, als die geschlechtsgebundenen Ehrentage, weshalb Carsten und ich ebenfalls dazu übergehen, statt Muttertag oder Vatertag nur noch Elterntage zu begehen (sofern wir uns überhaupt vom Kalender Vorgaben machen lassen). Das hindert Carsten ja nicht daran, trotzdem mit Johannes heute einen Ausflug zu machen. Wenn ich Lust habe, komme ich auch mit, oder ich lasse es eben bleiben.

Nachdem wir über Ostern meine Mutter besucht hatten, hatte ich am Muttertag noch einmal länger mit ihr telefoniert.
Aber es ist praktisch unmöglich, von ihr konkrete Informationen zu bekommen. Wenn ich eine Frage nach bestimmten Gegebenheiten habe, so möchte ich klare Fakten als Antwort. Sie aber erzählt lang und breit, wie es ihr damit geht und was sie dabei empfindet und ähnliches Blabla, das mich überhaupt nicht weiterbringt. Wenn ich nachhake, macht es die Sache nicht besser. Sie kommt nur in ein anderes vom Hundertsten ins Tausendste. Ich habe es eigentlich schon lange aufgegeben, von ihr brauchbare Aussagen zu kriegen.
Die Kommunikation mit ihr ist deshalb so zäh und wenig zielführend, weil sie die Aspekte, auf die ich Wert lege, nicht interessieren, und ich umgekehrt das irrelevant finde, was ihr wichtig ist.

Jetzt habe ich es tatsächlich bis hierher geschafft, am Vatertag die Erwähnung meines Vater zu vermeiden. Vor einem dreiviertel Jahr ist er gestorben. Der akute Schmerz über den Verlust ist inzwischen zwar vergangen, aber die stille Trauer ist immer noch da, und kann bisweilen wieder stark hochkommen.

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Maze //2730

Auf dem Weg zu meinem Büro sah ich einen mir unbekannten Mann im Gang herumlaufen, offenbar ein Firmenfremder.
„Suchen Sie etwas? Kann ich Ihnen helfen?“, fragte ich. Die Gänge hier sind schon unübersichtlich und können etwas verwirrend sein, solange man sich nicht auskennt.
„Ich habe einen Termin mit Herrn Kleiter, bin aber wohl in der falschen Etage gelandet.“
„Ja, sein Büro befindet sich ein Stockwerk höher. Ich zeige es ihnen schnell, muss sowieso oben etwas erledigen.“ Das müsste zwar nicht jetzt sofort sein, aber im Laufe des Tages hatte ich das schon vorgehabt. Kann ich genauso gut vorziehen.
„Was wollen Sie denn bei Herrn Kleiter?“, fragte ich aus rein geschäftlicher Neugier.
„Das darf ich leider nicht verraten“, antwortete er augenzwinkernd, „eine vertrauliche Angelegenheit.“
„Schon OK“, meinte ich lässig, „dann frage ich später Herrn Kleiter eben selbst.“

Inzwischen waren wir beim Treppenhaus angelangt.
„Aufzug oder Treppe?“, fragte ich. Ich selbst habe früher grundsätzlich die Treppe benutzt. Seit ich Johannes transportieren musste, habe ich mich aber an den Aufzug gewöhnt, und benutze ihn jetzt faulerweise immer noch manchmal, sogar wenn ich allein bin.
„Für nur eine Etage lieber die Treppe.“
Ich ging voraus (Carsten legt immer großen Wert darauf, dass ich treppauf vor ihm laufe, abwärts dagegen geht er voraus), während mir der Mann in ein paar Stufen Abstand folgte. Oben angelangt, betrat ich das Vorzimmer der Kaufmännischen Leitung, begrüßte die Sekretärin und sagte ihr, dass ein Besucher für Herrn Kleiter da sei. Sie wusste Bescheid und bat ihn, noch einen Moment in der Sitzecke zu warten. Ich lächelte ihm zum Abschied zu, und kümmerte mich wieder um meine eigenen Angelegenheiten.

Als ich am Nachmittag Herrn Kleiter fragte, wer dieser Besucher gewesen sei, antwortete jener, das sei ein Wirtschaftsprüfer. Demnächst wäre ein Meeting angesetzt, bei dem er dabei wäre.
Sonst drücke ich mich ja gerne vor dieser Art Meeting, aber diesmal werde ich nach Möglichkeit teilnehmen.

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Vor 10 Jahren (3) //2729

Wieder mal ist ein Rückblick auf die Zeit vor zehn Jahren fällig, diesmal also von etwa Mitte Februar bis Mitte Mai 2012. Damals hatte mein Blog praktisch noch keine Leser.

Wir gewöhnten uns an, dass Carsten nach Feierabend erst noch bei mir vorbeikam, um sich vor der Heimfahrt ein wenig auszuruhen.
Die Überraschungsparty zu seinem Geburtstag war allerdings ein Schlag ins Wasser. Er war stark verärgert, dass ich mich daran beteiligt hatte. Wir vertrugen uns aber auch wieder. Er schenkte mir eine Binär-Uhr.
Ich traf mich mit seiner Schwester Sonja, was ihm überhaupt nicht recht war.
Beruflich lief alles gut. Es gab genügend Aufträge, die teilweise aber auch viel Zeit kosteten.
Carsten bat mich, ihn zu einer Veranstaltung zu begleiten, bei der er ein Hauptsponsor war.
Bei einer Rechnung an seine Firma unterlief mir ein peinlicher Fehler.
Wir überlegten, zusammen ein paar Tage in Urlaub zu fahren.
Nach der Veranstaltung verbrachten wir das Wochenende in seinem Landhaus – zunächst um zu arbeiten. Im Laufe des Wochenendes kam es dann zu Intimitäten, aus denen eine sexuelle Beziehung erwuchs.
Aus einer gemeinsamen Geschäftsreise wurde nichts, worüber ich sauer war.
Während ich früher nur als Beraterin für seine Firma tätig gewesen war, wurde ich jetzt weiter involviert, und übernahm schließlich die IT-Leitung, als der vorige CIO fristlos entlassen werden musste.
Da musste ich mich erst einarbeiten und das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnen. Unser geplanter Osterurlaub fiel deswegen aus.
Ich wollte diese Stelle aber nicht auf Dauer ausführen, und suchte deshalb nach einem Nachfolger.
Als Verena Carsten über Ostern besuchte, fuhr ich solange zu meinen Eltern in die alte Heimat.
Ich wählte einen der IT-Mitarbeiter als neuen IT-Leiter aus, kümmerte mich aber noch weiterhin um Firmenangelegenheiten, zumal Carsten längere Zeit geschäftlich verreist war.

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Medienpräsenz //2728

Ein Nachteil der Annenühmität ist es, dass ich zu ihrem Erhalt vieles nicht gleich herausposaunen darf, auch wenn es mir noch so sehr am Herzen liegt. Wenn überhaupt, muss ich bei gewissen Topics mindestens einige Wochen abwarten, bis ich sie einigermaßen gefahrlos zeitverzögert veröffentlichen darf.

So war vor einiger Zeit eines unserer Geräte gut erkennbar im Fernsehen zu sehen. Zwar war das kein allzu reichweitenstarker Sender, und das Gerät wurde nur sehr beiläufig erwähnt, schon gar nicht mit Namen genannt, aber immerhin ist sein Einsatzzweck in der Öffentlichkeit sichtbar.
Überhaupt habe ich in den letzten Monaten häufig in den Medien gesehen, dass (zumindest ein Teil) unsere(r) Branche thematisiert wurde. Gerade für das Geschehen im Hintergrund nutzt man gerne Veranschaulichungen, die mich an eigene Software erinnern.

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Wenn zwei sich streiten, schweige der Dritte //2727

Es ist kaum noch zu übersehen, wie voreingenommen und einseitig (um nicht zu sagen propagandistisch) unsere Leitmedien berichten. Neutrale Informationen findet man selbst mit enormem Aufwand kaum noch. Dabei gehören zu jedem Konflikt zwei Seiten. Um ein halbwegs objektives Bild zu gewinnen, muss man beide Seiten zu Wort kommen lassen.
Es erweitert den eigenen Horizont ungemein, zu versuchen, sich auch einmal in die andere Seite hineinzuversetzen, oder sich als Advocatus diaboli zu üben.

In diesem Sinne war ich kurz davor, als Blogeintrag eine Geschichte zu verfassen, die Hänsel und Gretel aus der Perspektive der Hexe darstellt, entdeckte aber vorher noch, dass es so etwas bereits vom Sams-Autor Paul Maar gibt.
Das muss man sich mal vorstellen! Nach einem anstrengenden Tag will die Hexe sich abends ausruhen, als seltsame Geräusche an ihr Ohr dringen. Draußen machen Kinder ihr Haus kaputt, und bedienen sich ungeniert daran. Die Hexe hat Mitleid mit ihnen, nimmt sie auf und gibt ihnen gutes Essen, obwohl sie selbst nicht viel hat. Wie danken es ihr die Kinder? Statt sie im Haushalt zu unterstützen, belügen und betrügen sie sie immer wieder, bis sie sie schließlich sogar ermorden.
Welche Version trifft wohl eher zu? Meistens ist die Wahrheit irgendwo dazwischen. Das darf man niemals ausblenden, und nicht nur ausschließlich der einen Partei glauben.

Sofern man nicht selbst betroffen ist, tut man gut daran, sich nicht in Streitigkeiten anderer einzumischen. Wenn sich das leider nicht ganz verhindern lässt, sollte man versuchen, mäßigend und deeskalierend zu wirken, keinesfalls sich auf eine Seite schlagen oder noch Öl ins Feuer gießen.
Besonders vorsichtig und zurückhaltend sollte man sein, wenn eine Seite gezielt versucht (z.B. indem sie theatralisch Forderungen nach Unterstützung stellt), bislang Außenstehende mit in die Auseinandersetzung zu ziehen, und gegen die andere Partei aufzuhetzen. „Die haben aber angefangen!“ ist kein Argument, sondern Kindergartenniveau. Bei Schuldzuweisungen gilt die Unschuldsvermutung, bis etwas Gegenteiliges eindeutig hieb- und stichfest bewiesen ist. Und selbst dann ist es plausibel, dass die andere Seite ebenfalls Dreck am Stecken hat.

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Grüßen oder es bleiben lassen //2726

Es kommt vor, dass mir etwas Seltsames passiert, etwas, auf das ich mir keinen Reim machen kann.

In der Alten Heimat hatte meine Mutter mir als Kind erklärt, ich müsse, wenn ich draußen rumlaufe, Leute, die ich kenne, grüßen. Wenn ich sie nicht kenne (üblicherweise Touristen), dann nicht unbedingt. Aufgrund meiner (damals unbewussten) Prosopagnosie erkannte ich aber fast niemanden, so dass ich folglich kaum jemanden jemals grüßte. Um unbekannte Leute zu grüßen, wäre ich ohnehin zu schüchtern gewesen, so dass der Default „einfach alle grüßen“ keine Option war. Insbesondere wenn Leute, denen ich begegnete, ihre Aufmerksamkeit offensichtlich auf irgendetwas anderes richteten, wäre es mir auch unhöflich erschienen, sie einfach anzusprechen.

Hier in der Stadt ist es unüblich, irgendwelche Passanten zu grüßen, kommt nur ganz selten vor. Auf dem Lande dagegen grüßen so größenordnungsmäßig vielleicht 70% aller Leute.
Da habe ich die Beobachtung gemacht, dass Leute, die einen bereits aus ein paar Metern Entfernung ansehen, auch grüßen werden. Die anderen schauen an einem vorbei und ignorieren. Eine Ausnahme von dieser Regel schien es bisher nicht zu geben.

Vor ein paar Wochen war ich jedoch alleine unterwegs, als mir zwei ältliche Damen entgegen kamen. Sie schauten mir schon von weitem entgegen, auch direkt ins Gesicht. Ich ging – wie eigentlich immer – ganz auf der rechten Seite des Weges. Sie kamen mir nebeneinander laufend frontal entgegen. Ich ging davon aus, dass sie auf die Seite ausweichen würden, und mir als Gruß zumindest zunicken würden. Aber nein. Sie blieben gerade auf ihrer Spur, ohne im geringsten ihre Richtung zu ändern, schauten mich aber weiterhin an.
Mir ging es nicht darum, mich unbedingt durchzusetzen, also wich dann halt eben ich selbst nach links aus. Sie guckten mich immer noch mit unbewegter Miene an, waren dann aber vorüber.

Schon skurril, welche Motivationen hinter solch einem Verhalten stecken müssen. Etwas ähnliches war mir schon einmal passiert, ohne dass ich herausgefunden habe, warum.

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Getwittert im Frühherbst //2725

Zwischen dem 25. September und dem 7. Oktober 2021 habe ich folgende – mehr oder weniger unterhaltsamen – Tweets geschrieben:

Smartphone lässt sich nicht mehr laden, da Steckerbuchse ausgeleiert ist. Bin ganz froh, dass ich das Trumm los bin. Für die paar Mal, wo ich auswärts telefonieren muss, reicht mein altes Motofone-Handy. Brauch diesen Smartphone-Schei? nicht.
Verleser des Tages: Sexlosigkeit statt Selbstlosigkeit
Chef kommt heute wieder von der Geschäftsreise zurück.
Vom Amtschimmel veräppelt (doofe Überschrift – ich weiß) //2626 Zweitausendsechshundertsechsundzwanzig
Congratulations to @giorgioparisi for the #NobelPrize in physics.
Versprecher des Tages: Langrangevin statt Langevin
Verleser des Tages: „Die Hand“ statt „Die Hard“
Einladung für die WFT //2625 Zweitausendsechshundertfünfundzwanzig
Die Bevölkerung der alten BRD durfte niemals darüber abstimmen, ob sie überhaupt mit der DDR fusionieren wollte.
Finger verbrannt, als ich noch Käse auf den Auflauf im Backofen streuen wollte. Tippe jetzt einhändig. #Aua
Funfact: München liegt östlicher als Schwerin und Magdeburg, Leipzig westlicher als Passau.
Verleser des Tages: „feuchte Traum“ statt Früchtetraum
#Wiedervereinigung bereits vollzogen.
Ab Dezember müssen #Studenten doch die #Corona-#Tests selbst bezahlen. Die Ausdrücke, die mir für diese widerliche, niederträchtige Erpressung auf der Zunge liegen, schreibe ich hier nicht nieder.
Verhörer des Tages: Party-Tour statt Partitur
Chef sitzt unten im Keller und wichst seine Schuhe.
Nur wenige Suchbegriffe //2624 Zweitausendsechshundertvierundzwanzig
Juniorchef hat gestern Mais gegessen. Kam praktisch unverändert wieder hinten raus.
Für die Anspruchshaltung von Leistungsverweigerern hab ich so überhaupt kein Verständnis.
Verleser des Tages: witziges statt würziges [Gulasch]
Kommentarstatistik für das 3. Quartal 2021
Wen es interessiert: #Wissenschaftstag der #EMN [temporären Link entfernt]
+Ziemlich ermüdend, bei einer Online-Veranstaltung länger zuzuhören. Aufmerksamkeit und Konzentration lassen da so schnell nach.
+Im Nachhinein tun mir die Schüler noch einmal und erst recht leid, die monatelang nur Distanzunterricht hatten.
Verleser des Tages: Plug-in statt Pinguin
Temporale Mutante //2623 Zweitausendsechshundertdreiundzwanzig
Verschreiber des Tages: Thetanuss statt Tetanus
Seien wir doch mal realistisch: ein Großteil der Alleinerziehenden ist nur deshalb alleinerziehend, weil sie es nicht geschafft haben, eine dauerhafte Beziehung aufrecht zu erhalten.
Verleser des Tages: Espresso statt Erpresser
breakplaining: #TheoPhys #Mechanik – Hamilton //2622 Zweitausendsechshundertzweiundzwanzig
Aus Versehen eine ganze Packung #Marshmallows ausgegessen.
Verleser des Tages: #stadtbumsen statt #stattblumen
Bin ziemlich aus der Übung gekommen mit dem #Programmieren. Früher hätte ich diesen kleinen Fix viel schneller geschafft.
Wählerinnen und Wähler, Zuschauer und Zuschauerinnen, Bürgerinnen und Bürger, .. Diese #Doppelnennungen nerven. #überflüssig #redundant #ineffizient #unnütz
Kann mir nicht so recht vorstellen, dass man #FDP und #Grüne unter einen Hut bringen kann, weder #Ampel noch #Jamaika. Zumindest nicht dauerhaft, stabil, und ohne sich gegenseitig zu lähmen. Läuft’s dann doch wieder auf #Groko hinaus?
Ich: „In den @VDInachrichten steht ein Artikel über #Sexroboter.“ (* d.h. eigentlich über Roboterinnen *) – Er: „Brauch ich nicht, ich hab ja dich.“ – Ich: „Ja, da sparst du schon einiges.“
+.. Er: „Manchen Männern ist so ein Roboter bestimmt lieber als eine Frau.“ – Ich: „Wieso?“ #PotentiellerShittest – Er: „Weil man den einfach ausschalten kann, wenn’s einem zu viel wird.“
+.. Ich: „Warum sollte man sich überhaupt mit so einem \“empathischen\“ Roboter unterhalten wollen, wenn es doch um Sex geht?“- Er: „Die wollen mit #KI-Anwendungen Profit machen.“ – Ich: „Der müsste schon den Intellekt von #RichardFeynman haben, um für mich interessant zu werden.“
+Er: Danke, dass du dich mit mir begnügst.“ – Ich: „Umso mehr schätze ich deine Hardware.“
Der Kaiser kann so nackt sein, wie er will. Er trägt per definitionem Kleider.
Verhörer des Tages: Elektionsprobleme statt Erektionsprobleme
Groß und hart liegt er in meiner Hand. Ich muss ihn reiben ..
+.. weil mein Mann unbedingt Rettichsalat zu Mittag will.
By The Way //2621 Zweitausendsechshunderteinundzwanzig
Noch mal so ein herrliches Wetter! Da muss man noch einmal den Sonnenschein genießen.
Verleser des Tages: pornographisch statt phonographisch
Allmählich wird es mir zu eng, zwischen Chef und Juniorchef im Bett zu liegen.
#SW-Kunde hat kleinen, aber hässlichen #Käfer gemeldet. Jetzt bin ich heute wieder mal am #Debuggen.
+Hab die Ursache zwar jetzt lokalisiert, bin mir aber noch nicht ganz schlüssig, wie ich am besten für die Lösung vorgehe.
Verleser des Tages: „Meister Eder und sein Pumuckl“ statt „Minister und deren Personal“

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Wie innen, so außen //2724

Weiterbildungsmaßnahmen sind in den letzten zwei Jahren in der Firma zu kurz gekommen. In den letzten Wochen habe ich dafür wieder gehäuft genehmigt, dass meine Mitarbeiter Messen, Kongresse oder andere geeignete Veranstaltungen besuchen dürfen, um dort ihren fachlichen Horizont zu erweitern.
Ebenfalls im Rahmen von Weiterbildung war ich auf der Suche nach einer Software, die bestimmte Sachverhalte interaktiv visualisieren sollte, um meinen Mitarbeitern eine bessere Vorstellung davon zu geben, und ihnen in gewissem Rahmen Übungsmöglichkeiten bieten sollte.

Ein Bekannter spielte mir eine brandneue Anwendung einer deutschsprachigen Organisation zu (nach seinen Quellen fragte ich ihn besser nicht), die ich nach einigem Zögern auf einem Testrechner startete. Es war nicht genau das Thema, nach dem ich gesucht hatte, sondern sollte angeblich bestimmte Vorgänge simulieren.
Nun ja, ich könnte das Programm zumindest einmal ausprobieren. Installieren würde ich allerdings nichts. Der Bekannte versicherte mir, dass es ohne Installation laufen würde (deshalb weiß ich trotzdem noch nicht, was vielleicht alles im Hintergrund passiert).

Es dauerte etwas, bis das Programm vom USB-Stick lud. Dann erschien die Anwendung im Vollbild. Ich verabscheue es, wenn sich Anwendungen ungefragt in den Vollbildmodus drängen.
Nach dem Startbildschirm folgte ein weiterer Dialog, in dem die Lizenzbedingungen dargelegt werden. Ich hatte keine Zeit, sie genauer zu lesen, wollte das Programm ja noch nicht dauerhaft nutzen, sondern lediglich probeweise starten. Was kann ich dafür, wenn es keine Demoversion gibt.
Unterhalb der Lizenzbedingungen folgte in größerer Schrift noch ein Passus, bei dem ich hätte zustimmen müssen, dass ich zu einer der Gruppen [ich setze an dieser Stelle zur Obfuskation andere Begriffe ein, die nichts mit den originalen zu tun haben] „Rechtshänder:innen“, „Brillenträger:innen“ oder „Vegetarier:innen“ gehöre.
Ich bin kein „:innen“!
Von Grausen erfüllt, beendete ich die Anwendung. Sollen die ihren Schrott woanders hin verkaufen. Ich werde ihn nicht lizenzieren, selbst wenn er ansonsten noch so toll wäre.

Nur weil mein Bekannter nicht locker ließ, schaute ich mir später das laufende Programm an seinem mitgebrachten Notebook an.
Ja, da steckt schon einiges an Know-how dahinter. Handwerklich scheint es ganz gut gemacht zu sein (soweit ich das in den paar Minuten beurteilen kann). Es erinnert mich ein wenig an Crazy Machines, und das fand ich schon immer langweilig.

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Schibboleth //2723

Während wir aufwachsen, erlernen wir unsere Muttersprache. Dabei bildet sich einerseits das Gehör so aus, dass es die charakterischen Lautkombinationen dieser Sprache erkennt, zum anderen entwickelt sich die Gesichtsmuskulatur so, dass die üblichen Töne passend ausgeprochen werden können . [Ich habe immer noch massive Schwierigkeiten D/T bzw. B/P zu unterscheiden. Es erstaunt mich auch immer wieder, wie Leute „wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“ oder „downtown“ korrekt und ohne Zögern aussprechen können. Um beispielsweise „pack your bags“ richtig auszusprechen, muss ich mich bewusst voll darauf konzentrieren. Da fehlt mir der Automatismus. Mein Betriebssystem kann das nicht. Also muss ich es aufwendig auf Anwendungsebene emulieren. Das kostet Performance.]
Jede Sprache hat ihre eigene Philosophie und Mentalität. Wenn man die nicht bereits als Kind verinnerlicht, wird es um so schwerer, je älter man wird.

Man nehme zum Vergleich native English speakers, und höre nur auf den Klang, nicht auf den Inhalt. Der Brite hört sich an, als ob er die Wangen eingezogen hätte, während die Sprache des Amerikaners viel breiter wirkt, oder so, als würde er ständig einen Kaugummi kauen.
Wenn man als Deutscher anfängt, Englisch zu lernen, ist zunächst mal das Th eine Herausforderung. Diesen Laut kennen wir im Deutschen gar nicht. Die abweichende Aussprache von R und W ist auch ungewohnt, und muss erst geübt werden.
Beim Französisch-Lernen ist das Nasalieren anfangs schwierig. Im Gegenzug haben die Franzosen Probleme, ein H auszusprechen. Obwohl sie praktisch jedes Wort auf der letzten Silbe betonen, ist ihre Sprachmelodie im Grunde genommen monoton, ganz anders als das Auf und Ab bei den Chinesen. Bei Spaniern scheint es so, als ob sie kein Sp oder St aussprechen können, ohne vorher E zu sagen. Gibt es überhaupt ein italienisches Wort, das nicht auf einen Vokal endet? Andere Sprachen wiederum sind umso mehr auf Konsonanten(kombinationen) ausgerichtet.
Für viele Nicht-Deutschsprachler ist das Wort Fünfundfünfzig eine Herausforderung. Die Kombination aus N und F ist unüblich, und den Ü-Laut kennen viele Sprachen nicht. Man kann es ja selbst mal ausprobieren: Um Ü zu sprechen, muss man die Lippen vorne extrem eng spitzen, als wolle man pfeifen. Wessen Mundmuskulatur nicht darauf trainiert ist, wird sich anstrengen müssen. Und selbst wer das Ü schafft, kommt vielleicht mit den ähnlichen Lauten U und I durcheinander, wenn es schnell gehen soll.

Auch unterschiedliche Dialekte haben verschiedene Laute. Die können sich sogar von Dorf zu Dorf unterscheiden.
Ich erinnere mich gerade an eine kleine Geschichte:
Als mein Vater meine Mutter noch nicht lange kannte und sie besuchte, fragte er ein Nachbarsmädchen, in welche Schulklasse sie ginge. Ihre Antwort „in die 2.“ gab sie in ihrem heimischen Dialekt. Meine Mutter amüsierte es auch später immer wieder, dass es meinem Vater nie gelang, dieses „2.“ originalgetreu auszusprechen. Er traf einfach die richtige Lautfärbung des ursprünglichen Vokals nicht. Dabei war er keine zwanzig Kilometer entfernt aufgewachsen. Meiner Schwester und mir dagegen bereitete die originalgetreue Aussprache keinerlei Schwierigkeit, und ich muss zugeben, dass es uns gelegentlich Spaß machte, ihn deswegen aufzuziehen.

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Googlehupfer //2722

Es ist ein Auf und Ab mit den Suchanfragen. Es gab schon Zeiten, da gab es innerhalb eines Monats zig neue, originelle Suchanfragen. Derzeit ist wieder eher Flaute, so dass ich am Überlegen bin, ob es nicht reichen würde, nur alle zwei Monate einen Eintrag mit ihnen zu bringen. Andererseits – was blogge ich stattdessen? Also begnügen wir uns halt mit einer kurzen Liste. Das ist besser als gar nichts.

„grey is beautiful“
Geschmackssache.

„prosopagnosie aussprache“
Pro-sop-agno-sih.

„alarmstuhl“
Sagt mir nichts.

„speikind“
Ein Säugling, der die überschüssige Nahrung wieder ausspuckt.

„der neider sieht das blumenbeet aber nicht den spaten“
Das Zitat stammt nicht von mir. Es soll wohl ausdrücken, dass man bei vielen Erfolgen gar nicht ahnt, welcher Aufwand und Anstrengungen dahinter stecken.

„blick in die kristallkugel“
Kann man machen, gewinnt dadurch aber auch keine neuen Erkenntnisse.

„schöne volle brüste“
Tja, da freut sich der Säugling, sofern er nicht übersättigt ist.

„muss ich meine projektionsflächen pflegen“
Glatt und sauber sollten sie schon sein.

„johanniter klingeln an tür“
Solche Störungen gehören verboten.

„raufende jungs“
Kommt leider vor.

„seuchenpfuhl“
Überall da, wo in großem Maße ungetestete Personen maskenlos zusammenkamen, die sich aufgrund einer Impfung für nicht ansteckend hielten.

„komplex konjugiert erweitern“
So kriegt man den Imaginärteil im Nenner eines Bruchs weg.

„suchreflex“
Wenn der Säugling nach der Warze sucht.

„kopftuch und minirock“
Im Frühjahr und Herbst gibt es zumeist eine Phase, in der man beides gut kombinieren kann.

„impfnebenwirkungen corona“
Laut unseres Bundesgesundheitsministers gibt es keine. Glaubt ihm einfach.

„selbstinverse matrix“
Für die Einheitsmatrix trifft das zu.

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void ExitThread(-1) //2721

Danuta hat gekündigt. Ihr wurde ein Vollzeitjob als Kindermädchen angeboten.
Ich verstehe ja, dass ihr ein Vollzeitjob lieber ist. Den hätte sie bei uns auch vorgezogen, aber so viel hatten wir nicht für sie zu tun. Und sich nur um Kinder zu kümmern macht ihr mehr Spaß als manche Arbeiten, die ich ihr in der Firma aufgetragen hatte.

Ja, ich kann es verstehen. Das ändert trotzdem nichts daran, dass sie uns fehlen wird. Ich hatte mich gerade erst daran gewöhnt, dass ich Johannes unkompliziert eine Zeitlang betreuen lassen konnte. Er war gern mit Danuta zusammen. Sie war zuverlässig. Das Arrangement war nahezu ideal gewesen.
Endlich war es auch so weit gewesen, dass sie die ihr zugeteilten Aufgaben im Haushalt des Landhauses einigermaßen eigenständig organisierte. Das hatte mich schon deutlich entlastet.

Dass ich kurzfristig jemanden finde, der sich ebenso verlässlich und flexibel um Johannes kümmert, ist äußerst zweifelhaft. Keine Ahnung, wie wir vorgehen werden.

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