Der Ex-Assi //1972

Im Sommer hatte ich bei einer Veranstaltung unerwartet einen früheren wissenschaftlichen Assistenten meiner alten Uni wiedergetroffen. Er hatte zu meiner Studienzeit eine Übungsgruppe geleitet. Darüber hinaus hatten wir uns nicht gekannt. Inzwischen ist er Professor an einer anderen Universität.

Wir hatten uns auf der Veranstaltung länger unterhalten, so dass ich ihm schließlich versprochen hatte, ihm ein gedrucktes Exemplar meiner Dissertation zuzuschicken.
Dies hatte ich dann auch nach meinem Urlaub getan. Nach Erhalt bedankte er sich kurz per Mail und einige Tage später, nachdem er das Machwerk gelesen hatte, antwortete er ausführlicher.
Es ergab sich ein längerer Mailwechsel, und sogar ein paar Telefongespräche. Inzwischen sind wir per Du.
Da er voraussichtlich wieder im Blog auftauchen wird, spendiere ich ihm hier das Pseudonym Holger.

Vor ein paar Tagen schrieb mir Holger, dass er noch ein paar Kolloquiumstermine im Wintersemester freihätte, und sich freuen würde, wenn ich in einem davon meine Dissertation und dazu in Zusammenhang stehende Papers vorstellen würde. Auch in einer Physik-Kolloquiumsreihe kann mal ein rein mathematisches Thema stehen.
Ich hatte noch ein paar Rückfragen, überlegte mir die Sache, hielt Rücksprache mit Carsten, und habe schließlich zugesagt (obwohl mir Sommersemester eigentlich wesentlich lieber gewesen wäre). Ich teile ja mein Wissen gerne, und die Vorstellung, meine
Ergebnisse vor einem Hörsaal voller aufmerksamer, intelligenter Männer zu präsentieren, reizt mich ohnehin.

Carsten ist von dem Vorhaben wenig begeistert, weil er nicht „schon wieder eine Loreley-Geschichte erleben will“. Immerhin hat er vorgeschlagen, dass wir den Vortrag mit einem gemeinsamen Kurzurlaub in einem Kurbad in der Gegend verbinden. Das sind ja ganz neue Töne, dass er von sich aus Urlaub vorschlägt! Noch dazu, da wir dann ja beide nicht in der Firma sein können, und außerdem erst kurz vorher im Winterurlaub gewesen sein werden.
Aber vermutlich fällt ihm dann kurz vorher wieder ein, dass er dann doch keine Zeit hat – so wie auch bei der Veranstaltung, bei der ich demnächst die Keynote sprechen werde. Ursprünglich wollte er mich noch begleiten, aber mittlerweile sind ihm doch wichtigere Termine dazwischen gekommen.

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breakplaining: Pointer //1971

Als ich angefangen habe zu programmieren, war einer der Begriffe, die mir besonders unverständlich erschienen, das Konzept der Pointer.
Inzwischen habe ich längst verinnerlicht, was es mit Pointern auf sich hat, und ich werde mich bemühen, das allgemeinverständlich zu erklären.

Ein Pointer ist die Adresse eines Speicherbereiches, auf dem bestimmte Daten gespeichert sind.
Häh ..?
In den Programmiersprachen kann man benötigte Werte in Variablen abspeichern. Wir haben also z.B. eine Variable $X, der wir den Wert 42 zugewiesen haben. Das heißt, irgendwo im Arbeitsspeicher steht 2A000000 (32bit, Hex, Intel Byte-Reihenfolge). Das Computerprogramm muss sich nun den Ort (also die Adresse) merken, wo diese 42 steht. Einerseits kann man über die Variable $X darauf zugreifen. Andererseits ist das aber auch möglich mit einem Pointer. Dies ist ebenfalls eine Variable vom Typ Pointer.
Der ursprüngliche Wert war eine (vorzeichenlose) Ganzzahl. Wenn wir einen Pointer darauf zeigen lassen, so können wir den Wert beispielsweise auch als Zeichen(kette) interpretieren, und erhalten in diesem Fall ein Sternchen*.
Mit einem 32-bit-Pointer lassen sich 4 Gigabyte Speicherbereich addressieren, mit 64bit entsprechend das Quadrat davon.
Pointer lassen sich inkrementieren und dekrementieren. Je nach dem Typ der Variable, auf den sie zeigen, bedeutet das, dass die jeweilige Speicheradresse um die entsprechende Anzahl Bytes erhöht oder erniedrigt wird.

Oops, das ist jetzt vielleicht doch nicht ganz so verständlich geworden. Versuchen wir einen anderen Ansatz.
Ich schreibe von mir nicht immer in der ersten Person, sondern objektifiziere mich etwa als Programmierschlampe oder Chefin.
Oder als anderes Beispiel nenne ich Carsten je nach Kontext auch „Herr Klugsch“, „der Chef“, „der Geschäftsführer“ oder „mein Mann“. All diese Bezeichnungen meinen aber dieselbe Person. Sie stellen nur eine Referenz dar auf ein und dasselbe Objekt.
Beim Programmieren nutzt man dazu (Objekt-)Pointer, die auf die jeweilige Objektinstanz zeigen und verweisen. Eine Instanz im Arbeitsspeicher kann durch mehrere Pointer referenziert werden.

Und das ist eigentlich schon alles, was man über Pointer zu wissen braucht.

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Rückblick 1. Halbjahr 2018 //1970

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich einen Rückblick auf das erste Halbjahr 2018, also Januar bis einschließlich Juni, bloggen soll. Naja, jetzt mach‘ ich es halt.

Schon kurz nachdem Carsten und ich aus dem Urlaub zurückgekommen waren, fuhr ich mit Benjamin zu einer anderen Uni, um mich dort an wissenschaftlichen Gesprächen zu beteiligen.
Die Suche nach einer Sekretärin ging erfolglos weiter.
Ausnahmsweise übernahm ich einen Entwicklungsauftrag für einen früheren Kunden.
Nachdem Teresa alte Fotos von mir auf Benjamin’s Rechner gefunden hatte, trennte sie sich von ihm. Benjamin legte mir daraufhin nahe, den Abschluss meiner Promotion zu beschleunigen.
Carsten befürwortete den schnelleren Abschluss.
Durch die Konzentration auf meine Promotion war ich gezwungen, mich in der Firma temporär zurückzuziehen und den Kundenauftrag erst mal zurückzustellen.
Über Ostern waren wir erst bei Standort 3, dann bei meinen Eltern.
Den Schüler-Technik-Tag delegierte ich größtenteils an die anderen Abteilungsleiter.
Trotz eines Fehlers in der Firmen-Firmware schaffte ich es, meine Dissertation wie geplant abzugeben.
Aufgrund eines kleinen Haushaltsunfalls musste ich in der Klinik eine Schnittverletzung am Knie nähen lassen.
Ich traf mich gelegentlich mit Philipp, um für die mündliche Prüfung zu lernen.

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Lieber gesund als krank //1969

Ja, ich bin auch heute noch daheim.
Ich war ja erst anfang letzter Woche einen Tag daheim geblieben, weil ich mich erkältungsbedingt nicht so ganz wohl fühlte. Zwar hätte ich mich durchaus ins Büro schleppen können, aber davon wäre ich dann vielleicht erst richtig krank geworden, oder hätte möglicherweise sogar Mitarbeiter angesteckt.
Als Chefin kann ich meine Anwesenheiten im Büro grundsätzlich so gestalten, wie es mir persönlich am besten in den Kram passt. Normalerweise ist es schon zweckmäßig, als Ansprechpartner direkt vor Ort anwesend zu sein, aber wenn es sich anders ergibt, kann ich auch schon mal fernbleiben. Ich habe meine Vertreter, und meine Mitarbeiter sind gut instruiert, so dass sie wissen, was sie zu tun haben. Die kommen schon mal einzelne Tage ohne mich zurecht.

Von Mitarbeitern erwarte ich, dass sie sich nicht aus falsch verstandenem Pflichtgefühl in die Arbeit schleppen, wenn sie krank sind.
Wer nicht völlig gesund ist, bringt keine volle Leistung, muss aber dennoch bezahlt werden, als täte er es. Und sicherlich ist es nicht wünschenswert, Krankheitskeime in die Arbeitsstätte einzuschleppen.
Als Vorgesetzte bin ich meinen Mitarbeitern auch eine gewisse Fürsorge schuldig. Ich habe schon mal einen heimgeschickt, weil er offenbar krank war, aber trotzdem ein Problem, für das er zuständig war, unbedingt lösen wollte.

In der Firma ist es so geregelt, dass ein Mitarbeiter, der sich nicht arbeitsfähig fühlt, sich am Morgen bei seinem Vorgesetzten (oder ersatzweise dem Sekretariat) per Telefon oder Mail entschuldigt (bzw. entschuldigen lässt), dass er wegen Krankheit nicht kommen kann.
Zieht sich seine Krankheit länger hin, ist spätestens am dritten Tag ein ärztliches Attest fällig.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Mitarbeiter, auf den man sich verlassen hat, unvorhergesehen ausfällt. Insbesondere wenn Besprechungen stattfinden, bei denen er anwesend sein muss, oder wenn er dringende Aufgaben zu erledigen hat, die eigentlich nicht aufschiebbar sind. Ja, ist ärgerlich, aber das passiert halt.
Jedem vernünftigen Chef ist klar, dass jeder mal krank werden kann. Möglich, dass er im ersten Moment seinen Unmut durchscheinen lässt, weil es schlicht lästig ist, dann umdisponieren zu müssen oder einen Ersatz zu finden. Und wenn wichtige andere Termine daran hängen, und vielleicht deshalb nicht eingehalten werden können, ist das erst recht einfach doof.
Dennoch wird ein guter Chef nicht von Mitarbeitern verlangen, trotz gesundheitlicher Beschwerden zu arbeiten – selbst wenn der Ausfall noch so zeitkritisch ist. Ein Mitarbeiter soll sich auskurieren, und danach gesund wiederkommen, um zügig seine Arbeit wieder aufzunehmen.
Das kommuniziere ich immer wieder meinen Mitarbeitern. Bei Krankmeldungen nehme ich die schlicht zur Kenntnis, und bestätige sie mit Wünschen für eine gute Besserung.

Manchmal fühlt jemand sich zwar nicht so wirklich fit, aber auch nicht krank genug, um eine Krankmeldung zu rechtfertigen. Ja, das ist manchmal ein schmaler, schrödingerartiger Grat. Es sollte jeder selbst einschätzen können, was er sich zutraut. Eventuell gibt es auch die Möglichkeit, zur Arbeit zu gehen, und sich im Laufe des Tages erst krank zu melden, wenn man merkt, dass es doch nicht so gut geht wie gedacht.
Unwohlsein am Morgen kann nach ein paar Stunden völlig verschwunden sein, so dass es im Rückblick eigentlich möglich gewesen wäre zu arbeiten. Andererseits kann man sich erst richtig krankmachen, wenn man zur Arbeit geht, indem man erste Anzeichen ignoriert.
Tja, wie gesagt, ein schmaler Grat. Pflichtbewusstsein sollte nicht den Ausschlag geben.

Ich tendiere dazu, meinen Mitarbeitern zu raten, im Zweifel lieber mal einen Tag zu viel daheim zu bleiben, als zu wenig. Wenn sie sich fit genug fühlen, können sie ja auch daheim ein wenig Literaturstudien o.ä. betreiben – sofern sie das wollen.
Problematisch wird es halt dann, wenn jemand zu oft der Arbeit fernbleibt. Bei meinen Mitarbeitern besteht die Gefahr des „Blaumachens“ nicht. Das sind Nerds, die gerne arbeiten, weil sie die Fortschritte ihrer Anstrengungen sehen wollen. Ich vertraue ihnen soweit.
In anderen Umgebungen besteht die Gefahr halt doch. Und da kann ich es schon verstehen, wenn ein Chef misstrauisch wird, wenn jemand sich alle paar Wochen mal für ein bis zwei Tage krankmeldet. In so einem Fall ist dann auch ein ärztliches Attest gleich am ersten Fehltag sinnvoll. Manche Leute haben ja eine labile Gesundheit und ständig irgendwelche Beschwerden (das soll hier nicht abfällig klingen – zumindest phasenweise kann das jeden treffen – wer jedoch durch seinen ungesunden Lebensstil seine Beschwerden selbst verursacht, mit dem hält sich mein Mitleid in engen Grenzen). Die jeweiligen Kollegen werden darüber auch nicht froh sein, denn sie trifft es dann ja, seine Arbeit (zumindest teilweise) miterledigen zu müssen.

Es ist nicht schön, krank zu sein. Für den Patienten nicht, aber auch sein Chef und seine Kollegen haben dadurch Probleme, da sie den Ausfall kompensieren müssen.

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Plaisir-Blessiert //1968

Er fasste mich am Oberarm und versuchte, mich näher zu ziehen. Nach Kräften zerrte ich an meinem Arm, um ihn aus seinem Griff zu befreien. Vergeblich. Er zog mich näher, umschlang mich mich. Ich wand mich, bemühte mich zu entkommen. Ich griff nach seinen Armen, und versuchte, sie von mir wegzureißen.
Er packte mich fester und warf mich auf den Boden. Gleichzeitig drückte ich gegen seinen Oberkörper und stieß mich irgendwie von ihm ab. Vor meinen Augen invertierten sich erst einen Moment lang die Farben. Dann wurde es schwarz.

Als ich wieder zu mir kam, sah ich, dass er sich erschrocken und besorgt über mich beugte: „Anny! Was ist los? Geht’s wieder?“
„Was ist passiert?“, fragte ich, und versuchte, mich aufzusetzen. Mein Kopf brummte, so dass ich ihn gleich wieder zurücksinken ließ.
„Du bist mit dem Kopf gegen die Wand geknallt, warst mehrere Sekunden bewusstlos. Verdammt, Anny! Ich hatte solche Angst um dich, war kurz davor, einen Krankenwagen zu rufen.“
Ich fasste mit einer Hand zu meinem Kopf, wo es besonders weh tat, und zuckte bei er Berührung sofort zurück. An meinen Fingern klebte Blut.
„Du hast da eine ziemliche Schramme an der Schläfe. Aber ich glaube, die Blutung lässt bereits nach.“
„Sei so lieb, und hol mir einen nassen Waschlappen aus dem Bad“, bat ich ihn.
„Klar. Kannst du aufstehen?“
Er half mir hoch, ich legte mich erst mal auf das Sofa. Dann ging er ins Bad, holte den Waschlappen und Verbandsmaterial.

Eine halbe Stunde später war ich wieder soweit, dass ich alleine aufstehen konnte, ohne dass mir schwindelig wurde. Die Wunde war bereits trocken, so dass ich es ablehnte, ein Pflaster zu tragen. Jedoch ist diese riesige blutunterlaufene Beule nicht zu übersehen.
„Vielleicht solltest du doch in die Klinik, auch wenn die Wunde nicht genäht werden muss. Du könntest eine Gehirnerschütterung haben.“
Ich wollte den Kopf schütteln, unterließ es aber lieber, da mein Kopf empfindlich auf Bewegungen reagierte. Ich habe nun wirklich keine Lust, mich mit irgendwelchen neugierigen Ärzten und sensationslüsternem Klinikpersonal auseinandersetzen zu müssen.

Als wir am späten Abend aneinander geschmiegt im Bett lagen, meinte er: „Wir müssen in Zukunft vorsichtiger sein. Vielleicht sollten wir solche Rangeleien ganz lassen. Es hätte nicht viel gefehlt, und du wärst krankenhausreif gewesen. Und ich wohl im Gefängnis.“
„Wo kein Kläger, da kein Richter“, erwiderte ich, und unterschlug dabei, dass Körperverletzung ein Offizialdelikt sein kann. Da muss bloß mal so eine $WohlmeinendePerson auf die Idee kommen, eine Anzeige zu erstatten. Und mich eingeschüchterte, verängstigte Ehefrau, die eigentlich sogar getrennt von ihm lebt, nimmt niemand als Zeugin ernst.
Ich möchte nicht auf unsere gelegentlichen Pläsierchen verzichten. Ich spüre doch so gerne seine überwältigende Kraft und überlegen-männliche Stärke. Niemand von uns legt es darauf an, dem anderen weh zu tun. Das passiert zwar versehentlich mal, sind aber nur unbeabsichtigte Seiteneffekte mit eventuellen Kollateralschäden. Meistens geht’s ja gut. Wie sonst kann man am eigenen Leib die Philosophiae Naturalis Principia Mathematica erspüren. Ich fühle mich dabei unübertrefflich lebendig, körperlich, weiblich.

Jetzt wisst ihr, warum ich heute (und voraussichtlich auch morgen) nicht im Büro bin. Und falls ich mal aus dem Haus muss, um etwas einzukaufen, werde ich mir ein Kopftuch aufsetzen, und so binden, dass es die Schramme verdeckt.
Mein Kopf tut schon noch etwas weh, aber nicht so sehr, dass ich irgendwelche Medikamente dagegen nehmen würde. Und daheim habe ich sicherlich mehr Ruhe als im Büro.
Die Dev Spec kann ich genauso gut daheim lesen, sonst liegt nichts dringendes an. Einen Termin für ein Mitarbeitergespräch habe ich auf nächste Woche verschoben. Bei den anderen angesetzten Besprechungen ist meine Anwesenheit nicht zwingend erforderlich. Meine Mitarbeiter können mich per Mail erreichen, falls es ihnen notwendig erscheint.
Dann ist Wochenende, und bis Montag ist die Schramme hoffentlich soweit verblasst, dass ich mich wieder unter Menschen trauen kann, wenn ich die Haare ein wenig drüber fallen lasse. Spätestens am Dienstag habe ich einen Termin, den ich nicht so einfach verschieben kann.

Ich wünschte mir wirklich eine Welt, in der jeder herumlaufen kann, wie er will, ohne dass sich fremde Leute einmischen in Dinge, die sie gar nichts angehen. Kann man nicht einfach in Ruhe und unbehelligt sein eigenes Leben leben?

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Mea Culpa! //1967

Normalerweise kümmere ich mich um all unsere nicht-geschäftlichen Banküberweisungen. Carsten kann das Online-Banking nicht ausstehen, und so habe ich so ziemlich von Anfang an seine privaten Überweisungen mitübernommen. Das dürften so grob zwanzig, wenn’s hochkommt auch mal dreißig pro Jahr sein.

Im Sommer hatte ich viel zu tun, war ausgelastet, hatte den Kopf voll mit anderen Dingen.
Ich erinnere mich, dass ich im Begriff war, eine Überweisung für Carsten einzutippen. Aus nicht mehr näher bekannten Gründen funktionierte das Abschicken nicht auf Anhieb. Durch irgendetwas – ich glaube, einen Telefonanruf – wurde ich abgelenkt. Ich muss aber mental danach diese Überweisung als erledigt abgehakt haben.

Jetzt bekam Carsten deswegen eine Mahnung (samt Mahngebühren und Säumniszuschlägen) und ist sauer auf mich, weil ich die Überweisung vergessen habe.
Ich will nichts beschönigen. Es war mein Fehler, meine Schuld.
Unverzüglich habe ich dann den Rechnungsbetrag doch noch überwiesen. Carsten ist immer noch verärgert, und enttäuscht von mir, weil er sich auf mich verlassen hatte.

Zig Überweisungen habe ich immer zuverlässig korrekt und pünktlich für ihn erledigt. Ein einziges Mal habe ich es verschusselt. Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

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Dev Dev Spec //1966

In den letzten Wochen hatte ich den Großteil meiner Arbeitszeit damit verbracht, die Spezifikation für Evalyze zu schreiben.
Ich bin damit schon weit, das allgemeine Konzept steht, und Einzelheiten habe ich inzwischen zumindest so viele festgelegt, dass Teile der Spezifikation fertig sind, so dass meine Mitarbeiter bereits mit der Umsetzung beginnen konnten.

Nun, unser Kerngeschäft besteht nicht aus Software. Die Herstellung der Geräte ist der wesentliche Teil. Auch diese werden weiterentwickelt und mit wegweisenden Innovationen verbessert.
Eine neue Produktlinie ist in Planung, für die Ulrich die Spezifikation – nach Vorgaben der Geschäftsleitung – erstellt hat.
Es ist jetzt meine Aufgabe, diese Device Spec zu reviewen und durchzusehen. Dafür werde ich meine Arbeit an Evalyze vorläufig unterbrechen. Für meine Arbeitsabläufe ist es besser, mich voll auf ein Thema zu konzentrieren, statt immer wieder hin und her zu switchen.
Evalyze ist ja so weit gediehen, dass ich es vorübergehend zurückstellen kann, da diese Angelegenheit momentan dringlicher ist.

Die Dev Spec enthält u.a. jede Menge Schaltpläne. Einfache Schaltpläne mit passiven Bauelementen kann ich ja noch einigermaßen lesen. Meinetwegen auch noch mit Dioden. Aber was darüber hinaus geht, wird für mich zunehmend unverständlich. Ich bin nun mal kein Elektroniker oder Elektrotechniker, werde mich aber durchbeißen müssen. Ebenso gibt es etliche Konstruktionszeichnungen der mechanischen Teile. Maschinenbauer bin ich erst recht nicht.
Da auch die Entwicklungsabteilungen der Standorte 4 und 5 betroffen sein werden, haben Herr Grau und der Chief Developer von Standort 5 ebenfalls eine Kopie der Spec erhalten, mit der Bitte um ihr zügiges Feedback.

Von mir wird nun erwartet, dass ich in der neuen Dev Spec Inkonsistenzen und eventuelle Fehler entdecke. Darüberhinaus sollte ich auch ein paar kleine Verbesserungsvorschläge beisteuern können.
Ich muss mich voll darauf konzentrieren, darf nichts wichtiges übersehen. Und das unter Zeitdruck.
Der Chef hat schon angekündigt, die Spec nur sehr grob und oberflächlich zu überfliegen, da es jetzt meine Aufgabe sei, sie genau, gründlich und detailliert durchzuarbeiten.
Danke, Herr Klugsch, für das in mich gesetzte Vertrauen.

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The Hound of Bastet’s Will //1965

Das Herbstwetter ist derzeit noch so wunderschön warm (das ist Klimaerwärmung nach meinem Geschmack! – aufgrund der jahreszeitbedingten Abnahme der täglichen Tageslichtdauer ist in den nächsten Wochen eine tendenzielle Abkühlung aber unausweichlich), dass Carsten und ich den Nachmittag für einen ausgedehnten Spaziergang nutzten. Wir liefen einen Seitenweg in einem der umliegenden Dörfer entlang, als aus einer Hofausfahrt urplötzlich ein aggressiv kläffender Dackel rannte und uns nachsprang.
Nur nichts anmerken lassen, nur nicht in seine Richtung schauen .. betete ich mir vor, und ging starr weiter. So nah war mir ein unangeleinter Hund schon lange nicht mehr gekommen. Wenn ich es recht bedenke, so habe ich vor solch kleinen Hunden mehr Angst, als vor großen, denn großen Hunden traue ich zumindet eine gewisse Minimalintelligenz zu, die verhindert, dass sie harmlose Passanten willkürlich angreifen.
„Au! Krall‘ deine Hand nicht so in meine fest!“, rief Carsten.
„Sorry!“ Mir wurde erst jetzt bewusst, dass ich mich an ihm festgehalten hatte, und versucht, ihn als Deckung vor dem Dackel zu benutzen. Schließlich trägt er lange Hosen und feste Schuhe, und ich nur dünne Feinstümpfe und Sandalen.
„Solltest du mich nicht beschützen?“, fragte ich ihn.
„Das mach‘ ich doch. Du brauchst keine Angst zu haben, der Köter traut sich eh nicht. Aber falls er dir doch zu nahe kommt, kriegt er einen Tritt“, beruhigte er mich, „aber dafür müsstest du mich erst loslassen, statt dich so an mich zu klammern.“
Inzwischen waren wir weitergelaufen, so dass es dem Dackel wohl klar wurde, dass er nicht mehr in seinem heimischen Revier war. Er verstummte, und trollte sich wieder zurück.

„Habe ich dir eigentlich schon mal erzählt, dass wir in meiner Jugend auch einen Hund hatten?“
„Nein, nur von deiner Katze Bastet, an die ich dich angeblich so erinnere.“
„Na, der Hund gehörte eigentlich Norbert. Das ist eine längere Geschichte, für die ich ziemlich ausholen müsste.“
„Dann tu das ruhig. Wir haben noch einen längeren Weg vor uns.“

Wenn ich seine folgende Erzählung (noch) weniger wortgetreu wiedergebe als sonst, so liegt das daran, dass es doch ein ziemlicher Monolog war, an den ich mich nicht in allen Details erinnere. Wieder daheim, kam ich auch nicht sofort dazu, alles niederzuschreiben. Notgedrungen ist einiges gekürzt oder ganz ausgelassen. Aber ich bemühe mich, zumindest den Kern zu treffen.

„Meine Eltern hielten es für gut, wenn wir Kinder mit einem Haustier aufwachsen würden. Norbert wollte unbedingt einen Hund, Sonja und ich eine Katze. Schließlich kam Bastet zu uns. Norbert hatte von vornherein kein Interesse, Sonja verlor es schnell. Also blieb ich übrig, um mich mit ihr zu beschäftigen. Sie war ein faszinierendes Geschöpf: seidiges Fell, samtige Pfötchen“, er zwinkerte mir kurz zu, „geheimnisvolle Augen. Es war nicht einfach, ihre Gunst und ihr Vertrauen zu gewinnen, und selbst, als ich das geschafft hatte, konnte aus dem verschmusten Kätzchen schnell ein fauchendes Biest werden, von dem ich im eigenen Interesse lieber Abstand hielt. Sie war jeden Tag wieder eine neue Herausforderung. Das reizte mich an ihr. Ich habe durch den Umgang mit ihr viel gelernt, wie es die tumbe Unterwürfigkeit eines Hundes niemals geschafft hätte. Sie hatte ihren eigenen, unabhängigen Willen und eine eigenständige Persönlichkeit. Sie war nicht nur die Erweiterung des Willens ihres Meisters, den ein Hund als reines Werkzeug mit servilem Gehorsam ausgeführt.
Nach einiger Zeit hatte Norbert es sich in den Kopf gesetzt, Bastet ein paar Kunststücke beizubringen. Er gab ihr ein paar Leckerbissen, die sie wohl gnädig angenommen haben muss. Ansonsten bekam Norbert die Sache nicht gut. Er zog sich tiefe Kratzer an den Händen und Armen zu, und ein paar leichtere auch im Gesicht. Katzen lassen sich nicht kaufen. Norbert hatte es aufgegeben, drängte aber umso mehr auf einen eigenen Hund, den er abrichten wollte. Schließlich waren meine Eltern einverstanden.
Canis war ein mittelgroßer, gutmütiger Labrador. Es gelang Norbert tatsächlich, ihm beizubringen, auf Kommando Männchen zu machen und Pfote zu geben. Bastet konnte das genauso. Es war nur weit unter ihrer Würde, dies auf Kommando zu tun.
Als Canis noch ein Welpe war, machte Bastet ihm klar, wie die Rangfolge war. Er war ihr danach immer sehr ergeben, was sie durch grundsätzliches Wohlwollen akzeptierte. Die beiden kamen üblicherweise gut miteinander aus. Wenn es Futter gab, wählte Bastet zuerst, und überließ ihm großzügig ihre Reste.
Norbert muss es mir damals ziemlich übelgenommen haben, dass Canis trotz allem mehr auf mich hörte, als auf ihn. Ich gab ihm zwar gelegentlich mal Futter, aber meistens ignorierte ich ihn. Dennoch war Canis immer sehr beflissen, meine Anweisungen zu befolgen. Wenn Norbert und ich ihm unterschiedliche Kommandos gaben, machte er, was ich sagte. Norbert verdross das sehr, er konnte es aber nicht ändern.
Als ein Nachbarsjunge versuchte, Canis zu ärgern, verprügelte ich ihn. Das war eine der wenigen Schlägereien, an denen ich beteiligt war. Abends stand wutschnaubend der Vater des Jungen vor der Tür, um sich zu beschweren. Der Junge war fast zwei Jahre älter als ich. Mein Vater wies dem Nachbarn die Tür, nachdem die gemeine Tierquälerei des Jungen bekannt wurde.
Einen Hund kann eigentlich jeder beherrschen. Das ist keine Kunst. Hunde sind so vorhersehbar. Die würden alles tun, nur um ihrem Herren zu gefallen. Wie langweilig. Das haben Katzen nicht nötig. Sie sind nicht von der Meinung anderer über sich abhängig. Das macht es zu einer Herausforderung, sich mit ihnen zu befreunden. Aber es lohnt sich. Und es ist so entspannend, eine schnurrende Katze auf dem Schoß zu haben – aber dafür habe ich ja jetzt dich.“
„Hey!“, rief ich in gespielter Entrüstung, und knuffte ihn mit dem Ellbogen ganz zart gegen den Oberarm. Eigentlich fühle ich mich meistens ja sehr wohl als sein Schoßkätzchen oder Trophäenweibchen. Und scharfe Krallen hab‘ ich ohnehin.
Er lachte, packte mich an der Taille, hob mich leicht an, und wirbelte mich im Kreis herum. „Du ahnst gar nicht, wie oft mir Katzenpsychologie schon in kritischen Geschäftssituationen geholfen hat“, meinte er.
„.. sagt der knallharte Geschäftsmann“, ergänzte ich ironisch lächelnd.
„Ja“, bestätigte er, und forderte mich auf: „Los, stell dich jetzt erst mal an den Baum dort drüben. Vielleicht erzähle ich dir ein anderes Mal mehr davon.“
Da mir sein Vorschlag konvenierte, ging ich bereitwillig darauf ein.

Dass jeder einen Hund beherrschen kann, daran habe ich denn doch gewisse Zweifel. Zu oft schon habe ich Leute gesehen, die ihren Hund offensichtlich nicht unter Kontrolle hatten. Carsten kann sich das freilich nur schwer vorstellen. Er ist es gewohnt, dass alle nach seiner Pfeife tanzen, und höchstens gutbegründbaren Widerspruch wagen. Er strahlt halt so eine natürliche Autorität aus, wie ich sie sonst nur bei ganz wenigen Männern erlebt habe. Man braucht wohl schon ein katzenhaftes Naturell, um sich davon nicht einschüchtern zu lassen.

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Tweets aus dem Fiebermonat //1964

Ohne weitere Vorrede folgen meine Tweets vom 4. bis 20. Februar 2018:

Verleser des Tages: Patriarchat statt Participant
Körpereinsatz //1785 Siebzehnhundertfünfundachtzig
Verschreiber des Tages: Dreck statt Dreieck
Verleser des Tages: Küchenschabe statt Küchenschränke
Friedensnobelpreis für Trump //1784 Siebzehnhundertvierundachtzig
breakpoint’s Wayback Archive #21 //1783 Siebzehnhundertdreiundachtzig
Verleser des Tages: Artist statt Autist
So ein Penis ist schon was feines.
50 Tweets of Breakpoint //1782 Siebzehnhundertzweiundachtzig
Automatische Staubsaugerbots gibt es. Aber kein Bot macht meine Spüle, mein Waschbecken, mein Klo sauber, oder staubt wenigstens meine Bücherregale ab.
Da gibt’s im #IoT Kühlschränke, die selbsttätig nachbestellen. Aber saubermachen und auswischen muss ich immer noch selbst.
Effizienter, autonomer Putzroboter gesucht! #Putzbot #Hausarbeit
Verhörer des Tages: Farad statt Fahrrad
Verleser des Tages: wehleidig statt wedding
Programmänderung //1781 Siebzehnhunderteinundachtzig
Jaja, #biologischeUhr .. weiß schon.
Übrigens triggert #YoungSheldon voll meine Mutterinstinkte.
Verhörer des Tages: Anales statt „A. Nahles“
Wenn man so verfroren ist, ist es im Winter fast unmöglich, sich sexy zu kleiden.
Verleser des Tages: „Millennium Fake“ statt „Millennium Falke“
Gestiefelt //1780 Siebzehnhundertachtzig
Verhörer des Tages: „alte Hüte“ statt Aldehyde
Verleser des Tages: Dschungel statt Duschgel
Danke für keine Blumen! #Valentinstag #Kompost #Biomüll #KeineBlumen
Zum phallentinischen Arschemittwoch //1779 Siebzehnhundertneunundsiebzig
Vervollständiger des Tages: Deadline statt Details
Faschidingsda //1778 Siebzehnhundertachtundsiebzig
Ist was mit der Heizung los? Mir ist so k-k-kalt, und ich hab Eishände.
Den 2^2 * 5^3 * 17 -ten Tweet verpasst.
Verleser des Tages: Wickeltisch statt Wickelkleid
Warum MINT studieren? //1777 Siebzehnhundertsiebenundsiebzig
breakpoint’s Wayback Archive #20 //1776 Siebzehnhundertsechsundsiebzig
Verleser des Tages: „schöner bumsen“ statt „schöner bremsen“
Rückblick 2. Halbjahr 2017 //1775 Siebzehnhundertfünfundsiebzig
Verleser des Tages: evening statt evading
Verhörer des Tages: Kannibalisten statt Karnevalisten
Glühwein-Dynamik //1774 Siebzehnhundertvierundsiebzig
Versprecher des Tages: Dummokratie statt Demokratie
Verleser des Tages: Mittelfeld statt Minenfeld
Beruf und Verrufung //1773 Siebzehnhundertdreiundsiebzig
Testsystem gecrasht. Wird nichts mit früherem Feierabend.
Der sexte und letzte Teil der Quark-Hexalogie #endlich
Verleser des Tages: Mausefalle statt Mauerfall
breakplaining: cis //1772 Siebzehnhundertzweiundsiebzig
Früh Rechner gesleept, Spülmaschine angelassen, danach schusseligerweise statt Anykey Netzschalter gedrückt. Bin dann lieber gleich ins Büro.
Verleser des Tages: Mozzarellakugeln statt Mozartkugeln
Frau spricht mich auf Weg zur Arbeit mit Namen (!) an, und ich hab immer noch keine Ahnung, wer das war. #Prosopagnosie
Vorgestellt (14 bis 14) //1771 Siebzehnhunderteinundsiebzig
Verhörer des Tages: Scham statt Charme
Trügerischer Schein //1770 Siebzehnhundertsiebzig
Verleser des Tages: Schätzung statt Schätzchen
breakpoint’s Wayback Archive #1F //1769 Siebzehnhundertneunundsechzig
Vervollständiger des Tages: viola statt voilà

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Zukunft auf der Kippe //1963

Als ich neulich erwähnte, dass Fiona’s Abitur wenige Wochen vor den Prüfungen gefährdet war, dachte ich in diesem Moment gar nicht daran, dass ich damals ein ähnliches Problem gehabt hatte. Erst ein paar Tage später fiel es mir dann in ganz anderem Zusammenhang wieder ein.

Ich war immer eine gute Schülerin gewesen, für gewöhnlich bei den Klassenbesten. Zwar schrieb ich schon mal eine schlechte Note, konnte dies aber im Laufe des Schuljahres problemlos wieder mit anderen Noten kompensieren, so dass sich diese Ausreißer herausmittelten.
Es war im 4. Halbjahr der Kollegstufe. Ich erinnere mich nicht mehr so richtig, aber ich muss wohl krank gewesen sein, als die Kurzarbeit in Geschichte geschrieben wurde, denn ich hatte einen Nachtermin bekommen, in dem ich sie alleine nachschreiben musste.
Einige Tage später gab der Lehrer sie mir zurück. Es war mir schon klar gewesen, dass das keine Glanzleistung gewesen war. Ich hatte so mit 6 bis 8 Punkten gerechnet. Ich hatte ja zu allen Fragen irgendetwas, IMHO substanzielles, geschrieben. Dann aber 0 Punkte.
Da sonst niemand die gleiche Arbeit geschrieben hatte, war ein Vergleich mit der Arbeit eines Mitschülers nicht möglich. Ich kann es bis heute nicht nachvollziehen, warum ich damals überhaupt keinen Punkt bekommen hatte. Schließlich hatte ich durchaus Erfahrungen, so dass ich meist ganz gut abschätzen konnte, welche Bewertung bei einer Arbeit herausgekommen würde. Mit ein ganz klein wenig Wohlwollen hätte dieser Lehrer sicher genügend passenden Inhalt in der Kurzarbeit gefunden, der wenigstens einen Punkt gerechtfertigt hätte. Ich will ihm nichts unterstellen, aber der Gedanke liegt irgendwie nah.

Die Null-Punkte-Kurzarbeit war eine Sache. Es waren nicht meine ersten 0 Punkte, so dass sich meine Enttäuschung und Scham darüber in Grenzen hielten. Das Problem war, dass es vier Wochen vor den Abiturprüfungen war. Mit 0 Punkten in Geschichte würde ich gar nicht erst zugelassen werden. In dem – stark verkürzten – letzten Halbjahr gab es keine Zeit mehr, die mündlichen Leistungen z.B. durch ein Referat aufzubessern. Es stand nur noch die Klausur aus. Aber wenn ich einmal 0 Punkte geschrieben hatte, so könnte sich dieses Debakel auch wiederholen. Meine ganze Zukunft schien nicht mehr gesichert zu sein, meine Planung für mein vorgesehenes Studium schien sich in Luft aufzulösen. Mindestens ein Jahr meines Lebens hing von dieser einen Klausur ab. Irgendwie zog mir diese Aussicht den Boden unter den Füßen weg.
Im Gegensatz zu Fiona war ich damals (da G9) bereits volljährig, so dass wenigstens meine Eltern nicht damit behelligt wurden.

Auf die Klausur bereitete ich mich besonders gründlich vor, und schaffte dann ich-weiß-nicht-mehr-wie-viele Punkte. Es reichte aber. Und ich konnte endgültig mit Geschichte abschließen.

Seit jeher war Geschichte auf der Prioritätenliste meiner Schulfächer abwechselnd mit Sport ganz unten gewesen, sogar deutlich unterhalb von Religion. Wen interessiert es schon, was in der Vergangenheit einmal war? Was vorbei ist, ist passé.
Dieses Geschwafel, was irgendwann mal passiert ist, interessiert mich einfach nicht. Als Schulfach fehlt Geschichte jegliche praktische Relevanz oder Nutzen.
Soweit ich mich erinnere, hatten wir sieben oder acht Jahre lang Geschichtsunterricht, etwa zwei Stunden pro Woche, und ohne die Möglichkeit, es vor dem Abitur abzuwählen.
Gefühlt mussten wir uns in mindestens achtzig Prozent der Zeit nur mit dem zweiten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts beschäftigen. Zehn Prozent waren Mittelalter, fünf Prozent alte Römer und Griechen, und der klägliche Rest umfasste die ganze sonstige Vergangenheit. Das muss man sich mal vorstellen! Das Universum ist knapp vierzehn Milliarden Jahre alt, aber der Geschichtsunterricht konzentriert sich grob auf ein Dutzend Jahre. Paläontologie, Kosmologie, .. Fehlanzeige. Bei Geschichte geht es fast ausschließlich um irgendwelche Kriege der letzten wenigen Kilojahre – das ist mir zuwider.

Da ich nicht nur herummeckern, sondern auch einen umsetzbaren Lösungsvorschlag geben möchte:
Den Pflichtunterricht in Geschichte auf die Hälfte zusammenstreichen.
Sich dafür interessierende Schüler können ja meinetwegen Wahl[pflicht]kurse besuchen.
Die eingesparten Stunden für sinnvollere Fächer nutzen. Es geht nicht an, dass es Abiturienten gibt, die das Lösen einer simplen quadratischen Gleichung nicht hinkriegen, und auf ihre Unfähigkeit sogar noch stolz sind.

Mit den Geschichtszahlen konnte ich auch nichts anfangen. Mal davon abgesehen, dass diese in einer völlig willkürlichen Skala vorliegen, triggern Zahlen normalerweise mein Gehirn, damit arithmetische Operationen durchzuführen. Bei geschichtlichen Jahreszahlen (ebenso wie übrigens bei den Nummern von Gesetzesparagraphen) kommt es wohl in meinem Gehirn zu Interferenzen, weshalb es für mich eine richtige Qual ist, Zahlen auswendig zu lernen, wenn keine mathematische Struktur und Systematik dahintersteckt.
Auch die 333 – bei Issos Keilerei – zerlege ich lieber in 3^2 * 37, und die 753 – Rom schlüpft aus dem Ei – bildet die Diagonale einer Nummerntastatur. Was jetzt genau bei Issos los war, weiß ich bis heute nicht, ist mir auch egal. Immerhin kann ich mir die Gründung Roms merken.

Zwar schaue ich mir im Fernsehen schon mal ein Historiendrama an, oder inzwischen gar eine Geschichtsdoku (wenn nichts besseres im Fernsehen läuft). Aber im Grunde genommen hat mich die Zukunft immer weit mehr fasziniert. Ich mag Science Fiction, und bin neugierig auf die technologischen Möglichkeiten, die die Zukunft bringen mag. Futurologie ist ein spannendes Forschungsfeld, das in der Schule leider absolut ignoriert wird.
Es ist doch viel besser, sich mit der Zukunft zu beschäftigen, und sich zu bemühen, sie zweckmäßig und angenehm zu gestalten. Stattdessen lässt man über uralte Geschichten kein Gras wachsen, und hackt sie immer wieder auf.

Gerade junge Menschen sollten sich auf die Zukunft konzentrieren. Nur alte Leute leben in der Vergangenheit – bzw. umgekehrt: Wer sich nur noch mit der Vergangenheit beschäftigt, ist alt.

Soweit hatte ich den Text bereits am Vortag aufgeschrieben. Inzwischen ist mir noch eingefallen, dass der oben genannte Lehrer durchaus einen Grund gehabt haben könnte, mir zu grollen.
Als Schülerin war ich immer ruhig und zurückhaltend gewesen, überhaupt nicht aufmüpfig oder renitent. Eigentlich kam ich mit allen Lehrern gut zurecht. Gerade Geschichte war mir so gleichgültig, dass ich keinenSinn darin sah, deswegen herumzustreiten oder mich mit dem Lehrer anzulegen (wie das durchaus ein paar Mitschüler versuchten).
Wenn ich etwas weiter in meine Schulzeit zurückblicke, hatte ich jenen Lehrer bereits ein Jahr lang in der Mittelstufe auch in Deutsch gehabt. Gelegentlich erzählte er im Unterricht auch etwas über seine privaten Unternehmungen. Einmal schilderte er ein Erlebnis, das so aus naturwissenschaftlichen Gründen in dieser Form aber gar nicht möglich gewesen sein kann. Ich habe keine Ahnung mehr, was das damals konkret war. Jedenfalls wies ich ihn vor versammelter Klasse auf seinen Fehler (das ist die positive Deutung gemäß Hanlon’s Razor – es hätte auch eine vorsätzliche Lüge sein können) hin. Auch wenn er die Sache damals überspielte und scheinbar mit Humor nahm, kann es sein, dass dies für ihn ein Motiv für eine spätere Rache gewesen sein könnte.
Bezeichnenderweise kam ich damals gar nicht auf die Idee, dass er mir die Verbesserung vielleicht übel genommen haben könnte. Ich muss mich seither selbst wohl innerlich weiterentwickelt haben, denn damals war mir solches Denken völlig fremd. Jetzt mutet es mich immer noch als merkwürdig an, aber zumindest ist mir bewusst, dass viele Leute so ticken.
Deshalb konnte ich wohl auch nie etwas mit Geschichte anfangen, denn im Grunde geht es dabei meistens nur um irgendwelche Befindlichkeiten von Leuten, ihre verletzten Eitelkeiten, und wie sie darauf reagieren. Die Zusammenhänge sind alles andere als logisch oder rational, so dass sie für mich kaum nachvollziehbar sind.

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Anders als gedacht //1962

Derzeit häufen sich die Einladungen zu Geburtstagsfeiern. Nach meiner Mutter und meiner Schwägerin hatte mich auch Philipp eingeladen, und ich hatte zugesagt.
Ich war ein bisschen später dran, aber bei Partys kommt es ja nicht auf ein paar Minuten an. Also stieg ich die Treppe hoch, und klingelte an seiner Tür.
Philipp öffnete. Ich gratulierte ihm und überreichte sein Geschenk. Wohlwollend stellte ich fest, dass er auf Dekoration und Firlefanz verzichtet hatte. „Bin ich heute richtig? Oder habe ich mich im Datum vertan?“, fragte ich, als mir bewusst wurde, dass sonst keine anderen Gäste anwesend waren.
„Nein, Anne, du bist schon richtig da.“
„Und die anderen Gäste? Wann kommen die?“
„Hm ..“, murmelte er, und blickte dabei auf den Boden.
„Wie viele kommen denn noch, Philipp?“ Als er nicht gleich antwortete, fügte ich hinzu: „Eine ganze Zahl!“
„Null“, erklärte er schließlich.
„Hast du das von vornherein so geplant? Oder haben die anderen abgesagt?“
„Ich wollte meinen Geburtstag mit dir alleine feiern, Anne.“

Ich hab‘ auch meine Prinzipien. Eines davon ist es, privat nie alleine mit einem Mann in dessen Wohnung zu gehen, wenn ich Sex definitiv ausschließe. (Und wem jetzt wieder die früheren Arbeitswochenenden bei Carsten einfallen: Erstens war das nicht privat, und zweitens wäre ich Sex nicht abgeneigt gewesen, habe es nur nicht drauf angelegt.)
„So war das nicht ausgemacht, Philipp. Du hast mich glauben lassen, dass noch mehr Gäste kommen.“ Er hatte mich nicht direkt angelogen, aber – wie Mathematiker es halt so machen – mit Zahlen gespielt, und ich hatte – unaufmerksam und gerade in Eile – nicht nachgehakt. „Ich werde jetzt die Gästeanzahl um eins erniedrigen“, kündigte ich an.
„Ach, Anne, bitte bleib. Nur auf einen Kaffee.“
Er schaute so unglücklich, dass ich nachgab.

Philipp hatte auch Kuchen besorgt, so dass wir uns an den Couchtisch setzten, um dort zu essen und zu trinken. Wir unterhielten uns auch anfangs ganz gut, bis Philipp seinen Arm um mich legte, und mich – bevor ich reagieren konnte – küsste.
Er war dabei geschickter und fordernder, als ich es ihm zugetraut hätte. Ein paar Sekunden gab ich dem überrascht nach. Er küsste wirklich gut, und ich war in den letzten Tagen halb auf Kussentzug gewesen, da ich meine Erkältung keinesfalls an Carsten weitergeben wollte.
Es bereitete mir Anstrengung, Philipp von mir wegzuschieben und meinen Kopf wegzudrehen.
„Was soll das, Philipp?“, fragte ich ihn schließlich streng, „du weißt doch, dass ich vergeben bin. Außerdem hab‘ ich immer noch etwas Schnupfen. Du bist selber schuld, wenn du dich angesteckt hast.“
„Es .. es tut mir leid“, stammelte er.
„Es braucht dir nicht leid zu tun. Mach es einfach nicht mehr, sonst können wir uns in Zukunft nicht mehr treffen.“
Wortlos nickte er.

Ach, ich habe Philipp ja wirklich sehr gern. Als Mathematiker ist er brillant. Er kennt jedes noch so exotische Theorem. Für mich ist er aber eher ein jüngerer Bruder – mein Doktorbruder.
Am liebsten würde ich ihn ja anderweitig verkuppeln, ich weiß nur nicht, an wen. Vom Alter her würde Verena ganz gut passen, aber ich würde ihm sicherlich keine Alleinerziehende zumuten. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die beiden einigermaßen miteinander harmonieren würden. Ich will ja nicht lästern, aber als Verena damals bei uns Praktikantin war, war sie manchmal schon bei einfachen Dreisatz-Aufgaben überfordert oder ist bei mittelschweren Kopfrechnungen gescheitert.
Ich überlege, ihm nahezulegen, sich etwas mit Pickup zu beschäftigen. Aber leider ist er sehr auf mich fixiert, und ich fürchte, ihm schwebt nicht nur eine sexuelle, sondern vor allem eine romantische Beziehung vor. Für letzteres wäre ich nicht bereit gewesen, selbst als ich vor einigen Jahren noch Single war.

Mein Kuchenteller war leer. Den letzten Schluck Kaffee trank ich zügig aus, versprach Philipp, ihm wegen unseres Papers eine Mail zu schicken und verabschiedete mich.

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Nicht-Binäre Nullen //1961

Hat sich jemand gewundert, warum ich nicht schon viel früher die aktuelle Quartalsstatistik über die Kommentare auf diesem Blog veröffentlicht habe?
Normalerweise lade ich am letzten Tag eines Quartals oder am ersten Tag des darauffolgenden Quartals (je nach dem, wie es mir zeitlich am besten passt) eine WordPress-Exportdatei herunter mit den Beiträgen samt Kommentaren der letzten drei Monate.
Ich habe mir dann so ein Programmchen geschrieben, das muss ich nur über die Datei drüberlaufen lassen, dann spuckt es die sortierten und verlinkten Daten über die Kommentatoren und die Anzahl ihrer Kommentare aus. Diese Daten muss ich dann nur noch im Wesentlichen in einen Blogentwurf pasten.
So hatte ich dies auch beim letzten Quartalswechsel vorgesehen. Es klappte auch scheinbar alles. Dass deutlich weniger Kommentare als das letzte Mal gezählt wurden, schob ich darauf, dass es im betrachteten Zeitraum auch weniger Kommentare gegeben hatte. Ich hatte ja urlaubsbedingt im August weniger gebloggt, und zeitweise war auch wirklich nur wenig losgewesen.

Dann jedoch fiel mir beim Plausibilitätscheck auf, dass ein bestimmter Kommentator, der gerade in den letzten Tagen vorher viel kommentiert hatte, in meiner Liste völlig fehlte.
Ich schaute mit einem Editor in die Exportdatei, suchte den Namen dieses Kommentators, und fand ihn auch mehrfach. Nur mein Programm fand ihn partout nicht. Ich verglich die Formatierung und die Tokens. Alles schien zu passen.
Da dieses Problem nur niedrige Priorität hatte, konnte ich nicht länger am Stück daran arbeiten, sondern musste immer wieder unterbrechen.
Ich erspare euch die Fehlschläge in meiner Fehlersuche. Insgesamt hat mich das einiges an Zeit gekostet. Beispielsweise dumpte ich eine Liste unsortiert mit allen Kommentatornamen heraus, samt der Position, an der sie in der Datei standen.
Ursprünglich hatte ich vermutet, dass irgendeine Besonderheit bei diesem Kommentator (und noch bei zwei oder drei anderen) sei, die es verhinderte, dass mein Algorithmus seinen Namen fand. Die Positionsangabe in der Dump-Datei brachte mich dann schließlich auf die Lösung:
Die Positionsangaben endeten bei etwas über einer Million. Die Datei war aber 1.9 Megabyte groß. Irgendwie passte das nicht zusammen (zumal ich in einem Texteditor durchaus Kommentare ganz unten erkennen konnte). Einige weitere Checks deuteten daraufhin, dass die Datei nach der guten Hälfte einfach abgeschnitten wurde.
Wie kann das sein? Eine XML-Datei ist im Grunde genommen eine Text-Datei, in diesem Fall UTF-8 kodiert. Ich öffnete sie mit einem Hex-Editor und suchte nach einer binären 0. Bingo!
Bei der ersten 0 (es gab mehrere) wurde die Zeichenkette abgeschnitten.
Wie kommt WordPress dazu, in eine XML-Datei Nullen reinzuschreiben?
Nach meiner Einschätzung waren die früher heruntergeladenen Exportdateien korrekt (ich habe aber nur die vom 2. Quartal 2018 noch mal überprüft).

OK. Nachdem das Problem jetzt identifiziert war, war der nächste Schritt die Suche nach einer Lösung.
Obwohl alles andere als elegant und auch denkbar langsam, entschloss ich mich, die ganze Datei in einen Stream zu laden, Byte für Byte einzulesen, und es durch eine 32 (die um die Anzahl meiner Finger erniedrigte Antwort) zu ersetzen, wenn es eine 0 war.
Nachdem ich diese Funktion implementiert hatte, lief das Programm wieder, und liefert – soweit ich das beurteilen kann – korrekte Ergebnisse.
Was das mit den Nullen sollte, weiß ich immer noch nicht. Ich machte mir nicht die Mühe, das herauszufinden.

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Nur Projektion //1960

Kurz nachdem ich in diese Wohnung eingezogen war, hatte ich mir einen Radiowecker gekauft. In dieser Funktion war er kaum in Betrieb, denn ich wachte für gewöhnlich von selbst rechtzeitig auf, und der Klang des Radios war nicht besonders gut.
Was ich aber sehr an dem Gerät schätzte, war die Projektionsanzeige. Am Abend unmittelbar vor dem Zubettgehen schaltete ich den Projektor an, der die Uhrzeit dann zur gegenüberliegenden Zimmerecke projizierte. Am Morgen schaltete ich ihn wieder aus.
Ungezählte Nächte habe ich mich damit beschäftigt, mit den gerade angezeigten Ziffern Primzahlzerlegungen und andere Zahlenspielchen zu machen, wenn ich nicht schlafen konnte.
Nun, die Zeit vergeht. Nichts hält ewig, und so schwächelt die Projektionsanzeige zunehmend oft, ist sehr blass, so dass der Kontrast nicht immer ausreicht, die Uhrzeit abzulesen. Ich gehe davon aus, dass dies eine ganz normale Alterungserscheinung des Lasers ist.
Gerade im Winter ist es wichtig, dass sich die Uhrzeit eindeutig erkennen lässt, so dass wir wissen, ob es bereits Zeit zum Aufstehen ist, oder ob wir vorher noch eine Kuschelrunde+ einlegen können.
Gerne würde ich mir wieder ein ähnliches Weckermodell zulegen, aber .. tja, wieder mal das große Aber.

Inzwischen habe ich auf mehreren Internetportalen schon unangenehm viel Zeit verbracht, um eine neue Projektionsuhr zu finden, die meine Erfordernisse erfüllt. Wecker- oder Radiofeature brauche ich eigentlich nicht, eine Uhr genügt.
Mittlerweile gibt es viele Projektionsuhren, die auch zumindest die Temperatur anzeigen. Ein nettes Feature, das ich schon gerne hätte, aber nicht unbedingt.
Was mir aber wichtig ist, ist, dass die Uhr über einen Netzanschluss läuft, und nicht zwingend Batterien braucht (bei einem Stromausfall muss ich halt neu stellen – die meisten stellen sich inzwischen eh über Funk – ein nettes Feature, aber nicht unbedingt notwendig). Leider scheinen das nur wenige zu tun. Dafür haben viele einen USB-Anschluss.
Außerdem muss die Projektion auch in fünf Meter Abstand gut lesbar sein. Leider ist häufig nur ein Abstand von bis zu zwei Metern angegeben. Das nützt mir nichts. Genauso wenig, wie wenn ich die Projektion nur an die Decke oder hinter die Uhr werfen kann, und ansonsten die Ziffern auf dem Kopf stehen.
Letztendlich wäre es schön, wenn das normale Display ebenfalls auch nachts gut ablesbar wäre und tagsüber auch aus größerer Entfernung. Also wohl große Leuchtziffern. Bei dieser Anforderung würde ich aber, falls nötig, Abstriche machen. Ebenso will ich die Projektion eigentlich tagsüber ausschalten, aber sogar so etwas scheint bei vielen Geräten nicht möglich zu sein.
Und natürlich will ich auch keinen überhöhten Wucherpreis bezahlen. Etwa dreißig Euro erscheinen mir für meine Ansprüche reichlich. Weit drüber werde ich nicht gehen.

Auf all diesen Portalen wie eBay, Amazon und noch ein paar Vergleichsportalen kriegt man aber diese Informationen (Stromversorgung, Projektionsentfernung) kaum raus. Da muss man jedes Angebot einzeln öffnen und im Text danach suchen. Nicht immer ist es überhaupt angegeben.
Da stehen ellenlang Beschreibungen von Snooze-Funktionen und Zeitzonen (was ich alles nicht brauche), und wesentliche Punkte wie eben die Stromversorgung sind nicht vorhanden oder unauffällig irgendwo versteckt.
Die Portale lassen zwar suchen und filtern über etliche Kriterien, aber nicht über die für mich ausschlaggebende Kriterien. Der Hersteller zum Beispiel ist mir völlig egal, solange die Uhr netzbetrieben die Uhrzeit weit genug projiziert. Genauso sind mir Design und Farbe absolut gleichgültig, denn das sehe ich Dunklen eh nicht.

Bisher habe ich keine Uhr gefunden, bei der ich eindeutig davon ausgehen kann, dass sie meine Anforderungen erfüllt. Das ganze Snooze-Zeug brauch ich nicht, und auch keinen USB-Anschluss. Ich will doch nur nachts die Uhrzeit gut ablesen können.
Als ich nach dem Modell meines aktuellen Radioweckers suchte, fand ich nur einen gebrauchten. Nein, danke! Einen gebrauchten habe ich selbst. Auch ein Nachfolgemodell scheint es nicht zu geben.

Mit dieser ganzen Featuritis vernachlässigen die Hersteller die grundlegende Funktionalität zugunsten von Schnickschnack, den kaum jemand braucht. Das ist mir schon öfter aufgefallen, und ich hatte es auch mindestens einmal hier thematisiert. Online-Kaufportale sind ebenfalls keine große Hilfe.

So, und jetzt könnt ihr euch denken, dass zumindest Radiowecker nicht zum Produktspektrum unserer Firma gehören.

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Landtagskwahl //1959

Da habe ich also die Briefwahlunterlagen vorliegen, und ich kann mich wieder mal nicht so recht entscheiden. Bei keiner Partei habe ich den Eindruck, dass sie meine Interessen halbwegs vertritt.
Das ging mir bei früheren Wahlen schon genauso, aber diesmal kommt dazu, dass in den letzten Jahren Sachthemen immer weniger diskutiert wurden, und Fragen und Bedenken der Bevölkerung weitgehen ignoriert wurden. Interne Querelen, die sich an Kleinigkeiten hochzogen, verdrängten die wichtigen Angelegenheiten. Stattdessen konzentrieren sich die etablierten Parteien darauf, die $Partei zu bashen und zu diffamieren.
Von den Medien fühle ich mich nur unzureichend und voreingenommen informiert. Ich würde wirklich mal gerne ein Argument gegen die $Partei hören, das über „die $Partei ist schlimm, weil sie böse ist“ hinausgeht. Die Berichterstattung ist selektiv und tendenziös. Wichtige Topics werden verschwiegen, Nebensächlichkeiten aufgebauscht.
Diese Hetze gegen die $Partei nervt, und sie treibt mich allmählich dazu, das Mobbingopfer in Schutz zu nehmen, obwohl es mir nicht besonders sympathisch ist.

Der Wahlomat war wieder mal keine große Hilfe. Die meisten der 38 Fragen übersprang ich, weil sie mir nicht wichtig waren, oder ich klickte auf „neutral“.
Nur zwei Fragen markierte ich als besonders wichtig. Zum einen fände ich es gut (in Erinnerung an meine Schulzeit auf dem Lande), wenn Schüler und Studenten den OPNV kostenlos benutzen dürften (auch wenn das zu Lasten des Steuerzahlers geht – das wäre es mir wert). Zum anderen unterstütze ich es, Studienabschlüsse wieder auf Diplom und Magister statt Master und Bachelor umzustellen.
Der Wahlomat fand daraufhin mit der $Partei die größte Übereinstimmung (dicht gefolgt von zwei anderen). Aber was besagt das jetzt? Andere Fragen, die mir wichtiger sind, und bei denen sie eine andere Einstellung hat als ich, wurden ja gar nicht gestellt.
Die Beschränkung des Wahlomaten auf maximal acht zu vergleichende Parteien finde ich ungünstig. Man wird doch nur Parteien aussuchen, die man eh schon kennt, während kleinere, unbekannte Parteien trotz eventueller Übereinstimmungen keine Chance haben, Aufmerksamkeit zu erregen.

So halb hatte ich mich ja letzte Woche bereits für eine bestimmte Partei entschieden gehabt, hörte dann aber im Radio ihren furchtbar dümmlichen Wahlwerbespot, der sie so ziemlich disqualifizierte. Das Problem ist halt, dass die anderen Parteien auch nicht besser sind.
Und wenn ich dann noch in den Nachrichten höre, dass eine Partei bedauert, „ihre Ziele dem Wähler nicht verständlich gemacht“ zu haben, dann ist die ebenfalls endgültig unterdurch, hält sie doch ihre potentiellen Wähler für zu doof.

Nach der letzten Bundestagswahl fand ich das Gerangel um eine Regierungsbildung furchtbar. Die $Partei wurde als Koalitionspartner definitiv ausgeschlossen. Dabei war sie demokratisch von mehreren Millionen Bürgern gewählt, was sie wohl durchaus dazu legitimiert hat. Es ist schlimm, wie ihre Wähler verunglimpft werden. Wenn die $Partei nicht grundgesetzkonform ist, so soll man sie verbieten. Lässt man sie aber zur Wahl antreten, hat man das Votum der Wahlberechtigten gefälligst zu akzeptieren, auch wenn es einem nicht gefällt.
IMHO wäre eine Bahamas-Koalition sinnvoll gewesen, aber das lehnten die anderen Parteien ja kategorisch ab, diese Pharisäer!
Ein wenig frischer Wind tut dem festgefahrenen und verkrusteten Parteiensystem gut, insbesondere wenn es ein Gegengewicht zu extremen Positionen auf der politisch entgegengesetzten Seite darstellt.

Man muss der $Partei inhaltlich nicht nahe stehen, um den unfairen Umgang der anderen Parteien sowie der Medien mit ihr zu kritisieren.
Wenn mich dieser Eintrag Follower kostet, so kann ich’s auch nicht ändern.

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Fortsetzung von Blogtraditionen //1958

Bevor ich diesmal die neuesten Suchanfragen der letzten Wochen aufliste, möchte ich darauf hinweisen, dass ich die traditionelle Kommentarstatistik für das dritte Quartal 2018 nicht vergessen habe. Aus noch ungeklärten Gründen gibt es jedoch diesmal technische Probleme mit der Umsetzung. Ich bleibe aber dran und werde berichten.

„geheime unterhaltungen lesen“
Psst, ich verrate nichts.

„dieter riemann“
Ich kenne nur Bernhard Riemann.

„kohlenhydratfreies eis“
Wasser einige Stunden ins Gefrierfach stellen, et voilà!

„sm diplomarbeit“
Huch! Ich bin enttarnt!

„algorithmen kompakt und verständlich“
Nicht jeder Algorithmus ist elegant. Der Pragmatismus gebietet es, manchmal auch quick’n’dirty Workarounds zu nutzen.

„thema tante anne“
Eieiei ..

„evalyze“
Hoppla, das hat schon jemand gesucht! Ist nur ein Deckname.

„grundkraft“, „4 grundkräfte“
Wir glauben, vier Grundkräfte der Natur zu kennen: die Elektromagnetische, die Schwache, die Starke, sowie die Gravitation.

„informative suchanfragen“
Meine Auflistungen von Suchbegriffen sollen nicht nur unterhalten, sondern auch interessante Informationen liefern.

„abmahnung schriftart“
Ist die Schriftart dabei relevant? Ein ganz üblicher, normaler Font dürfte angebracht sein.

„koffeinvergiftung dauer“
Hängt wohl von der Menge ab. Mehrere Stunden würde ich annehmen.

„schrott kreuzworträtsel 8 buchstaben“
Alteisen?

„programmierschlampe blog“
Da weiß jemand, was er lesen will.

„recaptcha austricksen“
Früher ging das, indem man nur das leichter zu entziffernde Wort richtig eingab. Inzwischen hat Google aber einiges daran geändert, insbesondere die API.

„boudoir damenwäsche“
Auf meinem privaten Boudoirblog gibt es u.a. auch ein paar Dessousfotos.

„tierkreiszeichen latein“
Soweit ich mich erinnere: Aries, Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, Libra, Scorpio, Sagittarius, Capricornus, Aquarius, Pisces.

„spange kreuzworträtsel“
Klammer.

„pokemon generationen“
Na, das interessiert mich wirklich nicht.

„katze haart extrem“
Im Frühjahr ist das nichts ungewöhnliches.

„schwalben rückflug“
Das machen sie etwa in der ersten Septemberhälfte.

„oma spreizt die beine“
Dem künstlichen Hüftgelenk sei Dank.

„breakpoint benjamin“
Wir haben unseren Kontakt derzeit stark reduziert.

„phallotheistisch“
Ach, ja ..

„verterminiert“
Wenn der Termin nicht passt.

„relativitätstheorie widerlegt“
Sie mag noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber von Widerlegung kann keine Rede sein. In ihrem Gültigkeitsbereich trifft sie durch Beobachtung und Experiment bestätigte Vorhersagen.

„sabine scho“
Ja, sie spricht mehr Dialekt als ich.

„oma sexbilder“
Ich bin nur Stiefoma.

‚agnetha „bottom“‚
Welchen Zusammenhang das Bottom-Quark mit der ABBA-Agnetha hat, ist mir unbekannt.

„www.kurz-in-urlaub.de“
Mal schauen, ob Anfang November noch ein Kurzurlaub drin ist.

„massenanziehung“
In der Klassischen Physik wird sie über das Newton’sche Gravitationsgesetz beschrieben, in der Modernen über die Allgemeine Realtivitätstheorie.

„kynophobiker“
Ich arbeite dran.

„ulrich speck twitter“
Ulrich ist ziemlich schlank.

„arm trotz vollzeitjob“
Sparsamer Geldumgang ist wichtig.

„chrome reagiert nicht“
Vielleicht ist er beim Nach-Hause-Telefonieren.

„large hardon collider“
Sic!

„voyeur ftp“
FTP eignet sich nicht besonders zum Spannen.

„tampon reingerutscht“
Nach Gebrauch wieder rausziehen.

„verstehen sie spaß wiederholung“
{Ja}

„leichtes elementarteilchen 6 buchstaben“
Lepton.

„sm geschichten“
Ach ja, das Standardmodell .. Oder etwa Social Media? Oder gar Software-Mami?

„warnherzig“
Sic!

‚“produkttester“‚
Das sind Leute, die Waren ausprobieren, die sie zu diesem Zweck kostenlos vom Hersteller erhalten haben, und dann darüber bloggen.

„alte programmiersprache kreuzworträtsel“
Algol, Cobol, Fortran, Pascal, ..

„er heißt waldemar weil es im wald geschah“
Gilt das analog auch für die Bettina?

„gehalt ungelernte sprechstundenhilfe“
Gibt es dafür überhaupt einen Tariflohn?

„popcorn eimer gramm“, „mushroom popcorn kaufen“
Gibt es in unterschiedlichen Größen und Sorten.

„skalar unterscheidung männlich weiblich“
Nein, für diese Unterscheidung genügt ein Skalar nicht. Die Unterschiede ergeben eine multidimensionale Größe.

„beratervertrag scheinselbständigkeit“
Oh je! Ein komplexes Thema.

„recaptcha immer falsch“
Ja, das Problem hatte ich auch schon. Da könnten irgendwelche Browser-Einstellungen falsch gesetzt sein.

„dreigeteilte matratze“
Die sind halt leichter zu handlen als die einteiligen.

„lange anna eingestürzt“
Tja ..

„elementarteilchen 4 buchstaben“
Myon oder Pion.

„theorie de riemann“, „riemann vermutung“
Es gibt die Theorie, die Riemann’sche Vermutung sei bewiesen.

„last christmas suchanfragen“
Next christmas naht schon wieder.

„donna colada“
Donnez-moi die Cola da.

„instabil kreuzworträtsel“
Wackelig?

„erotische sprüche“
Mag ich, solange sie nicht geschmacklos oder vulgär sind.

„herzensmensch synonym“
Herz ist Trumpf. Aber nur bei bestimmten Kartenspielen.

„verdrießen kreuzworträtsel“
Verstimmen?

„cousin spritzt ab“
Bestimmt sein Auto mit dem Wasserschlauch?

„schnapsglas rubensfigur“
Wir wollen hier aber keine Abschätzung des Volumens!

„elektromagnetismus wikipedia“
Am besten gleich dort nachsehen. Das ist ein umfangreiches Thema, mit dem man Bücher füllen kann.

„die auffällige merkwürdigkeit des lebens“
Tja, c’est la vie. Oder wie wir zu sagen pflegten: „Sellerie, Sellerie, nicht Endivie“.

„der dummschwätzer besetzung“
Nicht mein Thema.

„peritonsillarabszess wie lange krank“
Oh je! Das kann sich hinziehen. Faustregel eine Woche wirklich krank, aber noch längere Rekonvaleszenz.

„koordinatensystem in word“
Word ist eigentlich nicht optimiert für solche Graphiken. Vielleicht ist es eine Option, ein Diagramm in Excel zu erstellen und dann ins Worddokument einzubetten.

„omni vibrator“
Häh? Multivibrator kenne ich.

„bürste englisch“
Brush. Seltsamerweise das gleiche Wort wie für Pinsel.

„kritikalität duden“
Gibt an, ob etwas kritisch ist.

„gebuchten urlaub beim vorstellungsgespräch erwähnen“
Wenn sich der Urlaub auf das Einstellungstiming auswirken könnte, dann sicher.

‚“interessante links speichern und teilen“ situs poker‘
Sita usui late in ista perge ins.

„vermieter beschwert sich über kinderlärm“
Kindergeschrei kann aber auch nervig und sehr störend sein.

„schnittverletzung krankschreibung“
Bei einer großen Verletzung könnte das nötig sein.

„baby erektion“
Das soll bei kleinen Knaben ganz normal sein, das Wasserlassen in hohem Bogen nach oben auch.

„examiniert synonym“
Geprüft?

„glühwein ablaufdatum“
Den kann man danach immer noch trinken.

„musik verhörer“
In Liedtexten versteht man manchmal etwas anderes.

„misandrisch“
Männerfeindlich.

„donna stricken“
Die Nobelpreisträgerin heißt Donna Strickland.

„übergangslösung kreuzworträtsel“
Interim.

„leben verschwenden“
Bei einem Computerspiel?

„ich muss tagesdildo tragen“
Dann lass‘ es doch bleiben.

„tschüss duden“
Abschiedsgruß.

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Gerüchtet //1957

Für die Mittagspause hatte ich mich mit Verena in einem Café in der Innenstadt verabredet. Ich war etwas früher dran, sie kam kurz nach dem vereinbarten Zeitpunkt.
Zunächst druckste sie etwas herum, als wisse sie nicht, wie sie anfangen solle. Schließlich rückte sie doch mit der Sprache heraus: „Teresa erzählt überall herum, dass du sie mit ihrem Mann betrogen hättest.“
Vor etwa drei Wochen hatte ich Teresa zufällig bei einem Besuch bei Verena gesehen. Und jetzt verbreitete jene Gerüchte und Lügen über mich.

Ich schüttelte den Kopf: „Das ist absoluter Unsinn. Ich war vor Jahren mal mit Benjamin zusammen. Das war lange, bevor ich deinen Vater traf. Und er war damals auch noch Single. Jetzt sind wir nur noch gute Freunde und arbeiten wissenschaftlich zusammen.“
„Sie sagt, sie hätte Sexbilder bei ihm gefunden, auf denen du drauf bist.“
„Diese Bilder stammen noch aus der Zeit, als wir eine Affäre hatten. Es gibt wohl auch ein paar neuere Bilder. Aber die sind völlig harmlos.“ Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust, mich ihr gegenüber rechtfertigen zu müssen, deshalb fügte ich hinzu: „Dein Vater weiß über alles Bescheid. Du kannst ihn fragen, wenn du mir nicht glaubst.“
Sie schien sich unbehaglich zu fühlen, schüttelte schließlich den Kopf. „Nein, es ist nur so, dass Teresa allen Eltern im Kindergarten davon erzählt hat. Und ich weiß nicht, wem sonst noch.“

Das ist Verleumdung oder üble Nachrede! Mir persönlich ist es ja wurscht, was die Leute von mir halten, aber ich muss auch an Carsten und das Geschäft denken, ebenso an Benjamin’s Ruf.
Es gelang mir, Verena ganz ruhig für die Information zu danken. Was ich weiter mache, weiß ich noch nicht. Ich persönlich würde es am liebsten ignorieren und auf sich beruhen lassen, fürchte aber, es könnte sich geschäftsschädigend auswirken.

Es war schon richtig, dass Verena damit erst zu mir gekommen ist. Niemand bespricht solche Angelegenheiten gerne mit Carsten. Ich habe ihre Intrige ja nicht vergessen, mit der sie einst versuchte, Carsten und mich auseinander zu bringen, aber ich bin inzwischen sicher, dass sie es tatsächlich bereut und daraus gelernt hat.

Abends sprach ich dann wohl oder übel noch mit Carsten darüber. Er war alles andere als erfreut, stimmte mit mir allerdings überein, dass es wohl nichts bringen wird, etwas dagegen zu unternehmen. Wir wollen keinen Streisandeffekt riskieren. Für alle Fälle wird er aber seine Anwälte deswegen konsultieren.

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Rauchige Anmache //1956

Am frühen Abend machte ich den Fehler, zu erwähnen, dass mir etwas kühl sei.
Meine Intention war es gewesen, ihm einen subtilen Hinweis zu geben, dass es seine eheliche Pflicht sei, mich zu wärmen. Sonst hätte ich mir ja auch gleich eine Jacke anziehen können, oder mich in eine Decke einwickeln.

Im Laufe des Sommers hatte er ab und zu am Samstagnachmittag ein bis zwei Stunden damit verbracht, Holz zu hacken. Nachdem er den Bogen erst mal raus hatte, klappte das ganz gut.
Mein Ansinnen gab ihm Gelegenheit, den offenen Kamin einzuweihen, obwohl ich versuchte, ihn davon abzubringen.
„Dafür ist es noch nicht kalt genug. Und eigentlich friert es mich gar nicht so sehr. Dagegen wüsste ich eine wirksamere Maßnahme.“
Er schüttelte den Kopf. „Jetzt ist Oktober, das ist schon Heizzeit. Ich schüre den Kamin jetzt an.“

Der ganze Holzkram ist mir lästig, aber vertraut, weil wir in der alten Heimat vorwiegend mit Holz und Kohle geheizt haben. Der Herr Klugsch dagegen ist superkomfortabel in der Stadt aufgewachsen, und hat noch nie im Leben ein Feuer anmachen müssen.

Ich wollte mich ja wirklich raushalten, aber als ich dann sah, dass er große, immerhin trockene Holzklötze eng aufeinander im Kamin stapelte, erlaubte ich mir den Hinweis, dass das Feuer besser brennen würde, wenn die Oberfläche im Vergleich zum Holzvolumen größer wäre, um die Kontaktfläche mit Sauerstoff zu erhöhen. Chemische Kinetik nullter Ordnung.
Er nahm meinen Hinweis zur Kenntnis, änderte aber nichts am Holzstapel, sondern versuchte vergeblich, eines der Scheite anzuzünden. Schließlich räumte er das Holz wieder heraus, und beherzigte meinen Hinweis. Er suchte möglichst kleine Holzstücke, stellte sie eher gegeneinander, so dass auch von unten Luft herankam, und mit Hilfe von etwas Zeitungspaper gelang es ihm dann doch, das Holz zu entzünden.
„Verdammt! Das raucht ja nur!“

Wo Rauch ist, muss nicht unbedingt Feuer sein. Der Kamin zog nicht ab, und innerhalb kurzer Zeit füllte sich der Raum mit Rauch, so dass er die Fenster und Türen öffnete (wodurch es mich dann erst richtig fror).
„Ich sag‘ doch, dass es noch nicht kalt genug für den Kamin ist“, konnte ich mich jetzt nicht mehr zurückhalten. Es stank, der Rauch kratzte unangenehm im Hals und brannte in den Augen.
„Was soll ich jetzt machen?“, ließ er sich endlich herab, mich um Rat zu fragen.
„Die Außentemperatur und der Kamin selbst sind noch zu warm, als dass der Rauch durch Konvektion durch den Kamin abziehen kann. Dazu braucht es eine deutlich größere Temperaturdifferenz“, erklärte ich, „du musst das Feuer schnell auf eine hohe Temperatur bringen. Das geht am besten, wenn du alte Pappe, oder auch Rindenstücke draufschmeißt, damit es richtig brennt, und dann erst Holz.“

Nach einigen Minuten gelang es ihm, so dass der Rauch sich verflüchtigte. Es stank aber immer noch. Von Gemütlichkeit keine Rede. Erst nach einiger Zeit konnten wir Türen und Fenster wieder schließen. Inzwischen prasselte das Feuer weit stärker als es zu dieser Jahreszeit nötig und wünschenswert ist.

„Leg‘ dich da hin. Ich will dich vor dem Kaminfeuer nehmen!“, bedeutete er mir, und zeigte auf den leeren Boden vor dem Kamin.
Ich schüttelte ablehnend den Kopf. „Auf den kalten, harten Fliesen? Und dreckig ist auch.“
Tatsächlich lagen Holzsplitter, Asche und Ruß auf der Fläche vor dem Kamin.
Er seufzte genervt, zerrte dann einen Teppich vor den Kamin.
„Und wenn ein Funke oder Glut darauf fällt?“, gab ich zu bedenken, „der Teppich ist nicht feuersicher. Auf der Couchgarnitur ist es viel bequemer.“
Ach, ich vermisse den Kachelofen. Auch wenn er nicht in Betrieb war, so konnte man sich doch so schön an ihn anlehnen.

Da niemand noch mal nachgelegt hatte, war das Kaminfeuer ziemlich niedergebrannt, als wir uns danach wieder von der Couchgarnitur erhoben.
Ich hoffe, dass der Kamin in Zukunft aus bleibt. Für den Fall, dass nicht, habe ich ihm empfohlen, eine Kiste mit Spreißeln als Anmachholz vorzuhalten.

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Die Geschichte der Frau $Lehrerin.Name //1955

Da ich die Story über Frau Offenbluß ohnehin zeitnah niederschreiben musste, um keine wesentlichen Einzelheiten zu vergessen, kann ich sie genauso gut bereits heute bloggen.

Es war nicht lange nach Ingrid’s Tod. Fiona war noch minderjährig und stand kurz vor dem Abitur. Unter einem Vorwand wurde Carsten in die Sprechstunde ihrer Lehrerin, Frau Offenbluß, bestellt. Es passte ihm gar nicht, seine Arbeit wegen eines nicht-geschäftlichen Termins unterbrechen zu müssen, aber Frau Offenbluß hatte vorher schriftlich darauf gedrängt.
Bestimmt war der Tod ihrer Mutter ein schwieriger Einschnitt für Fiona gewesen, und dieser Verlust hatte wohl auch ihre Schulleistungen beeinträchtigt, so dass ihr Abitur gefährdet war. Insofern blieb Carsten, der damals für ein paar Monate alleinerziehend war, wohl nichts anderes übrig, als den Termin in der Schule wahrzunehmen.
Frau Offenbluß war noch recht jung und trug stylishe Kleidung.
Zunächst saßen sie und Carsten einander gegenüber, und besprachen Fiona’s Lernverhalten und ihre schulische Entwicklung. Immer wieder beugte sich Frau Offenbluß dabei so nach vorn, dass der Ausschnitt ihrer Bluse weit aufklaffte. Als beide ein Heft betrachteten, berührte ihre Hand Carsten’s Hand.
Frau Offenbluß stand dann auf, trat halb hinter Carsten, und wollte ihm angeblich in einem Buch, das vor ihm lag, etwas zeigen. Dabei streiften ihre Brüste seine Schulter.

„War sie denn wenigstens dein Typ?“, unterbrach ich Carsten’s Schilderung, denn früher hat er ja auch kaum ‚was anbrennen lassen.
„Überhaupt nicht! Sie hätte zwar ganz hübsch sein können, wäre sie nicht zu stark geschminkt gewesen. Und sie war auch schlank, aber für meinen Geschmack zu klein. Dabei trug sie so seltsame Schuhe mit hohen Absätzen und dicken Sohlen – wie hießen die noch mal?“
„Plateausohlen.“
„Genau. Albern so etwas. Dazu noch Quasten – so merkwürdig, dass ich mich immer noch daran erinnere.“
„Wie ging es dann weiter. Was hast du gemacht?“
„Ich wollte nichts mit dieser Frau zu tun haben. Ihre Avancen stießen mich ab. Es gab aber keine Zeugen. Da hätte ich schlechte Karten gehabt, wenn ich sie einfach von mir gewiesen hätte. Sie hätte die Ablehnung auch an Fiona auslassen können. Ich stand also auf, brachte Abstand zwischen uns, und erklärte ihr, dass ich jetzt dringend wieder ins Büro müsse. Das stimmte auch. Die ganze Angelegenheit hatte mich sowieso zu viel Zeit gekostet.“

Frau Offenbluß meinte daraufhin, dass noch längst nicht alles nötige besprochen sei. Wenn er jetzt keine Zeit mehr hätte, wäre sie gerne bereit – ihrer Schülerin zuliebe – sich mit ihm abends zu treffen, um die Unterredung weiterzuführen. Da sie so gar nicht nachgab, machte Carsten mit ihr einen Termin an einem Abend ein paar Tage später aus.

Frau Offenbluß muss ziemlich angesäuert ausgesehen haben, als sie beim verabredeten Termin nicht Carsten, sondern Sonja antraf. Carsten hatte diese gebeten, an seiner Stelle mit Frau Offenbluß zu sprechen, da sie ja ebenfalls Gymnasiallehrerin und außerdem Fiona’s Tante war (und immer noch ist).

„Jetzt verstehst du vielleicht besser, warum ich damals keine Frau als Berater wollte“, schloss Carsten seine Erzählung ab.
„Hm. Ich hatte das bisher als gesunden Sexismus eingestuft. Aber ich erinnere mich auch noch, dass du mich für die Bewerbungsgespräche für deine Sekretärin als Aufpasserin wolltest.“
„Ich hätte dafür durchaus auch eine Frau aus meiner Belegschaft gefunden“, schmunzelte Carsten, „aber das erschien mir als gute Gelegenheit, meine Lieblingsberaterin in meiner Nähe zu haben.“
Ich lachte und räkelte mich auf seinem Schoß. Es ist mir nicht entgangen, dass immer wieder irgendwelche Frauen versuchen, ihm Avancen zu machen. Manchmal denke ich, dass es ein Fehler war, keine Eheringe zu tragen, denn diese symbolisieren immerhin, dass die exklusiven Nutzungsrechte für diesen prachtvollen Mann bereits vergeben sind.

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Partygäste //1954

Sonja’s Geburtstagsfeier hatte ich mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. Dort hatte es erst kürzlich eine unangenehme Überraschung gegeben, und letztes Jahr erst recht.
Nun, zumindest ein Treffen mit Fiona und Corinna war diesmal nicht zu erwarten. Corinna hatte ja nur einen befristeten Job hier in der Stadt gehabt. Der war zwar noch mal verlängert worden, aber dann doch ausgelaufen. Inzwischen hat sie eine andere Anstellung irgendwo gefunden, so dass die beiden samt Baby wieder von hier weggezogen waren.

Als wir das Haus betraten, liefen uns Sophie und Niklas entgegen.
Ich hatte Sophie nach und nach erst Häkeln und danach auch ein wenig Stricken beigebracht. Rechte Maschen kann sie schon ganz gut, mit linken tut sie sich noch schwer, und meistens vergisst sie noch die Randmaschen. Lochmuster sind als nächstes vorgesehen.
„Anne, Anne!“, rief sie mir entgegen, „du hast mir doch versprochen, mir zu zeigen, wie man Löcher strickt.“
Und Niklas, der noch ein kleines Sprachproblem hat, echote: „Löcher ?icken, Löcher ?icken!“
Ich sagte Sophie, dass ich mir später eine halbe Stunde für sie Zeit nehmen würde. Das löste ich dann auch ein, und nutzte die Gelegenheit, ihr Konzepte von Maschenerhaltung sowie Konstruktoren und Destruktoren zu erläutern.

Verena nahm mich kurz zur Seite. Sie hätte dringend etwas mit mir zu besprechen, aber nicht hier und nicht jetzt. Ob wir uns in der kommenden Woche nicht einmal mittags in der Stadt treffen könnten. Ich machte einen Termin mit ihr aus.

Lukas hatte leider nicht kommen können, dafür waren auch einige Leute da, die ich nicht kannte.

Norbert wurde von Natascha, seiner neuen Freundin, begleitet. Sie erschien mir sehr nervig, lachte immer wieder laut und schrill. Sie ist deutlich jünger als Norbert, arbeitet als Krankenschwester in einer der Kliniken, und ist mindestens einen Kopf kleiner als er.
Ja, so weit ist es her mit der sogenannten Frauensolidarität! Schnappt sich einfach einen Mann, der viel gebildeter und größer ist als sie, anstatt ihn einer großen, gebildeten Frau zu überlassen, und sich selbst mit einem Mann auf ihrem Niveau zu begnügen. Im Urlaub war mir auch ein Paar aufgefallen (bislang hatte ich mir aber verkniffen, darüber zu bloggen), bei dem sie mindestens dreißig Zentimeter kleiner war als er. Der steht ihr nicht zu! Von wahrscheinlichen anatomischen Inkompatibilitäten mal ganz zu schweigen. Diese anmaßenden Frauen bringen das ganze Verteilungsgleichgewicht durcheinander, indem sie Resourcen alloziieren, die ihnen nicht gebühren.
Ich schreibe privat wirklich niemandem etwas vor. Diese Aneignung halte ich aber schlicht für enorm rücksichtslos.
Es geht hier nicht um mich. Ich persönlich bin ja bestens versorgt, und mit Ärzten mag ich eh nichts zu tun haben. Aber ich denke eben hier ausnahmsweise mal ganz uneigennützig an andere Frauen, die noch niemanden gefunden haben, der zu ihnen passt.
Ernsthaft – eine mittelgroße (oder darunter) Frau mit mittlerer Bildung (oder darunter) hat so eine enorm große Auswahl an geeigneten Männern. Was muss die sich ausgerechnet mit weit überdurchschnittlich großen und gebildeten Männern abgeben? Und die überdurchschnittlich großen, hochgebildeten Frauen gehen dann leer aus. Ebenso die kleinen Männer.
Für einen ONS oder eine temporäre Lösung kann man ruhig mal Abstriche machen, aber wenn einem an einer längerfristigen Beziehung gelegen ist, sollte es schon einigermaßen passen. Welcher Mann will denn auch sich dauernd so weit herunterbücken müssen und dadurch Rückenschmerzen herbeiführen.

Ein paar Tage vorher hatte ich mich ja sehr über eine Abiturientin geärgert, die trotz bester Deutschnoten eine miserable Arbeitsprobe geliefert hatte. Das heißt, insbesondere ärgerte es mich, dass sie keinerlei Einsicht erkennen ließ. Ich wollte das Thema gegenüber Sonja, die selbst Deutschlehrerin ist, ansprechen. Die Unterhaltung führte aber nicht weit, und wir kamen schnell vom Kern des Themas ab. Sonja erzählte von einer Kollegin, die sich für besonders cool hielt, aber immer sofort pampig wurde, wenn man etwas sagte, das ihr nicht genehm war.
„Hast du eigentlich Anne mal die Geschichte von Frau Offenbluß erzählt?“, fragte Sonja schließlich an Carsten gewandt. Sie lachte kurz auf: „Als ich Natascha’s Schuhe gesehen habe, musste ich vorhin gerade wieder daran denken.“
„Nein, ich glaube nicht“, antwortete Carsten.
Er erzählte mir dann später daheim noch die Story, aber das würde jetzt wirklich zu weit führen, und lohnt einen eigenen Blogeintrag. Das hebe ich mir auf, wenn ich sonst mal kein ergiebiges Blogthema habe.

„Was hältst du eigentlich von Natascha?“, fragte ich Carsten auf dem Weg zum Auto.
„Naja, sie ist sehr lebhaft und impulsiv. Vielleicht gefällt gerade das Norbert an ihr. Mein Fall wäre sie nicht. Ich mag doch lieber die stillen Wasser“, er blieb stehen und schlang seine Arme um meinen Leib. Während er unter meinem Rock zwischen meine Beine tastete, fügte er hinzu: „Insbesondere, wenn sie so schön tief gründen.“

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TWEEEEeeeeeee..eeee..ts //1953

Da habe ich in meiner Tweetsammlung doch wieder mal frühere Tweets ausgegraben. Diese hier erschienen zwischen dem 12. Januar und dem 3. Februar dieses Jahres.

Rückenschmerzen .. werd‘ ich vielleicht schon zu alt für rough sex?
Googlehupf //1768 Siebzehnhundertachtundsechzig
Es gibt ja Personen, die sind so verblendet und borniert, dass sie sich durch Gegenargumente bestärkt fühlen und jeden Widerspruch nur als Bestätigung ihrer kruden Ansichten nehmen.
Verleser des Tages: Schwellenwert statt Schwellkörper
Gestatten: Sheldine Schrödperger //1767 Siebzehnhundertsiebenundsechzig
Streik bei Zulieferer. Kann deshalb Termin nicht einhalten. Na, toll!
Verleser des Tages: Mehrfach-Erektion statt Mehrfach-Ereignis
Urlaubspläne – 10Qs //1766 Siebzehnhundertsechsundsechzig
Verleser des Tages: Generalisierung statt Generalsanierung
Funfact: #120dB entspricht dem Faktor 1E6. #Logarithmus #Dämpfung
Heute Blue Moon und Mondfinsternis (hierzulande nicht sichtbar) #Vollmond
Vorgestellt (10 bis 13) //1765 Siebzehnhundertfünfundsechzig
Verschreiber des Tages: Abteilung statt Ableitung
SM wie Social Media //1764 Siebzehnhundertvierundsechzig
Am Baum auf Nachbargrundstück hängt zerfledderte Plastiktüte, flattert im Wind. Sieht aus wie ein Vögelpärchen.
Verleser des Tages: Blogrhythmus statt Biorhythmus
Verknotete Topologie //1763 Siebzehnhundertdreiundsechzig
breakpoint’s Wayback Archive #1E //1762 Siebzehnhundertzweiundsechzig
Verschreiber des Tages: Dickoment statt Document
Schaumige Küsse //1761 Siebzehnhunderteinundsechzig
Verhörer des Tages: Tränen statt Trainern
Von Kopftüchern, Kartoffelsäcken und Käferjagd //1760 Siebzehnhundertsechzig
2^2^2 * 3 * 5^2 * 7 Tweets
Verhörer des Tages: Exe statt Echse
#Projektleiter2030 #Blogparade //1759 Siebzehnhundertneunundfünfzig
Dadurch dass ihr mir folgt, beweist ihr einen ausgezeichneten Geschmack! #tagderkomplimente
Verleser des Tages: Olivenzwerg statt Olivenzweig
Säuberung //1758 Siebzehnhundertachtundfünfzig
Verleser des Tages: HPGL statt HDGTL
Age of Aquarius //1757 Siebzehnhundertsiebenundfünfzig
Verleser des Tages: Gemüse statt Genüsse
Holz hinter dem Haus //1756 Siebzehnhundertsechsundfünfzig
Verhörer des Tages: quer statt square
breakpoint’s Wayback Archive #1D //1755 Siebzehnhundertfünfundfünfzig
Verleser des Tages: Rentnerin statt Richterin
Maiengetwitter //1754 Siebzehnhundertvierundfünfzig
Verschreiber des Tages: Trail statt Trial
Synchronschluckauf //1753 Siebzehnhundertdreiundfünfzig
Verleser des Tages: Innovationen statt Initiativen
breakplaining: Tunneln //1752 Siebzehnhundertzweiundfünfzig
Verhörer des Tages: atypisch statt arttypisch
Mathemagical Mystery Tour //1751 Siebzehnhunderteinundfünfzig
Verleser des Tages: amourös statt glamourös
breakpoint’s Wayback Archive #1C //1750 Siebzehnhundertfünfzig
Verleser des Tages: ejakuliert statt entlangkullert
In Zukunft schreibe ich nicht mehr „weit rechts“, sondern „für große Abszissenwerte“.
Die Assoziation zu Doggy-Style ist auch nicht weit.
Verschreiber des Tages: DickStyle statt DockStyle
Die letzten Dominosteine aufgegessen. Jetzt fühle ich mich so richtig dominier*.
Unbetitelt //1749 Siebzehnhundertneunundvierzig

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Fortuna ist auf einem Auge blind //1952

Vor längerer Zeit hatte einer meiner Mitarbeiter gekündigt, weil er sich selbständig machen wollte.
Jetzt hat er wieder mit mir Kontakt aufgenommen. Sein Geschäft lief nicht ganz so, wie er sich das erhofft hatte. Ein größerer, sicher geglaubter Auftrag war nicht zustande gekommen, bei kleineren Aufträgen klappte es auch nicht besonders, seine Ausgaben hatte er unterschätzt, ..
Kurz – er würde inzwischen die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses wieder sehr schätzen.
Tja – wir haben uns damals nach seinem Weggang anderweitig arrangieren müssen, so dass wir derzeit keinen Bedarf haben. Wäre er wenigstens Experte für die spezielle Technologie, die hinter Evalyze steckt. Aber damit kennt er sich auch nicht aus.
Ich kann ihn nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit und Gutmütigkeit wieder einstellen. Schließlich müssen wie hier Profit machen (den wir größtenteils dann wieder reinvestieren und damit bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen).
Vielleicht kann ich ihn stundenweise als Externen beschäftigen, sofern es uns nicht zu teuer kommt. Ob ihm das wirklich weiterhilft, weiß ich nicht. Aber auch dafür bräuchte ich erst einmal geeignete Arbeitspakete. Ich habe ihm erklärt, dass ich mir überlegen werde, ob ich passende Aufgaben für ihn finde, ihm aber keine Hoffnungen machen will. Er darf mich aber jederzeit als Referenz nennen und zu diesem Zweck meine Mailadresse weitergeben, wenn er mit anderen interessierten Unternehmen spricht.

Es heißt zwar „jeder ist seines Glückes Schmied“, „dem Tüchtigen gehört die Welt“ oder „fortem fortuna adiuvat“, und an diesen Redensarten ist durchaus einiges dran: Man muss schon selbst anpacken, wenn man etwas erreichen will.
Der Umkehrschluss stimmt allerdings nicht. Oft genug genügen eigene Anstrengungen nicht für den erwünschten Erfolg. Die Realität macht da ganz gerne einen Strich auch durch die ausgeklügeltste Rechnung.
Soweit ich es damals mitbekommen habe, war das Vorhaben dieses früheren Mitarbeiters wohldurchdacht, so dass es nicht an unzureichender Planung lag. Er war ganz bestimmt kein Traumtänzer mit weltfremden Erwartungen.
Ich weiß, dass er fachlich hochkompetent und tüchtig ist, aber für Selbständigkeit sind halt auch noch andere Faktoren wichtig. Was jetzt konkret die Ursache für das Misslingen seines Geschätsmodells war, darüber möchte ich hier nicht spekulieren. Es gibt halt keine Garantie für Erfolg.
Manchmal haben Selbstdarsteller und Blender mehr Erfolg, als sie verdienen, während der solide Fachmann das Nachsehen hat. In unserer Branche halten sich erstere allerdings nicht lange. In bestimmten anderen Berufsfledern dagegen schon.

Meine Selbständigkeit hätte damals auch schiefgehen können.
Ich hatte nebenberuflich begonnen, und meinen Arbeitsplatz erst aufgegeben, als ich mir einigermaßen sicher sein konnte, genügend Aufträge zu bekommen – im Hinterkopf immer Pläne B, C und D, falls das Business scheitern würde.
Sicherlich hatte ich auch Glück dadurch, dass ich nur einen Nischenmarkt bediente, in dem es nur relativ wenig Konkurrenz gab. Über mein Spezialgebiet habe ich oft genug gelästert. Immerhin hatte seine Komplexität, Unüberschaubarkeit und Inkonsistenz den Vorteil, eventuelle Nachahmer abzuschrecken.
So jedoch konnte ich weltweit Kunden gewinnen, und zwar meist ohne mit ihnen persönlich in Kontakt treten zu müssen. Das Beratergeschäft ging dann irgendwann auch. Wenn ich mich in der Thematik auskenne, fühle ich mich in Gesprächen darüber sicher, so dass es eigentlich keine bedeutsamen Probleme in der Kundenkommunikation gab. Smalltalk muss ich da ja nicht halten.

Jetzt bin ich ein wenig vom Thema abgekommen. Wie auch immer – berufliche Selbständigkeit bedeutet zwar eine gewisse Freiheit. Als abhängig Beschäftigter hat man dafür den Vorteil, das Risiko und die Verantwortung an einen Arbeitgeber abgeben zu können, und ein sicheres Einkommen zu beziehen.

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Unterkritisch //1951

Massemäßig ist wieder alles im erwünschten Bereich. Bestimmt hat auch meine zurückliegende Geschäftsreise dazu beigetragen, denn da kam ich nicht dazu, besonders viel zu essen. Und außerdem hatte ich eine kleine Magenverstimmung am Montag, nachdem ich zur Feier eines Geschäftsabschlusses kalten Sekt getrunken hatte. Aber egal. Es passt jetzt wieder.

Es erscheint mir dennoch sinnvoll, für alle Fälle in Zukunft meine Masse im Auge zu behalten. Ich habe weder Zeit noch Lust, mich täglich zu wiegen, noch halte ich dies für besonders aussagekräftig.
Deshalb habe ich beschlossen, mich etwa einmal monatlich, zu einem genau definierten Zeitpunkt zu wiegen, und das Ergebnis zu dokumentieren (für eventuelle spätere weitergehende Analyse). So etwas ist schwierig zu merken, deshalb werde ich es immer am Morgen nach dem Einsetzen meiner Menstruationsblutung machen. Auf diese Weise eliminiere ich zyklusbedingte Schwankungen. Die Wägung mache ich dann gleich früh nach dem ersten Toilettenbesuch, noch bevor ich irgendetwas zu mir genommen habe. So dürfte diese Fehlerquelle auch minimal sein.
Manchmal ist so ein absolviertes Physikstudium schon ein Fluch. Da macht man sich komplizierte Überlegungen, an die andere Leute keinen Gedanken verschwenden.

Wenn ich mir meine Verwandtschaft so ansehe, wird eine Überwachung meiner Masse früher oder später vielleicht notwendig.
Auf mütterlicher Seite sind die jüngeren Frauen eigentlich alle mehr oder weniger schlank. Nach etwa den Wechseljahren dagegen haben sie aber alle Übergewicht, teils erhebliches. Bei den Männern erkenne ich kein Muster.
Manche Kinder haben „Babyspeck“, aber der verwächst sich normalerweise spätestens in der Pubertät.
Meine Verwandten väterlicherseits dagegen sind alle ziemlich schlank, oder haben höchstens geringes Übergewicht, unabhängig von Geschlecht und Alter. Blutsverwandte Ausnahmen fallen mir zumindest nicht ein.

Wenn ich in die Wechseljahre komme werde ich mir ein anderes Vorgehen überlegen müssen (vielleicht in kürzeren Abständen wiegen, und dabei hormonelle Effekte in Kauf nehmen), aber vorläufig reicht es so.
Falls meine ermittelte Masse oberhalb des Sollbereichs liegt, kann ich sofort gegensteuern. Auf diese Weise sollte es kein Problem geben, auch weiterhin rank und schlank zu bleiben.

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Es folgt ein Rant //1950

Nur selten beschäftigen wir Werkstudenten. Passende Aufgaben fallen nicht unbedingt in der vorlesungsfreien Zeit an, noch lassen sie sich mit ausreichendem Vorlauf planen.
Andererseits versuchen wir natürlich auch, unseren Mitarbeitern einen Gefallen zu tun, wenn sie studierende Kinder haben, die gerne ein paar Wochen jobben würden.
Ein langjähriger Angestellter hatte mich angesprochen, weil seine Tochter, die gerade Abitur gemacht hatte, die Zeit bis zum Semesterbeginn teilweise mit einem Job überbrücken wollte, um sich etwas Geld zu verdienen. Er pries mir insbesondere ihre ausgezeichneten Deutsch-Noten an. Das ist nicht unbedingt eine Qualifikation, für die wir besondere Verwendung im Rahmen einer Werkstudententätigkeit hätten.
Nach einiger Bedenkzeit fiel mir dann doch ein, dass sie ein spezielles Dokument, das ich schon lange, wenn auch mit niedriger Priorität auf meiner To-Do-List habe, erstellen könne. Eigentlich wollte ich es selbst mal schreiben (wenn auch in Englisch), aber für den beabsichtigten Einsatz ist Deutsch auch in Ordnung, und ich hatte die Hoffnung, durch ihre Tätigkeit selbst etwas Zeit einzusparen.

Ich wies sie also in die vorgesehene Aufgabe noch vor meinem Urlaub ein. Danach kam ich nicht gleich dazu, mir ihre Fortschritte genauer anzusehen, warf eher stichprobenartig einen Blick darauf. Der bisherige Entwurf schien oberflächlich betrachtet erst einmal in Ordnung zu sein.
Die Werkstudentin war dann zwischenzeitlich selbst zwei Wochen in Urlaub. Das war vorher so vereinbart worden.
Es gab noch ein paar Verzögerungen, ich selbst war verreist, so dass ich erst diese Woche dazu kam, ihr inzwischen fast fertiges Werk anzusehen.
.
.
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*seufz*
Was soll ich dazu sagen?
OK – positiv ist, dass es nur wenige Rechtschreibfehler gibt. Aber sonst? Die Struktur ist uneinheitlich, die Sprache oft unangemessen oder gar schnörkelig-blumig, und das schlimmste ist, dass das Dokument die beschriebenen Gegebenheiten zu ungenau, manchmal sogar unkorrekt darstellt. Insbesondere machte es mich wahnsinnig, dass sie es nicht schaffte, Anführungszeichen innerhalb von Anführungszeichen korrekt zu escapen, obwohl ich ihr es mehrfach erklärte, damit sie zumindest das nachbessern kann.
So kann ich das Dokument nicht gebrauchen. Da werde ich nicht vermeiden können, selbst noch mal ausführlich drüber zu gehen. Viel Zeiteinsparung hat mir das nicht gebracht, wenn überhaupt.
Als ich die Abiturientin darauf ansprach, zeigte sie sich uneinsichtig. Genau so hätten sie es im Deutschunterricht gelernt, und da sei sie ja so sehr gut gewesen. Also müsste es genau so richtig sein, wie sie es geschrieben habe.
Herrfeynmannochmal! Hätte ich sie erst auf einen Kurs für Technische Redaktion schicken sollen?
Ich hätte ihre Zwischenergebnisse natürlich besser überwachen müssen, statt ihr diese – wirklich nicht besonders komplizierte – Aufgabe zuzutrauen. Das nächste Mal weiß ich Bescheid, und passe besser auf. Die Frage ist, ob es überhaupt etwas bringt, Werkstudenten einzustellen, wenn sie nicht halbwegs selbständig agieren können und die ihnen zugeteilten Aufgaben nur schaffen, wenn sie engmaschig betreut und beobachtet werden.

Die andere Frage ist, was Schüler denn überhaupt noch im Deutschunterricht lernen, auch wenn das etwas off topic ist. Das heißt – nein, es ist völlig on topic. Eigentlich ist die Begebenheit mit dieser Werkstudentin nur der Auslöser für diesen Blogartikel, bei dem ich einiges rauslasse, was sich im Laufe der Zeit in dieser Hinsicht aufgestaut hat. Die Unfähigkeit dieser Abiturientin ist nur ein Symptom für das strukturelle Versagen des Deutschunterrichts.
Zunächst einmal soll Deutschunterricht den Schülern doch korrekte Syntax, Orthografie und Interpunktion beibringen (wobei ich zugebe, dass dies durch die Rechtschreibreform eine heisenbergartige Unschärfe oder schrödingerartige Uneindeutigkeit bekommen hat).
Während die Schüler dies alles lernen und einüben, ist es sinnvoll, sie viel lesen zu lassen. Anfangs einfache Texte, später anspruchsvollere Lektüren. Aber die muss man dann nicht zu Tode diskutieren. Literarische Werke zu lesen, ist ja gut, aber diese ständige Überinterpretiererei in der Schule, hat mir die Freude an der Literatur geraubt. Beispielsweise mochte ich Dürrenmatt’s „Physiker“ – bis wir sie in der Schule durchnahmen. Darüber wurde dann soviel besprochen und vorwärts und rückwärts durchgekaut, dass mir das ganze nur noch lästig war (völlig ungeachtet der Tatsache, dass die im Stück genannte „Weltformel“ als Gleichung der Theoretischen Physik sowieso keinerlei Technizität hat).
Was bringen dauernde irrelevante Gedichtinterpretationen oder weltfremde Textanalysen? Klar, kann man das mal machen. Aber sollte der Fokus nicht viel eher praxisorientiert sein und auf dem Schreiben sachlicher Texte liegen? So ziemlich jeder Schüler wird in seinem späteren Leben wohl mal einen Bericht oder ein Protokoll schreiben müssen. Die wenigsten werden Literaturkritiker oder Deutschlehrer werden wollen. Non scolae sed vitae discimus.
Und weil ich im Publikum gerade „Journalisten“ raunen höre – ja, die müssen ihre Sprache beherrschen, und dann sollen sie Fakten sachlich, neutral und verständlich darstellen, ohne ihre eigene Meinung, Interpretationen oder unbelegte Vermutungen miteinfließen zu lassen. Wo bitte gibt es das denn heute noch?
Ich verlange wohl zu viel, wenn ich möchte, dass Lehrer ihre persönliche Meinung zu kontroversen Themen für sich behalten sollen, um ihre Schüler unbeeinflusst ihre eigene Meinung bilden zu lassen. Sendungsbewusstsein ist im Schuldienst fehl am Platz.

Wie war das denn zu meiner Zeit in der Schule? Es ging in Deutsch doch nur noch darum, was uns ein Autor mit seinem Text „sagen will“. Warum sagt er das dann nicht einfach konkret, klipp und klar?
Generationen von Schülern wurden dazu gedrängt, in die Worte eines Schriftstellers Interpretationen hineinzudeuten. Sie mussten sich etwas aus den Fingern saugen, was dieser Autor vielleicht gemeint haben könnte. Es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als dem Autor Motivationen und Intentionen zu unterstellen, auch wenn es dafür nie Belege gab. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nur ein geringer Bruchteil aller diesbezüglichen Schüleräußerungen tatsächlich halbwegs die Absicht des Autors traf. Daran ändert auch die Meinung tausender Deutschlehrer nichts mehr. Da die meisten Schriftsteller längst tot sind, können sie Fehldeutungen nur nicht mehr widersprechen. Textinterpretationen sind also vor allem Spekulationen, die Bedeutungen implizieren, für die es keine hinreichende Begründung gibt.
Ich habe es ja selbst oft genug erleben müssen, dass meine Blogtexte völlig falsch interpretiert wurden, und mir eine Intention unterstellt wurde, die überhaupt nicht dastand und nicht vorhanden war.
Die Interpretation literarischer Texte ist keine exakte Wissenschaft! Dennoch wird gerade dieser Anschein erweckt. Je fantastischer eine Deutung eines Textes ist, desto mehr wird der Schüler in seiner Ansicht bestärkt. Nix mit Ockham’s Razor. Und irgendwann glaubt er dann, dass seine Annahmen immer stimmen müssen.

Denkt von mir, was ihr wollt, aber ich vermute (ohne Absolutheitsanspruch), dass der moderne Deutschunterricht maßgeblich zum Niedergang der gesellschaftlichen Diskussionskultur mitbeigetragen hat.
Wenn jeder davon überzeugt ist, dass seine Hypothesen stimmen, so ist es kein Wunder, dass Widerspruch oder Kritik schnell als Hass wahrgenommen werden, und dass die Leute sich dann lieber gegenseitig die Köpfe einschlagen, als ihre eigenen Voreingenommenheiten mal zu überdenken, und nüchtern nach Belegen für ihre Behauptungen suchen.
Es ist immer wieder erstaunlich, auf wie viele Weisen die Leute ein und denselben Satz missverstehen können.

Nach mehreren unabhängigen Quellen scheint es, als ob viele Lehrkräfte den Kindern so ziemlich alles durchgehen lassen, und stattdessen die Eltern als Gegner sehen.
Cholerische Lehrer gab es auch in meiner Schulzeit, aber nach allem, was ich von mehreren Eltern gehört habe, verlieren heute viele Lehrkräfte leicht aus nichtigem Anlass ihre Selbstbeherrschung und Contenance. Das ist sicherlich kein Vorbild für die Jugend.
Vielen Leuten ist ja gar nicht bewusst, dass ein Roman oder Schauspiel nicht die Realität abbildet. Das kann man gar nicht zu oft betonen! Das meiste ist reinste Fiktion. Und selbst wenn es auf Tatsachen beruht, so ist es durch die Perspektive des Autors zumindest verzerrt.

Wie sollte ein zeitgemäßer Deutschunterricht aussehen? Für ABC-Schützen sind natürlich andere Aspekte vorrangig als für die Abiklasse.
Lasst die Kinder doch lesen, viel lesen, aber vor allem das, was sie selbst wollen und unterhaltsam finden. Macht Vorschläge, aber keine strengen Vorgaben, und drängt sie nicht immer nur zu diesen uralten, moralisierenden Geschichten. Lasst sie selbst Erlebniserzählungen und Gedichte schreiben. Erweckt den Spaß an der Sprache durch Wortspiele. Bringt ihnen das Handwerkszeug bei, aber indoktriniert sie nicht. Lehrt sie ruhig die wichtigsten Stilmittel, aber übertreibt es nicht damit. Lasst die Schüler Referate halten über Themen, die sie wirklich interessieren, auch wenn sie fachfremd sind. Lasst die ganze Klasse darüber diskutieren. Unterstützt rhetorische Methoden, aber duldet keine eristischen Tricks.
Oh, und lasst die Schüler als Hausaufgabe mal einen Aufsatz schreiben, mit der Vorgabe, eine nicht unmittelbar ersichtliche Bedeutung zu haben, deren Verständnis sich nicht gleich erschließt (beispielsweise so à la Chymische Hochzeit des Christian Rosencreutz) – mit versteckten Analogien, geheimnisvollen Allegorien, mystischen Metaphern, und was ihnen sonst noch so einfällt. Viel Spaß bei der nachfolgenden Interpretation durch Mitschüler und Lehrer! Kraweel, kraweel!
Lasst die Schüler sich selbst immer kritisch hinterfragen: Was ist nur Vermutung? Was ist durch dritte Personen überliefert? Was ist tatsächlich belegbarer Fakt? Nur weil es irgendjemand mal geschrieben hat, muss es noch lange nicht stimmen!
Wenn diese Abgrenzungen in der Wahrnehmung immer mehr verschwimmen, ist bald keine zielführende Diskussion mehr möglich, weil jeder nur innerhalb seines eigenen Befindlichkeitshorizonts argumentiert.
Lasst Zweifel zu. Nicht zu jeder Frage gibt es eine eindeutige Antwort. Zieht die Schüler nicht zu selbstgefälligen Apodikten heran, die ihr eigenes Double Think nicht mehr wahrnehmen.

Naturwissenschaftlern lehrt die Natur schnell Demut, während (nicht nur!) Philologen häufig in ihrer Blase der eingebildeten Allwissenheit bleiben.
Wenn ich Code schreibe, und das Programm macht nachher Blödsinn, so ist das ganz allein mein Fehler. Die Erkenntnis der eigenen Fehlbarkeit scheint dagegen so manchen Personen verborgen zu bleiben.

Viele Schulabgänger beherrschen elementare Fertigkeiten nicht, kombinieren dies aber mit einem solipsistisch-bornierten Ego.
Nicht nur Arbeitgeber wie ich müssen später ausbaden, was der Schulunterricht vermasselt hat, indem wir solche Leute erst mühsam wieder auf Spur bringen, und dafür auch noch zu teuer bezahlen.
Sondern die ganze Gesellschaft trägt die Konsequenzen dieses höchst verfehlten Bildungsansatzes.

So. Habe mich genug in Rage geschrieben.
Jetzt ist’s auch wieder gut.

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Plagiat! Oder nicht? //1949

Vor mehreren Jahren entdeckte ich auf einem Download-Portal eine Softwareanwendung, die einer meiner eigenen Softwareanwendungen auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sah.
Es handelte sich nur um eine einfache Freeware, aber ich war dennoch erzürnt.
Ich nahm dann mit dem Entwickler Kontakt auf. Dieser war durchaus aufgeschlossen und kooperativ. Er gab zu, dass er meine Anwendung kannte, und sich beim GUI teilweise davon hatte inspirieren lassen. Die Anwendung war auch nicht so kompliziert. Es gab nur eine Handvoll Parameter, die der Nutzer eingeben konnte, so dass das Formulardesign ziemlich nahelag.
Schaute man sich die Software genauer an, gab es durchaus Unterschiede. Die anderen GUI-Fenster wichen mehr oder weniger deutlich ab, und den Quellcode hatte dieser andere Entwickler originär selbst geschrieben (wie er mir glaubhaft versicherte).
Ich ließ es damals dabei bewenden. Viel wäre eh nicht herausgesprungen, hätte nur Zeit und Nerven gekostet.
Wäre es nicht nur um Freeware gegangen, wäre mir allerdings wohl nichts anderes übriggeblieben, als rechtliche Schritte einzuleiten. Schließlich verdiente ich zu der Zeit meinen Lebensunterhalt durch das Schreiben von Software. Da hätte ich es mir nicht leisten können, dass ein Konkurrent (halb) von mir abschreibt, und daraufhin Profit macht, der eigentlich mir zusteht.

Auch in der Firma hatten wir schon Ärger mit Produktpiraterie, aber darüber möchte ich mich hier und jetzt nicht auslassen.

Nun habe ich kürzlich ein anderes Blog gefunden, das meine Einträge teilweise aufzugreifen scheint, und in sehr ähnlicher Form wiedergibt. (Nein, ich verlinke nicht, noch gebe ich einen Hinweis, um welches Blog es sich handelt – ich will dieser Bloggerin nicht noch mehr Besucher verschaffen).
Die Beiträge sind nicht identisch, aber doch auffällig ähnlich. Es gibt dort auch Content, mit dem ich nichts zu tun habe. Möglicherweise eigene Beiträge der Bloggerin, oder auch von irgendwo anders abgekupftert.
Nun ja, ich beobachte noch. Vielleicht sind die Übereinstimmungen auch wirklich nur Zufall. Das kann ich derzeit nicht ausschließen.
Falls sich mein Verdacht erhärtet, habe ich eigentlich kaum Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, da ich selbst ja nicht unter meinem Realnamen auftrete, und ich für rechtliche Schritte meine Annenühmität aufgeben müsste.

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Doppelreise //1948

Also war ich am Dienstag Nachmittag zu Standort 2 aufgebrochen. Dieser Besuch stand schon lange aus, und jetzt habe ich den erst mal erledigt.
Aus verschiedenen Gründen erschien es sinnvoll, dass Werner, der Assistent der Geschäftsleitung, mich begleiten sollte.
In Standort 2 gab es kürzlich das Problem mit einer nicht richtig funktionierenden Baugruppe, die dort gefertigt wird. Der aktuelles Stand der Erkenntnis ist, dass aus noch ungeklärten Gründen zehn bis fünfzehn Prozent dieser Baugruppen nach einigen Betriebsstunden ausfallen. Der Rest scheint dann stabil zu funktionieren.
Werner und ich kamen abends an, und übernachteten dann in einem Hotel.
Vormittags besichtigten wir zunächst den Betrieb, aßen dort in der Kantine, danach gab es mehrere Besprechungen. Werner fuhr dann schon am Nachmittag zurück, während ich noch länger blieb, und noch eine Nacht im Hotel verbrachte.

Am Morgen reiste ich dann zu Standort 4. Das ist zwar eine völlig andere Gegend, aber so waren nur insgesamt drei Reisestrecken nötig. Wäre ich erst wieder heim gefahren, so wären vier Reisestrecken notwendig gewesen (ein recht triviales Handlungsreisendenproblem).
Bei Standort 4 war ich ja schon öfter gewesen. Da gibt es nichts neues mehr für mich, und ich war froh, dass ich im dortigen Hotel nur einmal übernachten musste.
Donnerstag Nachmittag und Freitag Vormittag führte ich mehrere Gespräche, darunter auch mit Herrn Grau. Ich hatte mit ihm bereits per Mail über Evalyze (das neueste Baby der Software-Mami) kommuniziert. Er war einigermaßen aufgeschlossen, und so verlief die Unterredung überraschend konstruktiv. Er steuerte ein paar Ideen bei, die ich wohl aufgreifen werde. Ich notierte mir sie, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Bei einer Idee bat ich ihn, ein grobes Konzept zu erstellen, und mir in ein bis zwei Wochen zuzumailen.
Ich spiele mit dem Gedanken, ihm die Verantwortung für einen definierten Teil von Evalyze zu übertragen. Vielleicht reizt ihn diese Herausforderung, sich wieder mehr für die Firma zu engagieren. Fachlich halte ich ihn für kompetent. Aber wenn er diese Chance versiebt, dann hält mich nichts mehr zurück, ihn schnellstmöglich loszuwerden.

Nachts im Hotel fühlte ich mich so einsam. Das ist der Nachteil, wenn man an einen festen Bettgenossen gewöhnt ist. Auch wenn er selbst häufig verreist ist, oder erst spät in der Nacht heimkommt, so ist das dennoch eine Konstante im Leben, die ich vermisse, wenn sie nicht da ist. Natürlich fehlte mir Sex. Aber mindestens genauso auch, dass da jemand neben mir lag, zu dem ich sonst einfach mal rüberlangen kann, oder an dessen warmen Körper ich mich anschmiegen kann.
Zu meinen Schlampenzeiten hätte ich nicht gedacht, dass ich das einmal so mögen würde.

Am Freitag Abend fuhr ich dann wieder zurück. Die ganzen Gespräche mit so vielen Leuten hatten mich schon sehr angestrengt. Deshalb wollte ich das Wochenende eigentlich zum Ausspannen nutzen. Naja. Entgegen dieser Vorsätze gab es dann halt doch einiges zu arbeiten. Arbeitnehmer haben’s da gut. Die müssen an ihren freien Tagen keinen beruflichen Verpflichtungen nachgehen.

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Gleich und zurück //1947

Seit gestern abend bin ich wieder zurück.
Gebt mir bis nächste Woche Zeit, zusammenzuschreiben, was ich für bloggeeignet halte. Im Moment bin ich erst mal ausgelaugt, und nutze das Wochenende zum Erholen.

Ein Hinweis für alle, die Gleichheit mögen. Morgen früh um 3:54 UTC+2 Uhr ist Äquinoktium, das heißt, Tag und Nacht sind gleich lang. Herbstbeginn.

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Bis bald! //1946

Da ich heute nachmittag zu einer mehrtägigen Geschäftsreise antreten muss, bleibt es hier im Blog solange ruhig.

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Kartoffelmathematik //1945

Heuer ist die Kartoffelernte sehr dürftig ausgefallen. Das veranlasst mich, einen Beitrag zu schreiben, den ich schon seit langer Zeit auf meiner Ideenliste habe.
Eingefallen war mir das mal vor einiger Zeit, als ich mit Kartoffelschälen beschäftigt war. Die Kartoffeln waren sehr klein, was bedeutet, dass ich für die gleiche Menge Kartoffeln deutlich länger beschäftigt war, als damals, als ich schöne große Kartoffeln hatte.

Warum ist das so? Zunächst einmal ist da ein Offset, weil man jede einzelne Kartoffel in die Hand nehmen muss und sie zurechtdrehen. Kein Wunder, dass man bei vielen kleinen Kartoffeln länger braucht als bei wenigen großen – auch wenn die Gesamtmasse gleich ist.
Bei kleinen Kartoffeln muss man trotzdem den Schäler fast genauso oft ansetzen, kann aber nur kürzere Schalenstücke in einem Zug entfernen.
Dazu kommt, dass man bei kleinen Kartoffeln mehr Abfall hat als bei großen.
Und das werde ich im folgenden vorrechnen.
Gegen wir davon aus, dass sich die Kartoffeln zusammensetzen aus jeweils gleichgroßen Kugeln.
Das Volumen einer Kartoffel mit dem Radius r ist V_K = 4/3 * pi * r^3.
Für nicht allzu kleine Kartoffeln ist das Volumen des geschälten Abfalls näherungsweise gleich ihrer Oberfläche mal der Schichtdicke d: V_S = 4 * pi * r^2 * d.
Vergleicht man nun den Schalenanteil mit dem Gesamtvolumen, so erhält man: V_S / V_K = 3 * d / r.
Die Abfallmenge ist also indirekt proportional zum Radius der Kartoffel. Je dünner die abschälte Schale ist, desto weniger Abfall. Das ist leicht nachvollziehbar und in etwa linear (für hinreichend große Kartoffeln).

Für eine Kartoffelmenge der Masse m benötigt man n = 3 * m / (4 * pi * rho * r^3) Kartoffeln, wobei wir davon ausgehen, dass die Dichte rho konstant sei.
Es ist also nicht überraschend, dass kleinere Kartoffeln merklich mehr Arbeit machen, denn die Abhängigkeit ist kubisch.

Auch wenn die Rechnung exakt nur für kugelförmige Kartoffeln gilt, ist sie auch plausibel für anders geformte Kartoffeln. (Wobei wir selbstverständlich im Hinterkopf behalten, dass eine Kugeloberfläche ja eine Minimalfläche ist. D.h., dass bei anderen Formen der Verschnittanteil eher ungünstiger wird.)
Gehen wir von einer Schichtdicke von 1 Millimeter aus, so hat eine mickrige Kartoffel mit 3 Zentimeter Durchmesser einen Verschnitt von zwanzig Prozent, während eine Riesenkartoffel mit 12 Zentimeter Durchmesser nur fünf Prozent Abfall generiert.
Dabei gehen wir davon aus, dass die Kartoffeln ansonsten einwandfrei sind – ohne Augen oder schlechte Stellen. Es funktioniert auch nur, solange sie halbwegs frisch sind, so dass die Schale glatt und prall auf ihnen liegt. Ältere Kartoffeln haben Feuchtigkeit verloren, so dass sie schrumpelig werden, und man sie nur noch unter Schwierigkeiten im Rohzustand schälen kann. Dann hilft nur noch, sie erst zu kochen und danach zu pellen.

(Und ja, es ich mir bekannt, dass man die Schale auch mitessen kann, wenn man die Kartoffeln vor dem Kochen gründlich mit einer Bürste reinigt. Ob das Abbürsten jetzt unbedingt weniger Arbeit macht, lassen wir mal dahingestellt. Für manche Gerichte mag ich aber einfach keine Schale dran haben.)

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Let’s Twitt‘ Again //1944

Wer erinnert sich noch an den letzten Jahreswechsel? Zwischen dem 13. Dezember 2017 und dem 11. Januar 2018 habe ich folgende Tweets veröffentlicht.

#metoo und #aufschrei bedeuten: Die prüdesten und verbiestertsten Feministinnen diktieren der Gesellschaft ihr moralisches Empfinden. #Feminismus #Moraldiktatur #EsLebeDerFlirt
Verleser des Tages: Hasstag statt Hashtag
Bedrohlich lange To-Do-Liste.
Ach, Leute! Im Grunde genommen sind auch Textdateien binär.
Verschreiber des Tages: Leerstelle statt Lehrstelle
Shine Bright #blogparade //1748 Siebzehnhundertachtundvierzig
Gerade arrangiert: wegen #meltdown und #spectre gibt es heute kombinierte Besprechung IT und SW-Dev.
Verleser des Tages: Gigameter statt Gilgamesch
Last Christmas //1747 Siebzehnhundertsiebenundvierzig
Erschreckend, wer sich alles als Nerd bezeichnet – Leute ohne nennenswerte MINT-Kenntnisse, sogar Geisteswissenschaftler.
Verschreiber des Tages: blogquote statt blockquote
Heute ist „Erscheinung des Herrn“. Ich muss wohl mal nachhelfen, dass er nochmal erscheint. #3König
„Die geometrische Bedeutung der Ableitung einer Funktion mit einer Variablen ist bekanntlich die Steigung der Tangente an die Funktionskurve.“ Hm ..?
Verleser des Tages: Genderview statt Gardenview
Was Caspar, Melchior und Balthasar nicht suchten //1746 Siebzehnhundertsechsundvierzig
Verleser des Tages: Monograpschen statt Monographien
Verleser des Tages: Weitwurf statt Weißwurst
Kommentarstatistik 4. Quartal 2017
Dear @twittersupport, my profile picture is not displayed. It always shows as a white area. I already tried different formats, different browsers, signing out/in, .. Please help.
while (Rechte(Männer) != Rechte(Frauen)) {Femi.Aufschrei(‚Mehr Rechte für Frauen!‘);}; // #Femininsmus #Gleichberechtigung #Endlosschleife
Verhörer des Tages: dekorieren statt deklarieren
Previous And Next Holidays //1745 Siebzehnhundertfünfundvierzig
Guten Rutsch! //1744 Siebzehnhundertvierundvierzig
breakpoint’s Wayback Archive #1B //1743 Siebzehnhundertdreiundvierzig
Jahreszeitliche Grüße //1742 Siebzehnhundertzweiundvierzig
Bin noch gar nicht in Urlaubsstimmung. Muss noch so viel anderes im Kopf haben.
Verhörer des Tages: Volksverdreher statt Volksvertreter
Ausgestanden //1741 Siebzehnhunderteinundvierzig
Versurfer des Tages: Yahoo statt Youtube
Überlege gerade eine neue Produktlinie mit rosa Gehäuse und Glitzer exklusiv für Kundinnen. Wieviel Prozent #Pinktax kann ich dann auf den Preis draufschlagen? #Genderpricing
Omnia mea mecum porto – #Blogparade //1740 Siebzehnhundertvierzig
#MeinTwitterABC
Verleser des Tages: Mathematik statt Mediathek
Triggerwarnung: Es seifenopert //1739 Siebzehnhundertneununddreißig
Verleser des Tages: Flachbacke statt Flashback
Vorgestellt (5 bis 9) //1738 Siebzehnhundertachtunddreißig
Wie hat sich die Menschheit nur früher ohne #4genderstudies fortpflanzen können?
Verhörer des Tages: Arbeitsspeicher statt arbeitsreicher
Schrumpel //1737 Siebzehnhundertsiebenunddreißig
breakpoint’s Wayback Archive #1A //1736 Siebzehnhundertsechsunddreißig
Verleser des Tages: „sauberen Hintern“ statt „sauberen Herrn“
Lenztweets //1735 Siebzehnhundertfünfunddreißig
Verhörer des Tages: Uhura statt Hure
Auch wer von einer Sache felsenfest überzeugt ist, kann sich irren.
Sine tempore //1734 Siebzehnhundertvierunddreißig
Feminismus, der große Gleichmacher: „Wenn schon nicht alle Frauen gleich schön sein können, dann sollen sie wenigstens gleich hässlich sein!“
Verleser des Tages: Gemünden statt Geminiden
Was antwortet man seiner Mutter, wenn sie einen am Telefon fragt, ob man (da in der gefährlichen Großstadt lebend) auch schon mal so was wie #metoo erlebt hat?
Hach – der @Wolles1956 hat mich wieder mal durchgefavt.
Not So Smart //1733 Siebzehnhundertdreiunddreißig
Verleser des Tages: Semikron statt Semikolon
Neulich im Internet //1732 Siebzehnhundertzweiunddreißig
Führungskräftemeeting früh um 8 Uhr s.t., weil sich sonst kein gemeinsamer Termin mehr finden ließ.

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Ein Tag zum Vergessen //1943

Es gibt Tage, da wäre es im Rückblick besser gewesen, man wäre am Morgen gar nicht erst aufgestanden. Gestern war so ein Tag für mich.

Früh um acht Uhr hatte der Chef bereits ein Führungskräftemeeting angesetzt. Es hatte Probleme mit einer Behörde, Ärger mit einem Lieferanten gegeben, und noch ein paar andere Unliebsamkeiten, weshalb der Chef äußerst schlecht gelaunt war.
Er nahm dann insbesondere zwei der Führungskräfte in die Mangel. Manches möchte man nicht miterleben müssen. Als ich versuchte, mäßigend einzugreifen, fuhr er mich an: „Halt‘ du dich da raus, Anne!“
In Anbetracht der Anwesenheit der anderen Personen, ließ ich es nicht eskalieren, sondern hielt mich zurück. Unter vier Augen wäre er mir nicht so davon gekommen.

Der weitere Arbeitstag fluktuierte dann zwischen so lala und mehr schlecht als recht.

Abends wollte Carsten etwas mit Verena besprechen. Ich fuhr mit ihm hin, weil ich Sophie versprochen hatte, ihr ein paar Wollreste aus der alten Heimat mitzubringen, die ich ihr geben wollte.
Wir waren etwas früher dran, als ausgemacht, und so ergab es sich, dass wir noch auf die Gruppe alleinerziehender Mütter aus dem Kindergarten trafen, die ihr monatliches Treffen diesmal bei Verena abgehalten hatten. Die Mütter waren gerade noch beschäftigt, ihren Kindern Jacken und Schuhe anzuziehen, als wir das Wohnzimmer betraten.
Verena hielt es wohl für nötig, uns vorzustellen. Zig Augen musterten uns. Stimmen plapperten durcheinander. Begrüßungsfloskeln, Smalltalkfragen, ..
Mein Fluchtreflex hatte bereits eingesetzt, bevor ich Teresa zwischen ihnen entdeckte. Ich hatte sie nicht gleich erkannt, aber im Gegensatz zu den anderen Müttern trug sie keine freundlich-neugierige Miene zur Schau, so dass sie mir in der Gruppe doch auffiel.

Streng genommen ist es nicht erstaunlich, dass Teresa hier dabei war. Verena und sie wohnen im gleichen Stadtviertel, wenn auch weiter voneinander entfernt. Es ist kein Wunder, dass ihre Kinden denselben Kindergarten besuchen. Trotzdem war ich überrascht, Teresa hier zu sehen. Wie hätte ich denn ahnen können, dass sich die alleinerziehenden Mütter in diesem Kindergarten zu einem regelmäßigen Kaffeekränzchen treffen. Und ob man Teresa tatsächlich bereits als alleinerziehend bezeichnen kann, ist noch mal fraglich. Ich könnte mir vorstellen, dass der leibliche Vater ihrer Kinder dies ganz anders sieht.
Aber was weiß ich schon? Ich bin ja nur die femme fatale.

Ich nickte lächelnd ein wenig in die Gegend, dann folgten Carsten und ich Verena in einen anderen Raum. Nebenan hörte ich noch Mütter- und Kinderstimmen durcheinanderrufen, bis irgendwann ruhig war, weil alle gegangen waren.
Carsten und ich erledigten noch, was wir vorgesehen hatten, dann fuhren wir wieder heim.
Ich weiß nicht, ob ihm Teresa überhaupt aufgefallen ist. Zumindest schnitt er das Thema nicht an.

Als wir später endlich Zeit für gewisse Aktivitäten fanden, war Carsten besonders ungestüm und ruppig, so dass ich jetzt an einem Oberarm einen sehr druckempfindlichen Bluterguss habe. Und dauernd stoße ich mich daran.

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