Ein Imageproblem //1610

Seit einiger Zeit versuche ich – erfolglos – mein Twitter-Profilbild zu ändern, und inzwischen liefert das genügend Stoff für einen eigenständigen Blogpost.

Als ich nach meinem ersten Versuch nur noch eine weiße Fläche statt eines Fotos sah, ging ich davon aus, dass da noch irgendetwas im Cache zwischengepuffert ist, und dass sich das schon gibt. Aber von wegen.
Ich habe seither mehrere Browser und Computer benutzt, mich auf meinem Account aus- und wieder eingeloggt.
Twitter bringt jedesmal (nach Hochladen und Positionierung des Bildes) die Meldung, dass das Foto erfolgreich veröffentlicht wurde, aber das wird es nicht. Entfernen kann ich das Bild völlig, aber das bringt auch nichts, und der Dummykopf sieht nur noch blöder aus als gar nichts.
Selbstverständlich habe ich verschiedene Formate versucht, ein größeres Bild, in der empfohlenen Auflösung von 400 Pixeln Seitenlänge, JPEGs und PNGs – jedesmal das gleiche Ergebnis: weiße Fläche.

Als ich auf der Suche nach einer Lösung danach googelte, fand ich die Aussage, dass Twitter Nacktaufnahmen entfernt. Mit Dessousfotos hatte Twitter früher nie Probleme gemacht, und jetzt wollte ich ein Bild in Freizeitkleidung hochladen.
Trotzdem probierte ich es nochmal mit völlig anderen Motiven, aber der Bereich für das Profilfoto blieb weiß.
Anfangs nahm ich noch an, es sei ein allgemeines Problem mit der Twitter-Software, und dass schon schnell auch andere Nutzer betroffen sein würden, und Twitter die Sache dann bald korrigieren würde.

Es fiel mir außerdem auf, dass meine Designfarbe (in der die Links dargestellt werden) bei der Änderung einige Male auf schwarz geändert wurde. Ich setzte sie dann wieder auf #2020F0 zurück. Das spricht dafür, dass mein Datensatz in irgendeiner Twitter-DB so korrupt ist, dass er sich nicht mehr sauber committen lässt. Ich kann nur hoffen, dass Twitter regelmäßig seine Datenbanken durchprüft und kaputte Datensätze repariert.

Mittlerweile war ich soweit, dass ich Kontakt mit dem Twittersupport aufnehmen wollte. Da ich etliche Tweets an @Twittersupport fand, die in Deutsch verfasst waren, beschrieb ich das Problem in höchstens 140 Zeichen, und schickte es an den Support. Ich habe nie eine Antwort bekommen.

Nächster Versuch. Ich fand ein Supportformular. Über mehrere Optionen hangelte ich mich zur Seite für Probleme mit dem Profilbild. Ich gab eine Beschreibung des Problems ein, und dass ich bereits andere Browser, Computer und Formate ausprobiert hätte. Als ich es absenden wollte, war der entsprechende Button gedimmt, also funktionsunfähig.
Die Beschreibung dürfe nicht länger als 500 Zeichen sein. Meines Erachtens war sie kürzer, aber für alle Fälle speckte ich sie weiter ab. Das nütze nichts, der Button blieb gedimmt. Ich probierte weiter herum. Manchmal war der Button aktiv, aber meist nicht. Schließlich gelang es mir, die Meldung abzusenden. Die Problembeschreibung beschränkte sich notgedrungen darauf, dass ich mein Profilbild nicht ändern kann, ohne irgendwelche erklärenden Hinweise und Details.
Auch darauf erhielt ich keine Reaktion.

Noch ein Versuch. Man kann eine Direct Message (DM) an den Twittersupport schicken, der rund um die Uhr erreichbar ist. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass ich mit einem Bot würde kommunizieren müssen. Sprache war diesmal Englisch, und der Bot bot einige Optionen an. Da mein Problem nicht so völlig passte, pastete ich in das Feld einfach die Beschreibung, die ich bereits im Clipboard hatte. Verstand er nicht, ich solle eine der Optionen wählen. Also klickte ich auf die nächstliegende, und bekam einige Unteroptionen. Mit Rumklicken und Eingeben verbrachte ich gewisse Zeit, und erhielt schließlich einen Link, wie man sein Profilbild wechselt. Danke – lesen kann ich selbst.

Tja, mir fällt nichts mehr ein, was ich noch probieren könnte. Ich habe weder Zeit noch Lust, mich wirklich dahinter zu klemmen. Hin und wieder unternehme ich einen neuen Versuch, ein Bild einzupflegen, aber bisher ging es immer schief. Also wird die weiße Fläche wohl auf unbestimmte Zeit bleiben. Vielleicht wechsle ich doch zu gab.ai.
Diese fehlende Bild ist zwar keine Katastrophe, aber es stört mich schon irgendwie.

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Wer soll das bezahlen? //1609

Mit diesem Eintrag werde ich mich wohl wieder einmal unbeliebt machen, aber sei’s drum. Das bin ich aus gewisser Ecke schon gewohnt.
Vorausschicken möchte ich trotzdem, dass ich hier niemanden beleidigen oder abwerten möchte, sondern es mir ausschließlich um Verständnis und Erkenntnisgewinn geht.
Sollte ich etwas wesentliches vergessen haben, oder falsche Behauptungen aufstellen, lasse ich mich gerne korrigieren und belehren.

In $NichtImSauerland haben wir einen der größten Gender Pay Gaps bundesweit. Das habe ich bereits einmal damit zu erklären versucht, dass wir hier eine sehr große Akademiker- bzw. Ingenieurdichte sowie Krankenhausdichte haben.
Wir haben eine große Universität mit technischer Fakultät, viel Industrie mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, sowie einige weiteren Forschungsinstituten.
Auf der anderen Seite gibt es hier die – AFAIK weltweit (auf die Einwohnerzahl bezogen) -meisten Krankenhäuser und Kliniken, mit entsprechend viel (hauptsächlich weiblichem) Pflegepersonal.

Man hört immer wieder Kritik, dass das Pflegepersonal zu schlecht bezahlt wird. Im folgenden möchte ich diese Kritik einmal hinterfragen. Ich nutze dazu die Bezeichnungen Krankenschwester und Krankenpfleger synonym für jeweils beide Geschlechter.
Meine Aussagen beruhen dabei zu einem wesentlichen Teil (aber nicht nur) auf zwei Aufenthalten in einer HNO-Station, weil ich damit aufgrund zweier Mandelabszesse die größten Erfahrungen habe.

Schauen wir uns die allgemeinen Aufgaben einer einfachen Krankenschwester an. Dazu gehört vor allem, den Patienten Essen zu bringen, und die Betten zu machen. Medikamente werden verteilt.
Gelegentlich ist mal ein einfacher Verband zu wechseln, oder eine Infusionsflasche.
Schwierigere Verbände, oder auch das Legen einer Infusionsnadel übernehmen die Ärzte.
Dann ist noch üblich, dass Pfleger Körpertemperatur, Pulsfrequenz und Blutdruck messen und dokumentieren, eventuell weitere Werte. Auch da werden kompliziertere Messungen von Ärzten oder speziell ausgebildetem Fachpersonal übernommen.
Je nach Pflegebedürftigkeit der Patienten kann es nötig sein, sie bei ihrer persönlichen Körperpflege zu unterstützen, oder diese sogar vollständig durchzuführen. Das kann beliebig unangenehm und widerlich werden. Meines Erachtens nimmt dieser Teil der Arbeit auf den meisten Stationen jedoch nur einen geringen Anteil der Arbeit ein.
Die bisher hier aufgezählten Aufgaben lassen sich locker innerhalb eines halben Jahres erlernen und gut beherrschen. Und auch ein ausführlicher Erste-Hilfe-Kurs ist in dieser Zeit noch leicht drin.

Je nach Station können noch andere Aufgaben hinzukommen, die spezifisch dafür sind. Setzen wir dafür auch mal im Schnitt ein halbes Jahr an (mag z.B. in einer Intensivstation zu niedrig gegriffen sein, dafür in vielen anderen Stationen wieder zu üppig bemessen).
Bei späteren Stationswechseln ist ein Einlernvorgang zu berücksichtigen, der aber kaum länger als ein paar Wochen dauern dürfte.

Dann gewähren wir noch drei Wochen Weiterbildung pro Jahr, um z.B. neue Verbandstechniken zu lernen, oder den Umgang mit Überwachungsgeräten zu üben.
Und das war’s eigentlich schon. Stations- oder Schichtleiter haben noch ein paar andere Aufgaben zu bewältigen, aber das geht eher in Richtung Management- oder Führungskräftetraining, und ist für den normalen Krankenpfleger unerheblich.

Alles in allem also (gut) ein Jahr Ausbildungszeit, und das ist wirklich reichlich angesetzt. Viele Aufgaben davon schafft auch jemand, der nie irgendeine Ausbildung in dieser Richtung vollzogen hat.
Klar, die Arbeitszeiten sind mies – mit Schichtdienst und Wochenendarbeit. Aber das weiß man doch im Voraus, bevor man diesen Beruf ergreift.
Ebenso gestehe ich gerne zu, dass es anstrengend ist, und zeitweilig stressig werden kann, wenn z.B. gerade mehrere Patienten klingeln, und irgendein Anliegen haben. Aber auch das sollte einem vorher klar sein.
Andererseits habe ich mir sagen lassen, dass in ruhigen Schichten das Personal auch nur (auf Abruf) herumsitzt.

Was also rechtfertigt eine höhere Bezahlung?
Normalerweise ergibt sich die Bezahlung aus Angebot und Nachfrage. Üblicherweise werden diejenigen Stellen gut bezahlt, die eine eher seltene Qualifikation, die i.A. durch ein mehrjähriges akademisches Studium oder zumindest eine anspruchsvolle Ausbildung, eventuell kombiniert mit längerer Berufserfahrung und Spezialkenntnissen, erworben wird, voraussetzen.
Für Tätigkeiten, die nur wenige, besonders geschulte oder geeignete Personen ausüben können, bzw. die höhere intellektuelle oder auch körperliche Anforderungen stellen, gibt’s nun mal mehr Geld als für Jobs, die im Grunde (ggf. nach kurzer Einlernzeit) praktisch von jedem ausgeübt werden könnten.
Solange es genügend Pflegepersonal gibt, und dieses bereit ist, für die üblichen Tarife zu arbeiten, wird ihr Einkommen nicht steigen. Konkurrenz lauert von unausgebildeten Arbeitskräften, die zumindest einen Teil der Aufgaben wie Essensausgabe erledigen können, so dass ein Druckmittel zum Durchsetzen einer höheren Bezahlung fehlt.
Wer also mehr Geld will, anstatt seine idealistische Befriedigung aus einer zweifellos nützlichen Arbeit (die „Menschen hilft“) zu ziehen, sollte besser einen Beruf erlernen, dessen Anforderungen eine höhere Bezahlung begründen.

Wenn jemand immer noch höhere Entlohnung für Pflegekräfte befürwortet, dann sollte er sich erst mal die Finanzierung überlegen. Eine merkliche Erhöhung würde u.a. eine deutliche Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge bedeuten. TANSTAAFL
Und die nächste Berufsgruppe, die sich für unterbezahlt hält, steht bestimmt schon in den Startlöchern. (Ich persönlich würde beispielsweise Busfahrern ein höheres Einkommen gönnen. Sie sind für das Leben der Menschen in einem Bus verantwortlich, müssen stundenlang hochkonzentriert arbeiten, mit schwierigen Verkehrssituationen, renitenten Fahrgästen, den Tücken der Technik und sonstigen Widrigkeiten klarkommen.)

Übrigens – wie ich soeben erfahren habe – steigt in den nächsten zweieinhalb Jahren der Mindestlohn für Pflegekräfte um satte 11.3 Prozent auf 11.35 Euro pro Stunde. Von solchen Zuwächsen können Sparer und Anleger nur träumen. Und das ist nur der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung.
Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert.

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Der Mail-Default //1608

Herr Wichtler ist eine Art Unternehmensberater, den Carsten engagieren will, um die Übernahme von Standort 5 voranzubringen.
Bei einem Meeting, bei dem auch ein Teil der Abteilungsleiter anwesend war, stellte er sich vor. Zwar bin ich in die technischen Aspekte der Übernahme involviert, insbesondere natürlich die Softwareentwicklung, aber die betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Details, um die es hier hauptsächlich ging, interessierten mich weniger.
Irgendwann erklärte er – quasi als Abschluss seines längeren Monologs: „Ach ja – ich lese keine iiih-Mails. Wenn irgendetwas sein sollte, rufen Sie mich ruhig an. Ich bin immer und jederzeit für Sie da.“
Na, das passt ja zu der bei Standort 5 vorherrschenden Mentalität (über die ich mich inzwischen schon ein paar Mal ärgern musste, weil mich die Mitarbeiter dort aus nichtigen Anlässen angeklingelt und aus meiner momentanen Tätigkeit gerissen haben).
Ich ergriff das Wort: „Ich werde Sie ganz sicher nicht anrufen – es sei denn, wir haben den Anruf vorher konkret mit ungefährer Uhrzeit vereinbart, oder es hat sich unvorhergesehen etwas so dringendes ergeben, dass es keinen Aufschub duldet. Wenn ich etwas mit Ihnen zu klären habe, so schreibe ich Ihnen eine Mail, und erwarte, dass Sie spätestens am nächsten Tag darauf reagieren. Aber rufen Sie mich nicht an, außer ich habe Ihnen das ausdrücklich gestattet.“

Zu Zeiten, bevor es Mails gab, war Telefon oft die einzige Möglichkeit, unmittelbar Kontakt aufzunehmen. Aber heutzutage ist die Mail bei weitem vorzuziehen. Sie erlaubt, asynchron dann zu antworten, wenn man Zeit und Sinn dafür hat, anstatt einen abrupt aus den Gedanken zu reißen, und zu spontanen, unüberlegten Äußerungen zu verleiten.
Ich halte es für äußerst unhöflich, jemanden anzurufen, wenn es eine Mail genauso täte. Wie gesagt – für dieses Prinzip gibt es Ausnahmen, aber grundsätzlich ziehe ich Mails bei weitem vor – auch weil ich dann in Textform vorliegen habe, und nicht erst – bei wichtigen Dingen – ein Gedächtnisprotokoll aufsetzen muss.
Dass sich heutzutage so viele Leute durch ein Smartphone fremdbestimmen und versklaven lassen, anstatt sich den Luxus telefonischer Unerreichbarkeit zu gönnen, kann ich nicht nachvollziehen.

Die Führungskräfte schauten erwartungsvoll in Richtung von Herrn Wichtler. Insbesondere der Chef wartete mit undurchdringlichem Pokerface ab, wie dieser reagieren würde.
Nach kurzem Zögern meinte Herr Wichtler: „Wenn das hier so üblich ist, werde ich mich selbstverständlich danach richten.“
Gnädig nickte ich ihm zu, worauf das Meeting mit einem anderen Topic auf der Agenda weiterging.

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Schneck Schnack Schnuck //1607

Nur selten gehen wir abends aus nicht-geschäftlichem Anlass aus.

Die derzeitigen warmen Sommerabende verlockten uns jedoch, so dass wir einen Spaziergang zu den Örtlichkeiten machten, wo sonst das Volksfest stattfindet. Ein Bierkeller hat den ganzen Sommer über geöffnet, so dass wir uns dort ein Bier teilten, und einen Imbiss zu uns nahmen. Da am Nebentisch geraucht wurde, setzten wir uns weiter weg. Wie hat man das nur früher in Innenräumen ausgehalten, als das Rauchverbot in Gaststätten noch nicht galt?

Nicht weit entfernt befindet sich eine Erhebung mit einer nach Westen ausgerichteten Gedenktafel für einen lokalen Dichter, die aufgrund der serpentinen- und spiralartigen Wegführung im Volksmund als „Schneckenberg“ bekannt ist. Dort hinauf stiegen wir. In der Umgebung war alles menschenleer, so dass wir die Gelegenheit nutzten (wenn schon im Büro nichts läuft).
Danach gingen wir zurück und ein Stück weiter, wo sich eine Parkanlage mit ziemlich scheußlichen Skulpturen am Berghang befindet. Die Wege sind dort recht steil, so dass ich zum wiederholten Mal beobachten musste, wie mühelos Carsten die Stufen und Steigungen bewältigte, während ich langsam hinterherkeuchte, bzw. mich ziehen ließ. Wenigstens sind dort keine Hunde erlaubt.

Man kann abends kaum noch ins Freie gehen, ohne sofort belästigt zu werden. Blutsauger! Elendige!
Wir genossen dann noch den Ausblick auf die uns zu Füßen liegende Stadt, und saßen eine Weile auf einer Bank, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

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Blogparaden zur Selbständigkeit //1606

Gleich zwei aktuelle Blogparaden zum Thema Selbständigkeit habe ich gefunden.
Meine Selbständigkeit läuft zwar nur noch zweitrangig nebenher (quasi on system idle), trotzdem gebe ich meine Erfahrungen gerne an Interessierte weiter.

Auf „Abenteuer Home-Office“ lautet das Thema: „Wenn ich DAS vorher gewusst hätte!“
Was also hätte ich – im Zusammenhang mit meiner Selbständigkeit – anders gemacht, was wäre mir leichter gefallen, wenn mir die entsprechenden Information schon früher vorgelegen wären?
Ich habe überlegt .. und überlegt .. und überlegt .. und mir ist nichts so wirklich eingefallen, was ich als Antwort auf diese Frage geben könnte.
Bevor ich mich endgültig selbständig gemacht hatte, hatte ich mich gründlich darüber informiert – über rechtliche Aspekte, Steuern, und so weiter und so fort. Auch über die Erstellung eines Businessplans, nur um zum Ergebnis zu kommen, dass ich so etwas nicht brauche, da mein Startkapitalbedarf sich auf einen Computer samt Compiler, Internetzugang, Website und Visitenkarten beschränkte.
Eine Zeitlang war meine Selbständigkeit ja nur parallel zu meiner Berufstätigkeit als Angestellte gelaufen. In der Zeit konnte ich einige Erfahrungen sammeln und bereits einige Kontakte zu Kunden aufbauen.
Als ich dann endgültig das Arbeitnehmerdasein hinter mir ließ, wusste ich, worauf ich mich einließ, und war bereit, Risiko und Verantwortung selbst zu tragen.
Im Laufe der Zeit änderten sich einige gesetzliche Regelungen, aber das war ursprünglich nicht abzusehen gewesen, und es bringt nichts, im Nachhinein herumzujammern: „Ach, hätte ich doch ..“ – no, je ne regrette rien.
Ich kann nur jedem raten, der mit dem Gedanken einer Selbständigkeit spielt, sich vorher gründlich und umfassend zu informieren. Dank des Internets gibt es so viele (kostenlose) Informationsquellen, dass es später überhaupt keinen Anlass gibt, auszurufen: „Wenn ich das doch nur vorher gewusst hätte!“
Als Selbständiger hat man einfach vorher zu wissen, wo Probleme lauern könnten. Wer es versäumt, sich rechtzeitig notwendige Informationen zu beschaffen, wird es als Selbständiger nicht weit bringen. Sagt nicht im Nachhinein, ihr hättet das nicht gewusst!

Die andere Blogparade bei „Selbständig im Netz“ stellt die Frage nach den ersten Einnahmen als Selbständiger.
Auch da muss ich zugeben, dass ich das gar nicht mehr so genau weiß.
Bereits als Kind oder in meiner Jugend habe ich mir gelegentlich ein zusätzliches Taschengeld verdient durch kleinere Handarbeiten für Nachbarn und Bekannte oder Nachhilfe (ganz mies! – gerade weil ich so gut in Mathe war, konnte ich mich nicht auf das Niveau herabdenken). Einmal veröffentlichte die Zeitschrift, die beim Metzger oder Bäcker immer auslag (hab‘ vergessen, wo genau) eine Kurzgeschichte von mir, wofür ich ein kleines Honorar (IIRC 20 oder 25 Mark) erhielt. Versteuert habe ich davon nichts, und das zählt wohl auch gar nicht.
Meine ersten Programme waren noch nicht kommerziell. Ich gab sie unentgeltlich weiter an Bekannte, die sie nutzten, und mir auch Rückmeldung gaben, wo Fehler wären, oder welche zusätzlichen Features sinnvoll wären.
Irgendwann war meine Software aber dann gut genug, um sie zu vermarkten. Ich setzte also eine Website auf, und bot eine Demoanwendung zum Download an. Auf einigen geeigneten Portalen o.ä. machte ich meine Dienste publik.
Ich bekam Anfragen von potentiellen Kunden, und irgendwann konnte ich das erste Geschäft abschließen. Wenn ich nicht irre, handelte es sich um eine bestimmte Lizenz. Ziemlich zeitgleich war ich auch bereits in Verhandlungen für eine eigenständige Anwendung für einen anderen Kunden. Welches Geld jetzt zuerst einging, kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Ich arbeitete damals ja noch hauptsächlich nicht-selbständig, und die Programmiererei lief nur nebenbei als Hobby. Erst bei einem größeren Auftrag, entschloss ich mich – nach reiflicher Überlegung – mein Arbeitsverhältnis aufzugeben, und nur noch auf eigene Rechnung zu arbeiten.

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breakpoint’s Wayback Archive #0A //1605

Wayback zum 10. bis 24. April 2012.

Über Ostern arbeiteten wir zunächst, dann kam Verena zu Besuch, und ich fuhr zu meinen Eltern.
In der Firma plante ich diverse Sicherheitsmaßnahmen.
Die Batterie meines Thermometers war leer.
Wir überlegten uns, einen internen Mitarbeiter als Nachfolger des CIOs einzusetzen.
Am Wochenende äußerte Carsten den Wunsch, meine Eltern kennenzulernen.
Trotz restriktiver Kleidungsvorschriften fand ich mich allmählich in meine Rolle in der Firma ein.
Das Firmennetz wurde auf meine Initiative hin von einem Sicherheitsexperten überprüft.
Ich kümmerte mich um die Website der Firma.
Die Auswahl eines neuen CIOs kostete mich einiges an Zeit.
Carsten und ich vereinbarten, anlässlich meines Geburtstags gemeinsam shoppen zu gehen.
Es gab Fortschritte in der IT-Abteilung der Firma.

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Advent, Advent – was Twitter kennt //1604

Wieder mal ist ein Blogeintrag mit alten Tweets fällig. Diesmal ist der Zeitraum vom 1. bis 21. Dezember 2016 dran.

Einhornritte und pinke Himbeersahnetorte. #Wunschzettel
Gerade war Winterbeginn. #Sonnenwende
Verleser des Tages: „Soylent Green“ statt „Simply Green“
Welches Gend*x ist eigentlich doppeltes Diminutiv?
Von der (Un-)Berechenbarkeit der Natur //1431 Vierzehnhunderteinunddreißig
Schweigetweet
Mission Medic Meeting //1430 Vierzehnhundertdreißig
Nachts im Büro ..
Fake oder Fakt? Das ist die Frage.
Verleser des Tages: Prostituieren statt Postsortieren
Zeitdilatation ist relativ //1429 Vierzehnhundertneunundzwanzig
Verschreiber des Tages: .cock statt .com
Gift //1428 Vierzehnhundertachtundzwanzig
Tweets des Lenzes //1427 Vierzehnhundertsiebenundzwanzig
Verschreiber des Tages: Spritzbub statt Spitzbub
2*3*11*101 Tweets
Verleser des Tages: Definiere statt Delfine
10 Minuten am Telefon vollgelabert. Jetzt ist mein Kaffee kalt.
Getroffen //1426 Vierzehnhundertsechsundzwanzig
Verleser des Tages: Sklavinnen statt Skandinavierinnen
Ein dreistes Ansinnen //1425 Vierzehnhundertfünfundzwanzig
Jahresabschlussfeier //1424 Vierzehnhundertvierundzwanzig
Was zieh ich zur Jahresabschlussfeier an?
Verleser des Tages: angepasst statt angepisst
Sappho And Friends //1423 Vierzehnhundertdreiundzwanzig
Verleser des Tages: „Eunuchen für Frau Himmelreich“ statt „Eunuchen für das Himmelreich“ #aufschrei
Verleser des Tages: Narben statt Narren
Wordpress-Reader funktioniert heute bei mir nicht.
Inspirierende Blogger //1422 Vierzehnhundertzweiundzwanzig
Umgekehrt wohl erst recht nicht empfehlenswert.
Merke: Duschgel ist kein Ersatz für Badreiniger
Warum wirken männliche Feministen eigentlich so .. unmännlich, unerotisch und richtig zum Abgewöhnen?
Verschreiber des Tages: Reminder statt Remainder
Eine unerwartete Reise (2. Teil) //1421 Vierzehnhunderteinundzwanzig
Verleser des Tages: Paarungssicherheit statt Planungssicherheit
Eine unerwartete Reise (1. Teil) //1420 Vierzehnhundertzwanzig
Verleser des Tages: #TagdesEhemanns statt #TagdesEhrenamts
It’s cold outside. //1419 Vierzehnhundertneunzehn
Ist euch auch so kalt?
Verschreiber des Tages: Steifen statt Streifen
Planungssicherheit //1418 Vierzehnhundertachtzehn
PING is not Google //1417 Vierzehnhundertsiebzehn
Verleser des Tages: „mathematisches Urlaubsglück“ statt „maßgeschneidertes Urlaubsglück“
Glühwein zur Besinnung //1416 Vierzehnhundertsechzehn
Kleine Betriebsfeier zur neuen Produkteinführung.
Verhörer des Tages: „Cock bit“ statt Cockpit
Preisgekrönt //1415 Vierzehnhundertfünfzehn

Apropos Twitter .. seit Anfang der Woche versuche ich, mein Profilbild zu wechseln, aber das ist nur noch weiß. Hab schon alles mögliche ausprobiert, ohne Erfolg. Kann es höchstens ganz entfernen.
Ich hab auch versucht, mit dem Support Kontakt aufzunehmen, aber das wäre eine Story für sich.

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Wenigstens ein gelöstes Problem //1603

Wir waren seit längerem nicht mehr bei einem semiprivaten Geschäftsführertreffen. Das hatte vor allem zeitliche und terminliche Gründe. Normalerweise nehmen wir eh nur sporadisch teil.
Jetzt steht wieder ein Treffen an. Der Gastgeber ist derjenige, der sich auch sonst um die allgemeine Organisation und Planung kümmert.
Carsten rief also bei ihm an, und traf auf offene Ohren.

Die Trennung zwischen Männern und Frauen hätte sich früher so ergeben, weil die meisten Frauen sich gelangweilt hätten, während sich ihre Männer über Geschäfte unterhielten. Inzwischen sei er auch von einem anderen Geschäftsführer kontaktiert worden, der in einer homosexuellen Partnerschaft lebt, und dessen Partner auch nicht in die übliche Gruppierung passt.
Zukünftig werden die Gruppen flexibler gebildet, eventuell auch mehr als nur zwei, zwischen denen jeder auch zwischenzeitlich wechseln kann.

Ich muss sagen, dass ich erleichtert bin. Ich hatte schon Probleme befürchtet, dass mich die Herren in ihrer Gruppe nicht akzeptieren, während die Damen neidisch und missgünstig über mich lästern. Aber so wird das hoffentlich viel glimpflicher und unspektakulär abgehen.

Trotzdem würde ich, wenn ich es nicht als meine Pflicht und Aufgabe sähe, Geschäftsfreundschaften aufzubauen und zu pflegen, am liebsten gar nicht hingehen.

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Ein Ende //1602

Einige von euch haben vielleicht schon mitbekommen, dass ich das Profilbild meines Twitteraccounts austauschen wollte. Aber alle Bemühungen auch mit anderen Browsern, auf anderen Rechnern, oder mit anderen Bildformaten schlugen fehl.
Das ist zwar keine Tragödie, aber lästig, und es trug dazu bei, dass ich ziemlich genervt am Dienstag Nachmittag war. Im Büro hatte es auch einige Misslichkeiten und kleinere Ärgernisse (das alles auszuführen, würde zu weit führen, zumal es alles vergleichsweise unerheblicher Kleinkram war) gegeben, so dass ich bereits recht schlecht drauf war, als dann der wirkliche Tiefschlag kam.

Aber der Reihe nach ..
Arthur war ein Studienfreund von mir. Er war erst nach dem Vordiplom zu uns an die Uni gekommen. Ich traf ihn öfter auf dem morgentlichen Weg zu den Vorlesungen. Wir machten dann eines der F-Praktika (ach, ich erinnere mich noch gut, wie wir witzelten, als wir alleine in einem Raum unter Rotlicht zusammen waren) gemeinsam, lernten zusammen für Prüfungen, und unternahmen auch hin und wieder abends etwas miteinander.
Unsere Freundschaft blieb im Wesentlichen (allerdings nicht völlig, aber das ist jetzt irrelevant) auf einer kumpelhaften Basis. Arthur hatte eine feste Freundin in einer anderen Stadt, und ich forcierte auch keine körperliche Annäherung (von physikalischen Näherungen mal abgesehen).
Nach Studienende blieben wir in Kontakt, auch wenn wir aufgrund der Entfernung nur noch Mails austauschten. Länger als drei oder vier Monate war eigentlich nie Funkstille, zeitweise schrieben wir uns fast täglich.
Nach seinem Geburtstag letzten Herbst hörte ich das letzte Mal von ihm, zu Weihnachten schon nicht mehr. Ich erklärte mir das, dass er vielleicht beruflich gerade viel um die Ohren hatte.
Als er mir auch zum Geburtstag nicht schrieb (in all den Jahren war er zwar ein oder zwei Mal ein paar Tage zu spät gewesen, hatte ihn aber nie ganz vergessen), begann ich, mir Sorgen zu machen. Ich schickte ihm also eine Mail, und erhielt wieder keine Antwort. Bei einem zweiten Versuch ebenfalls kein Ergebnis.
Ich erinnerte mich daran, dass er erwähnt hatte, dass er einen anderen unserer früheren Kommilitonen gelegentlich sieht, weil dieser in der gleichen Stadt arbeitet. Mit diesem hatte ich zwar keinen Kontakt mehr, aber dank Google konnte ich ihn ausfindig machen und anschreiben.

Nun ja .. am Dienstag Nachmittag erhielt ich seine Antwort:
Arthur war Ende letzten Jahres bei einem Unfall ums Leben gekommen.

Da verschwindet ein Mensch, den ich sehr gemocht hatte, einfach so – endgültig und unvorhergesehen – aus dem Leben, und ich kriege das nicht mit, und erfahre es erst mit großer Zeitverzögerung.
Er hatte noch Pläne für die Zukunft gehabt, die er jetzt alle nicht mehr realisieren wird.

Etwas Trost und Aufmunterung hätte mir gut getan, aber Carsten kam erst spät in der Nacht von einem Kunden zurück.
Ich war den ganzen Mittwoch über irgendwie zitterig und unkonzentriert, brachte nichts so richtig zustande. Auch jetzt noch bin ich nicht wieder über diesen Verlust hinweg. Obwohl wir nur sporadisch und über eine größere Entfernung kommuniziert hatten, war Arthur doch immer, seit ich ihn kenne, eine Konstante in meinem Leben gewesen, und er hatte mir immer wieder Rückhalt und Zuspruch gegeben.
Ich vermisse ihn.

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Computer – was tut er? //1601

Zur Abwechslung mal wieder drei kleine Computergeschichtchen.

Einer meiner Mitarbeiter schreibt derzeit an einer Windows-Anwendung, mit der bestimmte Daten ausgewertet werden sollen.
Als ich ihn auf seine Fortschritte ansprach, berichtete er mir von einem Problem. Und zwar geht es um ein Kontrollelement, das die Daten auf bestimmte Weise tabellarisch darstellen soll. Das funktioniert soweit auch recht schön.
Sobald aber der Anwender die Daten auf bestimmte, reproduzierbare Weise umsortieren will, zeigt das Kontrollelement nichts mehr an (bzw. erst wenn man händisch darin herum die Spaltenbreiten ändert).
Es handelt sich um ein reines Darstellungsproblem, denn im Debugger erkennt man, dass die Daten durchaus korrekt vorhanden sind, sie werden nur nicht angezeigt.
Das gehört zu diesen Fehlern, bei denen man selbst als erfahrener Entwickler denken würde: So etwas gibt’s nicht.
Gibt es doch. Ich singlesteppte einen Teil des Codes gemeinsam mit meinem Mitarbeiter, und es war exakt so, wie er es beschrieben hatte.
Wir probierten dann ein paar bewährte Methoden, um das Kontrollelement zu zwingen, sich neu zu zeichnen, aber alles ohne Erfolg.
Die Ursache des Problems könnte bei Windows direkt liegen, ich vermute aber, dass die Kapselung des Frameworks irgendwelche Messages nur unzureichend umgesetzt hat, bzw. die Implemplementierung nicht unterstützt.
Wenn nichts mehr nützt, dann muss ein Workaround her, und sei er auch noch so unelegant.
Wir machen also unter bestimmten Bedingungen das Kontrollelement komplett nieder und setzen es neu auf. Funktioniert bislang einwandfrei, und der Endnutzer muss ja nicht wissen, welche Brachialgorithmen dabei eingesetzt werden.

Ein anderer Mitarbeiter hatte bei einem anderen Programm beim Beenden Probleme mit Speicherlecks und Exceptions wegen Zugriffsverletzungen. Ich setzte mich über eine Stunde mit ihm hin, um seinen Code durchzugehen, fand aber auch nichts auffälliges, so dass ich ihn wieder sich selbst überlassen musste, da ich noch andere Tasks auf meiner Agenda hatte.
Er meldete sich dann am nächsten Tag, dass er den Fehler gefunden hätte. Beim Copy’n’Pasten einer ähnlichen Routine, die er nur an eine andere hatte anpassen wollen, hatte er übersehen, eine Variablendeklaration zu entfernen. So meldete ihm der Compiler nicht, dass das Objekt, auf das die Variable zeigte, gar nicht existierte. Es war nie erzeugt worden. Trotzdem gab es der alte Code frei, was das fehlerhafte Verhalten nach sich zog.

Bei meinen VMs kann ich den Vollbildmodus nicht ausstehen, vor allem, weil ich mir nicht merken kann, welches die Host-Taste ist.
Aber genauso, wie ich probeweise das Datumsformat auf „YMMD“ (man gewöhnt sich tatsächlich daran) gestellt habe, versuchte ich jetzt einmal, eine andere Hosttaste zu benutzen.
Da ich derzeit bei diesem Host eine englische Tastatur hängen hatte (fragt nicht, warum), konfigurierte ich Virtualbox, die rechte ALT-Taste als Host-Taste zu nehmen.
Nun ja – ich nutzte den Vollbildmodus trotzdem nicht, und bald darauf hatte ich auch wieder eine normale deutsche Tastatur.
Nun wollte ich von meiner VM aus auf einen Netzwerkshare zugreifen. Aber es ließ sich kein Backslash eingeben. Nach einigem Herumprobieren und Fluchen, fiel mir dann ein, dass \ ja ALT GR ß ist, und dass ALT RIGHT ja als Host-Taste eingestellt war.
Nachdem ich wieder CTRL RIGHT als Host-Taste konfiguriert hatte, klappte es auch wieder mit dem Backslash in der VM.

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Die in-Spe-zialisten //1600

Die Spezialistenstelle ist momentan noch nicht besetzt.
Es erwies sich als schwierig, jemanden mit passender Qualifikation zu finden.

Zu den Anforderungen gehörte ein technisches Verständnis auf akademischem Niveau, wie es beispielsweise ein Ingenieur (ziemlich egal welcher Fachrichtung) mitbringt. Stellensuchende Ingenieure gibt es durchaus, aber außerdem war noch eine gewisse juristische Affinität erforderlich. Diese Kombination ist sehr selten.
Ich suchte jemanden, der mit (der Umsetzung von) gesetzlichen Vorschriften, Regelungen, Richtlinien, Bestimmungen, Normen, Regularien etc. gut klar kommt, und diese Fähigkeit auch belegen kann.
In den letzten Jahren hatte ich das (mehr schlecht als recht, und vor allem ungern) zu einem großen Teil selbst gemacht, aber wenn ich schon extra jemanden dafür einstelle, soll diese Aufgabe demjenigen auch liegen und halbwegs angenehm sein.

Da die meisten Bewerbungen, die ich auf diese Ausschreibung erhielt, bei weitem nicht dem Anforderungsprofil entsprachen, oder sonst einen offensichtlichen Haken hatten, war ich schließlich soweit, eine Frau Ende 40 zu einem persönlichen Gespräch einzuladen (wäre sie wesentlich jünger gewesen, hätte ich das aber nicht gemacht).
Die Kandidatin erschien mir fachlich hinreichend kompetent, recht vernünftig, verträglich und ohne feministische Allüren.
Sie hatte ein Ingenieurstudium absolviert, und danach einige Jahre in einer behördenähnlichen Organisation gearbeitet, wo sie genau mit den Regularien zu tun hatte, um die es uns jetzt geht. Allerdings zum damaligen Stand. Danach war sie lange in Familienpause, möchte aber jetzt, da die Kinder alt genug sind, wieder beruflich einsteigen – am liebstem aber halbtags oder gerne auch nur stundenweise.

Im Zeitraum zwischen der Einladung und dem Vorstellungsgespräch erhielt ich unverhofft noch eine weitere vielversprechende Bewerbung, so dass ich mit diesem Bewerber ebenfalls ein persönliches Gespräch führen wollte.
Auch dieser Kandidat ist Ingenieur, arbeitet aber als Patentanwalt. Aus privaten Gründen möchte er beruflich langsamer treten, und fände eine Tätigkeit wie die ausgeschriebene sehr ansprechend. Mit den konkreten gesetzlichen Regelungen, um die es hier geht, hatte er zwar noch nicht zu tun, aber ich traue ihm ohne weiteres zu, sich da schnell einzuarbeiten.
Er würde aber nur Teilzeit arbeiten wollen, um weniger Stress zu haben, als in seinem jetzigen Job. Das passt mir eigentlich ganz gut. Der Umfang der zu erwartenden Arbeit ist strenggenommen eh ohnehin zu wenig für eine Vollzeitkraft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stellen hier, ist es sogar möglich, den Großteil der Arbeit im Homeoffice zu erledigen, da es im Wesentlichen um das Lesen und Verstehen irgendwelcher Gesetze und Normen geht, und sie später mit unseren Produkten abzugleichen.

So – jetzt bin ich wieder mal im Dilemma. Beide erscheinen mir grundsätzlich geeignet.
Ich spiele mit dem Gedanken – da beide eine Teilzeitbeschäftigung präferieren – alle zwei einzustellen. Das hätte den unschätzbaren Vorteil, dass ich eine Redundanz hätte, sollte einer der beiden unvorhergesehen ausfallen. Mir schwebt vor, die Kandidatin offiziell Standort 4 zuzuteilen , und den Kandidaten hier zu beschäftigen. Das wäre auch vorerst die grobe Aufteilung der Verantwortlichkeiten, auch wenn sie in der Praxis immer wieder wechseln, bzw. jeder für beide Standorte zuständig ist. Sie würden sich gegenseitig ergänzen und vertreten.
Ich muss in den nächsten Tagen eine Entscheidung fällen, die so auch von den Betroffenen akzeptiert werden kann. Carsten hat bisher keine Einwände geäußert.

Als ich kürzlich den SW-Entwickler einstellte, war von vornherein klar, dass er zum Einstieg nur das Tarifgehalt bekommt. Wäre er damit nicht zufrieden gewesen, hätte die Stelle halt jemand anders gekriegt. Das ist ein Standard-Job.
Bei diesen beiden bin ich eher zu Zugeständnissen bereit – in vernünftigem Rahmen natürlich – da die Kombination ihrer Qualifikation nur selten ist. Andererseits können sie aber auch nicht zu hoch pokern, denn auch für sie wäre es schwierig, einen anderen passenden Arbeitgeber zu finden, der genau diese Qualifikation nachfragt.

Es besteht generell die Gefahr – dessen bin ich mir bewusst – bei dieser Art von Stellen, dass sich ein Arbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers (also während der Arbeitszeit) in eine spezielle Materie einarbeitet, dabei hochqualifiziertes Know-how erwirbt, und dieses dann versucht, als selbständiger Berater zu vermarkten. Ich meine jetzt keine Betriebsgeheimnisse (davor kann man sich einigermaßen rechtlich schützen), sondern allgemein zugängliches (wenn auch teilweise zahlungspflichtiges), aber hochkomplexes Wissen. Die Weitergabe dessen kann man wohl schlecht verhindern, und sich kaum dagegen absichern.

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La dona è βettissima //1599

Ein Unbekanntes Flugobjekt mit sechs Beinen und Saugrüssel muss Carsten in die Hand gestochen oder gebissen haben. Jedenfalls entzündete sich die Stelle so sehr, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als einen Arzt aufzusuchen.
Die verordneten Antibiotika verträgt er zum Glück ganz gut.
Es ist nicht so, dass ich gerne einen Verband wechsle, aber ich kann es. Das ist schließlich wirklich keine Kunst.
Anfangs war die Mullkompresse ein paarmal fest mit der Wunde verklebt. Dann darf man die nicht mit Gewalt herunterrupfen. Es hat sich bewährt, die betreffende Stelle in einem lauwarmen Bad mit Kernseifeflocken so lange einzuweichen, bis sich der Verband von selbst löst. Das kann durchaus länger dauern, ist aber schonend und effektiv.

Als die Wunde wieder trocken war, tropfte ich einige Tropfen des Antiseptikums (Povidon-Jod) auf eine frische Kompresse. „Jetzt wirst du betaisiert“, erklärte ich, während ich die Kompresse zielgenau auf der Wunde platzierte.
„Beta-was?“
„Ach, nichts, ich überlegte nur gerade, ob es auch ein Alphaisodona gibt. Normalerweise gibt es vor der Betaversion eine Alphaversion.“
„Du meinst, das Medikament ist noch im Betatest? Die Pharmabranche muss doch gründlich testen, bevor sie ein Produkt rausgibt.“
Während ich eine Mullbinde an seiner Hand befestigte, hatte er die an andere Hand bereits zwischen meinen Beinen.
„Soweit ich mich erinnere, bedeutet Beta in der Nomenklatur der Chemiker irgendeine Ständigkeit funktioneller Gruppen an Kohlenstoffatomen. Ich vermute, dass es etwas damit zu tun hat.“
Ich räumte schnell das Verbandmaterial auf, bevor ich mich einem anderen seiner Körperteile widmete, dessen Ständigkeit längst im Release-Stadium war, ohne dass weitere Hardwareentwicklung nötig war.

Beim nächsten Verbandswechsel (bei dem die Wunde hartnäckig mit dem alten Verband verklebt war, und sich partout nicht ablösen wollte) kamen wir auf Beta-Strahlung zu sprechen. Das Antineutrino wurde damals postuliert, weil sonst die Erhaltungssätze verletzt worden wären (wir erinnern uns kurz an das Noether-Theorem, das bis auf das N|m eine Permutation ist).
Genauso legen Messungen (an denen ich gewisse Zweifel hege) nahe, dass die Ausdehnung des Universums sich beschleunigt. Um diese Messungen konsistent mit den bisherigen Modellen zu halten, wurde die Dunkle Energie (die Bezeichnung erinnert eher an Starwars oder Harry Potter) eingeführt.
„Da muss noch irgendetwas zusätzlich sein, das die Inflation beschleunigt“, meinte ich sarkastisch, „wir wissen nicht, was das ist, und haben keine Ahnung, wie es wirkt, aber das nennen wir jetzt einfach Dunkle Energie!“
„Hat nicht der Nachweis der Higgs-Bosonen diese Lücke geschlossen?“, fragte Carsten, der noch weniger auf dem neuesten Stand ist als ich, und auch nie Theoretiker war.
Ich seufzte. „Vielleicht für die Dunkle Materie. Aber ach, das passt alles nicht mehr so recht zusammen. Früher fand ich es toll, wie großartig sich die Mathematik nutzen lässt, um die Natur zu beschreiben. Aber inzwischen finde ich die Heuristik der Phänomenologie nur noch quick’n’dirty.“
„Wie meinst du das?“
„Beispielsweise die Kosmologische Konstante. Die dreht man sich einfach so hin, wie man sie gerade braucht. Oder die renormierten Eichtheorien. Wenn sich irgendwelche Singularitäten ergeben, dann werden die so durch Eichfaktoren umskaliert, dass sie sich wieder wegheben.“
„Wenn ich mich recht erinnere, ist das doch gerade der Sinn der Eichung.“
„Rein pragmatisch gesehen schon. Bloß was hat das wirklich noch mit der Natur zu tun?“
„Tja .. was willst du dagegen tun? Die Natur ist undurchschaubar und widerspenstig. Fast so wie du, meine Süße.“ Mit der freien Hand fasste er nach meinen Backen, aber ich drehte mich schnell zur Seite, da ich in der Seifenlauge den Zustand der verklebten Kompresse überprüfen wollte.
„Ich halte mich da raus, und beschränke mich auf meine mathematischen Räume. Da ist wenigstens von vornherein klar, dass es sich nur um ideell-abstrakte Konstrukte handelt, die höchstens einen zufälligen Realitätsbezug haben können.“
Endlich löste sich der Rest des Verbandes von der Wunde. Während ich die Wunde reinigte, sprach Carsten weiter: „Die Allgemeine Relativitätstheorie ist doch etabliert, und durch Beobachtungen und Experimente bestätigt.“
„Ich sage ja gar nicht, dass sie falsch ist, aber eben wohl doch nicht der Weisheit letzter Schluss. Solange die Kosmologische Konstante so willkürlich ist, deutet für mich alles darauf hin, dass sie auch nur lediglich eine Näherung – in dem uns durch Beobachtung zugänglichen Universum – für eine noch umfassendere Theorie ist. Und diese Theorie sollte dann auch gleich noch mindestens das Standardmodell abdecken.“
„Strings?“
„Ich hab‘ keinen an. Nee, ernsthaft, das scheint mir auch eine Sackgasse zu sein.“
Während ich eine betaisodonisierte Kompresse auf seine Wunde legte, fuhr ich fort: „Vielleicht sollte man einmal einen ganz neuen Ansatz wagen. Beispielsweise, dass die Lichtgeschwindigkeit doch nicht so völlig konstant ist, und kurz nach dem Urknall einen etwas anderen Wert hatte.“
„Mit einer variablen Lichtgeschwindigkeit stürzt du das ganze Theoriengebäude ein.“
Ich wickelte eine neue Mullbinde um seine Hand und befestigte sie. „Wieso? In Materie hast du auch eine andere Lichtgeschwindigkeit als im Vakuum. Siehe Maxwell. Mit ferromagnetischen Verzögerungskabeln kannst du die Ausbreitungsgeschwindigkeit von elektrischem Strom ganz schön runterbremsen. Ich meinte aber gar keine größere Änderung, sondern höchstens wenige Prozente seit dem Urknall. So ein Zusatzterm d my c ungleich Null [∂μc ≠ 0]. Das ergäbe ganz neue Effekte, mit denen sich etwa die beschleunigte Inflation des Universums zwanglos als Scheinphänomen erklären ließe. Für unsere übliche Naturbeschreibung ändert sich nichts, da die nach wie vor eine Näherung nullter Ordnung für konstantes c ist. Alles was höherer Ordnung ist, bleibt vernachlässigbar und ist im gewöhnlichen Gültigkeitsbereich unerheblich.“
„Dann wäre aber Schluss mit deinen natürliche Einheiten. Wenn c nicht mehr konstant ist, kannst du es nicht einfach gleich eins setzen.“
Ich zog ihm eine Grimasse ob dieser Frechheit (was muss er mich auch immer so aufziehen!), während ich den Verband mit einem zusätzlichen Pflaster fixierte. „Dann muss man bei Lorentztransformationen halt wieder das Beta mitschleppen, weil es dann nicht mehr identisch mit der Geschwindigkeit ist.“
Bevor ich den Mullmüll entsorgte, schlug ich ihm (rücksichtsvoll in Anbetracht seiner aufgrund der Wunde kaum einsatzfähigen Hand) vor: „Leg‘ dich schon mal ins Betaber schlaf‘ nicht ein.“

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breakpoint’s Wayback Archive #09 //1598

Wayback zum 23. März bis 5. April 2012.

Ich war bei einer Firmenfeier anwesend.
Wir weihten den Whirlpool ein, und schmiedeten weiter Urlaubspläne.
Nach einem anstrengendem Tag bei einem Kunden war wieder Zeit zum Entspannen.
Es stellte sich heraus, dass Carsten nichts gegen möglichen Nachwuchs einzuwenden gehabt hätte.
Carsten’s Computer verhielt sich seltsam. Als ich der Sache nachging, fanden wir heraus, dass der damalige CIO Spyware darauf installiert hatte.
Infolgedessen übernahm ich die Leitung der IT, und unser Osterurlaub wurde gecancelt.
Am Wochenende arbeitete ich mich in die Aufgaben des CIO’s ein. Am Sonntag gab es immerhin Entspannungspausen.
Ich leitete zum ersten Mal den Jour-fixe der IT-Abteilung.
Die Ausschreibung für einen neuen CIO brachte die ersten Bewerbungen.
Mein Einsatz als kommisarischer CIO wirkte sich so aus, dass ich für meine eigenen Projekte viel weniger Zeit hatte.

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Geschäftsidee Coaching //1597

In letzter Zeit ist mir im Internet aufgefallen, dass es unzählige Angebote mit irgendwelchen Erfolgstipps und Coachings gibt. Da gibt es alles mögliche von Soft Skills wie Selbstbewusstsein über Gehaltsverhandlungen und Bekämpfung von Antriebslosigkeit bis hin zum esoterischsten Schwachsinn.
Die selbsternannten Coaches fühlen sich berufen, den potentiell interessierten Nutzern in allen Lebenslagen zu helfen, indem sie ihren Senf dazugeben.
Klar besteht dafür ein gewisser Markt, aber ich kann es nicht glauben, dass dieser Markt so riesengroß ist, dass es tatsächlich so viele Leute gibt, die bereit sind, dafür Geld auszugeben, zumal viele dieser Coaches keinerlei relevante Qualifikation haben, und sich IMHO nur an ihren Kunden bereichern möchten, die sie dann mit banalen Allerweltswahrheiten abspeisen, für die ein wenig gesunder Menschenverstand auch ausgereicht hätte.
Das ist der moderne Bauernfang, und spätestens bei gesundheitlichen Themen hört der Unsinn auf, harmlos zu sein.

OT und in eigener Sache:
Auf meinem Boudoirblog gibt es seit längerem wieder mal neue Fotos.
Ich gewähre gerne Zugriff für Besucher, die ich kenne. Andere Interessenten schalte ich nur frei, wenn sie sich bei mir wenigstens kurz vorstellen (z.B. über einen Kommentar hier, Twitter oder mein Kontaktformular).
Ein WordPress-Account ist für den Zugang erforderlich.

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Bedrohnt //1596

Eigentlich hatten Benjamin und ich vorgehabt, alle zwei oder drei Wochen zusammen schwimmen zu gehen. Es hat dann – unter anderem aus zeitlichen Gründen – doch nicht so oft geklappt. Ein paarmal waren wir im Hallenbad (hab‘ ich nicht gebloggt), und jüngst waren wir wieder am Badesee.

Es ist halt deutlich aufwändiger, dort hin und wieder zurück zu kommen, aber im Gegensatz zum Hallenbad braucht man wenigstens keine Badebekleidung.
Tja .. erst ist mir das Wasser dort zu kalt, aber sobald es einigermaßen warm wird, ist es einfach zu voll, viel zu viele Leute, um noch angenehm zu sein.

Während ich trotzdem etwas im Schatten döste, hörte ich auf einmal ein Brummen. Ich schaute mich etwas um, und sah dann eine Drohne schräg über mir.
Ich habe ja nun wirklich kein Problem damit, mich nackt zu zeigen. Auch (von mir authorisierte) erotische Nacktfotos sind OK, und dürfen meinetwegen gerne zur visuellen Stimulation und Inspiration genutzt werden. Aber unerlaubte Aufnahmen durch mir unbekannte Leute, deren Weitergabe ich nicht kontrollieren kann, sind jenseits meiner Toleranzschwelle – auch wenn ich völlig bekleidet wäre.

Wir werden also nicht mehr zum Badesee gehen. So toll ist er nicht, dass er die erheblichen Nachteile (zu denen es auch gehört, Leute nackt sehen zu müssen, die bekleidet denn doch ästhetischer aussähen) kompensieren würde.
Da ich Freibäder nicht mag, wird es wohl beim Hallenbad bleiben, das zumindest den Vorteil der geringen Entfernung bietet.

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Von japanischen Beeren und spanischen Bussen //1595

Nachdem wir einen Termin beim Steuerberater gehabt hatten, aßen wir noch gemeinsam in der Stadt zu Mittag. Wir waren danach noch gut in der Zeit, so dass wir in den Botanischen Garten gingen, um ein ungestörtes Plätzchen+ zu suchen.
Am Rand eines abgelegenen Weges fand ich ein paar Walderdbeeren. Im Wald esse ich keine Beeren, die niedriger als etwa Kniehöhe wachsen. Aber hier traute ich mich, pflückte welche, und wollte sie essen. Sie waren aber absolut ohne Geschmack, so dass ich sie wieder ausspuckte.
Carsten war inzwischen weitergegangen und außer Sicht. Also lief ich alleine weiter, hielt nach ihm Ausschau, aber fand ihn nicht mehr. Ich nutzte dann die Gelegenheit, und besuchte die Toilette im Gewächshaus. Dann setzte ich mich gemütlich draußen auf eine der Bänke, wo er früher oder später vorbeikommen musste.
Ich musste nicht lange warten, bis ich ihn sah. Ich erzählte ihm, dass ich Walderdbeeren gefunden hatte, die aber nach gar nichts geschmeckt hatten.
Er lachte, und meinte, das seien japanische, und als solche völlig geschmackfrei.
Die gelben Himbeeren waren dafür köstlich.

Inzwischen war es schon Zeit für den Rückweg.
Eigentlich hatte er mit dem Taxi (sofern es eine praktikable Alternative gibt, ist Taxifahren für mich der Gipfel der Dekadenz) fahren wollen, aber ich konnte ihn überzeugen, die kurze Strecke mit dem Bus, der eh gleich abfuhr, zurückzulegen.
Der Bus war gut halb voll, so dass wir einander gegenüber saßen. Stadtbusse sind enger als Bahnen, und so blieb uns gar nichts anderes übrig, als dass ich meine Knie zwischen seine schob.
„In Madrid dürftest du frei nicht so breitbeinig im Bus sitzen“, erklärte ich ihm.
„Wieso das nicht?“
„Weil es Männern dort verboten ist, die Beine so weit zu spreizen.“
„Nur Männern, oder dürfen auch Frauen die Beine nicht breit machen?“
Als reine Sitzposition würden Frauen das wohl kaum (längere Zeit) machen, da ihre Oberschenkelknochen nach innen geneigt sind. Ich setze mich bei Platzmangel vor mir sonst schräg hin, Cosinus sei Dank.
„Hm ..“, antwortete ich auf Carsten’s Frage, „weiß ich jetzt gar nicht sicher, aber ich glaube, nur Männern.“
„Aber doch auch nur, wenn es jemanden stört?“
„Soweit ich weiß, gibt es da so viele Personen, die sich davon grundsätzlich gestört fühlen, dass es gleich allgemein verboten wurde.“
„Ein Grund mehr, ein Taxi zu nehmen, wenn ich in Madrid bin.“

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Die Sinnlichkeit der Natur #Blogparade //1594

Nur noch selten beteilige ich mich an Blogparaden.
„Die Natur und meine Sinne“ ist wieder mal ein Thema, zu dem ich – als Naturwissenschaftlerin, naturverbundener Mensch und natural Nerd – etwas zu schreiben weiß.

Bei der Frage, bei welcher Gelegenheit ich ein Naturphänomen besonders eindrücklich wahrgenommen habe, fällt mir zunächst die belebte Natur mit ihrer Fauna und Flora ein, und ich verlinke einfach auf meinen Eintrag mit den Ameisen.
Mit Brennnesseln oder Dornen habe ich ähnliche (wenn auch nicht ganz so schmerzhafte) Erfahrungen machen müssen, verzichte aber darauf, entsprechende Blogeinträge zu suchen.

Im folgenden werde ich mich aber auf die unbelebte Natur beziehen, und nehme euch mit zu einem kleinen Ausflug in den Femtokosmos.

Wenn ich meine Tasse Kaffee auf meinen Schreibtisch stelle, warum saust die nicht einfach durch die Tischplatte durch? Die Schwerkraft zieht sie doch nach unten.
Dass uns Gase kaum Widerstand entgegensetzen, sind wir gewohnt, und auch Flüssigkeiten machen dichteren Körpern Platz und lassen sie absinken.

(Im Gegensatz zu Metall sind Holz oder Kunststoff amorph – eine kristalline Struktur ist aber leichter zu visualisieren, weshalb wir uns der Einfachheit halber und ohne Erkenntnisverlust eine Tischplatte und eine Tasse aus Metall vorstellen, bei der die Atome in regelmäßig-periodischem kubischen Kristallgitter angeordnet sind.)
Feste Körper sind doch auch eigentlich völlig löcherige und leere Gebilde. Man muss sich das mal vorstellen:
Da sind in der Mitte der Atome die Atomkerne als winzige Knubbelchen mit einem Durchmesser in der Größenordnung von E-15m. Die sind etwa E-10m voneinander entfernt, was Faktor 10000 zu den Abmessungen der Kerne entspricht (in populärwissenschaftlichen Büchern käme jetzt irgendein Vergleich mit [einem Stecknadelkopf|einer Erbse|einem Kirschkern] auf einem Fußballplatz; da ich nicht weiß, wie groß ein Fußballplatz ist, und mich bei Flächenvergleichen immer daran störe, dass nie Ar oder Hektar benutzt werden, sondern sich Fußballplatz offenbar bei $BezeichnungFuerNaturwissenschaftlichUngebildetePersonen als Flächeneinheit etabliert hat, verzichte ich darauf).
Dazwischen sind lediglich die Elektronen mit ihrer winzigen Masse und Ladung quantenmechanisch verschmiert. Eigentlich sollte man erwarten, dass zwei Körper sich gegenseitig durchdringen.
Was dies jedoch verhindert, ist die elektrostatische Abstoßung zwischen den Elektronenwolken. Elektromagnetismus ist um etliche Größenordnungen stärker als Gravitation. Die Kaffeetasse schwebt also praktisch auf dem elektrisch geladenen Elektronenpolster der Schreibtischplatte.

Gase und Flüssigkeiten können sich übrigens durchmischen (ähnliche Dichte und geringe Viskosität vorausgesetzt), weil die einzelnen Moleküle sich gegeneinander leicht bewegen können, anstatt wie im Kristallgitter eines Festkörpers eingebunden zu sein.

Ist mein Beispiel zu banal?
Aber gerade solche Fragen faszinieren mich (wenn man mal von den ganzen hochenergetischen Stoßexperimenten und Wechselwirkungen sowie deren annelytischen Berechnungen und Beschreibungen absieht), und tatsächlich war dies eine der ersten Fragen, die ich mir stellte, als ich in meiner Jugend begann, mich mit der Wissenschaft der Körper zu beschäftigen.

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Initiativbewerbungen //1593

Eine Initiativbewerbung ist die Bewerbung eines Stellensuchenden bei einem Arbeitgeber, ohne dass auf eine konkrete Stelle Bezug genommen wird.
Ich wurde gebeten, einmal etwas zu Initiativbewerbungen zu schreiben, et voilà! – hier sind meine Ansichten und Erfahrungen dazu.

Da wir Mittelstand und kein Großunternehmen sind, bekommen wir nur wenige Initiativbewerbungen. Wir gehören auch keiner hippen Branche an, die massenhaft Interessierte anzieht, und wir befinden uns in einer Region, in der es relativ viele ähnliche Arbeitgeber gibt.
Wenn wir Initiativbewerbungen erhalten, so ist die Personalabteilung angewiesen, diese mit den offenen Stellen abzugleichen, und ggf. an den zuständigen Abteilungsleiter weiterzugeben. Da wir typischerweise vielleicht zwei oder drei offene Stellen haben, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass gerade etwas passendes dabei ist. Wenn wir z.B. einen Mechatroniker suchen, so können wir dafür keinen Buchhalter einstellen. Deshalb gehen bei uns Initiativbewerbungen ziemlich sicher wieder zurück an den Absender.
Bessere Chancen gibt es bei Großunternehmen, die deutlich mehr offene Stellen haben. Aber diese führen i.A. eigene Karriereportale, in denen sich Interessierte informieren können, ob die eigene Qualifikation gesucht wird. Es ist wesentlich sinnvoller, die eigenen Bemühungen auf konkrete ausgeschriebene Stellen zu fokussieren, anstatt nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen.

Ich würde also nicht unbedingt von Initiativbewerbungen abraten, aber sie nur als zusätzliche Option bei einer Bewerbungsaktion sehen. Sie kommt dann in Frage, wenn man wirklich zu einem ganz bestimmten Arbeitgeber möchte, und dieser Wunsch sollte sich dann auch im Anschreiben wiederspiegeln.
Kein Bewerbungsempfänger möchte 08/15-Anschreiben lesen. Dieses sollte individuell auf den Empfänger zugeschnitten sein, und vor allem die Frage beantworten, warum genau dieser Bewerber einen Mehrwert für den Wunscharbeitgeber darstellt.

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Potenziell Unerwünschte Avancen //1592

Er wollte ungestört arbeiten. Das hatte er mir unmissverständlich kommuniziert.
Ich hatte gerade ein Arbeitspaket abgeschlossen, und jetzt andere Wünsche, so dass ich sein Arbeitszimmer trotzdem betrat.

Ohne mich eines Blickes zu würdigen, sagte er: „Ich habe Durst.“
„Danke für die Information.“
Er blickte auf. „Holst du mir bitte ein Getränk, Anny?“
„Wenn du so nett bittest, kann ich dir das nicht abschlagen.“
Ich ging also in die Küche und mischte aus Fruchtsaft und Mineralwasser eine Schorle im von ihm präferierten Mischverhältnis. Dann ging ich wieder in sein Arbeitszimmer.

Während ich das Glas auf seinem Schreibtisch abstellte, meinte ich: „Hier .. für deine weiblichen Bedürfnisse.“
„Für meine .. was?“
Ich strahlte ihn an: „Hast du keine weiblichen Bedürfnisse?“
„Das wäre mir neu.“ Er trank das halbe Glas leer.
„Keine Bedürfnisse nach weiblicher Gesellschaft?“ Ich stellte mich ganz eng neben ihn.
„Samtpfötchen“, meinte er halb streng, halb resignierend, „wir hatten doch ausgemacht, dass ich erst noch einiges fertigmachen muss, bevor ich Zeit habe, deine Gesellschaft wieder zu genießen.“
„Ich glaube aber, dass eine kurze Pause dir gut täte, und du dann mit neuem Schwung weiterarbeiten kannst.“ Längst hatte ich mich hinabgebeugt und seine Hose geöffnet.
„Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig“, gab er auf, „aus dem Konzept hast du mich eh schon gebracht.“
„Hey .. ein wenig mehr Enthusiasmus wäre angebracht!“, ich stand wieder auf, „oder willst du, dass ich mich strafbar mache, weil ich deine schutzlose Lage ausnutze?“

Als ich mich abwandte, und Anstalten machte wegzugehen, fasste er mich schnell am Unterarm. „Zu spät. So leicht kommst du mir nicht davon. Du kannst nicht einfach meine Hose aufreißen, und mit deinem Annyärschchen vor meiner Nase herumwackeln, und dann wieder abhauen.“ [*ohschreckohschreckohschreckohschreck* jetzt hätte ich doch fast meinen echten Namen gepostet, und aus wär’s mit der Annenühmität gewesen!]
In letzter Zeit war meine innere Wildkatze viel zu zahm und fügsam gewesen. Höchste Zeit, mal wieder zu widersprechen. Also erwiderte ich kühl: „Da du keinerlei Begeisterung gezeigt hast, hab‘ ich’s mir eben anders überlegt.“
Sein Griff um meinen Arm verstärkte sich. Er stand auf, und zog mich ein paar Schritte weiter Richtung Wand.

Da ich keine Lust habe, mich zum $n-ten Mal zu wiederholen, könnt ihr bei Interesse auf dem Nühmphen-Blog auf spannende Weise nachlesen, wie es ungefähr weiterging. [Ja, ja, ich weiß, ich müsste mir mal wieder die Zeit nehmen, weiter an der Quark-Hexalogie zu schreiben – Bottom und Top stehen noch aus ..]

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breakpoint’s Wayback Archive #08 //1591

Wayback zum 6. bis 22. März 2012.

Nachdem ich den ganzen Tag lang mit Debuggen beschäftigt war, lud mich Carsten ein, ihn zu einer Preisverleihung zu begleiten.
Carsten entdeckte den inzwischen legendär gewordenen Tippfehler in einer Rechnung.
Nach einer erschöpfenden Reise landete Carsten erstmalig in meinem Bett.
Am nächsten Tag vereinbarten wir, gemeinsam in Urlaub zu fahren.
Nach der Preisverleihung, verbrachten wir das Wochenende zusammen, und kamen uns endlich auch körperlich näher.
Wir genossen die neu entdeckte Intimität.
Bei einem Gespräch in seinem Büro kam es aber zu ernsthaften Meinungsverschiedenheiten.
Als wir uns über unsere Urlaubspläne unterhielten, waren wir uns über Geldfragen uneinig.
Nach einem Telefongespräch mit Alex machte ich früher Feierabend.
Carsten und ich waren am Wochenende gemeinsam im Kino, und planten einige Veränderungen in Haus und Garten.
Mein USB-Stick ging kaputt, und Carsten wollte meine Anwesenheit bei der bevorstehenden Ausstandsfeier seine Sekretärin.
Als Alex sich telefonisch nach den Fortschritten eines Projektes erkundigte, wusste er bereits von meiner Beziehung zu Carsten.
Carsten verbrachte nur enttäuschend wenig Zeit mit mir, so dass ich umso mehr zum Arbeiten kam.

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Sind wir nicht alle ein bisschen Google? //1590

Ganz pünktlich zum Monatsanfang gibt es wieder die neuesten Suchanfragen der letzten Wochen.

„darknet erwischt“
Tja, soll vorkommen.

„feministerin“
Kofferwort aus Feministin und Ministerin, für die das zutrifft.

„pieksen konjugieren“
Ich piekse, du piekst, er/sie/es piekst, wir pieksen, ihr piekst, sie pieksen. Das war Indikativ Präsens Aktiv.

„mann im minirock“
So ein Kilt hat was.

„venenum“
Poison ..

„was passiert wenn man sein eigenes sperma trinkt“
Wenn ein Mann das um Mitternacht bei Vollmond tut, und dann noch zwei rohe Schnecken und drei Krötenbeine isst, sich 42 mal um die eigene Achse dreht, währenddessen 13 mal „covfefe“ sagt, und schließlich dreimal mit dem mittleren Bein aufstampft, so wird er schwanger.

„keine rückmeldung“
Abschießen.

„ausphasen synonym“
Ein Synonym fällt mir nicht ein, und für eine längere Erklärung habe ich keine Lust.

„wässrige regelblutung“
Äh .. Blut ist dicker als Wasser. Das sagr mir zumindest mein Urinstinkt.

„beschneidung vorhaut“
Ich hatte ja nur an dem Pflaumenbaum Hand angelegt, damit’s die Äste nicht beim Schaukeln vorhaut.

„german hacker“
Das ist der Bürgermeister einer sehr wohlhabenden Stadt in der Nähe.

„bat sonderurlaub hochzeit“
Dafür kenne ich keine Batch-Datei.

„windelgeschichte mit 15 wieder windeln“
15 Monate sind doch noch ganz normal für Windelträger.

„vor aller augen verborgen“
Verpasst man etwas?

„www.betten-anne.de“
Äh .. ich hatte natürlich erst „besten“ gelesen.

„fuß verstaucht“
Das ist mir schon passiert.

„windows 10 zum schweigen bringen“
Rechner ausschalten wirkt garantiert.

„kräuterblut wie schnell wirkt es“
Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sollte man schon einige Wochen annehmen.

„layer 8 fehler“
sind leider weit verbreitet und lassen sich kaum debuggen.

„braune linsen dose“
Essbare Linsen kann man in einer Dose aufbewahren. Die anderen sind üblicherweise optisch transparent.

„kann unbefristeter schwerbehindertenausweis zurückgenommen werden“
Da bin ich überfragt, würde vermuten, dass er unbefristet gültig bleibt.

„xxx jung 2017“
Für mich war das die Kombination mit der iX.

„corinna kopf periscope“
Was mir dazu einfällt, damit halte ich mich vornehm zurück.

„vertrauliche geburt“
Da ich mich nicht an meine Geburt erinnern kann, weiß ich nicht, inwieweit man sie als vertraulich bezeichnen könnte.

„promotionprodukte mit logo“
An ein Logo in diesem Zusammenhang hatte ich noch nicht gedacht. Erst mal bräuchte ich ein Symbol für einen mathematischen Operator.

„wordpress mitarbeiter“
Ich nehme an, dass es dort auch festangestellte Mitarbeiter gibt, weiß es aber nicht.

„piercingstudio kemnath“
Reklame zu machen, liegt mir fern.

„youporn nicht erreichbar“
Ich nehme an, dass es im weltweiten Netz noch irgendwo Alternativen dafür gibt.

„windelgeschichte penis“
Immer nach unten zeigen lassen.

„in welcher hinsicht“
Das kann sich auf alles mögliche beziehen.

„verdam“
NT.

„kaufmännisches minus word“
Das gibt es als Unicode-Zeichen und lässt sich somit bestimmt in Word einfügen.

„diskretisieren“
Ist das ein subtiler Hinweis auf Indiskretion?

„warme altmodische kleidung“
Die war in meiner Jugend im Winter notwendig. Und auch heute noch bin ich bei klirrendem Frost pragmatisch.

„badehose netz jucken“
Ist das dieses Internetz?

„inkrementieren“
Erhöhen, hochzählen. Das Gegenstück ist dekrementieren. Exkrementieren wäre dagegen etwas völlig anderes.

„elternzeit arbeitgeber mitteilen“, „elternzeit vater arbeitgeber“
Wem an einem guten Verhältnis zu seinem Arbeitgeber liegt, sollte ihm dies möglichst frühzeitig mitteilen.

„dorfleben küste probleme“
Das Dorfleben kenne ich nur im Binnenland.

„duzen“
Das mache ich in der Bloggosphere ganz selbstverständlich. IRL bin ich reservierter.

„erste heilige kommunion“
Da war ich acht oder so, und trug ein weißes Kleid.

„feste umarmung“
Hach ..

„gebloggt oder geblockt“
Verwechsle ich gerne hin und wieder.

„haekelmaschine für zuhause“
Daheim brauchen wir keine Maschine zum Löcherstechen.

„proatom“
Ich kenne ja viele chemische Elemente, aber diese Art von Atomen ist mit bisher entgangen.

„indizierung outlook“
Kann es sein, dass es bei POP3-Postfächern eine Volltextsuche gibt, und bei IMAP eine indizierte Suche?

„freiberuflichkeit“
Die läuft immer noch, wenn auch nur mit niedriger Priorität.

„zinklotion apotheke“
Ist für angegriffene oder wunde Haut heilsam.

„wmf internet“
Das Windows Metafile Format ist kaum noch gebräuchlich.

„frauen gehören vor den herd“
Ich vergnüge mich lieber mit Nerds.

„ohne slip im büro“
Genau.

„zweiteiler kleid bauchfrei“
Interessante Sommerkreation. Muss ich mal wieder was entwerfen.

„junikäfer schwarm“
Die können ganz schön lästig werden.

„eichel frei“
Das erinnert mich an viele Winternachmittage, an denen wir Herzskat oder Schafkopf gespielt haben.

„semiotik“
Die Lehre von den Zeichen und Symbolen.

„beunruhigten jeansrock“
Mein Jeansrock ist eher harmlos. Deswegen muss sich niemand beunruhigen.

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Schmalziges //1589

In den letzten Wochen habe ich festgestellt, dass ich auf einem Ohr viel schlechter höre. Ich nehme nicht an, dass es etwas beunruhigendes ist. Das hatte meine Mutter früher auch manchmal, so dass sie sich alle ein bis zwei Jahre beim HNO-Arzt in der Kreisstadt ihr Ohrenschmalz absaugen lassen musste. Dabei führte der Arzt einen kleinen Sauger ins Ohr ein und saugte das Schmalz per Unterdruck ab. Normalerweise reinigen sich ja die Gehörgänge selbst, aber durch genetische oder hormonelle Disposition kann es auch vorkommen, dass das Schmalz zu zäh ist, um ausreichend abfließen zu können. Dann dichtet es allmählich immer stärker den Gehörgang ab, bis man schließlich auf dem betroffenen Ohr gar nichts mehr hört, weil die Schallwellen am Pfropfen nicht vorbeikönnen.

Die Ohren gehören zu den Körperöffnungen, in denen mir Fremdkörper unangenehm sind. Aber mir bleibt wohl kaum etwas anderes übrig. Mit Ohrentropfen habe ich es bereits – ohne Effekt – probiert. Laut meiner Mutter ist der Eingriff auch völlig harmlos, höchstens geringfügig schmerzhaft, und gleich danach ist das Gehör wieder voll da.

Nun ja, ich sehe jetzt drei Optionen, zwischen denen ich noch schwanke.
* Wenn ich zur HNO-Klinik gehe, dann brauche ich keinen Termin, kann also ganz spontan hin, wenn ich gerade Zeit habe. Allerdings ist anzunehmen, dass ich länger warten muss.
* Dann könnte ich zur Praxis eines HNO-Arztes gehen, werde dafür aber einen Termin brauchen, was unflexibel ist und mich einschränkt.
* Oder ich frage direkt meinen Schwager Norbert. Da bekäme ich sicher sofort einen Termin, und fachlich ist er sehr gut, was ich weder von einem HNO-Arzt der Klinik noch von anderen mit Praxis vorher wissen kann. Allerdings schreckt mich ab, dass er mich privat kennt, und ich will eigentlich solche banalen, persönlichen Angelegenheiten nicht mit ihm teilen.

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In the Kindergarden //1588

Auf meinem anderen Blog ging es neulich auch um Kindergärten.
Zwar hatte ich einen Teil meiner Erinnerungen daran schon mal gestreift, ich nehme es aber noch einmal zum Anlass, etwas ausführlicher auf meine Kindergartenzeit einzugehen.
Die ist lange her, und meine Erinnerungen daran vage und lückenhaft, so dass ich vielleicht schon das eine oder andere durcheinander gebracht habe.
Es ist mir durchaus klar, dass heutzutage nicht alle Kinderbetreuungseinrichtungen so sind. Ich beschreibe lediglich, was ich persönlich erlebt habe, und was mir davon im Gedächtnis geblieben ist – ohne auf andere zu schließen.

Bei uns im Städtchen gab es einen katholischen Kindergarten, der von einer Ordensschwester („Schwester Kindergärtnerin“) geleitet wurde. Zur Verstärkung hatte sie sich eine junge Frau aus einem angrenzenden Dorf hinzugezogen. An mehr Personal erinnere ich mich nicht.
Ich ging überhaupt nicht gerne in den Kindergarten. Da waren so viele laute Kinder, die nur immer herumschrien und herumrannten.

Oft mussten wir nach draußen in den Hof, wo ein Sandkasten und ein paar Spielgeräte waren. Die Schaukel war meist besetzt, also saß ich für gewöhnlich halt am Rande des Sandkastens (sonst erinnere ich mich nicht an Sitzgelegenheiten – bloß die Kindergärtnerinnen hatten zwei Stühle), um meinen Gedanken nachzuhängen. (Meine Mutter kam wohl einige Male am Kindergarten vorbei, als sie auf dem Weg zu unserem an der Stadtmauer gelegenen Garten oder zum Einkaufen war, und sah mich am Sandkasten sitzen. Sie erzählte dann immer, ich hätte so alleine und einsam ausgesehen. Mag sein. Das hat mir nie etwas ausgemacht, schon eher die Störungen, wenn mich andere Kinder unvermittelt ansprachen.)
Einige Male ergatterte ich eine Stange am Klettergerüst, wo ich einen Überschlag oder Purzelbaum oder wie immer das heißt, machte.
An besonders heißen Tagen verteilten die Kindergärtnerinnen warmen, süßen Tee in Plastikbechern. Ansonsten brachte jeder sein Pausenbrot selbst mit.
Es wird schon seinen Grund gehabt haben, dass es sonst keine Getränke gab. Die Toiletten dort erschienen mir so widerlich, dass ich mich nicht überwinden konnte, sie zu benutzen, was aber auch nur ein- oder zweimal nötig gewesen wäre.

Im Winter durften wir drinnen bleiben.
Manchmal durften wir frei spielen. Am liebsten war mir eine Art Holzpuzzle, bei dem man verschiedene Teile kombinieren musste. Dazu musste man zumindest ein klein wenig das Gehirn einschalten.
Nur sehr flüchtig kommt mir in den Sinn, dass es manchmal einen Stuhlkreis gab, und wir müssen auch gelegentlich etwas gebastelt haben.
Insgesamt waren IIRC etwa 40 bis 50 Kinder da, die zeitweise in zwei Gruppen eingeteilt wurden – die 3- bis 4-jährigen, und die 5- bis 6-jährigen. Da ich mich vorzugsweise mit älteren Kindern abgab (wenn überhaupt), war mir das gerade in den ersten Jahren unangenehm.
Manchmal mussten wir uns um Tische setzen, den Kopf auf die verschränkten Arme, um zu schlafen. Alle Kinder mussten dabei in die gleiche Richtung schauen, um nicht schwätzen zu können. Ich konnte da nie schlafen. Ich kann generell nicht tagsüber schlafen (es sei denn, ich bin krank). Das war langweilig und lästig.

Dann erinnere ich mich noch – äußerst vage und verschwommen – an einen kleinen Jungen, mit dem die Kindergärtnerinnen Probleme hatte, weil er oft nicht machte, was sie sagten. Aus irgendeinem Grund hörte er dann nur auf mich, und ich wurde geholt, um mit ihm zu reden. Er starb dann aber an irgendeiner Krankheit – keine Ahnung, welche. Ich erinnere mich noch dunkel, dass ich mit auf der Beerdigung war.

Manchmal gab es Feiern im Kindergarten. Beispielsweise Fasching, wo man sich verkleiden musste. Davon habe ich noch meine Abneigung gegenüber Dirndln.
Bei einer anderen Gelegenheit musste ich mit einem etwas älteren Jungen tanzen, der aber mindestens einen halben Kopf kleiner war als ich. Die Kindergärtnerinnen fanden das so „süß“, für mich war es demütigend.

Die einzig positive Erinnerung an den Kindergarten war die Abschlussfeier.
Die Kinder, die in die Schule kamen, durften Theater spielen. Da ich so groß und „altklug“ war, bekam ich die Rolle der Mutter, die in diesem Stück heimkommt, nachdem ihre Kinder ein Chaos angerichtet haben. Die Mutter schaut sich um, erhebt belehrend den Finger, und sagt einen einzigen Satz, der bei uns in der Familie als Sprichwort in unseren Sprachgebrauch eingegangen ist.
Mein Vater erwähnt die Vorführung und meine schauspielerische Darstellung auch heute immer noch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Vermutlich ist das der Grund, warum ich diese Theateraufführung nicht auch schon längst vergessen habe.

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Sex Anni //1587

Als ich ein Kind war, konnte ich nicht nachvollziehen, warum die Erwachsenen immer wieder meinten, dass die Zeit so schnell verginge.
Jetzt, da ich selbst nicht mehr ganz so jung bin, verstehe ich das besser. Es ist kaum zu glauben, dass mein Blog bereits sechs Jahre (zur Feier des Tages habe ich das für den Beitragstitel extra in Latein übersetzt) lang existiert. Noch schwerer fällt es mir zu glauben, dass ich schon bald vier Jahre lang verheiratet bin. Kaum vorstellbar.

Da also heute ein Jahrestag ist, sind ein paar statistische Daten (zumindest für mich selbst) interessant.
Insgesamt sind es jetzt rund 2.76E4 Kommentare. Der Quartalsbericht mit den Kommentatoren wird voraussichtlich am Wochenende erscheinen.
Ansonsten sind die WordPress-Statistiken natürlich nicht mit den früheren bei blog.de kompatibel. Ich kann nur sagen, dass ich hier mittlerweile deutlich über 2E5 Zugriffe habe, typischerweise um die 3E2 pro Tag.
Wie man am Titel leicht erkennt, hat dieses Blog inzwischen 1588 Einträge. Zusammen mit meinen anderen Blogs, dürfte ich wohl an die 2E3 kommen.
Offiziell habe ich hier aktuell 802 Follower (ich glaube allerdings, dass da auch viele Fakes dabei sind), bei Twitter übrigens derzeit 336.

Das nachträgliche Vertaggen habe ich gerade in einer Art Crash-Aktion abgeschlossen. Ich kann nur wiederholen, dass ich damit alles andere als zufrieden bin, und dass da ganz sicher viel Verbesserungspotential besteht. Aber noch mehr Zeit wollte ich dafür nicht aufwenden, so dass ich nur ganz schnell die erstbesten Schlagworte, die mir einfielen, vergeben habe. Das bedeutet nicht, dass die Tags bei neuen Einträgen treffender wären. Auch da räume ich dem Taggen nur niederste Priorität ein.

Der Blog-Untertitel mit der Programmierschlampe ist inzwischen – leider, leider – nicht mehr so ganz zeitgemäß, aber er entspricht immer noch irgendwie meinem Selbstbild. Also sehe ich zumindest vorläufig keine Veranlassung, ihn zu ändern.
Eigentlich wollte ich zum 6. Jahrestag meines Blogs keine Feier machen. Aber da ich eh ein virtuelles Buffet mit euren Lieblingsspeisen- und getränken da habe – warum nicht? Bitte bedient euch.
Leider ist jedoch meine Agenda heute (und voraussichtlich auch in den nächsten Tagen) recht dicht, so dass ich mich selbst etwas rar machen muss. Aber das muss euch ja nicht davon abhalten, euch zu amüsieren.

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(Un)kundige Bekundungen //1586

Der Chef hatte Ulrich und mich mal wieder in sein Büro geladen. Er kam auch gleich zur Sache, und berichtete, dass mehrere Kunden gemeldet hätten, dass unsere neuesten Geräte so lange zum Hochfahren brauchen würden.
„Ist das überhaupt ein Problem?“, fragte ich zurück, „so oft dürften die Geräte gar nicht neu gestartet werden, und wenn das dann eine halbe bis ganze Minute dauert, ist das auch nicht schlimmer, als wenn man einen DSL-Router, einen Fernsehreceiver oder ein Smartphone einschaltet.“
„Die Kunden scheint es zu stören“, erwiderte der Chef, „und da war von Zeiten bis fünf Minuten die Rede.“
„Schnellerer Datenträger, schnellerer Prozessor“, schlug ich vor.
„Das kostet mehr“, warf Ulrich ein.
„Dann sollten wir erst mal herauskriegen, wo die meiste Zeit verbraten wird“, meinte ich, „beim Starten des Betriebssystems, beim Initialisieren unserer Programme, beim Laden der Konfigurationsdaten, beim Umsetzen der Einstellungen, oder wo auch immer, um abschätzen zu können, wo wir am besten ansetzen sollten.“
„Wie willst du das feststellen?“, fragte der Chef.
„Es gibt Methoden, das zu messen, aber bis wir zuverlässige Ergebnisse hätten, dauert das schon seine Zeit.“ Ich führte das noch etwas genauer aus, ist hier im Detail aber unerheblich.
„Na gut, du kümmerst dich um die Messungen, und meldest dich dann wieder.“
„Aye, aye, sir.“
Solch eine prompte, widerspruchslose (allerdings semironische) Zusage hatte er wohl von mir nicht erwartet, so dass er mir einen genervt-irritierten Blick zuwarf, den ich mit einem bestätigenden Lächeln quittierte.

Ein paar Wochen später. Wieder die gleichen Anwesenden.
Anhand einer nicht break- sondern powergepointeten Präsentation erklärte ich, dass das Betriebssystem bei unserem Testsystemen den größten Zeitanteil des Hochfahrens hatte. Ich hätte bereits die zuständigen Mitarbeiter angewiesen, abzuchecken, ob wir das nicht noch etwas mehr abspecken können, sei aber skeptisch, da es sich ohnehin um ein Minimalsystem mit nur den notwendigen Komponenten handelt.
Unsere Programme starten flott, benötigen aber einige Zeit, um die Konfiguration und Daten zu laden, und entsprechend auch auf die Geräteeinstellungen umzusetzen (bei letzterem müsste Ulrich sehen, ob sich Zeit einsparen ließe).
Da sich eine Startzeit von wesentlich über einer Minute nicht reproduzieren ließ, gehe ich davon aus, dass bei den Kunden eine größere Datenmenge geladen wird. Kämen diese Daten alle vom internen Datenträger ließe sich die Performance bestimmt durch einen schnelleren Datenträger erhöhen. Ich vermute allerdings, dass ein Großteil der Daten beim Kunden über ein langsames Netzwerk hereingeholt wird, und das steht außerhalb unseres Einflussbereichs. Um sicher zu gehen, müsste man direkt bei Kunden am Produktivsystem messen, und zwar mit der neuesten Entwickler-Firmware – was wohl unpraktikabel ist. Davon unabhängig werde ich in Zukunft veranlassen, dass bei neuen Updates die Zeiten genauer mitgeloggt werden.
„Mit anderen Worten, wir können die Startdauer nicht wesentlich reduzieren“, fasste der Chef stirnrunzelnd zusammen.
„So sehe ich das auch, und ich glaube nicht, dass sich ein größerer Aufwand und Bemühungen dafür lohnen würden. Schließlich starten die Geräte normalerweise höchstens einmal am Tag, meinetwegen zweimal. Da kommt es auf die paar Minuten wirklich nicht an. Du kannst den Kunden ja raten, für eine schnellere Netzwerkanbindung zu sorgen.“

Auch wenn wir hier keine wirkliche Lösung des – IMHO geringfügigen – Kundenproblems gefunden haben, sind wir wenigstens darauf eingegangen, und haben es versucht.
Ganz anders sieht es bei dem Bäcker aus, bei dem ich manchmal einkaufe, weil er direkt dem nächsten Supermarkt angeschlossen ist.
Vor Jahren hatte ich selbst einmal kritisiert, dass die Brötchen zu dunkel seien. Seither habe ich noch einige Male mitbekommen, wie andere Kunden dort ebenfalls nach helleren Brötchen fragten.
Die Antwort war sinngemäß immer dieselbe: „Das muss so sein. Wenn’s schön karamellisiert ist, schmeckt es besser.“
Das ist ja nun wirklich keine Kundenorientierung, den Leuten vorschreiben zu wollen, was ihnen besser schmeckt. Mir schmecken helle Brötchen besser, und die kaufe ich halt dann möglichst woanders.
Warum probiert der Bäcker nicht wenigstens mal aus, wie es wäre, helle Brötchen zu backen. Vermutlich würde er dadurch seinen Umsatz steigern, und zufriedenere Kunden haben. Aber nein – die dunklen schmecken ja angeblich besser.

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Auf dem heißen Strich //1585

Über meine Abneigung zu telefonieren, hatte ich bereits einmal gebloggt.
Nun hat meine Aversion dagegen neuen Auftrieb bekommen.

Jeder kennt Telefon-Hotlines, bei denen man erst mal mehr oder weniger lange in einer Warteschleife verbringt, und irgendwelche blöde Musik über sich ergehen lassen muss.
Ich musste eine – eigentlich harmlose – Formalität mit einer Versicherung klären. Nachdem ich dies schon einige Wochen vor mir hergeschoben hatte, griff ich doch zum Telefonhörer.
Zunächst geriet ich an den Sprachcomputer, bei dem ich einige Angaben machen musste, teilweise längere Nummern eingeben, eine davon doppelt, und – schwupps! – beendete der Computer den Anruf mit der lapitaren Nachricht, es später noch einmal zu versuchen.

Nächster Versuch, bei dem ich im Laufe des Menüs eine andere Taste drückte, weil mein Ansinnen sich nicht ganz eindeutig den Vorschlägen des Sprachcomputers zuordnen ließ. Irgendwann geriet ich dann in die Warteschleife.
Wenn man nicht vorher aus irgendwelchen Gründen rausgeworfen wird, oder selbst aufgibt, hat man irgendwann einen Sachbearbeiter am Apparat, und dann sollte es eigentlich zügig weitergehen.
Dachte ich. Nachdem ich mein Anliegen ausführlich erklärt hatte, ließ der Sachbearbeiter sich nochmal einige Daten durchgeben, suchte in seiner Datenbank, wurde endlich fündig .. „Hm, .. ach ja, .. da ..“
Ich stellte eine einfache Frage.
„Da muss ich Sie mit einem Kollegen weiterverbinden.“ Schwupps – ohne meine Erwiderung abzuwarten, war ich wieder in der Warteschleife.

Als ich nach geraumer Zeit einen weiteren Call(center)boy in der Leitung (ich nutze noch leitungsgebundene Telefone) hatte, wusste ich nicht, welche Informationen er über mein Anliegen bereits hatte. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als alles noch mal zu erklären.
Er fragte mich noch mal nach einigen Daten, ließ seinen Computer in der Datenbank suchen, in aller Ruhe. Fand dann nicht den richtigen Datensatz, worauf ich ihn noch mal auf eine Zusatzinformation hinwies. Schließlich fand er doch, worum es ging, grummelte irgendwie herum – alles sehr freundlich, aber so lahmarsc?ig, dass ich völlig vergaß, dass ich eigentlich noch eine andere Frage hatte stellen wollen.
Im Nachhinein wurde mir dann klar, was die Ansage in der Warteschleife „Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen“ zu bedeuten hatte. Sie nahmen sich Zeit, viel Zeit – meine Zeit.

Ich bin es gewohnt, flott und effektiv zu arbeiten. Dieser Trantütenstil bremst mich aus. Das ist mir zuwider, und verdirbt mir den ganzen Tag! (Dies ist übrigens auch ein Grund, warum ich nie „‚was mit Menschen“ arbeiten wollte. Viele Menschen sind oft langsam und begriffsstutzig, argumentieren umständlich und verworren. Dazu fehlen mir einfach Geduld und Nerven.)
Und das kommt davon, wenn man Mitarbeiter rein nach Zeit bezahlt. Die machen es sich gemütlich und reißen ihre Arbeitszeit einfach runter. Ob sie dabei wirklich etwas leisten und bewirken, ist ihnen egal. Und anscheinend auch ihrem Arbeitgeber, wenn er schon gleich kommuniziert sich „Zeit zu nehmen“. Das ist genauso unprofessionell wie eine Verkäuferin oder ein Arzt, die mich einfach mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten volllabern, anstatt gleich auf den Punkt zu kommen.

Tja .. warum hatte ich nicht einfach eine Mail geschrieben? Das hätte mich weniger Zeit (und Nerven) gekostet.
Vor längerer Zeit hatte ich das dort schon einmal gemacht. Daraufhin erhielt ich eine Eingangsbetätigung und nach einigen Wochen schließlich einen Brief, in dem stand, dass sie per Mail keine Daten herausgeben, aber sonst kaum auf mein Anliegen eingingen, ich solle sie bei Fragen oder Problemen per Brief oder Telefon kontaktieren.

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breakpoint’s Wayback Archive #07 //1584

Wayback zum 17. Februar bis 5. März 2012.

Verena rief mich an, um eine Überraschungsfeier zu Carsten’s Geburtstag zu planen.
Als ich mit Carsten ein Wochenende verbrachte, vereinbarten wir, dass er zukünftig nach Feierabend noch bei mir in meiner Wohnung vorbeikommen kann.
Damals gab es einen neuen Bundespräsidenten. Zu diesem Anlass konnte ich mir etwas Lästerei nicht verkneifen.
Die CMOS-Batterie von Carsten’s Notebook war leer, so dass ich sie austauschte, und mich für weitere Maintenance bereit erklärte.
Carsten war alles andere erfreut als über seine Überraschungsgeburtstagsfeier. Es kam zu größeren Unstimmigkeiten, die wir aber am nächsten Tag wieder bereinigten.
Am Wochenende musste ich diverse Arbeiten erledigen.
Bei einem unerwarteten Besuch entdeckte Carsten mein Easteregg. Wir machten einen gemeinsamen Spaziergang.
Carsten war nicht erfreut, als ich mich mit Sonja zu einem Kaffee verabredete. Obwohl das Treffen ziemlich belanglos ablief, reagierte Carsten ärgerlich.
Aus für mich selbst unnachvollziehbaren Gründen lehnte ich eine Einladung eines Freundes+ ab.
Ich freute mich sehr über die Binäruhr, die Carsten mir schenkte.
Das Wochenende verbrachte ich teilweise mit Hausarbeit, die mir von Startrek versüßt wurde, und einfachen Programmiertätigkeiten. Außerdem ging ich zum Schwimmen.

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Ist Tante Irma Feministin? //1583

Triggerwarnung: Wer sich leicht ekelt, sollte das Lesen dieses Blogposts vielleicht besser bleiben lassen. Ich hab‘ euch gewarnt.

Hm .. wie fang ich an .. ist ein Frauenthema ..
Diesen Monat habe ich bei meiner Monatsblutung ungewöhnlich große Koagel entdeckt. Kleinere kamen früher gelegentlich mal vor, und beunruhigten mich nicht weiter, aber diesmal sind sie bis zu fingergroß, und sehen so ähnlich aus wie eine schwarze Nacktschnecke. Es ist schon wirklich widerlich, wenn so ein Ding zwischen den Labien hängt.
Ich nehme an, die Ursache ist ein kleines, vorübergehendes Hormonungleichgewicht (ließe sich zwanglos durch die momentane Hitzewelle erklären).
Oder sind dies schon die ersten Anzeichen der Wechseljahre? Ende Dreißig wäre früh, aber auch nicht so ungewöhnlich. Hätte ich doch bei diversen Unterhaltungen, die ich mitanhören musste, besser aufgepasst!

Und weil wir gerade schon bei diesem unerfreulichen Thema sind:
Ich benutze meine Mondtasse nicht mehr.
Mich hatte ja von Anfang an gestört, dass sie sich insbesondere auf öffentlichen Toiletten nicht so wechseln lässt, wie es meinen hygienischen Ansprüchen entspräche.
Dazu kam, dass sie nicht ganz dicht war. Ich musste also trotzdem als zusätzlichen Schutz eine Binde tragen. Die Tasse sparte zwar Einwegbinden, und ich brauchte weniger davon. Der Nachteil allerdings war, dass, wenn ich diese länger benutzte, sie anfingen, unangenehm zu riechen.
Deshalb bin ich inzwischen wieder von der Mondtasse abgekommen.

Vor einiger Zeit hatte ich auch berichtet, dass ich während der Menstruation leicht ein Würgegefühl mit Brechreiz bekomme, z.B. beim Zähneputzen. Inzwischen hat sich das verschlechtert. Morgens versuche ich schon gar nicht mehr, mir die Zähne zu putzen, abends mit wechselndem Erfolg.
Ihr könnt euch nun auch sicher vorstellen, dass mündlicher Sex in der Regel nicht praktikabel ist, so dass diese Alternative wegfällt.
Normalerweiser haben wir eh nur höchstens jeweils ein- oder zweimal pro Woche Oralsex, aber manchmal auch einige Wochen lang gar nicht, ohne etwas zu vermissen. Obwohl ich bei linguistischer Stimulation abartig intensive und andauernde – also vor allem anstrengende und laute – Orgasmen bekommen kann, ist das dennoch nicht so richtig befriedigend – wenn ihr versteht, was ich meine. Es geht nichts über eine richtige PiV-Kopulation.
Falls jemand rektalen Verkehr als Alternative vorschlagen möchte – das ist eher etwas mit Männern, die weniger stark bestückt sind.

Carsten hat ja von Anfang an immer behauptet, dass ihm ein paar Tage Pause im Monat nichts ausmachen, und ihm das sogar gut tut, weil er sich dann „erholen und regenerieren“ kann.
Auch recht. Meine Libido ist dann eh auf niedrigstem Niveau. Insofern passt das.

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No Need To Ask – It’s A Math Operator //1582

Kennt sich jemand von euch mit Semiotik oder Symbolen aus?
Ich suche ein Zeichen (möglichst in Unicode bzw. LaTeX verfügbar) für einen mathematischen Operator, der so etwas ähnliches wie eine verallgemeinerte Poincaré-Transformation (also vereinfacht ausgedrückt eine lineare Transformation, bestehend aus Translation und Skalierung, und anschließender Drehung) abkürzen soll.

Meine erste Idee war ein Koordinatenkreuz, an dessen vier Enden noch jeweils Bögen die Drehung andeuten sollen. Eine Art Swastika also. Aber es würden sich bestimmt Leute finden, die das Symbol völlig anders interpretieren.
Mein nächster Ansatz war es also, statt einer vierzähligen nur eine dreizählige Symmetrie zu wählen. Aber auch dieses Symbol gibt es schon, und es wird in gewissen Kreisen ganz anders gedeutet.
Blieb als nächster Versuch nur eine zweizählige Symmetrie. Dies wiederum ähnelt dem Yin-und-Yang-Zeichen sehr, und ist optisch von meiner ursprünglichen Absicht schon so weit entfernt, dass ich keine mathematische Transformation mehr damit assoziiere.

Hat jemand eine bessere Idee?

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Der Ausbildungsplatz (2. Teil) //1581

Es ist am einfachsten, sich auf Augenhöhe zu unterhalten, wenn man nebeneinander im Bett liegt.

„Verena hat mir heute gesagt, dass sie bald eine Berufsausbildung beginnen kann.“
„Hm. Gut. Das wurde auch Zeit.“
„Wusstest du, wo sie sich überall bewirbt?“
„Nein. Ich hatte ihr aber gesagt, sie soll sich auch im Bekanntenkreis umtun. Wieso? Wo wird sie denn arbeiten?“

„Bei Lydia.“
Schweigen.
„Sie erzählte, dass Lydia eine Freundin ihrer Mutter gewesen sei.“
„Freundin ist übertrieben. Aber sie kannten sich gut.“
„Weiß Verena, dass du mit Lydia liiert warst?“
„Ich glaube nicht. Von mir zumindest nicht. Andererseits war es auch kein Geheimnis, dass ich vor Ingrid mit Lydia zusammen war.“
„Vielleicht solltest du es ihr sagen.“
„Wieso?“
„Damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt.“
Er schüttelte den Kopf (soweit das im Bett liegend möglich ist). „Wenn Lydia das für richtig hält, wird sie es schon selbst tun. Ich sehe keine Veranlassung.“

Ich zuckte die Schultern (soweit das im Bett liegend möglich ist). „Wie du willst.“
„Ich habe seit Jahren nicht mehr persönlich mit Lydia gesprochen – falls du glaubst, sie wolle mir damit einen Gefallen tun.“
„Schon recht. Du wolltest Verena ja niemandem zur Anstellung empfehlen.“
„Das habe ich auch nicht getan. Lydia stellt sie aus eigenem Antrieb ein. Ob sie damit irgendwelche Zwecke verfolgt, weiß ich nicht. Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.“
„Dann ist’s ja gut!“

Mit diesen Worten tastete ich rüber zu seiner Körpermitte und bereitete die nächste Runde vor.

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