Neunhundertdreiunddreißig

Es hat mich mal jemand gefragt, ob ich irgendwelche nerdigen Accessoires trage.
Nö. Nur meine Binäruhr.

Als ich also kürzlich in der Stadt war, hielt ich ein bisschen Ausschau, was mir eventuell gefallen könnte, und was meinem Stil entspricht.
Da ich mir mal ein neues Kopftuch kaufen wollte (die meisten habe ich von meiner Oma geerbt), war ich auch in einem Laden, in dem vor allem Tücher, Schals oder ähnliches verkauft wurde.

Da sah ich es dann. Ich war sofort hin und weg.
So etwas schönes hatte ich schon lange nicht mehr in einem Geschäft gefunden.
Ich zögerte nicht lange, und kaufte es mir. Somit bin ich jetzt im Besitz eines Tuches (zwar etwas größer als ein normales Kopftuch, aber das macht nichts) mit dem wunderschönen Farbverlauf eines Spektrums. Es beginnt noch schwarz (ich bezweifle dass, es mit infraroter Farbe bedruckt wurde, zumal organische Körper eh im Infraroten schwarz sind), geht dann kontinuierlich (ohne irgendwelche diskreten shades – zumindest soweit es mein Auge auflösen kann) über rot, orange, gelb, grün, blau, violett bis zu einem schmalen schwarzen (wohl auch keine ultraviolette Farbe) Streifen.
Wenn ich es um 180° um die Normalenachse drehe, ist in Abszissenrichtung nicht mehr die Frequenz aufgetragen, sondern die Wellenlänge (zumindest ungefähr, muss ja keine lineare Skala sein), so dass der Farbverlauf schön gleichmäßig von Violett nach Rot geht.

Statt als Kopftuch kann ich es auch – zum gleichschenkeligen Dreieck gefaltet – als eine Art Schal oder Stola nutzen.
Und ganz sicherlich ist es mir auch bei meiner virtuellen Bauchtanzgruppe nützlich.

Leuchtende, gesättigte Farben, weiches Material. Ja, so ein Spektraltuch ist eine Bereicherung meiner Garderobe.

Schon als kleines Mädchen faszinierten mich Spektralfarben, obwohl ich da noch keine Ahnung von Brechung hatte, noch nicht einmal wusste, was ein Prisma ist. Mit Malstiften und Wassermalstiften versuchte ich mich an einigen Experimenten, hatte nur leider überhaupt kein malerisches Geschick.
Inzwischen denke ich hauptsächlich in RGB, mit dem es aufwendig ist, ein Spektrum algorithmisch nachzustellen. Da wäre etwa CIELab besser geeignet.

Wenn ich in diesem Text noch eine verborgene Message hätte verstecken wollen, dann hätte ich noch etwas von Dopplereffekt und Rotverschiebung erzählt. Da dem nicht so ist, lass‘ ich es.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Neunhundertdreiunddreißig

  1. Leser schreibt:

    Virtuelle Bauchtanzgruppe?

    Und: Warum hast Du diesem Artikel kein Foto des Tuches beigefügt?

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  2. Molly schreibt:

    Hööööy! Ich darf doch sehr bitten! NATÜRLICH engagiere ich mich! Alleine von der MASSE her, also der des Bauches, bin ich Euch anderen Ladies ja wohl klar überlgen! 😉

    Zu Deinem Beitrag: Äh. Heißt das – für mich Laien – das Tuch sieht aus wie ein Regenbogen??? Ich blick`s mal wieder nicht! 😀

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    • breakpoint schreibt:

      Naja, Molly, du schnaufst schon ziemlich herum, und deine Hüftschwünge wirken recht lustlos. Etwas mehr Enthusiasmus wäre durchaus angebracht.

      Ein Regenbogen ist – wie der Name schon sagt – gebogen. Bei meinem Tuch ist aber kein Bogen, sondern ungekrümmte Isochromaten.

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  3. Molly schreibt:

    Isochrowas? Ich kenn nur Isomatten! 😉

    Und was heißt hier fehlender Enthusiasmus? Immerhin tanz ich hier schon bald ’ne Woche!

    Der Lord of the ladies hat noch gar nicht, *schmoll*

    Captcha: Whoops a daisy

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    • breakpoint schreibt:

      Weißt du was, Molly? Du legst dich jetzt erst mal auf eine Isomatte, und ruhst dich aus.
      Ich habe auch schon lange genug getanzt. Jetzt ist der Haremsherr selbst mal dran.
      Bin schon gespannt, wie so ein Bauchtanz im Kilt wohl aussieht. Cancan wäre auch nicht schlecht. Los – ednong – hoch die Beine!

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  4. sweetsurrender schreibt:

    Virtuelle Bauchtanzgruppe?
    Wieso weiß ich davon nichts?

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  5. ednong schreibt:

    Virtuelle Bauchtanzgruppe, soso.

    Sind ja noch recht fit, meine Damen. Ich seh sie auch so gar nicht tanzen.

    Das Tuch sieht bestimmt chic aus und das Captcha sagt mal wieder alles: let go

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  6. jezek schreibt:

    Binäruhr = Nerd? Dass ist eine neue Erkenntnis für mich; verflixt, ich bin enttarnt.

    Schreib doch mal etwas über typischen Nerd-Accessoires; ich denke dieses Thema ist sehr ergiebig.

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    • breakpoint schreibt:

      Für einen ganzen Eintrag kenn‘ ich mich da auch nicht genügend aus.

      Spezielle Brillen, Uhren und andere Gadgets dürften Hinweise sein, oder auch T-Shirts, Krawattennadeln, Manschettenknöpfe, etc. mit „typischen“ Motiven (mir würden etwa geometrische Muster gefallen, optische Täuschungen, Escher-artiges, .., aber z.B. bestimmte Comics sollen auch beliebt sein).

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