Wenn einer keine Reise tut //1863

Eigentlich ist vorgesehen, dass jeder Geschäftsführer mindestens einmal im Jahr jeden Standort besucht. So ganz eng sehen wir das nicht, aber wenn es in einem Jahr mit einem bestimmten Standort nicht klappt, dann sollte der im Folgejahr schon mit Priorität nachgeholt werden.
Vor Ostern war ich bereits in Standort 3 gewesen. Standort 4 ist für den Spätherbst fest eingeplant. Bei Standort 5 war ich immerhin letztes Jahr, so dass dies heuer nicht so dringlich ist (zumal Carsten bereits dort war).
Wo ich aber noch überhaupt nie war, ist Standort 2. Das wird also mal wirklich fällig.
Ursprünglich hatten wir dafür Ende dieser Woche vorgesehen, denn der Fronleichnam ist dort kein Feiertag, weshalb wir diesen Tag nicht vergeuden wollten. Da ich allerdings momentan anders eingespannt bin, haben wir umdisponiert. Nur Carsten fährt hin. Ich werde zusehen, dass ich mich ein andermal im Laufe des Jahres dort sehen lasse. Falls ich dann noch genug Luft habe, ist Standort 5 wieder dran.

Nach all dieser Vorrede komme ich endlich zum eigentlichen Thema: Reisen.
Ich oute mich jetzt einfach mal, dass ich nicht gerne verreise.
Eine Reise beginnt mit der Anreise (und endet mit der Abreise). Stundenlang ist man mit Auto, Bahn, Flugzeug, etc. unterwegs. Das ist im besten Fall langweilig, aber oft genug auch nervenauftreibend, weil man nie weiß, ob alles glatt geht – ob man die Anschlussverbindung erreicht, ob man sein abgegebenes Gepäck wiederkriegt, ob das gebuchte Hotel wirklich ein passendes Zimmer reserviert hat, .. Eventuell gibt es eine Zeitverschiebung. Man muss sich im Vorfeld um Devisen, Visa, oder sonst was kümmern. Das ist alles Stress, der mich außerdem noch aus meiner gewohnten Umgebung reißt.
Geschäftliche Reisen sind mir deshalb vor allem lästig. Ich kann sie aber eben nicht alle vermeiden.

Bei Urlaubsreisen stellen sich die gleichen Probleme. Aber man tritt sie eigentlich zum Vergnügen oder zur Erholung an.
Ich muss zugeben, dass es mich kaum reizt, irgendwelche touristischen Attraktionen oder Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wenn ich schon mal dort bin, schaue ich mir zwar schon die eine oder andere an, aber nur deshalb, um etwas von der Welt zu sehen oder zu erleben, würde ich niemals verreisen.
Wenn ich in Urlaub fahre, so ist es mir vor allem wichtig, dass es dort angenehm warm ist. Winter, Kälte und Schnee hatte ich schon mehr als genug in meinem Leben. Ich lege Wert auf Bequemlichkeit und gutes, vielseitiges Essen, stelle aber darüberhinaus kaum Ansprüche. Ein schöner Sandstrand und WLAN sind Nice-to-haves, aber nicht zwingend.
Für gutes Essen müsste ich gar nicht so weit verreisen, für schönes Wetter allerdings schon.

Dann möchte ich mich einfach ausruhen und nichts tun. Zwischendurch mal ein Spaziergang, oder falls möglich ins Wasser, dann wieder hinlegen.
All-Inclusive sorgt dafür, dass ich mich um gar nichts kümmern muss. Denn was ist nerviger, als sich immer wieder aktiv um etwas Essbares bemühen zu müssen. Man kommt ja nicht um regelmäßige Nahrungszufuhr herum. All-Inclusive ist zwar kein Schlaraffenland, in dem einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen (strenggenommen eine gruselige Vorstellung), aber es kommt dem nah – mit größerer Auswahl. Ein Buffet hat darüberhinaus den unschätzbaren Vorteil, dass man sich kaum mit Bedienpersonal auseinandersetzen muss. Man sucht sich einfach das aus, was man essen mag, ohne mit jemandem reden zu müssen.
Und nur die Aussicht auf diese unkomplizierte, abwechslungsreiche Verköstigung veranlasst mich, überhaupt in Urlaub zu fahren, und dafür die beschwerliche Reise auf mich zu nehmen.

Ja ja, ich weiß schon, einige von euch mögen keine Buffets, andere mögen kein warmes Klima. Aber ich kann meinen Urlaub zum Glück so verbringen, wie es mir (und Carsten) am besten gefällt, und brauch‘ es nicht euch allen recht zu machen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Wenn einer keine Reise tut //1863

  1. Plietsche Jung schreibt:

    Ich kann verstehen, wenn man im Urlaub zu 100% abschalten möchte und einfach nur gammeln und ausruhen möchte. Ich hatte auch mal so eine Phase und sehe den Grund in der Daueranspannung im Job und den vielen Menschen, mit denen man zu tun hat.

    Ich bin auch kein Strandurlauber oder renne im Gebirge herum. Pools im Hotel sind mir ein Graus und viele Menschen eigentlich immer noch. Trotzdem macht mir Architektur, einheimische Lebensart und Menschen sehr viel Spass und ich liebe es, Gegenden auf eigene Faust zu erkunden, auch, wenn mir dabei eine Attraktion durch die Lappen geht. Am Ende des Tages sind touristische Attraktionen immer überlaufen und mit Bussen und Gruppen vollends belegt. Im Laufe der Zeit ändern sich Ansprüche und Bedürfnisse, aber ein „Kreuzfahrer“ werde ich wohl nie werden.

    Macht euren Urlaub nach eurem Gusto, alles andere ist keine Erholung.

    Gefällt 2 Personen

  2. ednong schreibt:

    Ich.Bedauere.Dich.zutiefst. 😉
    Sollte ich irgendwann mal wieder urlauben, werde ich sicher auch nur faulenzen.

    Gefällt mir

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