Vierhundertvierundachtzig

Noch ein Eintrag in Abwesenheit.

Es hatte mich einige Überredungskunst gekostet, Carsten dazu zu bringen, mich zu einem Badesee in der Nähe zu begleiten. Es war – nach einem eher kalten, verregneten Frühsommer – jetzt doch noch so richtig heiß geworden.
So fuhren wir eines Abends etwa eine halbe Stunde lang zu dem weithin bekannten See. Der Parkplatz war noch ein ganzes Stück vom See entfernt, so dass wir noch mindestens einen Kilometer laufen mussten. Im Auto ist es zu eng, außerdem war viel zu viel los, um dort noch Vorkehrungen zu treffen, dass Carsten eine Zeitlang durchhalten sollte.
Ich trug nur ein semitransparentes rotes Top und einen schwarzen Minirock, dazu noch ein Paar alte, aber bequeme Sandalen. Carsten hatte ein blaues T-Shirt und beige Leinenhosen an.
Wir liefen also zum See. Es war dort sehr voll. Der FKK-Bereich erstreckte sich entlang des nordwestlichen Teils des Sees. Wir wählten ein schattiges Fleckchen im nördlichsten Bereich, weil dort nicht so viele Frauen waren – naja, wie sich dann herausstellte, war das wohl der Schwulenbereich.
Zum Glück schwammen wir gleich am Anfang durch den See, denn später lag Carsten fast nur noch auf dem Bauch. Es war aber viel zu viel los, um für Abhilfe zu sorgen (obwohl sich das Schwulenpärchen, das auf der anderen Seite der Böschung lag, sich offenbar kaum vom Trubel abhalten ließ).
So saß ich dann ein wenig da, und beobachtete die Leute um mich herum.
Es ist evident, dass die meisten Leute in Kleidern besser aussehen, als ohne.
Als Naturwissenschaftlerin habe ich immer die Ambition, neue Strukturen und Zusammenhängen zu finden. So versuchte ich zum wiederholten Mal – aus rein wissenschaftlicher Motivation – ein IMHO sträflich vernachlässigtes Forschungsgebiet zu erkunden.
Man muss sich nur einmal etwa gleich große Männer im FKK-Bereich ansehen, um sofort zuerkennen, dass ihre Ausstattung in eine recht großen Range angesiedelt ist. Zwar sind große Männer tendenziell besser bestückt, und kleine Männer schlechter, aber das ist eben nur eine Tendenz und sehr schwache Korrelation, und es gibt keine Garantie dafür. Es existiert keine diesbezügliche Skalensymmetrie.
Ach was bin ich froh, dass mein Begleiter in beider Hinsicht so gut gebaut ist.
Wir tranken noch unsere mitgebrachten Getränke, und lasen ein bisschen in Fachzeitschriften (den eReader hatten wir daheim gelassen – während dort wohl niemand Bücher oder Zeitschriften stiehlt, sehe ich bei eReadern eine reale Diebstahlgefahr), bevor wir uns wieder anzogen und auf den Heimweg machten.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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4 Antworten zu Vierhundertvierundachtzig

  1. Athropos schreibt:

    Die Frage, die sich mir zu deiner Theorie stellt, ist: inwiefern ist eine Korrelation der Dimensionen zwischen den beiden „Aggregatzuständen“ gegeben?

    Aber da hast du auch mehr (empirische) Erfahrung.

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  2. breakpoint schreibt:

    TausendachtzehnAls es vor einigen Tagen so heiß wurde, kam in mir der Wunsch auf, wieder einmal im Badesee zu schwimmen. Das war noch während der Arbeitszeit. Und irgendwie hatte ich dann die Idee, dass das meinen Jungs auch gut tun würde.
    Nun ja, ich ließ die Idee …

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  3. Pingback: Tausendachtzehn | breakpoint

  4. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #25 //1809 | breakpoint

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