Dreihundertvierundachtzig

Wohlig entspannt lagen wir aneinandergeschmiegt auf dem Bett. Ich zeichnete mit dem Finger gedachte Lissajous-Figuren auf Carsten’s Bauch.

„Bald hast du wieder Geburtstag. Hast du einen speziellen Wunsch, oder wollen wir zusammen shoppen gehen wie letztes Jahr?“
„Ach, wir waren doch erst zusammen in Urlaub. Das war genug.“
„Der Urlaub hatte absolut nichts mit deinem Geburtstag zu tun.“
„Ich habe dir auch nichts zum Geburtstag geschenkt.“
„Da gab’s immerhin den ‚Geburtstagfick‘. Und wir sind danach wieder zusammengekommen. Das war besser als jedes Geschenk.“
„Gegen Geburtstagsficks hätte ich auch keine Einwände.“
„Wirst du sowieso ordentlich kriegen. Aber ich möchte dir auch etwas Materielles schenken. Jetzt sträube dich doch nicht immer dagegen.“
„Da du sonst wohl eh nicht nachgibst, erlaube ich dir, mit mir zu shoppen.“
„Wie großzügig von dir!“
„Moment mal, ich habe eine Bedingung.“
„Oh je! Deine berühmten Bedingungen! Also, die wäre?“
„Wir gehen shoppen nicht an einem Samstag, sondern an einem gewöhnlichen Arbeitstag.“
„Uff. Das wird schwierig.“
„Und ich werde dir die Shopping-Zeit trotzdem auf deine Arbeitszeit anrechnen.“
„Moment. Jetzt übertreib mal nicht. Ich werde mir irgendwie einen Arbeitstag Ende April oder Anfang Mai freischaufeln. Aber das zählt definitiv nicht zur Arbeitszeit.“
„OK. Dann sind wir uns einig, solange du diese Stunden nicht in der gleichen Woche nacharbeitest.“

Meine Lissajous-Figuren hatten mittlerweile eine recht große Amplitude erreicht, so dass ein gewisses Objekt in meine Zeichenfläche hineinragte. Aber für dieses Objekt hatte ich bereits eine andere Verwendung vorgesehen. Ich wechselte von der zweidimensionalen Darstellung nach 3D, und malte Spiral- und Schraubenlinien auf die Oberfläche dieses Objekts, bevor ich es mir schließlich einverleibte.

BTW und völlig off topic: soll ich demnächst mal einen Eintrag über objektorientierte Vektorgrafik schreiben?

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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30 Antworten zu Dreihundertvierundachtzig

  1. Moody schreibt:

    Also wenn die objektorientierte Vektorgrafik genauso anregend dargestellt wird, wie die Zeichnung von Wellen, dann nur zu 😉 so hätte man das damals auch in der Schule machen sollen 😀

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    • breakpoint schreibt:

      Erinnere dich daran, wenn du in der Schule unterrichtest! 😛

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      • Moody schreibt:

        Och, die Literatur drückt sich da schon gut genug aus und ansonsten bringe ich wohl genug Sexappeal mit, dass ich das nicht weiter ausbauen muss 😉

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        • breakpoint schreibt:

          Aber nicht die Literatur, die man in der Schule zu lesen bekommt.

          Ich erinnere mich da insbesondere an die Reklam-Ausgabe des Simplicius Simplicissimus.
          Alle interessanten Stellen waren herausgekürzt.

          Und nimm dich in Acht vor den (früh-)reifen Schülerinnen! 😀

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          • Moody schreibt:

            Also je nach Altersstufe kann ich ja auch andere Literatur benutzen oder zumindest Hinweise geben, dass auch die großen Dichter und Denker ganz „einfache“ Schriften hatten, den Rest müssen sie dann selbst suchen 😉

            Und den frühreifen Schülerinnen habe ich bisher immer die kalte Schulter gezeigt (welche das auch immer sein mag). Keine Ahnung, wie ich da in Zukunft mit umgehen werde, aber ich werde meine ganz natürliche Art finden müssen, die mich gleichzeitig schützt.

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            • breakpoint schreibt:

              Und was machst du, wenn es eine dieser Schülerinnen auf dich abgesehen hat, und auch die mit flüssigem Helium heruntergekühlte Schulter nichts mehr nützt?

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            • Moody schreibt:

              Das werde ich dann sehen. Das sind sehr theoretische Fragen, für die es verschiedenste praktische Fälle geben kann. Ich würde das aber zumindest einer Kollegin mitteilen, so dass es eine Person gibt, die von Anfang an meine Version kennt.

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            • breakpoint schreibt:

              Dann wünsche ich dir eine vertrauenswürdige und im Notfall glaubhafte Kollegin.

              Dass du gefährdet bist, weiß du schon.
              Meine Deutschlehrer waren bei weitem nicht so appetitanregend.

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            • Moody schreibt:

              Je nach Kontakt mit dem Rektor würde ich es auch ihm mitteilen, aber das sollte schon eine freundschaftliche Art sein, denn wegen jeder kleinen Bemerkung werde ich nicht zu ihm rennen.

              Och, man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass die Mädels in dem Alter auch noch einen anderen Geschmack haben, aber um meine Anziehung bin ich mir durchaus im Klaren.

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  2. Conchi schreibt:

    Hallo du liebe,

    ich finde es nicht nur toll, dass er dir was zum Geburtstag schenken will, sondern auch selbstverständlich. Denn der Urlaub hatte ja wirklich nichts damit zu tun. Und wenn ihr zusammen Shoppen geht, bekommst du ja auch etwas, was du haben möchtest, und was dir gefällt. So haben mein Mann und ich es auch immer geacht.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass in deinem Text einige Wörter verlinkt sind, und ich wollte dich fragen, ob das beabsichtigt ist von dir.

    LG an dich
    Conchi

    PS Leider bekomme ich ja keine Nachrichten über deine Antworten auf meinen Kommentar, weshalb ich sie auch meist nicht mehr lese. Denn wenn ich dann wieder komme, weis ich nicht mehr, wo ich zuvor kommentiert habe. also sorry, dass ich dann nicht erneut darauf antworte.

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    • breakpoint schreibt:

      Hi Conchi,

      ja, die Links sind beabsichtigt. Ab und zu verlinke ich auf zurückliegende Einträge, die dazu einen Bezug haben.
      Ich nahm an, dass du bei Antworten auf deine Kommentare eine Benachrichtigungsmail an deine angegebene Adresse bekommst. Vielleicht hättest du ein Häkchen setzen müssen? (Hm, das liest du dann wohl auch nicht)

      lg breakpoint

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  3. idgie13 schreibt:

    Objektorientierte Vektorgrafik: ja bitte :yes:

    Eure Diskussionen finde ich immer sehr herzerfrischend!

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    • breakpoint schreibt:

      Was für eine API haben wohl Strickmaschinen? :))

      Ich mag unsere Diskussionen auch. 😀
      Deshalb versuche ich sie ja hier zu konservieren.

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      • idgie13 schreibt:

        Ich hab daheim computergesteuerte Näh-, Strick- und Stickmaschinen und auch einen computergesteuerten Webstuhl B).

        Nur weil sich das altmodisch anhört, sollte man nicht glauben, dass die Textilindustrie hinterwäldlerisch wäre. Im Gegenteil – Textilmaschinen sind heute hochpräzise Maschinen und selbstverständlich rechnergesteuert.

        Und ja: auch Strickmaschinen haben heute eine API. Bei einem Projekt, das ich heute angeboten habe, geht es tatsächlich um die Einbindung von verschiedenen Strickmaschinen in eine Applikation 😉

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        • breakpoint schreibt:

          Davon bin ich ja gerade ausgegangen, dass Strickmaschinen eine API haben. Ich frage mich nur wirklich, wie die Syntax ist.
          Gibt es HPGL-like Befehle für rechte Masche, linke Masche, Aufschlag, zwei zusammenstricken, Farbwechsel, .. ?

          Können Strickmaschinen auch selbständig zöpfen?

          Meine Oma hatte sich – vor zig Jahren – mal eine Strickmaschine gekauft (aber nie verwendet). Die war damals natürlich noch rein mechanisch.
          Und mein Schulwebrahmen auch.

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          • idgie13 schreibt:

            Normalerweise haben die Maschinen Steuerungen und sowas wie die Bindung (rechte Masche, linke Masche, etc.) oder Farbwechsel wird in Konfigurationsdateien gespeichert. Wie die Syntax aussieht, bestimmt normalerweise die Herstellerfirma der Maschine – das ist nicht genormt soweit ich weiss. Meistens sind die APIs aber recht proprietär …

            Moderne Strickmaschinen können auch Zöpfe stricken. Hab ich leider aber noch nie live gesehen. An meiner Strickmaschine geht das nicht automatisch – das muss ich selber überkreuzen. Leider.

            Der Jacquard-Webstuhl gilt ja als Wiege der Informatik: Die Steuerung der Kettfäden wurde mittels Lochkarten programmiert. Aber da erzähle ich Dir sicher nichts Neues ..

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            • breakpoint schreibt:

              Konfigurationsdateien – also so eine Art „Rastergrafik“.
              Ich kenne jetzt den Markt für Strickmaschinen überhaupt nicht, nehme aber an, dass es nur wenige Hersteller gibt. Und die kochen natürlich alle ihr eigenes Süppchen. Von Standardisierung wohl keine Spur.

              Jacquard-Muster waren in der Tat eine Revolution.

              Gibt es eigentlich auch Häkelmaschinen?

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            • idgie13 schreibt:

              Ah … OK … ich glaube, wir haben aneinander vorbeigeschrieben …

              Du hattest jetzt mehr Strickpullover (insbesondere auch bunt gemusterte) vor Augen, gell?

              Da wird das Muster über Steuerbefehle an die Maschen kodiert, wobei es eben verschiedene „Fadenzuführungen“ gibt. Eine Grafik wird nicht von der Maschine automatisch gerastert – das ist allenfalls ein vorgeschaltetes Tool.

              Ich habe mehr von Strickstoffen gesprochen = sowas wie der Stoff, aus dem Shirts, Tops, Unterwäsche, etc. genäht wird. Der wird rundherum gestrickt, automatisch aufgeschnitten und gewickelt, danach gefärbt oder bedruckt.

              Ja – natürlich gibt es auch Häkelmaschinen.

              Wenn Dich das Thema interessiert und Du mal in der Nähe von München bist, geh unbedingt ins Deutsche Museum. Dort gibt es eine eigene Textilmaschinen-Ausstellung und die Techniken werden ausführlich erklärt. Dort gibt es auch eine Apparatur, die das Prinzip des maschinellen Flechtens (für Kordeln und Seile) erklärt. Ist hochspannend.

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            • breakpoint schreibt:

              Ja, ich dachte tatsächlich eher an Pullover, hätte aber nicht gedacht, dass das einen wesentlichen Unterschied macht. Schließlich muss auch das „Muster“ beim Strickstoff kodiert sein, und sich halt immer wieder wiederholen (und sei es nur glatt rechts).

              Im Deutschen Museum war ich bereits einige Male, bin aber kaum aus der Physik-, Mathematik- und Astronomieabteilung herausgekommen. Das Museum ist einfach viel zu groß, um an nur einem Tag alles zu sehen. Und mehr Zeit hatte ich leider jedesmal nicht zur Verfügung.
              Wenn ich mal wieder hinkomme, plane ich die Textiltechnik-Abteilung aber mit ein!

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            • idgie13 schreibt:

              Das mit dem sich wiederholenden Muster heisst im textilen Bereich Rapport 😉 und gibt es eigentlich bei praktisch jeder Flächenerstellungstechnik (Weben, Stricken, Wirken, ..) und Weiterbearbeitung (Sticken, Drucken, etc.) aus technischen Gründen. Die „Musterstruktur“ heisst Bindung.

              Beim Weben ist z.B. die Anzahl Schäfte begrenzt, so dass sich das Muster wiederholen muss. Jacquard bildet hier eine Ausnahme, weil jeder Kettfaden einzeln kontrolliert werden kann.

              Nachdem ich in Bayern aufgewachsen bin, war ich bestimmt schon 30 Mal im Deutschen Museum. Die Zeit ist aber immer zu kurz. Ich gehe da zu gern hin B)

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            • breakpoint schreibt:

              Danke, wieder was gelernt!

              Bayern ist groß. Sogar nördlich der Mainlinie soll es noch Ausläufer geben.

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            • idgie13 schreibt:

              Kommt drauf an, was man als Bayern bezeichnet B). Eigentlich ist der echte Weisswurschtäquator die Donau, net der Main.

              Wahrscheinlich bin ich aber nur etwas von meiner Studienzeit geschädigt: Ich bin Oberbayer und hab in Mittelfranken studiert.

              Inzwischen bevorzuge ich Franken in Papierform ;D

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            • breakpoint schreibt:

              Wissen kann man auch weit von der Heimat entfernt erlangen.

              Die papierförmigen Franken trifft man dagegen eher im Südwesten an, wo es statt Weißwurscht Schokli oder Chäse gibt.

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  4. House-of-mystery schreibt:

    Und ich verstehe mal wieder gerade nur Bahnhof ! 🙂 Also nimm den nächsten Zug…….. 🙂

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  5. breakpoint schreibt:

    DreihundertzweiundneunzigEinige von euch haben sich doch tatsächlich einen Eintrag über objektorientierte Vektorgraphik gewünscht.
    Eigentlich schwebte mir dabei DirectX (oder OpenGL) vor. Aber damit habe ich zugegebenermaßen nicht wirklich Erfahrung. Stattdessen ist mir der a…

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  6. breakpoint schreibt:

    VierhundertvierGewisse Vorteile hat es, an einem festen Feiertag Geburtstag zu haben.
    Als Kind hat man schulfrei, auch im Arbeitsleben hat man frei. Nachteilig dagegen ist, dass sämtliche Geschäfte geschlossen haben.
    Der größte Vorteil heute ist es, dass Carsten hi…

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  8. Pingback: Dreihundertzweiundneunzig | breakpoint

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