Vierhundertvier

Gewisse Vorteile hat es, an einem festen Feiertag Geburtstag zu haben.
Als Kind hat man schulfrei, auch im Arbeitsleben hat man frei. Nachteilig dagegen ist, dass sämtliche Geschäfte geschlossen haben.
Der größte Vorteil heute ist es, dass Carsten hier ist, und heute gar nichts arbeiten wird (eigentlich paradox – gerade heute ist doch der „Tag der Arbeit“). Das heißt, wir haben den ganzen Tag für uns. 😉
Wer jetzt anfängt zu rechnen – ja gestern war Walpurgisnacht, und vor einer ganzzahligen Anzahl von Jahren lag meine Mutter ausgerechnet in dieser Nacht in den Wehen, um mich dann kurz nach Mitternacht in die Erdatmosphäre zu entlassen.

Gestern hatten wir den Shopping-Tag. Unter anderem ging eine Fotokamera in mein Eigentum über (was nicht heißt, dass ich in Zukunft anfange, Fotos zu posten).
Auch sonst war der Tag gelungen. Wir waren kurz vor 10 Uhr im Einkaufszentrum und machten mehrere Geschäfte durch. Bereits um halb zwölf machten wir mittagessenderweise Pause in einem Restaurant. Dann ging das Einkaufen weiter.
Leider lief mir Olli über den Weg. Wenigstens grüßte er nur en passant und lief weiter, ohne ein Gespräch führen zu wollen.
Trotzdem fragte Carsten, wer das gewesen sei.
„Ein Bekannter von Kathrin.“
„Und du kennst ihn offenbar auch.“
„Nur flüchtig. Kathrin wollte mich mit ihm verkuppeln, weil sie meinte, er passt besser zu mir, als du.“
„Teilst du ihre Meinung?“, fragte er halb belustigt, halb ärgerlich.
„Natürlich nicht!“, entgegnete ich entrüstet, „der Typ ist ein absoluter Langweiler.“
„So. Und wie hast du das herausgefunden?“
„Du gibst wohl keine Ruhe! Also, Kathrin hat es irgendwie eingefädelt, dass ich mit ihm zusammen gegessen habe. Aber sonst war nichts. Wir haben sogar getrennt bezahlt und sind dann einzeln unserer Wege gegangen.“
„Ich wünschte, deine Cousine wäre bei der Arbeit auch so engagiert und kreativ.“
„Ich glaube, sie hat ziemliche Angst vor ihrem Chef.“
„Nicht ganz zu Unrecht.“
„Du wirst sie das doch nicht büßen lassen, was ich dir gerade gesagt habe?“
„Natürlich nicht. Ich meine nur, dass es sicherlich geschicktere und tüchtigere Angestellte gibt als sie.“
Wir standen mittlerweile vor einem Buchladen, und ich konnte mal wieder nicht widerstehen einzutreten. Also habe ich jetzt auch drei neue Bücher. Oh je, oh je, wann soll ich die denn lesen, ohne meine Arbeit zu vernachlässigen?
Kurz vor zwei machten wir Kaffeepause. Danach fand ich noch eine hübsche Bluse und einen Wickelrock. In einen Sexshop wollte Carsten nicht mitkommen. Stattdessen haben wir abends noch ein bisschen Spielzeug online bestellt.

[Nachtrag:
Natürlich habe ich nicht exakt heute Geburtstag. Mein Geburtstag war bereits oder wird demnächst sein oder ist möglicherweise doch heute. Vielleicht ist er aber auch schon mehrere Monate her – wer weiß? Aber ich bin nicht so einfältig oder naiv, das genaue Datum hier öffentlich zu nennen, da es ein ziemlich eindeutiges Identifikationsmerkmal wäre.
Außerdem konnte ich einfach nicht widerstehen, trotzdem die Walpurgisnacht zu erwähnen.]

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Vierhundertvier

  1. I-will-survive schreibt:

    Egal, ob heute oder irgendwann: Herzlichen Glückwunsch!

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  2. HalfTheTruth schreibt:

    Ha ! Warum habe ich mir das fast gedacht !

    Dennoch irgendwann kommt der mysteriöse Gebzrtstag und dann komm bei 404 (=Geburtstag not Found ?) vorbei und les das hier nochmal : Alles Gute zum Geburtstag !

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  3. Betriebswirt ZRH schreibt:

    … da sage ich nur, frohes Hexenjagen 🙂

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  4. engywuck schreibt:

    Na dann herzlichen Glückwunsch oder auch nicht 😉

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  5. ednong schreibt:

    Das ist natürlich schade. So kann ich Dir gar nicht gratulieren. Obwohl ich schon eine Ahnung bzgl. deines Sternzeichen habe …

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  6. Conchi schreibt:

    Hi du liebe,

    ich gratuliere dir auch ganz herzlich zu deinem Geburtstag,
    egal wann er auch sein mag, und wünsche dir viel Glück für
    dein nächstes Lebensjahr. Es ist schon besser, ihn nicht bekannt zu geben.

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