Standortwechsel //2563

Da viele unserer Mitarbeiter aktuell daheim arbeiten, stehen etliche unserer Büroräumlichkeiten leer. Wir gehen davon aus, dass dieser Zustand auch nach Corona noch anhalten wird, wenn auch in mehr oder weniger geringerem Ausmaß.

Vor drei Jahren hatten wir die nicht-technischen Abteilungen in Standort 1a ausgelagert, weil es bei Standort 1 zu eng für alle Beschäftigen wurde. Die Räumlichkeiten dort sind nur angemietet, und inzwischen könnten wir auf sie verzichten.
Dann haben wir hier in der Stadt noch Standort 7. Dort bestehen einige Raumkapazitäten. Selbst zu den besten Zeiten muss dort reichlich Platz gewesen sein. Im Gegensatz zu Standort 1a ist Standort 7 allerdings weiter von unserem Hauptsitz entfernt. Man kann nicht einfach schnell mal rüberspringen, sondern muss mit Auto oder Stadtbus hinfahren, was zwangsläufig Zeit kostet.

Wir werden den Mietvertrag für Standort 1a also zum Jahresende kündigen.
Als nächster Schritt ziehen die Mitarbeiter von Standort 7 hierher in den Hauptsitz. Dafür habe ich schon einige Zimmer vorgesehen.
Danach wird Standort 1a aufgelöst. Etwa zwei Abteilungen sollen nach Standort 7 ziehen. Es ist noch nicht völlig klar, welche das sein werden. Es müssen Abteilungen sein, die nicht so eng an den Hauptsitz angebunden sind, sondern größtenteils unabhängig davon arbeiten können. Leider trifft das für kaum eine Abteilung gut zu. Ein wesentlicher Kandidat ist aber das Marketing. Völlig ausgeschlossen ist die Personalabteilung. Die muss schon in der Nähe bleiben.
Die anderen Abteilungen kommen zurück zu uns.

Es ist absehbar, dass es dann wieder ziemlich eng wird, aber wir müssen auch sparen. Die angemieteten Büroräume sind nicht gerade billig. Zwar sind wir noch halbwegs glimpflich und ohne größere Blessuren durch diese Krise gekommen, aber ganz ohne Spuren ist sie auch nicht an uns vorüber gegangen. Aktuell bestehen immer noch Lieferengpässe für benötigtes Material, so dass wir zeitweise nicht voll fertigen können, und folglich weniger Umsatz machen. Da muss man Einsparungen dort machen, wo es am wenigsten schadet. Schließlich geht es auch um viele Arbeitsplätze. Dafür ist es ein geringer Preis, halt wieder enger zusammenzurücken.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Standortwechsel //2563

  1. Sempersolus schreibt:

    https://www.t-online.de/finanzen/news/unternehmen-verbraucher/id_90042332/homeoffice-nach-corona-80-prozent-will-nicht-mehr-komplett-ins-buero-zurueck.html

    Ähnlich müssen sich die Menschen gefühlt haben, als ihre Arbeitswelt mit der Erfindung der Dampfmaschine nachhaltig verändert wurde. Sicher lassen sich nicht alle Tätigkeiten in ein Homeoffice verlagern (auch wenn z. B. auf meinem Sektor kranke Kassen, KBV und BMG davon überzeugt zu sein scheinen … vermutlich muss man demnächst regelmäßig in einen Roboterschlund am Handy husten, wenn man eine elektronische AU für die nächsten vier Homeofficestunden haben will). Viele Unternehmen finden aber geringere Büro-Infrastrukturausgaben geradezu genial.

    Wie immer hinken dabei hart erkämpfte Schutzmaßnahmen und Rechte für Arbeitnehmer massiv hinterher. Nix mehr mit „ergonomisch ausgestattetem, von BG und Betriebsarzt überwachten Arbeitsplatz“, stattdessen Couch mit Laptop am Nierentisch. Nix mehr mir „gewerkschaftlich geregelter Arbeitszeit“, stattdessen Entlohnung nach Ergebnisqualität. Nix mehr mit „Stromberg und Schwätzchen mit den Kollegen zwischendurch“, stattdessen elektronifizierte Einsamkeit zwischen Laufstall und Jahresbilanz.

    Die Pandemie ist sicher ein Desaster für viele Klein- und mittelständische Unternehmen, aber gelegentlich auch eine willkommene Entschuldigung für strukturelle Umwälzungen in multinationalen Konzernen, deren bloßer Vorschlag allein schon bisher ein Skandal wäre. Die Lufthansa baut massiv Stellen ab – und kassiert gleichzeitig Milliarden an Staatshilfen und zahlt fleißig weiter Dividenden an die Shareholder. Die kleine Stewardess beim Five-Star-Alliance-Partner jettet derweil ohne Chance auf Familienleben und mit den Kosten für Unterbringung und Transfers zu Lasten des eigenen Portemonnaies für 2000,- Euro brutto um die Welt.

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    • blindfoldedwoman schreibt:

      Und da kommst Du aufgrund des Posings darauf, weil?

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    • Teilweise werden wir Homeoffice sicherlich beibehalten (wenn wir schon so immense Kosten hatten für die Ausstattung mit Computern etc. in den Wohnungen der Mitarbeiter), aber größtenteils wird die Arbeit wieder bei uns im Hause stattfinden.
      Bei weitem nicht alle Mitarbeiter ziehen Homeoffice vor. Viele arbeiten auch lieber im Büro, wenn sie dort weniger Ablenkung haben als daheim.
      Zumindest bei uns ist es so, dass bei den meisten Mitarbeitern daheim die Produktivität mehr oder minder deutlich eingebrochen ist. Es wird wirklich Zeit, dass wieder verstärkt im Büro gearbeitet wird.

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  2. mika74381 schreibt:

    Ich sehe das Homeoffice sehr kritisch. Dort greift natürlich auch der Arbeitsschutz und die Behörde darf die Arbeitsplätze natürlich zu jeder Zeit inspizieren. Wird momentan nicht gemacht, ist aber rechtlich abgesichert. Die eigene Wohnung ist dann nicht mehr geschützt. Heute noch ein spitzfindiges Problemchen. Und morgen?
    Wer in der eigenen Wohnung arbeitet, kann das auch vom Ferienhaus aus tun. Oder am Strand. Sehr weit weg. Und es kann auch ein Billigland sein. Und schwupp, sind einige Millionen Arbeitsplätze weg aus D. Ich habe es erlebt. Die Buchhaltung ist ideal dafür. Lohnabrechnung kann man auch in Indien machen. Und und und.
    Die MA verlieren langsam den Kontakt zu den Kollegen, was den Betriebsrat mehr und mehr unnötig macht, oder machtlos?
    Zuerst verschwinden die einfachen Prozesse und alle paar Jahre eine ganze Abteilung. So zerstört man eine Gesellschaft, die eh schon am wanken ist.
    Finde ich nicht gut, hat aber nix mit dir zu tun. Ich meine das allgemein.

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Ich weiß nun grad nicht, wie weit die Standorte voneinander entfernt sind, aber das Konzept liest sich vernünftig. Weitere Einsparungsmöglichkeiten: Weniger Reisen, weniger Geld ins Marketing, da eh Produkte unter Lieferproblemen leiden. Preise: Keine Rabatte mehr, Ware ist eh knapp.

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  4. Sempersolus schreibt:

    o.t.
    Wem der Bronstein im Laufe des Studiums nicht eh schon in seine Bestandteile zerfallen ist, der ist entweder ein mathematisches Genie – oder studiert Kunstgeschichte mit Nebenfach dicke Bücher.

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  5. Pingback: Unumzüglich //2591 | breakpoint

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