Unumzüglich //2591

Der Umzug der Mitarbeiter von Standort 7 zu unserem Hauptsitz steht bevor. Hier sind intern bereits einige Mitarbeiter in andere Räume umgezogen, damit die Siebener benachbarte Räumlichkeiten beziehen können. Die Mitarbeiter von Standort 1a werden später dazustoßen (bis auf die, die zum Standort 7 ziehen).
Es ist nicht einfach, das alles so zu planen, dass die einzelnen Abteilungen nicht auseinandergerissen werden. Die Möglichkeiten sind begrenzt und es gibt einschränkende Nebenbedingungen. Aber ich habe da, glaube ich, ein ganz gutes Konzept für die Raumaufteilung erstellt. Dass es hier erheblich weniger Platz geben wird, lässt sich aber nun mal leider nicht vermeiden.
Vorbei sind dann auch die Zeiten, in denen ich meistens die einzige Frau im Gebäude war.
Der Hauptgeschäftsführer bleibt noch bis zum Herbst im Standort 1a. Wäre er bereits umgezogen, hätte er mich vermutlich nicht angerufen, sondern persönlich aufgesucht.

Das Telefon klingelte also. Ich sah seine Nummer auf dem Display, und konnte mir schon fast denken, um was es ging.
„Was gibt’s?“
„Astrid hat mich angerufen, und sich beklagt, dass deine Raumplanung vorsieht, dass sie in den kleinen Raum neben dem Treppenhaus kommt.“
Da Frau Hilflo-Seerbin noch Anteile an Standort 7 hält, und es sich in den Kopf gesetzt hat, ihre Teilhaberschaft aktiv auszuüben, habe ich sie wohl oder übel auch irgendwo einquartieren müssen.
„Ja“, bestätigte ich also, „da hat sie ein eigenes Büro für sich.“
„Das ist eine bessere Besenkammer“, behauptete er, „der Raum hat nicht einmal ein Fenster.“
Ich erklärte: „Sie bekommt einen Schreibtisch mit Computer. Unsere Platzsituation erlaubt es leider nicht, dass jeder ein Riesenbüro mit Vorzimmer und Wartebereich erhält.“ Das habe noch nicht einmal ich. [Und mit dem Laufstall für den Juniorchef ist es da aktuell recht eng geworden.] Er dagegen wird weiterhin das größte Büro haben.
„Das weiß ich auch“, erwiderte er, „aber dieser Raum ist unzumutbar. Da würde ich noch nicht einmal einen einfachen Sachbearbeiter reinsetzen. Der taugt höchstens als Archiv oder Lagerraum für Büromaterialien.“
„Na, gut“, gab ich nach, „ich werde mir eine andere Lösung überlegen. Aber sie wird dann wohl nicht so nah bei den anderen Siebenern sein.“
„In Ordnung. Wir sehen uns später.“ Er legte auf.

Ich brauche gar nicht lange nachzudenken. Dann bleibt sie eben in ihrem alten Büro in Standort 7. Das ist bisher noch nicht anderweitig verplant. Und wenn sie sich wieder beschwert, so weise ich auf die Onlinekommunikationsmöglichkeiten hin. Fachlich kann sie den Mitarbeitern eh nicht weiterhelfen. Es gibt also keinen triftigen Grund, warum sie Standort 7 überhaupt verlassen sollte.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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34 Antworten zu Unumzüglich //2591

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Immer noch eifersüchtig?

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  2. Mia schreibt:

    Ein Büro ohne Fenster, also ohne Belüftung und Tageslicht, ist sprichwörtlich unterirdisch.
    Würdest du in so einem Kabuff arbeiten wollen?

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  3. Mika schreibt:

    Rede doch offen mit ihr. Sie kann doch bei vollem Gehalt im Homeoffice bleiben. Spart Ärger und das Büro. So tun als ob bringt doch nur Frust für alle.

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  4. ednong schreibt:

    Stille Teilhaberin zur Stille verdammt? Das hast du aber böse provokant geplant …

    Irgendeine Aufgabe hat sie doch sicherlich gehabt,oder?

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Miete doch einen Flüchtlingscontainer und stell in auf den Parkplatz. Genug Platz und Fenster sind allemal vorhanden. Sind grad billig abzugeben.

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  6. pirx1 schreibt:

    In richtigen Konzernen löst man solche Probleme subtil und effektiv: Man überträgt der „unbeliebten Betriebsziege“ ein unwichtiges Sekretärinnenprojekt, für das man keinerlei Qualifikation benötigt, von dem sie aber selber glaubt, dass es immens wichtig wäre. Dann richtet sie keinen Schaden an, fühlt sich aber gleichzeitig bedeutungsvoll. Wie wäre es, wenn sie z. B. den Umzug der Firmenstandorte inklusive Büroverteilung etc. plant und koordiniert?

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  7. Pingback: Beschäftigung gesucht //2615 | breakpoint

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