„.. die Tor‘ macht weit!“ //2009

Alle Jahre wieder hatte sich ein Teil unserer technischen Belegschaft verabredet (heuer Softies und Devdevs, aber keine It-Boys), anlässlich des bevorstehenden Jahresendes an einem Abend zusammen essen zu gehen. Ulrich und ich wurden gebeten, doch ebenfalls zu kommen.
Teils ging die Unterhaltung über berufliche und fachliche Themen, teils über ganz allgemeine Dinge, und ein wenig glitt sie auch in private Bereiche ab.

Einer der Geräteentwickler erzählte, wie er kürzlich bei seinen Einkäufen das Kaufhaus bei einem Seitenausgang verlassen wollte. Unmittelbar hinter ihm (oder auch schon praktisch neben ihm – so genau ließ sich das nicht mehr ermitteln) eine Frau, der er die Tür aufhielt, um sie hinauszulassen. Daraufhin habe sie ihn angegiftet, dass sie die Tür selbst öffnen könne und blablabla. Ein anderer der Entwickler erinnerte sich daraufhin an einen ähnlichen Vorfall, den er einmal erlebt hätte.
Die Männer steigerten sich ein wenig in dieses Thema hinein, und diskutierten, ob man überhaupt noch Türen aufhalten solle. Ich hielt mich aus der Unterhaltung zurück, bis mich einer fragte, was ich davon halte. Sinngemäß antwortete ich etwa so: „Sie öffnen der Frau ja nicht die Tür, weil Sie sie für unfähig halten, das selbst zu tun, sondern weil Sie ein höflicher und hilfsbereiter Mensch sind. Die meisten Frauen wissen das durchaus zu schätzen, freuen sich über die Geste, und viele werden sich wohl auch bedanken. Es sind seltene Ausnahmen, die so negativ reagieren, und glauben Sie mir: die sprechen nicht für die weitaus meisten Frauen. Ignorieren Sie ihr Gezänke einfach.“

Wir waren uns einig, dass man die Tür öffnet für Personen im Rollstuhl oder mit Krücken, Familien mit Kinderwagen, Personen mit den Händen voll Gepäck, oder die anderweitig Schwierigkeiten hätten, sie selbst zu öffnen. Allgemein hält man die Tür kurz auf, wenn jemand unmittelbar hinter einem ebenfalls durch will. Andernfalls schwingt die Tür zurück, und knallt dem nächsten im schlimmsten Fall entgegen, der dann erst die Wucht abfangen muss. So etwas ist rücksichtslos. Das Aufhalten kostet einen höchstens eine Sekunde. Es besteht aber eigentlich keine Notwendigkeit, Frauen beim Türdurchtritt grundsätzlich den Vortritt zu lassen.

Das gemeinsame Abendessen klang dann allmählich aus. Ich war bei den ersten, die sich verabschiedeten, weil ich müde war und wieder heim wollte.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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13 Antworten zu „.. die Tor‘ macht weit!“ //2009

  1. keloph schreibt:

    die diskussion mit dem türöffnen kenne ich und ich habe den gleichen erfahrungsschatz. ich bleibe weiter höflich. absichtlich!

    Gefällt 1 Person

  2. Talianna schreibt:

    Ich lasse mir gerne die Tür aufhalten und tue es auch. Für Männer. Und Frauen!

    Gefällt 3 Personen

  3. Plietsche Jung schreibt:

    Hat dir der Abend keinen Spaß gemacht?

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  4. transomat schreibt:

    Ich halte generell Frauen die Tür auf. Aber auch anderen Personen wenn ich sehe das es hilfreich ist. Was sind das für Frauen die einen dann angiften ?

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  5. mrfreeze01 schreibt:

    Ich habe noch nie von einer Frau geschimpft bekommen, weil ich ihr die Tür aufhalte (und der Grund ist nicht, weil ich das nicht tun würde). Und ich habe z.B. auch noch nie lange mit einer Frau über die Bezahlung der Rechnung diskutieren müssen. Wenn ihr es wichtig ist, dass sie bezahlt, dann bezahlt sie, das ergibt sich quasi automatisch, mein erster Anlauf ist es immer, dass ich die Rechnung für beide übernehme. Was ich damit sagen will: Mir scheint, dass diese Diskussion übertrieben ist. Es gibt immer Ausnahmen in der Reaktion der Frauen aber sich als Mann an bestimmte Höflichkeitsregeln zu halten ist gerade in der Jetztzeit notwendig und wichtig. Denn ich beobachte, das Höflichkeit und Rücksichtnahme immer weniger en vogue sind. Ich bin gestern abend (es war dunkel und nass) mit dem Fahrrad gefahren. Vor mir haben sich anscheinend 2 Fahrradfahrer (ein Mann und eine Frau) touchiert. Ich habe nichts davon gesehen. Ich habe das nur mitbekommen, weil die stehengeblieben sind und sich gegenseitig beleidigt haben, weil wohl jeweils der/die andere etwas falsch gemacht hat. Warum kann dann nicht eine/r der beiden nachgeben, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit waren beide unaufmerksam. Wahrscheinlich der/die eine mehr und der/die andere weniger. Aber ist das wirklich wichtig? In der Situation wäre es gut gewesen, wenn der Mann sich an die Grundregel gehalten hätte: Es ist nichts passiert, wir haben uns touchiert, sie ist eine Frau, im Zweifel entschuldige ich mich dafür.

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  6. Pingback: Twitter-Twist //2200 | breakpoint

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