Gedanken einer Ex-Schlampe //2008

In der Vergangenheit habe ich häufig damit gehadert, erst so spät mit Sex anfangen gehabt zu können. Ich habe später zwar etliches nachgeholt, aber die Incel-Jahre hingen mir trotzdem nach, von denen ich meinte, dass ich viel versäumt haben musste.
Inzwischen habe ich meinen Frieden damit gemacht. Wenn ich zurückdenke, glaube ich schon, dass ich ansonsten mein Studium (sofern ich überhaupt soweit gekommen wäre) sicherlich stark vernachlässigt hätte, weil die Ablenkung zu groß gewesen wäre. Wer weiß, was dann aus mir geworden wäre.
So blicke ich jetzt auf meine acht bis zwölf Schlampenjahre (je nach Definition, Anfangs- und Endzeitpunkt lassen sich nicht exakt eingrenzen, darüber habe ich nie Statistiken geführt) zurück, und denke, dass es eine gute Zeit war.

Ich habe meine Schlamperei ja immer sehr diskret gehandhabt, bei Nachfrage nie abgestritten dass es auch noch andere Männer gab, aber auch nicht von mir aus mit dem Thema begonnen. (Nur meine Verwandtschaft glaubt immer noch, dass ich als Jungfrau in die Ehe gegangen wäre.)
Die meisten Männer konnten damit umgehen, einige aber auch leider nicht.
Was wäre auch verwerflich daran, Männer und Sex mit ihnen zu mögen.
Grundsätzlich haben Männer durch Schlampentum vor allem Vorteile. Schlampen sind willig , so dass sie es einer größeren Anzahl von Männern ermöglichen, an unverbindlichen Sex zu kommen. Sie haben keine überzogenen, unrealistischen Erwartungen und stellen keine besonderen Ansprüche.

Slut-Shaming kommt nur von Frauen. Das ist nur zu verständlich – verderben Schlampen doch die „Preise“ für Sex.
[Ich erinnere mich dabei gerade an ein Software-Tool, das ich kostenpflichtig herausgegeben hatte. Als ein anderer Entwickler ein Tool, das einen Teil der Funktionalität implementiert hatte, als Freeware veröffentlichte, ärgerte mich das sehr, nahm es mir doch die Kunden weg. Wer nur einen gewissen Teil der Features benötigt, gibt doch kein Geld für ein Produkt aus, wenn er das auch kostenlos kriegen kann.]

Keine Ahnung, wie es mir ergangen wären, wenn ich nicht damals Carsten kennengelernt hätte. Vermutlich hätte ich so weitergemacht. Ich hatte mir, ehrlich gesagt, niemals Gedanken gemacht, wie mein Leben weitergehen würde, wenn ich älter werde.
Jetzt bin ich froh, dass ich den Absprung rechtzeitig geschafft habe. Denn eine alte Schlampe hat schon etwas erbärmliches. Ihr Niveau sinkt immer stärker ab, erst unmerklich, dann beschleunigt, wenn es bereits zu spät für Gegenentwürfe ist. Irgendwann reicht es höchstens noch zum Blowjob in der Bahnhofstoilette.
Die jungen, aktuell aktiven Schlampen werden genauso wenig einen Gedanken daran verschwenden wollen wie ich damals. Aber auch sie werden älter und ihre Attraktivität wird schwinden.

Da ist es gut, wenn man dann wenigstens beruflich noch sicher im Boot sitzt, wenn das eigene Privatleben schon ausgelutscht ist.
Also ihr Schlampen, die ihr hier lest: Habt euren Spaß, solange es geht, aber vergesst darüber nicht, euch für eure spätere Zukunft abzusichern.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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29 Antworten zu Gedanken einer Ex-Schlampe //2008

  1. keloph schreibt:

    alles hat seine zeit 🙂

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  2. elmardiederichs schreibt:

    „Die jungen, aktuell aktiven Schlampen werden genauso wenig einen Gedanken daran verschwenden wollen wie ich damals. Aber auch sie werden älter und ihre Attraktivität wird schwinden.“

    Solange wir Frauen über die Folgen ihres eigenen Tuns aufklären, haben sie Vorteile gegenüber Männern. Ich denke, wir sollten uns damit begnügen, die Entscheidungen der Frauen unkommentiert zu respektieren.

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  3. blindfoldedwoman schreibt:

    Ältere Frauen haben heutzutage die freie Auswahl. Ich denke, die Gruppe von 45 bis 55 ist die wohl zur Zeit aktivste.

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  4. mrfreeze01 schreibt:

    Ich liebe deinen vorurteilsfreien Realismus! Großartig, dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Ich hab da grad jemanden geistig vor Augen ……

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  6. Pendolino70 schreibt:

    Ich sehe diese Zwangsläufigkeit jetzt eher nicht so wie du. Alles hat seine Zeit im Leben, aber zu Glauben, dass es mir der Sexualität irgendwann vorüber geht ist schon durch Masters und Kinsey in den 50ern widerlegt worden.
    Wieso sollte das Niveau ausserdem ständig sinken, je öfter man etwas macht. Im Berufsleben ist es umgekehrt.

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    • Nicht mit der Sexualität geht es abwärts, sondern mit der Attraktivität.
      Mit zunehmendem Alter wird es für Frauen immer schwieriger, für Männer noch sexuell anziehend zu bleiben.
      Klar – wenn man völlig wahllos ist, findet sich schon noch der eine oder andere Mann, der das mitnimmt. Aber wenn man ein gewisses Niveau halten will, sind häufig wechselnde Männerbekanntschaften+ passé.

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  7. ednong schreibt:

    Ehrliche Gedanken.
    Danke dafür.
    Verpasst hast du aber sicher nix, bei dem, was du nachgeholt hast.

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  8. Leser schreibt:

    It ja lustig – gestern zum ersten mal bewusst das Wort „incel“ gehört und dessen Bedeutung gelernt. Heute schaue ich hier rein und finde es schon wieder vor. Die Zustandsbeschreibung trifft auch auf mich zu, momentan noch. Hab noch einiges an mir zu „basteln“, um auch wieder im Rennen zu sein und diesen Zustand zu beenden. Wobei ich zum Glück nicht mal in die Nähe der Leute komme, die sich (in den USA zumindest) selbst so bezeichnen – das ist, soweit ich es verstanden habe, sozusagen das männliche Pendant zum ätzenden, männerhassenden Feminismus auf der weiblichen Seite. Dankenswerterweise ist es mir also erspart geblieben, trotz incel auch noch zum „Arschloch“ zu werden 😉

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    • „Incel“ bedeutet schlicht „involuntary celibate“ – unfreiwillig enthalsam.
      Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, ist es leider auch noch verbreitet, deswegen angegriffen oder gebasht zu werden.

      Viel Erfolg bei deinem Weg heraus.

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      • Leser schreibt:

        Ich kenne die Bedeutung der Abkürzung, aber ich habe halt auch mal über englischsprachige incel Foren drübergeschaut, und das ist alles andere als schön, was da so geschrieben wird … ein Zitat als Beispiel:

        How to solve the „women“ problem

        We all have one thing in common. Women have ruined our lives with lies and deceit, while chads just back them up in their arrogance. It is absolutely despicable. This had me thinking that it would be stupid to make this an „involuntary“ forum because who in their right mind would want to even look at such a filthy, demonic creature(in case you’re stupid, i mean women)? We should give them no time and spend our time on the superior gender.

        Men.

        Hear me out. Women are disposable. After they start WW3 and nuke themselves let’s create a race with no women. Going green? No more like GOING GAY. There is only one gender–men. Women are objects. Do not despair my celibate brethren, for a new age is coming soon.

        Unfreiwillig enthaltsam sein ist das eine, aber solche Schlüsse daraus zu ziehen ist nichts anderes als erbärmlich. Eben genau dieselbe Schiene, wie es männerhassende Feministinnen machen, nur halt „in männlich“ und gegen Frauen.

        Und das ist halt leider auch nicht das einzige Beispiel…

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