Elfhundertdreißig

An Standort 4 läuft es immer noch nicht so glatt, wie ich mir das wünsche. Mein Besuch dort hat die Situation zwar etwas verbessert, aber die Crux ist nach wie vor, dass alle meine Anweisungen über Herrn Grau laufen. Und der verzögert, blockiert, stellt sich quer.

Ich habe es jetzt lange genug im Guten versucht. Es wird Zeit, dass ich zu anderen Mitteln greife.
Schritt 1 ist, dass ich zukünftig meine Anweisungen nicht mehr nur an Herrn Grau schicke, sondern direkt an die jeweils betroffenen Mitarbeiter, und die unmittelbare Kommunikation mit diesen ausbaue.

Parallel dazu dokumentiere ich jede Kleinigkeit, bei der sich Herr Grau nicht wie erwünscht verhält, und ich bin am Überlegen, ob ich mir nicht einmal seine Mail-Kommunikation ansehe. Früher wurde das mit privaten Mails in Standort 4 lockerer gehandhabt, aber inzwischen ist es streng verboten. Würde mich nicht überraschen, wenn noch die eine oder andere private Mail sich darin finden ließe. Aber leider würde das höchstens zu einer Abmahnung reichen.
Es ist schwer, jemanden loszuwerden, ohne dass er sich einer nachweisbaren Verfehlung schuldig macht.

In einem weiteren Schritt werde ich mir dann dort einen permanenten Ansprechpartner aufbauen, der früher oder später Herrn Grau ersetzen kann. Ich habe auch schon überlegt, einen meiner hiesigen Jungs für einige Wochen dorthin zu schicken.
Sobald die Kommunikation dann ordentlich läuft, setze ich in einem letzten Schritt Herrn Grau überhaupt nicht mehr auf den Mail-Verteiler. Vielleicht findet der dortige Standortleiter eine andere Verwendung für ihn. Auf jemanden, der nicht gewillt ist, konstruktiv mitzuarbeiten, verzichte ich lieber.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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52 Antworten zu Elfhundertdreißig

  1. Molly L. schreibt:

    Oh Mann, kannst Du hart durchgreifen! ^^
    Auch, wenn’s berechtigt ist, bekomme ich Mitleid mit Herrn Grau … 😀

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  2. Claudius schreibt:

    Es gibt immer Kollegen, die denken, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alle anderen in der Umgebung für Idioten halten. Vielleicht gehört Herr Grau zu den „Weisen“…

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  3. Der Maskierte schreibt:

    Hast du ihn schon direkt angezählt und mit seinen Unzulänglichkeiten konfrontiert?

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  4. tom174 schreibt:

    Direktes Gespräch das die Fronten klärt und ihm ne hübsch eingerichtete Tür zeigt kann da helfen (entweder zum reibungslosen Austritt oder zur Kooperation). Glücklich und zufrieden ist der selbst auch nicht. Eventuell kannst ihm mit einem Outplacement Angebot ködern. Das „herausmanagen“ ist immer nur eine Ultima Ratio, da hinterlässt oft auch bei den anderen Mitarbeitern gut Federn.
    Ich würde mir den unter vier Augen schnappen „Wir beide funktionieren nicht, alle Versuche das bislang zu ändern scheiterten. Wenn das so weitergeht wird das unschön,unter welchen Bedingungen können wir uns im Guten trennen? Wie wäre es mit einem Aufhebungsvertrag mit Abfindung und Freistellung?“

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    • Das Problem Ein Problem ist, dass er an einem anderen, relativ weit entfernten Standort arbeitet. Das erschwert ein persönliches Gespräch (und ich lege auch keinen Wert darauf, mit ihm persönlich noch einmal zusammenzutreffen).
      Telefonische Gespräche gab es, brachten aber nicht viel.

      Vielleicht ist er in einigen Wochen aufgeschlossener gegenüber einem Aufhebungsvertrag o.ä.. Bisher ließ er sich durch kein Angebot ködern.

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      • tom174 schreibt:

        3/4 des Gehaltes einer Führungskraft ist Schmerzensgeld. Ich glaube, um ein direktes Gespräch kommst da nicht drumherum. Telefonieren oder Mail taugt da nicht wirklich. Hast ihm wirklich schon die Aufhebung angedeutet? Bzw. den Weg aufgezeigt, den du bereit bist nun zu gehen? Ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es nun noch ein wirklich gutes Zeugnis geben kann? Ist alles scheisse ich weiss. Ich persönlich fühle mich aber, gerade dann wenn es an das Gründe für eine verhaltensbedingte Kündigung zu suchen geht deutlich besser, wenn ich vorher alles versucht habe, das in beidseitigem Einvernehmen zu klären.

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        • Glaub mir, wir haben schon mehrfach versucht, in dieser Hinsicht mit ihm zu reden, aber es hat nichts gebracht.
          Aus organisatorischen Gründen bin ich nur für seine fachliche Führung zuständig, und da stellt er sich einfach quer. Er ist durchaus fit in seinem Metier, bloß setzt er nicht (zeitnah) meine Vorgaben um.
          Ich habe aber noch ein wenig Hoffnung, dass es sich umbesinnt, wenn er merkt, dass es ohne ihn besser läuft.

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  5. Dieter schreibt:

    Ich bewundere deinen Langmut.
    Ich hatte nur ein paar solcher Fälle in meinem Berufsleben, aber die haben meistens maximal bis zum Ende des Monats durchgehalten.
    Kannst du ihn nicht einfach von allen Aufgaben entbinden und als zbv einstufen, um ihn dann als Aufgabe herausfinden zu lassen, was die Kommunikation zwischen Standort 4 und der Zentral stört.

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    • Noch (!) laufen alle Fäden bei Standort 4 bei ihm zusammen. Da ist es (vorerst!) noch schwierig, ohne ihn auszukommen.
      Fachlich ist er wirklich versiert. Da bedauere ich es, dass eine Zusammenarbeit nicht möglich ist.
      Wir werden sehen, wie er reagiert, wenn er merkt, dass er nicht unersetzlich ist.

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  6. ednong schreibt:

    Klingt nach einer harten Nuss. Er ist vermutlich älter als du? Aber eigentlich müßte ihm doch auch einleuchten, dass er nicht unersetzlich ist.

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