Elfhundertneunundzwanzig

Es hätte mich zwar schon interessiert, den Genderkongress in der Nachbarstadt zu besuchen, aber die Feier zum 70. Geburtstag meines Vaters ging vor.
Ich war froh und erleichtert, dass das blaue Auge inzwischen so weit verblasst war, dass man es nur noch erahnen konnte, wenn man davon wusste. Ansonsten wäre ich wohl nicht um die eine oder andere Notlüge herumgekommen.

Wir fuhren also am Vormittag in die alte Heimat, und trafen die Verwandtschaft bereits in der Kirche versammelt an. Nachdem wir den Gottesdienst abgesessen, abgestanden und abgekniet hatten, gingen wir zu einer nahegelegenen Wirtschaft, wo meine Eltern einen Nebenraum reserviert hatten.
Wir gratuliertem meinem Vater, und überreichten ihm das Geschenk (eine ferngesteuerte Drohne, die er vermutlich niemals in Betrieb nehmen wird, über die er sich aber sehr freute).
Bevor wir uns zum Essen setzten, unterhielt ich mich noch mit Sabine und Kathrin, die beide mit Partner und Nachwuchs da waren. Etwas wirklich Neues gab es nicht.

Das Essen war zwar ganz gut, aber ich hätte lieber etwas gegessen, das meine Mutter gekocht hat. Überhaupt verstehe ich nicht, was die Leute so besonders an Rindfleisch finden. Das schmeckt doch eher fade. Schwein oder Pute mag ich lieber.
Meine Eltern erzählten in epischer Breite, dass sie ein großes Vogelnest auf dem Dachboden gefunden hatten. Offenbar waren die Vögel immer wieder neben einem verrutschten Dachziegel hinein und heraus geflogen. Der tüchtige Thorsten hatte alles wieder repariert und in Ordnung gebracht, weshalb sie ihn in den höchsten Tönen lobten.

Carsten und ich hatten ausgemacht, dass wir uns keinesfalls von meinen Eltern trennen lassen würden. Aber die waren so mit den anderen Gästen beschäftigt, dass sie keinen ernsthaften Versuch machten.
So verlief die Feier recht harmonisch. Beim Kaffeetrinken zerdepperte jemand eine Kuchenplatte. Sonst gab es keine Besonderheiten.

Heidi und Robin stellten sicher, dass auch wirklich jeder darüber informiert war, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Ich werde mich aber nicht daran halten, sonst kriegen die fünfmal das Gleiche.
Für Heidi habe ich ein Manikürset im Sinn. So etwas kann man gut gebrauchen, und ich erinnere mich daran, dass ich mich in ähnlichem Alter sehr über eines gefreut habe, das ich immer noch in Betrieb habe.
Bei Robin und David weiß ich noch nicht so recht. Etwas zum Basteln oder Lego geht immer. Ich muss mal Carsten fragen, mit was er in diesem Alter gerne gespielt hat.

Kurz bevor wir am Spätnachmittag wieder zum Heimweg aufbrachen, eröffnete uns Sabine, dass sie schon wieder ein Baby erwartete. Das wäre dann Nummer Vier (ich bin ja gespannt, wann Molly nachzieht). Vier Enkel sollten meinen Eltern als Enkel eigentlich wirklich genügen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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36 Antworten zu Elfhundertneunundzwanzig

  1. Der Maskierte schreibt:

    Da ahnt man nichts Böses, liest gemütlich diesen Eintrag und dann kommt der Hammer: Du verstehst nicht, was die Leute an Rindfleisch mögen? Bis eben warst du mir noch sympathisch.

    Scherz beiseite: Rindfleisch gut zuzubereiten ist schwieriger als Pute und Schwein. Sollten wir uns mal in Maskenstadt über den Weg laufen, gehen wir zu meinem Lieblingsrestaurant „Feine Küche“ mit Chefkoch Maskierter und dann weißt du, was die Menschheit an Rindfleisch toll findet. Passenden Traubensaft (vergoren) habe ich auch im Angebot.

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  2. Molly L. schreibt:

    „(ich bin ja gespannt, wann Molly nachzieht)“
    – Du meinst doch wohl nicht mich, oder????

    Zum Thema Rindfleisch: Achj a,d as ist schon eine Kunst … Und wenn man`s gar nicht kann, dann nimmt man sich das Filet und macht Fondue damit, ist allerdings ein recht teures Vergnügen. Aber lecker feines Rindfleisch? Oberjammy! Und magerer als Schwein, daher hätte ich schon gedacht, dass es Dir symphatisch ist … Aber stimmt, wer einmal aus Anstand/Gesellschaftszwang auf eine zähen Stück endloskauen musste, den mag allein die Vorstellung grauseln.
    Geduls ist hier das Zauberwort: Scharf anbraten, um die Poren zu verschießen und dann auf niedrigster Flamme durchgaren. Dauert natürlich ewig, aber das ist es wert, *sabbertropf*

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    • Molly L. schreibt:

      Uuups, sorry!
      *SchnellmeinenSabberaufwisch* 😉

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    • Der Maskierte schreibt:

      Ach so schwer ist das gar nicht. Nachdem es in Butterschmalz-Rosmarin scharf angebraten wurde, ab in den vorgeheizten Backofen bei 80-90°C. Thermometer in die dickste Stelle des Fleischs rein (Sensorspitze bis in die Mitte des Fleischs) und dann bei 45°C raus mit dem guten Stück. Bei Bedarf noch in Alu packen und 1-2 Minuten ruhen lassen, kann aber auch gleich auf den Teller wandern.

      Ich salze und pfeffere immer im Anschluss, aber letztlich ist das eine Glaubensfrage.

      Wenn man es raus hat, kann man ein vergleichbares Ergebnis auch direkt in der Pfanne erzielen. Aber wenn es perfekt werden soll, gehe ich nach dem Prinzip oben vor.

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    • Du meinst doch wohl nicht mich, oder????

      Doch. Ich kenne sonst keine andere Molly (außer die von „Guck mal, wer da spricht“ und „Das letzte Einhorn“).

      Das Rindfleisch dort scheint schon richtig zubereitet worden zu sein, denn es wurde allgemein sehr gelobt.
      Fettes Schweinefleisch mag ich eher nicht, aber die halbwegs magere Variante ist lecker.

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      • Molly L. schreibt:

        Hm. Es gibt noch Molly Ringwald und Molly Weasley!
        Aber ich bin sicher die Prominenteste, *räusper*
        😀

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        • Ringwald kenne ich nicht.
          Weasley ist doch die Mutter von Harry Potter’s Kumpel, oder? (die müsste meiner Schwester aber nicht nachziehen, sondern hat noch deutlichen Vorsprung).

          Ohne Zweifel bist du mir von allen Mollys am besten bekannt, hast dich aber immer noch nicht zur Nachzieh-Frage geäußert.

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          • Molly L. schreibt:

            Derzeit: Nein danke! Schwanger zu sein ist zwar wunderschön, aber sehr oft auch … zum kotzen.
            Seit Größtes und Mittleres morgens weg sind, habe ich endlich zwischendurch mal wieder etwas Zeit für mich, da wird das Kleinste auch mal ganz unpädagogisch vor’m Fernseher geparkt. Dennoch ist die Zeit für eigene Projekte wie Blog, Schreibwettbewerbe etc. knapper als knapp. Somit würde noch ein Kind das sorgsam aufgebaute Gleichgewicht zerstören, meine kostbare Freizeit auffressen. Also nein danke.
            ANDERERSEITS liebe ich es, schwanger zu sein, ich liebe Babys und die Vorstellubf, wieder so einen flauschewarmen Knuddelkörper zu knuffeln ist einfach wunderschön!
            Ergo: Vielleicht doch noch eins …?
            Ist sauschwierig, um ehrlich zu sein. Hinzu kommt, dass das Nächste aus medizinischen Gründen hochstwahrscheinlich das letzte sein muss. 😦
            Klingt vielleicht seltsam, aber … das will ich auch nicht irgendwie „verschwenden“.
            Ach ich weiß auch nicht … 😦
            -> Ausführlich genug?

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  3. Plietsche Jung schreibt:

    Und was ist nun mit Dir als Mama ????

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