Zwölfhunderteinundsechzig

Nicht unerwartet war Herr Grau nicht zufrieden gewesen mit meiner Entscheidung, keinen neuen Entwickler einzustellen.

Nachdem er zuerst schriftlich seinen Unwillen bekundet hatte, und dagegen protestiert, ließ er keine Ruhe, bis er einen persönlichen Termin beim Geschäftsführer bekam (zu dem er natürlich eigens auf Kosten seines Arbeitgebers anreisen musste).

Er muss sich gegenüber dem Geschäftsführer ziemlich über Frau Nühm beschwert haben. Dass sie keinen neuen Mitarbeiter genehmigt habe, obwohl der dringend nötig sei, insbesondere weil sie völlig ungeeignete Software spezifiziert habe. Dass sie zu enge Zeitvorgaben mache (was überhaupt nicht stimmt). Dass sie ihn nicht genügend informiere (was in Anbetracht seiner Verweigerung einer konstruktiven Zusammenarbeit schon teilweise stimmt). Und so weiter und so fort. Kurz, dass Frau Nühm völlig inkompetent sei, und er nicht länger mit ihr zusammenarbeiten (Hah!) könne.

Der Geschäftsführer blieb zunächst sehr ruhig, und bekräftigte, dass Frau Nühm sein absolutes Vertrauen genießt, schon häufig ihre hohe Kompetenz und Tüchtigkeit bewiesen habe, und dass ihre Entscheidung, keinen neuen Entwickler einzustellen von ihm selbst so bestätigt sei. Er legte Herrn Grau nochmals nahe, sich mit Frau Nühm zu arrangieren und ihre Weisungen respektvoll anzunehmen.

Da muss Herr Grau – offenbar ein Choleriker – ausfällig und nahezu beleidigend (Carsten weigert sich, mir darüber konkretes zu sagen) geworden sein.
Jedenfalls muss er jetzt binnen einer Woche eine schriftliche Stellungnahme und Entschuldigung an Frau Nühm schreiben. Sollte die Entschuldigung nicht akzeptabel sein, ist mindestens eine Abmahnung fällig.

Herr Grau ist nicht unverzichtbar (auch wenn es zeitweise ohne ihn eng wird). Vermutlich würde er sich bei einem anderen Arbeitgeber wohler fühlen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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32 Antworten zu Zwölfhunderteinundsechzig

  1. aliasnimue schreibt:

    „völlig ungeeignete Software“…wie kommt er zu dieser Einschätzung?

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    • Weil er seine eigene Architektur für besser hält.

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      • aliasnimue schreibt:

        Wenn er das nicht hinreichend begründen kann, dann finde ich eine solche Aussage äußerst unprofessionell.
        Von seinem Verhalten mal ganz zu schweigen.
        Man kann sich vorstellen, wie sich das auf das Betriebsklima an dem anderen Standort auswirkt.

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        • Ich habe ja schon von Anfang an mit ihm Probleme.

          Da gab es seine SW, und meine SW. Beide erfüllen ihren Zweck etwa gleichermaßen gut. Beide mit Vor- und Nachteilen.
          Meine Aufgabe ist es, sie zu vereinheitlichen.
          Als Basis habe ich meine Architektur genommen, vor allem, weil ich die besser kenne. Meine Entscheidung.
          Ein paar Konzepte von ihm, die sehr gut gelöst waren, habe ich auch übernommen und eingebunden. Das nennt er jetzt „Plagiat“.

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          • aliasnimue schreibt:

            Was für ein Unsinn. Seine Arbeitsleistung gehört ja der Firma, nicht ihm persönlich.
            Es immer schwierig mit jemandem umzugehen, der nicht in der Lage ist sachlich zu argumentieren.

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            • Eben. Sämtliche Rechte gehören seinem Arbeitgeber. Seine Ansprüche sind mit seinem Gehalt abgegolten.

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            • Engywuck schreibt:

              sofern er es in der Arbeitszeit entwickelt hat – klar.

              Schwierig wird es, wenn er beispielsweise ein Modul eingebunden (oder als Grundlage genommen) hat, das er in seiner Freizeit zu Hause oder gar vor Eintritt in die Firma entwickelt hat.
              IIRC gabs da mal den Fall, dass jemand privat eine Datenbank entwickelt hat, die ihm und anderen das Leben erleichterte. Seine Witwe wollte dann Geld sehen – und bekam Recht. Wobei Datensammlungen natülich nochmals anders (nicht unbedingt besser) als Programme geschützt sind.

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            • Meines Wissens – und etwas gegenteiliges hätte er bestimmt schon ausgeschlachtet, und müsste er natürlich auch nachweisen können – hat er seine Leistungen ausschließlich während der Arbeitszeit erbracht.

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  2. sevens2 schreibt:

    Wie wärs mit einem Duel? — BTW, hast du ihm schon Fionas und Corinnas Nummern gegeben?

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  3. Leser schreibt:

    „Vermutlich würde er sich bei einem anderen Arbeitgeber wohler fühlen.“ – irgendwie klingen Deine Beschreibungen eher so, als würde er sich bei keinem Arbeitgeber wohl fühlen, weil er dazu grundsätzlich nicht in der Lage ist. Was das für potentielle Arbeitgeber bedeutet, ist ein anderes Thema… („hat sich nach besten Möglichkeiten bemüht, im Team zusammen zu arbeiten“ könnte dann wohl im Zeugnis stehen)
    PS: Wie macht man hier eigentlich diese kursiven, eingerückten Zitate?

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Ach, immer wieder kommen solche Menschen vor. Ich würde mir keine grauen Haare wachsen lassen.

    Weiß er nicht, dass ihr verheiratet seid ?

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