Hundertdrei

Ich war gestern ziemlich lange mit einem Problem beschäftigt, das ich trotz intensiven Debuggens nicht direkt lokalisieren konnte. Es trat nur sporadisch auf und gerade unter Debug-Bedingungen gelang es mir nicht, es zu reproduzieren. Ja, manche Probleme sind auch zeitkritisch und die Ursache ist direkt im nicht-Echtzeit-fähigen Betriebssystem bzw. einem Treiber zu suchen.
Schließlich gab ich auf und entwickelte stattdessen einen Workaround.

Deshalb arbeitete ich auch länger als gewöhnlich.
Als Carsten um viertel sieben klingelte, war ich noch nicht ganz fertig.

Ich bat ihn, noch ein paar Minuten auf mich zu warten und stellte ihm erst mal einen Kaffee hin.

Es dauerte auch wirklich nicht mehr lange, dann stieß ich noch das tägliche Backup an und machte Feierabend.

Carsten hatte eine Bitte an mich: „Am Freitag abend muss ich zu einer Preisverleihung. Ich bin einer der Hauptsponsoren, deshalb muss ich hin. Alle Teilnehmer kommen mit Begleitung. Früher ist immer meine Frau mitgekommen, letztes Jahr meine ältere Tochter. Aber heuer habe ich noch niemanden eingeladen. Würdest du mich gerne begleiten?“
Ich meinte, es wäre recht kurzfristig.
„Schon, ich hatte es völlig vergessen, da ich solche Veranstaltungen eigentlich lieber meide, und mein Kalender hat mich erst heute daran erinnert. Bitte komm mit, und zwing mich nicht, meine Schwester darum zu bitten.“
„Wie lange habe ich Bedenkzeit?“
„Nur heute abend. Ich weiß, der Freitag ist StarTrek-Tag, ..“
„Das würde mich aber nicht abhalten,“ beeilte ich mich zu versichern.
„Also kommst du mit? Die Preisverleihung dauert von acht bis gegen neun. Ich muss auch eine kurze Rede halten, aber höchstens zehn Minuten. Im Anschluss ist noch ein Get-together mit Fingerfood-Buffet, aber wir können dann jederzeit gehen, wenn du willst.“

Ich überlegte laut: „Was ziehe ich an?“
Carsten stöhnte auf.
„Nein, “ fuhr ich fort, „Business-look oder festlich, oder ..?“
„Auf der Website sind ein paar Fotos von letztem Jahr, da kannst du dich orientieren. Nur, bitte, etwas dezent und nicht gar so kurz, es sei denn, du willst alle anwesenden Männer ablenken.“
„Aber nein, nicht alle, nur die Heterosexuellen.“
Carsten seufzte noch mal: „Mit Sonja wäre das alles sehr viel einfacher.“
„Dann geh doch mit ihr,“ konterte ich sofort, “ und ich schau mir stattdessen Mr. Spock an.“
„Willst du dir wirklich das Buffet entgehen lassen?“
„Gibt es auch Desserts?“
„Reichlich,“ bestätigte er.
„Also Ok, du hast mich überzeugt.“

Das war also abgemacht. Wir besprachen noch ein paar organisatorische Details und verbrachten ansonsten den Abend wie gewohnt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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2 Antworten zu Hundertdrei

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