Werbung mit Gegeneffekt //2332

Die Werbepausen beim Fernsehen empfinde ich grundsätzlich als praktisch, weil ich sie nutzen kann, um z.B. mir in der Küche einen Snack zu holen. Carsten meint ebenfalls, ohne Werbeeinblendungen könne er gar nicht mehr so lange sitzen.
Allerdings lässt es sich nicht vermeiden, auch mal Werbung zu sehen, die ich als ziemlich daneben empfinde.

Aufgrund ihrer Häufigkeit nervt mich etwa die Werbung einer Firma, die nichts anderes zu tun hat, als Windschutzscheiben bei Autos auszutauschen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bedarf für solch eine Dienstleistung groß genug ist, um das Geschäft zu tragen. Aber anscheinend muss es das wohl, sonst wären die schon längst pleite.
Werbung für unzählige Glückspielportale nehmen mehr und mehr überhand. Alle jeweils mit dem Zusatz, dass das Angebot nur für Personen im nördlichsten Bundesland gültig ist. Ist dort der Markt tatsächlich groß genug?

Ein Müsli wird besonders im Radio beworben. Der Spot hört sich nicht verlockend, sondern eher abschreckend und nervig an.
Allgemein erscheint es mir, als würden tendenziell mehr unsympathische Darsteller für Werbung eingesetzt. Spontan fällt mir als besonders krasses Beispiel ein Portal für Tarifvergleiche ein, wo der Darsteller absolut schmierig und abstoßend rüberkommt.
Bei Monatshygieneprodukten wirken die Darstellerinnen zunehmend aggressiv. Viele Werbespots für Körperpflegeprodukte setzen optisch unästhetische Models ein, mit denen ich als potentielle Kundin mich nicht identifizieren kann.
Dann gibt es Werbespots, deren intellektuelles Niveau einfach nur unterirdisch ist. Ich denke hier speziell an ein Reiseportal, wo einer der Darsteller von einem Bärenangriff erzählt, und der andere das als Zustimmung zu seinem Urlaub aufnimmt. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Aber vielleicht liegt mein mangelndes Verständnis auch darin begründet, dass ich Schwierigkeiten mit dem Konzept des Smalltalks habe.

Wie kommen die Verantwortlichen darauf, dass solche Spots verkaufsfördernd wirken? Wenn ich Bedarf an den beworbenen Produkten habe, so führt eine derartig scheußliche Werbung eher dazu, dass ich dieses Produkt boykottiere und meide, sofern es eine akzeptable Alternative gibt.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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33 Antworten zu Werbung mit Gegeneffekt //2332

  1. Ochmonek schreibt:

    Ergänzend muss ich hier noch den Weichspüler nennen. Wenn meine Frau den kaufen würde, müsste ich ein ernstes Gespräch mit ihr führen, ob sie plant, mich demnächst aus dem Ehebett zu schubsen.

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  2. Ochmonek schreibt:

    Fehlassoziation des Abends: Das Gerät verwandelt auf Knopfdruck Leitungswasser in Gel.

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  3. mijonisreise schreibt:

    😂😂😂 … Ich vermute eher, das sich die Werbung sowohl der Bildung, als auch dem dazugehörigen Klientel anpasst … 🤔

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  4. Leser schreibt:

    Die Tatsache, dass ich weder Fernsehen, noch Radio nutze, bedingt, dass ich von solcher Werbung praktisch nichts mitbekomme. Auch im www wird Werbung natürlich geblockt (Schon des unerwünschten Trackings wegen, was damit einher geht), und die einzige Plattform, die inzwischen auch werebedurchtränkt ist – das Smartphone bzw. Tablet – habe ich mir natürlich ebenfalls so eingerichtet, dass einerseits die für Werbung verantwortliche Software darauf gar nicht läuft, und zumindest DNS-Abfragen zu entsprechenden Werbe- und Tracking-Servern auf localhost umgeleitet werden. Somit ist die einzige Werbung, mit der ich in meinem regelmäßigen Alltag noch in Berührung komme, irgendwelche Plakatwerbung draußen im Freien, an irgendwelchen Haltestellen oder Plakatwänden usw.

    Ich muss sagen, mit dieser Lösung bin ich äußerst zufrieden. Und Pinkelpausen während Filmen etc. mache ich mir selber, weil man bei einem nichtlinearen Medium wie Streaming (oder dem Abspielen lokaler Dateien) eben einfach selbst auf Pause drücken kann. Das bisschen Selbstdisziplin, dass ich auf meinen Körper höre (egal ob er ein Entsorgungsbedürfnis hat, oder ob ich noch einen Kaffee, Tee oder sonst etwas zum konsumieren möchte), und dann entsprechend pausiere, habe ich noch 😉

    Das Leben in einer weitestgehend werbefreien Welt hat den Effekt, dass ich Werbung, wenn ich sie doch mal wahrnehme (z.B. weil ich wo bin, wo ein Fernseher oder Radio läuft, oder an einem Browser ohne Schutz-Addons sitze), als extreme Belästigung empfinde. Und ich finde, so sollte das jeder empfinden, denn es ist weder normal, noch vernünftig, was da so an „Informationsmüll“ rausgeblasen wird, und um die Wahrnehmung der Leute kämpft. Ich finde sogar, Werbung sollte verboten werden. Wenn während der Werbepausen in der Zeit statt Werbung ein Testbild angezeigt werden würde, wäre der Inhalt hochwertiger.

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  5. MY JOY schreibt:

    Das ist jetzt Off topic aber es gibt gerade eine ziemliche Entrüstung über diesen Text bei Joyclub: https://www.joyclub.de/magazin/sex/was_maenner_bei_einem_sex_date_wirklich_wollen.html
    Was hält die Breakpoint denn davon?

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  6. keloph schreibt:

    ich fluche jeden abend, an dem werbeverseuchtes fernesehen läuft, mit zunehmend schrumpfendem redaktionellen inhalt. auch ich nutze das für biobreaks jeglicher art. mein täglicher rant bezieht sich auf die werbung von liegemöglichkeiten, wo der start bei qualität und angemessenem preis und die antwort bei „meistgekauft“ liegt. lemminge können auch falsch liegen, genau wie fliegen bei ihren entscheidungen während der nahrungssuche 🙂 hate it.

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  7. Mia schreibt:

    Die Fernsehsender, die Filme ohne Werbeunterbrechung zeigen, sind die Öffentlich-Rechtlichen. Dafür bezahlen wir ja auch Rundfunkgebühren. Und verspürt man zwischendurch doch mal das Bedürfnis nach Essen oder WC, dann kann man auch die Mediathek nutzen und die Sendung dort weiterschauen.

    Deiner Ansicht nach optisch unästhetische Models sind doch dann wohl eher eine Geschmacksfrage und somit eher subjektiv zu sehen. Nicht alles, was Vertreter/Innen von Randgruppen als unästhetisch wahrnehmen, ist es auch.

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  8. ednong schreibt:

    Da habe ich wohl die große Ruhe ohne TV 😉 (und ohne andere Dinge).

    Immerhin beweist die Werbung doch bei dir Ihre Durchschlagskraft – du kennst zumindest die Produktnamen. Ob du sie nun meidest oder kaufst, ist ja dann wieder eine andere Sache …

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  9. jezek schreibt:

    Warum kaufen Menschen Produkte? Ein wesentlicher Punkt ist Vertrauen; wenn ich Vertrauen habe in ein Produkt, eine Marke oder ein Unternehmen bin ich schneller bereit zu kaufen. Dies ist eine zentrale Aufgabe von Werbung; durch regelmäßige Wiederholung Sicherheit und Vertrauen zu schaffen.

    Wissensvermittlung ist weniger wichtig, bei Investitionsgüter noch eher als bei Konsumgüter. Daher ist eine gute Werbung die Werbung, die sich im Gehirn verankert (wir im Originalpost zu lesen).

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    • Durch permanente Wiederholung macht man zwar auf ein Produkt aufmerksam, aber um Vertrauen zu generieren, braucht es doch auch positive Aspekte.
      Wer nur nervt, ist zwar bekannt, aber Kunde wird man lieber bei einem Wettbewerber (bei der Windschutzscheibenfirma kenne ich aber nur diese eine, aber – falls nötig – würde ich vorher wenigstens im Internet nach einer Alternative recherchieren).

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      • jezek schreibt:

        Die Falle hat bei Dir schon funktioniert 🙂

        Wenn die Windschutzscheibe defekt sein sollte, an wen denkst Du spontan als Erstes? Bestimmt die Firma mit der nervigen Werbung. NLP spricht hier von „ankern“, ein passender Begriff für das, was im Unterbewusstsein platziert wurde.

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  10. Plietsche Jung schreibt:

    Die Hygieneartikel zur Zeit des Abendessens sind schon bemerkenswert. Ansonsten zappe ich sofort weiter oder nutze die Funktionen meines Receivers oder des Smart TVs. Pippipause ist nie ein Problem.

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  11. Pingback: Gezwitschertes //2440 | breakpoint

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