Pflegemonie //1793

Wenn Carsten krank ist, ist er un-er-träg-lich.
Abends hatte er sich bereits nicht wohlgefühlt, so dass unsere Begrüßung nur lau ausfiel. Nachts wurde es schlimmer, so dass er mich mehrere Male aus nichtigem Anlass weckte. Früh am Morgen trieb er mich aus dem Bett, um ihm trockene Sachen zu holen. Er wollte dann dies, und wollte dann das, so dass ich selbst kaum dazu kam, mich anzuziehen und mal ein paar Minuten im Bad zu verschwinden. Als ich im Begriff war, einen Tee für ihn aufzusetzen, unterbrach er mich ein paarmal, und wollte wieder etwas anderes.
Als er mich dann endlich ins Büro schickte, um einige Termine von ihm zu übernehmen, war ich richtig erleichtert. So muss ich mich wenigstens in der Zeit nicht weiter um ihn kümmern. Thermoskanne Tee und verschiedene Happen zum Essen hat er in Reichweite.

Ich würde mich ja gar nicht beklagen, wenn ich mich bei Krankheit ähnlich benehmen würde. Aber ich will dann eigentlich nur meine Ruhe haben, und ziehe mich weitestgehend zurück. Wenn mir mal jemand zwischendurch etwas zu trinken bringt, bin ich dankbar. Ansonsten will ich nichts hören und nichts sehen. Ich brauche nichts zu essen, und stelle mit sogar selbst einen Eimer neben das Bett. Während meiner ganzen Singlejahre bin ich alleine klargekommen. Da hat niemand sonst saubergemacht, wenn ich mich auf den Fußboden erbrochen habe. Wenn mir beim Toilettengang schwindelig wurde, musste ich auch alleine zurechtkommen, und es ging immer irgendwie.
Mir ist schon klar, dass es eine Grenze gibt, ab der man auf andere angewiesen ist, aber diese Grenze ist auch bei Carsten noch bei weitem nicht erreicht, weshalb ich es nicht leiden kann, wenn er mich so herumhetzt, und ihm dabei aber überhaupt nichts rechtzumachen ist.

Wünscht ihm gute Besserung und eine turboschnelle Genesung!

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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32 Antworten zu Pflegemonie //1793

  1. claudius2016 schreibt:

    Es gibt doch immer irgend welche Macken, die einen Menschen zu diesem Zeitpunkt unerträglich machen. Meine Frau z.B. ist unausstehlich, wenn sie Hunger hat bzw. unterzuckert ist.

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  2. idgie13 schreibt:

    Kranke Männer sind echt eine Strafe. Ich hab auch so einen an der Backe.

    Ich wünsche superschnelle Besserung!

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  3. floh_wien schreibt:

    Also eine echte Männergrippe!!

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  4. blindfoldedwoman schreibt:

    Dir scheint da wirklich ein Muttergen zu fehlen. 😉

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    • Tja, kann sein.
      Andererseits werden meine Mutterinstinkte getriggert, wenn ich Young Sheldon schaue.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Selbst bin ich nicht bedürftig. Aber wenn es Mann/Kind nicht gut geht, dann ist es völlig natürlich, dass ich sorge. Von Hühnersuppe bis Wadenwickel. Auch Young Sheldons Bedürfnisse würde ich unterstützen. Jeder hat das R
        echt, sich für Dinge zu begeistern, auch wenn man es nicht unbedingt nachvollziehen kann, so kann man es doch versuchen und es unterstützen.
        Übrigens lese ich gerne Deinen Blog und wenn es meine Zeit zuläßt, dann versuche ich es zumindest, mich mit Mathematik und Physik auseinander zu setzen. Oder halt mit der Art, wie Du denkst.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Ich bin pflegeleicht und wie du.
    Lass mich in Ruhe, ich helfe mir selbst. Ich kann auch dieses Bemuttern gar nicht leiden.

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  6. Broken Spirits schreibt:

    So ein tödlicher Männerschnupfen dauert ohne Behandlung 14 Tage und mit Behandlung zwei Wochen.
    Mach mal besser Urlaub – ein echter Kerl stirbt sowieso am würdevollsten einsam 😛

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  8. Andreas schreibt:

    Frauen 😀

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  9. ednong schreibt:

    Ich seh das eher wie du und verhalte mich auch entsprechend. Wenn ich krank bin, will ich meist sowieso einfach nur meine Ruhe – dann werd ich auch schneller gesund. Ist zwar schön, wenn sich jemand um einen sorgt, aber zuviel Drumrum nervt mich einfach nur.

    Aber pauschalieren würde ich das nicht – es gibt genauso gut Frauen, die sich wie Carsten verhalten. Und eben Männer, die sich wie du verhalten.

    Gute Besserung ist ihm dennoch zu wünschen.

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