Vierhundertzweiundfünfzig

Manchmal merkt man es tatsächlich, dass Carsten weniger arbeitet (während ich ja zwei Jobs am Hals habe).
So habe ich ihn gestern mit einem Buch erwischt.

„Was liest du da?“
„Shakespeare.“
„Toll. Und was genau?“
„Taming of the Shrew. Ich erhoffe mir dadurch einige hilfreiche Handlungsempfehlungen.“
„Na, dann viel Erfolg bei der Umsetzung“, erwiderte ich trocken.
„Und als nächstes ist dann Nietzsche dran.“
„Lass mich raten: Mit ‚Gay Science‘ wirst du dich wohl nicht beschäftigen. Also tippe ich auf ‚Also – sprach Kamasutra‘.“
„Nahe dran. Ich überlege gerade, ob ich mir nicht einen e-Book-Reader zulegen soll“, (o-oh), „was hältst du davon? Kannst du mal recherchieren?“
„Es geht nichts über das haptische Erleben eines Buches. Und in mir kannst du auch wie in einem Buch lesen.“

Ich hatte mich auf seinen Schoß gesetzt und nestelte am Verschluss seiner Hose herum.
Ein kleines Ablenkungsmanöver würde mir etwas Zeit bringen. Dass er sich einen Kindle kauft, muss ich unbedingt verhindern. Er müsste ja nur einmal im Kindle-Shop nach „Mathematik Physik“ suchen (was äußerst wahrscheinlich ist, dass er das früher oder später macht), um sofort über die Blooks zu stolpern. Am besten, ich empfehle ihm ein Konkurrenzprodukt. Noch besser, ich besorg’s ihm gleich selbst. Ich muss schauen, dass er – jetzt, wenn er ja mehr Zeit hat – dennoch beschäftigt ist. Auf einen „Papa-ante-Portas“-Effekt lege ich keinen Wert.

Mein Ablenkungsmanöver lief in jeder Beziehung sehr befriedigend ab. Und mehr Details brauche ich hier nicht offenzulegen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Vierhundertzweiundfünfzig

  1. plietschejung schreibt:

    Lach, das stimmt. Hast ja alles geschrieben. „ich besorg’s ihm gleich selbst“.

    Der Rest ist Euers 😉

    Ich mag Kindles.

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  2. schaum schreibt:

    was ist das problem mit dem kindle, ist einfach saugeil!

    es schäumt habeichnichtverstanden

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    • breakpoint schreibt:

      Naja, Carsten weiß nichts von meinem Blog, den es auch – auf mehrere Bände verteilt – als e-Book im Kindle-Shop gibt.

      Ich halte es – aus purer Rücksicht – für besser, es bleibt auch dabei. Denn er wäre sicherlich nicht erfreut, so viele Details über sich (obwohl ich schon etliches verändert habe) öffentlich zu lesen.

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  3. Conchi schreibt:

    Ich finde es toll, dass ihr beiden euch so gut versteht, und freue mich sehr für dich! So ein E-Book ist aber nichts für mich, denn ich sitze eh schon viel zu viel am PC, und möchte dann, wenn ich lese, lieber ein Buch in der Hand haben.

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  4. Moody schreibt:

    Oha…du schaffst dir deine Probleme schon ganz allein. Vor nicht allzu langer Zeit hatte er keine Zeit für so einen Reader gehabt und deinen Blog gabs auch nur als Blog… das ist ja fast wie in einer SitCom, bei der man mitbekommt, wie der Hauptheld langsam aber sicher ins Fettnäpfchen schlittert 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Wieso?
      Derzeit ist es halt so, dass ich (insbesondere am Wochenende) deutlich mehr arbeite als er. Aber das wird sich früher oder später auch wieder ändern.
      Und das Problem mit den Blooks löst sich fast von ganz allein, wenn ich ihm jetzt einen anderen Reader schenke.
      Warum sollte ich ihm auch ein proprietäres Produkt empfehlen, zu dem sonst nichts kompatibel ist?

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      • Moody schreibt:

        Weil die Reader von Amazon wirklich gut sind und man sie problemlos ersetzt bekommt, wenn damit was nicht stimmt. Bei den meisten anderen Readern bekommt man absolute Billigprodukte, die sich weder so angenehm lesen lassen, noch über einen solch ausdauernden Akku verfügen. Na ich hoffe mal, dass dein Geheimnis geheim bleibt. Schon amüsant, wie groß das weltweite Netz ist und wie klein dann eben doch wieder 😉

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  5. gelschter User schreibt:

    Frech wie eh und je… Mag ich! :>

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  6. berna schreibt:

    Ich würde dir den tolino von Thalia/Weltbild empfehlen. Der ist nach dem Kindle der Beste auf dem Markt. Zudem ist man freier bei der Auswahl der Ebooks, da man von jeder Seite, welche Ebooks anbietet diese beziehen kann, ausser eben von Amazon (ist ein geschlossenes System)

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  7. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #23 //1796 | breakpoint

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