Nomen nominaturum //2511

Vor längerer Zeit hatte ich angekündigt, erst mal das Geschlecht meines Kindes nicht öffentlich zu nennen, und auch kein Pseudonym festzulegen.
Mir war aber dabei klar gewesen, dass dies nicht auf Dauer so bleiben könne, ich war mir nur nicht schlüssig, wie ich weiter vorgehen soll.
Nun, was das Geschlecht betrifft, gibt es seit längerem zumindest Vermutungen in meiner Leserschaft. Letztendlich beträgt die Wahrscheinlichkeit eh 50 Prozent, und es ermüdet mich zusehends, geschlechtsunabhängig formulieren zu müssen.
Was den Namen angeht, ist es wohl allmählich an der Zeit, nicht nur von Kind, Baby, Nachwuchs oder Chefchen zu schreiben.
Also lege ich jetzt einen zukünftigen Nicknamen fest. Wie es dazu kam, dazu möchte ich aber erst noch ein paar Sätze der Erläuterung schreiben.

Zunächst hatten Carsten und ich zähe Verhandlungen gehabt, um einen Vornamen festzulegen. Carsten wollte einen gebräuchlichen, unauffälligen Vornamen, mir wäre ein außergewöhnlicher Name lieber gewesen, damit er später in der Schulklasse nicht noch zwei weitere Namensvettern mit dem gleichen Allerweltsnamen hat. Also mussten wir einen Kompromiss finden. Das haben wir – kein allzu häufiger Rufname, aber auch nicht völlig ungewöhnlich. Als zweiten Vornamen dann ein etwas individuellerer Name.
So weit, so gut.

An das Pseudonym für das Blog habe ich jetzt noch einige andere Anforderungen zu stellen. Zum einen sollte das Pseudonym dem Realnamen nicht zu ähnlich sein, auch nicht vom Stil her, so dass keine Rückschlüsse gezogen werden können, aber auch nicht so völlig anders, dass er überhaupt nicht passend wäre und es keinerlei Bezug zu seinem Träger gäbe. Zum anderen darf der Name nicht bereits vergeben sein. Zum weiteren möchte ich nicht, dass ich eine reale Person mit diesem Namen bereits gut kenne, oder aber vielleicht auch nur flüchtig, aber nicht leiden kann.
Das sind insgesamt strenge Kriterien, für die ich nicht so schnell eine Lösung fand. Ich hatte sogar schon erwogen, mir Vorschläge von meiner Leserschaft machen zu lassen, und dann akzeptable Namen zur Abstimmung zu stellen.

Aber dann, als ich einen anderen Blogbeitrag wieder las, kam das Heureka! und ich fand einen passenden Namen.
Und zwar las ich dort die Aufzählung „.. von Verena, Fiona, Lukas und dem Chefchen“ und es macht Klick in meinem Kopf. Von der Metrik erinnerte mich das so an die Liste der Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und .., dass die Autovervollständigung in meinem Kopf ansprang, und ergänzte: „Johannes“. Ich dachte: warum eigentlich nicht?
Also wird mein Kind hier im Blog zukünftig Johannes heißen.
Ich möchte noch betonen, dass mir der Name eigentlich nicht sonderlich gefällt, aber immerhin erfüllt er die oben genannten notwendigen Bedingungen, und wird das auch bei seinem Zweck. Da es bereits mal einen Johnny und einen Hannes gab, fällt mir momentan keine nette Abkürzung ein, aber da wird sich schon noch etwas finden. Vielleicht habt ihr ja eine Idee.
Dass ich damit keine religiöse Assoziation herstellen will, ist euch hoffentlich bewusst, so dass ich darauf verzichten kann, dies ausdrücklich noch mal klarzustellen.
Naja, immerhin steckt „anne“ drin.

Fast jeder, den ich kenne, hat noch einen zweiten Vornamen (meine Mutter ist eine der seltenen Ausnamen, aber das ist ihre Geschichte, nicht meine). Bei einem Blogpseudonym wäre das zwar nicht nötig (weshalb ich bei mir es bisher ließ, „Liese“ oder „Luise“ einzuführen), aber als ich am Jahresanfang noch auf Alles Evolution eine Umfrage las, kam mir eine Idee.
Christian hatte dort nach verschiedenen Wünschen oder Vorschlägen für die Weiterentwicklung seines Blogs gefragt. Eine Option lautete: „Christian, du bist der Beste, ohne Fehl irgendeiner Art, sollte ich je Kinder haben würde ich sie nach dir benennen! Alles sollte so bleiben:-*“
Nun ja – für den realen Rufnamen eines Kindes wäre das übertrieben. Aber für den zweiten Vornamen innerhalb eines Blogpseudonyms erscheint es mir angemessen. Das passt auch insofern, dass unser Kind auch IRL einen zweiten Vornamen hat, dessen Initial mit dem ersten Buchstaben des Vornamens seines Vaters übereinstimmt.

Also lautet der vollständige Name: Johannes Christian Klugsch.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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30 Antworten zu Nomen nominaturum //2511

  1. Der Fantasiezweitnamenspate von Johannes Christian zu sein ist mir eine große Ehre! 🎉

    Vielen Dank dafür!

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  2. keloph schreibt:

    eine gute kombination von methodik und inspiration, und sie fand ein resultat. ich habe keinen 2. namen und bin mit einem in meiner zeit „gattungsnamen“ benannt worden. ganz im ernst: es ist überhaupt kein problem. und eine spontane antwort fiele mir noch ein johnny und hannes könnte jonas sein oder?

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  3. sempersolus schreibt:

    „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

    Ich fand „Chefchen“ sowohl geschlechtsbezogen (denn natürlich: Wer sonst sollte der Chef sein, wenn nicht ein Mann, hüstel), als auch freundlich und zukunftsweisend und deshalb auch schön.

    Aus rein persönlichen Gründen kann ich mich aber mit „Gott ist gnädig“ sehr gut anfreunden. Schade, dass der Name dir nicht sonderlich gefällt. Tatsächlich kenne ich ein Pendant weiblichen Geschlechts ziemlich gut, neben diversen anderen hat sich für dieses Wesen, wohl phantasielosen Schülerhirnen entsprungen, der Spitzname „Jo-Jo“ eingebürgert, kann man witzig finden, muss man (ich) aber nicht.

    Auf jeden Fall ist niemand richtig vollständig, wenn er nicht mindestens eine zweiten Vornamen besitzt, ich habe den jedenfalls immer sehr vermisst und daher bei meinem Nachwuchs entsprechend vorgesorgt. Nicht auszudenken, wenn man der jüngeren Generation allein durch diesen Fauxpas die Chance verbaute, in ein altes Adelsgeschlecht einzuheiraten!

    Zeitweise gab es allein in meiner Grundschulklasse vier (sic!) Schüler, die meinen Vornamen trugen. Andererseits sollte die Furcht vor Uniformität mich auch nicht dazu führen, besonders seltsame Vornamen für meinen Nachwuchs auszusuchen, denn das stigmatisiert am Ende auch. So ist es dann bei den traditionellen, katholischen Vorbildern für unseren Nachwuchs geblieben.

    Da wir ja alles wissen, dass der Namenstag in dieser Tradition viel wichtiger als der Geburtstag ist ergeben sich so noch weitere Vorteile für den Delinquenten: Je mehr Namen, desto mehr Festanlässe.

    Gibt es eigentlich ein Fest, auch wenn man nur heimlich getauft wird?

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    • sempersolus schreibt:

      Für die weibliche Form (Johanna) finde ich übrigens „Joke“ (friesisch, „kleine Johanna“) und „Siobhán“ (irisch) am schönsten – wenn man denn tatsächlich in Irland wohnt und nicht tausend Mal am Tag erklären muss, wie der Name ausgesprochen wird.

      Die männliche Version kommt da nicht ansatzweise nahe. „Ivan“? „Jan“? „Jens“? – Nee.

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    • Chefchen hätte m.E. durchaus auch für ein Mädchen gepasst, aber das ist jetzt unerheblich.

      Jo-Jo .. naja, für eine bestimmte Person kann es passen. Ich assoziere damit halt ein sehr sprunghaftes, unbeständiges Wesen.

      Bei uns in der alten Heimat werden Namenstage ebenso gefeiert wie Geburtstage. Ich rufe meine engsten Verwandten dann immer noch an zum Gratulieren. Aber darüber hinaus begehe ich Namenstage nicht mehr.

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      • sempersolus schreibt:

        Jo-Jo … sie ist körperlich recht klein (sie sagt: „Auf das Wesentliche reduziert), aber ein unglaubliches Energiebündel, sehr offen im Umgang mit anderen Menschen, beliebt, sanguinisch fast, aber auch hartnäckig, wenn sie etwas will. Es passt schon irgendwie.

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  4. Leser schreibt:

    Wie wäre es einfach mit „Jo“ als Kurzform? Könnte man natürlich auch noch englisch zu „Joe“ verwandeln (bzw. so aussprechen), aber ich kannte auch mal einen „Jo“ – wobei ich nicht mal weiß, ob der mit „-hannes“ weiterging, oder mit „-achim“.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Du machst dir aber Gedanken ….. Chefchen hätte vollumfänglich gereicht.

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  6. blindfoldedwoman schreibt:

    Ich mochte Chefchen sehr gern und finde es auch weiterhin passend.
    Wichtiger noch als die Häufigkeit finde ich, einen Namen zu wählen, der nicht unschön abgekürzt, verniedlicht oder verunglimpft werden kann.

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  7. Mia schreibt:

    Ich fand „Chefchen“ auch sehr schön.
    Bei Johannes fällt einem spontan dieser Spruch mit der Nase des Mannes ein. 😂
    Warum hast du nicht einfach einen x-beliebigen Namen gewählt, der dir außer dem realen Namen deines Kindes gefällt? Es gibt doch sicher nicht nur einen männlichen Vornamen, der dir zusagt.

    Abgesehen davon erschließt sich mir der Sinn von Doppel-Vornamen nicht. Das kommt immer so rüber, als ob man sich nicht einigen konnte und einen Kompromiss finden musste. Kinder mit Doppel-Vornamen werden doch sowieso nur mit ihrem ersten Namen gerufen. Also was soll der Quatsch!?

    Ganz zu schweigen von Doppel-Nachnamen. Die klingen durch die Bank bescheuert. Dabei muss man sich ja nicht mal mehr entscheiden. Jeder kann zum Glück seinen Nachnamen nach einer Heirat behalten. Ganz besonders bei Männern klingen Doppel-Nachnamen mehr als albern. Wie soll man da die Herren ernst nehmen?

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    • Warum hast du nicht einfach einen x-beliebigen Namen gewählt, der dir außer dem realen Namen deines Kindes gefällt?

      Viele Namen, die mir zu diesem Zweck zugesagt hätten, habe ich hier im Blog schon anderweitig vergeben.
      Zwischen anderen, eventuell in Frage kommenden Namen hatte ich mich bisher nicht entscheiden können. Fand ich alle nicht so recht angemessen.

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    • Sempersolus schreibt:

      Es war früher üblich, dem neuen Erdenbürger die Namen der Taufpaten zu geben. Diese Taufpaten waren häufig die Großeltern. Aufgrund meiner persönlichen genealogischen Hobbyforschungen kann ich sagen: Mit dieser Tradition hat erst die Nachkriegsgeneration wirklich gebrochen, entsprechend kam ich nicht in den fragwürdigen Genuss, Johann Josef zu heißen und meine Schwester wurde auch nicht Sybilla Hedwig genannt. Glück gehabt.

      Trotzdem finde ich es manche dieser alten Namen durchaus schön und bei ein wenig Suche in der Vergangenheit findet sich oft auch ein persönlicher Bezug.

      Die Unsitte der Doppel-Nachnamen entspringt einer m.E. genau gegenteiligen, vermeintlich progressiven Vorstellung von angeblich „gelebter Gleichberechtigung“ zu einer Zeit, als das Namensrecht noch rigider war. Heute erkennt man daran nur noch Grundschullehrerinnen, Sozialpädagogen und arbeitslose Alt-68er.

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      • Früher hatten die Leute ja viel mehr Kinder. Da konnten nicht für alle die Großeltern die Namensvorgeber sein. Das wäre nicht eindeutig gewesen.
        In Teilen meiner Verwandtschaft war es üblich, Kinder nach den Namensheiligen der Geburtstage zu benennen. Da schlug man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, indem Geburts- und Namenstag auf denselben Tag fielen.

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        • blindfoldedwoman schreibt:

          Der Namenstag ist bei uns sang- und klanglos verschwunden. Das muss jetzt so 30 Jahre her sein. Ob das jetzt schleichend kam oder von einem Jahr aufs andere, daran kann ich mich nicht erinnern. Früher gab es noch Kaffee und Kuchen und ein kleines Geschenk.
          MOD hat auch einen zweiten Vornamen, nach der Grosstante ihres Vaters, die ich gerne mochte.
          Wenn man es französisch ausspricht, passt es zum Vornamen. Bernhardine. Finde ich auf eine altmodische Art schön.

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  8. ednong schreibt:

    LOL – endlich hat er also einen, äh, zwei Namen. Das ist doch was. Und wenn du nun die Initialen nimmst beider Vornamen? Also JC oder so? Könnte ja dann auch Johannes, das Chefchen, sein 😉

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  9. Christian_who schreibt:

    Witzig.
    Das ich so einen Einfluss auf Dich mit den Pseudonym Namen habe.
    Ich heiß mit zweitem Namen wirklich Johannes.

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