Ausgestanden //1741

Da die Sekretärin unser Unternehmen verlässt, gab es gestern noch eine kleine Firmenfeier für ihren Ausstand. Sie ist zwar heute noch da, und erledigt ein paar Abschlussarbeiten, bzw. räumt ihren Schreibtisch, aber da bereits ein großer Teil der Belegschaft heute bereits im Urlaub ist, zogen wir die Feier einen Tag vor.

Der Chef hielt eine kurze Ansprache, in der er sich bei der Sekretärin für ihre stets zuverlässige und kompetente Arbeit dankte, und ihr alles Gute für ihre weitere Zukunft wünschte (so ähnlich steht das dann wohl auch in ihrem Arbeitszeugnis). Dann übergab er ihr noch ein Abschiedsgeschenk.

Der Betriebschor sang erst ein paar Weihnachtslieder (nicht allzu anspruchsvoll, aber für einige gibt es wunderschöne Chorsätze).
Danach eine Art Hommage (oder heißt das „Femmage“?) an die Sekretärin, deren Text die Chefin als Lyrics für einen populären Song geschrieben hatte. So hatte der Betriebschor doch gleich einmal einen sinnvollen Einsatzzweck, den alle Sänger nachvollziehen konnten. Der Chef ließ es sich nicht nehmen, dazu die Begleitung auf dem Keyboard zu spielen. Da wir den Text an die Wand projizierten, konnte jeder, der wollte, mitsingen. Die Sekretärin hatte zum Schluss fast Tränen in den Augen. So gerührt war sie.

Es gab noch ein kleines Buffet, bevor die Feier in den Feierabend überging.

Danach machte ich allerdings den Fehler, noch einmal nach meinen geschäftlichen Mails zu schauen. Ein früherer Kunde hatte eine Mail mit einem fünfzehn Megabyte großen Anhang geschickt. Ich verstand von der Landessprache gerade genug, um zu verstehen, dass das ein Weihnachtsgruß sein sollte.
Wann spricht es sich endlich herum, dass solche Riesenanhänge unwillkommen und unprofessionell sind?

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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9 Antworten zu Ausgestanden //1741

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Hat es doch geklappt mit dem Chor? Und wie schön, so eine Feier auszurichten. Sowas hab ich noch nirgends miterlebt.

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  2. Leser schreibt:

    Das spricht sich nicht rum. Seit es Gmail gibt, mit kostenlosen Riesen-Postfächern, die Riesen-Anhänge unterstützen, benutzt jeder diese nervige Methode des Dateienversands ohne darüber nachzudenken. Vor allem, wenn man einen Weihnachtsgruß verschickt, dann sieht es auch nichts aus, wenn da einfach nur ein Link drin ist „klicken Sie hier, um sich unseren Weihnachtsgruß anzusehen“ – aber 15MB, ich weiß nicht, was haben die da verschickt? Ein zig-seitiges PDF mit vielen Bildern, also eine ganze Geschichte, die niemand die Zeit hat, sich durchzulesen? Oder gar einen kurzen Videoclip? Mit manchen Dingen muss man seine Kontakte wirklich nicht nerven…

    Aber ja, das mit dem Chor freut mich auch! Singt der Chef richtig mit? Und die Chefin textet? Jetzt fehlt nur noch, dass das jemand filmt und auf den Firmenkanal bei Youtube hochlädt (bitte diese Idee nicht an die Marketingabteilung weiterleiten, die würden das glatt machen!) 😉

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    • Nein, kein Gmail. Das kam von einem Kunden in einem gar nicht mal so kleinen Unternehmen.
      Der Anhang war tatsächlich ein Videoclip, den ich mit aber gar nicht angeschaut habe. 🙄
      Es spricht sich, glaube ich, schon herum, denn von der gleichen Quelle habe ich nie zwei solcher Mails bekommen. Aber alle Jahre wieder ist mindestens eine entsprechende Mail im Postfach.

      Der Chef singt nicht mit (höchstens mal ersatzweise). Die Chefin hat halt für diesen Anlass etwas zusammengedichtet. Normalerweise ändert sie nichts an den vorgegebenen Texten.
      Das war eine interne Feier. Publizierung auf Youtube o.ä. ist nicht erwünscht. Selbst auf die Firmensite kommt keine Aufnahme.

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  3. ednong schreibt:

    Wann sich so etwas rumspricht? Ich glaube, das dauert noch ein paar Jahrzehnte. Wenn denn schon HTML-Mails Standard sind ..

    Fein, dass euer Chor jetzt auch einen Anlass hatte aufzutreten.

    Frohe Festtage.

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Stell den Mailer doch auf 10 MB Limit ein. Das machen andere Unternehmen auch.
    Frohes Fest und üb mal das Singen. Ich hab dich nicht gehört 🙂

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