Omnia mea mecum porto – #Blogparade //1740

Dies wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit meine letzte Blogparadenteilnahme in diesem Jahr. Es geht dabei um Minimalismus, also um einen Lebensstil, der sich mit den einfachsten und nötigsten Dingen begnügt.
Einen Minimalismus im engen Sinne verfolge ich nicht, schon gar nicht aus Überzeugung oder Prinzip.

Für mich als Konsumvermeider ist eine eher spartanische Lebensweise kein Verzicht oder Einschränkung, sondern schon fast Bedürfnis. Ich bin von Natur aus sparsam und genügsam. Alles, was man nicht braucht, ist nur Ballast, nimmt Platz ein oder fängt Staub. Im Laufe der Zeit sammelt sich auch so zuviel Zeug an, das man irgendwann mal benutzt hat, aber später nicht mehr weiter verwendet. Ich mag keine Resourcenverschwendung und lehne eine Wegwerfmentalität ab.
Beispielsweise hebe ich Verpackungsmaterial oder leere Plastiktüten immer auf, weil ich sie ja noch einmal brauchen könnte. Da kommt einiges zusammen.

So habe ich z.B. kein Auto, und mein Smartphone benutze ich nur sehr selten, und auch dann nur für dringende Telefongespräche.
Damit habe ich bereits einen Teil der Fragen der Blogparade beantwortet.

Eine weitere Frage ist, ob ich die Wichtigkeit mancher Anschaffungen hinterfrage. Aber selbstverständlich tue ich das. Ich kaufe nie etwas, nur weil es mir gefällt, sondern weil es einen Bedarf erfüllt, und für mich einen Nutzen hat.

Was Computerkram betrifft, so bin ich großzügiger. Wenn ich mir z.B. einen neuen Compiler anschaffe, dann kommt dieser mir ja auch beruflich zugute.
Ebenso brauche ich geschäftlich eine repräsentative Garderobe, an der ich nicht so viel sparen kann, wie ich gerne möchte. Dafür trage ich in meiner Freizeit umso lieber alte Kleider (teils über zwanzig Jahre alt), die viele andere Leute schon längst abgelegt und ausrangiert hätten. Aber für mich sind sie bequem, und sie passen auch meistens noch. Das macht den Aufwand wett, gelegentlich ein Loch zu stopfen, oder eine aufgegangene Naht wieder zuzunähen.
Für Hobbys oder Freizeitgestaltung würde ich ja sogar Geld ausgeben, aber in der Tat ist es so, dass meine Hobbys keine (nennenswerten) Kosten verursachen, die über das hinausgehen, was ich sowieso brauche.

Vieles ist unnötig. Als Stadtmensch braucht man nicht unbedingt ein Auto. Das sieht auf dem Lande allerdings anders aus. Insofern muss man immer die persönliche, individuelle Situation betrachten. Wobei ich schon meine, dass die meisten Leute heutzutage viel zu viele Ansprüche stellen, und es für selbstverständlich halten, dass ihnen alles mögliche zusteht.
Soweit sie die Finanzierung aus eigener Kraft erwirtschaften, ist nichts dagegen zu sagen, wenn sie sich selbst die eine oder andere Extravaganz gönnen. Aber leider ist die Mentalität weit verbreitet, die Gesellschaft (sprich die Steuerzahler) müsse sogar für Luxus von Personen aufkommen, die selbst nichts zu ihrer Lebenshaltung beitragen wollen.

Wochenendhaus, Whirlpool, Urlaubsreisen, Restaurantessen, .. das alles brauche ich nicht wirklich, aber es macht das Leben etwas angenehmer. Ich könnte allerdings leicht darauf verzichten, und würde es auch klaglos, wenn ich es mir nicht leisten könnte.

OT möchte ich noch auf die heutige Wintersonnenwende (hurra!) hinweisen, die um 17:28 UTC+1 Uhr stattfindet.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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11 Antworten zu Omnia mea mecum porto – #Blogparade //1740

  1. blindfoldedwoman schreibt:

    Das meiste Geld gebe ich für Essen aus. Genuß ist mir wichtig, allerdings müssen es auch dort keine Luxusprodukte sein. Ich könnte nicht an mehreren Tagen nur von Broten leben oder ständig das Gleiche zu mir nehmen. A
    Ansonsten steht der Nutzen bei mir auch im Vordergrund. Wobei ich allerdings auf schöne und hochwertige Möbel Wert lege. Allerdings habe ich diese zumeist zwischen 10 und 20 Jahren, bevor sie ersetzt werden.

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    • Wie Möbel aussehen, ist für mich nebensächlich. Ich lege Wert auf Bequemlichkeit, Gebrauchstüchtigkeit, Funktionalität, Ergonomie, Usability, Robustheit und Pflegeleichtigkeit.
      Da ich sie sorgsam behandle, halten sie auch lange, so dass normalerweise gar keine Notwendikeit besteht, sie zu ersetzen.

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  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Apropos Hobby…https://www.instagram.com/dinarakasko/
    Algorithmen und Kuchen. Das wäre doch was für Dich. 😉

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  3. idgie13 schreibt:

    Dieser Minimalismus-Trend geht spurlos an mir vorbei. Ich leb nicht gern nach Vorschriften anderer…

    Trotzdem leb ich auch recht sparsam. Am meisten Geld gebe ich wohl (zumindest bezogen auf die wenigen Kilometer) fürs Auto aus. Daran anschliessend Skandinavien-Reisen und Essen – wobei im Sommer / Herbst vieles aus dem Garten kommt.
    Nächstes Jahr will ich wieder mehr für mich nähen – die Stoffe lagern aber zum grossen Teil schon hier. Das kostet mich nur etwas Zeit.

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    • Zeit ist ja auch Geld.
      Manche Arbeiten, die langwierig sind oder mir keinen Spaß machen, lasse ich lieber professionell erledigen. Das ist zwar oft nicht billig, aber in der gewonnenen Zeit kann ich selbst etwas produktives machen.

      Beispielsweise Nähen: Du kannst das und machst es gerne. Mich reizt es überhaupt nicht, und ich bin darin auch nicht geschickt. Also tue ich etwas für die regionale Wirtschaft, indem ich meine Schneiderin beauftrage.

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  4. Sander Aale schreibt:

    „Aber für mich sind sie bequem, und sie passen auch meistens noch. Das macht den Aufwand wett, gelegentlich ein Loch zu stopfen, oder eine aufgegangene Naht wieder zuzunähen.“

    Das würde ich emanzipiert nennen.
    Sich selbst aus dem Diktat von H&M und (Ab-)Schneidern zu befreien.

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