Zwölfhundertzweiundachtzig

Sabine, meine Schwester, ist derzeit hochschwanger [zumindest war sie das noch, als ich das hier eigentlich bloggen wollte, aber nicht gleich dazukam, da andere Themen für mich gerade Priorität hatten]. Als sie mich kürzlich in einer dringenden Angelegenheit (was genau, ist völlig unerheblich, ihre Privatsache, und würde euch auch gar nicht interessieren) um meine Unterstützung bat, fuhr ich kurzfristig in die alte Heimat. Ich hatte ihr das schon länger versprochen gehabt, und diesen Tag noch nicht anderweitig fest verplant, so dass dies ein recht spontaner Entschluss war (zumal Carsten tief in der Arbeit vergraben war).
Die Zugfahrt verlief glatt, ohne nennenswerte Verspätungen. Vergeblich hielt ich nach den vertrauten weißen Dampfwolken Ausschau. Ein niedliches, dunkelhäutiges Mädchen von vielleicht zwei Jahren grinste mich so unbefangen an, dass ich gar nicht anders konnte, als zurückzulächeln. Sie erinnerte mich an ein früheres Nachbarmädchen, mit dem ich als Kind gelegentlich gespielt hatte.
Thorsten war mit seinen großen Kindern weggefahren. David lieferten wir bei seinen Großeltern ab, die sich liebend gern um ihn kümmerten.
So konnten Sabine und ich ungestört vor uns hinwerkeln (wobei Sabine in ihren Bewegungsmöglichkeiten schon stark eingeschränkt war).

Carsten hatte darauf bestanden, dass ich ihn anrufe, sobald ich sicher weiß, wann ich zurückkomme, damit er mich vom Bahnhof abholen kann.
Beim Aussteigen sah ich ihn also am Bahnsteig stehen, und lief auf ihn zu. Wir fielen uns gleich in die Arme und küssten uns. Dann nahm er mir mein Gepäck ab.
„Ich bin zu Fuß da. Aber wenn du willst, nehmen wir uns ein Taxi.“
„Kein Problem. Das Wetter passt, und du trägst ja mein Zeugs.“
Da Carsten meine beiden großen (und relativ schweren) Taschen trug, hatte er die Hände voll, so dass wir uns nicht an der Hand halten konnten. Es war aber eh noch ziemlich viel in der Stadt los, so dass wir meist nicht nebeneinander laufen konnten. Also ging ich voraus, und bot ihm so freie Sicht auf meine Hinternansicht.
Dies wirkte offenbar nicht als Inhibitor, denn sobald wir daheim waren, ließ er mir nicht einmal Zeit, meine Schuhe auszuziehen, bevor er mich an die Wand drückte.

[Wer Inkonsistenzen gefunden hat, darf sie meistbietend versteigern. Ich habe aus zwei – für sich allein jeweils nicht sonderlich ergiebigen – Erlebnissen einen Blogeintrag gemacht. Da passt halt nicht alles nahtlos.]

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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15 Antworten zu Zwölfhundertzweiundachtzig

  1. ednong schreibt:

    „Dies wirkte offenbar nicht als Inhibitor …“ – 😉

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  2. sevens2 schreibt:

    Wahnsinn: wenn immer das gleiche passiert.

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  3. Leser schreibt:

    Ich biete an: Zwei schwere Taschen/Koffer für einen 1-Tagestrip. Wer bietet mehr?

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  4. verbalkanone schreibt:

    Für mIch persönlich ist eins der schönsten Gefühle überhaupt, wenn der Mann, den ich liebe, mir zeigt, dass er mich begehrt. Und das tut dein Mann bei dir ja ganz offensichtlich. 😉

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    • Oh ja!
      Genauso sehe ich das auch, und ich hoffe, dass die gegenseitige Anziehung bei uns noch sehr lange anhält, und nie selbstverständlich wird.

      Wie lange bist du denn schon mit deinem Mann zusammen?

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      • verbalkanone schreibt:

        Ich nehme an, dass du mit deiner Frage nach meinem Mann Dr. J. meinst. (Folgst du eigentlich meinem privaten Blog? Ich habe das gerade nicht auf dem Schirm – sorry.) Also, … wir führen eine Freundschaft plus und sind sozusagen „friends with benefits“. Mehr nicht. J. ist zehn Jahre jünger als ich und möchte irgendwann auch noch mal eine Familie mit Kindern. Da will ich ihm nicht im Weg stehen. Zudem denke ich auch nicht, dass es zwischen uns zu mehr als dem, was wir jetzt haben reicht.

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