Neunhundertdreizehn

Lukas hatte bei seinen Kommilitonen herumgefragt, wer Interesse hätte, kurzfristig den März über als Werkstudent zu jobben. Schließlich meldeten sich zwei, die den März noch nicht anderweitig verplant hatten, und gerne ein bisschen Geld verdienen wollten.

Also ließ ich mir erst mal von beiden eine Kurzbewerbung (Anschreiben, Lebenslauf, Abi-Zeugnis) zumailen, um eine Auswahl zu treffen. Der Chef hatte nur einen zusätzlichen Werkstudenten genehmigt, also würde (mindestens) einer leer ausgehen.

Die Zeugnisse unterschieden sich nur unwesentlich. Beide hatten ein Semester Informatik hinter sich. Auch sonst fand ich keine bedeutsamen Unterschiede. Also befragte ich Lukas noch mal telefonisch, der ja beide persönlich kannte. Das half mir jedoch auch nicht weiter. Um mit beiden ein ausführliches Bewerbungsgespräch zu führen, fehlt mir die Zeit und passende Termine.

Schließlich fiel meine Wahl auf den männlichen Studenten. Der Studentin sagte ich ab.
So ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass es irgendwelche Probleme gibt. Außerdem empfinde ich es generell als angenehmer, mit Männern zu arbeiten als mit Frauen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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42 Antworten zu Neunhundertdreizehn

  1. bonobo schreibt:

    Das ist ja ganz schön sexistisch, findest du nicht?
    Nur weil es Probleme geben könnte? Wenn sogar eine Frau so denkt, dann weiß ich auch nicht weiter.
    Generell kommt es doch auf die Person an, ein kurzes Telefonat wäre sicher hilfreich gewesen.

    LG, bo

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    • breakpoint schreibt:

      Natürlich hätte ich es auch auswürfeln können.

      Aber ich brauche hier niemanden, der
      * mit meinen Jungs flirtet, und nach vier Wochen wieder weg ist.
      * sich – zu recht oder zu unrecht – durch flapsige Bemerkungen oder whatever belästigt fühlt.
      * hier über fachfremde Themen herumdiskutiert.
      * ..

      Ich brauche jemanden, der einen Monat lang unabgelenkt seinen Job macht, sowie mit meinen Mitarbeitern und mir auskommt.

      Anhand eines Telefonats hätte ich die Eignung nicht beurteilen können.

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      • bonobo schreibt:

        Das sind doch aber Vorurteile. Ich bin (der Teufel weiß warum) mit einigen Programmierern befreundet, darunter auch Frauen. Die haben ganz sicher andere Probleme, als zu flirten, sich beleidigt zu fühlen oder über Nagellack zu reden. Die haben das Problem, dass sie niemand ernst nimmt und dass ihnen Kompetenz abgesprochen wird, allein aufgrund des Geschlechts. Das ist schon bitter.

        Ein bisschen mehr Frauen-Solidarität wär nicht schlecht in Männerdomänen.
        Bei einem Telefonat hört man wenigstens schon mal die Stimme und man merkt, ob der/diejenige lieber über Fachthemen oder über Nagellack redet.

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        • breakpoint schreibt:

          Es geht darum, dass ich das Risiko, dass ein Mann Probleme macht, als geringer einstufe.
          Das kann im Einzelfall durchaus umgekehrt sein, aber ich habe nicht die Möglichkeit, Zeit und eine Kristallkugel, das im Voraus haarklein herauszufinden.
          Mit Kompetenz hat das überhaupt nichts zu tun. Das ist ein einfacher Testjob, geeignet für Studenten technischer Fachrichtung o.ä.

          In der Entwicklung und der IT arbeiten bei uns nur Männer.
          Selbst wenn die Studentin damit klarkäme, gibt es hier schon ein paar Männer, die Probleme beim Umgang mit Frauen haben könnten.

          Wieso soll ich solidarisch zu einer Frau sein, die ich überhaupt nicht kenne? Von dem männlichen Studenten weiß ich genau so viel oder so wenig.
          Mein Ziel ist die ordentliche Durchführung des Projekts, für das ich verantwortlich bin, und dessen Erfolg ich will.
          Wenn ich das in den Sand setzen würde, wären etliche andere Arbeitsplätze betroffen.

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          • bonobo schreibt:

            Wie viele Frauen außer Dir arbeiten denn überhaupt in dem Unternehmen? Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass Du die einzige bist und bleiben willst.

            Versteh mich nicht falsch, aber ich habe ja auch schon in Männerberufen gearbeitet und bin wegen meines Geschlechts diskriminiert worden. „Frauen machen mehr Probleme“ ist eine Aussage, die ich von einem 60-jährigen schwäbischen Elektromeister erwarte.

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            • idgie13 schreibt:

              Ich bin Dipl.-Ing. und SW-Entwicklerin und WENN es beruflich Probleme gab, war es immer mit Frauen.

              Klar gab es auch welche, mit denen es gut funktioniert hat – aber für 4 Wochen würd ich auch den einfacheren Weg gehen und einfach den Kerl nehmen 😉

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            • breakpoint schreibt:

              Danke.
              Wenn die Studentin so scharf auf den Job gewesen wäre, hätte sie sich ja auch schon länger etwas suchen können. Ein großer Verlust ist es für sie sicher nicht.

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            • breakpoint schreibt:

              In den anderen Abteilungen gibt es schon einige Frauen.

              Ich habe nicht gesagt „Frauen machen mehr Probleme“, sondern lediglich, dass die Wahrscheinlichkeit für Probleme bei Frauen größer ist.

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            • bonobo schreibt:

              Das glaube ich eben nicht. Größer ist eventuell die Wahrscheinlichkeit, dass eine gemischtgeschlechtliche Arbeitsgruppe anders funktioniert als eine gleichgeschlechtliche.

              Ich habe mal in einem reinen Frauenbetrieb gearbeitet, das war eine Buchhandlung, und da gab es dann Probleme, als plötzlich ein Mann dazu kam. Er hat das Betriebsklima verändert, nicht mal unbedingt zum schlechteren, aber es war eine kleine Umstellung. Er hatte auch die Tendenz, nur sein Fachgebiet zu bedienen und sonst zu delegieren, das haben wir vorher nicht so gemacht, sondern jede hat ihren Kunden zuende bedient.
              Und nach einigen Wochen war er wieder weg und wieder mussten wir uns ein bisschen umstellen, aber das hat keinem weh getan oder die Qualität der Arbeit verschlechtert.

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            • breakpoint schreibt:

              Für die paar Wochen, um die es geht, mache ich keine unnötigen Experimente.

              Wenn eine Gruppe z.B. nur aus Münchnern bestehen würde, hätte ich auch Bedenken, einen Berliner oder Hamburger da mithineinzusetzen.
              Am geringsten sind die Reibungsverluste, wenn eine Gruppe möglichst homogen ist.

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            • engywuck schreibt:

              aus demselben Grund hätte ich vermutlich auch nicht die Frau genommen – eine gleichgeschlechtliche (-landschaftliche, -altrige) Gruppe muss sich einfach umstellen, wenn jemand reinkommt, der „anders“ ist. Bei einer Dauerstelle passt man sich an, aber wenn „deine“ Jungs erstmal einige Tage unsicher sind, wie sie sich verhalten sollen, sorgt das sicher nicht für erhöhte Produktivität. Ebenso würde ein zwanzigjähriger Mann unter lauter 60jährigen sicher erstmal für Wirbel sorgen.

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            • breakpoint schreibt:

              Ganz genau.
              Es kann bei solchen Konstellation ja alles gut gehen, aber sicherer fährt man, wenn man gleich zu gleich gesellt.

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            • bonobo schreibt:

              Mit der Homogenität hast Du sicher recht. Es klang nur so nach „Frauen machen nur Ärger und flirten statt zu arbeiten“, was sicher so nicht stimmt.

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            • breakpoint schreibt:

              Es sind halt mehrere Faktoren, die zu berücksichtigen sind.

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  2. Molly schreibt:

    Autsch! Das ist ja wie auf einem Schiff!

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  3. Windmuehle schreibt:

    Ich muss bonobo Recht geben. Ziemlich machomäßig für eine Frau.
    Ein Bewerbungsgespräch hätte der Bewerberin wahrscheinlich auch keine besseren Chancen für das Praktikum gebracht.
    Hoffentlich ist der „Auserwählte“ nicht schwul und baggert deine Jungs an.

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  4. DerMaskierte schreibt:

    Ich amüsiere mich gerade königlich über die Kommentare hier, die sich darüber auslassen, dass du auf Nummer sicher gegangen bist.

    Ich kann nur mutmaßen, aber ich denke, dass da keiner von denen Personalverantwortung hat(te). Man hat für so einen 4-Wochen-Job eben keine Zeit, groß die Kandidaten anzuschauen und dann ggf. noch Risiko einzugehen. Da entscheidet man rein nach Statistik und Erfahrung. Natürlich ist man sich dessen bewusst, dass man da möglicherweise den anderen Kandidaten Unrecht tut und natürlich kann auch gerade der ausgewählte Kandidat die größte Pfeiffe seit Erfindung des Pfeiffenstopfers sein, aber dennoch, Statisik und Erfahrung behalten eben meistens Recht.

    Und es kann viele gute Gründe geben, warum man irgendwann gewisse Personen anhand solcher Merkmale wie „Alter“ oder „Geschlecht“ einfach ausgrenzt, auch wenn man damit der individuellen Person durchaus nicht gerecht wird. Ich erinnere mich hier noch an meinen Kommentar vor einiger Zeit, wo wir nach der x-ten Frau auf einer wichtigen Position, die eine sehr lange Einarbeitungszeit benötigt, irgendwann nur noch männliche Kandidaten berücksichtigt haben. Einfach, weil die Damen ständig nach der Anlernzeit, als sie endlich produktiv wurden, schwanger wurden. Und das hat spürbare Umsatz- und Gewinnverluste zur Folge gehabt. Seit wir da einen Kerl mittleren Alters haben, läuft das wie geschnitten Brot, seit er eingearbeitet ist.

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  5. plietschejung schreibt:

    Völlig in Ordnung!

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  6. ednong schreibt:

    Göttlich, die Kommentare hier LOL. Ich krieg mich schon gar nicht mehr ein …

    Kristallkugel – also da hätte ich dir gerne weitergeholfen … 😉

    Oh, das Captcha paßt: think. create. do.

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  7. Pingback: Elfhundertsieben | breakpoint

  8. Pingback: Wie Feminismus Frauen beruflich schadet | ☨auschfrei

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