Sechshundertvierundneunzig

Bereits viel früher hatte ich schon mal angefangen, gelegentlich als Belanglosigkeitseinträge deklarierte Texte zu bloggen. Irgendwie bin ich dann wieder davon abgekommen.
Ich hatte letzte Woche diese Tradition wieder aufgenommen, und so schreibe ich auch heute nur über eigentlich irrelevante Themen, über die ich mich zwar kurz mal geärgert habe, die mir aber im Grunde egal sind.

Kürzlich wurden – natürlich wieder mal ohne Vorwarnung – die Dokumentationen, mit denen ich arbeite, aktualisiert. Das bedeutet ja jedesmal einen nicht unerheblichen Aufwand für mich, weil ich die Änderungen auch wieder in meinen Daten unterbringen muss.
Diesmal war auch noch das Format umgestellt. Erst freute ich mich, dass die Dokumentation nun auch als XML vorliegt, denn das ist einfacher automatisiert zu handlen als das doofe PDF.
Als ich mir die XML-Dateien jedoch genauer ansah, musste ich feststellen, dass die Ersteller offenbar keine Ahnung vom Sinn von XML haben. Normalerweise nutzt man in XML für unterschiedliche Daten auch unterschiedliche Tags. So kann ein XML-Parser die leicht unterscheiden. Aber in dieser Dokumentation waren die Tabellen nur wie in HTML mlt TR, TH und TD aufgebaut. Darauf kann ich dann auch verzichten.

Vor einiger Zeit fand ich zufällig eine Website, wo sich Frauen als „Speakerinnen“ in eine Liste eintragen können.
Angeblich (und nach meiner Erfahrung stimmt das auch) gibt es viele Veranstaltungen, bei denen keine einzige Frau eine Rede oder Vortrag hält. Deshalb wurde ein Portal gegründet, bei dem die Veranstalter nach einer Frau als Vortragende suchen können.
Wenn ich eine Veranstaltung besuche, dann möchte ich Vorträge von kompetenten und sachkundigen Personen hören (was in Einzelfällen durchaus zufällig auch mal eine Frau sein kann). Normalerweise beziehen sich alle Vorträge auf einen bestimmten Themenkomplex. Darüber möchte ich mich informiereren (sonst würde ich ja gar nicht erst hin gehen). Wenn jetzt über ein ganz anderes Thema referiert wird, weil es für die vorgesehenen Themen keine geeignete „Speakerin“ gibt, dann ist das sicherlich nicht im Sinne der Sache (ja, ja, ich weiß, bei der Hausmesse hat mein Thema auch nicht so recht gepasst, aber dafür war es auch nur ein freiwilliges Angebot, und niemand wurde gezwungen, es sich anzuhören, und die Motivation war vor allem eine ganz andere).
Ich kann es ganz und gar nicht nachvollziehen, dass sich Frauen in diese Liste eintragen lassen. Ist es denen denn egal, dass sie nur als Alibifrau genutzt werden? Ich selbst habe ja auch schon Vorträge gehalten, aber dabei ging es um ganz genau definierte Themen, in denen ich sehr gut bewandert war, und die auch zum roten Faden der ganzen Veranstaltung passten. Da wurde ich als Referentin aufgrund meines fachlichen Renommees eingeladen, und nicht, damit halt auch eine Frau irgendetwas sagt (auf die Gefahrt hin, dass dem völlig die Substanz fehlt).

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Sechshundertvierundneunzig

  1. Athropos schreibt:

    Sieh’s positiv.
    XML könnte auch heißen, dass das PDF damit transportiert wird. (Oder, wie mir von einem Gegenüber einmal vorgeschlagen, ein XML mit einem einzigen Element und dieses Element beinhaltet dann das JSON-Objekt)

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    • breakpoint schreibt:

      Ach, sich darüber aufzuregen, bringt gar nichts.
      Die Angelegenheit ist auch schon ein bisschen her, und ich habe es jetzt halt mal erwähnt.
      Eigentlich hat sich für mich durch die zusätzlichen XML-Dateien nichts wirklich geändert (d.h. ich habe sie unter Versionsverwaltung gestellt, was mit PDF nicht möglich war).

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  2. Uschi-DWT schreibt:

    Ich kann mich noch gut daran erinnern als ende der 90er Jahre dieses Hilfsmittel oder sollte ich lieber schreiben Krücke auftauchte wurde plötzlich alles damit einfacher.

    So sagten es wenigstens die Entwickler — wobei ich auch bereits die vorhergehenden 15 – 20 Jahre Daten zwischen verschiedenen Computersystem transferiert hatte und das ohne große Probleme.

    Sogar bereits zu Zeiten de Magnetbänder las man einfach die Daten die von einem Programm geschrieben wurden um sie in einem anderen fremden Programm weiter zu verarbeiten.

    Es verwundert mich nicht wenn sich da nicht viel neues ergeben hat den nur ein anpassen an WWW ist kein großes Kunststück.

    Nut wenige der Vorgeneration an Anwendern/Programmierern hat sich großartig darauf eingestellt nur die die es von Anfang an als Standard gelernt haben nutzen es mehr oder weniger effektiv denke ich mal.

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    • breakpoint schreibt:

      XML hat schon seine Vorteile. Ich habe es selbst schon eingesetzt.

      Für eher kleine Datenbanken kann es durchaus eine Alternative sein, denn XML-Parser sind für praktisch alle Plattformen und Programmiersprachen verfügbar.
      Man kann es sogar als menschlicher Betrachter noch relativ gut lesen.
      Nachteile sind natürlich, dass die Dateien schon ziemlich aufgebläht sind, viel größer als ein binäres Format, und somit auch langsamer zu bearbeiten. Daher eher ungeeignet, wenn es auf Performance ankommt.

      Und, ja, ich kenne XML eigentlich so ziemlich von Anfang an, als ich begonnen habe, mich intensiver mit Computern und speziell mit Programmierung zu befassen.
      Für mich ist es ein übliches und gebräuchliches Standardformat.

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      • Uschi-DWT schreibt:

        Ich habe in manchen Systemen auch gerne für schnelle unkomplizierte Datentransfers auf XML zurückgegriffen aber da ich noch aus der Zeit der Lochkarten komme hatte ich für die üblichen Systeme über die Jahre meine eigenen Komfortablen Transferprogramme.

        Nur wenn es neuere Datensystem waren nutzte ich XML aber das ist jetzt auch schon einige Jahre her.

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        • breakpoint schreibt:

          Ja, es kommt halt immer auf den konkreten Einsatzzweck an.
          Ich habe den Eindruck, dass du auf einem ziemlich anderen Gebiet gearbeitet hast als ich.
          Da gibt es dann halt schon Unterschiede.

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          • Uschi-DWT schreibt:

            Ich habe auf einem relativ bereitem Spektrum gearbeitet und zwar von kleinsten Anwendungen für Freiberufler wie z.B. Rechtsanwälte bis zu Bilanzanalysesystme für Großbanken und auch wissensbasierte System.

            Da ist es schon sehr unterschiedlich was man einsetzten kann als Hilfsmittel.

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  3. W2013 schreibt:

    Bei einer attraktiven Sprecherin würden sich viele Männer auch gerne einen substanzlosen Vortrag anhören.

    Nehm ich mal an. 😉

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  4. engywuck schreibt:

    kommt drauf an, wofür die „Frauenliste“ (wieso muss ich an „Aktenordner voller Frauen“ aus dem letzten US-Präsidentschaftswahlkampf denken?) gedacht ist: um einfach irgendeine Frau auf der Liste zu haben, damit keiner sagen kann „Frauen werden nicht eingeladen“? Dann wäre das blöd und kontraproduktiv auch für die Frauen.
    Alternativ könnte es auch sein, dass jemand denkt „Mist, haben sich schon wieder nur Männer gemeldet, lass mal die Liste anschauen, ob’s nicht ne Frau gibt, die das evtl. nicht mitbekommen hat und die trotzdem was zum Thema sagen kann“. Das wäre dann positiv(er).

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    • breakpoint schreibt:

      So wie ich das verstanden habe, geht es vor allem darum, überhaupt eine Frau bei den Referenten zu haben.
      Wenn sie zufällig etwas in Richtung des speziellen Themas beitragen kann, dann umso besser, aber wenn nicht, dann wird das auch nicht als tragisch betrachtet.

      Die zweite von dir genannte Alternative scheint mir etwas zu optimistisch zu sein, denn normalerweise weiß man als Insider (zumindest in eng begrenzten Fachbereichen) schon so ungefähr, wer für ein spezielles Thema überhaupt in Frage kommen könnte.
      Und insbesondere in Fächern, in denen Frauen selten sind, bleiben sie gerade deshalb leichter im Gedächtnis.
      Für Themen dagegen, bei denen Frauen eh schon häufig vertreten sind .. wozu braucht man da noch eine extra Liste?

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  5. breakpoint schreibt:

    TausenddreißigHarald, ein früherer Kumpel und Bettgenosse, mit dem ich seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, hat mich per Mail gefragt, ob ich Interesse hätte, einen Vortrag bei einer Fachveranstaltung zu halten.

    Die Veranstaltung findet im Herbst in einer etwas…

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