Vierhundertneununddreißig

Ironie im Internet .. hm .. ein komplexes Thema, das der Webmasterfriday diesmal vorschlägt.

Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich etwas dazu schreiben soll, denn schließlich wurde mir selbst schon vorgeworfen, „immer ironisch“ zu sein. Davon abgesehen, dass dies doch ziemlich übertrieben ist, stellt sich dann die Meta-Frage, ob man solch ein Thema mit oder ohne Ironie angehen soll.
Stellen wir das erst mal zurück.

Ironie im Internet ist – wie gesagt – ein sehr umfassendes und komplexes Thema. Deshalb werde ich mich darauf beschränken, wie ich in meinem Blog, aber auch in Kommentaren, mit Ironie umgehe.
Ironie ist ein zweischneidiges Schwert. Man kann mit ihr manche Punkte sehr pointiert darstellen. Der Nachteil ist, dass sie häufig missverstanden wird, dass also ernst genommen wird, was eigentlich nur scherzhaft gemeint war.
Wird Ironie dagegen inflationär eingesetzt (wie das bei mir wohl häufig der Fall ist – oops, I did it again), hat sie zur Folge, dass die Leser auch dort nach Ironie suchen, wo gar keine vorhanden ist.

Ein Ironiedetektor wäre schon eine praktische Erfindung.
Auch für mich selbst. Wenn ich es recht bedenke, besteht bei mir häufig ein fließender Übergang zwischen Ironie und Ernst. D.h. eine Aussage kann sowohl ironisch als auch nicht-ironisch gemeint sein. Mit Boole’scher Algebra kommen wir da nicht mehr weiter. Andererseits möchte ich weder Fuzzy-Logik noch Quantenmechanik bemühen.
Auf gut deutsch: Ich weiß oft selbst nicht, ob ich jetzt etwas ironisch meine oder nicht.

Vielleicht ist es doch wie mit Erwin’s Katze (sorry, jetzt bemühe ich doch noch die Quantentheorie): Erst die Rezeption durch den Leser entscheidet darüber, ob ein Satz ironisch ist oder nicht.

Inzwischen dürfte sich auch meine zurückgestellte Frage beantwortet haben: Natürlich bin ich das Thema ironisch angegangen.
Und wer hier Widersprüche gefunden hat, darf sie behalten.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Vierhundertneununddreißig

  1. plietschejung schreibt:

    Du bist halt ne Frau. Mir reicht das als Erklärung.
    Ironie verstanden ?

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  2. Murgs schreibt:

    Ich denke den Eintrag hänge ich mir gerahmt an die Wand. ich bin auch so ein halbironischer Typ. – Und gerade bei Twitter wieder mal in meine eigene Ironiefalle getappt.
    Ironie ist, wie es wieder zurückschallt.

    Und Du bist mit Deiner Ironie gerade nicht typisch weiblich, finde ich.

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    • breakpoint schreibt:

      „gerahmt an die Wand“
      Dann hast du hoffentlich mit dem Ausdrucken gewartet, bis ich noch ein paar Fehler korrigiert habe, die mir gestern unterlaufen sind, als ich den Eintrag unter Zeitdruck (wann will der Chef schon mal mit mir gleichzeitig Feierabend machen?) innerhalb weniger Minuten runtergeschrieben habe.
      Die Geschwindigkeit der Finger war der limitierende Faktor.

      „nicht typisch weiblich“
      Das nehm ich mal – zu deinen Gunsten – als Kompliment (obwohl ich dir das mit der gleichen Berechtigung auch hätte übel nehmen können).
      Tja, mein Beruf beispielsweise gilt auch nicht als „typisch weiblich“.
      Damit kann ich leben.
      Außerdem strotzt der Eintrag doch von Widersprüchen.
      Heißt es nicht gerade, dass Frauen sehr widersprüchlich wären?
      Wieder einen Widerspruch gefunden.
      „And isn’t it ironic?“

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      • Murgs schreibt:

        Ich war schon überrascht, daß du gestern Abend noch geschrieben hast. Drucken kann ich später, dafür werde ich den Text noch nach meinem Geschmack setzen und formatieren.

        Es war als ausdrückliches Kompliment gedacht. Die meisten Frauen, die ich kenne sind entweder komplett humorlos oder werden direkt sarkastisch (und halten das für Ironie).

        Was Berufe angeht: Mein Beruf wird nicht als „typisch weiblich“ angesehen, ist es aber in Wirklichkeit. Das Thema hatte ich gerade mit einer Kollegin auf Twitter. Ich bin in meinem Laden auch der einzige Mann.

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        • breakpoint schreibt:

          Dann bedanke ich mich für das nette Komplimente (ohne es weiter in Frage zu stellen).

          Die Apotheke, die wir während meiner Kindheit aufzusuchen pflegten, wurde von einem Mann geleitet (da sie ziemlich klein war, gab es keine Angestellten; nur seine Frau, Mutter und später auch Kinder haben manchmal geholfen).
          Das ist natürlich nicht repräsentativ, hat dennoch mein Bild von Apothekern geprägt.
          Wenn ich dagegen ich den letzten Jahren mal in einer Apotheke war – tja, da sieht das Bild schon anders aus. Da kann ich mich eigentlich an keinen Mann erinnern.

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  3. Gentleritter schreibt:

    halbironisch gibt es eigenltich nicht. ein bisschen schwanger gibt es ja auch nicht. vielmehr hat die Ironie einen sehr wahren Kern. vor allem bei sogenannter beißender Ironie

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  4. schaum schreibt:

    die idee mit dem ironiedetektor find ich cool…….glückwunsch. ansonsten kann ich nur beisteuern, dass kinder von ironie total verwirrt werden, deswegen sollte man sie bei der erziehung weglassen und das eben auch bei erwachsenen kindern

    es schäumt ichkommean?

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  5. Geeforce schreibt:

    Wie wär’s denn mit Ironie „#hashtags“ für all die Leser, deren kognitive Fähigkeiten von einem Durchschnittsblogger wie uns überfordert sind?

    |-|

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    • breakpoint schreibt:

      Da müsste ich fast all meine Einträge so taggen. Da wäre es wohl zweckmäßiger die ironiefreien Posts zu kennzeichnen. ;D (Auch wenn es nur eine Handvoll sind – es gibt sie tatsächlich).

      Nee, wer überfordert ist, darf sich gerne eine Alternativlektüre suchen.
      Interpretationshilfen gebe ich nicht.

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  6. Sabine schreibt:

    >>Erst die Rezeption durch den Leser entscheidet darüber, ob ein Satz ironisch ist oder nicht.<<
    Du betreibst wohl eher ein passive Form der Ironie?

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  7. Pingback: Elfhundertsiebenundachtzig | breakpoint

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