#breakpointUrlaub2018, 2. Teil: Ein berückendes Paradoxon //1926

Weil ich mein neues Notebook nicht mit in den Urlaub nehmen wollte, hatte ich meinen alten Laptop vorbereitet. Twitter zeigte mir nur die mobile Ansicht, mit der Begründung, mein Browser sei veraltet. Meine Versuche, meinem alten IE einen anderen User Agent unterzuschieben, waren nur halb erfolgreich, bzw. ergaben unerwünschte Seiteneffekte. Gezwungenermaßen wollte ich den Edge installieren, den ich mittlerweile notgedrungen auf anderen Rechnern laufen habe (obwohl ich ihn doof finde, denn das dumme Ding kann keine RSS-Feeds lesen, noch lassen sich URLs von Bildern einfach kopieren). Microsoft machte mir einen Strich durch die Rechnung, und ließ Edge nicht auf Windows 7 installieren. Die Datenschleuder Chrome kommt mir erst recht nicht auf den Rechner. Also blieb mir nichts anderes übrig, als den Firefox zu installieren, auch wenn ich das UI scheußlich finde.
Am ersten Tag im Urlaub musste ich dann feststellen, dass der Akku des Laptops hin ist. Er speichert überhaupt keinen Strom mehr. Keine Ahnung seit wann er das nicht mehr kann. Es ist mindestens ein halbes Jahr her, seit ich ihn bewusst nur im Akkubetrieb laufen ließ. Wenn er am Stromnetz hängt, funktioniert er einwandfrei, aber ohne geht gar nichts – noch nicht mal ein paar Sekunden, um die Steckdose zu wechseln.
Jetzt hatte ich im Hotel zwar tadelloses WLAN, konnte es aber nur eingeschränkt nutzen, da ich für den Laptop immer eine funktionierende Steckdose brauchte.

Ein kleiner Tipp für zwischendurch: Früher legte ich immer Wert darauf, zumindest einen Grundwortschatz der Landessprache des Urlaubslandes zu beherrschen, und versuchte, mich weitgehend in dieser zu verständigen. Dieses hehre Ziel habe ich inzwischen (v.a. aus Zeitgründen) fallen lassen müssen, aber einzelne Vokabeln lerne ich immer noch.
Oberste Priorität hat das Wort für „danke“. Immer wenn man von Hotelangestellten oder sonstigen Einheimischen etwas bekommt, bedankt man sich in der Landessprache. Auf diese Weise bringt man seine Wertschätzung für den geleisteten Dienst am besten zur Geltung.
An zweiter Stelle folgt das übliche Wort für eine Begrüßung. Wenn man jemanden trifft – und sei es das Zimmermädchen – drückt man seine freundliche Gesinnung dadurch aus.
Wenn man sich noch mehr Vokabeln merken (und auch korrekt aussprechen) kann, sind „bitte“, „Auf Wiedersehen“, „ja“ und „nein“ zu empfehlen, sowie die wichtigsten Zahlen.

„Kommst du mit zum Strand?“
„Nä“, schüttelte ich den Kopf.
Unschlüssig fragte er nach: „Bist du jetzt im $Sprache-Modus?“
Wiederum schüttelte ich den Kopf und antwortete: „Nä.“
„Also was jetzt?“ Er wurde ungeduldig.
„Alle $Inselbewohner sind Lügner.“
#NaiHeißtJa

Am Strand sah ich einen betagten Mann seiner Begleiterin ausgiebig und sorgfältig den Rücken einschmieren. Wir hatten uns bereits auf dem Hotelzimmer mit Sonnenschutzcreme eingerieben. Das macht bei uns jeder bei sich selbst, nur den Rücken kremen wir uns gegenseitig ein, weil man da selbst so schlecht hinkommt. Carsten macht das innerhalb weniger Sekunden und verteilt die Creme halt schnell irgendwie auf meinem Rücken, ohne sie im geringsten einzureiben oder zu massieren (was ich bei ihm immerhin gründlich tue).
Ich wies ihn also auf dieses ältere Paar hin. „Warum kremst du mich nicht auch so ein?“, wollte ich wissen.
„Dir ist doch Effizienz sonst wichtig. Wenn ich dich so einreiben würde, wären wir jetzt noch auf dem Hotelzimmer.“
„Also zwei oder drei Minuten dürftest du dir schon für meinen Rücken Zeit nehmen. Wir haben Urlaub, da müssen wir nicht zu einem bestimmten Termin am Meer sein.“
„Wenn ich deinen Rücken länger bearbeiten würde, dann müsste ich dich erst noch mal besteigen, bevor wir rauskönnten.“
„Ja und? Wer hindert dich? Und ich hätte keine Einwände.“
Er seufte, und versprach, das nächste Mal meinem Rücken ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Demnächst mehr auf diesem Blog.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu #breakpointUrlaub2018, 2. Teil: Ein berückendes Paradoxon //1926

  1. MartinTriker schreibt:

    Das mit der Landessprache handhabe ich genau so. Wobei ich eher den Gruß vorziehe. Das „Danke“ konnte ich dieses Jahr erst am Schluss. Effdingsda. Gracias rutschte mir leichter raus.

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  2. claudius2016 schreibt:

    Efharistò, ist doch nicht schwer…

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  3. Leser schreibt:

    Anstatt Chrome gibt’s Iridium, das ist Chrome abzüglich der Datenschleuderei. Leider aber immer ein paar Versionsnummern hintendran…
    Und neue Ersatzakkus für Laptops kosten auch nicht viel. Naja, jetzt ist es zu spät dafür – sowas möchte man vorher testen! 🙂

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    • Ist ja jetzt eh vorbei.
      Twitter akzeptiert offenbar nur die neuesten Versionen.
      Lieber hätte ich eigentlich den Opera-Browser benutzt, aber der stand gar nicht auf der Liste.

      Einen neuen Akku für einen Laptop, den ich fast ausrangiert habe, bringt es auch nicht. Wenn ich den Laptop irgendwann wieder benutzen will, ist ein Ersatzakku inzwischen vielleicht auch schon wieder hin.

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      • Leser schreibt:

        Was machst Du denn mit Laptops, die Du ausrangierst?

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        • Völlig ausrangiert wird er ja nicht. Er wird erst mal etwas abseits aufbewahrt, und wenn nötig wieder reaktiviert.

          Desktoprechner zerlege ich, und hebe funktionsfähige Teile auf, weil man sie manchmal doch noch gebrauchen kann – und sei es zum Ausprobieren.
          Ich werfe nichts weg, das noch irgendwie einsatzfähig sein könnte.

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          • Leser schreibt:

            Bei Laptops, die überhaupt nicht mehr funktionieren, ist es oft leider nur möglich, die Festplatte/SSD und den RAM auszubauen und für andere Zwecke aufzuheben. Manchmal ist auch noch eine WWAN-Karte dabei (WLAN-Karte aufheben macht keinen Sinn, weil da ist überall sowieso schon eine drin). Oder halt, wenn man Zugriff auf viele Laptops desselben Typs hat, dann lohnen sich natürlich auch andere Teile, wie Display, Tastatur, Gehäuseteile usw., weil man so jeweils aus den besten Teilen wieder funktionierende, gute Geräte bauen kann. Sehr selten ist bei größeren Modellen auch die CPU aufhebenswert, natürlich nur, wenn gesockelt. Außer, man möchte einen auf Louis Rossmann machen, dann hebt man natürlich alles auf, aber das funktioniert auch nur in so einem engen Produktspektrum, wie es die RRG macht (nämlich nur Macbooks).

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            • Das Laptop funktioniert ja noch (bloß die Tastatur zickt öfters rum und wiederholt manche Tasten). Es ist halt schon recht veraltet, so dass ich mir ein neueres zugelegt habe.
              Das alte kann ich noch privat nutzen, das neue ist eher für geschäftliche Nutzung vorgesehen.

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            • Leser schreibt:

              Die neuesten meiner Laptops sind von 2011/12, der Sandy-Bridge Generation. Ich habe noch keine Leistungsdefizite festgestellt (natürlich mit SSD ausgerüstet), aber ich habe auch selten bis nie CPU- oder GPU-intensive Nutzungen, von daher…. Jedenfalls finde ich, dass der Fortschritt der letzten Jahre bei PCs nicht so wirklich relevant ist. Wobei das möglicherweise noch mal anders ist, wenn man viel kommerzielle Software (auch das OS) nutzt, da hieß es ja schon in den 90er Jahren, dass diese die Leistungssteigerung der Hardware vor sich her treibt…

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            • Einer der größten Vorteile des neuen Notebooks ist, dass es deutlich leichter ist als das alte. Da ich es öfter mit mir herumtrage, war das schon ein überzeugender Grund, mir ein neues zuzulegen.

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            • Leser schreibt:

              Dafür habe ich ein Subnotebook, das ist schön klein und hat ansonsten alle Möglichkeiten des „großen“ (bis auf ein optisches Laufwerk, was ich eh nicht mehr benutze). Klar, die Auflösung könnte besser sein, aber zum längeren Arbeiten docke ich es einfach an, und dann steht da ein normaler Monitor. Full-HD bei 12″ gab es bei diesem Modell halt erst ein paar Jahre später, und diese Geräte hatten dafür dann aber wieder andere Nachteile.

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            • Ein Tablet habe ich auch noch irgendwo.
              Aber normalerweise brauche ich schon ein größeres Notebook mit ordentlichem Display und Tastatur.

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            • Leser schreibt:

              Ein Subnotebook ist ein vollwertiges Notebook mit echter Tastatur – nur eben kleiner. Und für unterwegs reicht die 1366x768er Auflösung auf, da arbeite zumindest ich nicht stundenlang mit.

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            • Auch unterwegs will ich manchmal etwas längere Texte schreiben. Ein Subnotebook ist dafür einfach zu unergonomisch.

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            • Leser schreibt:

              Ich habe ein ThinkPad X220 (12″ Subnotebook) und ein T520 (15″ Notebook) in aktiver Nutzung als PC. Die passen nicht nur beide auf dieselbe Docking Station, sondern ich kann die Tastatur des einen auch nahtlos in den anderen einbauen, die nämlich genau dieselbe Teilenr (FRU).
              Der einzige Unterschied ist der, dass ich, wenn ich das 12″ Gerät auf dem Schoß habe, nicht so gut „manspreaden“ kann, wie bei dem Modell mit 15″ 😉
              Ich glaube, das ist bei den aktuellen Modellen (AFAIK ist das X270&T570) auch noch genauso, ebenso bei allen Modellgenerationen dazwischen.
              Meine Geräte haben auch eine ähnliche Ausstattung: eine mSATA SSD (statt WWAN Karte) fürs Betriebssystem + eine HDD für Daten, beim X beides etwas kleiner, als beim T (128/500GB vs. 256GB/1TB), sowie eine Core i7 (X220) bzw. i5 (T520) CPU, sowie 12GB (X220) und 16GB (T520) RAM. Das T520 hat lediglich einen dedizierten NVidia-Grafik-Chip, den ich allerdings noch nie benutzt habe, und auch nicht wirklich benötige. Der einzige Unterschied ist der, dass die CPU beim Subnotebook aufgelötet ist, beim 15″er gesockelt. Dafür hat der i7 bei der X220-Serie schon 1 USB3.0 Buchse, während es fürs T520 nur USB2.0 gab. Das sind für mich aber bloß alles Marginalitäten. Natürlich ist die Größe kleiner, aber dafür soll es ja ein mobiles Gerät sein – an Breite „fehlt“ ihm lediglich der Bereich, in dem beim Großen die Lautsprecher rechts und links von der Tastatur untergebracht sind. Und das Touchpad/die Handballenauflage ist etwas kleiner, aber wenn man einen Tackpoint hat, sehe ich zumindest keinen Grund, meinen Blutdruck durch die Benutzung eines TouchPads unnötig in die Höhe zu treiben 🙂
              Aber klar, die Geschmäcker sind natürlich verschieden. Nur kann ich hier mit Fug und Recht behaupten, es ist praktisch dasselbe Gerät, nur eben zwecks Mobilität etwas geschrumpft. Dass der Ausbau mit SSD/HDD/RAM beim Subnotebook etwas geringer ist, liegt lediglich daran, dass das die Teile waren, die ich zum Zeitpunkt der Ausstattung zur Verfügung hatte (und alles davon im Bereich „vollkommen ausreichend für meine Bedürfnisse“ liegt).

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            • Klar muss man für Mobilität Kompromisse eingehen. Für mich ist ein Subnotebook halt nicht mehr praktikabel.
              Als Kind habe ich mir mal ein Rechenspielzeug aus einer Streichholzschachtel gebastelt. Leicht mitzunehmen, aber konnte nur wenige Rechenaufgaben lösen.

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      • claudius2016 schreibt:

        Hey, Du bist Opera-Fan? Ich auch…

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  4. Pingback: Anhaltend galaktische Tweets am #Handtuchtag //2129 | breakpoint

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