Siebenhunderteinundfünfzig

Meistens blogge ich am Sonntag nicht. Heute mache ich aber eine Ausnahme, weil es der letzte Tag der Blogparade der Worthauerei ist zum Thema Lieblingsjobs.
Ich habe ja schon öfters anklingen lassen, warum ich Physik studiert habe, wie ich selbständig geworden bin, und was mich an der Softwareentwicklung so fasziniert, habe aber jetzt keine Lust, die entsprechenden Einträge herauszusuchen und zu verlinken.

Stattdessen beginne ich mit einer auf das wesentliche konzentrierten Zusammenfassung:
Schon als kleines Kind mochte ich Zahlen. Später interessierte ich mich für Mathematik und Naturwissenschaften, entschloss mich schließlich für Physik als Studienfach, weil ich wissen wollte, wie „das Universum und alles, was darin ist“ (frei nach Sheldon Cooper) funktioniert.
Nach zwei Jahren als Anwender in der Industrie, ergab es sich, dass ich mich mit der Erstellung von Software und Beratungstätigkeiten selbständig machte.

Zwar gibt es dabei auch Arbeiten, die ich weniger gern mache, aber das Entwickeln eines neuen Programms ist immer wieder inspirierend. Und beim gegebenen Thema geht es ja gerade um die positiven Seiten des Jobs.
Um nicht zu sehr ins Detail gehen zu müssen, nehme ich im folgenden das Szenario an, dass ich nur ein kleines Tool für den Eigengebrauch entwickle. Dann kann ich nämlich die ganze Vorplanung, Dokumentation etc. weglassen.

Ich öffne zunächst meine Entwicklungsumgebung, und beginne ein neues Projekt.
Ich überlege mir, wie die Nutzeroberfläche aussehen soll, und platziere entsprechende Kontrollelemente. Ich füge Ereignisbehandlungsroutinen hinzu, und hinterlege sie mit Code. Beispielsweise soll nach Klicken auf eine bestimmte Schaltfläche ein Meldungsfenster aufpoppen, das „Hallo Welt!“ ausgibt.
Ich compiliere und baue mein Projekt. Ich starte es. Ich klicke auf die Schaltfläche. Die Meldung „Hallo Welt!“ erscheint.
Heureka! Ich habe es geschafft! Gerade noch gab es diese Anwendung noch gar nicht. Jetzt schon. Sie sieht aus, wie ich es geplant hatte. Sie macht genau das, was ich ihr beigebracht habe!
Kopiert man sie auf einen anderen Rechner, macht sie klaglos genau das gleiche! Ich freue mich!

Das war natürlich das so ziemlich trivialste denkbare Beispiel, aber es demonstriert, warum mir das Programmieren immer wieder diesen Endorphin-Kick gibt.
Softwareentwicklung ist ein sehr kreativer Prozess – praktisch eine creatio ex nihilo. Um komplexere Projekte zu erstellen, braucht man zusätzlich analytisches und logisches Denkvermögen. Das reizt mich immer wieder.
Und wenn ein Projekt im Laufe der Zeit immer umfangreicher wird, weil das Programm immer mehr kann, ist es eine Herausforderung, den Überblick zu behalten.
Das Zusammenspiel mit anderen Modulen und Bibliotheken funktioniert nur dann reibungslos, wenn ich sie sorgfältig und fehlerfrei eingebunden habe, was dazu beiträgt, dass ich den Anspruch an meine Qualitätsstandards hochhalte.
Jeder eliminierte Käfer ist ein Erfolgserlebnis, wenngleich es manchmal schon recht zäh und aufwändig sein kann, ihn aufzuspüren.

Und das Allerbeste kommt zum Schluss: Man kann auch als Einzelkämpfer viel erreichen, und muss nicht ständig mit anderen Leuten kommunizieren.

Insgesamt macht es mir Spaß, Software zu entwickeln, und es begeistert mich immer noch, auch wenn ich tendenziell zunehmend weniger selbst programmiere, sondern programmieren lasse.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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6 Antworten zu Siebenhunderteinundfünfzig

  1. ednong schreibt:

    Das geht ja jetzt so gar nicht – da bloggst du am Sonntag und dann nicht ein Kommentar!

    Interessanter Post 😉

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  2. breakpoint schreibt:

    AchthundertzweiunddreißigFast hätte ich die Blogparade „“Ich und das Programmieren“, die derzeit noch bei der Code-Bude läuft, gar nicht mitbekommen. Für mich als Programmierschlampe wäre das schade gewesen.

    Dabei waren die Anfänge gar nicht so spektakulär.
    In der Schule …

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  3. Pingback: Auf @EditionF_com von @_die_sara: „Wie ich das Programmieren für mich entdeckt habe“ | ☨auschfrei

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