Fünfhundertvierundsiebzig

Diesmal beteilige ich mich an einer Blogparade, die von 1001 Erfolgsgeheimnisse organisiert ist. Das Thema ist „Ziele setzen – ja oder nein“. Es geht dabei um berufliche Ziele, und heute ist der letztmögliche Tag für die Teilnahme.

Ich muss zugeben, dass ich es meist ablehne, mir Ziele zu setzen. Denn erstens kommt es häufig anders als man meistens zweitens denkt. Was nützt es mir, wenn ich mir das Ziel setze, zehn oder zwanzig Projekte im Jahr abzuwickeln, aber dann melden sich zu wenige Kunden, die Aufträge zu vergeben haben. Ich warte da lieber ab, und nehme es, wie es kommt.
Vieles ist einfach nicht planbar. Gerade wenn man sich ganz konkret auf ein Ziel versteift, kommt mit Sicherheit noch etwas dazwischen.
Ich bin da schlicht zu unflexibel (muss wohl mein innerer kleiner Sheldon sein), um umzudisponieren, wenn etwas meinen Plänen zuwiderläuft. Deshalb mache ich oft gar keine und halte mich eher an allgemeinere, von mir festgesetzte Richtlinien.

Es ist doch so, selbst wenn man sich realistische Ziele setzt, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass man sie nicht erreicht. Durchaus auch ohne eigenes „Verschulden“. So etwas ist in jedem Falle frustrierend. Setzt man die Ziele aber gleich zu niedrig an, was bringen sie dann?
Ein gesetztes Ziel zu verfehlen, muss nicht unbedingt negativ sein. Manchmal macht das Leben eben unerwartete Kapriolen.
Ich hatte mir beispielsweise nie das Ziel gesetzt, als IT-Chefin eines mittelständischen Unternehmens zu arbeiten. Trotzdem mache ich das zur Zeit (noch). (OK, das war doch ein eher negatives Beispiel, demonstriert aber, das vieles eben nicht planbar ist.)

Kurzfristige Ziele können dagegen sinnvoller sein. So habe ich das Ziel, am Jahresende keine offenen und dringenden To-dos auf meiner Liste zu haben. Aber dieses Ziel ist auch eher vage formuliert, weil ich noch gar nicht absehen kann, ob sich bis dahin nicht noch etwas Unerwartetes neu ergibt.

In meiner Jugend hatte ich noch Ziele. Zuerst das Abitur, später dann das Diplom. Aber das waren Ziele, die sich straightforward erreichen ließen. Später dann waren da einfach zu viele Variablen und unbekannte Freiheitsgrade, als dass eine Zielsetzung noch praktikabel gewesen wäre.

Ich bleibe dabei, das Erreichen der meisten Ziele lässt sich nicht planen.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Fünfhundertvierundsiebzig

  1. schaum schreibt:

    ich denke, ziele sind sinnvoll, sollten aber nicht wirklich in stress ausarten. zielstrebiges handeln bringt planvolles handeln sinnvollerweise mit sich und planen heisst zufall durch irrtum zu ersetzen. dennoch macht es sinn, sich darüber gedanken zu machen, was man als ergebnis aus einer diskussion mitnehmen möchte, was man im einkaufswagen mit aus dem laden rollen möchte, oder ob man im beruf und privat etwas erreichen möchte.
    nur sollte es nicht ausarten, zu weit oder zu gross gegriffen sein, ich denke, darin liegt das geheimnis…..und hierbei hilft immer die meta ebene……
    ich setze mir ziele, benenne aber im zweifel andere, um mich selbst nicht unter druck setzen zu lassen…..mein trick mit zielen sauber umgehen zu können…..

    es schäumt undeshatfunktioniertbisjetzt

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  2. idgie13 schreibt:

    In Deinem Fall bist Du ja sehr stark davon abhängig, was an Aufträgen von aussen rein kommt. Da ist das Ziele setzen eher schwer.

    Äusserst sinnvoll finde ich das Ziele setzen aber, wenn man selbst ein Produkt entwickelt. Dann sollte man ja schon eine Vorstellung von Entwicklungsumfang und Fertigstellungszeitpunkt haben.

    Ich bin bekennender Plan- und Zielefreak, damit ich mich im Dschungel meiner vielen verschiedenen Tätigkeiten nicht verirre B)

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    • breakpoint schreibt:

      Sicher, deine Situation ist ganz anders als meine, und für dich ist es auch kein Problem, eine Planung wieder abzuändern.
      Für mich leider schon. Ich kann damit nicht so richtig umgehen. 😦

      Wenn ich einen Auftrag bekomme, dann schätze ich natürlich meinen Aufwand ab und setze mir normalerweise auch einen Termin für die Fertigstellung.
      Noch ein Zeitpuffer drauf, und den Termin teile ich dann dem Kunden mit.
      Das klappt praktisch immer.

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      • idgie13 schreibt:

        Der Umgang mit Plänen und Zielen ist IMHO sehr typabhängig. Mich spornen Ziele an und Pläne sind für mich nur eine Richtlinie, die ich auch kurzfristig ändern und anpassen kann. Für Dich baut es unnötigen Druck auf und dann ist es auch besser, sich eher treiben zu lassen.

        In welcher Grössenordnung bewegen sich Deine Aufträge? Das spielt dabei auch noch eine grosse Rolle, oder?

        Mein aktuelles Softwareprojekt bewegt sich bei 1.5-2 Mannjahren. Da arbeite ich mich aber von Milestone zu Milestone vor bzw. bin auch etwas von Kundenterminen gesteuert. Deshalb hatte ich jetzt die Übersetzung ins französische vorgezogen.

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        • breakpoint schreibt:

          Die kleinsten Projekte kann ich – wenn ich parallel nichts anderes mache – in wenigen Wochen alleine schaffen.
          Länger als drei, höchstens mal vier Monate bin eigentlich an keinem Kundenprojekt. Aber es kommen da ja gelegentlich Erweiterungen und Updates in Form von neuen Versionen. Das mit eingerechnet, kann es sich auch über Jahre hinziehen.
          Mein längstes Projekt ist eine Standardsoftware, an der ich – mit Unterbrechnungen – seit fast zehn Jahren herumprogrammiere.

          Bei all dem muss man berücksichtigen, dass ich über eine umfangreiche, sehr spezielle, selbst erstellte Library verfüge, die ich bei fast allen meinen Projekten in passender Weise einbinde, was mir etliches an Arbeit erspart.
          D.h. das eigentliche – wiederverwendbare – Know-how entspricht auch mehreren Mannjahren (auch Bearbeiterjahr BJ 😉 genannt).

          Apropos, übersetzt du selbst? Oder lässt du übersetzen?

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          • idgie13 schreibt:

            Die einzelnen Schritte sind demnach aber eher überschaubare Projekte?

            Eigene Module und Bibliotheken verwende ich auch immer wieder – macht ja keinen Sinn, immer wieder bei 0 anzufangen 😉

            Auch wenn ich weiblich bin, rede ich von Mannjahren, Mannmonaten und Manntagen. Mich stresst das nicht.

            Englisch übersetze ich selbst, lass es dann aber noch Korrekturlesen. Alle anderen Sprachen kann ich leider nicht und der Auftraggeber muss mir die Texte liefern. Latein braucht ja auch niemand und habe ich inzwischen auch grösstenteils verlernt.

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            • breakpoint schreibt:

              Ja, meine Projekte sind durchaus überschaubar. Das ist mir auch wichtig, da ich da Einzelkämpfer bin.
              Meine Library wird natürlich immer wieder verbessert und erweitert. 😀

              Etwas anders sieht es bei meinen Softies in der Firma aus. Die werkeln eher open-end vor sich hin, und müssen ihre Programme immer wieder an sich ändernde Schnittstellen und Anforderungen anpassen.

              Mannjahre benutze ich sonst auch, was bei manchen Kunden schon Erstaunen hervorrief. :))

              Mit Übersetzungen halte ich es genauso wie du. Für Englisch reicht’s so einigermaßen.
              Im Rückblick bin ich froh, dass ich Latein gelernt habe. Wo sonst lernt man so effektiv, verschachtelte, unübersichtliche Strukturen aufzudröseln? (außer vielleicht bei verhederten Wollknäueln)

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  3. WWWTYREL schreibt:

    Klopf Klopf Klopf – Anne?
    Das der Spruch jetzt kommen musste, war doch eigentlich klar oder? Habe hier nämlich auch nen kleinen Sheldon sitzen.

    Bin ja auch ein großer Pläne- und Listenschreiber, aber eher wg. meiner immer mal wieder streikenden „Festplatte“. Finde das Ziele, Wünsche und Träume einfach zum Leben gehören – sonst kann man sich ja gleich einsargen lassen. Auch wenn manches unerreichbar ist/erscheint.

    Das Leben ist bunt und ich wünsche Dir und Deinen Lesern einen schönen Nikolaustag.
    Btw. warst Du brav oder bekommst Du die Rute?
    LG
    WWW

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  4. ednong schreibt:

    „unbekannte Freiheitsgrade“ – 😉

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  5. W2013 schreibt:

    Innen Sheldon, außen Penny.

    SCNR. Du bist viel hübscher als Penny.

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  6. Pingback: Achthundertachtundsiebzig | breakpoint

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