Fünfhundertdreiundsiebzig

„Was wünscht du dir zu Weihnachten, Süße?“
Was sollte das? Wir waren uns immer einig gewesen, dass wir uns nichts von Bedeutung zu Weihnachten schenken. Außerdem hatten wir bereits ausgemacht, eine Woche gemeinsam in Urlaub zu fahren. Also revanchierte ich mich entsprechend: „Einen Sybian.“
Als er schwieg, fuhr ich fort: „Oh, nur als Ersatz, wenn du nicht verfügbar bist, zum Beispiel auf Geschäftsreise.“
„Und wo willst du das Ding hinstellen? Zwar könnten wir es in unserem Spielzimmer aufbauen, aber bisher warst du noch nie längere Zeit alleine in meinem Haus, so dass es dir dann nichts nützen würde.“
„Hm. Ist mir auch nicht so wichtig. Soweit ich weiß, kann er eh nur transversale Bewegungen. Das finde ich nicht so reizvoll.“

„Hast du dann einen anderen Wunsch?“
Jetzt oder nie: „Einen Dreier.“
„Und wie stellst du dir das vor?“ fragte er sehr zögerlich.
„Ich habe noch nicht konkret darüber nachgedacht. Deine Frage kam zu überraschend.“
„Du weißt, Samtpfötchen, dass ich dir praktisch keinen Wunsch abschlagen kann, aber das geht irgendwie zu weit.“
Ich hatte erwartet, dass er so ähnlich reagieren würde. War halt ein Versuchsballon gewesen.

„Was fragst du mich dann? Du darfst unseren Urlaub zum Jahreswechsel bezahlen.“
„Ich hätte dir halt gerne noch eine Freude gemacht.“
„Ich freue mich immer, wenn du mir Pralinen mitbringst. Und zu Weihnachten will ich auch nichts anderes.“

„Eigentlich wollte ich dir vorschlagen, mal wieder mit dir shoppen zu gehen. Es muss ja nicht so ausgiebig sein wie zu deinem Geburtstag.“
„Hm“, eigentlich gefiel mir die Idee gar nicht so schlecht und ich wollte mich auch nicht immer sträuben, „aber nicht an einem Samstag. Da ist jetzt im Advent in der Innenstadt die Hölle los. Am ruhigsten ist es, glaube ich, unter der Woche vormittags. Und ein halber Tag reicht auch.“
„Einverstanden. Aber hast du nicht einmal gesagt, dass viele Geschäfte erst um halb zehn aufmachen?“
„Dann haben wir immer noch an die drei Stunden bis Mittag. Das reicht mir.“
„OK. Dann machen wir das sobald wie möglich. Ich muss nur erst schauen, wann ich das am günstigsten in meinem Kalender unterbringe, ohne allzu viele wichtige Termine verschieben zu müssen.“

Advertisements

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten zu Fünfhundertdreiundsiebzig

  1. schaum schreibt:

    ich finde den begriff „süsse“ süss….

    es schäumt einschönesattribut

    Gefällt mir

  2. Gentleritter schreibt:

    Hättest du dir einen FFM- oder MMF-Dreier gewünscht? Mit Bi-Interesse oder ohne?

    Gefällt mir

  3. Gentleritter schreibt:

    Also, ich bin in diesem Bereich für Gerechtigkeit.
    Für einen MMF gibt es als Gegenleistung einen FFM mit Lesbenspielen.

    Gefällt mir

  4. ednong schreibt:

    Wow,
    er nimmt sich die Zeit, um mit dir shoppen zu gehen.

    Gefällt mir

  5. W2013 schreibt:

    Wenn Ihr Euch doch noch auf einen Dreier einigt, und noch einen Mann benötigt, weißt Du, wo du mich findest. 😉

    Gefällt mir

  6. breakpoint schreibt:

    FünfhundertachtundsiebzigWir hatten uns für halb zehn am Einkaufszentrum verabredet. Carsten war vorher noch im Büro gewesen, ich kam direkt von der Wohnung.
    Eigentlich bemüht er sich ja pünktlich zu sein, aber in seinem Job kommt es halt häufig vor, dass sich etwas ohne sein…

    Gefällt mir

  7. Pingback: Achthundertachtundsiebzig | breakpoint

  8. Pingback: Fünfhundertachtundsiebzig | breakpoint

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s