Fünfhundertneunzehn

Eigentlich waren wir gestern zur Geburtstagsfeier meiner Schwägerin Sonja eingeladen gewesen. Aber da ich so gar keine Lust auf Party hatte, sagte Carsten ihr kurzfristg und ohne Begründung ab.

Mein BMI rutscht immer weiter ab, und meine Kleider beginnen schon fast zu schlottern.
Was soll ich machen? Ich habe einfach keinen Appetit. Alles schmeckt fade, und ich habe Probleme, den Nahrungsbrei richtig einzuspeicheln.

Carsten tut, was er kann. Er bringt mir immer Kuchen, Pralinen oder sonstige Naschereien mit. Er hat mir sogar vorgeschlagen, nach München zum Oktoberfest zu fahren (aber das ist mir zu weit und zu stressig für nur einen Tag, und kurzfristig wird man auch kein Hotelzimmer mehr finden. Außerdem könnte ich mich daheim genauso besaufen, wenn ich wollte. Und überhaupt habe ich derzeit absolut keine Lust, mich von Betrunkenen angrabschen zu lassen).
Er nutzt ja jede Gelegenheit, mir eine Freude zu machen. Und zum Dank breche ich dann in Tränen aus.

Zeitweise gelingt es mir sogar, business as usual zu machen, aber dann wieder .. blase ich nur noch Trübsal.
Verdammt! Ich bin einfach nicht mehr ich selbst.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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24 Antworten zu Fünfhundertneunzehn

  1. schaum schreibt:

    och mensch. das ist nicht schön……mein alter trick in solchen situationen ist es, eine liste mit todos zu schreiben, die ich dann emsig abarbeite, in beliebiger reihenfolge um mir erfolgserlebnisse zu schaffen…..wie kleine perlen an einer kette. wahrscheinlich hast du das schon versucht, aber ein weiterer versuch wird nicht schaden. ich denke, deine seele wurde in mitleidenschaft gezogen und braucht etwas zeit……das ultimative todo ist: finde deine mitte wieder…..dann geht der rest von alleine……

    es schäumt ichwünschesdir

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  2. Moody schreibt:

    Das ist doch nur nachvollziehbar und vermutlich wird dich das auch noch eine ganze Weile verfolgen, aber ich bin mir ausgesprochen sicher, dass gerade du wieder zu dir zurückfinden wirst.

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    • breakpoint schreibt:

      Eigentlich will ich ja nicht rumjammern, aber diese Angelegenheit hat mich doch mehr mitgenommen, als ich jemals geahnt hätte.
      Wird schon wieder werden.

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      • Moody schreibt:

        Das ist nun eine Situation, in der man sich nicht zu sehr unter Druck setzen darf und gleichzeitig auch wieder den Fokus auf das eigene Glück finden muss. Aber als die starke Frau, die ich in dir kenne, bin ich mir ohne Frage sicher, dass du deinen Weg schon in nächster Zeit wieder sicher gehen wirst.

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  3. Delicatus schreibt:

    Hast Du Dich einmal in entsprechenden Foren von anderen betroffenen Frauen umgschaut?

    Ich bin kein Arzt, aber ich kann mir vorstellen, dass Dein Hormonhaushalt ziemlich durchgeschüttelt ist. Das wird wahrscheinlich wieder einige Wochen dauern, bis sich alles auf Normalniveau eingependelt hat. Andere nehmen in so einer Phase zu und Du nimmst ab. Hoffentlich geht es Dir bald wieder besser und dann kannst Du in der Vorweihnachtszeit voll zuschlagen

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    • breakpoint schreibt:

      Solche Foren mag ich überhaupt nicht, und es ist ja auch erst 10 Tage her.

      Bei Problemen oder unter Stress tendiere ich immer dazu, abzunehmen. So gesehen ist das bei mir ganz „normal“, wenn auch nicht gerade gesund, da ich ohnehin schon sehr schlank bin.

      Naja, der Hormanhaushalt wird sich schon wieder einpendeln. Ich muss halt noch ein bisschen Zeit vergehen lassen.

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  4. sweetsurrender schreibt:

    Drück Dich mal ganz doll.
    Alles ist gut und Deine Seele braucht einfach Zeit.
    Das Erlebte hat eine Seite an Dir zu vom Vorschein gebracht die empfindsam und verletzlich ist.
    Was schwierig damit umzugehen macht wenn man immer nur stark und kontrolliert ist.
    Aber genau das gehört zu Dir und es wird Dir gelingen Dich mit dieser Seite anzufreunden und diesen Menschen der Du auch bist zu umarmen und auch als Bereicherung zu sehen.

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  5. Gentleritter schreibt:

    Vielleicht hat dich nach der Sache mit dem Baby eine Depression erwischt. Versuche es mal mit hochdosierten Johanniskrautkapseln aus der Apotheke – die aus der
    Drogerie sind zu schwach dosiert. Sonst geh´ bitte zum Arzt.
    Das ist eine brandgefährliche Krankheit und hat mit einfach nur traurig sein irgendwann nichts mehr zu tun.
    Ganz liebe Grüße. Dein gentle

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    • breakpoint schreibt:

      So schlimm, dass Handlungsbedarf bestünde, ist es wohl nicht.
      Tut mir leid, wenn ich da einen falschen Eindruck erweckt habe, aber ich musste das einfach mal raus lassen.

      Im Moment bin ich schon wieder ausgeglichener (aber das ist ein auf und ab – tendenziell wird’s täglich besser).

      Aber danke für deine Besorgnis!

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    • Leser schreibt:

      Warum Kapseln? Da genügt schon Johanniskrauttee, den man im gut sortierten Kräuterfachhandel bekommt – aber bitte einen Händler nehmen, wo die getrockneten Kräuter auch wirklich frisch und qualitativ hochwertig sind!
      Das hat zudem auch noch den Vorteil, dass es nicht den Ruch des „Medikamente nehmen“ hat, sondern man trinkt einfach einen leckeren Tee.
      Spätestens, wenn die Lichtempfindlichkeit spürbar wird, sollte man damit aber wieder aufhören.

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  6. ednong schreibt:

    Da trifft die Rationalität auf die Realität und verzweifelt?

    Ich vermute mal, dass logischerweise dein Hormonhaushalt durcheinandergewirbelt ist. Und dass du da auch mental noch dran knabberst (was für mich zumindest verständlich wäre). Das braucht alles seine Zeit – und seine Abarbeitung.

    Vielleicht mußt du es noch ein, zweimal durchkauen, damit du es dann mental irgendwann „gegessen“ hast. Dein Körper wird sich sicher wieder einpendeln – auch bzgl. des Gewichts.

    Sieh es vielleicht nicht als die große Ausnahme, sondern als die vom Arzt beschriebenen 30 %, die eben bei dir zutrafen. Klingt blöde, nichts anderes ist es jedoch. Du hast da wenig Einfluß drauf. Und nach einer Begründung dafür zu suchen – das dürfte eher erschwerend sein.

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  7. Leser schreibt:

    Ich will nicht schadenfroh klingen, und meine das auch nicht so, aber: Ich denke, dass es im Nachhinein etwas gutes ist, was Du da erlebst. Fühlt sich zwar erst mal scheiße an, aber Du lernst was über Dich selbst. Und wenn es sowas wie einen „Sinn des Lebens“ gibt, dann kann das doch nur, sein das eigene Programm zu debuggen (sowohl auf der Hard- als auch auf der Softwareebene).

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    • breakpoint schreibt:

      „etwas gutes“
      Dazu fehlt mir noch der zeitliche Abstand.

      „Sinn des Lebens“
      42 – what else?

      „das eigene Programm zu debuggen“
      Über meine Binaries scheint ein Obfuscator gelaufen zu sein.

      „Johanniskrauttee“
      Nee, danke, ich trinke nur Kaffee.

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      • Leser schreibt:

        „Zeitlicher Abstand“: Solange der noch fehlt, kannst Du zumindest vorausschauen auf die Zeit, wenn sich Deine Sichtweise dazu dann geändert hat.

        42 – war die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Warum die Leser/Hörer (ich bin ein großer Fan des Hörspiels, sowohl des deutschen, als auch des Originals von BBC) daraus irgendwas mit „Sinn“ gemacht haben, will mir nicht einleuchten…

        „Obfuscator“: Macht aber doch gar nichts, denn Du bist ja auch die CPU, die die Binaries ausführt, also hast Du sozusagen den dirkten Zugang, debugging auf Binärebene macht doch am meisten Spaß! 🙂

        Und Johanniskrauttee schmeckt gut und beruhigt, aber jedem das seine oder ihre.

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        • breakpoint schreibt:

          „42“
          Ich kenne die BBC-Fernsehproduktion und habe die gesamte Trilogie in englisch gelesen. (Die neuere Kinoverfilmung kenne ich auch, finde ich aber nicht so toll.)
          Es wird zwar nicht explizit die Frage nach dem „Sinn“ gestellt – da hast du durchaus recht – trotzdem kam für mich persönlich die Fragestellung dem schon sehr nahe.
          Da ich sonst keine Antwort nach dem Sinn finden kann, ist 42 die Antwort, mit der ich mich noch am meisten anfreunden kann.
          Schließlich gilt im 13er-System auch, dass 6 * 9 = 42|13.

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          • Leser schreibt:

            Das Deutsche Hörspiel – *beide* Produktionen davon – ist ebenfalls sehr genial, wirklich gut produziert und alles. Das „Original“ von BBC ist etwas schwer zu verstehen stellenweise. Die 6-teilige BBC-Fernsehserie finde ich auch besser, als den Film von 2004 oder so. Ist aber klar, dass das so ist.

            Viele machen aus „42“ eine Sinnfrage, wahrscheinlich weil sie es anders nicht interpretieren können oder wollen. Ich habe immer mehr sowas wie eine Frage nach der Weltformel gemacht. Wenn aber der Sinn dann praktisch darin liegt, dass 10 = 13 ist, ist eben doch wieder alles sinnlos. Deshalb könnte mich die 42, und auch die Frage danach, nicht befriedigen, wenn ich darin einen Sinn suchen würde. Bin ich vielleicht zu „realistisch“ (oder „realitätsverhaftet“?) für…

            Deshalb finde ich „erkenne Dich selbst“ bzw. „self-debugging“ persönlich einen weitaus erstrebenswerteren Sinn, wenn man schon überhaupt danach fragen muss 🙂

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            • breakpoint schreibt:

              Für mich ist 42 der „Sinn“ – gerade weil es so kryptisch, nichtssagend und vieldeutig ist.
              Die Frage nach dem Sinn scheint mit ansonsten recht sinnlos zu sein.

              Bei „Weltformel“ denke ich eher an Lagrangedichten und die Theory of Everything.
              Oder vielleicht auch an etwas in der Art:
              Ψ[ζ]{ξ} (υκη) – Q(42) = 0

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  8. breakpoint schreibt:

    FünfhundertneunundvierzigAn Sonja’s 50. Geburtstag hatten wir die Teilnahme an ihrer Feier kurzfristig abgesagt.

    Irgendwie bedauerten wir dies jedoch, und überlegten, dass ein gemeinsames Abendessen doch auch ganz nett sein könnte. Also lud Carsten seine Schwester mit ihrer…

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  9. Pingback: Fünfhundertneunundvierzig | breakpoint

  10. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #28 //1857 | breakpoint

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