Vierhundertsiebenundsiebzig

Als ich die Augen öffnete, dauerte es etwas, bis ich zu mir kam und realisierte, wie er sich lächelnd über mich beugte. Endorphine, Serotonin, und was weiß ich sonst noch, wurden ausgeschüttet und ich lächelte zurück.
Erst dann wurde mir bewusst, dass er bereits im Anzug und abmarschbereit vor mir stand.
„Du gehst schon?“
„Schon ist gut, Süße. Du hast verschlafen.“
„Oh .. warum hast du mich nicht geweckt?“
„Du hast nur gegrunzt, bist aber dabei nicht wachgeworden“, er zwinkerte mir zu, „und danach sahst du so friedlich aus im Schlaf. Du hast auch keine Aufträge mehr abzuarbeiten, und wenn du bis elf zu dem Vorstellungsgespräch im Büro bist, dann reicht das.“
Allmählich war ich wirklich wach, und ich setzte mich auf. „Ich habe aber noch etliches zu erledigen und vorzubereiten. Auch für die Hochzeit.“
„Mach dir keine Hektik deswegen. Ich muss jetzt los.“
Noch ein Quss, und er verließ die Wohnung.

Ja, es steht für die nächsten Tage noch einiges auf meiner To-do-Liste.
Nachher muss ich zum Beispiel das Hochzeitskleid zum letzten Mal anprobieren. Falls es – wie ich hoffe – tadellos passt, nehme ich es gleich mit heim.
Dann ist mir noch eingefallen, dass Strumpfbänder nicht schlecht wären. Zwar habe ich bereits passende halterlose Strümpfe, die ich unter dem Kleid tragen werde, aber schicke Strumpfbänder zusätzlich wären bestimmt auch interessant. Mal sehen, ob ich auf die schnelle welche herkriege. Früher soll es ja Brauch gewesen sein, ein Strumpfband der Braut zu versteigern (dabei kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass Carsten sich von irgendjemandem überbieten ließe).

Außerdem muss ich mich um die Pakete mit meiner „Aussteuer“ kümmern, die gestern vormittag per Post angekommen sind, als ich zum Glück gerade noch daheim war.
Die „Aussteuer“ besteht im wesentlichen aus einem Besteckkasten für zwölf Personen, etlichen Handtüchern im Design der Siebziger, und einem großen Stapel Bettwäsche im Design der Achtziger, die von der Größe her überhaupt nicht auf unser Bett passen.

Mit dem Einpacken des Urlaubsgepäcks warte ich noch bis morgen. Carsten hat lediglich durchblicken lassen, dass es dort warm ist. Mehr weiß ich nicht. Ich soll auch gar nicht so viel einpacken. Also, was brauche ich wirklich?
Ein paar Tops, Röcke, Sandalen, Zahnbürste, Kamm, Kondome, Notebook samt Equipment.
Mehr fällt mir jetzt gar nicht ein. Wenn ich sonst vor Ort noch etwas anderes brauchen sollte, kann mein Mann mir’s ja besorgen.

Morgen muss ich auch die Flipcharts beschriften, denn am Donnerstag werden sie noch anderweitig gebraucht. Ich kann nur hoffen, dass mir nicht irgendein Trottel die Seiten runterreißt.

Kühlschrank wollte (d.h. „müsste“ wäre zutreffender) ich auch noch abtauen. Da ist aber immer noch eine Packung Eis im Gefrierfach. Da mache ich mich jetzt gleich mal drüber her.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Vierhundertsiebenundsiebzig

  1. House-of-mystery schreibt:

    lach……..na dann viel Spaß ! Aber mach dir nicht soviel Stress. Ich wünsche dir was.
    Übrigens ich fahre auch am Freitag !

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  2. mkuh schreibt:

    Hallo
    ein Zettel an die Flipcharts das sie so beschifit zu bleiben haben 😉

    Viele Grüße

    mkuh

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  3. plietschejung schreibt:

    Ein lieber Mann. Lass ihn nicht mehr gehen.

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  4. Reisteecker (Ausland!), Mückenzeugs, Sonnencreme (warm = Sonnenbrand + Viehzeugs), Badeklamotten, Sonnenbrille, notwendige Pillen.

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  5. Athropos schreibt:

    Quss == das, was meine Lateinlehrerin als „erotischer Kuss“ bezeichnet hat?
    Für einen Typo passt das Tastaturlayout nicht (auch wenn du mit DSK arbeiten solltest)

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  6. Gentleritter schreibt:

    Den Blog bitte nicht einschlafen lassen. Du kannst als frischgebackene Unternehmerfrau ja dann mehr einen Schwerpunkt auf Kochrezepte legen.;-)

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  7. Conchi schreibt:

    Hi du liebe,

    ohh, du hast ja echt viel zu tun, und ich halte dir die Daumen, dass dein Brautkleid gut passt. Auf den Urlaub freust du dich bestimmt schon, nicht? Wann geht es denn los?

    Ich wünsche dir jedenfalls viel ERfolg und spass bei allem und sende dir viele liebe Grüße
    Conchi

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  8. ednong schreibt:

    Hi,
    du brauchst etwas Blaues (vllt. das Strumpfband?) und dazu etwas Gebrauchtes, das du weiterreichst bzw. dir genommen wird, wenn ich das so richtig in Erinnerung habe. Genaueres weiß bestimmt die Hochzeitsplanerin.

    Dann bin ich mal gespantn auf die letzten Posts vor Freitag (wenn ich mich nicht verzählt habe) und wünsche Euch dann angenehme Flitterwochen schon jetzt, wenn es dieser schon gewesen sein soll.

    Und das Bloggen wirste doch wohl nicht ernsthaft beenden an dieser Stelle, oder? Ich bitte dich (es nicht zu tun)!

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    • Murgs schreibt:

      „Something old, something new,
      something borrowed, something blue.“
      Etwas Geborgtes gehört auch noch dazu.
      🙂

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    • breakpoint schreibt:

      Aus diesen alten Bräuchen mache ich mir eigentlich nichts, aber mein Kleid/Schuhe/Strümpfe sind ja neu.
      Das Strumpfband ist weiß mit einem blauen Streifen, meine Uhr geht als alt durch, und dann borge ich mir selbst noch eine Haarklammer.

      Morgen werde ich ganz bestimmt noch mal bloggen. Danach sehen wir dann weiter.
      Ganz aufhören werde ich nicht, zumal blog.de jetzt wieder akzeptabel funktioniert, aber bis Mitte August bin ich eher anderweitig beschäftigt. 😉

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  9. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #24 //1803 | breakpoint

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