Shisen Sho Revisited //2472

Vor einiger Zeit hatte ich nach einer (Online-)Variante von Shisen Sho gesucht, fand dann nach dem Hinweis eines Kommentators die Umsetzung eines französischen Entwicklers.
Inzwischen habe ich das schon öfter gespielt, immer wieder mal zwischendurch ein paar Minuten zur Entspannung oder Zerstreuung. Das Spiel hat seine guten Seiten, aber auch ein paar Macken.

Fangen wir mit den positiven Eigenschaften an:
Der eigentliche Spielverlauf ist sehr schön umgesetzt. Das Spiel läuft einwandfrei und flüssig. Ich habe bisher noch keinen Käfer gefunden.
Die Graphiken der Ziegel sind ästhetisch ansprechend und leicht unterscheidbar.
Es stehen mehrere Spielmodi zur Verfügung (ich bevorzuge „Gravity“, wo Ziegel Tetris-like nach unten rutschen, wenn Löcher unter ihnen entstanden sind).
Das nervige Piepen, wenn man sich verklickt hat, kann man wegkonfigurieren.

Jetzt zu den kritikwürdigen Aspekten:
Die Metabedienung, also über das eigene Spiel hinaus, wie Optionen einstellen oder Start eines neuen Spiels, läuft nur über Icons (ohne Text) am Seitenrand. Diese Icons sind uneinheitlich und dilettantisch gezeichnet. Ihre Bedeutung erschließt sich nicht intuitiv. Dieses Konzept gefällt mir nicht, aber ich kann darüber hinwegsehen.
Die Art der Ziegel ist eigentlich fest definiert, aber ich habe festgestellt, dass sie nicht ganz dem Standard entsprechen. Beispielsweise gibt es bei den Jahreszeiten nur Sommer und Winter, aber weder Frühling noch Herbst. Die Winde fehlen ganz. Nun ja, auch darauf kommt es mir nicht an. Meinetwegen dürften es auch völlig andere Motive sein, solange man sie nur gut unterscheiden kann.
Die Zeitmessung ist äußerst fehlerhaft. Da gibt es mindestens drei von einander unabhängige Timer, die sich gegenseitig in die Quere kommen. Ich spiele ja nicht auf Zeit, sondern unterbreche auch häufig und mache dann längere Zeit etwas anderes. Vielleicht fällt das Problem nur bei dieser quasi fragmentierten Spielweise auf. Jedenfalls wird während des Spiels eine andere Zeit angezeigt, als ggf. im Highscore. Da tauchen manchmal auch Zeiten auf wie 1:234:56 – also mehr Minuten, als es pro Stunde gibt. Das ganze ist nicht nachvollziehbar, und recht irritierend. Ich bräuchte überhaupt keine Zeitmessung, aber wenn, dann sollte sie wenigstens konsistent sein. Einmal gelang es mir, gleich nach dem Start zügig ein Spiel zu vollenden. Dies wurde mit 6 Sekunden in den Highscore eingetragen, was völlig unrealistisch ist. Es dürfte so um die fünf Minuten gedauert haben, vielleicht sogar etwas darunter, aber ganz bestimmt nicht so kurz. Der Entwickler hat die Zeitauswertung einfach nicht im Griff.
Ein kleines Manko besteht noch darin, dass man bei einem nicht geschafften Spiel nicht mehr sieht, welche Ziegel noch übrig sind. Da würde ich manchmal schon gerne noch sehen, wie die wenigen übrigen Ziegel sich gegenseitig blockieren. Aber die Meldung überdeckt das Spielfeld sofort völlig. Immerhin hat man die Möglichkeit, per Klick wieder zurückzuschalten, aber es ist umständlich.

Ansonsten ist es aber ein sehr schönes Spiel, das ich weiter empfehlen würde.
Leider ist keine Kontaktadresse des Entwicklers angegeben, sonst hätte ich ihm vielleicht das Problem mit der Zeitmessung berichtet. Ich gehe davon aus, dass ihm das nicht bewusst ist, und es in seinem Interesse liegt, solche Käfer zu fixen. Schließlich will man eine möglichst fehlerlose, perfekte Software unter seinem Namen herausgeben. Aber der Aufwand, weiter nach einer Kontaktmöglichkeit zu suchen, lohnt sich für mich nicht, so dass ich es bleiben lasse.

Sollte ich das Spiel mit maximal fünf Sternen bewerten, so wären das für den eigentlichen Spielverlauf fünf Punkte. Aufgrund der oben beschriebenen Schönheitsfehler würde ich aber Punkte abziehen.
Da liegt es wohl an meiner aktuellen Stimmung, ob ich insgesamt vier oder nur drei Sterne vergeben würde. Mitteln wir auf dreieinhalb von fünf Sternen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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Eine Antwort zu Shisen Sho Revisited //2472

  1. Pingback: Zurück zu den Novembertweets //2571 | breakpoint

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