Fünfhundertneunundneunzig

Wenn ich in letzter Zeit über Filme oder Bücher gebloggt habe, dann war dies meist eher negative Kritik.
Zum Kontrast möchte ich deshalb auch einmal zwei Empfehlungen aussprechen:

Die französische Filmkomödie „Ruby & Quentin – Der Killer und die Klette“ kommt mit einer Beschreibung daher, die mich zunächst einmal gar nicht gereizt hat. Aber siehe da – der Film ist echt witzig. Die beiden Hauptdarsteller agieren überzeugend, wenn auch der Schluss nicht sehr glaubwürdig ist.
Diese Empfehlung ist vielleicht etwas sehr kurz geraten, aber konkrete Details sind eigentlich eher uninteressant. Schaut euch den Film gelegentlich an, wenn euch nach anspruchsvoller Unterhaltung ohne intellektuellen Tiefgang ist.

Das Buch „Homers letzter Satz“ von Simon Singh war eine Offenbarung für mich. Mir war vorher gar nicht bewusst gewesen, dass die Simpsons und Futurama so viele mathematische Anspielungen enthalten. Häufig sind sie nur ganz subtil und dezent als Zahlen oder Formeln, die z.B. auf einer Tafel stehen, aber sie haben immer eine Bedeutung. Kein Wunder, setzen sich doch die Autorenteams der Serien hauptsächlich aus Mathematikern und Naturwissenschaftlern zusammen. Leider geht in der deutschen Übersetzung auch einiges verloren.
Wer Simpsons mag, und der Mathematik nicht abgeneigt ist, sollte das Buch unbedingt lesen.
Einen Fehler habe ich aber gefunden:
In Anhang 2 leitet Singh die Euler’sche Formel aus der Taylorreihe der e-Funktion her. Er ersetzt das x durch ix, sortiert dann die Summanden um, und gruppiert sie, je nachdem, ob sie real oder imaginär sind. Dabei erscheint (zumindest in meiner Ausgabe der deutschen Übersetzung) eine 1 zuviel.
Trotzdem, absolut lesenswert. Und etliche der mathematischen Witze kannte ich noch nicht (BTW, der Oktoberfestwitz spielt eigentlich im Hilbertraum, und es sind nicht zwei Funktionen, sondern eine Funktion und ein Operator).

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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10 Antworten zu Fünfhundertneunundneunzig

  1. HalfTheTruth schreibt:

    Es könnte passieren das „Homers letzter Satz“ für mich eine interssante Empfehlung ist. Beim nächsten Buchladen Besuch werd ich das mal näher betrachten, danke für den Tip. Denn meistens steh ich in den Buchläden wie Ochs vorm Berg und sag D’oh, weil ich nicht weiss was für mich lsenswert ist…

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  2. Leser schreibt:

    Das ist vermutlich in dem Buch auch drin, aber auf eine dieser Anspielungen bin ich neulich in diesem Video gestoßen:

    Und: Ja, eigentlich sind diese Serien nur deshalb so genial – wobei ich die Simpsons schon seit Jahren nicht mehr schaue, ist mir irgendwann einfach zu viel geworden, und Futurama ist ja nun leider fertig, aber das war auch in Bezug auf massenhaft andere Anspielungen total genial, so dass man sie alle gar nicht auf Anhieb finden konnte und jede Folge eigentlich mindestens zigmal gesehen haben musste.

    Aber natürlich nur im Original. Selbst bei Animationsserien, wo man denkt, es wäre egal, sind deutsche Übersetzungen immernoch verdammt nah an unerträglich dran…

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    • breakpoint schreibt:

      Die Simpsons-Folgen der letzten Jahre haben tatsächlich viel von ihrem Witz verloren.
      Noch schaue ich sie meist, aber wenn nicht bald wieder ein Highlight kommt, dann werde ich das in Zukunft wohl bleiben lassen (wie bereits bei 2.5 Men).

      Es gibt wieder neue Futurama-Folgen, aber bis ich das mitgekriegt hatte, war ihre Ausstrahlung schon um.
      Kennst du den Film „Bender’s Big Score“? – Absolut genial. 1 1 0 1 0 1 0 0 1 1 …

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      • Leser schreibt:

        Ja, Bender’s Big Score ist auch meine „Lieblingsfolge“ von Futurama, aber der Film ist doch alt…irgendwie von 2009 oder so? Zumindest hab ich ihn damals zum ersten mal gesehen.
        Futurama ist nach der siebten Staffel und der Folge „Meanwhile“ ziemlich definitiv zuende. Diese wurde im September in den USA ausgestrahlt, da ich über keinen Fernseher verfüge, weiß ich nichts von deutschen Ausstrahlungen (die sind eh synchronisiert, und damit ungenießbar für mich), aber sehe mir solche Sachen auch relativ zeitnah an… Ich lese gerade in Wikipedia, dass die Macher trotzdem irgendwie vor haben, es weitergehen zu lassen, aber mal schauen. Noch ist da nichts konkretes, und als Fernsehserie wird es wohl auch nicht sein.

        Es soll aber wohl eine Crossover-Episode „Simpsorama“ zwischen Futurama und den Simpsons geben, welche als End-Episode der 25. Staffel von Simpsons ausgestrahlt werden wird. Die schaue ich mir wahrscheinlich an 🙂

        In der Zwischenzeit freue ich mich dann eben auf die neue Staffel von Dr. Who, und auch auf die wohl geplante vierte und fünfte Staffel von „Sherlock“. Das sind zwar beides keine Comics, und zudem auch noch britische Produktionen, aber trotzdem ebenfalls sehr intelligent gemacht.

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        • breakpoint schreibt:

          Nach den Futurama-Filmen kamen noch ein oder zwei Staffeln. Aber ich sehe schon, du bist da mehr auf dem Laufenden als ich.

          Eigentlich schaue ich ja nicht viel fern, sondern nur wenn gerade etwas interessantes läuft, während ich gerade Zeit habe.
          Nur wenige Filme oder Serien sind es mir wert, meine Zeitplanung danach auszurichten.

          Dr. Who wollte ich eigentlich auch mal schauen, bin aber nie dazu gekommen.

          Zufällig bin ich kürzlich auf „The IT Crowd“ gestoßen, habe aber erst zwei oder drei Folgen gesehen, und bin mir noch nicht sicher, ob sich weitere Folgen lohnen.

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          • Leser schreibt:

            Ja, es ist schon eine extreme Erleichterung, wenn man beim Anschauen auch von Fernsehsendungen nicht an feste Sendezeiten gebunden ist. Leider gibt es in Deutschland immer noch kein Netflix, falls es dazu jemals kommen sollte.
            Von der IT Crowd hab ich ein paar Folgen gesehen (natürlich das britische Original, nicht die deutsche Serie, die wohl das Format mit anderen Schauspielern nachgedreht haben), und es ist mir fast schon etwas zu sitcom-Mäßig. Außer natürlich der Klassiker-Szenen, die auch auf Youtube zu finden sind und überall, wo es passt, verlinkt werden (z.B. „das Internet“…)

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  3. Gentleritter schreibt:

    Kann man das Buch auch ohne Mathestudium verstehen?

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    • breakpoint schreibt:

      Sicher. Man sollte nur keine Abneigung gegenüber Mathematik und Zahlen haben.
      Viel komplizierter als ein paar Berechnungen mit Primzahlen oder Potenzen 😀 wird’s eigentlich nicht.

      Und das Buch enthält auch einen Test für das Mathematikwissen, der darauf beruht, welche Witze man versteht.

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  4. Pingback: Achthundertsechsundachtzig | breakpoint

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