Fünfhundertzweiundvierzig

Solange der CTO krank ist, bin ich für die Softwareentwickler zuständig.

Ich habe mir natürlich angesehen, was die so treiben, und – ich bin entsetzt! Das ist eine absolute Chaostruppe. Ein paar machen Scrum, ein paar V-Modell, offenbar jeder etwas anderes. Der Code ist ziemlich konfus und mit Kommentaren überladen, statt selbsterklärend zu sein, also ziemlich weit entfernt von dem, was ich mir unter sauberem Code vorstelle.
Ich will dem CTO gar keinen Vorwurf machen. Der ist Elektroingenieur und sehr kompetent, wenn es um z.B. die Entwicklung elektronischer Schaltungen und Platinen geht. Aber vom Softwareentwicklungsprozess hat er keine Ahnung.

Für die Versionsverwaltung nutzen sie CVS. Na, immer noch besser als gar nichts. Programmiersprache ist immerhin C++. Carsten erzählte mir, dass das damals noch eine recht neue und moderne Sprache war, als die Entwicklung hier begann. Ursprünglich hatten sie mit Fortran angefangen, aber ziemlich schnell auf C++ gewechselt.

Tja, was mache ich jetzt mit meinen Entwicklern? Die auf Vordermann zu bringen, geht nicht von heute auf morgen. Und wenn sich nach ein paar Monaten die ersten Fortschritte zeigen, übernimmt der CTO wieder. Es ist ja auch wichtig, dass sie sich weiterhin regelmäßig mit den Geräteentwicklern austauschen, um die Schnittstellen abzustimmen. Deshalb möchte ich sie nicht ganz von der Entwicklungsabteilung lostrennen.
Grundsätzlich könnte ich mir ja schon vorstellen, die Softwerker auf Dauer zu übernehmen (immer noch lieber als die IT). Rein zahlenmäßig sind es weniger als die ITler, und ich wäre dort nicht für sämtliche IT-bezogene Probleme in der ganzen Firma zuständig. Der Zeitaufwand wäre also überschaubar, so dass ich nebenbei durchaus noch meinen eigenen Entwicklungen nachgehen könnte (wenn auch in etwas geringerem Umfang als früher).

Ich werde das Thema möglichst bald ergebnisoffen mit der Geschäftsleitung besprechen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Fünfhundertzweiundvierzig

  1. Delicatus schreibt:

    Ich denke Du solltest die Mitarbeiter einen Gastbeitrag schreiben lassen. Kann mir richtig vorstellen, wie die sich über die Frau des Chefs auslassen 😉

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  2. plietschejung schreibt:

    Schick den Softies doch mal den Link 😉
    Machst dich gleich beliebt in der Truppe *g*

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  3. Lehrerin schreibt:

    Ich dachte immer, der langweiligste Beruf für mich und meine (beschränkten) Fähigkeiten wäre Steuerberater. Aber seitdem ich deinen Blog lese, kenne ich einen, der mich persönlich noch mehr langweilen würde :.

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    • breakpoint schreibt:

      Echt? Das empfindest du als langweilig?
      Also man kann über das ganze Computerzeugs ja denken, was man will, aber zumindest abwechslungsreich ist es schon.

      OK – in diesem Eintrag habe ich nur zwei Sprachen (C++, Fortran) erwähnt. Da kann ich bei dir natürlich nicht mithalten. 🙂

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  4. ednong schreibt:

    Ergebnisoffen? LOL. Welches Ergebnis schwebt dir denn vor?

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    • breakpoint schreibt:

      Ja. Ergebnisoffen.

      Es wäre zwar eine Möglichkeit, dass ich die Softwareentwicklung permanent übernehme, aber ich bin nicht gerade erpicht darauf.
      Was ich vermeiden möchte, ist das ich mich jetzt hineinhänge, um die SWler auf ein gewisses Level zu bringen, und dann übernimmt der CTO, heimst die Lorbeeren ein und lässt anschließend wieder alles bergab gehen.
      Wenn ich da schon Zeit und Mühe investiere, dann soll das auch nachhaltig sein.
      Ansonsten mache ich eben nicht mehr als nötig, um das Ganze einigermaßen am Laufen zu halten.

      Mal schauen, was der Chef dazu meint.

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  5. schaum schreibt:

    genau das ist immer die sorge von menschen mit verantwortung, die länger abwesend sein müssen. aber am ende zählt das wohl des ganzen, und das sollte entscheidend sein

    es schäumt meinesicht

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  6. breakpoint schreibt:

    SechshundertachtzehnSeit ein paar Tagen ist der CTO wieder zurück.
    Er hatte sich ja vor ein paar Monaten bei einem Fahrradunfall das Bein gebrochen. Danach war er erst einige Wochen im Krankenhaus, danach auf Reha.

    Auch jetzt ist er noch nicht voll einsatzfähig, und w…

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  7. Pingback: Sechshundertachtzehn | breakpoint

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