Dreihundertvierundsiebzig

Ich habe einen Blumenstrauß bekommen.
Irgendein Gewächs, das ich nicht identifizieren kann. Mit Botanik habe ich mich nie gut ausgekannt.
Weil das Ding nicht in meinen Komposteimer passte, musste ich deswegen extra runter zum Biomüllcontainer.

Der Strauß war von Sven. Zusammen mit einem handschriftlichen Brief, immerhin leserlich.
Darin steht irgendetwas verlogen-schleimiges von wegen, dass es ihm leid täte, dass er an Silvester zu Carsten gesagt hätte, mir ginge es nur um Geld.

Naja, dass es ihm im Nachhinein leid tut, das gesagt zu haben, glaube ich schon. Schließlich hat Carsten ihn daraufhin hinausgeschmissen und den Geldhahn zugedreht. Hätte Sven einfach den Mund gehalten, wäre das wohl nicht passiert.

Ansonsten lässt mich die Sache völlig kalt. Carsten hat Sven unter Druck gesetzt, sich bei mir zu entschuldigen. Aber da ich nicht beleidigt bin (schließlich stimmen Sven’s Äußerungen nicht – warum sollte ich mich da getroffen fühlen?), kann ich die Entschuldigung weder annehmen noch ablehnen. Das soll Carsten nur selbst entscheiden, ob er Sven wieder Geld gibt oder nicht. Mir ist das sowas von egal.
Carsten vertritt ohnehin die Auffassung, dass zum einen Fiona jetzt eltern-unabhängiges Bafög bekommen müsste, weil sie ja verheiratet ist. Und zum anderen, dass Sven ruhig selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommen sollte. Schließlich könnte der durchaus mal was arbeiten.

Sven gehört zu den Leuten, deren Meinung mich schlichtweg nicht interessiert. Meinetwegen kann der denken, was er will.

Jetzt habe ich also diesen schleimigen Brief vorliegen, der mir als Klopapier noch zu eklig wäre. Ich werde ihn wohl Carsten geben. Zumindest bin ich das Ding dann los.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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10 Antworten zu Dreihundertvierundsiebzig

  1. Moody schreibt:

    Hm… ich war schon immer jemand, der Gequatsche vermeidet und seine Entschuldigungen direkt vorbringt. Ich kann mit solchen Briefen oder Nachrichten auch nichts anfangen. In meiner FB-Nachrichtenbox liegt auch noch eine unbeantwortete Mail meiner letzten Affaire, weil sie mich vor ein paar Wochen per SMS ungerechtfertigterweise angeraunzt hat und ich mich seither nicht mehr melde. Hätte sie vor meiner Tür gestanden, dann hätte jene Entschuldigung tatsächlich ein Gewicht erhalten.

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    • breakpoint schreibt:

      Der Brief als Medium war es nicht, der mich störte. Sven wohnt ja weit von hier entfernt, und ich bin froh, dass er nicht plötzlich vor der Tür stand.
      Aber der Inhalt war mehr als daneben.
      Er hat nicht bereut, was er gesagt hat, sondern nur die negativen Folgen für sich selbst. Nee, auf solch eine „Entschuldigung“ verzichte ich.

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  2. DerMaskierte schreibt:

    Den Brief in die Rundablage P und gut ist. Kannst ja Carsten deine Eindrücke schildern, das sollte genügen.

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  3. Betriebswirt ZRH schreibt:

    … wir in Zürich sagen zum Blumenstrauss… „Heuchlerbesen“

    🙂

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  4. baerlinerin schreibt:

    Ach, wie jämmerlich, dieser Mann!!! Und „Heuchlerbesen“ gefällt mir. 🙂 – Aber das du die Blumen gleich über`n Jordan geworfen hast!?!?!? Tststs. Nein, nein, mit den armen Kreaturen hätte ich jemand Anderem eine Freude gemacht. Der netten Bäckersfrau, der Apothekerin deines Vertrauens, einer lieben Nachbarin, die deine Pakete entgegen nimmt… 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Hm, soweit habe ich nicht gedacht.

      Falls sich irgendwann wieder einmal jemand erdreistet, mir so ein Heuchlerdings zu schenken, werde ich die Weitergabe erwägen – wobei es schon einen sauren Nachgeschmack hinterlässt, jemandem etwas zu geben, was man selbst geschenkt nicht haben will.

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  5. breakpoint schreibt:

    VierhundertachtGerne hätten wir den Garten wieder in unser Privat-FKK-Gelände umfunktioniert, aber leider ist es immer noch zu kühl, um es länger unbekleidet draußen auszuhalten.
    Aber nichts hält uns davon ab, uns im restlichen Haus naturistisch aufzuhalten (ich mus…

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  6. Pingback: Vierhundertacht | breakpoint

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