Zweihundertsechsundvierzig

Wie ich es in einem Kommentar schon angekündigt hatte, spendiere ich heute einen Eintrag über Verhütung.

In einer früheren Phase meines Lebens waren Kondome selbstverständlich ein Sine-qua-non. Obwohl es sich anscheinend noch nicht flächendeckend herumgesprochen hat, sind Kondome bei One-night-stands gerade auch in Hinblick auf Safer Sex unverzichtbar.
In meiner jetzigen Lebensphase könnte ich wohl auf ein anderes Verhütungsmittel umsteigen, aber ich kann mich einfach zu keinem durchringen.

Gegen hormonelle Kontrazeptiva habe ich ein tiefverwurzeltes, unüberwindbares Misstrauen, wie gegen alles, was mit Chemie und Pharmazie zu tun hat. Ich nehme auch sonst keine Medikamente (es sei denn, der Leidensdruck überwiegt, und auch dann nur nach ausführlicher Lektüre des Beipackzettels).
Vielleicht könnte ich mich ja überwinden, wenn ich mich besser mit Endokrinologie auskennen würde. Aber so kann ich die Wirkung nicht selbst abschätzen und kontrollieren.
Außerdem gibt es Studien, dass die Pille die Libido reduziert – und zwar irreversibel. Auch wenn der eine oder andere vielleicht der Meinung ist, ich könnte mir das leisten, aber ich will das keinesfalls riskieren.
Mein (bis auf zwei Zahnfüllungen und eine Narbe am Knie praktisch naturbelassener) Körper ist mein Heiligtum. Warum sollte ich ihn mit irgendwelchen Hormonen überfluten und mir die Nebenwirkungen antun?

Diaphragmen oder irgendwelche Schäume oder Gels sind nur für gelegentlichen Sex geeignet, aber nicht für mehrmals täglich.

Dann gibt es noch Intrauterinpessare. Hm. Darauf wird es wohl hinauslaufen. Ich muss nur noch meinen Widerwillen überwinden. Aber warum soll ich ständig mit einem Fremdkörper in mir herumlaufen, wenn es doch viel einfacher ist, wenn er sich nur für (im Schnitt) etwa fünfzehn Minuten ein Tütchen überstreifen müsste? Ich habe die Zeitspanne ja schon dank meines ausgeklügelten Systems auf vier bis fünf Tage im Monat reduziert.

Enthaltsamkeit war nur eine Notlösung, die ich nicht mehr wiederholen will. Schließlich schade ich damit auch mir selbst.

Kondome kann ich halt bei ihm nicht mehr durchsetzen (es ist ja nicht so, dass ich die Dinger just for fun benutzen will; ich finde es ohne auch significkant schöner) und bin deshalb gezwungen, mich selbst um Verhütung zu kümmern. Keinesfalls will ich mir mein Leben durch so ein schreiendes Balg versauen lassen.

Nicht nur, dass ich durch ihn keinerlei Unterstützung bei dieser Thematik bekomme, nein, er will auch noch mal auf Teufel-komm-raus (war in diesem Fall nur eine Redensart, keine versteckte Anspielung) Vater werden.
Dafür fallen mir folgende Gründe ein:
* Er will sich und der Welt beweisen, dass er das noch kann (Stichwort Midlife-Crisis). IMHO der Hauptgrund.
* Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, unter seinen eigenen Nachkommen einen Nachfolger für seine Firma zu finden.
* Er will seinen Schwiegersohn samt Verwandtschaft damit ärgern.
* Er will seinen Einfluss auf mich maximieren.
* Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er sich früher so wenig um seine Töchter gekümmert hat und will das jetzt irgendwie ausgleichen und kompensieren.

Das war zugegebenermaßen off topic, aber es wird ja niemand gezwungen, hier zu lesen.

Und noch ein kleiner Exkurs, weil mir die Analogie irgendwie aufgefallen ist:
Beim Schutz vor hochenergetischer Strahlung ist das auch so ähnlich. Grundsätzlich sollte man Exposition an sich vermeiden (OK, hier passt die Analogie gar nicht).
Dann kann man sich durch Vergrößern des Abstands schützen, wobei das Abstand-Quadrat-Gesetz gilt (Gauss). Dies gilt in dieser Form nicht bei Verhütung. Dort dürften aber gut hundert Kilometer ausreichend gewesen sein.
Während man Strahlung am effektivsten durch Blei oder Wolfram abschirmen kann, nimmt man beim Sex halt ein Kondom aus Kautschuk.
Und wenn mir jemand ein Medikament anbieten würde, das angeblich strahlenresistent macht, wäre ich bestimmt nicht so blöd, das einzunehmen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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4 Antworten zu Zweihundertsechsundvierzig

  1. ednong schreibt:

    Durch ein „schreiendes Balg“ siehst du dein Leben versaut? Oha, harte Worte. Das Kondome schützen, gerade bei ONS scheint wirklich noch nciht überall angekommen zu sein 😉

    Immerhin wird dein (fast) makelloser Körper durch das Kupfer noch ein wenig wertvoller. Hat doch auch was 😉

    Vielen Dank für die Einsichten.

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    • breakpoint schreibt:

      Vielleicht etwas hart formuliert, aber im Kern zutreffend.
      Und überhaupt: Ich sprach nur von _meinem_ Leben.
      Für das Leben manch anderer Frauen mag ein Kind ja möglicherweise eine Verbesserung oder Bereicherung darstellen. Für mein Leben definitiv nicht.

      Ja, die ganze Bredouille wurde nur ausgelöst, weil gewisse Leute bei einem ONS auf Kondome verzichteten. Und ich muss das jetzt ausbaden.

      Oh je, das Cu! Leitet zwar gut, ist aber ist nur halb edel. Und ich bin keine Spule.
      Nein, ich glaube, das tue ich mir doch nicht an. Es muss doch noch eine andere Lösung geben!

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  2. breakpoint schreibt:

    SiebenhundertneunNie mehr Kondome!

    Ich hatte es kürzlich ja schon angedeutet:
    Carsten hat sich am Mittwoch bei einem Urologen einem ambulanten Eingriff unterzogen, bei dem eine Vasektomie durchgeführt wurde. Um sich noch etwas zu schonen, geht er heute nicht ins Bü…

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  3. Pingback: Siebenhundertneun | breakpoint

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