Neue Schuhe //2619

Mein Blog ist auch dafür da, Erinnerungen an früher zu dokumentieren, und so mein Gedächtnis etwas zu entlasten. Tatsächlich habe ich inzwischen manches, nachdem ich mich jahrzehntelang daran erinnern konnte, vergessen, nachdem ich es gebloggt hatte.
Als ich vor ein paar Wochen geschrieben habe, wie schwierig es ist, passende Schuhe zu finden, fiel mir wieder ein, wie das in meiner Kindheit war. Meine Erinnerungen sind lückenhaft, aber bevor sie ganz weg sind, halte ich sie jetzt hier permanent fest.

Die ersten Schuhkäufe, an die ich mich erinnere, fanden in einem Schuhgeschäft in der Kreisstadt statt. Ich weiß das nur noch sehr vage, aber zum Abschied gab’s dann ein Lurchiheft. Das Schuhgeschäft muss irgendwann geschlossen haben, denn später waren wir nicht mehr dort.
In unserem Landstädtchen gab es ein relativ großes Bekleidungshaus. Die hatten dort zeitweise auch ein kleines Sortiment an Schuhen. Wenn man ab und zu dort geschaut hat, fand man sogar manchmal etwas passendes. Meine Kommunionschuhe für fünf Mark habe ich dort im Sonderangebot entdeckt. Die trug ich danach noch länger, bis sie mir nicht mehr passten.
Dann gab es im Ort sogar einen Schuhladen, in den meine Mutter aber aus irgendwelchen Gründen nicht rein wollte. Zwei- oder dreimal waren wir dann trotzdem dort, weil es dringend war, aber das Angebot war schon wirklich nur äußerst mäßig.
Es gab einige Male im Jahr einen Markt. Manchmal war auch ein Stand mit Schuhen dabei. Hin und wieder konnte man dort etwas Geeignetes entdecken. Um sich auf diese Bezugsquelle zu verlassen, war das Angebot aber zu unregelmäßig. Jedenfalls habe ich dort meine ersten Highheels gekauft (mit einem „Maddschdüggle“ bzw. „Marktstücklein“ – also einem kleinen Geldbetrag, den Kinder von Angehörigen bekamen, um sich auf dem Markt etwas kaufen zu können).
Irgendwann entdeckten wir dann ein gutes Schuhgeschäft in einem Städtchen in einem angrenzenden Landkreis. Dorthin fuhren wir dann ein- oder zweimal im Jahr, und die ganze Familie deckte sich mit Schuhen ein. Ein Termin dafür war immer schwer zu finden, denn, wenn wir am Wochenende Zeit gehabt hätten, hatten sie geschlossen, und wenn sie unter der Woche geöffnet hatten, waren wir meist anderweitig beschäftigt. Es lief also auf die Ferien hinaus, während auch mein Vater Urlaub hatte.

Als ich studierte, machte ich alle ein oder zwei Wochen einen Stadtbummel, und besuchte dann auch die lokale Filiale eines großen Bekleidungsunternehmens. Dort warf ich jedesmal einen Blick in die Schuhabteilung, und fand dort hin und wieder tragbare Schuhe.
Als ich einmal dringend neue Schuhe brauchte, suchte ich die auch in anderen Schuhgeschäften. Dort kaufte ich mir dann notgedrungen ein Paar – für meine Verhältnisse damals und mit Studentenbudget – teure Schuhe. Diese Schuhe gingen dann schon verhältnismäßig schnell kaputt, und belegten, dass ein hoher Preis nicht unbedingt mit guter Qualität korrelieren muss.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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40 Antworten zu Neue Schuhe //2619

  1. Ochmonek schreibt:

    Die ersten Schuhkäufe an die ich mich erinnere fanden Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Schuhgeschäft in der Nachbarschaft statt.

    Da gab es so ein Gerät, da stellte man unten seine Füße rein und oben konnte man reinsehen und seinen Füßen live beim geröntgt werden zusehen. Ein tolles Spielzeug! Zum Glück hat meine Mutter die Benutzung streng begrenzt.

    Interessant, was dieser Blogbeitrag wieder für Erinnerungen wachruft.

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  2. blindfoldedwoman schreibt:

    Ein altes Lurchibuch habe ich auch noch. Meine Mutter hat viel Wert auf gute Schuhe gelegt, die gabs in der nahegelegenen Stadt. Das Geschäft gibt es immer noch.
    Für meine Tochter bin ich extra 50 km weit gefahren, da gab es ein tolles Kinderschuhgeschäft mit großer Auswahl. Auch wenn ein Paar locker 100 € gekostet hat. Aber der Aufwand für einen Kinderschuh ist auch der gleiche, wie für einen Erwachsenenschuh.

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    • Die sieben oder acht Lurchihefte habe ich alle noch. Die habe ich Johannes schon vorgelesen.

      Kinderschuhe sind so schnell verwachsen. Auch da werde ich möglichst preiswerte Schuhe kaufen.

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      • blindfoldedwoman schreibt:

        Bei Kinderschuhen gibts leider kaum preiswert. Entweder billiger Schrott (kein Leder, schlechtes Fussbett, Chemikalien (Geruch!), schlechte Verarbeitung), der nicht gut für die Füsse, besonders im Wachstum ist, oder teuer.
        Im Mittelfeld gibt es noch Superfit oder Geox. Bei mindestens 2 Paar Schuhen plus Stiefel, plus Hausschuhe, schont das ein wenig den Geldbeutel.
        Aber hey, wieso hat man Kinder. Da will man doch nur das Beste.
        Und die Zeiten sind schnell vorbei, wo sie sich noch einkleiden lassen.

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  3. pirx1 schreibt:

    Ich erinnere mich noch gut an ein Schuhgeschäft in der nächstgelegenen Stadt. Dort gab es eine Holzrutschbahn für Kinder, die vom EG in das UG führte. Das war natürlich eine Attraktion für uns und erfüllte gleich mehrere Zwecke: Als Kind fand man so den Schuhkauf automatisch toll (Elefanten-Schuhe galten für das Kleinkind als Nonplusultra, aber auch recht teuer) und die Erwachsenen hatten alle Zeit der Welt für ihre Schuhauswahl und wurden dabei nicht gestört. Überhaupt gab es nach meinem Eindruck früher viel mehr reine Schuhgeschäfte als heute, und man wurde sogar von einer Unzahl an meistens weiblichen Verkäuferinnen noch richtig bedient.

    Der Schuh wurde geöffnet, die Schnürsenkel eingefädelt, dann hockte sich die Verkäuferin vor einem auf diesem merkwürdigen Schemel mit Fußablage hin und steckte einem den Schuh an den Fuß, meist benutzte sie einen kurzen metallenen Schuhlöffel, und schnürte ihn auch zu, ganz oft viel zu fest. Es folgte der obligatorisch fachmännische Druck auf die Schuhspitze und ein wissend verschwörerisches „Ja, da hat er noch genug Platz“. „Geh´ doch ´mal ein Stück.“. Also humpelte man auf einem Socken und einem Schuh über den Teppich, setzte sich wieder und die Prozedur begann mit einem „Der ist ja auch ganz schön, zieh den doch ´mal an.“ von vorn. Am Ende befand man sich in einem Sammelsurium von Einzelschuhen und Kartons. „Ich hole ihnen nochmal den zweiten dazu.“. Papier aus dem Karton und Schuh nehmen, Schnürsenkel fädeln und dann mit zwei Schuhen fünf Schritte gehen. Passt. Oder auch: „Der ist in ihrer Größe leider nicht mehr da, denn können wir aber auch bestellen.“ oder „Der linke Schuh ist leider nicht mehr da.“ woraufhin ich mich als kleineres Kind dann immer fragte, wer da wohl nur einen linken Schuh gekauft haben mochte. So viele Einbeinige? Am Ende ging es zur Kasse. Zu meinem Leidwesen hieß es dann immer „Den Karton brauchen wir nicht“ (wer weiß, was meine Eltern da geritten hat, sie fanden es wohl besonders pfiffig, dass der Karton dann nicht in unserer Mülltonne, sondern der des Schuhgeschäfts verblieb, dabei hätte ich als Kind gerade mit dem Karton so gern gespielt und viele konstruktive Ideen gehabt, die Schuhe waren mir eigentlich egal). Und nie verließ man das Schuhgeschäft ohne „das richtige“ Pflegespray. Eine große Sprühflasche mit grünem Deckel, vermutlich universal anwendbar für jede Schuh- und Ledersorte und gar nicht „die richtige“ nur für diesen Schuh, mit der man die Schuhe einer ganzen Kompanie für Jahre hätte pflegen können. Die wurden aber von meinen Eltern, anders als der Karton, bei jedem Schuhkauf mit erworben und füllten bei uns zu Hause ein ganzes Fach im Kellerregal.

    Auch erinnere ich mich noch an eine etwas mehr als hüfthohe Apparatur mit grünem Kunststoffgehäuse, die noch in einer Ecke in einem Schuhgeschäft stand, zu meiner Zeit als Kind aber schon keine Anwendung mehr fand. Dort konnte man seine Füße hineinstellen und der Schuhverkäufer blickte dann von oben in das Gerät hinein und stellte die Passform fest. Ein Pedoskop. Tatsächlich wurden die Füße bei dieser Prozedur geröntgt, darum kam man am Ende wohl auch davon ab.

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    • Die Schuhkartons haben wir uns immer mitgeben lassen. Schließlich hat man dafür häufig eine Verwendung, z.B. um etwas aufzubewahren oder damit zu basteln.

      Ja, diese Aufforderungen, Schuhsprays, Einlagen, etc. zu kaufen sind nervig. Wenn die Verkäuferin damit anfängt, sage ich freundlich, dass ich das bereits habe.

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    • Ach so .. fällt mir gerade noch ein:

      „Der linke Schuh ist leider nicht mehr da.“ woraufhin ich mich als kleineres Kind dann immer fragte, wer da wohl nur einen linken Schuh gekauft haben mochte.

      Irgendjemand hat mir mal erklärt (weiß nicht wer, und in welchem Kontext), dass gar nicht so wenige Leute unterschiedlich große Füße haben. Die kaufen dann (ich nehme an, in Absprache mit dem Verkäufer) zwei Einzelschuhe aus zweierlei Paaren. Dadurch kommt das zustande, dass gelegentlich kein passender da ist.

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      • pirx1 schreibt:

        Ich weiß gar nicht, ob das früher so einfach ging. Logistisch sicher eine Herausforderung. Was macht man mit zwei halben Paaren, die man nur an einen chiralen weiteren Schuhkäufer verkaufen kann?

        Später habe ich mir dann immer gedacht, dass das vermutlich nur Schlamperei bei der Lagerhaltung war (immerhin verschwanden die Damen oft für eine ganze Zeit „im Lager“, wer weiß, was man da noch alles -außer Schuhe suchen- tun kann, das überlasse ich der individuellen Phantasie).

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        • Versehentlich einen Schuh in den falschen Karton zu stecken, ist bestimmt auch an der Tagesordnung.

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          • pirx1 schreibt:

            Auch dazu kenne ich die (falls unbemerkt) dann folgende, klassische Floskel: „Die fallen klein aus.“ 😂. In Schuhgeschäften passiert eben auch nur Menschliches.

            Es gibt eine Satire von Ephraim Kishon, in der der Autor ein paar Schuhe aus sämischem gegerbtem Leder erstehen will. Er begibt sich in das Schuhgeschäft und dort finden sich leider nicht die passenden Exemplare für ihn, aber nu, wer weiß, vielleicht in der Filiale in der Innenstadt neben der Post?! Entsprechend wird der Lehrbub losgeschickt: „De Schuhe, sämisch, merk´s dir! De weißt doch, wo de Post ist?“. Zur Sicherheit gibt man dem Jungen der passenden Größe wegen die getragenen Schuhe des Autors mit und los – und wartet. Endlich kommt der Lehrjunge abgehetzt zurück und hat die Schuhe – auf den Postweg geschickt. Nach Wochen kommt dann ein Dankesbrief von einem Rabbi Sämisch aus der Diaspora. Ein dreifaches Hof auf die Findigkeit der israelischen Post. Die Schuhe passten, er bedanke sich auch sehr, aber im Grunde bevorzuge er doch ungetragene … .

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          • pirx1 schreibt:

            Gerne genommen übrigens ebenso: „Sie haben auch einen besonders breiten Fuß.“.

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      • Plietsche Jung schreibt:

        Es wird immer nur ein Schuh ausgestellt, da sonst zu viel geklaut wird. Den zweiten muss man dann im Lager suchen.
        Der Musterschuh ist meist aufgedehnt, also am besten immer einen neuen Satz nehmen.

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    • blindfoldedwoman schreibt:

      Elefanten wurde von Deichmann aufgekauft, aber auch vorher haben sie schon keine Qualitätsschuhe mehr hergestellt wie früher.

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  4. Leser schreibt:

    Ja, das mit dem Preis und der Qualität habe ich auch so erlebt, bzw. vor mehr als 5 Jahren – ich glaube, es waren sogar eher 10 – mal genau getestet: Nachdem ich ein paar Winterschuhe beim Discounter (weiß nicht mehr, ob Aldi oder Lidl) gekauft hatte, bei denen ich nur von einer Haltbarkeit über einen Winter ausgehen konnte, bin ich dann im nächsten Herbst/Winter zu einem dieser größeren Schuhhäuser (nicht Deichmann, aber so in der Art) gegangen und habe glaube ich ziemlich genau das doppelte ausgegeben, wie für die Discounter-Schuhe. Fazit: Im März, noch vor Ablauf des ersten halben Jahres, hatten die Schuhe Löcher und waren durch, so dass man mir sie problemlos zurücknahm und einen Gutschein ausstellte. Damit bin ich dann im nächsten fast-Winter wieder hingegangen, und habe nochmal Schuhe gekauft, die das Doppelte der alten vom letzten Jahr kosteten. Und was war? Wieder dasselbe: Sie hielten nich mal ganz den ganzen Winter über. Nachdem ich das also gemacht hatte, habe ich mit den Kaufpreis dann auszahlen gelassen und wieder Discounter-Schuhe gekauft. Warum sollte ich unnötig mehr ausgeben, wenn die eh nicht lange halten? Klar, man würde wahrscheinlich auch Qualität bekommen, die lange hält, aber dafür müsste man dann wohl so viel ausgeben, dass ich es nicht einsähe, eine derartige Summe bloß für Schuhe hinzulegen.
    Und damit sind wir bei Terry Pratchett’s „Stiefelgleichnis“ (ich habe den Autor selbst nie gelesen, aber viel davon gehört), oder „Warum Reiche Leute reich bleiben und arme Leute arm bleiben“: Die Reichen Leute kaufen sich einmal ein paar Stiefel für $100, welche dann aber auch 20, 30 oder mehr Jahre halten, die armen Leute kaufen sich Stiefel für $10, die dann genau ein Jahr halten und dann im nächsten Jahr wieder durch welche für $10 ersetzt werden… 😉
    Aber, was soll ich sagen, ist halt so, eigentlich nicht wert, weiter darüber nachzudenken.

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Schuhe kauft man am besten, wenn möglich, in Italien oder Spanien. Oder beim Schuhmacher als Maßschuh.

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  6. pirx1 schreibt:

    Hobbits hätten solche Probleme gar nicht.

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  7. pirx1 schreibt:

    Für 400 Euro kann man -selbst wenn man in europäischen Billiglohnländern wie Tschechien oder Ungarn fertigen lässt- keine Schuhe in Handwerksqualität herstellen. Begriffe wie „handgefertigt“, „holzgenagelt“ oder „rahmengenäht“ sind dabei nichts als ungeschützte Begriffe, werbetechnischer Nebbich für „stilbewusste“ Internet-Versandhauskonsumenten, die dann eben 400 statt 75 Euro für einen Schuh bezahlen, ohne dass diese Mehrkosten wirklich im Fertigungsprozess oder der Produktqualität abgebildet würden. Ein Schuh, der vom Arbeiter mit der Hand aus der Zwickmaschine genommen wird gilt dann eben schon mal als „handgefertigt“.

    Preise für tatsächlich vom Handwerker maßgefertigte und wertige Schuhe müssen schon allein der Lohn- und Materialkosten wegen zwangsläufig bei mehr als 1000 Euro beginnen und erreichen nicht selten 2000 – 2500 Euro. Dafür erhält man dann aber auch wirklich Maßarbeit (inklusive Aufmaßtermin) nach individuell gefertigten Leisten.

    Und wenn man es richtig anstellt, dann merkt ein Außenstehender oder eine Außenstehende gar nichts von dieser Qualität und interessiert sich tatsächlich für die Eigenschaften des Schuhbesitzers und nicht für dessen armselige Aufreißertreter.

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