Hardware-Versagen und erfolgloses Fummeln //1804

Manchmal verläuft ein Wochenende leider ganz anders als vorgesehen. Eigentlich hatten wir geplant, unseren sechsjährigen Jahrestag angemessen zu zelebrieren. Aber daraus wurde kaum etwas.

Carsten hatte ja immer noch einen alten Privatrechner in seinem Haus stehen, den er am Wochenende benutzt. Als er ihn hochfahren wollte, piepte er dreimal. Ich versuchte zunächst, alle äußeren Stecker nachzudrücken, um ein eventuelles Kontaktproblem zu beheben, aber das nützte nichts. Aufgrund des Peepcodes vermutete ich ein RAM-Problem. Ich schraubte den Rechner also auf, und war die nächste Zeit damit beschäftigt, die einzelnen RAM-Riegel auf verschiedenen Sockeln auszutauschen, und zu probieren, ob der Rechner lief. Wie gut, dass ich so schlanke Finger habe, um zwischen die ganzen Kabel greifen zu können. Zwischendurch ging er dann wieder, wenn auch nur mit einem Riegel.
Carsten wollte wenigstens mit eingeschränkten Arbeitsspeicher daran arbeiten, und so blieb er dann erst einmal dabei.

Nachdem er den Rechner irgendwann zum Schlafen gelegt hatte, ließ dieser sich nicht mehr aufwecken. Der Bildschirm blieb schwarz.
Ich vermutete, dass die Graphikkarte nicht richtig saß, und drückte und schraubte ein wenig an ihr herum. Dann fiel mir auf, dass auch die Bootplatte beim Einschalten nicht mehr hochlief. Naja, RAM, Graphikkarte, Bootplatte, .. ich kann gar nicht im Detail beschreiben, was ich noch alles ausprobierte. Im Endeffekt gehe ich jetzt davon aus, dass das Mainboard selbst irgendeinen Schlag hat.
Möglicherweise hätte ich den Rechner noch mal zum Laufen gebracht, wenn ich mehr Zeit investiert hätte. Aber er ist sicher nicht mehr zuverlässig.

Nach Absprache mit Carsten baute ich die Platten aus. Er hat zwar keine wichtigen, aktuellen Daten darauf, die nicht noch woanders gesichert sind, aber gelegentlich sollte er die Platten mal durchschauen, ob nicht doch noch Daten vorhanden sind, die er behalten will. Im Laufe der Zeit sammelt sich ja so einiges an.
Außerdem baute ich zur Weiterverwendung den Cardreader aus, den ich vor einiger Zeit eingebaut hatte, und kontrollierte, ob sich im DVD-Laufwerk nicht vielleicht noch aus Versehen eine DVD mit Sexvideos oder sensiblen Daten befand.

Ein neues Mainboard lohnt sich nicht, weil die anderen Komponenten bereits so alt sind, dass sie nicht mehr kompatibel wären (z.B. noch ein IDE-Anschluss, DDR3-RAMs).
Unsere IT-Jungs sollen ihm also im Laufe der Woche einen neuen Rechner zusammenstellen, konfigurieren und die nötigen Anwendungen installieren. Den alten können sie ausschlachten.
Da die Tastatur und die Mouse noch an einem PS/2-Anschluss hingen, braucht Carsten entweder neue, oder passende USB-Adapter. Wenigstens der Monitor muss nicht getauscht werden.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Hardware-Versagen und erfolgloses Fummeln //1804

  1. Netzteil?

    Wobei, der Chef eines IT-Unternehmens hat dann doch einen dem Firmenstandard entsprchenden aktuellen Rechner verdient.

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    • Das Netzteil lief immer zuverlässig hoch. Dass es duch mal einen kurzzeitigen Spannungseinbruch gab, kann ich allerdings nicht ausschließen.

      Wie auch immer – ein zeitgemäßer Rechner ist sicher kein Luxus.

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    • grumpyoldfart schreibt:

      Der Beschreibung nach war das ein ziemlich altes Schätzchen.
      Ich würde davon ausgehen, dass die Elkos vom CPU-Spannungsregler den Löffel abgegeben haben. Das war früher ein beliebter Grund für Mainboard-Sterben, auch weil die MB-Hersteller an dem Punkt gerne gespart haben.
      Die Entscheidung, etwas aktuelles zu verbauen, ist goldrichtig.

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      • Möglich, dass ein Elko schlapp gemacht hat.
        Um herauszukriegen, was da wirklos los war, müsste man noch viel mehr Zeit reinhängen. Das lohnt sich nicht, zumal ich mich jetzt mit den einzelnen Details auch nicht genügend auskenne.
        Ein neuer Rechner war aber schon längst fällig.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Wenn die Platten nicht hochlaufen, fehlen die 12V aus dem Netzteil.
    Ich tippe einfach auf eine platte CMOS Batterie (CR2023). Die sind nach 5-7 Jahren leer und alle Settings im Bios weg.

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  3. thrillerbraut schreibt:

    Ich finde es einfach ärgerlich, wie viel Zeit man dann doch unterm Strich dafür aufbringen muss. Das ärgerlichste dabei ist doch auch, dass die Dinger sich irgendwann verabschieden. Ich musste mir bisher immer neue Rechner anschaffen, weil die Software nicht mehr lief. Das ärgert mich noch mehr, wenn Hardware-seitig im Grunde alles fein ist und man trotzdem nicht mehr arbeiten kann.

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  4. Leser schreibt:

    Hmm, also hier würden sicher einige Leute die Rechner, die ich benutze, als „alt“ bezeichnen, aber das sind sie objektiv nicht so wirklich. Alle Rechner sind Thinkpads, und dementsprechend auf eine Benutzungsdauer von 10 Jahren oder länger ausgelegt. Die neuesten sind von 2011/2012, Sandy Bridge Generation, mit DDR3-RAM. Da ich keine RAM-intensiven Aufgaben ausführe, und auch ein Betriebssystem nutze, was sehr sparsam mit dem RAM umgeht (nach dem Hochfahren sind nie mehr als 600MB belegt, bis ich anfange, Programme zu öffnen), sind die 12GB bzw. 16GB in diesen Systemen vollkommen ausreichend, und ansonsten sind sie mit SSD fürs System & HDD für große Datenmengen auch gut genug ausgestattet, und Core i5/i7 CPUs sind auch von damals nicht sonderlich langsam, selbst für heutige Software. Ich habe also keinen wirklichen Bedarf, diese Geräte zu ersetzen, solange sie funktionieren. Und mein zweitältestes Thinkpad, ein Subnotebook von 2008, hatte neulich lediglich einen defekten Lüfter – also ein Ersatzteil für knapp 30€ gekauft, eine Stunde Arbeit, und schon verrichtet dieses mit 10 Watt schön sparsame Subnotebook wieder seine Arbeit als kleiner Homeserver. Warum sollte man sowas wegwerfen, wenn da selbst ein aktuelles Debian drauf mit (für meine Anwendungen) annehmbarer Leistung läuft? Selbst das älteste Thinkpad, ein P3 mit 500MHz von 1998, den ich alle Jubeljahre mal bei Bedarf nutze, um meinen Drucker anzusteuern, läuft noch problemlos. Das braucht auch keine aktuelle Software, es ist ja eh nicht im Internet (bzw. wird es nicht dafür genutzt, aufs Internet zuzugreifen), und CUPS & WLAN funktioniert auch mit einem Betriebssystem von 2010 noch problemlos. Also, solange die Hardware durchhält und für die gebotenen Aufgaben/Software ausreichend ist, finde ich nicht, dass man Rechner ersetzen sollte. Natürlich unter der Voraussetzung, dass es Qualitätsgeräte sind, die auch auf eine lange Lebensdauer ausgelegt sind. Einen Aldi-PC hätte ich womöglich auch schon früher entsorgt.
    Und wenn man Windows benutzt ist man ja leider auch immer darauf angewiesen, die Hardware zeitnah aufzurüsten, da neuere Versionen ja auch tendenziell immer eher mehr Ressourcen brauchen, als weniger. Das ist bei nichtkommerzieller Software zum Glück nicht der Fall.

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    • Eine meiner ersten Anschaffungen war ein Flachbettscanner – mit Parallelanschluss.
      Höchstwahrscheinlich funktioniert er noch einwandfrei (wenn auch langsam), aber ich habe keinen Rechner zur Hand, der noch einen Parallelport hat.

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      • Leser schreibt:

        Sowas (Parallelport) dürfte es als USB-Adapter geben. Schwieriger dürfte es sein, die legacy-Treiber aus Windows98-Zeiten auf einem aktuellen Windows 10 zum Laufen zu kriegen. Aber klar, man kann natürlich auch eine VM mit Windows 98 drin nehmen, um zu scannen 😉
        Aber: Hier ist der Obsoleszenzfaktor ein anderer, denn heutige Scanner (selbst heutige Digitalkameras) haben eine deutlich bessere Auflösung und Farbtreue, als so ein 20 Jahre altes Gerät. Das ist also ein wesentlicher Qualitätsunterschied. Deshalb liegt auch schon seit etlichen Jahren eine 5 Megapixel Canon Digitalkamera völlig unbenutzt bei mir in der Schublade, obwohl die eigentlich für die damalige Zeit richtig gute Bilder gemacht hat. Nur macht heute eben jedes 100€ Billig-Smartphone bereits bessere…

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  5. Pingback: Es war einmal in #Twitterland //1976 | breakpoint

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