Siebenhunderteinundsechzig

Grundsätzlich mag ich italienisches Essen. Pizza und Pasta ist schmackhaft und relativ unkompliziert zuzubereiten. Tiefkühlpizza oder Nudeln schaffe sogar ich.

Da gibt es nur etwas, was meine Pragmatikermentalität vor eine große Herausforderung stellt:
Spaghetti. Die sind sowas von unpraktisch zu essen. Ja, ja, ich weiß schon, dass man die mit der Gabel aufdreht, und ich kann das sogar, und sie essen, ohne mich dabei einzusauen (wie so viele andere).
Trotzdem. Ich finde das Format einfach völlig undurchdacht und bin deshalb dazu übergegangen (wenn ich überhaupt mal welche esse), sie kreuz und quer erst mal mit dem Messer zu bearbeiten. Ist mir völlig egal, was die Leute davon denken. Für mich lassen sie sich so einfacher essen – und darauf kommt es mir an. Soll mich das Spaghettimonster ruhig verdammen!

Genauso weiß ich, dass man Geflügelknochen mit den Händen halten, und sie so abnagen darf. Man darf – muss aber nicht. Und da ich es widerlich finde, fettige Finger zu haben, lasse ich es. Was sich nicht mit Messer und Gabel entfernen lässt, bleibt eben dran.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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21 Antworten zu Siebenhunderteinundsechzig

  1. schaum schreibt:

    du sprichst mir aus der seele 🙂

    es schäumt genausomacheichdasauch

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  2. plietschejung schreibt:

    Italiener essen Spaghetti ohne Löffel. Das machen nur Nicht-Italos. Musst halt an deiner Technik feilen 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Wo hab ich was von Löffeln geschrieben? (d.h. es gab schon mal so einen Eintrag, der hatte aber nichts mit Essen zu tun.)

      Ich kann Spaghetti nur mit Gabel aufdrehen. Finde ich aber umständlich und ineffektiv. Zerschnitten lassen sie sich schneller essen.

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      • plietschejung schreibt:

        Du hast Recht, das habe ich hineininterpretiert. Sorry.

        Geht es beim Essen um Schnelligkeit und Effektivität ?

        Warst du schon mal in Italien ?
        Spaghetti sind dort eine Vorspeise und eine Miniportion. Das ist immer gut in der Zeit zu schaffen.

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        • breakpoint schreibt:

          Normalerweise ziehe ich ja andere Nudeln, Lasagne, Ravioli, etc. den Spaghetti vor. Wenn ich mal nicht drum rum komme (z.B. früher in der Mensa, oder Kantine), dann habe ich es eigentlich tatsächlich eilig.

          Auch als ich in Italien war, gelang es mir, um Spaghetti einen Bogen zu machen.

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  3. HalfTheTruth schreibt:

    Ich mache das ganz genau so.
    Und Nudeln darf man heute schneiden !
    Ist ehrlich so.

    Andere packen Eiswürfel in Ihren Wein, da ist das Metzeln von Nudeln in meinen Augen das deutlich kleinere kulinarische Verbrechen…

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  4. Wikipedia schreibt: „Spaghetti gelten als schwierige Speise in Bezug auf die Einhaltung der Tischsitten.“

    Leider erfährt man nicht, für welche Anforderungen dieses Format konzipiert wurde. Vielleicht zu Testzwecken? Um Geduld, Geschicklichkeit, Frustrationstoleranz oder Manieren zu benchmarken?

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    • breakpoint schreibt:

      Ich schätze mal, dass wir das Format dem Herstellungsprozess (pressen des Teigs durch ein Sieb oder wie auch immer) verdanken.
      Aus mir unerfindlichen Gründen hat sich das dann so durchgesetzt.

      Dass man Spaghetti nicht zerschneiden soll, ist eine sinnlose Konvention, und ich sehe keinen Grund, mich daran zu halten.

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      • engywuck schreibt:

        im asiatischen Bereich werden (wurden?) Nudeln durch „ziehen“ von Teig hergestellt. Video von jemand, der es selber versucht: http://www.youtube.com/watch?v=CCk66hZrtFw#t=120

        Da man hierzu kein spezielles Werkzeug benötigt vermute ich, dass dies eine der urtümlichen Herstellungsmethoden (neben auswellen/schneiden, schaben (wie Spätzle) und durch die Hände „walken“ (Schupfnudeln)) ist. Die langen dünnen Spaghetti-Nudeln lassen sich dann auch wunderbar trocknen.

        Früher waren Spaghetti übrigens deutlich länger, die hierzulande üblichen 25cm(?) sind also schon „vorgeschnitten“.

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        • breakpoint schreibt:

          Stimmt, bei asiatischen Nudeln habe ich dieses Ziehen auch schon gesehen.
          Ich nehme aber an, dass die europäischen Spaghetti mit Hilfe von speziellen Maschinen hergestellt werden, und dann auf die 25cm geschnitten werden.
          Auch wenn das mal jemand als gut Nudellänge angesehen hat, für echte Pasta ist mir das aber trotzdem zu lang.

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  5. Leser schreibt:

    Iehgitt, Geflügelknochen anfassen – nee, das mache ich auch nicht. Ich kann mich aber an eine Frage meiner Mutter erinnern „Warum nimmsten den nicht in die Handt?“, worauf ich erklärt habe, dass dann die Hände schmutzig werden und es eklig ist.

    Mit Spaghetti habe ich jedoch kein Problem, die brauch ich nicht zu schneiden, die kann ich auch auf der Gabel aufwickeln.

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    • breakpoint schreibt:

      Ein Gleichgesinnter bezüglich Geflügelknochen!

      Bei Spaghetti geht’s mir nicht ums Können sondern ums Wollen.
      Warum sollte ich die kompliziert essen, wenn’s auch einfach geht?

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      • Leser schreibt:

        Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das nicht kompliziert finde. Der „Trick“ dabei ist wohl einfach der, nicht zu viele Nudeln auf einmal mit der Gabel aufzuspießen, um sie dann zusammenszurollen. Dann ist die „Nudelrolle“ auf der Gabel problemlos „mundgroß“ und man kann sie einfach essen.

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        • breakpoint schreibt:

          Ich kenne und beherrsche die Gabeltechnik.
          Aber die Schneidetechnik ist mir lieber.

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          • Leser schreibt:

            Die Schneidetechnik ist in meinem Ablaufschema für’s „Essen fassen“ irgendwie nicht integrierbar. Wenn ich einen Teller vor mir stehen habe, und Besteck in die Hand führe, dann heißt das für mich, Essen mit dem Besteck zum Mund führen. Das vorherige Schneiden wäre für mich eher ein weiterer „Zubereitungsschritt“, und das passt einfach nicht in den Ablauf, es müsste genau genommen schon vorher geschehen, bevor ich mich ans Aufessen mache (und da keine Unterbrechung zwischen Zubereitung und Aufnahme zu haben, fühlt sich dann einfach ungewöhnlich an). Deshalb arrangiere ich mich gerne mit den „Besonderheiten“ der langen Spaghetti.
            Der Unterschied zum Hähnchenknochen (neben der Tatsache, dass ich letztere nur äußerst selten esse, weil sie eben so unpraktisch sind) besteht darin, dass man da das Essbare ja erst vom nicht Essbaren trennen muss – und das mache ich mit einer höheren Auflösung, als es die meisten Leute gewohnt wären; auch jeder Kubikmillimeter Knorpel oder Fett fliegt raus, weil es mich ekelt.

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  6. engywuck schreibt:

    Spaghetti sind nur dann ein Problem, wenn man ein helles Hemd anhat. Vorzugsweise am ersten Arbeitstag und bei Einladung durch den Personalchef…
    Geübte Kantinenesser ziehen an Spaghetti-Tagen was rotes an, alternativ was mit roten Sprenkeln.

    Geflügel mag ich unter anderem aus deinem Grund nicht, ebenso wie Schweinshaxen oder so. Außerdem: warum soll für eine Portion „zwei Hühnerschenkel“ für mich ein ganzes Huhn streben – an so nem Gockeler ist einfach viel zu wenig dran…

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    • breakpoint schreibt:

      Eigentlich sollte auf die Mitessenden (nicht Mitesser) Rücksicht genommen werden.
      Ich will eigentlich gar nicht sehen, wie jemand Spaghetti einschlürft, sie in der Luft abbeißt und dann mit rotverschmiertem Mund schmatzend kaut.
      Für alle, die zuschauen, sollte doch die Messermethode appetitlicher wirken.

      Mal schauen, wie lange es noch dauert, bis wir uns endlich an knochenlosem Geflügel und Schwein, sowie an grätenlosem Fisch erfreuen können.

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      • Leser schreibt:

        „knochenloses Geflügel und Schwein, sowie grätenloser Fisch“ – dann doch lieber gleich ganz bis zu Ende denken, und komplett künstliches Retortenfleisch/-fisch züchten. Damit sind zwar sämtliche Schlachthöfe auf einmal arbeitslos, aber das wäre doch ein Grund zur Freude. Keine Tiertransporte mehr, keine Tierquälerei mehr, und für den Fleischkonsum braucht es endlich keine „Nutztierhaltung“ mehr. Zudem werden Milliarden Kilotonnen Methan weniger in die Atmosphäre gefurzt, und die Agrarflächen, die heute zur Ernährung der Nutztiere bebaut werden, können ebenfalls zur Nahrungserzeugung für uns Menschen dienen – nur Vorteile! 🙂

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  7. Pingback: Tausendeins | breakpoint

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