Siebenhundertzweiundsechzig

Wilde Spekulationen erwartet der Webmasterfriday heute von mir, wenn er fragt, wie es mit meinem Blog 2024 – also in zehn Jahren – aussieht.
Woher soll ich das wissen? Mein Blog existiert erst seit gut drei Jahren. Da müsste ich mehr als die dreifache Lebensdauer extrapolieren.

Aber ich kann einmal den umgekehrten Weg gehen, und fragen, was war denn vor zehn Jahren?
2004 gab es AFAIR schon Blogs, wenn auch noch eine völlige Randerscheinung. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich um die Zeit in der c’t (?) zuerst von Weblogs gelesen. Ein öffentliches Tagebuch? Wer macht denn so was? Das ist nichts für mich.
Kurz gesagt, vor zehn Jahren war der derzeitige Status für mich undenkbar.

Zurück in die Gegenwart. Mein Blog boomt. Im vergangenen Monat veröffentlichte ich 28 Einträge (mein persönlicher Rekord) und es gab über 600 Kommentare, so dass ich zeitweilig kaum mit Beantworten nachkam.
Ich prognostiziere bereits für den laufenden Monat einen deutlichen (urlaubsbedingten) Einbruch. Einen Monat kann ich also vielleicht gerade noch abschätzen, aber zehn Jahre nicht.

Um ganz ehrlich zu sein, ich bezweifle, dass mein Blog in zehn Jahren noch existiert. Zumindest nicht in der jetzigen Form und mit der jetzigen Publikationshäufigkeit.
Wer mag auch schon die (sich zwangsläufig wiederholenden) Äußerungen einer dann Mittvierzigerin lesen?

Aber was weiß ich schon? Vielleicht mag der getreue ednong mal wieder seine Kristallkugel befragen?

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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22 Antworten zu Siebenhundertzweiundsechzig

  1. plietschejung schreibt:

    Mittvierzigerinnen sind hier in der Überzahl. Mit Depressionen, ohne Mann, dafür mit Katze. 😉

    Noch nicht bemerkt ?

    *böse Satire aus*

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  2. Uschi-DWT schreibt:

    Nach meiner persönlichen Meinung sind gerade in der EDV und noch viel mehr im Internet 10 Jahre soviel wie ein halbes Jahrhundert.

    Gerade mal 30 Jahre ist es her das in Deutschland der erste eMail-Server an den Start ging und heute können sich viele nicht mehr vorstellen ohne eMails auskommen zu müssen.

    Wie sollte man da wissen was in 10 Jahren mit Blogs ist — vielleicht kennen viele das dann nur noch so wie wir uns heute an Fernschreiber als Kommunikationsmittel erinnern.

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  3. ednong schreibt:

    Oha. *Kristallkugel auftell und polier*

    Also: 2004 hqb ich schon gebloggt, wenn ich mich recht erinnere. Natürlich ist die Qualität der Posts zumindest bei mir recht schwankend. Die Intention damals für ein Blog war auch eine andere als heute.

    Also ich würde hier in 10 Jahren sicherlich noch lesen wollen. Bin halt neugierig.

    Nun mal der Blick in die kristallenen Kugel (damit wird die Archivierung dieses Posts in vielfältiger Weise forciert 😉 ):
    – in 10 Jahren wird sie die Blogkultur noch mal gewandelt haben;
    – Blogs und andere Microblog-Dienste werden noch alltäglicher sein als heute;
    – durch die schiere Masse wird die Qualität der Blogs sehr vielschichtig sein;
    – Blog-Suchmaschinen, die die Qualität der Blogs in der Suche berücksichtigen und bewerten, werden durch neuere linguistische Forschungsergebnisse ca. 3 Jahre zuvor aufkommen und im Aufwind sein;
    – der schlimmste Blog ever dann: unser aller Mutti merkel wird bloggen.

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    • breakpoint schreibt:

      Danke für deine Einschätzung.

      „Die Intention damals für ein Blog war auch eine andere als heute.“
      Was war denn damals deine Intention?
      Ich habe bewusst ca. 2006 angefangen, Blogs erst mal nur zu lesen. Irgendwann wurde dann auch das Schreiben für mich interessant.

      Selbst wenn Omi Merkel 2024 (noch) bloggt, wird niemand gezwungen sein, das zu lesen (außer vielleicht Mitarbeiter von NSA und Konsorten).

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  4. sweetsurrender schreibt:

    Ich blogge seit 7 Jahren. Was mich wirklich selbst erstaunt.
    Und einige Mitstreiter hier sind noch um vieles länger dabei.
    Acht meiner Blogfreunde begleiten mich fast von Anfang an.
    Das hat fast was von Familie. Auch kenne ich einige persönlich.

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  5. Leser schreibt:

    Ich glaube, vor etwa 3-4 Jahren war die „Hoch-Zeit“ der (deutschen) Blogs. Das geht auch immer damit einher, dass viele es aus Gründen ihres Egos machen. Da wurde aus der „Blogosphäre“ dann für eine Zeit die „Bloggeria“, und interessanterweise sind mir *solche* Blogs immer entgangen. Als Leser lese ich natürlich so einiges, aber Blogs waren es meist nur einige wenige, wenn überhaupt. Eben solche „Underdogs“ der „Sphäre“, wie dieses hier.
    Oder einzelne Artikel, die aus der Masse herausstachen, und irgendwo verlinkt wurden, wo ich mich herumtrieb. Am längsten lese ich wohl schon bei Fefe’s Blog mit – aber das ist auch so ganz anders, als alle anderen Blogs, und einfach eine großartige Unterhaltungsquelle (mit gewissem Informationswert in den von dort ausgehenden Links).
    Ich habe lange überlegt, ob ich ebenfalls selbst ein Blog betreiben möchte, WordPress-Installationen eingerichtet habe ich ja schon so einige, aber irgendwie waren immer alle Themen, über die ich hätte schreiben wollen, zu persönlich/privat, oder gehörten einfach nicht ins world wide web. Inzwischen habe ich ganz konkrete Pläne (auch wenn ich bezweifle, dass ich das dann als Link hier mit in die User-Überschrift einbaue), dass ich, wenn ich eine bestimmte Tätigkeit (wieder) aufnehme, dann auch darüber blogge – einfach, weil es glaube ich noch niemand tut. Wobei da eben auch wieder die Schwierigkeit besteht, dass ich einerseits anonym auftreten will, aber andererseits auch gerne die möglichst volle Kontrolle über installierte Plugins, Themes etc. hätte, bzw. bei Bedarf in den PHP- und CSS-Dateien herumbasteln will, um Funktionen und Design anzupassen etc. Das geht aber wieder nur mit einem eigenen Webspace, der mit einer eigenen Domain, deren Besitzer sich per whois ausfindig machen lässt, verbunden ist. Daher ist das Projekt an dieser Stelle etwas im Stocken, mal schauen, ob es was wird.

    Ob ich in 10 Jahren hier noch mitlesen werde, sollte es das Blog noch geben? Keine Ahnung…

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    • breakpoint schreibt:

      Mein Blog fällt ja dann auch in die Zeitspanne vor „3-4 Jahren“.

      „Eben solche „Underdogs“ der „Sphäre“, wie dieses hier.“
      Die Bezeichnung als „Underdog“ kannst du doch gewiss näher begründen?

      Ja, wenn man völlige Kontrolle über seinen Webspace haben will, kommt man kaum um eine eigene Domain herum, die sich per Whois auskundschaften lässt.

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      • Leser schreibt:

        Huch, woher kommen denn die Escapes? Vor allem in einem Webformular…und dann auch nicht mal vor jedem Anführungszeichen, sondern nur vor den zitierten…welche Logik steckt denn da dahinter?

        Und, „Underdog“ meint: Blogs, die nicht tausende oder zigtausende von Lesern haben, oder noch mehr. Zudem keine Hahnenkämpfe, kein „sich anlegen“ mit anderen Bloggern etc. – bei vielkommentierten Artikeln gerade mal 40 bis max. 60 Kommentare drunter, nicht 250. Und selten bis nie handfeste Streits darunter (ich dürfte einer der am meisten Meinungsverschiedenheiten provozierenden Kommentatoren sein, mit meinem mir angeborenen Microsoft-Hass ;-))

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        • breakpoint schreibt:

          Die Backslashes habe ich händisch eingefügt, denn bei Quotes innerhalb von Quotes muss man escapen.

          Underdog verstehe ich eigentlich eher als Abschaum, aber nach deiner Definition nehme ich es mal als Kompliment.
          Meinungsverschiedenheiten führen häufig zu interessanten Diskussionen.

          Ach, übrigens habe ich gestern noch vergessen, dir zu gratulieren, weil du vor einem Jahr hier als Leser dazugestoßen bist.
          Das hole ich hiermit nach. 🙂

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  6. Karl Heinrich schreibt:

    Hi,
    auch ich glaube, dass mein Blog in zehn Jahren nicht mehr existieren wird. Vielmehr glaube ich, dass Blogs bzw. das Internet in zehn Jahren nichts mehr mit dem Internet von 2014 gemein haben werden.
    LG
    KH

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    • Leser schreibt:

      Die Befürchtung geht dahin, dass es *noch* mehr, als ohnehin schon zum reinen Konsumnetz degradiert wird – das Internet von vor 15 Jahren hat mit dem Internet von heute ja auch nicht mehr viel gemein, und das war ungefähr der Punkt, als es bergab ging mit dem world wide web.
      „User generated Content“ wird nur noch unter strengsten Reglementierungen erlaubt werden, also noch mehr, als ohnehin schon. Die neu geschaffene (erstmals existierende) wirkliche Informationsfreiheit wird wieder beschnitten werden.

      Einfach, weil ansonsten der „Status Quo“ der derzeit (noch) Mächtigen dadurch zu gefährdet wäre.

      Bleibt zu hoffen, dass die Welt sich trotzdem zum Besseren ändert…

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    • breakpoint schreibt:

      10 Jahre sind eine unüberschaubare Zeit.
      Wir können uns nur überraschen lassen, wie es mit dem Internet weitergeht.

      Aber zumindest mittelfristig haben wir noch unserem Spaß beim Bloggen.

      Danke für deinen Besuch und eine schöne Zeit
      Anne

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  7. Horst Schulte schreibt:

    Ich schaue in diesem Jahr auch schon auf eine 10jährige Bloggeschichte zurück. Ich glaube, begonnen habe ich 2004 auf der Blogplattform myBlog.de. Ca. seit 2005 habe ich auf WordPress umgestellt. Ich bin die ganzen Jahre hindurch ziemlich eifrig drangeblieben – mit wenigen Durchhängern aufgrund verschiedener Abmahnungen und einstw. Verfügungen. Insgesamt waren das bestimmt deutlich über 10.000 Artikel, die ich dabei fabriziert habe.

    Was in 10 Jahren sein wird, kann man natürlich nicht sagen. Wer weiß, ob ich (60) dann überhaupt noch lebe. Jedenfalls werde ich bald in Rente gehen und habe dann hoffentlich noch etwas mehr Zeit. Mal sehen, ob ich die ins Bloggen investieren oder ob ich nicht andere Betätigungsfelder erschlossen bekomme. Hoffentlich lässt sich die Streitkultur im Internet zum Positiven hin verändern. Optimistisch bin ich in dieser Beziehung leider nicht.

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    • breakpoint schreibt:

      10 Jahre bloggen – das ist wirklich eine lange Zeit, und es beweist dein Durchhaltevermögen trotz dieser Durchhänger.

      Ich wünsche dir auch für die nächsten zehn Jahre Motivation und Inspiration, um weiter zu machen!

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  8. Pingback: Tausendeins | breakpoint

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