Siebenhundertsechzig

Ihr wolltet Klatsch? Also bitte, aber nur auf euren ausdrücklichen Wunsch hin.

Es war mir gleich so seltsam vorgekommen, dass Carsten mich beim Leichenschmaus so abrupt von Roswitha weggezerrt hatte, und wir dann sofort gegangen waren. Ich kenne ihn ja ziemlich gut, und so fragte ich ihn später, was das sollte.

Er atmete erst mal tief durch: „Ach, Samtpfötchen, willst du das wirklich wissen?“
Wenn er mir mit „Samtpfötchen“ kommt, ist meistens etwas faul. „Sonst würde ich nicht fragen. Also sag schon.“
„Nun ja“, rückte er heraus, „ich hatte früher einmal eine kleine Affäre mit Roswitha.“
So etwas hatte ich schon halb vermutet, und hakte nach: „Wann früher?“
„Kurz bevor ich Ingrid heiratete.“
„Moment mal, nur damit ich das zeitlich einordnen kann .. war das noch während Lydia oder parallel zu Beate?“
„Nein, das war beides vorbei. Ingrid und ich waren mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt, als ich Roswitha kennenlernte. Sie hatte gerade eine Trennung hinter sich, und schien Trost zu brauchen.“
Statt eine zynische Bemerkung zu machen, wartete ich ab, bis er weitersprach: „Es hat nicht lange gedauert.“

„Irgendwie habe ich den Eindruck, dass du früher auch nichts hast anbrennen lassen? Oder?“
„Das ist Jahrzehnte her. Ich war damals jung und ..“ (und ich hatte mich schon gewundert, warum er in letzter Zeit so gelassen ist, wenn ich mit anderen Männern Kontakt habe!)
Ich ließ ihn nicht ausreden: „Ja, ich verstehe schon. Das ist für mich kein Problem. Aber dann hast du Ingrid geheiratet. Du hast schon mal zugegeben, dass da auch einige Gespielinnen waren.“
„Die ersten Jahre war ich ihr treu ..“
„.. weil du mit dem Aufbau der Firma mehr als beschäftigt warst“, unterbrach ich ihn.
„So kannst du es sehen“, bestätigte er, „aber als dann nach einigen Jahren das bisschen Sexleben, das wir hatten, auch noch ganz eingeschlafen war, habe ich nach einer Lösung gesucht.“
„Und diese Lösung bestand wohl in deinen Gespielinnen. Haben die denn keine weitergehenden Ansprüche oder Forderungen gestellt?“
„Im Gegensatz zu dir waren sie dankbar, wenn ich ihnen z.B. Schmuck schenkte“, in seiner Stimme war eine gewisse Schärfe, „außerdem habe ich bei den ersten beiden sofort Schluss gemacht, als ich merkte, dass sie Gefühle entwickelten. Bei den anderen – das gebe ich zu, und das war nicht OK von mir – war ich dann zu bequem, mir schon wieder eine Neue zu suchen, und so lief das länger, und endete nicht immer im Guten.“
„Hm“, meinte ich kurz.

„Unser Sexleben wird nicht so schnell einschlafen“, erklärte er, nahm mich plötzlich in die Arme, und küsste mich heftig. Ich lehnte mich an das Sofa zurück und zog die Beine hoch, so dass er mit einer Hand dazwischenfassen konnte.
Als nächstes fasste er mich am Becken und strich mit beiden Händen langsam nach oben, meine Hüften, meine Taille, an den Seiten bis unter die Arme, dann beide Brüste. Er zog eine aus meinem Top und umspielte mit der Zunge die Warze, dann saugte er erst vorsichtig an der Warze, saugte die Brust dann weiter ein. Die andere Brust knetete er mit der Hand.

Spätestens an diesem Punkt war ich nicht mehr zurechnungsfähig, und ihr kennt das eh. Da brauche ich nicht ins Detail zu gehen. Und es reicht, dass ich heute Klatsch gebloggt habe, da soll es wenigstens jugendfrei bleiben.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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19 Antworten zu Siebenhundertsechzig

  1. aliasnimue schreibt:

    Es mag viele Gründe geben, warum Männer fremdgehen. Aber einer davon ist sicher, weil sie die Gelegenheit dazu bekommen. Deswegen würde ich sowas nie überbewerten.

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    • breakpoint schreibt:

      Ich bewerte gar nichts über. Das ist auch alles schon lange vorbei.

      Mich hat lediglich etwas erstaunt, dass er doch ein vielfältigeres Vorleben hatte, als dem Eindruck entsprach, den er immer zu vermitteln suchte.

      Er schien ja immer etwas pikiert, wegen meines Vorlebens. Dabei war seines offenbar auch nicht ganz ohne.

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  2. plietschejung schreibt:

    Den vorletzten Absatz finde ich total daneben !

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  3. idgie13 schreibt:

    Danke 🙂

    So was in der Richtung hatte ich schon vermutet .. 😉

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  4. engywuck schreibt:

    Danke für’s erweichen lassen 😀

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  5. Pingback: Tausendeins | breakpoint

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