Sechshundertsechsundzwanzig

Ich öffnete das Fenster, um mich einzuloggen. Nachdem ich meinen Nutzernamen und das entsprechende Passwort eingegeben hatte, klickte ich auf den großen Button – und landete auf der Seite für die Neuregistrierung.
Das ist mir jetzt schon öfters passiert. Bei etlichen Portalen ist es so, dass unter oder neben den Feldern für die Zugangsdaten ein riesiger Knopf für die Neuregistrierung ist, und nur ein ganz kleiner, unauffälliger Link zum tatsächlichen Einloggen führt.
Wenn man dann versehentlich auf den großen Knopf klickt, sind die Daten die man bereits mühevoll eingetippt hat, natürlich weg. Das ist lästig und ärgerlich.
Warum ist dieses miese Design so weit verbreitet? Rein statistisch ist es doch wohl so, dass sich viel mehr User nur einloggen wollen, statt sich neu zu registrieren.
Oder bin ich die einzige, die – immer wieder – darauf hereinfällt?

Wenn ich selbst Software entwerfe, mache ich mir viele Gedanken über die (graphische) Nutzerschnittstelle. Der Arbeitsfluss muss schlüssig sein, die Bedienung möglichst intuitiv. Es ist manchmal gar nicht so einfach, ein ergonomisches Design hinzukriegen. Das weiß ich selbst. Manchmal bemerkt es auch erst der Endanwender, wenn er die Software benutzt, dass noch irgendetwas hakt. Dann ist es eventuell nötig nachzubessern.

Deshalb wundert es mich ja gerade, dass diese Login-Formulare sehr oft so unglücklich erstellt sind.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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20 Antworten zu Sechshundertsechsundzwanzig

  1. plietschejung schreibt:

    Dafür gibt es normalerweise Usability Tests. Die meisten Entwickler und Firmen kümmern sich aber leidlich wenig darum, es Benutzern einfacher zu machen.

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    • breakpoint schreibt:

      Wenn mir das o.g. Phänomen nicht auf mehreren, unterschiedlichen Portalen aufgefallen wäre, hätte ich es gar nicht thematisiert.

      Usability Tests sind mir durchaus bekannt.
      Ich selbst führe zwar – da Einzelkämpferin mit relativ kleinen Projekten – keine durch. Aber gerade bei großen Portalen wären sie schon sinnvoll. Da hast du absolut recht.

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  2. Uschi-DWT schreibt:

    Das ist mir auch schon öfters übel aufgestoßen und nicht nur bei kostenlosen Webdiensten oder semiprofessionellen sondern auch bei den großen Anbietern die viel Geld für ein vernünftiges Design ausgegeben habe.

    Aber irgendwie scheint es so als wenn die Generation der Webdesigner alle im gleichen Irrglauben ausgebildet wurden das die meisten sich neu Registrieren.

    Alle anderen User / Anwender bleiben permanent eingeloggt und löschen auch nicht ihre Cookies so das die ohne erneutes einloggen gleich in der Webseite drin sind (das ist der Irrglauben der Webdesigner 😉 )

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    • breakpoint schreibt:

      Wenn man von mehreren Rechnern, Accounts oder Browsern aus auf einen Dienst zugreifen möchte, sind Cookies ohnehin keine Lösung.
      Ganz abgesehen, dass man sich aus Sicherheitsgründen oft gar nicht dauerhaft einloggen möchte.

      Anscheinend hat es sich noch nicht bis zu den Webdesigner herumgesprochen, dass Neuregistierungen wohl eher die Ausnahme als die Regel darstellen.

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      • Uschi-DWT schreibt:

        Mir ist es sowie so lieber wenn ich automatisch ausgeloggt werden nach einer bestimmten Anzahl Minuten Inaktivität und seltsamer weise ist bei diesen Webseiten deutlich zu erkennen ob einloggen oder neu registrieren erfolgen soll.

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        • breakpoint schreibt:

          Das kommt bei mir darauf an, welches Portal.
          Hier bei blog.de ist es mir ganz recht, ständig eingeloggt zu bleiben.

          Bei Paypal oder meiner Bank etwa trägt ein automatisches Logout nach einer Viertel oder halben Stunde Inaktivität zur Sicherheit bei.

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          • Uschi-DWT schreibt:

            Bank, PayPal, eBay, und ähnliche Portale finde ich auch sehr wichtig das man dort nicht Dauer eingeloggt bliebt sondern spätestens mit beenden der Browsersitzung sollten sowohl ein automatisches ausloggen erfolgen als auch alle Cookies von dort gelöscht werden.

            Bei Blog.de kann es mir nur mal passieren beim manuellen bereinigen meiner Festplatte von überflüssigen Bestandteilen die nicht automatisch gelöscht werden das ich plötzlich ausgeloggt bin wenn ich wieder Online gehe.

            Aber das ist ja dann auch meine Entscheidung und nicht eine zwangsweiße vom Betreiber.

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  3. Morfeuz schreibt:

    Sehr schöner blog, texte, ich komme hier gerne wider, schau auch mal bei mir vorbei

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  4. aliasnimue schreibt:

    Kommt davon wenn ITler Webseiten entwerfen. ;D
    Aber auch die Ausbildung der heutigen Mediengestalter lässt sehr zu wünschen übrig.

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    • breakpoint schreibt:

      IT ist ein weites Feld.
      Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass die Architekten der Portale die Nutzer-Oberfläche so spezifizieren, dass die Formulare auf optimale Gebrauchstüchtigkeit ausgelegt sind.
      Die Webdesigner müssen das dann nur noch vernünftig umsetzen.

      Ich glaube nicht, dass man für die ergonomische Gestaltung zwangsläufig eine spezielle Ausbildung braucht.
      Am besten lernt man, wenn man selbst einige Negativbeispiele erlebt hat, und dann versucht, es besser zu machen.

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  5. Leser schreibt:

    Das scheint aus der Ecke des Marketings zu kommen. Zumindest war es vor 15 Jahren noch nicht so schlimm, mit Webseiten, die vorsätzlich irreführend gestaltet waren, damit man das macht, was der Seitenbetreiber wünscht, anstatt das zu machen, was man eigentlich machen möchte. Hat sich über die Jahre immer mehr verschlimmert. Meine Theorie: Damals war die Gestaltung der Website noch der IT zugeordnet, in der Zwischenzeit ist es immer mehr zu einer Marketingsache geworden.
    Eigentlich kann man nur eins machen: Werbung und Tracking nach Möglichkeiten blockieren (Browser nicht ohne AdBlock/Edge, Ghostery, RequestPolicy oder solche Addons betreiben – das ist bei Windows-Rechnern zusätzlich auch noch ein Sicherheitsfeature, da es schätzungsweise >95% aller drive-by-downloads neutralisiert, ich kenne Leute, die so selbst ohne „Sicherheitssoftware“ seit Jahren keinen Virus haben), und dann vor allem die goldene Regel beachten:
    Holzauge, sei wachsam!
    IMMER Lesen, worauf man klickt. Wir leben in einer betrügerischen Welt, und dementsprechend muss man halt auch auf der Hut sein.
    Dabei trifft das nicht nur auf Login-/Registrierungs-Seiten zu, sondern eigentlich fast auf jede Interaktion, mit der man als Nutzer irgendwas „erreichen“ will.

    Und das treffende Captcha dazu: „sound of sirens“ (wenn man an die griechische Mythologie denkt) 😉

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  6. idgie13 schreibt:

    Bei ganz vielen fehlt einfach XMV (= X’sunder Menschen-Verstand) … 😀

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  7. mkuh schreibt:

    Ist die Frage was das Ziel ist oder was sie da messen.
    Glaube die user die sich einloggen werden nicht getraggt aber user die sich neuregistrien , da ein grössere botton = höhere quote

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  8. Pingback: Achthundertfünfundneunzig | breakpoint

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