Fünfhundertdreiundfünfzig

Ein langjähriger Stammkunde hat mich gebeten, eine neue Anwendung für ihn zu schreiben.
Ich hatte früher für ihn schon mehrere Projekte abgewickelt, und ließ mich überzeugen, jetzt dieses Projekt zu übernehmen.

Vor einigen Jahren hatte ich eine ähnliche Anwendung für ihn erstellt, seither gab es zwei oder drei Updates mit neuen Features. Die neue Anwendung soll praktisch das gleiche können, jedoch mit einem ganz anderen User Interface und insbesondere nur mit einem Minimum an Konfigurationsoptionen.
Dieser Stammkunde gibt die Anwendung an seine Kunden weiter. Da bei seiner Klientel ein besonders hoher Anteil an DAUs vorhanden ist, kamen viele der Kunden mit der Konfiguration nicht klar. Deshalb soll dies jetzt vereinfacht werden, so dass die Kunden praktisch nichts mehr einstellen müssen (bzw. dürfen) und die Anwendung fast ohne User Interaktionen läuft, da sie eben sinnvolle Defaultwerte benutzt.
Die Backend-Library kann ich also fast unverändert weiterbenutzen, und muss hauptsächlich ein neues Frontend designen. Naja, mit Spezifikationen, Tests etc. bin ich da schon wieder einige Zeit beschäftigt.
Ich habe den Auftrag nur unter der Bedingung angenommen, dass ich mir Zeit lassen kann. Denn schließlich muss ich mich immer noch um meine ITler und SWler kümmern, was halt schon den Hauptteil meiner Arbeitszeit kostet.

Aber so kann ich wenigstens wieder meine Kreativität ausleben! Das war schon sehr ins Hintertreffen geraten. Und da ich dadurch auch keine Zeit mehr für mein Buchprojekt habe, habe ich jetzt immerhin einen trifftigen Grund, es zurückzustellen.

Ich hatte mich ja schon ziemlich weit von meinem Programmierschlampenimage entfernt. Jetzt kann ich wenigstens wieder programmieren!

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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23 Antworten zu Fünfhundertdreiundfünfzig

  1. idgie13 schreibt:

    Das freut mich 🙂

    Ich hatte auch mal eine Zeitlang was anderes gemacht und kaum programmiert. Es hat mir dann echt gefehlt.

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  2. HalfTheTruth schreibt:

    Yeahh 🙂
    Ist verrückt, aber irgendwann fehlt einem das Coden, oder ?

    Aber was ich bemerkenswert finde, ist das Dich Deine Kunden überreden müssen ein Projekt zu übernehmen.
    Das muss man erstmal schaffen.
    Bettelnde Kunden, krass.

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    • breakpoint schreibt:

      Nun ja, wenn ich es als Spin-off eines bestehenden Projektes mit vorliegenden Sourcen mache, so ist das natürlich deutlich kostengünstiger, als wenn ein drittes Unternehmen alles from scratch neu aufsetzen muss.
      Insofern hatte der Kunde schon ein großes Interesse daran, dass ich das übernehme (zumal er auch die Qualität meiner Arbeit kennt).
      Dass es länger dauern wird als sonst, ist für ihn diesmal kein Problem. Deshalb passt das so. 😀

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  3. plietschejung schreibt:

    Leidenschaft ist eben Leidenschaft.
    Viel Spass dabei.

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  4. ednong schreibt:

    Ah,
    die Schlampe ist zurück! 😛

    Und dann nimmt sie nur Vorhandenes und packt ein DAU-sicheres Interface drauf …

    … wenn du wirklich sicher testen willst – lass mich das machen. Du wirst staunen, wo da noch überall Fehler sind.

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    • breakpoint schreibt:

      Danke für das Angebot, aber ich schätze dich nicht als DAU ein.
      Würdest du dich denn tatsächlich freiwillig ans unterste Ende der Hackordnung begeben?

      Was heißt hier „nur Vorhandenes“?
      Ein paar Funktionen muss ich schon völlig neu strukturieren und umbauen.
      Aber aufgrund des durchdachten Designs und der zweckmäßigen Architektur halten sich grundlegende Änderungen in Grenzen.
      Und ein paar kleinere, neue Features kommen auch dazu.

      Ja, ich bin da! 😀

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      • ednong schreibt:

        Hm,
        nun ja DAU nicht. Aber ein genialer User-Interface-Tester schon 😉 Ich geh da wahrscheinlich noch ein ganzes Stückchen weiter als ein DAU …

        … kann aber nur zum Vorteil sein. Mein Prof wollte uns – also Kommilitone und mich – eigentlich böse böse abwerten. Und hat dafür hart nach Fehlern in Programm und UI gesucht. Mit seltsamsten Tastendrücken und Falscheingaben etc. Er wußte halt nicht, das sich all das schon findet, wenn ich mitprogrammiere. Und was wir da alles gefunden haben.

        Nun ja, er hat es damals nicht geschafft, Fehler zu finden!
        Gab dann zwar keine Sonderpunkte, war aber lustig, ihm bei der Arbeit zuzuschauen.

        Ach ja, einen entgeisterten Ausdruck seines Gesichts haben wir dann noch bekommen: als wir ihn drauf hinwiesen, was er noch an Tests nicht durchgeführt hatte …

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        • breakpoint schreibt:

          Das glaube ich dir ja gerne, aber das UI wird tatsächlich nur sehr wenige Möglichkeiten bieten, eine Falscheingabe zu machen, einfach deshalb, weil es sowieso nur wenige Möglichkeiten gibt, überhaupt etwas einzugeben (im Prinzip nur ein Verzeichnis auswählen und ein oder zwei Checkboxen – das dürfte überschaubar sein).

          Selbstverständlich ist auch das Backend nicht gegen Käfer gefeit, aber dieses hat sich bereits in der alten Version bewährt – no known bugs (und irgendwelche unwahrscheinlichen Testszenarien wollen wir auch nicht heraufbeschwören).

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  5. Leser schreibt:

    Ein neues GUI auf ein bestehendes Programm klatschen wird jetzt also schon als „Programmieren“ bezeichnet?

    Ich dachte, das nennt man „Malen nach Zahlen“ oder so ähnlich…

    😉

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    • breakpoint schreibt:

      Hahaha.

      Ich habe das oben vielleicht etwas vereinfacht dargestellt.
      Immerhin muss ich das GUI neu designen, die ganzen Kontrollelemente mit entsprechender Funktion verknüpfen (teilweise zur Laufzeit) etc.
      Und außerdem kommen noch ein paar neue Features hinzu.
      Beispielsweise war die bisherige Anwendung nur auf englisch verfügbar. Jetzt will der Kunde sie noch wahlweise in seiner Landessprache.
      Und weil ich eh schon dabei bin, spendiere ich das UI auch noch in deutsch (was mir natürlich den Test erleichtert).

      Es stimmt schon, dass das Programmieren hierbei nicht die Hauptarbeit ist (aber das war auch nie meine Absicht).
      Mir geht es halt vorrangig um das ganze Drumherum, wie Architektur und Dokumentation (nee, Dokumentation weniger, aber der ganze Rest schon).

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      • engywuck schreibt:

        ne UI mehrsprachensicher zu machen ist enormer Aufwand. Sieht man immer wieder auch in sauteuren „Standardprogrammen“, dass da jemand halt beispielsweise auf die Länge englischer Beschriftung designet hat.
        Das soll auch der Grund sein, warum bei Microsoft zeitweise noch während des Programmierens in deutsch und japanisch übersetzt wurde: „lange“ Sprache und „Schrtiftzeichen“ abfangen (später noch arabisch, für rechts-nach-links).

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        • Leser schreibt:

          Das scheint mir nur in der Micro$oft-Welt der Fall zu sein, wo GUI-Elemente fixe Größen haben. Zum Glück bin ich da kein Teil mehr von. In der Welt der echten Betriebssysteme hingegen war *das* immer das geringste Problem. Schwieriger war es eher, jemanden zu finden, der die Übersetzung korrekt vornimmt, und die übersetzten Texte des GUI dann auch korrekt übernimmt. Naja, allzu schlimm ist es nicht, eine Frage auf deutsch gestellt zu bekommen, und dann „Yes“, „No“ oder „Cancel“ wählen zu können 😉

          PS: Wo sind die Zahlen-Captchas geblieben? Die waren viel leichter zu ent-ziffern! Oder gab es dadurch eine Übermenge an Spam-Kommentaren? (And what’s the use, anyways, wenn ich nicht mal Antworten abonnieren kann, ohne mir einen blog.de-Login zu machen, was ich sicher nicht vorhabe…)

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          • breakpoint schreibt:

            Bei Windows hatte ich bisher mit den Control-Größen nie besondere Probleme.
            Das sieht bei Android schon anders aus, mit dem ich in letzter Zeit ein bisschen herumgespielt habe.
            Es scheint ziemlich aufwändig zu sein, die Anzeige so hinzukriegen, dass sie auch bei unterschiedlichen Display-Größen noch einigermaßen gut aussieht, und die Schrift lesbar ist.

            Die Deutsch-Englisch-Übersetzung habe ich bisher meist selbst vorgenommen. Bei anderen Sprachen muss das jemand anders übernehmen. Bei dieser neuen Anwendung kümmert sich der Kunde selbst drum. Ich verstehe immerhin genug, um bei der Überprüfung zu sehen, wenn sich ein Text an falscher Stelle eingeschlichen hat.

            PS: Auf die Captchas habe ich leider keinerlei Einfluss. 😦
            Du wärest aber nicht der erste, der sich bei blog.de registriert, um einfacher kommentieren zu können.

            Du erhältst keine Benachrichtigungen per Mail? Ich dachte das sei der Zweck des Mail-Adressfeldes.
            Vielleicht überprüftst du noch mal die korrekte Schreibweise deiner angegebenen Mailadresse, und dann schau mal in deinen Spam-Ordner.

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            • Leser schreibt:

              Ja, bei Android ist das ein bisschen „finnicky“ mit den Texten. Auf den Smartphones ist es regelmäßig so, dass man manche Texte nur im Querformat lesen kann, wobei das bei ICS noch extremer war, ab JB geht es eigentlich einigermaßen.

              Schade, dass Du beim Captcha nicht zwischen Buchstaben und Zahlen auswählen kannst, dann ist das wohl wirklich nur gerade, was eben durch die OCR muss…

              Zur Mailadresse: Die ist definitiv richtig. Meine Kundennummer bei dem Mail-Anbieter ist noch 6-stellig, heute werden neue Accounts mit 12- oder 14-stelligen Kundennummern vergeben, dies ist meine älteste E-Mail-Adresse (OK, die Adresse habe ich mal geändert, aber der Punkt ist, dass ich den Account seit den 90ern nutze, und daher solche „DAU-Tips“ fast schon meinen Kenntnisstand beleidigen). Ich habe mich sogar extra im Web-Interface eingeloggt (obwohl ich alle Ordner per POP3 abrufe, weshalb ich das Web-IF seltener als 1x im Jahr überhaupt nutze), und es kommen definitiv *keine* Benachrichtigungs-Mails. Theoretisch könnte ich da also auch „none@mail.com“ oder sowas eintragen, ich nehme an, die Mailadresse hat keinen Grund, außer den, dass der Blogbetreiber mich kontaktieren könnte, oder dass blog.de eine Form der deniability hat. Vielleicht sollte ich es mal mit einer @mailinator.com-Adresse probieren? 😉

              Normalerweise kenne ich es so, dass man irgendwo noch eine Checkbox ankreuzen muss, um über Antworten benachrichtigt zu werden, aber diese Box gibts hier nicht, es ist lediglich eine da, um Name/Adresse/URL per Cookie zu speichern.

              Und für ein einziges blog.de-Blog, was ich lese, lohnt sich ein Konto einfach nicht…es nervt auch etwas, mit den dauernden vielen Accounts…

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            • ednong schreibt:

              „Und für ein einziges blog.de-Blog, was ich lese, lohnt sich ein Konto einfach nicht…es nervt auch etwas, mit den dauernden vielen Accounts…“

              +1

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            • breakpoint schreibt:

              „DAU-Tips“
              Sorry, mir ist schon klar, dass du kein DAU bist.
              Allerdings habe ich schon so oft erlebt, dass eine Mail aus den genannten Gründen nicht angekommen, dass ich das einfach erwähnen musste (auch für andere Besucher, die das vielleicht lesen und dieses Problem haben).
              Außerdem kann auch ein Experte mal auf der Leitung stehen. Ich nehme mich da nicht aus.

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        • breakpoint schreibt:

          Da hast du völlig recht.

          Bei einer bestehenden, komplexen Anwendung würde ich mir das auch nicht antun.
          Aber hier setze ich ein neues, recht einfaches GUI auf, und es ist nicht das erste Mal, dass ich eine multilinguale Anwendung schreibe.

          Da ich mich bisher auf europäische Sprachen beschränkt habe, war die Grüße von Beschriftungen noch nie ein nennenswertes Problem.
          Da war die allgemeine Lokalisierung (z.B. Datumsformat) manchmal fordernder.

          Zum Glück habe ich meine Sourcen vor ein paar Jahren bereits von ANSI-Strings auf Unicode umgestellt.

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  6. breakpoint schreibt:

    SechshundertzwölffIrgendjemand muss uns denunziert haben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass die Rentenversicherungsbehörde auf uns aufmerksam geworden ist.
    Unabhängig voneinander wurden die Firma und ich persönlich angeschrieben, weil ich angeblich nur schein…

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  7. Pingback: Achthundertfünfundsiebzig | breakpoint

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