Hundertfünfunddreißig

Der Hacker ist mit seinen Tests fertig. Nächste Woche wird er seinen schriftlichen Bericht liefern. Ich habe aber bereits seine Ergebnisse mit ihm durchgesprochen. Leider konnte Carsten nicht dabei sein, da er andere dringende Termine hatte.
Ein paar Kleinigkeiten hat der Hacker noch gefunden, die gröbsten Sicherheitslücken hatte ich ja bereits selbst aufgedeckt.
Weder er noch ich haben Hinweise darauf gefunden, dass Mitarbeiter Sicherheitslücken gezielt ausgenutzt hätten. Die Mitarbeiter scheinen also alle sauber zu sein.
Jetzt müssen erst mal Maßnahmen getroffen werden, um sämtliche Sicherheitslücken zu schließen.

Ich delegiere die Umsetzung an die drei Mitarbeiter, die ich in die engere Wahl als neuer CIO gezogen habe.
Selbstverständlich werde ich sie dabei genau beobachten und je nachdem, wie gezielt und effektiv sie vorgehen, schließlich meine Wahl treffen.

Also habe ich sie erst mal einzeln in mein Büro bestellt und ihnen dargelegt, was ich genau an Aktionen von ihnen erwarte. Natürlich müssen sie auch zeigen, dass sie selbstständig mitdenken und handeln können.
Die externen Bewerber haben bisher nicht gehalten, was wir uns von ihnen erhofft hatten. Ich gehe davon aus, dass tatsächlich ein interner Mitarbeiter zum Zug kommen wird.

Kandidat 1 stellte sich leicht begriffsstutzig an. Vielleicht war das aber auch nur aufgrund der Ablenkung, weil ich mich gleich zu Anfang gebückt hatte, um einen Stift aufzuheben, so dass er meinen engen Rock von hinten bewundern konnte.
Kandidat 2 versuchte tatsächlich, mich anzubaggern. Ich werde noch überlegen, ob ich das zu seinen Gunsten oder Ungunsten werte. Schließlich zeugt es nicht gerade von Intelligenz oder Selbstkontrolle, das bei seiner aktuellen Vorgesetzten, die noch dazu bekanntermaßen mit seinem obersten Chef liiert ist, zu tun.
Kandidat 3 reagierte überhaupt nicht auf meine Reize, selbst als ich noch einen Blusenknopf unauffällig öffnete und mich in seine Richtung vornüber beugte. Höchstwahrscheinlich ist er schwul, zumindest aber von mir nicht subtil steuerbar. Der dürfte also als Kandidat ausfallen.

Jetzt mach ich noch ein bisschen Schreibkram, bis Carsten Feierabend macht und mich zum Wochenende abholt.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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6 Antworten zu Hundertfünfunddreißig

  1. Moody schreibt:

    Wie hätte denn eine gute Reaktion auf deine Reize ausfallen sollen? Ich glaube, dass ich wohl bei der Geschichte mit dem Rock nicht angesprungen wäre, aber dann bei der Aktion mit dem etwas geöffneten Top und dem vornüberbeugen irgendwann mal einen Blick verloren hätte oder eben angestrengt auch nicht, weil ich eben nicht den Stempel „triebgesteuert“ auf meiner „Akte“ sehen möchte 😉

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    • breakpoint schreibt:

      Reaktion:
      Na, irgendeine kleine Reaktion, wie etwas länger hinschauen, als nötig. Oder ein leichtes Lächeln, wenn keines notwendig wäre, ..
      Ich habe dafür feine Antennen.

      „Triebgesteuert“:
      Jeder hat Triebe. Das ist ganz natürlich und normal.
      Wir werden alle von ihnen in gewissem Maße gesteuert.
      Im Berufsleben sollte man zwar die Kontrolle über seine Triebe behalten, aber das schließt ja nicht aus, den einen oder anderen Blick zu riskieren.

      „angestrengt auch nicht“:
      Man sollte sich nicht verstellen. Das hält niemand auf Dauer durch, und wirkt auch falsch.

      Wenn man mit jemanden zusammenarbeiten muss, ist es IMHO schon wichtig und zumindest von Vorteil, dass da eine gewisse Resonanz vorhanden ist. Das erhöht die Motivation und sorgt für ein konstruktives Arbeitsklima.

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      • Moody schreibt:

        Okay, aber nachher wird einem so ein Lächeln noch als Anmache gedeutet und dann kommen die mir gleich mit Sexismus am Arbeitsplatz… das erinnert mich irgendwie an jene Oberärztin, die mich damals fotografieren musste, wo ich mir einen Kommentar zu Nacktaufnahmen nicht nehmen lassen konnte, den sie dann aber wortlos überging. Im Nachhinein hab ich mich dann auch gefragt, ob ich nun als Chauvi abgestempelt wurde… also nicht, dass ich es schlimm fand, dass keine Reaktion kam, das wäre schon sehr unprofessionell von ihr gewesen, aber der Gedanke kam eben einfach. Ich wollte eh nur einen Scherz machen, wenn ich da schon nackt stehe und fotografiert werde.

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  2. Pingback: breakpoint’s Wayback Archive #0A //1605 | breakpoint

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