Intransitivität des Ereignishorizonts //2695

In letzter Zeit hatte ich Frau Hilflo-Seerbin praktisch nicht gesehen. Ich bin ja nicht jeden Tag im Büro, sie ist nicht jeden Tag im Büro, und selbst wenn wir beide dort sind, laufen wir uns nicht unbedingt über den Weg.
Ich weiß auch gar nicht, womit sie sich in den letzten Wochen beschäftigt hat. Weder vom Leitfaden noch vom Firmenblog habe ich etwas Neues gehört. Vermutlich hat sie also keine nennenswerten Fortschritte dabei gemacht.

Als wir damals vor bald zwei Jahren das kleine Unternehmen ihres verstorbenen Mannes als Standort 7 übernommen hatten, war vertraglich vereinbart worden, dass sie regelmäßig eine Gewinnbeteiligung ausgezahlt bekommt. Da das Unternehmen praktisch kurz vor der Insolvenz gestanden war, und wir die Verbindlichkeiten übernommen hatten, blieb für ihren Anteil keine große Summe übrig. Die Beteiligung würde aber für ein bescheidenes Leben genügen. Das passt allerdings nicht zu ihrem Lebensstil. Sie leistet sich ein großes Haus mit einigem Luxus und der einen oder anderen Extravaganz. Zudem hat sie kostspielige Hobbys. Nun ja, ihre Sache, geht mich nichts an. Ohne bewusst darüber nachzudenken, hatte ich wohl angenommen, dass sie noch andere Einkünfte hat, die ihre Kosten decken.
Aber offenbar hat sie die nicht, zumindest nicht ausreichend.

Statt sich also entsprechend einzuschränken, wie es jeder vernünftige Mensch gemacht hätte, hat sie Carsten geoffenbart, dass sie mehr Geld braucht. Nach einigem Hin und Her bei der Lösungssuche wird es nun wohl darauf hinauslaufen, dass sie ihren Anteil auf Rentenbasis ausgezahlt bekommt, d.h. monatlich einen größeren, festen Betrag. Das bedeutet natürlich, dass ihr Anteil irgendwann (in gar nicht allzu ferner Zukunft) aufgebraucht sein wird. Aber das ist nicht mein Problem.
Es sind noch ein paar kleinere Fragen offen, aber – wie auch immer – ich werde diesem Vorhaben nur zustimmen unter der Bedingung, dass Frau Hilflo-Seerbin sich künftig aus den Belangen der Firma raushält. Sie wird ihren Schreibtisch hier räumen, und sich als stille Teilhaberin gefälligst nur noch ihren eigenen, privaten Angelegenheiten widmen.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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8 Antworten zu Intransitivität des Ereignishorizonts //2695

  1. pirx1 schreibt:

    Hier erfüllt sich wohl nur ein gängiges Klischee: Viel zu oft war es in vergangenen Zeiten die Regel, dass die Frau eines Geschäftsmannes oder Firmeninhabers nur dessen in geschäftlichen Fragen völlig unbeleckter Adnex war (löbliche Ausnahmen davon: unbestritten), was aber eben diesen Adnex nicht davon abhielt, sämtliche Privilegien des Gatten (bis hin zu wissenschaftlichen Titeln) für sich in Anspruch zu nehmen oder sogar (in Verkennung der Realitäten) massiv zu überziehen. Im titelverliebten Österreich klingt das gelegentlich immer noch an („Küss´d Hand, gnä´ Frau Kommerzienrat …“). Mit Verachtung blickt die heutige emanzipierte Welt auf dieses fragwürdige Lebensmodell. Entsprechend prallen da wohl gerade Vertreter der alten und der neuen „Weltordnung“ hart aufeinander.

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  2. Mia schreibt:

    Das Wichtigste ist doch: Du hast sie los. War das nicht das Ziel?

    PS: Glückwunsch zu Internationalen Frauentag! 😀

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  3. pirx1 schreibt:

    Wenn ich (anlässlich des gestrigen „Weltfrauentages“) wieder einmal die mannigfache Pseudoargumentation von selbsternannten Berufsemanzen über mich ergehen lassen muss und der Welt wieder erklärt werden soll, wie schrecklich benachteiligt (in Wahrheit: Willkürlich und selbstentschieden unqualifiziert) „die deutsche Mutter“ doch im Grunde sei, dann sträuben sich mir nicht nur die Nackenhaare! Frau Seerbin scheint mir der Prototyp und das Paradebeispiel für diese verquaste Denkweise zu sein.

    Bei „Weltfrauentag“ denkt jeder sofort an Opfer, weinende Kinder, Mütter in hilfloser Lage, bei „Muttertag“ an Rodonkuchen, selbstgebastelte Geschenke, Ehre, Ruhm, Mutterkreuz und die Blumenindustrie. – Bei „Vatertag“ denkt dagegen jeder nur an Saufgelage und Bollerwagen. Schöne neue „Aufklärung“. Gibt es überhaupt einen „Weltmännertag“?

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    • Der Weltmännertag ist am 3. November, der Internationale Männertag am 19. November.
      Dann gibt es noch den Internationalen Vatertag an einem Sonntag im Juni.
      Was es – meines Wissens – nicht gibt, ist ein Jungentag.

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      • pirx1 schreibt:

        Dafür sei, so google ich mit Erstaunen, der „internationale Weltmädchentag“ laut Weltgedenktagausrufkommission der UN (endlich wird mir ´mal der ganze Existenzweck der UN offenbar) der 11. Oktober. Vermutlich will man da an das berühmte und viel zu oft missbrauchte Lieschen Müller erinnern, das vergleichbar mit seiner Mutter Erika Mustermann und deren Ehemann Otto Normalverbraucher, immer dann herhalten muss, wenn es um pauschale Unfugvorwürfe geht. Der sehr viel unbekanntere Malte Minderjahn guckt dagegen quo ad Gedenktag ´mal wieder in die Röhre.

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  4. blindfoldedwoman schreibt:

    „Ich hab Penisneidintoleranz.“
    Gerburg Erna Jahnke

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  5. Plietsche Jung schreibt:

    Eine perfekte Gelegenheit !
    Raus mit der Nervtante.

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