Tausendsechsunddreißig

Manche Geschichten, die das Leben schreibt, könnte sich niemand ausdenken.

Ich hatte zwei gleichlautende Bestellungen von zwei verschiedenen Personen X und Y innerhalb kurzer Zeit erhalten. Wenig später wurde die Bestellung von Y durch Z über Paypal bezahlt (was ich anhand der durch ein von mir geschriebenes Skript vergebenen Auftragsnummer feststellen konnte).
Ich schickte die Rechnung und den Download-Link an Y (schicke ich grundsätzlich an den Besteller, denn es kommt gar nicht so selten vor, dass ein Besteller keinen eigenen Paypal-Account hat, und jemand anderes für ihn zahlt, der aber selbst mit der Angelegenheit gar nichts zu tun hat).
An X schickte ich eine Auftragsbestätigung mit Zahlungsoptionen, und ebenfalls einen Download-Link (um die Abwicklung zu beschleunigen).
Einige Zeit später erhielt ich von X bereits die Daten, die ich zur Generierung einer Lizenz benötige. Da ich zu diesem Auftrag noch keine Zahlung hatte, wartete ich noch ab.

Ein paar Tage später beschwerte sich Z bei Paypal (ohne zwischenzeitlich bei mir nachgefragt zu haben), dass er noch keine Lizenz erhalten hätte.
Ich entschuldigte mich für die Unannehmlichkeiten, antwortete, dass ich die Rechnung und den Download-Link bereits an Y versandt hatte, erklärte den Sachverhalt (ohne X namentlich zu nennen), und bat um Klärung.
Ich hätte wohl noch separat Mails an Y/Z und X versenden sollen, hatte aber zu wenig Zeit, und ging davon aus, dass auch den Kunden daran lag, die Sache schnellstmöglich abzuwickeln.

Einige Tage Funkstille.
Dann erneut eine Beschwerde bei Paypal (die überhaupt nicht auf meine Antwort einging), aber vehement die Zahlung zurückforderte.
Inzwischen hatte mich die Angelegenheit schon zu viel Zeit gekostet. Es ging ohnehin nur um einen zweistelligen Betrag.
Also generierte ich die Lizenz basierend auf den Daten von X, schickte sie aber stattdessen an Z (anfangen kann damit aber nur X etwas).
Außerdem entschuldigte ich mich noch einmal freundlichst bei Z für die Verzögerung auf dem Paypal-Portal.

Inzwischen liegt die Entscheidung bei Paypal. In meiner Stellungnahme erklärte ich, dass der Kunde es versäumt hat, mir eindeutige Informationen zukommen zu lassen, was zu dieser Verzögerung führte.

Es ist schließlich nicht meine Schuld, wenn ein Kunde es nicht auf die Reihe kriegt, mir rechtzeitig die nötigen Daten zu liefern. Und wenn er die Lizenz braucht, um innerhalb von einem Tag eine Arbeit durchzuführen, dann hätte er die Lizenz gefälligst schon früher bestellen können. Ich wickle alles immer möglichst schnell ab. Wenn der Kunde mitarbeitet, kann alles innerhalb weniger Stunden über die Bühne gehen. Aber aufgrund dieses Kunden XYZ werde ich in Zukunft den Download-Link nur noch verschicken, wenn ich die Zahlung bereits habe. Dann dauert es eben manchmal länger.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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14 Antworten zu Tausendsechsunddreißig

  1. Leser schreibt:

    Solche Paypalgeschichten haben schon kleine Unternehmen zerstört.
    Deshalb finde ich Paypal, außer bei internationalen Zahlungen, zu unpraktisch. Dann lieber eine Zahlung auf Rechnung anbieten, oder halt mir Vorauskasse bei Kunden, die wenig vertrauenswürdig wirken.
    Da es sich aber doch sowieso um ein „B2B“ Geschäft handelt, frage ich mich wirklich, wieso da nicht telefoniert wird. Das ist eine „direktere“ Verbindung, da können solche Missverständnisse gar nicht entstehen, oder sind schnell geklärt.

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    • Für Zahlungen außerhalb des SEPA-Bereichs ist Paypal nun mal äußerst praktisch. Schließlich kann ich damit z.B. Kreditkartenzahlungen empfangen, was sonst nicht geht. Und Paypal ist konkurrenzlos schnell.

      Ich telefoniere generell nicht gern, und mit Fremden schon gleich gar nciht.
      Ich versaue mir nicht meine Zeit, indem ich mit (ausländischen) Kunden (die oft genug nur miese Englischkenntnisse) haben) telefoniere.

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      • tom174 schreibt:

        das Problem hier ist ja nicht Paypalspezifisch.. das kann mit Kreditkarte oder Lastschrift oder Rechnung auch passieren.
        Automatische generierung der Lizenz und des Links direkt im Zahlvorgang keine Option?

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        • Paypal hat sich völlig OK verhalten. Sie haben lediglich auf die Meldung des Käufers reagiert.

          Ich generiere die Lizenz automatisch, aber eben auf meinem lokalen Rechner, nachdem ich die Bestellung manuell überprüft habe.
          Das noch weiter zu automatisieren bringt nichts. Dafür sind es viel zu wenig Bestellvorgänge.

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  2. Plietsche Jung schreibt:

    Wie einfach wäre doch das Leben ohne Kunden …. 😉

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  3. ednong schreibt:

    Äh,
    X und Y bestellen, Z bezahlt. Aber nur einmal. Und will eine Lizenz. Du schickst ihm die von X, obwohl die noch nicht bezahlt ist? Hat jetzt X oder Y nicht bezahlt? Ich denk, Y hat über Z bezahlt?
    *verwirrt-bin*

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    • Nicht nur du bist verwirrt. Für mich waren das zwei unabhängige Bestellungen, und nichts deutet daraufhin, dass X zu YZ gehört.
      Erst durch die Reaktion von Z konnte ich das vermuten.
      Nur von X habe ich Daten erhalten, mit denen ich eine Lizenz generieren konnte.
      Die Bezahlung erfolgte für Y durch Z .. ja es ist kompliziert und konfus.
      Von Y (über Z) Geld, aber keine Daten.
      Von X Daten, aber kein Geld.
      Von Z Beschwerden, aber keine Versuche, die Sache aufzuklären.

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  4. Nachtrag:
    Paypal hat inzwischen zu meinen Gunsten entschieden.

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  5. Pingback: Zwölfhundertdrei | breakpoint

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