Tausendsiebenunddreißig

Nach ein paar Tagen ausschließlichem Bloggen auf WordPress, erlaube ich mir, eine paar vorläufige Erfahrungen zu beschreiben.

Bei den ursprünglichen Exportdateien von blog.de waren Sonderzeichen verhunzt, und die Kommentare nicht hierarchisch strukturiert, sondern linear hintereinander angeordnet. blog.de besserte dann nach. In diesem Zustand habe ich sie heruntergeladen und bei WordPress importiert.
Danach erst fiel mir auf, dass die Trackbacks (die ich im Schweiße meines Angesichts manuell hatte erstellen müssen) nicht vernünftig übernommen worden sind. Es fehlt die Verlinkung, aber man kann auf sie antworten. Das heißt, sie werden behandelt und auch gezählt wie ein normaler Kommentar, so dass ich hier bereits bei über 14000 Kommentaren bin. (Bei blog.de waren es – ohne Trackbacks – 13514 .)
ednong wies mich dann noch darauf hin, dass bei den alten Kommentaren auch die Verlinkung zur URL des Kommentators fehlt. Stattdessen verlinkt WordPress auf sich selbst.

Mit den Themes hier kann ich mich nicht recht anfreunden. Ich will doch einfach ein Theme mit einfacher Graphik und ohne Schnickschnack, das ein paar simple Anforderungen erfüllt.
Aber die Auswahl ist so umständlich, weil WordPress nur eine ellenlange, völlig ungeordnete Liste von Themes bereitstellt, die keine Details zu den Features der Themes enthält. Ich würde mir eine Filterfunktion wünschen, bei der ich z.B. Themes ausfiltern kann, die bestimmte Kriterien nicht erfüllen. Oder zumindest eine übersichtliche Tabelle, die die Features kurz auflistet.
Aber selbst wenn ich wüsste, wie das für mich ideale Theme heißt, ist es in der Theme-Liste nur äußerst aufwändig auch zu finden.

Dass ich hier keinen Zugriff auf Stylesheets habe, damit habe ich mich abgefunden. Keine eigenen Javascripts einsetzen zu können, fällt mir schon schwerer. Aber noch nicht einmal die Schriftart innerhalb des Themes kann man ändern!
Die Widgets hier gefallen mir auch nicht so recht. Bei blog.de habe ich geschätzt (auch wenn mir das erst im nachhinein so richtig bewusst wird), dass die Benutzeroberfläche klar, kompakt und weitgehend frei von Javascript war (was mich bei WP schon desöfteren genervt hat).
Hier habe ich nur eine Sidebar. Das macht die Anordnung ziemlich lang, obwohl ich deutlich weniger Widgets habe als bei blog.de. Das macht das Layout ziemlich unübersichtlich. Ich werde da wohl wieder ein paar Widgets entfernen, die ich für nicht unbedingt nötig halte.
Das Kommentarwidget aktualisiert sich offenbar nicht immer. Die Frage ist, ob ich es dann überhaupt brauche.

Beim alten Blog hatte ich die Kommentare nur um wenige Pixel relativ zum übergeordneten Kommentar eingerückt, so dass man sie auch bei vielen Ebenen noch lesen konnte. Hier hatte ich ursprünglich 10 Ebenen eingestellt, kam aber schon bald an die Grenze, dass sie so nicht mehr lesbar waren. Jetzt sind sie auf fünf Ebenen gegrenzt. Im Normalfall dürfte das reichen. Wenn allerdings mehrere Personen an so einer Diskussion beteiligt sind, ist es vermutlich sinnvoll, konkret zu schreiben, worauf sich genau die Antwort bezieht, da man in den unteren Ebenen nicht mehr auf alle Kommentare direkt antworten kann.

Nicht mehr alle Smileys, die bei blog.de funktionierten, werden hier noch unterstützt.
Ein Teil meiner Bilder wurde mitimportiert, aber einige auch nicht. Da muss ich nacharbeiten. Zum Glück habe ich ja nur ganz selten Bilder eingebunden.
Aber das sind Kleinigkeiten.

Positiv ist mir bei WordPress aufgefallen (allerdings erst vor einigen Wochen), wie leicht man über den Reader auf Kommentare antworten kann (die „Glocke“, rechte obere Ecke). Allerdings beantworte ich die Kommentare normalerweise in Reihenfolge des Eingangs (FIFO). WP unterstützt das nicht. Wenn ich einen Kommentar beantwortet habe (dabei scheine ich mehr Tippfehler zu machen, weil das Feld so klein ist), dann rutscht die Ansicht auf den vorherigen Kommentar hinunter. Aber den habe ich ja bereits beantwortet, und muss selbst den nächsten anwählen.
Bei Kommentaren, zu denen ich nichts weiter zu sagen habe, klicke ich manchmal auf „Gefällt mir“. Diese Möglichkeit gab es früher nicht. Ich weiß aber nicht, ob WordPress darüber tatsächlich immer Benachrichtigungen verschickt.

Eigentlich ist mir SEO ja egal. Trotzdem muss ich feststellen, dass ich jetzt wieder ganz von vorn beginnen muss. Mein altes Blog hatte immerhin Pagerank 3. Hier bin ich wieder auf 0. Und wenn ich an all die Links denke, die ich z.B. Blogparaden verdanke .. noch zeigen die auf das alte Blog, und in ein paar Monaten dann ins Nichts.
Leider kann ich keine 301-Weiterleitung schalten (was eine Voraussetzung wäre, um den Umzug zumindest Google mitzuteilen). Mir bleiben nur client-seitige Möglichkeiten.

Die Zugriffszahlen auf blog.de sind schon deutlich zurückgegangen. Schließlich habe ich den Umzug auch reichlich kommuniziert. Hoffentlich haben alle hergefunden, die herfinden wollten.
Da ich hier kein Javascript einsetzen kann, sind die Möglichkeiten für statistische Auswertungen viel geringer (und Google Analytics lehne ich aus Datenschutzgründen ab). Auch HTTPS stellt für manche Tools eine unüberwindliche Hürde dar. So richtig kann ich es also nicht vergleichen, wie sich hier die Zugriffe entwickeln, zumal WordPress vor ein paar Monaten die Statistikausgabe geändert hat, was IMHO ein Rückschritt ist. Ich will alle relevanten Daten auf einer Seite, und nicht erst zig mal hin- und herklicken müssen.

Nun ja, wer weiß, ob das mein letzter Blogeintrag über den Umzug ist. Eigentlich reicht’s mir schon. Die noch ausstehenden Arbeiten haben bis nach meinem Urlaub Zeit.

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Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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27 Antworten zu Tausendsiebenunddreißig

  1. Arabella schreibt:

    Was ich an WP schätze, ist die Verbundenheit der Blogger untereinander.
    Dies ist es was ich schätze.
    Sollten dir der Aufbau zu unspezifisch für dich sein, kannst du deine Seite auch persönlich über WP hosten.
    Liebe Grüße

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    • WP hat unbestreitbar Vorteile. Trotzdem habe ich mich noch nicht völlig damit arrangiert.

      Das Blog selbst zu hosten, macht zu viel Aufwand. So viel Zeit kann ich nicht investieren.
      So wie es vom Layout und Design jetzt ist, ist es zwar nicht optimal, aber als Provisorium OK, und ich kann nach und nach noch einiges verbessern.

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  2. Molly L. schreibt:

    Oi. Die Hälfte der Sachen verstehe ich nicht, :-D, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Du Dich wirst durchwuseln können!
    Dass andere Themen andere Extras haben sollen, ist mir neu.
    Ja, man ist mit der kostenfreien, nicht selbtgehosteten Version schon recht eingeschränkt, was mich in Sachen Design und Widgets schon manchmal stört.
    Aber hey: Dafür kostet es mich nichts, das ist ja auch was! 🙂
    Und: Angeblich soll man auch Widgets vorschlagen können, die dann ggf von WP aufgenommen werden. Anyway.
    Ad Themen) Stöber doch einfach in Blogs ind halt Ausschau, was Dir gefällt; das Thema steht ja pässlicher Weise immer drunter! 🙂

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    • Von den Features her reicht mir die kostenfreie Variante. Bloggen ist für mich schließlich nur ein Hobby nebenbei, und nicht kommerziell.

      Stöber doch einfach in Blogs ind halt Ausschau, was Dir gefällt; das Thema steht ja pässlicher Weise immer drunter!

      Das ist eine gute Idee. Aktiv werde ich zwar nicht suchen, aber die Augen mal offen halten, kann ich schon.

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  3. verbalkanone schreibt:

    Das war echt interessant zu lesen. Danke dafür. Ich habe zwar wie Molly auch nicht alles verstanden, werde da aber sicher bei Gelegenheit noch tiefer einsteigen – vor allem in die optischen Getsaltungsmöglichkeiten meines WP-Blogs … Ich ahne, dass mir da mir noch einiges bevorsteht…

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    • Was nicht so ohne weiteres verständlich ist, ist auch nicht so wichtig.
      Das ist halt eine Zusammenfassung meiner Eindrücke hier. Über manches hätte ich noch viel ausführlicher schreiben können, aber der Eintrag ist ohnehin recht umfangreich geworden.

      Viel Spaß beim Gestalten deines Blogs!

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  4. Plietsche Jung schreibt:

    Also mal ganz ehrlich…das Design eines Blogs ist für mich echt nebensächlich.
    Die Funktionen müssen laufen und zwar korrekt. Ich mag die App, ich mag die hohe Verfügbarkeit (Blog.de hängt schon wieder oft). Die Blogger hier sind klasse und sehr vielfältige Menschen.
    Ich vermisse nicht viel und es macht mir durchaus Spaß.

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  5. dieSuchende schreibt:

    Das mit den verhunzten Sonderzeichen, war nur die ersten Tage so – das haben die bei Blog geändert. Da ich nicht alles in den ersten Tagen übernommen habe – hab ich deshalb nur zwei Jahre mit abgeschossenen Sonderzeichen…. die haben das wie gesagt repariert – und die Export- und Import-Daten, die ich so am dritten – vierten Tag gezogen habe – da waren die Sonderzeichen okay.

    Eine Filterfunktion für das Design gibt es.
    Du hast erstens die Auswahl – aber das hast du sicher schon gesehen auf Alle – kostenlos – Premium (oder so) zu filtern.

    eine andere verstecktere Filtermöglichkeit gibt es – dafür verlasse das Dashboard (nicht dort auf Design klicken sondern im Mouse-Over-Menü von „meine Webseite“ Erscheinungsbild Design – dort gelangst du auf diese blaue Seite mit den Themen. Wenn du dann dann oben auf „MEHR“ klickst, dann kannst du nach Farben – hintergründen etc. filtern.

    In den Widgets hast du die Möglichkeit eigene Skripte einzufügen. Schau mal auf meine Seite. Ich hab den alten Besucher-Anzeiger eingesetzt. Dafür wählt man im Widget-Menü – den Punkt Text.
    Hier nimmt der auch Skripte und HTML.

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  6. ednong schreibt:

    Ja, du sprichst mir da aus dem Herzen. Die Themes kann man noch ein wenig ändern, beschrieben ist es bereits schon (dort, wo du filtern kanns) – aber viel ist da nicht drin. Und klar, dass WP jede Menge herausfiltert, schließlich will man die Vorteile eines Premium-Accounts nicht zunichte machen …
    Und das Backend – oh ja, grauselig, finde ich, wenn ich das mit b2evo vergleiche. Und dieses haufenweise „ich brauch noch von dort das Skript, und das von da mußt du ebenfalls zulassen, damit ich dir anzeigen kann, was du sehen willst“ nervt wirklich. Das ist in einer selbst gehosteten Variante nicht besser. Leider.

    Aber beschreib mal ruhig, wenn du Wege findest, das ein oder andere noch umzusetzen. Würd mich interessieren.

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  7. Leser schreibt:

    Es gibt auf jeden Fall bei WordPress auch Themes mit zwei Sidebars, allerdings sind die dann meistens links und rechts, und der „main content“ in der Mitte – nicht, wie das alte blog.de-Layout. Das ist aber nebensächlich. Ich weiß auch nicht, wo WordPress die Themes her nimmt, die es anbietet? Gibt es vielleicht eine Art öffentliches Repositorium, wo jeder, der WP-Themes baut, die hochladen kann, und daraus bedient sich dann WP.com für seine Nutzer (daneben können die aber auch von „Selbsthostern“ heruntergeladen werden)? Weil, wenn das so ist, wäre eine Möglichkeit: Theme bauen (bzw. bestehendes Theme nach eigenem Gusto modifizieren), hochladen (bzw. als „Fork“ des ursprünglichen Themes hochladen), und dann sehen, dass WP dieses Theme für seine Nutzer anbietet, so dass man es sich dann bei sich auswählen kann. Aber, wahrscheinlich wäre das zu einfach, und niemand würde dann mehr Premium kaufen, oder so…

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    • Es müssen nicht unbedingt zwei Sidebars sein. Viel wichtiger wäre mir etwa, dass bei jedem Kommentar ein Permalink mit angegeben ist. Und hätte auch lieber einen Sans-Serifen- Font.

      Um ehrlich zu sein, habe ich mich noch nie darum gekümmert, wie sich Themes modifizieren und neu erstellen lassen. Ich habe keine Ahnung, wie die überhaupt aufgebaut sind, und wie man darauf Zugriff erhalten könnte.

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      • Leser schreibt:

        Bei WordPress selbst gar nicht. Du müsstest Dir schon ein WordPress lokal installieren, das Theme, was Du modifizieren willst, herunterladen, und dann daran arbeiten. Wenn Du css, PHP und Javascript kannst, dann sollte es Dir leicht fallen, ein Theme zu verändern. Ich hab es auch schon ohne PHP-Kenntnisse geschafft (meine Aufgabe war, sämtlichen „interaktiven“ Kram wie Kommentare usw. rauszunehmen, und löschen geht ja leicht ;-))

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  8. Pingback: Zwölfhundertdrei | breakpoint

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