Fünfhundertachtzig

Gestern abend war ich bei der Jahresabschlussfeier meiner IT-Abteilung.
Wir hatten in einer geeigneten Gaststätte ein paar Tische reserviert. Mir erschien es sinnvoll, eher leicht verspätet einzutreffen als zu früh. So waren die Tische schon gut besetzt, als ich eintraf. Ich fand einen freien Platz am größten der Tische, hatte aber die Absicht, mich im Laufe des Abends auch an die anderen Tische zu setzen, um mich mit meinen Mitarbeitern zu unterhalten.

Ich fand es ganz zweckmäßig, dass es sich nur um eine informelle Feier handelt. So blieb es mir erspart, eine Rede à la „ein erfolgreiches Geschäftsjahr liegt hinter uns“ zu halten.
Bei der Unterhaltung hielt ich mich meist zurück, hörte hauptsächlich zu, wobei ich es schon manchmal mühsam finde, eine Diskussion zu verfolgen, die ein paar Personen entfernt stattfindet.
Es gab unterschiedlichste Themen, teils aktuelle mit allgemeinem Bezug, teils ließ man auch das vergangene Jahr Revue passieren. Irgendwann erinnerte man sich daran, dass letztes Jahr die Weihnachtsfeier abgesagt werden musste, und warum. Ich zog es vor, mich währenddessen kurz auf die Toilette zurückzuziehen.

Ich trinke ja nur selten Alkohol, aber ausnahmsweise trank ich denn doch ein Bier (es blieb mir kaum etwas anderes übrig, denn die Gaststätte, die meine Mitarbeiter ausgesucht hatten, war direkt an eine Brauerei angeschlossen). Dazu aß ich ein Schnitzel mit Pommes. Die Speisen gingen auf die Firma, Getränke bezahlte jeder selbst. So wird das bei den Weihnachtsfeiern der Abteilungen seit was-weiß-ich-wann in der Firma gehandhabt.

Wie wohltuend, dass in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf! Früher hat mir der Qualm immer das beste Essen verdorben, mich zum Husten gereizt und meine Augen zum Tränen gebracht. Und wie danach Kleider, Haare und Haut rochen – uääähh!

Carsten hatte darauf bestanden, dass ich mir für den Heimweg ein Taxi nehme. Dabei wäre sogar noch ein passender Bus gefahren. Das ist pure Selbstsucht von ihm. Er weiß genau, dass ich dann durch das Warten auf den Bus und den Fußweg total ausgekühlt wäre, und meine Eisfüße an ihm hätte aufwärmen wollen. Dabei ist es derzeit ja noch nicht einmal so sehr kalt.
So hielt sich das Aufwärmen in Grenzen, und wir konnten uns gleich angenehmen Beschäftigungen widmen.

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Über breakpoint AKA Anne Nühm

Die Programmierschlampe.
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8 Antworten zu Fünfhundertachtzig

  1. sweetsurrender schreibt:

    Das waren noch Zeiten als es noch Live-Band, Schampus, Essen und Taxi für alle gab.
    Oder mal ein 5-Gänge-Menü im Breidenbacher.

    Gehört zwar nicht hierher aber fiel mir so ein…letzte Woche gehört…da hat der Bürgermeister unserer Stadt seine Mitarbeiter großzügig zu Getränken eingeladen und sich damit gebrüstet. Dumm nur das die gleichen Mitarbeiter auch nachvollziehen können das seine edle Spende aus der Haushaltskasse kam. Und die finanziert…der Steuerzahler.

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    • breakpoint schreibt:

      Es sind wohl auch steuerliche oder rechtliche Gründe, die solch großartige Firmenfeiern heutzutage verhindern.

      Ohne mich jetzt im Detail auszukennen, glaube ich, dass es eine Begrenzung der Kosten pro Mitarbeiter auf 30 Euro gibt. Darüber hinaus wird es kompliziert.

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  2. ednong schreibt:

    Jaja, pure Selbstsucht. Ich würde das mal als fürsorglich bezeichnen – er will einfach nur, dass du dir keine Erkältung einfängst 😉

    Beim Rauchen kann ich dir nur zustimmen. Geht mir absolut genauso (bzw. ging). Hat schon was, wenn man rauchfrei essen kann.

    Dann hast du ja deine Abteilung bestens unterhalten gestern (oder wann auch immer).

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    • breakpoint schreibt:

      Ach, das mit der Selbstsucht war natürlich eher scherzhaft gemeint.
      Ich weiß schon, dass ihm mein Wohlergehen wichtig ist.
      Andererseits sind Eisfüße durchaus unangenehm, wenn sie einem zu nahe kommen.

      Die Einführung des Rauchverbots in Gaststätten war überfällig gewesen.
      Der Rauch hatte mich früher immer extrem gestört.
      Leider gibt es dennoch immer noch Situationen, bei denen man sich dem Qual(m) nicht entziehen kann. 😦

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      • engywuck schreibt:

        110€ pro Mitarbeiter und maximal zweimal im Jahr, IIRC. Wobei teilnehmende Familienmitglieder der Mitarbeiter diesen zugerechnet werden.
        Wird es mehr muss der komplette Betrag versteuert werden (Lohnsteuer, Sozialabgaben oder pauschal mit 25%) und kann von der Firma nicht mehr von der Steuer abgezogen werden.

        Bei uns in der Firma ist es allerdings üblich, dass die Feiern „privat“ organisiert werden und jeder seinen Beitrag selber zahlt. Wobei es schon vorkam, dass jeder Teilnehmer nen Umschlag in die Hand gedrückt bekam 🙂 (so 10-20 Euro)

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  3. Pingback: Achthundertachtundsiebzig | breakpoint

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