No-Events, @home //2478

Dieses Jahr war anders als andere. Nicht nur die Schwangerschaft und das Leben mit einem Baby haben unser Leben verändert, auch die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen zwangen uns, etliche vorgesehene Aktionen und Unternehmungen ausfallen zu lassen.
Dem ist nicht nur unser betriebliches Sommerfest zum Opfer gefallen, bei dem wir heuer auch einige Jubilare hätten ehren wollen, sondern die Jahresabschlussfeier wird ebenfalls ausfallen.
Wir überlegen noch, ob wir es den einzelnen Abteilungen ermöglichen werden, jeweils im kleinen Kreis eine Feier zu machen, oder ob auch das ersatzlos gestrichen wird.
Sehr groß sind die Möglichkeiten eh nicht bei geschlossener Gastronomie. Wenn, dann müssten sie in unsere Cafeteria ausweichen.

Eigentlich hatte ich unseren nächsten Schüler-Techniktag für die Faschingsferien Mitte Februar nächsten Jahres vorgesehen. Für diesen Termin hätte ich bereits das Event bekanntmachen müssen (Faustregel: ein Vierteljahr vorher). Da derzeit alles so unbestimmt ist, lasse ich es erst einmal bleiben.
Der Name Februar kommt vom lateinischen „febris“ für Fieber, weil sich erfahrungsgemäß in diesem Monat grippeähnliche Infekte häufen. Denn dann sind während der dunklen Jahreszeit die körperlichen Reserven aufgebraucht und das Immunsystem auf einem Tiefpunkt. Würde mich sehr wundern, wenn es ausgerechnet diesmal anders wäre. Falls ich mich irre, werde ich mich freuen.
Ohne mich schon jetzt festlegen zu wollen, wären die Allerheiligenferien nächstes Jahr ein möglicher Termin, um (dann nach zwei Jahren) wieder einmal Schüler in unseren Betrieb einzuladen. Wir werden sehen, wie sich alles bis dahin entwickelt.

Obwohl ich Teleworking für die Belegschaft eher skeptisch gegenüberstehe, haben wir dies in diesem Jahr für die dafür geeigneten Tätigkeiten wohl oder übel deutlich ausgeweitet.
Gerade Softwareentwicklung ist dafür prädestiniert. Ein Computer reicht zum Programmieren (zum Testen nur teilweise, weil ggf. auch Geräte angeschlossen werden müssen) aus, und die meisten Softwareentwickler legen eher wenig Wert auf regelmäßige soziale Kontakte im Büro. Ich selbst blieb auch häufig im Homeoffice, und sparte mir den Arbeitsweg.
Inzwischen kann ich ein Resümee ziehen. Es hängt wohl mit der Mentalität zusammen, wie gut ein Mitarbeiter mit Teleworking klar kommt. Einige meiner Jungs konnten das ganz gut, und arbeiteten von daheim aus praktisch ebenso effektiv wie im Büro. Bei den meisten allerdings ist die Produktivität mehr oder weniger deutlich eingebrochen. Vielleicht gibt es daheim mehr Ablenkungen, oder die Selbstdisziplin ist zu schwach, .. Der unkomplizierte, direkte Austausch mit Zimmergenossen, wenn gerade mal eine Frage auftaucht, fehlt halt ebenfalls. In vielen Fällen haben die Kollegen sofort eine hilfreiche Antwort parat, ohne erst lange googlen zu müssen. [Meine eigene Produktivität ist nicht wegen Homeoffice zurückgegangen. Das habe ich jahrelang erfolgreich als Freiberuflerin gemacht. Aber das Baby reduziert meine Leistung schon merklich. Nun ja – schließlich werde ich ja nicht für meine Arbeit bezahlt, sondern trage selbst die Verantwortung.]
Wie auch immer – wir werden häufiges Teleworking nicht auf Dauer beibehalten. Sobald es die Lage zulässt, wird Präsenz im Büro wieder default sein.

Über Anne Nühm (breakpoint)

Die Programmierschlampe.
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10 Antworten zu No-Events, @home //2478

  1. Sempersolus schreibt:

    Beim Versuch, wieder einmal klugzuscheißen (die Deutung von „Februar“ verlockte gar zu sehr, auch wenn sie dramaturgisch so natürlich schön passte) offenbarte sich allerhand mir bisher völlig Unbekanntes: Grund für den Schalttag gerade da und wann, altdeutsche Monatsnamen, frühe SM-Riten, besten Dank für den Impuls!

    Die Sehnsucht, fernab von Produktivitätsüberlegungen zu normalen sozialen Kontakten zurückzukehren, die treibt uns aber wohl alle um. Es wird Zeit. Und doch: „normal“, was ist das eigentlich? Hat uns die aktuelle Krise nicht überdeutlich gezeigt, wie zerbrechlich das alles ist, was wir, oft so arrogant, für ganz normal halten?

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  2. keloph schreibt:

    ich bin ja seit jahrzehnten (ja wirklich, mehr als eines) vielreisender, schon immer im büro, aber niocht im selben. der kontalt mit den kollegen fehlt, aber effizienz ist deutlich höher, da auch die ablenkung fehlt. aber du hast sicher recht. es ist eine frage der persönlichen einstellung und umgebung, und eben der aufgaben, die man hat.

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  3. ednong schreibt:

    Sicher ist es eine Frage der Mentalität, ob man der Typ für pures Teleworking ist oder nicht. Sieht aber auch im Büro :manche quatschen einem den lieben langen tag die Ohren zu und manche bemerkt man gar nicht.

    Ich vermute, so ein Wechsel wäre gut. Randomisiert die Tage und Mitarbeiter ausgewählt, die in der Woche ins Büro gehen oder zu Hause arbeiten. Soziale Kontakte sind da, es kehrt keine Routine ein und alle sind glücklich. Oder so.

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  4. Andreas schreibt:

    Hmm… hab keine Firma aber ein Team von Programmierern zu leiten.
    Ja, es gibt – vereinzelt – Produktivitätseinbrüche durch Homeoffice. Das mit dem Austausch ist aber glaube ich nicht das Problem. Wir waren immer schon über mehrere Standorte verteilt und haben alles per Telefon und noch viel mehr via IM (aka Jabber/Zulip/…) gemacht. IM sogar Prä Corona bei Leuten die auf dem gleichen Flur sassen – manchmal sogar im selben Raum um den Dritten nicht bei Telefonat zu stören. Die meisten guten Entwickler, die ich kenne schreiben sowieso lieber als zu reden 🙂

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  5. Michael schreibt:

    Februar = Fieber?

    Mensis Februarius: Reinigungsmonat. Der letzte Monat des Jahres, deswegen nur 28 Tage (bevor Gaius Iulius Caeser das Schaltjahr erfand). Allerdings hat nicht er den Dezember (der 10. Monat = decem) zum letzten Monat des Jahres gemacht, sondern schon 153 v. Chr. (601 nach Gründung von Rom = DCI ab urbe condita) durch die Consuln Quintus Fulvius Nobilior und Titus Annius Luscus. Sie begannen ihre Arbeit am 1. Januar statt bisher am 15. März.
    Noch ein bisschen Klugscheiß: Gaius ist der Vorname, so hat man ihn angesprochen, Familiennamen kannten die Römer nicht. Iulius ist seine Familie (Iulii = Julier), nicht sein Familienname (er ist ein Mann, deshalb Iulius, seine Schwester/Mutter/Cousine wäre Iulia – auch hier wieder kein Vorname!). Caesar ist der Titel. Korrekte Anrede: Caesar Gaius. Wobei das ‚C‘ immer als ‚K‘ gesprochen wird. Und das ‚I‘ (großes i) als ‚J‘.

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  6. Pingback: Vorgezogenes Gezwitscher //2575 | breakpoint

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